Von Menschen, die bei der Klimarettung angeblich wie Frösche agieren.Es ist müh­sam gewor­den, in Sachen Kli­ma­ret­tung eine ande­re Mei­nung zu ver­tre­ten, als es Poli­tik, Medi­en und eine immer hys­te­ri­scher agie­ren­de und anwach­sen­de Schar von Akti­vis­ten tut. Müh­sam des­halb, weil die Debat­te mehr und mehr in reli­giö­sen Wahn abglei­tet und uns der Ein­druck ver­mit­telt wird, die Mensch­heit seh­ne sich gera­de­zu nach Schuld, Bestra­fung und Kathar­sis. Die gan­ze Moder­ne mit ihren Erfin­dun­gen, dem tech­no­lo­gi­schen Fort­schritt, Trans­port, Kom­mu­ni­ka­ti­on und Medi­zin, deren Basis letzt­lich die Kon­zen­tra­ti­on von Ener­gie ist, erscheint im Licht des Kli­ma­wan­dels nur noch als Pur­ga­to­ri­um, das die sün­di­ge Mensch­heit in Rich­tung eines dif­fu­sen Lichts nun end­lich ver­las­sen müs­se. Irgend­was mit Son­ne und Wind und Digi­ta­li­sie­rung war­te da hin­ter dem Licht, aber genaue­res wis­sen wir nicht. Zah­len bekom­men wir nicht. Der Weg dort­hin ist nicht bekannt. Wir sol­len aber auf jeden Fall dar­an glau­ben, dass die­ser Weg der ein­zi­ge sei. Und wäh­rend alle Büßer vor der Mons­tranz „Kli­ma­pa­nik“, die Gre­ta vor sich her trägt, reu­mü­tig auf die Knie fal­len und ihre Pries­ter zu Kli­ma­kon­fe­ren­zen jet­ten und zum Aus­gleich Ablass­brie­fe kau­fen, hört nie­mand mehr die Skep­ti­ker, die am Rand ste­hen und rufen „Ich habe aber kei­ne Panik, ich kom­me zurecht“. Die Rufe „Ket­zer, Ket­zer!“ sind ein­fach lau­ter und schril­ler.

Aus dem Wort „Kli­ma­wan­del“, den zu leug­nen nicht ein­mal mir schlim­men Ket­zer am Weges­rand durch die Rübe rauscht, ist längst die Paro­le „Kli­ma­ka­ta­stro­pe“ gewor­den und die­se zu „leug­nen“ betrach­te ich als mei­ne Pflicht. Gera­de wenn sie durch Arti­kel pro­mi­nen­ter Phi­lo­so­phen in den Medi­en ver­kün­det wird. In einem über­setz­ten Welt(+)Artikel kommt der Phi­lo­soph und Mar­xist Sla­voj Žižek zu Wort und spricht zu uns von Frö­schen. Nicht denen aus den bibli­schen Pla­gen, son­dern vom Frosch aus einem berühm­ten Expe­ri­ment. Rama­po­sa, der aktu­el­le Prä­si­dent Süd­afri­kas ver­wen­de­te die­ses Bild um sei­ne Plä­ne zu zeich­nen, die er einst mit wei­ßen Lands­leu­ten hat­te: lang­sam die Tem­pe­ra­tur erhö­hen, um sie nicht an Flucht den­ken zu las­sen. Žižek leiht sich die Meta­pher um sie auf das Zögern der Mensch­heit ange­sichts der „Kli­ma­ka­ta­stro­phe“ anzu­wen­den. Die Men­schen, so Žižek, sei­en wie jener Frosch, der ein­fach nicht mer­ke, dass das Was­ser um ihn her­um immer wär­mer wer­de und er am Ende im hei­ßen Was­ser umkom­me. Žižek weiß offen­bar nicht, dass der Aus­gang die­ses Expe­ri­ment nichts als ein Mythos ist.

Der Frosch ist nicht blöd!

Denn der Frosch bleibt nicht im hei­ßer wer­den­den Was­ser, er ist ja nicht blö­de! Er springt recht­zei­tig her­aus, wenn man ihn lässt. Aller­dings tut Žižek für sei­nen Arti­kel genau das, was auch das IPCC noch 2014 in sei­nem „Sum­ma­ry for poli­cy­ma­kers“ tat: er unter­stellt, der Mensch wür­de sich nicht anpas­sen und wil­len­los jedes Wet­ter und jede Kli­ma­än­de­rung über sich erge­hen las­sen – genau wie jener Frosch, den es in Wirk­lich­keit nicht gibt. Dabei ist das Gegen­teil rich­tig! Der Mensch hat sich zu allen Zei­ten sei­ner Umge­bung ange­passt. Wech­seln­den Wit­te­run­gen eben­so wie den ver­schie­dens­ten Kli­ma­ta. Ten­den­zi­ell mei­det er Risi­ken, lernt aus Feh­lern und Kata­stro­phen – auch wenn dies im Ein­zel­fall ganz und gar nicht danach aus­sieht. Aber Häu­ser in Oslo haben für gewöhn­lich Hei­zun­gen, wäh­rend in Tel Aviv nir­gends Kli­ma­an­la­gen feh­len. Zufall ist das nicht. Žižek wei­ter:

„Der Pro­zess der glo­ba­len Erwär­mung geht lang­sam von­stat­ten und ist vol­ler Mehr­deu­tig­kei­ten, die von den Leug­nern aus­ge­nutzt wer­den – so mag der Wan­del des Kli­mas extre­me loka­le Käl­te­ein­brü­che zur Fol­ge haben.“

Mehr­deu­tig­kei­ten wer­den aber nicht nur von „Leug­nern“ iro­ni­siert und „aus­ge­nutzt“. Selbst wenn in Deutsch­land seit Jah­ren jede Schnee­flo­cke, sie sich wei­gert, durch Abwe­sen­heit die Vor­aus­sa­gen von Mojib Latif zu erfül­len, humo­ris­tisch will­kom­men gehei­ßen wird, so gilt doch eben­falls, dass für die Alar­mis­ten jeder hei­ße Som­mer­tag bereits der unum­stöß­li­che Beweis der Apo­ka­lyp­se ist. Was all die Kli­ma­ex­per­ten mit die­se Phä­no­me­nen und Mehr­deu­tig­kei­ten übri­gens nicht kön­nen, ist uns die anthro­po­ge­ne Ursa­che für die Erwär­mung schlüs­sig zu bewei­sen. Gegen die Annah­me, dass vom Men­schen pro­du­zier­tes CO2 dafür haupt­ver­ant­wort­lich sei, spricht unter ande­rem die Tat­sa­che, dass alle dies behaup­ten­den Com­pu­ter­mo­del­le, füt­tert man sie mit den Wer­te der Ver­gan­gen­heit – und da mei­ne ich kon­kret die letz­ten 15.000 Jah­re – nicht nach­voll­zie­hen kön­nen, was damals geschah. Tem­pe­ra­tur und CO2-Gehalt der Atmo­sphä­re pas­sen ein­fach nicht immer so gut zur Theo­rie, wie sie das im Augen­blick schein­bar tun.

Selbst die Zukunft bil­den die Model­le ja nur sehr vage ab und müs­sen daher stän­dig kor­ri­giert wer­den. Eigent­lich logisch, denn wenn schon die Wet­ter­vor­her­sa­ge bei etwa zehn Tagen im sta­tis­ti­schen Rau­schen unter­geht, wel­che Sicher­hei­ten sol­len dann Kli­ma-Vor­her­sa­gen für die nächs­ten 100 Jah­re haben? In der Ver­gan­gen­heit ist es offen­bar immer so gewe­sen, dass Pha­sen der Erwär­mung dem Anstieg der CO2-Kon­zen­tra­ti­on um vie­le Jah­re vor­aus­lie­fen. War­um soll­te die­se heu­te gera­de anders­her­um sein?

Es gibt andere Erklärungen

Somit ist rein logisch der CO2-Anstieg nicht die Ursa­che der Erwär­mung, son­dern deren Fol­ge. Als Mecha­nis­mus nen­nen hier zahl­reich For­scher die Ozea­ne – unse­re größ­ten CO2-Sen­ken – und deren wegen ihrer schie­ren Mas­se sehr all­mäh­li­che Erwär­mung und Abküh­lung. Käl­te­res Was­ser kann mehr CO2 auf­neh­men, als wär­me­res, womit wir zur Ursa­che der Erwär­mung oder Abküh­lung kom­men. Zunächst ein­mal muss es ja einen Mecha­nis­mus geben, der auch ohne den Men­schen funk­tio­niert, denn wie wir wis­sen, gab es Warm- und Kalt­zei­ten schon, als Jan-Mal­te noch nicht im SUV zum Kin­der­gar­ten gebracht wur­de. Der soge­nann­te Svens­mark-Effekt, also die von Son­nen­ak­ti­vi­täts­schwan­kun­gen beein­fluss­te Inten­si­tät der Wol­ken­bil­dung passt nicht nur mei­ner Mei­nung nach als Erklä­rung (bis­lang) am bes­ten, was mitt­ler­wei­le auch expe­ri­men­tell bestä­tigt ist.

Die­se Erklä­rung passt jeden­falls bes­ser als die hys­te­ri­sche Annah­me, durch fos­si­le Ener­gie­trä­ger erzeug­tes CO2 wäre mehr als nur zu einem sehr beschei­de­nen Teil für die Erwär­mung mit­ver­ant­wort­lich. CO2 kommt schon des­halb nicht in Fra­ge, weil es die ihm zuge­schrie­be­ne Eigen­schaft, IR-Strah­lung am Ver­las­sen der Atmo­sphä­re zu hin­dern, nur in einem win­zi­gen Spek­tral­be­reich hat. Man könn­te also salopp sagen, die Strah­lungs­phy­sik hat hier ein „Lüf­tungs­loch“ ein­ge­baut. Žižek wei­ter:

„Bei­na­he fühlt es sich so an, als sei das „Pro­jekt Kli­ma­er­wär­mung“ so orches­triert, dass die Mehr­heit der Men­schen skep­tisch blei­ben und sich wei­gern wird, etwas dage­gen zu tun. Und bloß als Erin­ne­rung, dass die Lage ernst sein könn­te, trifft uns gele­gent­lich eine Hit­ze­wel­le oder ein uner­war­te­ter Tor­na­do, doch sol­che Kata­stro­phen wer­den dann schnell zu unvor­her­seh­ba­ren Unfäl­len umge­deu­tet.“ … „Wir tun uns das alles selbst an, wir selbst erhö­hen Stück für Stück die Tem­pe­ra­tur, was uns die Mög­lich­keit gibt, die Bedro­hung zu igno­rie­ren. Wir sind die Frö­sche, die sich selbst lang­sam zu Tode kochen.“

Hit­ze­wel­len, Tornados…gab es die frü­her nicht? Waren die­se Ereig­nis­se frü­her bere­chen­ba­rer als heu­te, oder weni­ger ver­hee­rend? Nein! Lern­ten die Men­schen nicht auch schon frü­her aus sol­chen Kata­stro­phen und wer­den die­se heu­te nicht viel­mehr pro­pa­gan­dis­tisch auf­ge­la­den? Žižeks Aus­sa­ge wei­ter oben, dass Wet­ter­ereig­nis­se zu Pro­pa­gan­da­zwe­cken miss­braucht wer­den, gilt doch eigent­lich gera­de hier, wenn natür­lich vor­kom­men­de Wet­ter­phä­no­me­ne zu den Rei­tern der Apo­ka­lyp­se hoch­ge­fie­delt wer­den. Doch selt­sam, nie­mand bleibt am Strand lie­gen, wenn ein Tor­na­do im Anmarsch ist, jeder sichert sein Eigen­tum so gut er kann und bringt sich in Sicher­heit, anders als es der Frosch-Mensch in Žižeks Gleich­nis angeb­lich tut. War­um tut er das, der Mensch, und kocht sich nicht brav „selbst zu Tode“, wie Žižek es pos­tu­liert? Die „Erin­ne­run­gen“, die uns „geschickt“ wer­den, kom­men wohl eher durch Um-Eti­ket­tie­rung zu Stan­de.

Ein ungleicher Kampf

Ein Pro­blem der gan­zen Debat­te ist das Tem­po, in dem Poli­ti­ker und Kli­ma­ak­ti­vis­ten ihre Aus­sa­gen ver­schär­fen, den Druck erhö­hen und die schie­re Mas­se an media­len Breit­sei­ten, die sie – mit Steu­er­gel­dern gut auf­mu­ni­tio­niert – abfeu­ern kön­nen. Wer hat da schon Zeit, all die Rohr­kre­pie­rer und Blind­gän­ger zu zäh­len oder medi­al zu kor­ri­gie­ren? Wo ist der Fak­ten­check für die Fak­ten­che­cker, die mit reich­lich Lob­by­geld Sei­ten wie „klimafakten.de“ oder „skepticalscience.com*“ betrei­ben kön­nen? Wer zählt die Lügen, die Gefäl­lig­keits­gut­ach­ten und die finan­zi­el­len Erpres­sun­gen an den Uni­ver­si­tä­ten, die auf der Jagd nach Dritt­mit­teln zu man­chem bereit sind? Man den­ke nur an die „Hockey-Stick-Kur­ve“, die eine Fäl­schung war, den ame­ri­ka­ni­schen Natio­nal­park, der klein­laut Hin­weis­schil­der zu einem schmel­zen­den Glet­scher ent­fern­te, weil die­ser ein­fach nicht schmel­zen woll­te oder den wie ein Zom­bie durch die Medi­en geis­tern­den 97%-Konsens der Kli­ma­wis­sen­schaft, der auf der durch weg­las­sen, fäl­schen und trick­sen beru­hen­den Cook-Stu­die beruht. Man könn­te stun­den­lang auf­zäh­len, müss­te es aber bei Lanz, Maisch­ber­ger oder als Souf­fleur der all­abend­li­chen Kle­ber­cläu­se tun, wozu es für „Leug­ner“ kei­ne Gele­gen­heit gibt. Indes hält kein Groß­alarm, kei­ne Kli­ma-Über­trei­bung der Prü­fung oder der Zeit stand, schon gar nicht die Schluss­fol­ge­run­gen dar­aus. Nur: nie­man­den inter­es­siert das. – „Raus aus der Koh-le, run­ter mit Flug-zeu-gen!“

Ange­sichts des poli­tisch-media­len Flä­chen­bom­bar­de­ments feh­len den „Skep­ti­kern“ ein­fach Zeit, Mit­tel und Auf­merk­sam­keit, um es mit ihren Ein­sprü­chen und Über­prü­fun­gen über die Wahr­neh­mungs­schwel­le zu schaf­fen. Und wenn doch, ist es längst zu spät und eine Rich­tig­stel­lung in irgend­ei­nem Fach­blatt oder auf Sei­te sie­ben einer Tages­zei­tung erhält längst nicht die Auf­merk­sam­keit, wel­che dem vor­an­ge­gan­gen fal­schen Alarm zuteil­wur­de. Die Akti­vis­ten sind ohne­hin längst wei­ter­ge­zo­gen und schie­ßen neue Behaup­tun­gen und Hor­ror­sze­na­ri­en ab. Kaum eine Woche ver­geht, in der sie sich nicht an einem schö­nen Ort die­ser Welt und auf Kos­ten der All­ge­mein­heit oder rei­cher Gön­ner aber mit schlech­tem Gewis­sen auf Kon­fe­ren­zen der Fes­tig­keit ihrer Fil­ter­bla­se ver­si­chern. Auch so ein Vor­wurf, der gern umge­kehrt und den „Leug­nen“ gemacht wird. Dabei kann man den Argu­men­ten und dem Akti­vis­mus der Kli­ma­tis­ten dank deren Prä­senz gar nicht ent­ge­hen, wäh­rend sich uner­wünsch­te Fra­gen und Fak­ten sehr leicht weg­drü­cken oder über­täu­ben las­sen.

Der letz­te Schritt, weg von Wis­sen­schaft und Fak­ten und hin zu Glau­be und Emo­ti­on ist längst voll­zo­gen und auf die­ser Wei­se ent­zieht sich die Debat­te jedem Wider­spruch. Auf Mei­nun­gen, Fak­ten und deren Inter­pre­ta­ti­on kommt es jetzt gar nicht mehr an, jetzt ist „die rich­ti­ge Ein­stel­lung“ gefragt, wie ein blau­haa­ri­ger You­Tuber es for­mu­lie­ren wür­de. Kann man sich gegen Poli­ti­ker und deren Besteu­er­phan­ta­sien (wel­che aktu­ell im Zusam­men­hang mit Kli­ma und CO2 wie­der mäch­tig ins Kraut schie­ßen) noch mit Ver­weis auf das eige­ne lee­re Kon­to oder der Dro­hung des Stim­m­ent­zu­ges noch prak­tisch zur Wehr set­zen, wird bei Jugend­li­chen, die sich frei­wil­lig als mensch­li­che Schutz­schil­de vor zwei fixe Ideen wer­fen (Kli­ma ret­ten, Kapi­ta­lis­mus abschaf­fen), jeder Wider­spruch als unmo­ra­lisch und eigen­nüt­zig wahr­ge­nom­men. Da steht er dann mit sei­nen Fra­gen und Fak­ten, der Skep­ti­ker, und nie­mand will sie hören. „Ket­zer, Ket­zer!“ Und wie zum Hohn brüllt man ihn mit dem Hin­weis nie­der, er hät­te gar kei­ne Fak­ten und sei doch nur dumm, von ges­tern und ein Gedan­ken­ver­bre­cher. „Ket­zer!“

Schmerz mit Ansage

Stimm­te Žižeks Metha­pher mit dem Frosch, so könn­te man sie allen­falls auf die Akti­vis­ten anwen­den, denn all die Maß­nah­men, die Ver­bo­te, For­de­run­gen und Steu­ern, die von den Kli­ma­glau­bens­brü­dern und ‑schwes­tern gefor­dert wer­den, wer­den ihnen selbst zwar auch Schmer­zen berei­ten, aber erst ganz zum Schluss, wenn schon alles zu spät und die Gesell­schaft „umge­baut“, sprich: zer­stört ist. Wer ein Flug­ver­bot umge­hen kann, weil er Ablass-Zet­tel bei atmos­fair kau­fen oder die Flug­be­reit­schaft der Bun­des­wehr, den Pri­vat­jet von Bono oder alter­na­tiv ein pfeil­schnel­les Car­bon-Regat­ta­se­gel­boot nut­zen kann, muss (noch) auf nichts ver­zich­ten. Wer sich eine Solar­an­la­ge aufs Dach schrau­ben kann, jam­mert nicht über zu hohe Strom­prei­se und natür­lich muss man kein Auto haben, wenn man mor­gens in der Innen­stadt von Ber­lin in fünf Minu­ten mit dem E‑Roller ins Green­peace-Büro fah­ren kann. Und in New York, Los Ange­les oder Madrid, wo man gern aus­spannt oder gleich­ge­sinn­te Akti­vis­ten auf Kon­fe­ren­zen trifft, gibt es doch Uber!

Das Sys­tem, das ener­gie­hung­ri­ge Sys­tem Kapi­ta­lis­mus, das gern unter „Der Wes­ten“ rubri­ziert wird, kämpft der­weil um sein Über­le­ben und gibt den For­de­run­gen der Kli­ma­hys­te­ri­ker nur schein­bar bereit­wil­lig nach. Es biegt sich, ver­spricht, besticht und betrügt auch, nur um wei­ter halb­wegs funk­tio­nie­ren zu kön­nen. Nicht zuletzt sind auch die Kli­ma­kämp­fer selbst dar­auf ange­wie­sen, auch wenn sie das nicht glau­ben wol­len. Sie nut­zen Kom­mu­ni­ka­ti­ons- und Trans­port­mit­tel, wol­len lecke­res Essen…auf ihrer „Smile-4-Future“-Tagung in Lau­sanne sorg­te die kärg­li­che Kost für Unmut, ganz zu schwei­gen davon, dass die Schweiz als EU-Aus­land Roa­ming-Gebüh­ren für Mobil­funk erhebt. Es soll Heul­krämp­fe und knal­len­de Türen gege­ben haben, Gre­ta muss­te Trost spen­den.

Zeit für das ganze Bild

Der eige­ne Ener­gie­be­darf fin­det sich eben nicht nur auf der Strom­rech­nung wie­der, wo sich dank der Solar­zel­len auf Papas Dach und staat­li­chen Sub­ven­tio­nen ein klei­nes Plus fin­det, son­dern auch beim Gang zum Bäcker, der Goog­le-Such­an­fra­ge, der kon­flikt­frei­en Erho­lung im Safe-Room einer Kli­ma­kon­fe­renz, im Soja-Lat­te, ja sogar im vor­bild­li­chen Bam­bus-Becher, aus dem man ihn plas­tik­frei schlür­fen kann.

Der Kampf des Sys­tems Markt­wirt­schaft gegen sei­ne Fein­de geht an des­sen Sub­stanz, ande­re Pro­ble­me, die sich auf­ge­staut haben, wie etwa Wäh­rungs­un­si­cher­hei­ten, Bil­dungs­de­fi­zi­te und die immer dreis­te­ren staat­li­chen Markt­ein­grif­fe blei­ben unbe­ach­tet, es kommt zu Ermü­dungs­ris­sen, die immer sicht­ba­rer wer­den. Bruch ist vor­pro­gram­miert. Wir fah­ren nicht nur unser Ener­gie­ver­sor­gungs­sys­tem längst auf Ver­schleiß und ver­su­chen den­noch, wie beim Jen­ga-Turm immer wei­te­re Stein­chen aus den Wän­den zu zie­hen. Was soll schon pas­sie­ren!

Mar­xist, Mode­phi­lo­soph und DiE­M25-Mit­glied Žižek bie­tet sich als Stich­wort­ge­ber bei der Über­win­dung des Kapi­ta­lis­mus im Namen der Kli­ma-Welt­ret­tung natür­lich an. Er beklagt ja an ande­rer Stel­le, den Lin­ken man­ge­le es an einer „neu­en Visi­on“ für Euro­pa und wel­che Visi­on wäre der­zeit prä­sen­ter als die Vor­stel­lung, dass in zehn Jah­ren unser letz­tes Stünd­lein geschla­gen hat, wenn wir Gre­ta nicht sofort sämt­li­che Schlüs­sel, Schal­ter und Schecks aus­hän­di­gen? Wobei sich die Lin­ke hier fun­da­men­tal täuscht. Denn der gewünsch­te Zusam­men­bruch des kapi­ta­lis­ti­schen Sys­tems wird die­ses Mal gera­de nicht die „voll­stän­di­gen mate­ri­el­len Vor­aus­set­zun­gen“ für die Errich­tung des nächs­ten Sozia­lis­mus­expe­ri­ments lie­fern, wie Karl Marx pos­tu­lier­te.

Die­ses Mal soll die mate­ri­el­le Basis ja mit Vor­satz und Ansa­ge ver­nich­tet wer­den, um die Kli­mare­vo­lu­ti­on auf den Trüm­mern frü­he­rer tech­ni­scher Revo­lu­tio­nen zu machen. Nur der Bam­bus­be­cher wird blei­ben, Kaf­fee ist dank gestie­ge­ner Trans­port­kos­ten kaum noch bezahl­bar und statt Soja­boh­nen, die auf­wän­dig ver­ar­bei­tet wer­den müs­sen, baut man lie­ber Kar­tof­feln an. Spä­tes­tens in die­ser Zukunft wird dann die Ener­gie nicht mehr aus­rei­chen, um den Topf samt Frosch mehr als lau zu erwär­men. Gut für den Frosch, schlecht für Men­schen, die hei­ßen Soja-Lat­te im Bam­bus­be­cher lie­ben.

Schlussbemerkung zur Klimarettung

Auch weil ich immer wie­der danach gefragt wer­de, ob ich denn pau­schal alles ableh­ne, was die Kli­ma­kir­che for­dert, hier noch eini­ge Nach­be­mer­kun­gen. Die Fixie­rung auf das „men­schen­ge­mach­te CO2“ fin­de ich übri­gens längst nicht so stö­rend, wie die Schlüs­se, die man dar­aus fälsch­lich gezo­gen hat. Gin­ge es wirk­lich dar­um, den CO2-Gehalt der Luft von gera­de mal 400 ppm zu redu­zie­ren (wozu auch immer das gut sein soll­te), wären akti­ve Maß­nah­men erfolg­ver­spre­chen­der und zudem einer Indus­trie­na­ti­on wür­di­ger, als lang­fris­tig auf preu­ßisch-land­jun­ker­li­ches Agrar­ni­veau zurück­zu­sin­ken. Wir hät­ten noch eine intak­te Ener­gie­wirt­schaft samt nied­ri­ger Ener­gie­prei­se, auf wel­che gera­de die ener­gie­in­ten­si­ve Indus­trie ange­wie­sen ist und jedes Wind­rad und jede Solar­ka­chel könn­te an der Dekar­bo­nis­e­rung der Luft arbei­ten. Die Idee, lang­fris­tig von der Ener­gie­er­zeu­gung durch Koh­len­was­ser­stof­fe weg zu kom­men, ist eine gute, schon weil wir mit dem Zeug bes­se­res machen kön­nen, als es ein­fach zu ver­bren­nen. Aber wir reden hier von Zukunfts­tech­no­lo­gien, wie wir ent­we­der nicht wol­len dür­fen (Kern­spal­tung) oder noch nicht haben (Kern­fu­si­on). Statt­des­sen sprin­gen wir sofort vom Dach und setz­ten beim „flie­gen ler­nen“ auf Tech­no­lo­gien, die nichts tau­gen (Son­ne, Wind).

Die Ver­mei­dung von „Sen­ken“, also das Ver­streu­en von Stof­fen, die wir erst müh­sam und unter gro­ßem Ener­gie­ein­satz kon­zen­trie­ren muss­ten, gelingt bei eini­gen Metal­len oder Glas schon ganz gut. Aus­ge­rech­net bei vie­len Mate­ria­li­en, die wir jedoch für unse­re Ener­gie­wen­de samt Kli­ma­ret­tung benö­ti­gen – wel­che wir ja gera­de wegen der rie­si­gen Koh­len­stoff­sen­ke durch­füh­ren (Öl und Gas sind nach der Ver­bren­nung für geo­lo­gi­sche Zeit­räu­me „weg“) – haben wir noch kei­ne Ahnung, ob und wie wir die­se jemals zurück­ge­win­nen kön­nen. Das Gan­ze Ret­tungs­thea­ter ist also ein gewal­ti­ger Schritt ins Dun­kel, ein Fall ins Nichts. Ob dahin­ter wirk­lich irgend­wo das Licht des dekar­bo­ni­sier­ten Para­die­ses auf uns war­tet, kann ich nicht glau­ben. Viel­mehr hof­fe ich, dass wir die Kraft fin­den, das war­me mora­li­sche Bad der „Kli­ma­ret­tung“ durch einen rea­lis­ti­schen, ret­ten­den Sprung zu ver­las­sen, weil wir am Ende min­des­tens so schlau wie Frö­sche sind. Und die sprin­gen am bes­ten, wenn sie sehen kön­nen, wo sie lan­den wer­den.

* Im Impres­sum tref­fen wir einen alten Bekann­ten als Betrei­ber wie­der.  skepticalscience.com wur­de aus­ge­rech­net von John Cook initi­iert, eben jenem aus­tra­li­schen Autoren, dem wir die unhalt­ba­ren „Stu­die“ über den 97%igen „Kon­sens der Wis­sen­schaft“ ver­dan­ken.

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5 Kommentare

  1. Dan­ke. Zu Öko­veits­tanz & Kli­ma­got­tes­fürch­tig­keit lässt sich kaum noch etwas sagen außer: amen­tia & del­i­ra­tio. Herr Sla­voj ist der Pro­to­typ eines Blen­ders, der sich immer sein Welt­bild mit­tels eines Wusts rhe­to­ri­scher Bau­klöt­ze pas­send ratio­na­li­siert hat, dazu eines öli­gen Oppor­tu­nis­ten und Wel­len­rei­ters, der den Auf­ruhr simu­liert, kurz­um ein typi­sches Pro­dukt spät­west­li­cher Deka­denz. Reso­nanz­an­ge­bo­te für Hohl­köp­fe. Auf Unter­gang getrimmt. Sei­ne Kennt­nis­se in Natur­wis­sen­schaf­ten – und damit mei­ne ich nicht auf­ge­schnapp­te Schell­nis­men, son­dern genui­nes Ver­ständ­nis – dürf­ten nicht signi­fi­kant von Null ver­schie­den sein, damit auch nicht sei­ne Fähig­keit zu einem eigen­stän­di­gen Urteil in die­sen Din­gen. Emp­feh­len Sie Herrn Sla­voj z.B. das Buch von Diet­rich Pel­te oder, sagen wir, Shultis/Faw, Fun­da­men­tals of Nuclear Sci­ence and Engi­nee­ring, und Sie wer­den hören, dass Herrn Sla­vo­js Stär­ke nicht im banausi­schen Klein­klein der Fak­ten & For­meln liegt, son­dern gera­de im Blick von oben, aus dem marck­sis­tisch-hege­li­tä­ren Him­mel, in den Mee­ta­phern halt. „Nebu­lo“ sagt der Latei­ner.

  2. Der neue Tota­li­ta­ris­mus kommt mal wie­der haupt­säch­lich aus Deutsch­land. Es wird schon lang­sam pein­lich. Über die Ent­ste­hung der Kli­ma­wan­del-Idee (in Schwe­den), deren Ver­brei­tung (maß­geb­lich Deutsch­land) und die poli­ti­schen Hin­ter­grün­de hat Rupert Dar­wall ein sehr auf­schluss­rei­ches Buch, mit vie­len Quel­len­an­ga­ben, geschrie­ben: „Green Tyran­ny“. Lei­der gibt es das Buch bis­her nur auf eng­lisch, obwohl es schon vor zwei Jah­ren auf deutsch ange­kün­digt wur­de. Eine Buch­vor­stel­lung des Autors: https://www.youtube.com/watch?v=Ud14oTQpbAE Aus green Tyran­ny: Die füh­ren­den Natio­nal­so­zia­lis­ten waren auch schon Vege­ta­ri­er und hat­ten Plä­ne zur Nut­zung der Wind­ener­gie. Sie waren gegen die freie Markt­wirt­schaft, gegen die „Bank-Juden“ und für die Plan­wirt­schaft im Sin­ne einer natur­ver­bun­de­nen Lebens­wei­se. Für Hit­ler war die Refor­mie­rung der Lebens­wei­se wich­ti­ger als Poli­tik. Selbst die lobens­wer­tes­ten Grün­de kön­nen für kri­mi­nel­le Bru­ta­li­tät per­ver­tiert und instru­men­ta­li­siert wer­den. Was haben die Nazis und die moder­nen Umwelt­schüt­zer gemein­sam? Was wür­den sie bei­de opfern um die glei­chen Zie­le zu errei­chen? Das wert­volls­te die­ser Opfer ist die Frei­heit des Indi­vi­du­ums.

    Man kann sich übri­gens auch gegen den Wahn enga­gie­ren und man soll­te es jetzt tun. z.B.: http://www.fortschrittinfreiheit.de

  3. Die Links­grü­nen haben mit ihrer Gehirn­wä­sche welt­weit gan­ze Arbeit geleis­tet: Die Öko­hys­te­rie ist zu einer Ersatz­re­li­gi­on gewor­den. Dem Glau­ben ist mit Zah­len, Daten und Fak­ten nicht bei­zu­kom­men. Mit Zwei­feln und Ein­wän­den schon gar nicht. Es müs­sen wohl erst die Lich­ter aus­ge­hen, damit den Leu­ten ein Licht auf­geht – wenn über­haupt:
    Blü­ten des Öko­wahns und der hys­te­ri­schen Dau­er­pro­pa­gan­da in den links­grü­nen „Leit­me­di­en“
    https://justpaste.it/2fl71
    +
    Täg­lich grü­ßen die Zeu­gen Gre­tas (gar man­ches Mal auch die Hei­li­ge selbst)
    https://justpaste.it/67awx
    +
    “Glück auf”, zwit­scher­te der Kana­ri­en­vo­gel, bevor er am Gru­ben­gas erstick­te
    https://justpaste.it/51b7h

  4. Augen­schein­lich müs­sen erst alle Deut­schen aus­ge­plün­dert, hun­gernd und frie­rend durch die Dun­kel­heit tap­pen, bis sie sich dar­an erin­nern, wem sie den Rück­fall ins Mit­tel­al­ter zu ver­dan­ken haben. Wem wer­den sie wohl ihre Dan­kes­be­su­che abstat­ten? Roger Letsch, EIKE, der AfD-Bun­des­zen­tra­le? Oder wer­den sie mit Knüp­peln und Fackeln derer geden­ken, die ihnen das ein­ge­brockt haben? Kom­plet­te Deindus­tria­li­sie­rung, Ener­gie­ar­mut und Über­flu­tung mit kul­tur­frem­den Söld­nern wer­den „die Men­schen“ eines nicht mehr fer­nen Tages auf die Stra­ßen trei­ben. Und wie es der Deut­schen Art ist, wird das wie­der ein­mal sehr gründ­lich gesche­hen. War­um brau­chen wir nur immer den tota­len Zusam­men­bruch a la 18/45/89 bis sich bei uns etwas regt? Blie­ben ein­mal 30–40 Pro­zent der Arbeit­neh­mer wegen Krank­heit drei Wochen zu Hau­se und zahl­te ein Teil der Frei­be­ruf­ler und Unter­neh­mer kei­ne Steu­ern mehr, hät­te das Öko­ter­ror­sys­tem sofort abge­wirt­schaf­tet. Aber alle fürch­ten sich vor der eige­nen Cou­ra­ge und schau­en zu, bis es nichts mehr zu schau­en gibt.

    • „Nur sel­ten kommt der Mensch aus Ver­nunft zur Ver­nunft“ (Mon­tes­quieu). Zudem sind die meis­ten Leu­te links­grün gehirn­ge­wa­schen. Das beginnt schon in Kin­der­gär­ten und Schu­len, setzt sich an den Hoch­schu­len fort und wird der arbei­ten­den Klas­se Tag für Tag von den „Leit­me­di­en“ ein­ge­trich­tert. Die öko­so­zia­lis­ti­sche Dau­er­pro­pa­gan­da wirkt, frei nach Goeb­bels: „Tau­send­mal wie­der­hol­te Paro­len wer­den zu Wahr­hei­ten“.

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