Fundstücke, Fragen, Gedankensplitter

20.6.2018: Agonie-Parallelen DDR / Bundesrepublik, Teil 342834:
Da „Zukunft“ für Menschen zwar etwas sehr Konkretes, jedoch für Staaten Abstraktes ist, muss man als „Zukunft gestaltender Staat“ Begriffe finden, mit denen man hantieren und Aktionismus vortäuschen kann. Wichtig ist dabei, dass sich jeder etwas unter dem Begriff vorstellen kann, nützlich ist, wenn sich jeder etwas anderes darunter vorstellt. Der handelnde Staat in Agonie, unfähig, einen klaren Gedanken zu fassen, muss das selbstgewählte Zukunftsthema durch ungeeignete Maßnahmen dann so gründlich torpedieren, dass am Ende das genaue Gegenteil des Beabsichtigten herauskommt. Die DDR sah ihr Heil in der „Mikroelektronik“, verbrannte aber letztlich lediglich Milliarden Blechmark für wertlose Fälschungen bestehender Technik. Die Bundesrepublik in den apokalyptischen Merkeljahren wirft sich auf die „Digitalisierung“, lässt aber gleichzeitig den halbstaatlichen Monopolisten Telekom in die technische Sackgasse VDSL investieren, damit man den Klingeldraht der letzten dreißig Jahre weiternutzen kann. Außerdem unterstützt man die Uploadfilter, mit denen die EU das Internet knebeln will, um die Informationsfreiheit noch weiter einzuschränken. Der Rechtsausschuss des Parlaments beschloss heute entsprechendes einzuleiten. (Notiz an mich: Rechtsausschuss EU-Parlament auf die Liste “Feinde der Freiheit” setzen)
Glückwunsch, EU! Ich frage mich, was eigentlich noch gegen eine Mitgliedschaft Weißrusslands spricht, Lukaschenko klatscht doch zu all euren hirnrissigen Projekten längst begeistert Beifall! Wie ich bemerke, habe ich schon wieder viel zu viele Worte benutzt. Deshalb hier nochmal im trumpschen Tweedmodus, denn darauf springen unsere Politiker doch an – und zwar nicht, weil es Trump ist, der twittert, sondern weil er sie in genau der Kindersprache anquatscht, die sie begreifen können: „Stupid Germany, stupid EU. You’r doomed. So sad!“


19.6.2018: Mit dem #NetzDG schränkte man die Reichweite der Kritiker ein. Mit der #DSGVO versucht man, ihnen die Mittel zu nehmen, dies zu erkennen. Mit dem #Leistungsschutzgesetz möchte man sie zwingen, für das Zitieren ihrer Gegner zu zahlen. Noch jemand der Meinung, die hätten in Brüssel alle keinen Plan? Ich finde, die handeln äußerst rational…für eine Diktatur.


14.6.2018: Die deutsche Sprache ist geradezu perfekt geeignet, bedeutungsschwere Begriffe aus Justiz und Verwaltung in einfache Worte zu übersetzen. Ein Strafvollzug ist beispielsweise ein Ort, an dem eine Strafe vollzogen wird. Und das – verglichen mit Liberia oder dem Sudan – auf bemerkenswert zivilisierte Weise. Nur in Berlin, da bezeichnet „Strafvollzug“ etwas anderes. Nämlich einen Ort, an dem die Herstellung absoluter Gleichheit noch nicht vollzogen ist. Deshalb stellte Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) ein neues Projekt vor, mit dem er „das Leben drinnen und draußen einander angleichen“ will. 35 Strafgefangene erhalten zunächst auf Probe Tablets mit eingeschränktem Internetzugriff. Zunächst läuft das Projekt für drei Monate, weshalb es auch nur 1,3 Millionen Berlinspaßtaler (im Volksmund Euro genannt) kostet. Und sollte das Projekt erfolgreich sein, gibt es noch viele weitere Ungleichheiten, die dringend angeglichen werden müssen. Der Salzgehalt von Spree und Ostsee, die Pro-Kopf-Verschuldung von Berlin und München und die Gehälter von Grundschullehrern und Senatoren der Stadt Berlin zum Beispiel. Jetzt bloß nicht zu schnell aufgeben mit der Angleichung!


11.6.2018, nur wenig später: Der Spiegel verwendet eine Schlingelformulierung aus dem ital. Innenministerium, wohl nicht ahnend, wie dicht diese an der Realität liegt:

“Die Experten seines Innenministeriums mahnten schon seit Tagen, dass mit einem neuen Schub von Migranten aus Libyen zu rechnen sei: Das Wetter ist heiter, das Meer ruhig, das Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan nahe.”

Nicht etwa Krieg, die sieben ägyptischen Plagen oder Warlords in Libyen sind kausal für das Zunehmen der Flüchtlingszahlen, sondern Wetter und die Regeln des islamischen Fastenmonats. So gesehen hätte die Gustloff, statt in Eiseskälte und im Januar 1945 in See zu stechen, ruhig noch bis Ostern warten können. Die Fastenzeit wäre vorbei und das Wetter wieder heiter. Sowas blödes aber auch! Krieg und Fluchtursachen…kannste jeden Tag was neues drüber lernen im Spiegel!


11.6.2018: Schadenfreude ist angesichts der öffentlichen Zerlege der Linken nicht das richtige Gefühl. Eher sollte sich Erleichterung bei uns einstellen. Lassen sich die Erzkommunisten, die sich auf dem Parteitag durchsetzen konnten, doch viel leichter erkennen, weil sie die letzten demokratischen Hemmungen abgelegt haben. Es gilt der Wille der Partei und der ist tiefrot. Man wähle, ob dies die Farbe der Wut, der fiskalen Enteignung und des wirtschaftlichen Chaos oder die des Blutes der Feinde ist, welches man zu allen Zeiten nur zu gern vergossen hat. Ich habe nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass ich alles wofür diese Partei steht, zutiefst ablehne. In der Demokratie muss man jedoch gesprächsbereit bleiben und es gibt (demnächst gab, so meine Prognose) auch in dieser Partei einige wenige Menschen, mit denen man reden konnte und die nicht nur voller Ideologie steckten. Aus, vorbei.
Erich Mühsam schrieb im Jahr 1909 ein kleines Chanson mit dem Untertitel „Der deutschen Sozialdemokratie gewidmet“. Nach diversen Abspaltungen aus derselben und den verschwimmenden politischen Abgrenzungen der Neuzeit, in der alle versuchen, sich möglichst weit „links“ zu positionieren und deshalb weiter nach links rücken, als ihnen gut tut, passt es aber auch perfekt auf die wenigen verbliebenen vernunftbegabten Linken. In dieser, leicht bearbeiteten Fassung besonders auf Sarah Wagenknecht, deren letztes Lämpchen des Realitätssinns in Leipzig geradezu ausgeblasen wurde.

War eine Revoluzzerin,
Zivilstand Lampenputzerin;
Ging im Revoluzzerschritt
Mit den Revoluzzern mit

Und sie schrie: „Ich revolüzze!“
Und die Revoluzzermütze
Schob sie auf das linke Ohr,
Kam sich höchst gefährlich vor

Doch die Revoluzzer schritten
Mitten in der Straßen Mitten,
Wo sie sonsten unverdrutzt
Alle Gaslaternen putzt

Sie vom Boden zu entfernen,
rupfte man die Gaslaternen
Aus dem Straßenpflaster aus,
Zwecks des Barrikadenbaus

Doch die Revoluzzerin
Schrie: „Ich bin die Lampenputzerin
Dieses guten Leuchtelichts.
Bitte, bitte, tut ihm nichts!
Wenn wir ihn’ das Licht ausdrehen,
Kann kein Bürger nichts mehr sehen,
Laßt die Lampen stehn, ich bitt!
Denn sonst spiel’ ich nicht mehr mit!“

Doch die Revoluzzer lachten,
Und die Gaslaternen krachten,
Und die Lampenputze schlich
Fort und weinte bitterlich

Dann ist sie zuhaus geblieben
Und hat dort ein Buch geschrieben:
Nämlich, wie man revoluzzt
Und dabei doch Lampen putzt


3.6.2018: Nach der Regierungsbildung fragten sich viele, warum ausgerechnet Merkels „Schweizer Taschenmesser“ Thomas de Maizière nicht mehr dem Kabinett angehörte. War der Tausendsassa nicht zu allem fähig, oder war ihm nur alles Mögliche zuzutrauen? Innenminister, Verteidigungsminister…alles hat der Thomas schon versucht, wenn auch mit mäßigem Erfolg. Schon als sächsischer Innenminister zeigte er jedoch sein Talent als Bremser: bei der Aufklärung des „Sachsensumpfes“. Den Job bei der Bahn erhielt jedoch nicht er, sondern Parteifreund Pofalla. De Maizière war aber auch der verantwortliche Minister des BAMF, als dessen Arbeitsweise noch nicht als skandalös, sondern als opportun dargestellt wurde. Dass er im Kabinett Merkel IV leer ausging, deutet meiner Meinung nach darauf hin, dass der Sonnenkönigin schon lange klar ist, welchen finalen Dienst sie von ihrem Paladin erwarten würde, nämlich sich ins Schwert zu stürzen, wenn die Verantwortung der ewigen Kanzlerin wie Efeu die Beine hochkriecht. Thomas de Maizière wird die Verantwortung übernehmen, denn er kann die aktuelle Koalition nicht beschädigen, weil er ihr nicht angehört. So denkt die Kanzlerin, glaube ich. Die Frage hinter der Frage lautet demzufolge, mit wessen Blut sich die Medien am Ende begnügen werden. Es wäre nicht das erste Mal, dass der Fisch vom Haken geht und die Presse sich den herausgezogenen Köder als großen Fang verkaufen ließe. Frank-Jürgen Weise ist ein noch kleinerer Fisch als Thomas de Maizière. Wir sollten die Angel jetzt nicht leichtfertig einholen. Da ist noch ein weit größerer Fisch im Teich, den es zu fangen gilt. Dieser Fang ist alternativlos!


30.5.2018: Wenn der Euro implodiert, wird man nicht zuerst dessen Herolde und Minnesänger, sondern seine Kritiker und Skeptiker an die Wand stellen, welche die schöne Oper versaut hätten weil sie partout nicht mitsingen wollten. Man wird sagen, die mangelnde Musikalität der Leute sei Schuld und die Komponisten, die Jubelchöre, Kulissenschieber und Kartenabreißer von aller Schuld freisprechen.


28.5.2018: Ich hab gestern einige weitere Stimmen zur Verhaftung Tommy Robinsons gehört und da macht mich einiges stutzig. Erstens war die vorherige Bewährung auf drei Monate festgelegt und die waren längst abgelaufen. Die Bewährungsstrafe bestand also nicht mehr. Das war mir auch neu. Außerdem muss mir mal jemand erklären, wie es sein kann, dass man einerseits Jahre brauchte, um den bandenmäßigen Kindesmissbrauch zur Anklage zu bringen und es andererseits schafft, für Robinson innerhalb von VIER Stunden ein Gericht einzuberufen, eine Verhandlung anzuberaumen, ihm einen Pflichtverteidiger zuzuweisen (sein eigentlicher Anwalt war NICHT zugegen) und ein Urteil zu fällen.
Zudem befand sich Robinson bei seinem Bericht über den Prozess vor dem Gerichtsgebäude und NICHT auf dem Gelände des Gerichtes. Das hatte er vorher mit der Polizei abgeklärt. Er wurde wegen “Störung des öffentlichen Friedens” verhaftet – nur, wer rief die Polizei? Er stand mitten unter seinen Leuten, als er verhaftet wurde, es war sonst niemand zugegen. Ich vermute, man hat ihm aufgelauert, während das Gericht schon bereit stand, ihn für 13 Monate zu verknacken. In Kriegszeiten nennt man sowas Standgericht.


27.5.2018: Italien wackelt gewaltig und SPON schreibt: „Dies ist die Kernfrage: Wohin driftet Europa, wenn nun Regierungen ins Amt kommen, die sich erklärtermaßen nicht an europäische Regeln halten wollen?“ Doch hier springt der Autor zu kurz. Die Kernfrage lautet nämlich: Worin besteht der Unterschied zwischen dem erklärten Nichteinhalten europäischer Verträge und deren nichterklärtem wiederholtem Bruch? Die Antwort: Die Fahrt an den Baum ist im ersten Fall schneller vorbei und findet mit offenen Augen statt. Das Worst-Case-Szenario des Spiegels scheint korrekt, bis auf die zuckersüße Darstellung der Folgen für Deutschland. Denn wir sind mit unserer doppelten Unterbewertung (die des Euro und Deutschlands innerhalb des Euro) Teil des Problems, nicht Teil der Lösung. Unseren „niedrigsten Schulden“ stehen auch die größten offenen Forderungen gegenüber, fast alle in Euro. Die fallen buchstäblich sofort aus. Der Kapitalabfluss beträfe Deutschland am stärksten, weil dort das meiste geparkt ist. Die Höchststände des DAX zeigen das doch deutlich. „Sichere Häfen“ sucht man aber für gewöhnlich unter dem Wind, nicht gerade an der Peripherie des Sturms, in Deutschland. Die Anziehungskraft Deutschlands stiege zwar kurzfristig enorm, aber besonders von Seiten der Krisenstaaten der EU, die durch die italienische Misere mit in den Strudel gerissen werden. Die Produktivität Deutschlands sänke hingegen rapide, weil die europäischen Märkte komplett wegbrechen und das Volumen der deutschen Exporte unmöglich von anderen Märkten aufgenommen werden kann. Soll ich weitermachen…? Lieber nicht!


21.5.2018: Die Linken, die es dank ihrer Ideologie nicht geschafft haben, den sozialen Frieden im Land zu bewahren, sehen überhaupt keinen Zusammenhang zwischen der von ihnen so sehr geschätzten Idylle aus Bio-Bauernhöfen, Pferdeställen und Waldkindergärten und der Abwesenheit von Flüchtlingsheimen und Moscheen. Während man die Bio-Bauernhöfe schätzt, wundert man sich über das “Erstarken der AfD”, “obwohl” es im Stadtviertel keine Moscheen gibt. Vielleicht, aber nur vielleicht, wählen deshalb so viele in Berlin-Blankenfelde diese Partei, damit das auch so bleibt? Andere Kräfte gibt es ja derzeit leider nicht, die sich zur Garantie einer derartigen “deutschtümelnden Spießeridylle” bereitfinden, welche die Autorin so sehr schätzt. Muslime schicken ihre Kinder nicht in Waldkindergärten und der Bio-Fimmel deutscher Ökofaschisten ist ihnen gänzlich fremd. ZEIT-Autorin Caroline Rosales aus Bonn sollte vielleicht wieder zurück an den Rhein ziehen, am besten nach Bad Godesberg. Dort gibt es diese Probleme nicht. Dafür andere, für deren Zwicken und Zwacken man aber auch die AfD verantwortlich machen kann. Ein Umzug wäre mutiger, als einen Einkaufswagenchip mit AfD-Logo zu entsorgen, den Besitzer für dumm zu verkaufen und darauf auch noch mächtig stolz zu sein.


11.5.2018: Wir halten mal fest: Dem Iran geht es dreckig, was Trumps Schuld ist. Die Währung ist im letzten Jahr um 34% eingebrochen, was allein Trump geschafft hat. Investitionen blieben aus, Arbeitsplätze wurden nach der Unterzeichnung des Atomdeals 2015 nicht geschaffen, was Trump zu verantworten hat, der Iran gibt den Europäern, China und Russland nun einige Wochen Zeit, mit Trump fertig zu werden. Sie müssen nun ausbaden, was Amerika, also Trump, angerichtet hat. Teheran benutzte das Geld, was seit 2015 in den Iran fließen konnte, um sein Militär aufzurüsten und Terrororganisationen zu unterstützen, was natürlich auch Trumps Schuld ist. Die Antwort Rohanis ist deshalb nur logisch: Da wir unsere Wirtschaft nicht ans Laufen bekommen, weil islamischer Etatismus genauso Scheiße funktioniert wie sozialistischer, wenn wir unsere Bevölkerung nicht mehr satt bekommen und unsere Währung verfällt, wenn das Ausland uns nicht einfach Geld schickt und auf Transparenz, der Existenz Israels und Rechtssicherheit ganz allgemein besteht, dann reichern wir eben wieder Uran an. Dann wird alles gut, denn wie lautet doch der Spruch der großen französischen Philosophin der Verklärung, Marie-Antoinette: Wer kein Brot hat, soll eben “Yellow Cake” fressen.

1.5.2018: Nur kurz einige Gedanken zu der medialen Bombe, die Netanyahu bezüglich des Atomprogramms hat platzen lassen, nachdem der Mossad im Iran in den letzten Wochen offenbar Körbeweise hochgeheimes Material in die Hände bekommen und unbemerkt aus dem Iran herausgeschmuggelt hatte. Reife Leistung, btw! Natürlich garnieren unsere Medien die Enthüllungen als “angeblich” und das Wort “Beweis” schreibt der Spiegel nur in Anführungszeichen. Das seien im übrigen alles olle Kamellen, die gar nichts neues enthielten, meint der Spiegel. “Ach wirklich”, möchte man da gleich rufen. Dann wäre ein schöner Artikel über acht Seiten mit Aufmacher auf der Titelseite im “Sturmgeschütz der Demokratie” ja wohl Pflicht gewesen. Aber Pustekuchen, nur lasches Gerede!
Die Fülle an Material jedoch, von der im Moment nicht klar ist, wie weit es in die Gegenwart reicht, wurde ganz offensichtlich an einem Ort versteckt, der der IAEA vollkommen unbekannt war, praktischerweise nur ein paar Meter von einem bekannten Forschungszentrum entfernt und als Bruchbude getarnt. Doch selbst wenn das Material, die Baupläne, die Fotos von Bombenteilen, die Implosions-Simulationen, die Zeitpläne und die Namen der Beteiligten von vor 2015 stammen sollten, stellt sich immer noch genau eine entscheidende Frage: >>Wieso können stichhaltige Beweise für ein Atomprogramm des Irans namens “Amad” auftauchen, wenn der Iran immer wieder und dediziert bestritten hat, dass es ein solches Programm jemals gegeben habe?<<
Fool me once: shame on you. Fool me twice: shame on me!


25.4.2018: Da ich die “Fundstücke” in den letzten Tagen sträflich vernachlässigt haben, heute mal einen “Gedankensplitter” zur Auflockerung, und zwar in einer ernsten Angelegenheit.

In letzter Zeit lese ich immer mal wieder die Forderung, eine neue Verfassung auf den Weg zu bringen, weil Artikel 146 GG dies verlange: “Dieses Grundgesetz, das nach Vollendung der Einheit und Freiheit Deutschlands für das gesamte deutsche Volk gilt, verliert seine Gültigkeit an dem Tage, an dem eine Verfassung in Kraft tritt, die von dem deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen worden ist.” Zum Glück haben die Väter und Mütter des GG jedoch kein VerfallsDATUM eingebaut, sondern ein VerfallsEREIGNIS: eben jene Verfassung, die wir nicht haben. Aber mit Wünschen ist das so eine Sache, man sollte vorsichtig sein mit deren Äußerung.

Jeder der mit dem Gedanken liebäugelt, eine verfassunggebende Versammlung könnte nun doch endlich mal den Nachfolger des Grundgesetzes auf den Weg bringen, sollte sich überlegen, WER in einer solchen Versammlung die Mehrheit hätte und WAS in einer solchen Verfassung am Ende stünde. Ich gebe mal “auf Verdacht” ein paar Stichpunkte: das Primat Brüssels in allen Angelegenheiten, Sozialstaat statt sozialer Staat und Migration als Staatsziel, Einschränkungen der Meinungsfreiheit und Verbot falscher Meinungen, ÖR-Rundfunk samt dessen Finanzierung aus der Länderverantwortung nehmen und eine Stufe höher ansiedeln, Umformulieren von Artikel 21 dergestalt, dass Parteien nicht nur an der politischen Willensbildung mitwirken, sondern diese von den Parteien AUSGEHT – und auch von welchen…soll ich weitermachen? Ich würde noch heute katholische werden und mit dem Beten anfangen, sollte eine verfassunggebende Versammlung einberufen werden. Etwas Besseres als das GG werden wir in absehbarer Zeit nicht bekommen. Wir sollten darauf drängen, es einzuhalten, statt es in Frage zu stellen, weil dessen ebenso optimistische wie bescheidene Autoren mit Blick auf die Wiedervereinigung von dessen zeitlicher Beschränktheit ausgingen. Von der Beschränktheit der Deutschen im 21. Jahrhundert konnten sie ja nichts wissen.


16.4.2018: Auch der Spiegel kreist wieder um das Thema Antisemitsmus an deutschen Schulen und glaubt, die Ursache zu kennen: der Nahostkonflikt! Ich kann es nicht mehr hören! Im Gegensatz zur philosophischen Frage mit dem Huhn und dem Ei, ist die Reihenfolge hier doch etwas leichter zu beantworten – der Nahostkonflikt ist nämlich selbst die Folge von Antisemitismus. Nicht umgekehrt! Wer das Mobbing jüdischer Schüler an deutschen Schulen (besonders gern an solchen mit dem Prädikat „Schule ohne Rassismus“) mit dem Nahostkonflikt erklärt und keine religiösen Ursachen erkennen will, hat echt den Schuss nicht gehört. „Was steckt hinter religiösem Mobbing“ fragt der Spiegel und Willy Klawe, Leiter des Hamburger Instituts für Interkulturelle Pädagogik (HIIP) weiß natürlich Bescheid: “Das Problem mit antisemitischem Mobbing ist nicht neu. Allerdings werden Berichte über antisemitische Beleidigungen auch genutzt, um zu polarisieren und Vorurteile gegenüber Muslimen zu schüren“. Es ist, als würde sich der Anwalt eines Bankräubers darüber beschweren, dass sein Mandant als Verbrecher bezeichnet werde. Klawe möchte natürlich nicht ausgrenzen und bietet stattdessen Seminare an, „…in denen Opfer und Täter zusammenkommen.“ Und wieder einmal wurde die Schuld gerecht verteilt, indem man die Zeit sowohl des Täters als auch des Opfers in gleicher Weise beansprucht! Ich würde ja stattdessen vorschlagen, den Antisemitismus an unseren Schulen dadurch zu begegnen, dass man die Antisemiten achtkantig rauswirft und den Eltern eine Schul- und Umzugsempfehlung für eine Madrasa in Rawalpindi ausstellt. Die Wiedereingliederung kann medial herzlich von SPON-Autorinnen beklingelt werden. Aber das wird nicht geschehen, weil man wohl keine leeren Schulen in Berlin haben möchte, weil die Antisemiten dort teilweise schon die Mehrheit stellen.


9.4.2018: Und jetzt mal zu etwas völlig anderem – Netflix! Als großer Fan Homers und der Ilias dachte ich, eine Serie über den Krieg um Troja könnte eine interessante Idee sein. Die ganze epische Dichtung über Freundschaft, Verrat, Liebe, Hass, Pflicht und Gewalt, Götter und Menschen…damit ließen sich Abende füllen. Auch die Idee, nicht Achilles und Hektor in den Mittelpunkt der Handlung zu stellen, sondern die Geschichte an Paris und Helena aufzuhängen, schien zumindest interessant. Die rasche Vorstellung eines gewissen Aeneas ließ sogar hoffen, dass in einer weiteren Staffel Vergil zu Wort kommen könnte und man nach dem Fall Trojas mit der Gründung Roms weiter machen möchte…warum nicht!

Achilles. Fixiert er gerade den Pizza-Boten oder fragt er sich, warum er ausgerechnet zu diesem Casting gegangen war?

Jedoch, um es kurz zu machen: daraus wird nichts. Nicht für mich jedenfalls. Nach Folge zwei war Schluss, ich konnte diesen Mist nicht mehr ertragen. Nun ist es nie leicht, eine literarische Vorlage in einen guten Film oder eine gute Serie zu verwandeln – man sollte jedoch darauf achten, dass nicht allzu viele Logikfehler auftreten und wenn die Vorlage ein Stück Weltliteratur ist, sollte man den Figuren nicht allzu große Gewalt antun. Vergessen wir für einen Moment, dass Zeus und Achilles noch nie schwarz waren – das kann, wenn Handlung und Schauspiel stimmig sind, noch als Petitesse durchgehen. Wobei ich doch sehr hoffe, dass zum Beispiel bei einer Neuverfilmung von “Amistad” die Rolle des “Cinque” von jemandem übernommen wird, der Djimon Hounsou das Wasser reichen kann und dunkle Haut hat, anstatt etwa von Jan-Josef Liefers – egal wie sehr letzterer die Sklaverei verdient haben mag. Wie gesagt: geschenkt. Dass aber Menelaos Vater(??) auf Kreta starb und sich dieser dorthin mit den Worten auf den Weg machte “bis in fünf Tagen”, frage ich mich schon, ob er die Schnellfähre oder den Acht-Uhr-Flug genommen haben mag. Bei solchen Nachlässigkeiten wird man hellhörig und findet weitere Schlampereien: Steigbügel an den Pferden, die erst hunderte Jahre später von hunnischen Reitern benutzt wurden, eiserne Waffen in der Bronzezeit und Legenden über Helden, die erst von den Römern erfunden wurden als Kindermärchen aus Troja und Mykene. Es war fast ein Wunder, dass sich die beiden nicht über Tinder kennengelernt haben und Agamemnon die Finger vom Smartphone lassen konnte, um Odysseus zum Heer zu rufen! Dann die Dialoge: hölzern. Die Schauspieler: kennen ihre Rollen nicht und agieren, als hätten sie eigentlich grad an was ganz anderes gedacht. Einer Wunde beim eitern zuzusehen, ist spannender! Man sollte an alle Orte fahren, an denen Homer angeblich begraben sein soll, um den Streit über die letzte Ruhestätte des Meisters endlich zu klären. Das Geräusch, dass er beim Rotieren im Grab macht, kann man sicher nicht überhören! Gesamturteil zu “Troy – Fall of a City”: φρικτός!


7.4.2018: Der grundlegende Denkfehlerder „Antwort 2018“ ist, dass die „Erklärung 2018“ gar keine Frage gestellt hat.


4.4.2018: Minister Scheuer knüpft an die großen Logik-Erfolge an, die sein Parteifreund Dobrindt in der letzten Legislatur der GroKo einfahren konnte. Scheuer möchte eine App entwickeln, mit der die Bürger Funklöcher melden können. Ob die Meldungen den Minister per Brieftaube oder Meldepfeil erreichen sollten, ist noch nicht ganz klar. Die Markierung mittels App funktioniert aber schon ganz gut, wie die hier zu sehenden begeisterten Test-User der App zeigen.


2.4.2018: In der Tat sind all die Frotzeleien, die Potenzanspielungen und das ganze andere niveaulose Gekeife von Silke Burmester locker zu ertragen. Das sind die Körner im täglichen Brot, die die “Abweichler” und “Aus der Reihe Tänzer” nicht bei der Verdauung stören. Aber die Formulierung “Rausgeworfen aus der Gemeinschaft” kommt wie ein Verplappern daher. “Die Gemeinschaft”, das ist offenbar das mediale Auenland wohlmeindender Journalisten-Hobbits, deren Horizont schon durch die Nachbarshügel begrenzt ist und die scheinbar alle dasselbe Kraut rauchen. Mal ehrlich Leute: es wird Zeit, das Auenland zu verlassen! Burmesters Abrechnung mit Thomas Fischer, einem ehemaligen Richter und alten weißen Mann wird bei meedia geradezu filetiert – zu Recht, muss man sagen!


1.4.2018: Im deutschen Medien nichts Neues. Es sind ja immer genug Reporter vor Ort, um die gehetzten Gesichter palästinensischer “Demonstranten” zu filmen, die ihre kleinen Kinder in die Kameras halten, die sie selbst in den Konflikt schleifen. Israel, Israel hat das getan. Israel, Israel ist schuld! Dabei war es die Hamas, die diese Riots angezettelt hat, die hier in den Zeitungen immer noch als Proteste bezeichnet werden. Und ehrlich, es ist grausam, was den Menschen da gerade geschieht, weil man sie ohne Sinn und Verstand gegen die Gewehrläufe der IDF rennen lässt, die selbstredend nicht zulassen kann, dass die Grenze überrannt wird. Doch die Menschen können sich auch nicht umdrehen und nach Hause gehen, weil hinter ihnen die Gewehre der Hamas auf die warten. Kanonenfutter. Der Speigel (kein Vertipper) ging jedoch brav der Hamas-Propaganda auf den Leim und berichtete vom “Tod im Petersilienfeld” und das Recht Israels, sein Staatsgebiet zu schützen, wurde mal wieder in Anführungszeichen geschrieben. Doch die IDF hat medial aufgerüstet. Wärmebildkameras und Drohnen sind live dabei und was angeblich Petersilie pflückende Bauern war, entpuppt sich als bewaffnete und entschlossene Hamas-Kämpfer. Doch Speigel und Co berichten im Nahostkonflikt noch immer erst von der zweiten Kugel, die dann natürlich von Israel abgefeuert wird. Die erste Kugel war dann wohl ein Strauß Petersilie.


26.3.2018: Malu Dreyer distanziert sich von etwas, mit dem sie offiziell nie etwas zu tun gehabt zu haben behauptet: der Antifa, die “ihre” Veranstaltung durch Angriffe auf Polizei und Demonstranten verschönerte. Das endet deshalb als Eigentor!
Distanz, das Gegenteil von Nähe,
du nicht von fernen Dingen suchst.
Weshalb dein Gegner gern es sähe,
dass du dich distanzieren musst!
Nun klebt der distanzierte Gegenstand,
durch dieses Schieben an der Hand.


21.3.2018: Die Leipziger Buchmesse ist vorbei, die Nachbetrachtungen zum Thema “Wie Nazi kann man sein und warum” sind es selbstredend nicht. Die TAZ, in der es in letzter Zeit sogar einige bemerkenswerte Artikel zu lesen gab, fällt allerdings gerade wieder in revolutionäre Barrikadenzeiten blinden Stumpfsinns zurück, entstaubt die Kampfbegriffe und schärft die Wortklingen. Der ganze TAZ-Artikel trieft nur so vor Selbstgerechtigkeit und Kampfsimulation und ich gab den Versuch, mich inhaltlich ernsthaft damit zu befassen, angesäuert auf. Nein, die Benennung meines ersten Magengeschwürs nach dem subventionsgepuderten Blättchen der Salonrevolution muss noch warten. Gut, dass ich kompetente Kollegen und Freunde habe, die angesichts dieses rostroten Dickichts ungerührt bleiben, die Stihl anwerfen und mit langem Sägeblatt durch das knisternde, trockene Gestrüpp fahren. Danke Alexander Wendt! Deinen Text entführe ich hier zu mir auf diese Seite, auf das er nicht verloren gehe:
Hallo, liebe Stalinisten von der taz! Oder Stasis. Oder Gulagwächter. Ich darf euch doch so nennen, oder? Wir müssen uns doch hier nicht totdifferenzieren. Wollen wir ein Spiel spielen? Gibt man also Gulagwächtern wie euch Raum, dann füllt ihr ihn. In der taz, im Parlament, auf der Straße. Das ist schlecht. Also ergibt Kommunikation mit euch wenig Sinn. Man muss euch das Leben so schwer machen, wie es geht. In Deutschland gibt es auf diesem Gebiet – Lebenserschwernis für bestimmte Gruppen – wirklich reichliche Expertise.
Privatadressen ins Internet stellen, das wäre schon mal ein erster Schritt. Eure Autos abbrennen. Eure Kinder in der Schule unter Druck setzen. Ab und zu mal jemand verprügeln, wenn die Mehrheitsverhältnisse mindestens zwei zu eins sind, so wie kürzlich zwei Männer einen Anti-Merkel Demonstranten in Hamburg zusammengeprügelt hatten. Kurzum, genau so, wie ihr es fordert: das Leben eines markierten Menschenkreises so schwer wie möglich machen. Nur, dass ihr jetzt (auch) dieser Menschenkreis seid.
Dann, liebe Pol-Pot-Fans, wäre doch eine Art Gleichstand zwischen euch und der unübersehbaren Zahl von Nazis in diesem Land erreicht, über die ihr jeden Tag schreibt.
Um aber wirklich damit anzufangen, würde ich gern entweder als Kommentar hier oder via PN Nachrichten von euch bekommen: Wer von euch möchte es tatsächlich in echt mal lebensschwer gemacht bekommen, richtig mit scharf und alles? Also nicht, wie es bei euch immer heißt: “Bin auf Twitter bedroht worden.” Nein, richtig Stahlgewitter und Langemarck, Skala von Nasenbruch bis oben offen. #MeeToo! Taz-Redakteure, Jakob Augstein, Frau SpOn Stokowski, Georg Diez: da müsst ihr jetzt durch! Bekennt euch öffentlich dazu, Blutzeugen der wechselseitigen Lebenserschwernis zu werden, exakt nach euren eigenen Forderungen. Bekennt euch: ja, wir wollen auf’s Maul.
Falls aber nicht: haltet fürderhin einfach öffentlich die Klappe, wenn es um eure Gewaltphantasien geht. Lebt sie zuhause mit einer Wochenendpackung Tempos aus. Aber malt anderen nur dann ein bestimmtes Schicksal in Flammenschrift an die Wand, wenn ihr es für euch selbst auch so dringend wünscht, dass ihr es gar nicht mehr aushaltet.


12.3.2018: Wir leben in Zeiten, in denen es nur noch schwarz und weiß zu geben scheint. Die Grautöne verschwinden immer mehr aus dem Blick, weil der Kontrast zu stark hochgezogen und die Zeit zu knapp ist, auf Zwischentöne zu achten. Deshalb trete ich hier mal einen Schritt zur Seite und werfe einen Blick auf einen Ort, der dem landläufigen Begriff der Ewigkeit schon recht nahe kommt – zumindest nach menschlichem Maßstab und durch meinen Blick: Rom. Zwar kann ich nicht durch Urkunde oder Pass belegen, dass dies “meine” Stadt ist, ich betrachte sie aber als solche. Rom ist die Stadt, die schon alles erlebt, alles gesehen, alles ertragen und alles überstanden hat. Sie ist gleichgültig, fett, schmutzig, duftend, unnahbar und vertraut zugleich. Rom ist Licht und Schatten und alle Zwischentöne. Immer, wenn es mir in Deutschland zu eng und unehrlich wird, denke ich an die ehrliche Enge von Rom, wo die Probleme zwar größer scheinen, als hierzulande, aber gleichzeitig niemand den Eindruck vermittelt, die lösen zu können. Alles fließt, frisst sich selbst, verdaut sich selbst, erneuert sich unaufhörlich. Man lässt laufen, kümmert sich um die seinen und je schlimmer es in der einen oder anderen Ecke aussieht, umso mehr achtet der Römer und insbesondere die Römerin auf Würde, Selbstachtung und Gelassenheit. Das Spiel von Licht und Schatten in Rom, seinen Straßen und Sakralitäten, seinen Bewohnern und Bettlern, den Damen und Dieben macht süchtig. Hier eine kleine Auswahl von “heruntergefallenen Fotos”, die ich beim durchsehen meiner Archive gerade gefunden habe und – passend zum Thema – hier mal in schwarz/weiß aber kommentarlos zeigen möchte. Achtet auch auf die Grautöne…viel Spaß.


15.2.2018: Na, liebe ARD? Wie wäre es mal mit einem Themenabend zu einem weit realistischeren Szenario der Entwicklung Deutschlands? Statt TAZ-Drehbücher dann auch noch von TAZ-Schreiberlingen im Spiegel beklatschen zu lassen, könntet ihr die Realität das Drehbuch schreiben lassen. Für alle, die den Welt-Artikel nicht lesen können, weil er hinter der Bezahlschranke liegt, eine kurze Zusammenfassung. Jecheskeli, ein israelischer investigativer Journalist, bastelt sich eine islamistische Identität, kauft für 1250 Dollar einen syrischen Pass (nicht gut gefälscht, sondern fast echt, könnte ohnehin nur in Syrien falsifiziert werden), besteigt ein Flugzeug und wird in Berlin von einem Sachbearbeiter betreut, der aus Gaza stammt. Der gibt gern Tipps, wie man die deutschen Behörden narren kann und die Familie schnell nachholt. „Mit Allahs Hilfe beginnst du hier jetzt ein neues, islamisches Leben“. In den Moscheen hört Jecheskeli Predigten mit dem Tenor “integriert euch nicht”. Das ist Alltag in Germanistan, wo die Dawa, die gewaltlose Unterwanderung und Bekehrung, bereits im vollen Gange ist. Die Welt weiter: “Die wahren Absichten der Zuwanderer würden in Deutschland nicht überprüft. Keiner der Flüchtlinge, die er im Auffanglager getroffen habe, hätte die Absicht gehabt, sich zu integrieren.” — es ist also angerichtet und kann serviert werden. Heiß oder kalt…das steht noch nicht fest.


7.2.2018: Genau heute von 78 Jahre hatte Disneys erster Abendfüllender Animationsfilm “Pinocchio” in den USA Premiere. Da kann man ruhig mal klatschen! Ruft doch mal “Martin”…!


5.2.2018: In den letzten Tagen sammelte ich Material, um mir ein aktualisiertes Bild vom Zustand der Türkei zu machen. Das Zusammenzufassen ist eigentlich unnötig, weil die Fakten bekannt sind. Zumindest die wichtigsten. Freie Geister zieht es in der Türkei momentan nach Izmir, weil die AKP dort einfach keinen Fuß auf die Erde bekommt. Oder sie verlassen das Land – oder sitzen im Knast. Im Syrienkonflikt ist Erdogan dabei, in die blutigen Stiefel des IS zu steigen und den Kurden – selbst denen, die nicht in der Türkei leben – den Todesstoß zu versetzen. Die Panzer, die nördlich von Kobane an der Grenze standen, um den IS gewähren zu lassen, rollen nun nach Syrien, um das “Werk” des IS zu vollenden. Die Türkei gebiert etwas, dass wir uns wohl in den schlimmsten Träumen nicht vorstellen wollen. Wie immer, wenn ich für einen Artikel sammle, mache ich mir Gedanken über ein Teaser-Bild, konnte aber nichts Passendes finden – bis mir das hier einfiel. Deshalb heute mal nur ein Bild, kein Artikel.


4.2.2018: L’État c’est moi – der Staat bin ich! Sagte Ludwig XIV und aus seiner Sicht war das auch richtig. Wenn jedoch 300 Jahre und einige Revolutionen später Staatslenker und Regierungsklüngel schon wieder mit solchen Gedanken kommen, finde ich das sehr bedenklich. Es sagt einerseits viel über das Selbstverständnis unserer Polit-Eliten. Andererseits zeigt es die Liederlichkeit unserer Medien, die solchem Gefasel durch Verwendung verdrehender Begriffe Vorschub leisten. Unvergessen die Worte von Julia Klöckner, die meinte „der Staat habe gut gewirtschaftet“, womit sie die hohen Steuereinnahmen auf die Leistungsseite ausgerechnet derjenigen schlug, die von diesen Steuern leben, statt sie zu „erwirtschaften“. Einen neuen Gipfel der Ehrlichkeit erklomm Ralf Stegner am 3.2.2018 in der Tagesschau: „Wir glauben, der Markt regelt gar nichts, sondern der Staat muss sich kümmern.“ Der Staat regelt alles, der Staat bestimmt alles. Es gab Zeiten, in denen hätte ich von einem Sozialdemokraten noch erwartet, dass er die dienende Funktion des Staates begreift, obgleich die Neigung, jede Form menschlichen Strebens staatlicher Kontrolle zu unterwerfen, auch der Sozialdemokratie nie ganz fremd war. Doch heute sind die Hemmungen, staatliche Kontrolle zur gesellschaftlichen Norm zu erklären, längst abgelegt. Wenn nicht einmal die Union, welche das gesellschaftliche Modell traditionell von innen (Familie, Individuen) nach außen (Land, Staat, EU) denkt, dem fortschreitenden Etatismus nicht widerstehen kann. In solchen Zeiten käme es auf die Medien an. Es wäre wichtig, dass diese die außer Kontrolle geratenen Eliten begrifflich erden, indem sie deren Argumente und deren „Wir sind der Staat“-Gewäsch nicht noch verstärken. Doch was lesen wir zum Beispiel in der Headline eines Artikels des ehemaligen „Sturmgeschützes der Demokratie“? „G20-Gipfel kostet Bundesregierung 72,2 Millionen Euro“ – wohlgemerkt: die Bundesregierung zahlt! Nicht etwa der Steuerzahler, in dessen Taschen hier tatsächlich gegriffen wurde. Über’n Daumen hat der G20-Gipfel jeden tatsächlichen Steuerzahler zwei Euro, oder jeden Einwohner Deutschlands knapp einen Euro gekostet. Es ist kaum anzunehmen, dass Merkels Kabinett die G20-Kosten wie eine Pizza-Rechnung durch 13 geteilt hat. Ich habe prinzipiell nicht gegen solche Veranstaltungen. Aber man sollte in der Berichterstattung schon so ehrlich sein zu erklären, wer die Pizza-Rechnung in Wirklichkeit beglichen hat.


immer noch 28.1.2018: Erfolgreichen Unternehmern wie Ingvar Kamprad muss man ein Denkmal setzten. Alle Kommentatoren, die seinen Tod verkünden, greifen sofort nach der Keule “Steuerflüchtling” oder “reicher Mann”, um sein Erbe zu relativieren. Aber, er hat etwas geschaffen, das bleibt, weil es in die DNA von Millionen Menschen eingebaut wurde, seien es nun Studenten mit kleinem Budget oder Anwaltskanzleien mit Bauhaus-Charme. Hoffentlich halten seine Erben den Laden gut am Laufen. 


28.1.2018: Nein, ich schreibe nicht gezielt gegen die Grünen! Es ist nur so, dass die Tontauben, mit denen diese seit Monaten um sich werfen, mir dauernd vor die Flinte kommen! Was soll ich also anderes tun, als abdrücken? Sie fliegen ja ohnehin nicht weit und ein gezielter Schuss sorgt vielleicht dafür, dass die flugunfähigen Ideen nicht auf den Köpfen argloser Passanten zerschellen. Die Bi-Pontiner Grünen warfen nun nicht bloß Tontauben, sondern Esel. Selbige sollen künftig “auf Zuruf” den OENV im ländliche Raum Zweibrückens bewerkstelligen, den Öffentlichen Esel Nahverkehr. Die Idee ist wohl aus der Not geboren. Aber nicht der, diese Aufgabe mit handels- und landestypischen Autos nicht bewerkstelligen zu können – und seien es selbst elöktrische. Sondern der Not, das vorhandene qualifizierte Fachpersonal mit adäquater Arbeit zu versorgen. Gestern noch Gold von den Schiffen, heute schon aufstrebender Kleinunternehmer im Zuruf-Transportgewerbe. Doch was Esel können, können nur Esel, liebe Grüne. Das ist bei Zugtieren wie bei Parteien.


26.1.2018: Kann mir jemand sagen, wann genau aus “traumatisiert”, “vor Krieg und Verfolgung geflohen” und “schreckliches durchgemacht” plötzlich “Stressresistenz und Durchhaltevermögen” geworden ist? Ich muss eine Phase der Berichterstattung nicht mitbekommen haben! Eine Leserin antwortet auf meine rhetorische Frage wie folgt: “Stimmt doch alles, was regt Ihr Euch auf? Zielorientiert gehen sie auf Frauen zu, belastbar sind sie hinsichtlich evtl. Gegenwehr und teamfähig, da meist im Rudel antanzend.” — Treffer, fürchte ich.


23.1.2018: Vorsicht, liebe Grüne und Linke, nicht zu früh freuen. Der Übertritt des AfD-Mitglieds Wagner zum Islam könnte als Axt in eurem Knie landen. Die Ablehnung seiner Bewerbung für den Gemeinderat der ev. Kirche aus 2016 mit der Begründung, dessen Partei verfolge “menschenfeindliche Ziele”, könnte sonst als Bumerang zurück kommen. Was sagt diese Zuschreibung eigentlich über die Religion aus, der Wagner nun beigetreten ist? Wahre Christen können keine AfDler sein, hört man immer wieder. Ist der Islam also eine bessere Heimat? Wegen seiner Ziele vielleicht? Was wäre eigentlich, wenn die AfD geschlossen zum Islam überträte? Müsste sie dann nicht eurer Sympathie gewiss sein? Ich würde an eurer Stelle nicht länger darüber nachdenken – Zirkelschlüsse lassen sich nämlich logisch nicht auflösen.


21.1.2018: Der Count-Down läuft, heute will die SPD beschließen, ob sie eine eigenständige Partei bleiben möchte, oder, gegen den Willen von fast 90% der deutschen Bevölkerung mittelfristig eine Fusion mit der vergrünten Merkel-CDU anstrebt. Wie werden sie sich Genossen aus dem „Willy-Abgebrannt-Haus” wohl entscheiden?
A)– Der Parteivorstand schließt die Jusos vom Abstimmungsprozess aus und ordnet eine sofortige Altersfeststellung an. Alle Volljährigen Juso-Mitglieder werden verhaftet und ins Saarland abgeschoben, wo sie von Heiko Maas in digitaler Einzelhaft gehalten werden.
B)– Martin Schulz betritt das Podium, zieht ein japanisches Wakizashi und droht, sich hineinzustürzen, sollte er nicht die erforderliche Mehrheit für die GroKo erhalten. Das Präsidium beschließt daraufhin ohne Gegenstimme die eilige Installation von Zeitlupenkameras, um den historischen Moment aus verschiedenen Winkeln festzuhalten.
C)– Der Parteivorstand gibt argumentativ alles – Andrea Nahles tanzt und singt „Und diese Biene die ich meine, die heißt Angela“, im Saal werden Sauerstoffmasken gereicht – im Tausch gegen ein „Ja“ zur GroKo.


19.1.2018: Dieses Land bricht nicht plötzlich zusammen, es erodiert langsam aber stetig vor sich hin. Man muss schon an die neuralgischen Punkte schauen, um das zu bemerken. Dorthin, wo die Abwehrschlachten toben, vor Gerichten, bei der Polizei, den freiwilligen Helfern und dem medizinischen Personal. Die Menschen dort melden sich nicht mit Petitionen, organisieren keine Protestmärsche und nageln auch das Grundgesetz nicht an die Tür des Kanzleramtes – diese Menschen brechen einfach still zusammen, geben auf und verschwinden. Wenn es vorbei ist, werden es deshalb nicht die Allahhuagbar-Rufe sein, die uns auffallen werden. Es wird die Stille sein, die sich über alles legt, die Menschen in ihre Häuser und ihre gated Communities treibt. Unsere Politiker werden diese Stille für Frieden halten, die eigentlich eine Friedhofsruhe sein wird. Rettungssanitäter David R. hat aufgegeben und sich in Stille und Exil verabschiedet. Ich kann’s ihm nicht verdenken.


18.1.2018: In Österreich reagiert man traditionell sehr empfindlich auf deutsche Bevormundung. So wie Kurz bei Maischberger behandelt wurde, hilft ihm das sowohl bei der Bevölkerung als auch beim Koalitionspartner. Die FPÖ wird sich diebisch freuen, all das zu entkräften, was die Ankläger aus der ARD den Zuschauern als “Wissen” verkaufen wollte. Kurz hat sich ins Studio gesetzt, ist ruhig geblieben, hat sachlich argumentiert und wurde im Gegenzug mit faulen verbalen Eiern beworfen und infantil beleidigt – ganz zu schweigen von den peinlichen Nazivergleichen, die im Studiohintergrund eingeblendet wurden. Wem bei derartig deutlich von Verachtung getragenen Fragen am Ende die Sympathien zufliegen, sieht man an den Kommentaren hier. Kurz hat das wohl einkalkuliert und perfekt genutzt – Maischberger und Trittin wurden als Eiferer entlarvt, die Auswahl ausgerechnet Trittins als Sekundant Maischbergers zeigt außerdem überdeutlich, wo das Herz der Macher im ÖR schlägt. Was wird von dieser Sendung hängen bleiben? Ganz einfach, Entsetzen darüber, wie man im deutschen Fernsehen mit ausländischen Staatslenkern umzugehen bereit ist, die dem “german way of life” nicht folgen. Danke an Bundeskanzler Kurz für die Lehrstunde über ideologisch verblendete deutsche Meinungsmacher, als wenn es da noch eines Beweises bedurft hätte.
Ach, Frau Maischberger, da Ihre Sendung voll auf Linie liegt und deshalb wohl auch weiter von unseren Gebühren getragen wird, hätte ich eine Bitte: behalten Sie diesen herablassenden Ton bitte bei, wenn Sie das nächste Sommerinterview mit der Kanzlerin machen.


14.1.2018: Nach Trumps “Shithole-Gate” steht die selbstgerechte und selbstbetrügerische Weltelite der Medien geschlossen auf und protestiert. Sowas sagt man nicht, sowas stimmt auch nicht, sowas darf auch nicht sein! Das würde ja bedeuten, dass sich Millionen Menschen aus ihren Shithole-Countries auf den Weg in den Westen machen würden – und wann hätte man jemals von sowas gehört! Doch der ungehobelte, undiplomatische, unsympathische Trump schafft, woran seit Jahrzehnten andere Politiker scheitern: er spricht die blanke, nackte, hässliche Wahrheit aus. Er lockt Leute hervor, die sagen, “er hat doch verdammt nochmal recht!”. So wie den Nigerianer, Chaz Chiazo Ogbu, der in den Staaten lebt und genau die Worte findet, die hinter dem trumpschen Geplapper stehen: Macht endlich was! Nigeria first…wenn du ein Nigerianer bist! Und das ist auch gut so! I love this guy!


11.2.2018: Die drei großen Vorsitzenden treten hin vor die Welt und tuen kund und zu wissen, was das Stündlein in Deutschland, Europa und dem ganzen Rest geschlagen hat. Bei Minute 23:30 wird’s dann richtig peinlich. 


8.1.2018: Heute mal was völlig Unpolitisches. Hat jemand schon mal solch eine riesige Hirschherde gesehen?


immer noch 3.1.2018: Die Zahlen, mit denen Pfeiffer für seine Studie arbeitete, sind ja korrekt – nur seine Schlussfolgerungen sind billig. Er ließ genau drei Fäden aus seinem Knäul rausgucken: der eine ist die Wahrscheinlichkeit von Anzeigen im Fall von Straftaten – Deutsche zeigen eben gern Flüchtlinge an, während Flüchtlinge vor Dankbarkeit devot erstarren. Der zweite ist der fehlende “female touch” unter den Flüchtlingen, was mäßigend auf die wirken würde, aber ihre Mütter, Schwestern und Frauen seinen ja nunmal (noch) nicht da. Der dritte ist die Perspektivlosigkeit, die zwangsläufig zur Kriminalität führe, weil sich die edlen Wilden nicht so gern durch gewissenlose Unternehmer in Schwarzarbeit ausbeuten lassen wollen. Da kommt man schon mal auf die schiefe Bahn… (Ich frage mich ersthaft, was das für Schwarzarbeit sein soll.) Es hat keine 24 Stunden gedauert, bis landauf, landab fast alle Medien solange an den Fäden zogen, bis die Wirkung der eigentlichen Essenz der Studie verpufft war: Wir haben offensichtlich ein nordafrikanisches Kriminalitätsproblem. Keine Sau spricht mehr davon. Alle reden nur noch vom Familiennachzug und von den bösen Unternehmern, die Flüchtlinge zu Schwarzarbeit zwingen wollen. Ach, übrigens: bei Wilhelm Busch endete die Sache für Max und Moritz  dann doch irgendwann tödlich…


3.1.2017: Die sicherste Art (nach der Verwendung von Schlüsselworten wie Musel oder Nafri), die Wirksamkeit des seit 1. Januar geltenden NetzDG zu testen, ist es zumindest bei Twitter, eine bereits gesperrte Person in Stil, Inhalt oder Profilbild nachzuahmen oder hochzunehmen – kurz: mit Satire schafft man es. Das weiß nun auch die Titanic-Redaktion, die im Namen der AfD-Politikerin twitterte. Die Lage ist also unübersichtlich. Nun versucht man dort wohl als nächstes, einen Freifahrtschein zu erlangen, damit dieses versehentliche Sperren nicht noch einmal passieren kann. Vielleicht sollte man im Justizministerium darüber nachdenken, einen amtlichen Satire-Unbedenklichkeitspass auszustellen, dem natürlich eine amtliche Prüfung vorausgehen muss und den nur verdiente Künstler des Volkes erhalten können. Nur Inhaber dieses Passes erhalten dann uneingeschränkten Zugriff auf die Rechte, die sich aus Artikel 5GG ergeben.


1.1.2018: Wenn es ein Land in der islamischen Welt gibt, dessen Menschen ich “aus dem Stand” den Übergang zu einer liberalen, demokratisch verfassten Gesellschaft zutrauen würde – sobald man den religiös determinierten, repressiven Staatsapparat erst mal abzuschütteln im Stande war – dann ist es der Iran. 2009 hatte sich jedoch gezeigt, dass das Mullah-Regime sich seit 1979 so viele Kostgänger, Profiteure und Unterstützer in der Bevölkerung herangezogen hatte, dass es die unzufriedene Jugend nicht schaffte, das Ruder herumzureißen. Die abhängigen Verwaltungsangestellten, die Revolutionsgarden, die Armee, der Klerus…sie alle wurden entweder ideologisch oder mit Geld gefügig gemacht, nicht wenige haben mittlerweile so viel Dreck am Stecken, dass sie eine Nach-Theokratische, freie Gesellschaft nicht zu Unrecht fürchten. Halten die Proteste jedoch an, könnte im Vergleich zu dem, was im Iran geschehen wird, der “arabische Frühling” wie ein laues Lüftchen erscheinen. Umso angeekelter muss man davon sein, wie weite Teile unserer Medien über die Proteste berichten. Wenn President Trump erklärt, die Welt sehe genau zu, versteht das ZDF dies als “anstacheln”. Oberflächlich wie das ZDF nunmal ist, erklärt es die Proteste vordergründig als der schlechten Wirtschaftslage geschuldet, obwohl doch jeder weiß, dass es die im Iran herrschende Theokratie ist, welche Bestechung, Misswirtschaft und von Unkenntnis und ideologischer Verbohrtheit erst möglich macht. Nichts an dem, was Trump hier twitterte, verdient die dümmliche Kritik des ZDF! Die Wortwahl “anstacheln” ekelt mich geradezu an, zeigt sie doch, auf wessen Seite sich unsere Medien hier schlagen. Der kindliche Reflex, pauschal gegen alles zu sein, für das Trump steht, kostet uns die Freundschaft zu den Menschen, die im Iran nichts lieber täten, als endlich die Mullahs zum Teufel zu jagen!