Nicht weni­ge Men­schen haben die Vor­stel­lung, Natur­wis­sen­schaft­ler sei­en Team­play­er, die ihr gan­zes Leben lang völ­lig unei­gen­nüt­zig nach neu­en Erkennt­nis­sen suchen, ori­gi­nel­le oder noch unge­dach­te Ideen und Arbei­ten mühe­los ver­öf­fent­li­chen kön­nen und es freu­dig begrü­ßen, wenn ande­re Wis­sen­schaft­ler eines Tages den Beweis füh­ren, dass ihre Arbeit wahl­wei­se völ­lig nutz­los war oder so gra­vie­ren­de sys­te­ma­ti­sche Feh­ler ent­hält, dass sie dadurch eben­falls nutz­los ist. Ganz gleich, ob einem das am Beginn oder am Ende einer aka­de­mi­schen Kar­rie­re pas­siert – es ist ver­hee­rend. Nicht nur in der Kli­ma­wis­sen­schaft. Und spä­tes­tens an die­ser Stel­le wird man fest­stel­len müs­sen, dass auch Kli­ma­wis­sen­schaft­ler nur Men­schen sind und zutiefst mensch­lich reagie­ren. Mit Ableh­nung, Ver­drän­gung, Empö­rung und sogar mit Gegen­an­grif­fen. Sie holen ihre „gro­ßen Brü­der“ zu Hil­fe, ver­su­chen sich Mehr­hei­ten zusam­men­zu­trom­meln und schre­cken manch­mal sogar vor Trick­se­rei­en, Ver­leum­dung und Betrug nicht zurück.

Dazu kommt das Pro­blem einer sehr knap­pen Res­sour­ce, die im Wis­sen­schafts­be­trieb als Wäh­rung gilt und bei der Fra­ge nach Repu­ta­ti­on oder För­de­rung eine immense Rol­le spielt: die Ver­öf­fent­li­chung. Dabei han­delt es sich aber nicht um Bücher oder Maisch­ber­ger-Auf­trit­te, son­dern um Arti­kel in aner­kann­ten wis­sen­schaft­li­chen Jour­na­len, wo man nur dann publi­zie­ren kann, wenn die Arbeit einer mehr oder weni­ger anony­men mehr­stu­fi­gen Prü­fung durch ande­re Exper­ten auf eben die­sem Gebiet stand­hält. Das hält zwar sicher eini­gen Unsinn aus den Blät­tern her­aus und hilft, Feh­ler zu fin­den, kann sich aber als fast unüber­wind­ba­re Hür­de erwei­sen, wenn man davon aus­ge­hen kann, dass ein „Kon­sens“, gegen den man anschreibt, für aus­rei­chend Vor­ur­tei­le und Igno­ranz sorgt. Stel­len Sie sich ein­fach vor, lie­be Leser, Gali­leo Gali­lei hät­te sein „Paper“ im Vati­kan zur Begut­ach­tung vor­le­gen müs­sen und fra­gen Sie sich, ob sich dort eine demo­kra­ti­sche Mehr­heit von Gelehr­ten für eine Ver­öf­fent­li­chung aus­ge­spro­chen hät­te. Die Son­ne wür­de sich wohl immer noch um die Erde drehen.

Prinzip Hollywood: „Mehr vom Selben” siegt über „Probier was Neues”

Zunächst noch ein paar Wor­te zu den Wis­sen­schafts­jour­na­len, die zwar gro­ße Namen haben, aber natür­lich auch nicht frei sind von wirt­schaft­li­chen Erwä­gun­gen und Trends. Gera­de, wenn die­se poli­tisch ver­stärkt wer­den. Wer der schein­bar über­mäch­ti­gen Ein­heits­mei­nung nur ein paar wei­te­re Krü­mel Gewiss­heit hin­zu­fügt, ihr aber ins­ge­samt nicht scha­det und dem Trend folgt, hat es leich­ter. Falls Sie, sagen wir die ver­hee­ren­de Wir­kung von Brau­se­pul­ver auf das Erd­kli­ma unter­su­chen wol­len oder ein wei­te­res Treib­haus­gas auf die Ankla­ge­bank brin­gen möchten…das wird sich sicher machen las­sen. Rech­nen Sie aber nicht mit wohl­wol­len­den Reviews, wenn sie die hei­li­gen Kno­chen aus­bud­deln, die das Fun­da­ment eines ver­fes­tig­ten Kon­sen­ses sind, um sie auf ihren Cal­ci­um­ge­halt zu prü­fen. Man muss sich durch viel Beton durch­kämp­fen, bis man am Ziel ist und darf bei den­je­ni­gen, die sich behag­li­che Häu­ser auf dem Fun­da­ment gebaut haben, nicht auf gro­ße Lie­be hoffen.

Gro­ße Schwie­rig­kei­ten bekommt man zum Bei­spiel, wenn man eine der Säu­len des Kli­maalar­mis­mus als Bau­gut­ach­ter unter die Lupe nimmt. Also die Rol­le von CO2, die Qua­li­tät der Kli­ma­mo­del­le, wel­che als Werk­zeu­ge der Vor­her­sa­ge und als Alarm­glo­cken die­nen oder die Paläo-Mess­rei­hen, die aus Eis­bohr­ker­nen oder ande­ren Boh­run­gen indi­rekt auf Tem­pe­ra­tu­ren der Ver­gan­gen­heit schlie­ßen. Letz­te­res führ­te bei­spiels­wei­se zu den Aus­ein­an­der­set­zun­gen rund um Manns Hockey­stick-Kur­ve, von denen ich berich­te­te.

War­um das so ist, kann man leicht erra­ten. Denn seit Poli­ti­ker vor etwas mehr als 100 Jah­ren began­nen, bei Gesund­heits­pro­gram­men auf die Exper­ti­se von Medi­zi­nern zu ver­trau­en, hat­te noch nie eine so klei­ne Grup­pe von Wis­sen­schaft­lern so gro­ße Macht über die Poli­tik, wie die Kli­ma­for­scher heu­te. Sogar ein bei der UN ange­sie­del­tes Wäch­ter­gre­mi­um mit enger Agen­da haben sie sich geschaf­fen. Das IPCC, muss man wis­sen, hat nicht die Auf­ga­be, den Kli­ma­wan­del zu unter­su­chen und Maß­nah­men vor­zu­schla­gen – das wäre ja ein Segen. Nein, das IPCC hat die Auf­ga­be, den men­schen­ge­mach­ten Kli­ma­wan­del zu unter­su­chen und Maß­nah­men vor­zu­schla­gen. Das sper­ri­ge Adjek­tiv macht den Unter­schied und gibt die ein­zi­ge Rich­tung vor, in die der Blick gehen darf. Raten Sie, was man her­aus­fin­det: der Kli­ma­wan­del ist men­schen­ge­macht. Und zwar aus­schließ­lich! Damit konn­te natür­lich nie­mand rechnen…

Flan­kiert von mit Paro­len aus­ge­stat­te­ten Akti­vis­ten, die häu­fig nicht ein­mal die ele­men­tars­ten Zusam­men­hän­ge ver­ste­hen, exe­ku­tiert die Poli­tik die aus­ge­spro­che­nen Emp­feh­lun­gen: ruft in Städ­ten den Kli­ma­not­stand aus, denkt laut über Kli­ma­steu­ern nach und berei­tet Ver­bo­te vor, gibt groß­zü­gig Forschungsgelder…kurz: man hängt auch als Wis­sen­schaft­ler tief drin im Aktio­nis­mus und dem Umbau der Gesell­schaft und ist Stich­wort­ge­ber bei einem gigan­ti­schen Gesell­schafts­ex­pe­ri­ment, das nach Mei­nung aller Öko­no­men auch und nach Mei­nung vie­ler nur schief gehen kann. Es steht für einen Wis­sen­schaft­ler also mehr auf dem Spiel als ein paar Dritt­mit­tel. Aber Geld schafft Begehr­lich­keit, wenn es auf den Tisch gelegt wird und das Paris-Abkom­men allein (bei dem jedes teil­neh­men­de Land völ­lig ver­schie­de­ne Ver­pflich­tun­gen auf je einen Zet­tel schrieb, wel­che dann zusam­men­ge­bun­den und als Abkom­men pro­kla­miert wur­den) sorgt dafür, dass es um hun­der­te Mil­li­ar­den Dol­lar und Euro geht.

Die west­li­che Gesell­schaft (und nur die­se) hat sich hin­ein­zie­hen las­sen in eine offe­ne wis­sen­schaft­li­che Debat­te und sich dort bin­nen kur­zer Zeit auf jene Sei­te geschla­gen, die ihr den meis­ten Aktio­nis­mus und die umfas­sends­te poli­ti­sche Ein­fluss­nah­me ver­sprach. Dabei sind die Prot­ago­nis­ten und die Argu­men­te im Wesent­li­chen die­sel­ben wie vor 30 Jah­ren, wie man in die­ser sehens­wer­ten Chan­nel4-Doku aus dem Jahr 1990 sehen kann. Aber die Zeit lässt sich nicht zurück­dre­hen und man kann den­je­ni­gen, die schon vor 30 Jah­ren zu Sach­lich­keit und Ver­nunft rie­ten, kaum vor­wer­fen, dass sie nicht deut­lich genug vor dem Gedan­ken-Kol­lek­ti­vis­mus warn­ten, in den wir uns heu­te frei­wil­lig begeben.

Gleichschaltung, Hysterie, Faktenfreiheit

Als ich neu­lich über einen Zivil­pro­zess wegen Ver­leum­dung berich­te­te, den einer der bekann­tes­ten Ver­tre­ter der Kli­maalar­mis­ten gegen einen sei­ner Kri­ti­ker ange­strengt hat­te und der nun ein­ge­stellt wur­de, erhielt mein Arti­kel viel Auf­merk­sam­keit. Sowohl Skep­ti­ker als auch Alar­mis­ten sahen sich bestä­tigt und span­nen einen Faden wei­ter, der so im Arti­kel über­haupt nicht zu fin­den war. Dr. Mann sei ver­ur­teilt wor­den, das Gericht hät­te dem Kli­ma­schwin­del ein Ende berei­tet, war vie­ler­orts zu lesen.

Nichts davon habe ich geschrie­ben, weil nichts davon pas­siert war. Selbst der sonst so beson­ne­ne Boris Pal­mer – sicher­lich genervt, weil er von ver­schie­de­ner Sei­te mei­nen Arti­kel zuge­schickt bekam – konn­te nicht an sich hal­ten und unter­stell­te mir Aus­sa­gen, die ich nie geschrie­ben hat­te. Auf der ande­ren Sei­te schlu­gen die reflex­haf­ten Ver­tei­di­ger von Manns Hockey­stick-Kur­ve Pur­zel­bäu­me, weil sie sich ver­an­lasst sahen, ein Paper aus dem Jahr 1998 zu ver­tei­di­gen, von dem vie­le glaub­ten, es sei nach jah­re­lan­gen Kon­tro­ver­sen end­lich in Ver­ges­sen­heit gera­ten. Nun wur­de es wie­der ans Licht gezerrt und die Ver­tei­di­ger stell­ten sich schüt­zend vor einen Leich­nam, bei des­sen Beer­di­gung sie wohl noch zur Schu­le gingen.

Da waren Aus­sa­gen zu lesen wie „aus­nahms­los alle Unter­su­chun­gen haben erge­ben, dass die Kur­ve stimmt“, was noch­mal einen Zacken mehr fal­scher Gewiss­heit ent­hält als die übli­chen Eröff­nungs­zü­ge sol­cher Debat­ten, bei denen man als ers­tes etwas von 97% oder 99% zu hören bekommt – ganz so, als sei die Dimen­si­on von DDR-Wahl­er­geb­nis­sen jemals Beleg für Wahr­haf­tig­keit gewesen.

Wie dem auch sei, den vor­ei­li­gen Skep­ti­kern sei gesagt, dass die Theo­rie Manns in Kana­da nicht vor Gericht stand, son­dern sein Kon­tra­hent Ball in Per­son und dass Gerich­te gene­rell nicht über wis­sen­schaft­li­che Theo­rien ent­schei­den. Noch nicht. Auch wenn wir aktu­ell nur noch ein Augen­zwin­kern davon ent­fernt zu sein schei­nen, „Kli­ma­l­eug­nung“ als Straf­tat­be­stand zu betrach­ten. Doch was Gerich­te noch unter­las­sen, exe­ku­tie­ren längst die Akti­vis­ten. Auf der deut­schen Wiki­pe­dia wer­den bereits flei­ßig Mar­kie­run­gen ange­bracht, um gute von bösen Wis­sen­schaft­lern und Publi­zis­ten zu unter­schei­den. Wei­te­re men­ta­le Infek­tio­nen sind also zu erwarten.

„Sobald der Men­schen­see­le ein neu­es Dog­ma ein­ge­pflanzt ist, inspi­riert es die Insti­tu­tio­nen, die Küns­te und das Ver­hal­ten der Men­ge. Die von ihm über die See­len geüb­te Herr­schaft ist dann eine abso­lu­te. Die Män­ner der Tat den­ken nur an des­sen Ver­wirk­li­chung, die Gesetz­ge­ber nur an des­sen Anwen­dung, die Phi­lo­so­phen, Künst­ler, Schrift­stel­ler beschäf­ti­gen sich nur mit des­sen Umset­zung in ver­schie­de­ne For­men.” (Gust­ave Le Bon, „Psy­cho­lo­gie der Mas­sen”, 1895 – gefun­den bei Micha­el Klonovsky) 

Die menschengemachte Klimawissenschaft

Dass es sich beim „Men­schen­ge­mach­ten Kli­ma­wan­del“ um ein Dog­ma han­delt, wie es Le Bon beschrieb, zeig­te sich wie­der ein­mal in Gesprä­chen, Kom­men­ta­ren und e‑Mails, die mich nach dem Arti­kel erreich­ten. Ich unter­schla­ge hier die Beschimp­fun­gen und „guten Rei­se­wün­sche“ und brin­ge nur die­ses, leicht ein­ge­dampf­te Beispiel:

A: 97% der Wis­sen­schaft­ler sind sich einig: Der Kli­ma­wan­del ist men­schen­ge­macht. Es muss also stimmen!

Ich: Die Zahl 97% ist ein Mythos, die zugrun­de­lie­gen­de Meta­stu­die von Coock et al. klam­mer­te vie­le jener Stu­di­en aus, die sich nicht fest­leg­ten, ob oder ob nicht und wenn ja, wie­viel Ein­fluss der Mensch hat.

A: Ob nun 97%, 50% oder 20% – das ist dem men­schen­ge­mach­ten Kli­ma­wan­del doch egal!

Das heißt, eine unbe­wie­se­ne Hypo­the­se ist längst ins Fun­da­ment ein­ge­si­ckert und dort fest gewor­den. Uner­hört, die­se noch in Fra­ge zu stel­len – man wür­de den Akti­vis­ten ja ihre liebs­ten Satz­an­fän­ge weg­neh­men. Des­halb auch die abso­lu­tis­ti­sche Ver­tei­di­gung der Mann’schen Hockey­stick-Kur­ve, die sehr wohl im Feu­er der Kri­tik stand und bis heu­te steht.

Ich möch­te an die­ser Stel­le nur den Beweis füh­ren, dass die Aus­sa­ge „aus­nahms­los alle Unter­su­chun­gen haben erge­ben, dass die Kur­ve stimmt“ schlicht falsch ist, ohne die Dis­kus­si­on wie­der auf das juris­ti­sche Geplän­kel zwi­schen Mann und Ball zu len­ken. Zu nen­nen ist hier ins­be­son­de­re die Arbeit von Ste­phen McIn­ty­re und Ross McKitrick von 2005, in der sie, ver­ein­facht gesagt, beson­ders die Tem­pe­ra­tur-Mess­rei­hen Manns in Zwei­fel zie­hen, die die­ser aus den Baum­rin­gen ame­ri­ka­ni­scher Bors­ten­kie­fern her­lei­te­te und nach Mei­nung von McIn­ty­re und McKitrick (M&M) die his­to­ri­schen Tem­pe­ra­tur­wer­te als zu nied­rig angab. (Wer übri­gens wis­sen möch­te, was man mit his­to­ri­schen Mess­rei­hen so alles machen kann, dem emp­feh­le ich die­ses Video.)

Der Vor­wurf von M&M ziel­te mit­ten ins Herz der Kli­maalar­mis­ten, weil er sich mit einem Feld befasst, dem schon so man­che schö­ne Theo­rie zum Ver­häng­nis wur­de: man­gel­haf­tes Feh­ler­be­wusst­sein und Feh­ler­dis­kus­si­on. Die Debat­te über die von M&M gefun­de­nen Unge­reimt­hei­ten ist hoch­s­in­ter­es­sant und gleicht eher einem span­nen­den Kri­mi, als der blo­ßen Kol­li­si­on zwei­er wis­sen­schaft­li­cher Inter­pre­ta­tio­nen. Und sie ist kei­nes­falls ent­schie­den oder abge­schlos­sen, auch wenn es heu­te etwas ruhi­ger ist an die­ser Front, weil sich das Feu­er längst auf ande­re Schau­plät­ze ver­la­gert hat. Die vor­lau­te Ver­tei­di­gung, Manns Kur­ve hät­te ein­hel­li­ge Zustim­mung erfah­ren und sei all­ge­mein unum­strit­ten, darf jedoch als wider­legt betrach­tet werden.

Die Sache mit der Genauigkeit

Wäh­rend Mann sich auf der Sei­te der Mess­rei­hen in einem alten Krieg befin­det, gibt es ande­re Wis­sen­schaft­ler, die eher die pro­gnos­ti­sche Sei­te der IPCC-gesteu­er­ten Kli­ma­for­schung in Zwei­fel zie­hen: die Kli­ma­mo­del­le. Rich­ti­ge Panik kann näm­lich erst auf­kom­men, wenn man der Mensch­heit mit schreck­li­chen Gra­phen droht, die für die Zukunft nichts Gutes pro­phe­zei­en. Auch alle poli­ti­schen Zie­le wie die Begren­zung des CO2-Aus­sto­ßes oder das 1,5°-Ziel von Paris gehen aus die­sen Pro­gno­se­werk­zeu­gen her­vor. Ver­ein­facht gesagt füt­tert man die Model­le – und es gibt Dut­zen­de davon – mit Wer­ten für Tem­pe­ra­tur und CO2 und ändert die Wer­te solan­ge, bis die gewünsch­te Kur­ve dabei her­aus­kommt. Die Wer­te erhält die Poli­tik und über­setzt die­se in Ver­bo­te und Steu­ern. Wie gesagt, etwas kom­pli­zier­ter ist es schon, aber die zwei­te (Was soll ich tun?) und drit­te (Was darf ich hof­fen?) Grund­fra­ge der Ver­nunft, wie sie Kant for­mu­lier­te, beant­wor­tet die Kli­ma­wis­sen­schaft mit die­sen Werk­zeu­gen. Han­deln und Glau­be sind gesetzt, doch soll­ten wir die ers­te Fra­ge „Was kann ich wis­sen?“ nicht aus dem Auge ver­lie­ren. Womit wir wie­der bei der Genau­ig­keit wären und der Fra­ge, was die Kli­ma­mo­del­le wirk­lich tau­gen, aus deren Ora­keln die Poli­tik Hand­lungs­an­wei­sun­gen ableitet.

Die Klimawissenschaft als „nackter Kaiser“?

„Nach dem gegen­wär­ti­gen Stand der Theo­rie wird sich ein AGW 1)-Signal, falls vor­han­den, nie­mals aus dem Kli­ma-Rau­schen her­vor­he­ben, egal wie lan­ge die Beob­ach­tungs­auf­zeich­nung dau­ert, da die Unsi­cher­heits­brei­te not­wen­di­ger­wei­se viel schnel­ler zunimmt als ein pro­ji­zier­ter Trend der Luft­tem­pe­ra­tur. Jeg­li­che Aus­wir­kung von Treib­haus­ga­sen geht immer inner­halb des Unsi­cher­heits­in­ter­valls ver­lo­ren. Selbst fort­ge­schrit­te­ne Kli­ma­mo­del­le wei­sen eine schlech­te Ener­gie­auf­lö­sung und sehr gro­ße Pro­jek­ti­ons­un­si­cher­hei­ten auf. Die unver­meid­li­che Schluss­fol­ge­rung ist, dass ein Tem­pe­ra­tur­si­gnal von anthro­po­ge­nen CO2-Emis­sio­nen (falls vor­han­den) nicht in Kli­ma-Obser­v­a­blen nach­ge­wie­sen wer­den konn­te oder kann.“

Da stellt jemand grund­le­gend in Fra­ge, ob die Kli­ma­mo­del­le – und zwar alle – über­haupt in der Lage sei­en, die Ein­flüs­se von Treib­haus­ga­sen auf das Kli­ma zu zei­gen, weil die Mess- oder Regel­grö­ße voll­stän­dig im Feh­ler­rau­schen unter­ge­he. Wer ist die­ser „Kli­ma­l­eug­ner“, die­ser Ket­zer, der da so frech die Offen­ba­rung der Ora­kel-Model­le stört?

Sein Name ist Dr. Patrick Frank vom SLAC Natio­nal Acce­le­ra­tor Labo­ra­to­ry der Stan­ford Uni­ver­si­ty, Men­lo Park, Kali­for­ni­en und er hat sein Paper „Feh­ler­aus­brei­tung und Zuver­läs­sig­keit glo­ba­ler Luft­tem­pe­ra­tur­pro­jek­tio­nen“  gera­de eben im Jour­nal „fron­tiers in Earth Sci­ence“ veröffentlicht.

Hier kom­men­tiert er den lan­gen Weg bis zur Ver­öf­fent­li­chung in einem ange­se­he­nen Jour­nal – es dau­er­te sechs Jah­re – und legt auch die kom­plet­ten Schrift­wech­sel (ZIP-Datei), Ein­wän­de und selt­sa­men Schum­me­lei­en offen, (ich ver­wen­de das Wort, ohne hier inkri­mi­nie­ren zu wol­len, mir fällt dazu ein­fach nichts pas­sen­de­res ein) wel­che die Ver­öf­fent­li­chung so lan­ge behin­der­ten. Die Ein­wän­de waren zum Teil hane­bü­chen, weil die Review­er wohl teil­wei­se Franks Mathe­ma­tik nicht ver­stan­den oder die ange­frag­ten Jour­na­le sein Paper aus­ge­rech­net an jene zur Durch­sicht gaben, die von der Ent­wick­lung der ange­grif­fe­nen Kli­ma­mo­del­le leben. Die­se „peers“ soll­ten nun also den Dau­men über Franks Arbeit heben oder sen­ken. Der Spruch vom Bock und dem Gärt­ner ist das ein­zi­ge, was mir zu sol­chen Pos­sen ein­fal­len will.

Ich möch­te Dr. Frank hier aber nicht zum Gali­leo Gali­lei hoch­schrei­ben, auch sei­ne Arbeit muss sich Kri­ti­kern stel­len und das tut sie bereits (logisch, ange­sichts ihrer Bri­sanz). Aber das Vor­spiel zur Ver­öf­fent­li­chung zeigt, dass eine zum Kon­sens nei­gen­de, vor­ein­ge­nom­me­ne wis­sen­schaft­li­che Com­mu­ni­ty, die alle wesent­li­chen For­schun­gen für abge­schlos­sen und in Stein gemei­ßelt hält, Gift für die Kli­ma­wis­sen­schaft sein kann. Die Fra­ge nach der Erkennt­nis­fä­hig­keit in Bezug auf das Kli­ma von über­mor­gen beant­wor­tet Frank so:

„Mei­ne Arbeit zeigt, dass fort­schritt­li­che Kli­ma­mo­del­le die Luft­tem­pe­ra­tur ledig­lich als linea­re Extra­po­la­ti­on des Treib­haus­gas­ef­fekts pro­ji­zie­ren. […] Eine ein­fa­che Glei­chung, deren For­cie­rung line­ar ist, emu­liert erfolg­reich die Luft­tem­pe­ra­tur­pro­jek­tio­nen von prak­tisch jedem Kli­ma­mo­dell. Wil­lis Eschen­bach 2) hat das auch vor eini­ger Zeit eben­falls untersucht.

Kurz gesagt, Kli­ma­mo­del­le kön­nen zukünf­ti­ge glo­ba­le Luft­tem­pe­ra­tu­ren nicht vor­her­sa­gen. Nicht für ein Jahr und nicht für 100 Jah­re. Kli­ma­mo­dell-Luft­tem­pe­ra­tur­pro­jek­tio­nen sind phy­si­ka­lisch bedeu­tungs­los. Sie sagen über­haupt nichts über die Aus­wir­kun­gen von CO₂-Emis­sio­nen auf die glo­ba­len Luft­tem­pe­ra­tu­ren aus.

Die Unsi­cher­heit allein auf­grund des jähr­li­chen durch­schnitt­li­chen Modell­feh­lers beim Wol­ken-Anteil 3) (± 4 Wm⁻²) ist unge­fähr ± 114-mal grö­ßer als der jähr­li­che durch­schnitt­li­che Anteil des CO₂ (unge­fähr 0,035 Wm⁻²). Eine voll­stän­di­ge Bestands­auf­nah­me von Modell­feh­lern wür­de eine enorm grö­ße­re Unsi­cher­heit erzeu­gen. Kli­ma­mo­del­le sind somit völ­lig unfä­hig, Aus­wir­kun­gen der gerin­gen Stö­rung durch Treib­haus­gas­emis­sio­nen auf­zu­lö­sen. Die unver­meid­li­che Schluss­fol­ge­rung lau­tet, dass die Aus­wir­kun­gen von CO₂-Emis­sio­nen auf das Kli­ma in der Ver­gan­gen­heit oder heu­te nicht gefun­den wer­den kön­nen. Es scheint, dass Exxo3 4) „es“ doch nicht wuss­te. Exxon hät­te es nicht wis­sen kön­nen. Auch sonst niemand.“

Es ist also mög­li­cher­wei­se nicht viel, was wir über das künf­ti­ge Kli­ma wis­sen kön­nen. Die Ergeb­nis­se, mit denen die Kli­ma­mo­del­le unse­re Poli­ti­ker füt­tern, ent­hal­ten nach Franks Annah­me Feh­ler, die um den Fak­tor 114 grö­ßer sein kön­nen als die Resul­ta­te. Wenn man aber erklärt, „1“ gemes­sen zu haben und dabei ver­schweigt, dass das sta­tis­ti­sche Rau­schen um den Fak­tor 114 höher war als der Mess­wert – was genau hat man dann eigent­lich „gemes­sen”? Die Feh­ler­dis­kus­si­on erweist sich also nicht nur bei den Paläo-Mess­rei­hen Manns, son­dern auch bei den Fore­cast-Sze­na­ri­en der Kli­ma­mo­del­le als Achil­les­fer­se. Der aktu­el­le Alar­mis­mus steht also mög­li­cher­wei­se auf sehr dürf­ti­gen Argumenten.

Es bleibt also span­nend, wenn man die Augen offen­hält und vor­ur­teils­frei die For­schung beob­ach­tet. Aber um ehr­lich zu sein, ich erwar­te nicht, dass sich die Hys­te­rie legen wird. Nicht wegen einem Gal­lieo Dr. Frank! Die Zweif­ler und Häre­ti­ker kom­men schnell unter die Räder des Zugs mit der Auf­schrift „Kli­ma­ka­ta­stro­phe“ oder sind wie A. von wei­ter oben kom­plett bor­niert und ideo­lo­gi­siert. Aber viel­leicht kann ja wenigs­tens jemand Gre­ta sagen, dass sie ruhig mit dem Flie­ger nach Euro­pa zurück­keh­ren kann? Denn das Kli­ma „kippt“ nicht um und geht auch in zehn Jah­ren nicht so kaputt, dass es für sie unbe­nutz­bar wird.

Schlussbemerkung

Das letz­te Wort möch­te ich dies­mal einem Jour­na­lis­ten über­las­sen, der über das Dilem­ma spricht, in dem sich Kli­ma­wis­sen­schaft und Poli­tik befin­den. Sie wer­den kaum glau­ben, aus wel­cher Zeit­schrift das Zitat stammt:

Exper­ten sind dem­nach im Dilem­ma: Sie haben kaum eine Chan­ce, den rich­ti­gen Rat zu geben. Bleibt die War­nung aus, wird ihnen man­geln­des Pflicht­be­wusst­sein vor­ge­wor­fen. Eine alar­mis­ti­sche Vor­her­sa­ge wird jedoch kri­ti­siert, sofern sich nicht wenig spä­ter ent­spre­chen­de Ver­än­de­run­gen zei­gen. Die Unsi­cher­hei­ten der For­schungs­er­geb­nis­se blei­ben in der Kli­ma­for­schung wohl auch bei wei­te­rem Fort­schritt bestehen. Nun sei die Fra­ge, ob Wis­sen­schaft­ler und Gesell­schaft damit umzu­ge­hen ler­nen […]. Vor allem Poli­ti­ker müss­ten ler­nen, dass es kei­ne ein­fa­chen Resul­ta­te gibt. Auf Wis­sen­schaft­ler, die simp­le Ant­wor­ten ver­spre­chen, soll­ten Poli­ti­ker nicht mehr hören.“

Ja, sie haben rich­tig gele­sen. Aber der Arti­kel ist ja auch noch aus 2010, also aus dem Jahr 8 v. H. (vor Hys­te­rie). Heu­te ist man auch beim Spie­gel bereits eini­ge Panik­at­ta­cken wei­ter. (SPON-Link oben defekt oder Quel­le gelöscht. Hier die Archiv-Ver­si­on.)


1) AGW = Anthro­po­gen Glo­bal War­ming. Die Abkür­zung fin­den sie in Fach­jour­na­len überall

2) Eschen­bach unter­such­te das GIS­SE-Kli­ma­mo­dell wie eine Black­box, von der man wis­sen möch­te, wie sie funk­tio­niert. Es gilt näm­lich das Prin­zip der Ergeb­nis­gleich­heit. Das heißt, zwei Black­bo­xen sind gleich­wer­tig, wenn sie bei iden­ti­schen Ein­ga­ben iden­ti­sche Ergeb­nis­se pro­du­zie­ren, ganz gleich, wel­cher Hokus­po­kus im Inne­ren voll­führt wird. Eine y=x*8/4 Black­box ist gleich­wer­tig mit einer y=2x Black­box. Eschen­bach zeig­te nun, dass das GIS­SE-Modell auf sim­pels­ten linea­ren Glei­chun­gen basiert. Er glau­be nicht, dass das Kli­ma so funk­tio­nie­re, meint Eschenbach.

3) Im Ori­gi­nal: „cloud for­cing” error, womit im wei­tes­ten Sin­ne die Wir­kung von Wol­ken bei der Reflek­ti­on von Infra­rot­strah­lung bei Ein- und Rück­strah­lung gemeint ist. Die Tat­sa­che, dass sich die Wol­ken­bil­dung ab-so-lut nicht vor­her­sa­gen lässt und des­halb nur als extrem unsi­che­re sta­tis­ti­sche Grö­ße in jedes Kli­ma­mo­dell ein­geht, ist Franks Ansatz­punkt für sei­ne oben erwähn­te Arbeit.

4) Gemeint ist eine Unter­su­chung der Fir­ma Exxon, in der schon 1977 vom Kli­ma­wan­del und der ver­meint­li­chen Ursa­che CO2 die Rede war. Die­se Stu­die wird gern als der ulti­ma­ti­ve Beweis für den anthro­po­ge­nen Kli­ma­wan­del und des­sen Aus­lö­ser CO2 betrach­tet, weil er „von der ande­ren Sei­te“, also von den Bösen kam. Dass die Stu­die „geheim gehal­ten” wur­de, bestrei­tet Exxon (heu­te Exxon-Mobile).

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8 Kommentare

  1. Kurz zur Genau­ig­keit der Klimamodelle:

    Wenn z.B. von einer Erwär­mung von 20 °C auf 22 °C die Rede ist, sug­ge­riert das eine Erwär­mung von 10% über den Aus­gangs­wert. 10% klingt nach sehr viel und durch­aus einer Simu­la­ti­ons­rech­nung zugäng­lich. Unan­ge­neh­mer­wei­se geht es aber bei den Simu­la­ti­ons­rech­nun­gen letzt­lich um Ener­gie­bi­lan­zen. Hier bil­det der abso­lu­te Tem­pe­ra­tur­null­punkt ‑273,15 °C die Bezugs­li­nie. Eine Erwär­mung von 20 °C auf 22 °C ent­spricht somit einer Ener­gie­zu­nah­me von ledig­lich 0,7 %, die berühm­ten Pari­ser 1,5 °C ent­sprä­chen nur 0,5 %.

    Die Simu­la­ti­ons­rech­nun­gen müss­ten somit eine Genau­ig­keit in der Grö­ßen­ord­nung von 0,1 % auf­wei­sen, um als seriö­se Grund­la­ge für die als Fakt fest­ge­mei­ßel­ten Detail­aus­sa­gen der „Kli­ma­ka­ta­stro­phe“ durch­ge­hen zu kön­nen. Da aber zwangs­läu­fig schon der Run­dungs­feh­ler bei den Ein­ga­be­da­ten höher liegt, kann das aller­dings nicht der Fall sein.

    Bei kom­ple­xen tech­ni­schen Simu­la­ti­ons­rech­nun­gen wäre ein Feh­ler <0,1% schon eine Sen­sa­ti­on und auch <1% wäre bemer­kens­wert und hoch respek­ta­bel. Und hier haben wir es mit im Ver­gleich sehr ein­fa­chen Sys­te­men zu tun, die in allen Eigen­schaf­ten sehr genau bekannt und wohl­def­niert sind. 

    Reden wir also bei den Kli­ma­si­mu­la­tio­nen über ech­te Ergeb­nis­se oder irgend­wel­che nume­ri­schen Arte­fak­te inner­halb der Rundungsfehler? 

    Das gan­ze gleicht also dem Ver­such, mit einem Zoll­stock auf 1/100 mm genau zu mes­sen. Geht nicht. Und die Pra­xis, eben den Mit­tel­wert aus vie­len ver­schie­den Simu­la­ti­ons­rech­nun­gen zu neh­men, ent­spricht eben der ver­geb­li­chen Hoff­nung, aus vie­len Mes­sun­gen mit ver­schie­de­nen Zoll­stö­cken einen auf 1/100 genau­en Mit­tel­wert zu erhal­ten. Geht ein­fach nicht.

    Ich bin kein Meteo­ro­lo­ge, son­dern ein­fach nur Inge­nieur, der sein Geld auch mit Berech­nun­gen und deren Beur­tei­lung ver­dient. Und da ver­liert man recht schnell sei­ne Zahlengläubigkeit.

  2. „Nein, das IPCC hat die Auf­ga­be, den men­schen­ge­mach­ten Kli­ma­wan­del zu unter­su­chen und Maß­nah­men vor­zu­schla­gen. Das sper­ri­ge Adjek­tiv macht den Unter­schied und gibt die ein­zi­ge Rich­tung vor, in die der Blick gehen darf. Raten Sie, was man her­aus­fin­det: der Kli­ma­wan­del ist men­schen­ge­macht. Und zwar ausschließlich!”
    Es ist kom­plett unse­ri­ös, zu behaup­ten das IPCC behaup­te der Kli­ma­wan­del sei aus­schließ­lich men­schen­ge­macht. Tat­säch­lich sagt das IPCC, daß der Mensch bei einem Kon­fi­denz­in­ter­vall von 0,95 für mehr als 50% des Tem­pe­ra­tur­an­stiegs seit 1951 ver­ant­wort­lich ist. Das ist ein gewich­ti­ger Unter­schied und spricht nicht für die Qua­li­tät des Artikels.

    • Solan­ge Kri­ti­ker pau­schal als Kli­ma­l­eug­ner und schlim­me­res ver­un­glimpft wer­den, hal­te ich die­se Zuschrei­bung für abso­lut gerecht­fer­tigt. Die Agen­da ist ent­spre­chend und die Poli­tik reagiert ent­spre­chend. Man muss schon mit der Lupe suchen, um in den Berich­ten ande­re Effek­te gekenn­zeich­net zu fin­den, als die Emis­si­on von CO2 – und zwar die durch den Men­schen. Man soll­te zu sei­nen Über­trei­bun­gen schon ste­hen, das betrifft nicht nur Blog­ger, son­dern auch und gera­de Aktivisten!

      • Fakt: Die Aus­sa­ge des IPCC ist die von mir ange­führ­te: „It is extre­me­ly likely that more than half of the obser­ved incre­a­se in glo­bal average sur­face tem­pe­ra­tu­re from 1951 to 2010 was cau­sed by the anthro­po­ge­nic incre­a­se in GHG con­cen­tra­ti­ons and other anthro­po­ge­nic for­cings together.“
        Extre­me­ly likely heißt, wie zuvor defi­niert wird: Kon­fi­denz­in­ter­vall > 0,95. Da brauchts kei­ne Lupe, um das zu fin­den, daß ist die Zusam­men­fas­sung des letz­ten IPCC-reports.
        Ihre Reak­ti­on zeigt, daß es sich bei fal­scher Behaup­tung, daß IPCC sage der Kli­ma­wan­del sei aus­schließ­lich anthro­po­gen, nicht um Irr­tum han­delt, son­dern bewusst fal­sche Behaup­tung, vul­go Lüge, der Rest ist irrele­van­te Rabu­lis­tik. Case closed.

        • Eine Axt wer­fen und dann die Dis­kus­si­on für been­det erklä­ren. Wor­an erin­nert mich das nur? Und bei der Gele­gen­heit das Paper von Frank am liebs­ten gleich mit vom Tisch wischen, ohne sich damit befasst zu haben. Es steht Ihnen aber nicht zu, dies zu tun. Nicht hier.

  3. Wenn ich sol­che Arti­kel lese, fra­ge ich mich oft, ob der Wis­sen­schafts­theo­re­ti­ker T. S. Kuhn total in Ver­ges­sen­heit gera­ten ist. Dabei waren (und imho sind) die vom Wis­senschft­ler-Duo Pop­per / Kuhn for­mu­lier­ten Theo­rien über die „Logik” der For­schung (Pop­per) und die gesell­schaft­li­chen Wir­kungs­me­cha­nis­men bei der For­schungs­pra­xis (Kuhn) doch das Fun­da­ment der Wis­sen­schaf­ten. Und letz­te­re pos­tu­lie­ren exakt den Zustand, über den Letsch (und vie­le ande­re) schreiben.
    Zur Erin­ne­rung (kurz und ver­ein­facht): In Zei­ten der nor­ma­len Wis­sen­schaft betrei­ben Wis­sen­schaft­ler über­wie­gend „puz­zle-sol­ving”, das heißt, sie ver­su­chen ihre Erkennt­nis­se wie die Ein­zel­tei­le eines Puz­zles in das Gesamt­bild der vor­herr­schen­den Wis­sen­schafts­mei­nung – genannt Para­dig­ma – ein­zu­pas­sen. Über die Rich­tig­keit eines Theo­rie ent­schei­det die Gemein­schaft der Wis­sen­schaft­ler. Nicht pas­sen­de Erkennt­nis­se wer­den als Ano­ma­lien in Kauf genom­men. Und das ist völ­lig nor­mal, weil es offen­bar noch nie eine Theo­rie gab, die mit allen beob­acht­ba­ren Fak­ten im Ein­klang stand. Nur wenn die Men­ge der nicht in das Gesamt­bild pas­sen­den Erkennt­nis­se über­hand nimmt kommt es zu „Revo­lu­tio­nen” und das Para­dig­ma wird gekippt.
    Man soll­te sich immer ver­ge­gen­wär­ti­gen, wie Wis­sen­schaft funk­tio­niert statt rum­zu­jam­mern. Es ist die Men­ge der Ano­ma­lien, die Bewe­gung bringt und nicht das bekla­gen der Zustände.
    Und hier muss ich aus­drück­lich aner­ken­nen, dass Letsch genau das macht: Er bringt Ano­ma­lien zur Kennt­nis. So geht’s und nicht andres.

  4. Man­che hof­fen noch, Tat­sa­chen könn­ten die Kli­ma­hys­te­rie ent­kräf­ten. Aber lei­der hel­fen Fak­ten nicht gegen Glau­ben. Schließ­lich wur­de der Glau­be nicht von Tat­sa­chen geschaf­fen. Mit Fak­ten las­sen sich Gläu­bi­ge nicht vom Glau­ben abhal­ten. Wir leben im post­fak­ti­schen Zeitalter.
    Also, tut Buße! Der Welt­un­ter­gang naht! Die Pries­ter der Apo­ka­lyp­se pre­di­gen das bal­di­ge Ende. Doch, Hal­le­lu­ja, sie wer­den euch ret­ten. Dazu brau­chen sie nur euren Glau­ben und euer Geld. Die Kata­stro­phen­in­dus­trie ist der Ablass­han­del des 21. Jahr­hun­derts. Mit­tel­al­ter 2.0, wir kommen!
    Die ange­streb­te Dekar­bo­ni­sie­rung gilt übri­gens nicht für Koh­le, die auch Geld genannt wird. “Kli­ma­schutz” ist der neue Gold­rausch, links­grü­ne Poli­tik – eine Mischung aus Heils- und Hiobs­bot­schaf­ten – das Mit­tel. Der Unter­schied zwi­schen den brau­nen und den rot-grü­nen Sozia­lis­ten: Die rot-grü­nen schaf­fen es auch ohne Krieg, alles Wert­vol­le zu vernichten.

  5. Lie­ber Roger, ein tol­ler Arti­kel der zumin­dest ein klein wenig Hoff­nung macht. Ich fra­ge mich nur ob all die Gläu­bi­gen, Poli­ti­ker, Wis­sen­schaft­ler und Akti­vis­ten wirk­lich ein­mal den Mut haben wer­den ihren Feh­ler ein­zu­ge­ste­hen. Zu vie­le leben offen­sicht­lich ganz gut von die­sem Mul­ti­mil­li­ar­den Dol­lar­ge­schäft. Ins­be­son­de­re die Akti­vis­ten, die von dubio­sen Stif­tun­gen gepam­pert wer­den, müss­ten dann einer gere­gel­ten Arbeit nach­ge­hen. Gut man könn­te sich im Kampf gegen „Rechts” enga­gie­ren, dann über­nimmt der Staat das Pam­pern. Obwohl man kann ja das Eine mit dem Ande­ren ver­bin­den, wer den men­schen­ge­mach­ten Kli­ma­wan­del leug­net ist eh ein „Nazi”.

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