Von Menschen, die bei der Klimarettung angeblich wie Frösche agieren.Es ist mühsam gewor­den, in Sachen Kli­ma­ret­tung eine andere Meinung zu ver­tre­ten, als es Politik, Medien und eine immer hys­te­ri­scher agie­rende und anwach­sende Schar von Akti­vis­ten tut. Mühsam deshalb, weil die Debatte mehr und mehr in reli­giö­sen Wahn abglei­tet und uns der Ein­druck ver­mit­telt wird, die Mensch­heit sehne sich gera­dezu nach Schuld, Bestra­fung und Kathar­sis. Die ganze Moderne mit ihren Erfin­dun­gen, dem tech­no­lo­gi­schen Fort­schritt, Trans­port, Kom­mu­ni­ka­tion und Medizin, deren Basis letzt­lich die Kon­zen­tra­tion von Energie ist, erscheint im Licht des Kli­ma­wan­dels nur noch als Pur­ga­to­rium, das die sündige Mensch­heit in Rich­tung eines dif­fu­sen Lichts nun endlich ver­las­sen müsse. Irgend­was mit Sonne und Wind und Digi­ta­li­sie­rung warte da hinter dem Licht, aber genaue­res wissen wir nicht. Zahlen bekom­men wir nicht. Der Weg dorthin ist nicht bekannt. Wir sollen aber auf jeden Fall daran glauben, dass dieser Weg der einzige sei. Und während alle Büßer vor der Mons­tranz „Kli­ma­pa­nik“, die Greta vor sich her trägt, reu­mü­tig auf die Knie fallen und ihre Pries­ter zu Kli­ma­kon­fe­ren­zen jetten und zum Aus­gleich Ablass­briefe kaufen, hört niemand mehr die Skep­ti­ker, die am Rand stehen und rufen „Ich habe aber keine Panik, ich komme zurecht“. Die Rufe „Ketzer, Ketzer!“ sind einfach lauter und schril­ler.

Aus dem Wort „Kli­ma­wan­del“, den zu leugnen nicht einmal mir schlim­men Ketzer am Weges­rand durch die Rübe rauscht, ist längst die Parole „Kli­ma­ka­ta­strope“ gewor­den und diese zu „leugnen“ betrachte ich als meine Pflicht. Gerade wenn sie durch Artikel pro­mi­nen­ter Phi­lo­so­phen in den Medien ver­kün­det wird. In einem über­setz­ten Welt(+)Artikel kommt der Phi­lo­soph und Marxist Slavoj Žižek zu Wort und spricht zu uns von Frö­schen. Nicht denen aus den bibli­schen Plagen, sondern vom Frosch aus einem berühm­ten Expe­ri­ment. Ram­aposa, der aktu­elle Prä­si­dent Süd­afri­kas ver­wen­dete dieses Bild um seine Pläne zu zeich­nen, die er einst mit weißen Lands­leu­ten hatte: langsam die Tem­pe­ra­tur erhöhen, um sie nicht an Flucht denken zu lassen. Žižek leiht sich die Meta­pher um sie auf das Zögern der Mensch­heit ange­sichts der „Kli­ma­ka­ta­stro­phe“ anzu­wen­den. Die Men­schen, so Žižek, seien wie jener Frosch, der einfach nicht merke, dass das Wasser um ihn herum immer wärmer werde und er am Ende im heißen Wasser umkomme. Žižek weiß offen­bar nicht, dass der Ausgang dieses Expe­ri­ment nichts als ein Mythos ist.

Der Frosch ist nicht blöd!

Denn der Frosch bleibt nicht im heißer wer­den­den Wasser, er ist ja nicht blöde! Er springt recht­zei­tig heraus, wenn man ihn lässt. Aller­dings tut Žižek für seinen Artikel genau das, was auch das IPCC noch 2014 in seinem „Summary for poli­cy­ma­kers“ tat: er unter­stellt, der Mensch würde sich nicht anpas­sen und wil­len­los jedes Wetter und jede Kli­ma­än­de­rung über sich ergehen lassen – genau wie jener Frosch, den es in Wirk­lich­keit nicht gibt. Dabei ist das Gegen­teil richtig! Der Mensch hat sich zu allen Zeiten seiner Umge­bung ange­passt. Wech­seln­den Wit­te­run­gen ebenso wie den ver­schie­dens­ten Klimata. Ten­den­zi­ell meidet er Risiken, lernt aus Fehlern und Kata­stro­phen – auch wenn dies im Ein­zel­fall ganz und gar nicht danach aus­sieht. Aber Häuser in Oslo haben für gewöhn­lich Hei­zun­gen, während in Tel Aviv nir­gends Kli­ma­an­la­gen fehlen. Zufall ist das nicht. Žižek weiter:

Der Prozess der glo­ba­len Erwär­mung geht langsam von­stat­ten und ist voller Mehr­deu­tig­kei­ten, die von den Leug­nern aus­ge­nutzt werden – so mag der Wandel des Klimas extreme lokale Käl­te­ein­brü­che zur Folge haben.“

Mehr­deu­tig­kei­ten werden aber nicht nur von „Leug­nern“ iro­ni­siert und „aus­ge­nutzt“. Selbst wenn in Deutsch­land seit Jahren jede Schnee­flo­cke, sie sich weigert, durch Abwe­sen­heit die Vor­aus­sa­gen von Mojib Latif zu erfül­len, humo­ris­tisch will­kom­men gehei­ßen wird, so gilt doch eben­falls, dass für die Alar­mis­ten jeder heiße Som­mer­tag bereits der unum­stöß­li­che Beweis der Apo­ka­lypse ist. Was all die Kli­ma­ex­per­ten mit diese Phä­no­me­nen und Mehr­deu­tig­kei­ten übri­gens nicht können, ist uns die anthro­po­gene Ursache für die Erwär­mung schlüs­sig zu bewei­sen. Gegen die Annahme, dass vom Men­schen pro­du­zier­tes CO2 dafür haupt­ver­ant­wort­lich sei, spricht unter anderem die Tat­sa­che, dass alle dies behaup­ten­den Com­pu­ter­mo­delle, füttert man sie mit den Werte der Ver­gan­gen­heit – und da meine ich konkret die letzten 15.000 Jahre – nicht nach­voll­zie­hen können, was damals geschah. Tem­pe­ra­tur und CO2-Gehalt der Atmo­sphäre passen einfach nicht immer so gut zur Theorie, wie sie das im Augen­blick schein­bar tun.

Selbst die Zukunft bilden die Modelle ja nur sehr vage ab und müssen daher ständig kor­ri­giert werden. Eigent­lich logisch, denn wenn schon die Wet­ter­vor­her­sage bei etwa zehn Tagen im sta­tis­ti­schen Rau­schen unter­geht, welche Sicher­hei­ten sollen dann Klima-Vor­her­sa­gen für die nächs­ten 100 Jahre haben? In der Ver­gan­gen­heit ist es offen­bar immer so gewesen, dass Phasen der Erwär­mung dem Anstieg der CO2-Kon­zen­tra­tion um viele Jahre vor­aus­lie­fen. Warum sollte diese heute gerade anders­herum sein?

Es gibt andere Erklärungen

Somit ist rein logisch der CO2-Anstieg nicht die Ursache der Erwär­mung, sondern deren Folge. Als Mecha­nis­mus nennen hier zahl­reich For­scher die Ozeane – unsere größten CO2-Senken – und deren wegen ihrer schie­ren Masse sehr all­mäh­li­che Erwär­mung und Abküh­lung. Käl­te­res Wasser kann mehr CO2 auf­neh­men, als wär­me­res, womit wir zur Ursache der Erwär­mung oder Abküh­lung kommen. Zunächst einmal muss es ja einen Mecha­nis­mus geben, der auch ohne den Men­schen funk­tio­niert, denn wie wir wissen, gab es Warm- und Kalt­zei­ten schon, als Jan-Malte noch nicht im SUV zum Kin­der­gar­ten gebracht wurde. Der soge­nannte Svens­mark-Effekt, also die von Son­nen­ak­ti­vi­täts­schwan­kun­gen beein­flusste Inten­si­tät der Wol­ken­bil­dung passt nicht nur meiner Meinung nach als Erklä­rung (bislang) am besten, was mitt­ler­weile auch expe­ri­men­tell bestä­tigt ist.

Diese Erklä­rung passt jeden­falls besser als die hys­te­ri­sche Annahme, durch fossile Ener­gie­trä­ger erzeug­tes CO2 wäre mehr als nur zu einem sehr beschei­de­nen Teil für die Erwär­mung mit­ver­ant­wort­lich. CO2 kommt schon deshalb nicht in Frage, weil es die ihm zuge­schrie­bene Eigen­schaft, IR-Strah­lung am Ver­las­sen der Atmo­sphäre zu hindern, nur in einem win­zi­gen Spek­tral­be­reich hat. Man könnte also salopp sagen, die Strah­lungs­phy­sik hat hier ein „Lüf­tungs­loch“ ein­ge­baut. Žižek weiter:

Beinahe fühlt es sich so an, als sei das „Projekt Kli­ma­er­wär­mung“ so orches­triert, dass die Mehr­heit der Men­schen skep­tisch bleiben und sich weigern wird, etwas dagegen zu tun. Und bloß als Erin­ne­rung, dass die Lage ernst sein könnte, trifft uns gele­gent­lich eine Hit­ze­welle oder ein uner­war­te­ter Tornado, doch solche Kata­stro­phen werden dann schnell zu unvor­her­seh­ba­ren Unfäl­len umge­deu­tet.“ … „Wir tun uns das alles selbst an, wir selbst erhöhen Stück für Stück die Tem­pe­ra­tur, was uns die Mög­lich­keit gibt, die Bedro­hung zu igno­rie­ren. Wir sind die Frösche, die sich selbst langsam zu Tode kochen.“

Hit­ze­wel­len, Tornados…gab es die früher nicht? Waren diese Ereig­nisse früher bere­chen­ba­rer als heute, oder weniger ver­hee­rend? Nein! Lernten die Men­schen nicht auch schon früher aus solchen Kata­stro­phen und werden diese heute nicht viel­mehr pro­pa­gan­dis­tisch auf­ge­la­den? Žižeks Aussage weiter oben, dass Wet­ter­ereig­nisse zu Pro­pa­gan­da­zwe­cken miss­braucht werden, gilt doch eigent­lich gerade hier, wenn natür­lich vor­kom­mende Wet­ter­phä­no­mene zu den Reitern der Apo­ka­lypse hoch­ge­fie­delt werden. Doch seltsam, niemand bleibt am Strand liegen, wenn ein Tornado im Anmarsch ist, jeder sichert sein Eigen­tum so gut er kann und bringt sich in Sicher­heit, anders als es der Frosch-Mensch in Žižeks Gleich­nis angeb­lich tut. Warum tut er das, der Mensch, und kocht sich nicht brav „selbst zu Tode“, wie Žižek es pos­tu­liert? Die „Erin­ne­run­gen“, die uns „geschickt“ werden, kommen wohl eher durch Um-Eti­ket­tie­rung zu Stande.

Ein ungleicher Kampf

Ein Problem der ganzen Debatte ist das Tempo, in dem Poli­ti­ker und Kli­ma­ak­ti­vis­ten ihre Aus­sa­gen ver­schär­fen, den Druck erhöhen und die schiere Masse an media­len Breit­sei­ten, die sie – mit Steu­er­gel­dern gut auf­mu­ni­tio­niert – abfeu­ern können. Wer hat da schon Zeit, all die Rohr­kre­pie­rer und Blind­gän­ger zu zählen oder medial zu kor­ri­gie­ren? Wo ist der Fak­ten­check für die Fak­ten­che­cker, die mit reich­lich Lob­by­geld Seiten wie „kli​ma​fak​ten​.de“ oder „skep​ti​cal​sci​ence​.com*” betrei­ben können? Wer zählt die Lügen, die Gefäl­lig­keits­gut­ach­ten und die finan­zi­el­len Erpres­sun­gen an den Uni­ver­si­tä­ten, die auf der Jagd nach Dritt­mit­teln zu manchem bereit sind? Man denke nur an die „Hockey-Stick-Kurve“, die eine Fäl­schung war, den ame­ri­ka­ni­schen Natio­nal­park, der klein­laut Hin­weis­schil­der zu einem schmel­zen­den Glet­scher ent­fernte, weil dieser einfach nicht schmel­zen wollte oder den wie ein Zombie durch die Medien geis­tern­den 97%-Konsens der Kli­ma­wis­sen­schaft, der auf der durch weg­las­sen, fäl­schen und trick­sen beru­hen­den Cook-Studie beruht. Man könnte stun­den­lang auf­zäh­len, müsste es aber bei Lanz, Maisch­ber­ger oder als Souf­fleur der all­abend­li­chen Kle­ber­cläuse tun, wozu es für „Leugner“ keine Gele­gen­heit gibt. Indes hält kein Groß­alarm, keine Klima-Über­trei­bung der Prüfung oder der Zeit stand, schon gar nicht die Schluss­fol­ge­run­gen daraus. Nur: nie­man­den inter­es­siert das. – „Raus aus der Koh-le, runter mit Flug-zeu-gen!“

Ange­sichts des poli­tisch-media­len Flä­chen­bom­bar­de­ments fehlen den „Skep­ti­kern“ einfach Zeit, Mittel und Auf­merk­sam­keit, um es mit ihren Ein­sprü­chen und Über­prü­fun­gen über die Wahr­neh­mungs­schwelle zu schaf­fen. Und wenn doch, ist es längst zu spät und eine Rich­tig­stel­lung in irgend­ei­nem Fach­blatt oder auf Seite sieben einer Tages­zei­tung erhält längst nicht die Auf­merk­sam­keit, welche dem vor­an­ge­gan­gen fal­schen Alarm zuteil­wurde. Die Akti­vis­ten sind ohnehin längst wei­ter­ge­zo­gen und schie­ßen neue Behaup­tun­gen und Hor­ror­sze­na­rien ab. Kaum eine Woche vergeht, in der sie sich nicht an einem schönen Ort dieser Welt und auf Kosten der All­ge­mein­heit oder reicher Gönner aber mit schlech­tem Gewis­sen auf Kon­fe­ren­zen der Fes­tig­keit ihrer Fil­ter­blase ver­si­chern. Auch so ein Vorwurf, der gern umge­kehrt und den „Leugnen“ gemacht wird. Dabei kann man den Argu­men­ten und dem Akti­vis­mus der Kli­ma­tis­ten dank deren Präsenz gar nicht ent­ge­hen, während sich uner­wünschte Fragen und Fakten sehr leicht weg­drü­cken oder über­täu­ben lassen.

Der letzte Schritt, weg von Wis­sen­schaft und Fakten und hin zu Glaube und Emotion ist längst voll­zo­gen und auf dieser Weise ent­zieht sich die Debatte jedem Wider­spruch. Auf Mei­nun­gen, Fakten und deren Inter­pre­ta­tion kommt es jetzt gar nicht mehr an, jetzt ist „die rich­tige Ein­stel­lung“ gefragt, wie ein blau­haa­ri­ger You­Tuber es for­mu­lie­ren würde. Kann man sich gegen Poli­ti­ker und deren Besteu­er­phan­ta­sien (welche aktuell im Zusam­men­hang mit Klima und CO2 wieder mächtig ins Kraut schie­ßen) noch mit Verweis auf das eigene leere Konto oder der Drohung des Stim­m­ent­zu­ges noch prak­tisch zur Wehr setzen, wird bei Jugend­li­chen, die sich frei­wil­lig als mensch­li­che Schutz­schilde vor zwei fixe Ideen werfen (Klima retten, Kapi­ta­lis­mus abschaf­fen), jeder Wider­spruch als unmo­ra­lisch und eigen­nüt­zig wahr­ge­nom­men. Da steht er dann mit seinen Fragen und Fakten, der Skep­ti­ker, und niemand will sie hören. „Ketzer, Ketzer!“ Und wie zum Hohn brüllt man ihn mit dem Hinweis nieder, er hätte gar keine Fakten und sei doch nur dumm, von gestern und ein Gedan­ken­ver­bre­cher. „Ketzer!“

Schmerz mit Ansage

Stimmte Žižeks Met­ha­pher mit dem Frosch, so könnte man sie allen­falls auf die Akti­vis­ten anwen­den, denn all die Maß­nah­men, die Verbote, For­de­run­gen und Steuern, die von den Kli­ma­glau­bens­brü­dern und ‑schwes­tern gefor­dert werden, werden ihnen selbst zwar auch Schmer­zen berei­ten, aber erst ganz zum Schluss, wenn schon alles zu spät und die Gesell­schaft „umge­baut“, sprich: zer­stört ist. Wer ein Flug­ver­bot umgehen kann, weil er Ablass-Zettel bei atmos­fair kaufen oder die Flug­be­reit­schaft der Bun­des­wehr, den Pri­vat­jet von Bono oder alter­na­tiv ein pfeil­schnel­les Carbon-Regat­ta­se­gel­boot nutzen kann, muss (noch) auf nichts ver­zich­ten. Wer sich eine Solar­an­lage aufs Dach schrau­ben kann, jammert nicht über zu hohe Strom­preise und natür­lich muss man kein Auto haben, wenn man morgens in der Innen­stadt von Berlin in fünf Minuten mit dem E‑Roller ins Green­peace-Büro fahren kann. Und in New York, Los Angeles oder Madrid, wo man gern aus­spannt oder gleich­ge­sinnte Akti­vis­ten auf Kon­fe­ren­zen trifft, gibt es doch Uber!

Das System, das ener­gie­hung­rige System Kapi­ta­lis­mus, das gern unter „Der Westen“ rubri­ziert wird, kämpft derweil um sein Über­le­ben und gibt den For­de­run­gen der Kli­ma­hys­te­ri­ker nur schein­bar bereit­wil­lig nach. Es biegt sich, ver­spricht, besticht und betrügt auch, nur um weiter halb­wegs funk­tio­nie­ren zu können. Nicht zuletzt sind auch die Kli­ma­kämp­fer selbst darauf ange­wie­sen, auch wenn sie das nicht glauben wollen. Sie nutzen Kom­mu­ni­ka­ti­ons- und Trans­port­mit­tel, wollen lecke­res Essen…auf ihrer „Smile-4-Future“-Tagung in Lau­sanne sorgte die kärg­li­che Kost für Unmut, ganz zu schwei­gen davon, dass die Schweiz als EU-Ausland Roaming-Gebüh­ren für Mobil­funk erhebt. Es soll Heul­krämpfe und knal­lende Türen gegeben haben, Greta musste Trost spenden.

Zeit für das ganze Bild

Der eigene Ener­gie­be­darf findet sich eben nicht nur auf der Strom­rech­nung wieder, wo sich dank der Solar­zel­len auf Papas Dach und staat­li­chen Sub­ven­tio­nen ein kleines Plus findet, sondern auch beim Gang zum Bäcker, der Google-Such­an­frage, der kon­flikt­freien Erho­lung im Safe-Room einer Kli­ma­kon­fe­renz, im Soja-Latte, ja sogar im vor­bild­li­chen Bambus-Becher, aus dem man ihn plas­tik­frei schlür­fen kann.

Der Kampf des Systems Markt­wirt­schaft gegen seine Feinde geht an dessen Sub­stanz, andere Pro­bleme, die sich auf­ge­staut haben, wie etwa Wäh­rungs­un­si­cher­hei­ten, Bil­dungs­de­fi­zite und die immer dreis­te­ren staat­li­chen Markt­ein­griffe bleiben unbe­ach­tet, es kommt zu Ermü­dungs­ris­sen, die immer sicht­ba­rer werden. Bruch ist vor­pro­gram­miert. Wir fahren nicht nur unser Ener­gie­ver­sor­gungs­sys­tem längst auf Ver­schleiß und ver­su­chen dennoch, wie beim Jenga-Turm immer weitere Stein­chen aus den Wänden zu ziehen. Was soll schon pas­sie­ren!

Marxist, Mode­phi­lo­soph und DiEM25-Mit­glied Žižek bietet sich als Stich­wort­ge­ber bei der Über­win­dung des Kapi­ta­lis­mus im Namen der Klima-Welt­ret­tung natür­lich an. Er beklagt ja an anderer Stelle, den Linken mangele es an einer „neuen Vision“ für Europa und welche Vision wäre derzeit prä­sen­ter als die Vor­stel­lung, dass in zehn Jahren unser letztes Stünd­lein geschla­gen hat, wenn wir Greta nicht sofort sämt­li­che Schlüs­sel, Schal­ter und Schecks aus­hän­di­gen? Wobei sich die Linke hier fun­da­men­tal täuscht. Denn der gewünschte Zusam­men­bruch des kapi­ta­lis­ti­schen Systems wird dieses Mal gerade nicht die „voll­stän­di­gen mate­ri­el­len Vor­aus­set­zun­gen“ für die Errich­tung des nächs­ten Sozia­lis­mus­ex­pe­ri­ments liefern, wie Karl Marx pos­tu­lierte.

Dieses Mal soll die mate­ri­elle Basis ja mit Vorsatz und Ansage ver­nich­tet werden, um die Kli­mare­vo­lu­tion auf den Trüm­mern frü­he­rer tech­ni­scher Revo­lu­tio­nen zu machen. Nur der Bam­bus­be­cher wird bleiben, Kaffee ist dank gestie­ge­ner Trans­port­kos­ten kaum noch bezahl­bar und statt Soja­boh­nen, die auf­wän­dig ver­ar­bei­tet werden müssen, baut man lieber Kar­tof­feln an. Spä­tes­tens in dieser Zukunft wird dann die Energie nicht mehr aus­rei­chen, um den Topf samt Frosch mehr als lau zu erwär­men. Gut für den Frosch, schlecht für Men­schen, die heißen Soja-Latte im Bam­bus­be­cher lieben.

Schlussbemerkung zur Klimarettung

Auch weil ich immer wieder danach gefragt werde, ob ich denn pau­schal alles ablehne, was die Kli­ma­kir­che fordert, hier noch einige Nach­be­mer­kun­gen. Die Fixie­rung auf das „men­schen­ge­machte CO2“ finde ich übri­gens längst nicht so störend, wie die Schlüsse, die man daraus fälsch­lich gezogen hat. Ginge es wirk­lich darum, den CO2-Gehalt der Luft von gerade mal 400 ppm zu redu­zie­ren (wozu auch immer das gut sein sollte), wären aktive Maß­nah­men erfolg­ver­spre­chen­der und zudem einer Indus­trie­na­tion wür­di­ger, als lang­fris­tig auf preu­ßisch-land­jun­ker­li­ches Agrar­ni­veau zurück­zu­sin­ken. Wir hätten noch eine intakte Ener­gie­wirt­schaft samt nied­ri­ger Ener­gie­preise, auf welche gerade die ener­gie­in­ten­sive Indus­trie ange­wie­sen ist und jedes Windrad und jede Solar­ka­chel könnte an der Dekar­bo­nise­rung der Luft arbei­ten. Die Idee, lang­fris­tig von der Ener­gie­er­zeu­gung durch Koh­len­was­ser­stoffe weg zu kommen, ist eine gute, schon weil wir mit dem Zeug bes­se­res machen können, als es einfach zu ver­bren­nen. Aber wir reden hier von Zukunfts­tech­no­lo­gien, wie wir ent­we­der nicht wollen dürfen (Kern­spal­tung) oder noch nicht haben (Kern­fu­sion). Statt­des­sen sprin­gen wir sofort vom Dach und setzten beim „fliegen lernen“ auf Tech­no­lo­gien, die nichts taugen (Sonne, Wind).

Die Ver­mei­dung von „Senken“, also das Ver­streuen von Stoffen, die wir erst mühsam und unter großem Ener­gie­ein­satz kon­zen­trie­ren mussten, gelingt bei einigen Metal­len oder Glas schon ganz gut. Aus­ge­rech­net bei vielen Mate­ria­lien, die wir jedoch für unsere Ener­gie­wende samt Kli­ma­ret­tung benö­ti­gen – welche wir ja gerade wegen der rie­si­gen Koh­len­stoff­senke durch­füh­ren (Öl und Gas sind nach der Ver­bren­nung für geo­lo­gi­sche Zeit­räume „weg“) – haben wir noch keine Ahnung, ob und wie wir diese jemals zurück­ge­win­nen können. Das Ganze Ret­tungs­thea­ter ist also ein gewal­ti­ger Schritt ins Dunkel, ein Fall ins Nichts. Ob dahin­ter wirk­lich irgendwo das Licht des dekar­bo­ni­sier­ten Para­die­ses auf uns wartet, kann ich nicht glauben. Viel­mehr hoffe ich, dass wir die Kraft finden, das warme mora­li­sche Bad der „Kli­ma­ret­tung“ durch einen rea­lis­ti­schen, ret­ten­den Sprung zu ver­las­sen, weil wir am Ende min­des­tens so schlau wie Frösche sind. Und die sprin­gen am besten, wenn sie sehen können, wo sie landen werden.

* Im Impres­sum treffen wir einen alten Bekann­ten als Betrei­ber wieder. skep​ti​cal​sci​ence​.com wurde aus­ge­rech­net von John Cook initi­iert, eben jenem aus­tra­li­schen Autoren, dem wir die unhalt­ba­ren „Studie” über den 97%igen „Konsens der Wis­sen­schaft” ver­dan­ken.

5 Kommentare

  1. Danke. Zu Öko­veits­tanz & Kli­ma­got­tes­fürch­tig­keit lässt sich kaum noch etwas sagen außer: amentia & deli­ra­tio. Herr Slavoj ist der Pro­to­typ eines Blen­ders, der sich immer sein Welt­bild mittels eines Wusts rhe­to­ri­scher Bau­klötze passend ratio­na­li­siert hat, dazu eines öligen Oppor­tu­nis­ten und Wel­len­rei­ters, der den Aufruhr simu­liert, kurzum ein typi­sches Produkt spät­west­li­cher Deka­denz. Reso­nanz­an­ge­bote für Hohl­köpfe. Auf Unter­gang getrimmt. Seine Kennt­nisse in Natur­wis­sen­schaf­ten – und damit meine ich nicht auf­ge­schnappte Schell­nis­men, sondern genui­nes Ver­ständ­nis – dürften nicht signi­fi­kant von Null ver­schie­den sein, damit auch nicht seine Fähig­keit zu einem eigen­stän­di­gen Urteil in diesen Dingen. Emp­feh­len Sie Herrn Slavoj z.B. das Buch von Diet­rich Pelte oder, sagen wir, Shultis/Faw, Fun­da­men­tals of Nuclear Science and Engi­nee­ring, und Sie werden hören, dass Herrn Slavojs Stärke nicht im banausi­schen Klein­klein der Fakten & Formeln liegt, sondern gerade im Blick von oben, aus dem marck­sis­tisch-hege­li­tä­ren Himmel, in den Mee­ta­phern halt. „Nebulo“ sagt der Latei­ner.

  2. Der neue Tota­li­ta­ris­mus kommt mal wieder haupt­säch­lich aus Deutsch­land. Es wird schon langsam pein­lich. Über die Ent­ste­hung der Kli­ma­wan­del-Idee (in Schwe­den), deren Ver­brei­tung (maß­geb­lich Deutsch­land) und die poli­ti­schen Hin­ter­gründe hat Rupert Darwall ein sehr auf­schluss­rei­ches Buch, mit vielen Quel­len­an­ga­ben, geschrie­ben: „Green Tyranny“. Leider gibt es das Buch bisher nur auf eng­lisch, obwohl es schon vor zwei Jahren auf deutsch ange­kün­digt wurde. Eine Buch­vor­stel­lung des Autors: https://​www​.youtube​.com/​w​a​t​c​h​?​v​=​U​d​1​4​o​T​Q​p​bAE Aus green Tyranny: Die füh­ren­den Natio­nal­so­zia­lis­ten waren auch schon Vege­ta­rier und hatten Pläne zur Nutzung der Wind­ener­gie. Sie waren gegen die freie Markt­wirt­schaft, gegen die „Bank-Juden“ und für die Plan­wirt­schaft im Sinne einer natur­ver­bun­de­nen Lebens­weise. Für Hitler war die Refor­mie­rung der Lebens­weise wich­ti­ger als Politik. Selbst die lobens­wer­tes­ten Gründe können für kri­mi­nelle Bru­ta­li­tät per­ver­tiert und instru­men­ta­li­siert werden. Was haben die Nazis und die moder­nen Umwelt­schüt­zer gemein­sam? Was würden sie beide opfern um die glei­chen Ziele zu errei­chen? Das wert­vollste dieser Opfer ist die Frei­heit des Indi­vi­du­ums.

    Man kann sich übri­gens auch gegen den Wahn enga­gie­ren und man sollte es jetzt tun. z.B.: http://​www​.fort​schritt​in​frei​heit​.de

  3. Die Links­grü­nen haben mit ihrer Gehirn­wä­sche welt­weit ganze Arbeit geleis­tet: Die Öko­hys­te­rie ist zu einer Ersatz­re­li­gion gewor­den. Dem Glauben ist mit Zahlen, Daten und Fakten nicht bei­zu­kom­men. Mit Zwei­feln und Ein­wän­den schon gar nicht. Es müssen wohl erst die Lichter aus­ge­hen, damit den Leuten ein Licht aufgeht – wenn über­haupt:
    Blüten des Öko­wahns und der hys­te­ri­schen Dau­er­pro­pa­ganda in den links­grü­nen „Leit­me­dien”
    https://​jus​t​paste​.it/​2​f​l71
    +
    Täglich grüßen die Zeugen Gretas (gar manches Mal auch die Heilige selbst)
    https://​jus​t​paste​.it/​6​7​awx
    +
    “Glück auf”, zwit­scherte der Kana­ri­en­vo­gel, bevor er am Gru­ben­gas erstickte
    https://​jus​t​paste​.it/​5​1​b7h

  4. Augen­schein­lich müssen erst alle Deut­schen aus­ge­plün­dert, hun­gernd und frie­rend durch die Dun­kel­heit tappen, bis sie sich daran erin­nern, wem sie den Rück­fall ins Mit­tel­al­ter zu ver­dan­ken haben. Wem werden sie wohl ihre Dan­kes­be­su­che abstat­ten? Roger Letsch, EIKE, der AfD-Bun­des­zen­trale? Oder werden sie mit Knüp­peln und Fackeln derer geden­ken, die ihnen das ein­ge­brockt haben? Kom­plette Deindus­tria­li­sie­rung, Ener­gie­ar­mut und Über­flu­tung mit kul­tur­frem­den Söld­nern werden „die Men­schen” eines nicht mehr fernen Tages auf die Straßen treiben. Und wie es der Deut­schen Art ist, wird das wieder einmal sehr gründ­lich gesche­hen. Warum brau­chen wir nur immer den totalen Zusam­men­bruch a la 18÷45÷89 bis sich bei uns etwas regt? Blieben einmal 30–40 Prozent der Arbeit­neh­mer wegen Krank­heit drei Wochen zu Hause und zahlte ein Teil der Frei­be­ruf­ler und Unter­neh­mer keine Steuern mehr, hätte das Ökoter­ror­sys­tem sofort abge­wirt­schaf­tet. Aber alle fürch­ten sich vor der eigenen Courage und schauen zu, bis es nichts mehr zu schauen gibt.

    • Nur selten kommt der Mensch aus Ver­nunft zur Ver­nunft” (Mon­tes­quieu). Zudem sind die meisten Leute links­grün gehirn­ge­wa­schen. Das beginnt schon in Kin­der­gär­ten und Schulen, setzt sich an den Hoch­schu­len fort und wird der arbei­ten­den Klasse Tag für Tag von den „Leit­me­dien” ein­ge­trich­tert. Die öko­so­zia­lis­ti­sche Dau­er­pro­pa­ganda wirkt, frei nach Goeb­bels: „Tau­send­mal wie­der­holte Parolen werden zu Wahr­hei­ten”.

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