Fundstücke, Fragen, Gedankensplitter

13.9.2021: Von einem gesun­den Men­schen trotz hohem Anti­kör­per­nach­weis eine Imp­fung zu ver­lan­gen, ist wie einem Del­fin den Zutritt zum Frei­bad ver­wei­gern, weil er die See­pferd­chen-Prü­fung nicht abge­legt hat.


30.8.2021: Glück im Unglück. Läge Afgha­ni­stan am Meer, hät­ten die Tali­ban jetzt wohl auch einen Flugzeugträger.


24.8.2021: Das Her­kunfts- und Zweck­pa­ra­dox der Solidarität
1: Jedem, der auf dem Mit­tel­meer in See­not gerät, muss gehol­fen wer­den, obwohl er sich vor­sätz­lich in Gefahr bege­ben hat.
2: Jedem, der sich nicht imp­fen lässt, darf nicht gehol­fen wer­den, weil er sich vor­sätz­lich in Gefahr bege­ben hat.


16.8.2021: Nur zur Ein­ord­nung. Biden macht Urlaub in Camp David, im Situa­ti­on Room dort gehen die Uhren noch nach Win­ter­zeit (oder man benutzt ein Stock-Foto, weil POTUS gera­de nicht vor­zeig­bar ist), eine Erklä­rung zu Afgha­ni­stan gibt er „dem­nächst” ab und sei­ne Pres­se­spre­che­rin ist auch im Urlaub. Die­se Admi­nis­tra­ti­on hat sowasvonfertig!


15.8.2021: (Sym­bol­bild für die­sen Tag)


11.8.2021: Am 14.9. könn­te nach Cuo­mo der nächs­te unfä­hi­ge Gou­ver­neur aus dem Amt geke­gelt wer­den. Der Recall (gewis­ser­ma­ßen ein kon­struk­ti­ves Miss­trau­ens­vo­tum der Wäh­ler) gegen New­som in Cali­for­ni­en sieht im Moment Lar­ry Elder zwei­stel­lig in Füh­rung. Wenn man den Umfa­gen trau­en darf, könn­te das das Ende der Ein­par­tei­en­herr­schaft an der West­küs­te sein. Dass die Pres­se in CA ger­de Gift und Gal­le gegen Elder spuckt, zeigt die Ner­vo­si­tät im Estab­lish­ment. Wer ihn nicht kennt, dem sei sein Pod­cast auf You­Tube emp­foh­len. Ich jeden­falls drü­cke ihm alle Daumen.


10.8.2021: Und schwupps, schon geht alles ganz schnell. Aber nicht wegen der vie­len Toten, die auf sein Kon­to gehen, weil er C‑19-Pati­en­ten in Pfle­ge­hei­me steck­te. Sei­ne groß­fürst­li­che Bus­si-Bus­si-Bun­ga-Bun­ga Art brach Cuo­mo das Genick. Worst NY-Gou­ver­neur ever!
Zur Erin­ne­rung, wer das ist: Mr. „Shadow Pre­si­dent”, „Hero in the Pan­de­mic”, „The Light in this Darkness”…über den grü­nen Klee wur­de er gelobt. Jede Zei­tung und die New Yor­ker Pro­mi­nenz ris­sen sich dar­um, den Typen in den Him­mel zu heben. Er ließ im Früh­jahr 2020 die Gefäng­nis­se auf Furcht vor Covid öff­nen und Jun­kies in geschlos­se­nen Luxus­ho­tels unter­brin­gen. Er beklag­te sich dar­über, von der Trump-Regie­rung nicht genug Beatmungs­ge­rä­te zu bekom­men (was nicht stimm­te) und woll­te die in den eige­nen Lagern vor­han­de­nen nicht antas­ten, weil er sie „als Reser­ve” bräuch­te. Und so wei­ter und so wei­ter. Ach ja, die Pfle­ge­hei­me der älte­ren New Yor­ker wur­den des­halb mit Pati­en­ten voll­ge­stopft, weil Cuo­mo das rie­si­ge und per­fekt aus­ge­stat­te­te Laza­rett­schiff der Navy nicht nut­zen woll­te, denn Trump hat­te es geschickt. Was sind schon ein zehn­tau­send Tote, wenn man Oran­ge­man eins aus­wi­schen kann. Wenn in den USA je ein Poli­ti­ker in den Knast gehör­te, dann Cuomo.


5.8.2021:


24.7.2021: Wenn das Geld armer Men­schen aus rei­chen Län­dern an rei­che Men­schen in armen Län­dern fließt, nennt man das Ent­wick­lungs­hil­fe. (Ste­fan Aust)


4.7.2021: Vor­sich­tig, ganz behut­sam rückt der ÖRR von der grü­nen Heils­ge­stalt Baer­bock ab. Man lässt sie noch nicht fal­len, aber man öff­net schon mal die Hand zum Kon­junk­tiv und schaut, ob die Kan­di­da­tin, an die man sich nun nicht mehr klam­mert, steigt oder fällt. Wohl ohne es zu bemer­ken, lie­fert das ZDF durch eine zitier­te und ana­ly­sier­te Text­stel­le aus dem strit­ti­gen Buch ein Psy­cho­gramm nicht nur von Baer­bock, son­dern dem gan­zen grü­nen Welt­ret­tungs­zir­kus. So ver­wen­det Baer­bock fol­gen­de For­mu­lie­rung der Poli­to­lo­gin Flo­rence Gaub:

„Wer stän­dig in Kri­sen denkt, ver­harrt in der Kurz­fris­tig­keit und ver­liert an stra­te­gi­scher Tiefe.“
Ein guter, nach­voll­zieh­ba­rer Satz, den sich die Poli­tik lei­der – sie­he Coro­na – nicht zu Her­zen nahm. Bei Baer­bock wird daraus:

„Wer immer nur von der Gegen­wart aus denkt, ver­harrt in der Kurz­fris­tig­keit und ver­liert an stra­te­gi­scher Tiefe“.

Aus „Kri­sen“ wur­de „Gegen­wart“, was tief bli­cken lässt. Schließ­lich betrach­ten die Grü­nen die gesam­te Gegen­wart (Baer­bock wür­de die­sen Feind sicher als „Jetzt“ bezeich­nen) als im Kri­sen­zu­stand, den es zu über­win­den gilt. Alles umkrem­peln, alles umbau­en, alles bes­ser machen. Es ist der Tota­li­ta­ris­mus des Halb­wis­sens, das sich für erleuch­tet hält und jeden Wider­stand als in der Kri­se ver­har­rend wol­lend wahr­nimmt, mit dem kein Dia­log mehr nötig ist. Alles ist Kri­se und Gegen­wart, wir gestal­ten die kri­sen­freie Zukunft. Oder wie Anna­le­na Baer­bock es aus­drück­te: In dem Buch steht, was ich mit die­sem Land machen will. ⁠Übri­gens: „Von der Gegen­wart aus” zu den­ken ist die Pflicht jedes Poli­ti­kers. „Von der Ver­gan­gen­heit aus” den­ken His­to­ri­ker, „von der Zukunft aus” Science-Fiction-Autoren.


30.6.2021: Es zeugt schon von Wurs­tig­keit, wie das ZDF Baer­bocks zusam­men­ko­pier­tes Buch in Schutz nimmt. Was mache es schon, dass wei­te Tei­le aus Wiki­pe­dia oder bpb-Arti­keln abge­schrie­ben und von der Autorin nur sanft nach­ge­gen­dert wur­den, die Quel­len sei­en doch frei zugäng­lich. Sinn der gan­zen Zitie­re­rei ist es aber gera­de, dass der Leser immer weiß, wes­sen Gedan­ken er gera­de folgt. Und weil der Gedan­ke der kon­kre­ten For­mu­lie­rung vor­aus geht, kön­nen in Baer­bocks Buch nicht vie­le ihrer eige­nen Gedan­ken ent­hal­ten sein.

Wie bei den vie­len Flun­ke­rei­en in ihrem Lebens­lauf fin­det sich auch in ihrem Buch eine peter­pa­nes­ke Denk­faul­heit, die sich immer nur auf die Leis­tun­gen ande­rer stützt, sich selbst aber jedes Lor­beer­kran­zes für wür­dig erach­tet. Ist Anna­le­na nie erwach­sen gewor­den wie jener Peter aus Nim­mer­land? Oder hat sie erkannt, dass die eige­nen Gedan­ken nicht tief und gut genug sind und sam­melt des­halb lie­ber die Gedan­ken ande­rer? Hat es des­halb nicht zu aka­de­mi­schen Meri­ten gereicht, weil ihre Unfä­hig­keit zum selbst­stän­di­gen, nicht auf frem­de Ideen bezo­ge­nen Den­ken im uni­ver­si­tä­ren Umfeld zu offen­sicht­lich ist? Nun jeden­falls drückt sie mit einem Buch ihre Fäus­te in die Hüf­te und ver­sucht, mit geborg­tem Feen­staub abzu­he­ben. Anna­le­na selbst kann eben­so wenig flie­gen wie Peter Pan, ganz gleich wie das ZDF oder die Grü­nen es darstellen.


25.6.2021: Rüt­tes ehr­lichs­ter Satz steht am Ende des Spie­gel-Arti­kels: „Wir wol­len Ungarn in die Knie zwin­gen.“ So spricht eine ver­hin­der­te und ver­zwei­fel­te Groß­macht, der erst bei der Expan­si­on die Luft aus­ging, deren künst­lich geschaf­fe­ne Wäh­rung an Attrak­ti­vi­tät ver­liert, der ratio­nal ent­schei­den­de Mit­glie­der davon­lau­fen und die sich nun auf den inne­ren Zusam­men­halt mit jako­bi­nis­ti­schem Eifer stürzt.

Doch ich bezweif­le, dass sich Ungarn je wie­der zum Pro­tek­to­rat einer frem­den Macht wird machen las­sen, ganz gleich, ob die in Istan­bul, Wien, Mos­kau oder Brüs­sel sitzt. Denn wer erst mal vor Jako­bi­nern auf den Knien liegt, der ver­liert auch schnell sei­nen Kopf. Rüt­te, Regie­rungs­chef eines Steu­er­pa­ra­die­ses, das der EU eben­falls ein Dorn im Auge ist, lenkt die Auf­merk­sam­keit geschickt auf ein akti­vis­ti­sches und dem Nor­mal­bür­ger kaum ver­ständ­li­ches Feld, das sich jedoch medi­al wun­der­bar beackern lässt.

Das geän­der­te unga­ri­sche Gesetz hat dazu geführt, dass man sich Ungarn nun ein­zeln vor­knöp­fen kann. Vor­her war es näm­lich die man­geln­de Bereit­schaft zur Mas­sen­ein­wan­de­rung. Doch in die­ser Sache müss­te man auch Grie­chen­land, Ita­li­en, Däne­mark und Schwe­den an den unga­ri­schen Pran­ger stel­len und gegen gleich fünf Geg­ner möch­te man in der Haupt­stadt der Büro­kra­tie nicht die Hand erhe­ben, wes­halb sich das The­ma LGTBQ bei Kin­dern – bekannt­lich haben wir über­haupt kei­ne ande­ren Pro­ble­me mehr – bes­tens eig­net. Und nun haut alle kräf­tig drauf auf den unga­ri­schen Rücken!

Viel­leicht möch­te Rüt­te im Bin­nen­meer der EU nach Groß­bri­tan­ni­en eine zwei­te Flucht­in­sel für Arbeit, Kapi­tal und Frei­han­del ent­ste­hen las­sen? Das wird unwei­ger­lich pas­sie­ren, wenn die EU wei­ter sol­chen Druck aus­übt und ihre sou­ve­rä­nen Mit­glieds­staa­ten „in die Knie zwin­gen“ will. Nie­mand (außer Deutsch­land) wird vor Brüs­sel auf die Knie fal­len. Die­se kla­ren, undi­plo­ma­ti­schen Wor­te wer­den den Nie­der­lan­den noch kräf­tig auf die Klom­pen fallen.


18.6.2021: Es mag ver­rückt klin­gen, aber der Plan macht Sinn. Wir erin­nern uns an den stüm­per­haf­ten Irak-Krieg von Bush Juni­or, in des­sen Fol­ge von jetzt auf gleich die gan­ze ira­ki­sche Armee auf­ge­löst wur­de, statt nur Sad­dams Repu­bli­ka­ni­sche Gar­de zu ent­waff­nen und die Armee wei­ter zu bezah­len und Schu­len, Fabri­ken, Muse­en, Was­ser­wer­ke und Geschäf­te bewa­chen zu las­sen. Hun­dert­tau­sen­de jun­ge Män­ner, arbeits­los, Plei­te aber bewaff­net und jede Men­ge selbst­er­nann­ter Befrei­ungs­be­we­gun­gen und reli­giö­se Spin­ner. Das war der eigent­li­che Start ins Cha­os, von dem sich der Irak bis heu­te nicht erho­len konnte.
Im bank­rot­ten Liba­non droht Ver­gleich­ba­res. Wenn der liba­ne­si­sche Staat sei­ne Armee nicht mehr bezah­len kann, stün­de die His­bol­lah sofort mit ira­ni­schem Geld bereit, um die Sol­da­ten zu über­neh­men und nach Süden, Rich­tung Isra­el mar­schie­ren zu las­sen. Und das wäre am Ende eine viel schlech­te­re Vari­an­te als die 675.000 liba­ne­si­sche Pfund ($50!!) Monats­sold pro Sol­dat inter­na­tio­nal auf­zu­brin­gen, um die Trup­pe zu versorgen.


11.6.2021: Bes­ter Dia­log auf einer PK die­se Woche!
Vize­prä­si­den­tin Har­ris (USA): Wir müs­sen die Grund­ur­sa­chen bekämp­fen, war­um die Men­schen aus Gua­te­ma­la nach Nor­den gehen, den Klimawandel!
Prä­si­dent Giam­mat­tei (Gua­te­ma­la): Die Men­schen gehen nach Nor­den, weil Sie sie ein­ge­la­den haben.


10.6.2021: Nicht nur bei der FR ist man offen­kun­dig zu blö­de, Ein­kom­men und Ver­mö­gen zu unter­schei­den. Sie reden zwar von Ein­kom­mens­steu­er, wol­len aber an die Ver­mö­gen ran. Man muss das rich­tig ver­ste­hen, die Vor­wür­fe rich­ten sich nicht gegen ille­ga­le Prak­ti­ken, das ist alles völ­lig legal und ent­spricht der Steu­er­ge­setz­ge­bung in den Staa­ten. Zu der kann man ja ste­hen wir man will, soll­te sie aber ver­ste­hen, um sie sach­lich kri­ti­sie­ren zu kön­nen. Denn wel­che Steu­er war denn Null bei Bezos, Musk und Co? Gemein­de­steu­ern? Federal oder Sta­te-Taxes? Ihr wisst es schlicht nicht, meckert aber trotzdem.
Und machen wir zum Schluss die Nagel­pro­be, lie­be FR-Autoren: Wer von euch hat in letz­ter Zeit sei­nen Steu­er­be­ra­ter gebe­ten, eine Geset­zes­lü­cke zu fin­den, dank derer ihr mehr zah­len konn­tet als ihr muss­tet? Na? Sehe ich ein paar Hän­de? Nein? Aso­zia­les Gesindel!


5.6.2021: Wenn ich Chris­toph Blo­cher rich­tig ver­stan­den habe – und das ist bei des­sen aus­ge­präg­ten Schwi­zer­dütsch nicht ganz ein­fach für mich – dann ist die Schweiz in eine Fal­le der EU getappt. Es gibt eine Zah­lungs­ver­pflich­tung der Schweiz gegen­über der EU, die aus einem Kohä­si­ons­ab­kom­men stammt und eigent­lich den 2004 bei­getre­te­nen öst­li­chen EU-Staa­ten unter die Arme grei­fen soll. Für die­sem Pro­gramm sind noch etwas mehr als eine Mil­li­ar­de Euro an Zah­lun­gen offen. Nach dem Schei­tern des Rah­men­ab­kom­mens hat die EU nun die­se Rest­zah­lun­gen ein­fach umbe­nannt und spricht nun intern von „Markt­zu­tritts­ge­büh­ren“, wel­che die Schweiz an die EU zah­len muss. Nun ist die Befürch­tung Blo­chers, dass sich aus die­ser Umwid­mung ein in die Ewig­keit ver­län­ger­ter Straf­zoll ent­wi­ckeln könn­te, denn so eine Gebühr ist ja auch irgend­wann man auf­ge­braucht und muss erneu­ert wer­den. Mir scheint, das Pro­blem hat außer der knor­ri­gen alten Eiche Blo­cher nie­mand auf dem Schirm. Ich kann mich irren, aber ich den­ke, die EU spielt hier mit gezink­ten Kar­ten und will die Schweiz über den Tisch zie­hen. Lie­be Schwei­zer, die ihr hier lest, bit­te steckt mir ein Licht auf.


4.6.2021: Bei den For­schun­gen in den Tie­fen grü­ner Pro­gram­ma­tik für mei­nen letz­ten Arti­kel ist eini­ges Mate­ri­al übrig geblie­ben. Und weil kurio­se Bewei­se dabei sind, dass die Grü­nen nicht nur gegen ande­re Par­tei­en, son­dern vor allem gegen die Phy­sik ihren Hut in den Ring gewor­fen haben, möch­te ich Ihnen die­se Fund­stü­cke nicht vorenthalten.

Fund­stück 1: „… geht es dar­um, nicht die Arbeit, son­dern die zur Ver­fü­gung gestell­te Leis­tung zu entlohnen.“

Immer wenn ein Bür­ger­meis­ter einen Wind­park eröff­net, Bän­der durch­ge­schnit­ten wer­den und Pres­se­ka­me­ras kli­cken, kann man am nächs­ten Tag in der Zei­tung lesen, wie vie­le „Mega­watt Leis­tung“ nun wie­der ans Netz gegan­gen sei­en. Dabei geben die schö­nen gro­ßen Zah­len nur die instal­lier­te Leis­tung an, als das, was die Anla­ge theo­re­tisch an Ener­gie erzeu­gen könn­te, wenn sie denn über­haupt und dann auch noch opti­mal lie­fe. „Zur Ver­fü­gung gestell­te Leis­tung“ ist also der dicke Por­sche, der auf einen war­tet, wäh­rend man im Streck­ver­band auf der Inten­siv­sta­ti­on liegt – genau­so schnell und nütz­lich wie ein 2CV. Ent­schei­dend ist die von einer Anla­ge geleis­te­te Arbeit, also wenn tat­säch­lich Strom pro­du­ziert wird, der auch tat­säch­lich ver­braucht wer­den kann. Die Grü­nen ver­wech­seln hier also ent­we­der die Begrif­fe, oder sie wol­len am bestehen­den Kon­zept der „Ver­gü­tung von Aus­fall­ar­beit“ fest­hal­ten, bei dem eine Wind­an­la­ge auch dann Geld ein­bringt, wenn sie lau­fen könn­te, aber nicht darf, weil viel­leicht die Net­ze gera­de unter der Win­dern­te eines Sturm­tiefs ohne Nach­na­men äch­zen. Das ist öko­no­misch so sinn­voll wie Kin­der­geld an jeden zeu­gungs­fä­hi­gen Erwach­se­nen aus­zu­zah­len, nur weil er oder sie Kin­der haben könnte.

Fund­stück 2: „Netz­aus­bau beschleu­ni­gen… [also dafür sor­gen], dass der Strom von dort, wo er erzeugt wird, so schnell wie mög­lich dort­hin gelangt, wo er benö­tigt wird.“

Bei den Grü­nen scheint man zu glau­ben, dass die Wind­rä­der hier im Nor­den die Elek­tro­nen ein­zeln ein­fan­gen, ver­pa­cken und auf die Rei­se nach Süden schi­cken. Doch die Ener­gie wird nicht per UPS, son­dern via Kup­fer­ka­bel über­tra­gen. Dort bewe­gen sich die Elek­tro­nen unab­hän­gig vom grü­nen Par­tei­pro­gramm, und zwar kaum schnel­ler als ein Fuß­gän­ger. Die Ener­gie wird durch einen fort­lau­fen­den Impuls über­tra­gen, und erfolgt etwa mit Licht­ge­schwin­dig­keit. „So schnell wie mög­lich“ Strom zu über­tra­gen ist also ein ziem­lich dum­mes Kri­te­ri­um für den Netz­aus­bau. Es geht um Kapa­zi­tä­ten und das ist etwas völ­lig ande­res als Geschwindigkeit.


3.6.2021: Ein Thea­ter­stück, wel­ches Kaf­ka lei­der nie geschrie­ben hat, wird es erst, wenn man eine Mel­dung und zwei auf der BILD-Sei­te ver­link­te Arti­kel rich­tig zusammenschneidet.


28.5.2021: Die Schlüs­sel sei­en auf dem Weg nach Süd­deutsch­land. Dort wür­den sie in den kom­men­den Tagen an einem Ort „aus­ge­stellt”, der unter dem Kli­ma­wan­del gelit­ten habe.” Ein Ort in Süd­deutsch­land, der unter dem Kli­ma­wan­del gelit­ten hat? Müs­sen wir jetzt mit Kli­ma­f­lücht­lin­gen aus Wolf­rats­hau­sen oder Tübin­gen rechnen?


etwas spä­ter: <DLF an> Nach­rich­ten um 9:30 Uhr: Luxem­burgs Außen­mi­nis­ter Assel­born: „Netan­ja­hu habe gro­ße Schuld auf sich gela­den, er habe mit Ex-Prä­si­dent Trump zusam­men­ge­ar­bei­tet, um alles zu zer­stö­ren, was Hoff­nung erlaubt hätte.“
Gemeint waren wohl die Frie­dens­ver­trä­ge mit ara­bi­schen Nach­bar­staa­ten, die Ein­stel­lung von Schutz­geld­zah­lun­gen an Ter­ro­ris­ten und die Aner­ken­nung von Tat­sa­chen in Jeru­sa­lem. Der Applaus der Hamas ist Assel­born sicher!
Genug DLF für heute!


20.5.2021: Ich lese immer wie­der, Isra­el habe das RECHT auf Selbst­ver­tei­di­gung. Das ist eine sehr simp­le, um nicht zu sagen hin­ter­häl­ti­ge Dar­stel­lung. Isra­el hat viel­mehr die PFLICHT, sei­ne Bür­ger zu schüt­zen! Die Gewähr­leis­tung der inne­ren und äuße­ren Sicher­heit ist eine exklu­si­ve staat­li­che Auf­ga­be, kein Pri­vi­leg. Wer immer nur von „Recht” spricht, impli­ziert, dass man dar­auf ja auch mal ver­zich­ten kön­ne – oder gar sol­le! Wür­de Isra­el jedoch sei­nen Pflich­ten gegen­über sei­ner Bevöl­ke­rung nicht nach­kom­men, die die­sen Staat mit ihren Steu­ern finan­ziert, ver­lö­re es sei­ne Legi­ti­mi­tät eben­so wie die Hamas, die die eige­ne Bevöl­ke­rung ter­ro­ri­siert, statt sie zu schüt­zen. Dar­aus folgt: wer Isra­el bei der Wahr­neh­mung sei­ner staat­li­chen Pflich­ten in den Arm fal­len will, arbei­tet an des­sen Dele­gi­ti­mie­rung. Das soll­te auch unser Bir­nen­männ­chen von Außen­mi­nis­ter beach­ten, wenn er in Isra­el mal wie­der „Dees­ka­la­ti­on” anmahnt.


7.5.2021: Die SPD ist wie Brau­se­pul­ver. Laut schäumt sie ihrer Auf­lö­sung entgegen.


etwas spä­ter am 5.4.2021: Ich weiß ja nicht, wer hier schon das (jetzt hät­te ich bei­na­he „Ver­gnü­gen“ geschrie­ben) Pri­vi­leg hat­te, die gast­freund­li­chen Annehm­lich­kei­ten eines DDR-FDGB-Feri­en­heims zu genie­ßen? Ich ja, ein oder zwei mal, als Kind. Es sind nicht mei­ne bes­ten Erin­ne­run­gen. Und es sind Mel­dun­gen wie die­se hier, die mir das Blut in den Adern gefrie­ren las­sen, weil sie zwar ober­fläch­lich huma­nis­tisch erschei­nen, kratzt man jedoch an der Ober­flä­che, vor Bos­haf­tig­keit, Miss­ach­tung und Stan­des­dün­kel nur so strot­zen. Ich kann das Mit­tags­buf­fet, die Kar­tof­fel­pam­pe und die hell­brau­ne Soße schon rie­chen, für die wir der Par­tei- und Staats­füh­rung dank­bar sein sol­len. Ich für mei­nen Teil wäre lie­ber klam­mer Kun­de im bil­ligs­ten Hotel der Welt als Gna­den­gast auf Almo­sen­ba­sis bei einer Bun­des­be­hör­de, die zu „mei­nem Wohl” Steu­er­gel­der ver­wen­det, weil sie auch bes­ser als ich zu wis­sen glaubt, wie ich mei­nen Urlaub ver­brin­gen sollte!


5.4.2021: „Wenn alle, denen wir den Indi­vi­dua­lis­mus nicht zuge­ste­hen, Pfle­ge­fäl­le sind, wenn wir den Men­schen also als Pfle­ge­fall betrach­ten, stellt sich die Fra­ge, wer pflegt hier eigent­lich.“ (Die­ter Nuhr, aus mei­nem Gedächt­nis­pro­to­koll, aber im Video leicht wiederzufinden.)
Nur soviel zum For­mat. Drei Stun­den Inter­view und Zuschau­er­fra­gen bie­ten nicht nur ein gutes Bild über die Gedan­ken­welt von Die­ter Nuhr, son­dern auch der Fra­ge­stel­ler und Inter­view­part­ner. Der Namens­be­stand­teil „Naiv“ scheint mir nicht zufäl­lig gewählt, aber ich will nicht klein­lich sein.
Die Gesprächs­füh­rung war ok, Nuhr hat­te viel Zeit, sich in aller Ruhe und Gelas­sen­heit aus­zu­brei­ten und es bleibt zu hof­fen, dass der „nai­ve“ Teil des Gesprächs etwas gelernt hat. Um die Gelas­sen­heit benei­de ich Nuhr, das muss ich schon sagen! Er gehört mei­ner Mei­nung nach zu den weni­gen noch unver­bo­ge­nen Aus­nah­men im deut­schen Kabarett.
Dabei kommt er in vie­len sei­ner Über­le­gun­gen zu gänz­lich ande­ren Schluss­fol­ge­run­gen als ich. Doch das stört mich kein Biss­chen, weil er auf den­sel­ben Wegen dort­hin gelangt. Es sind sei­ne Erkennt­nis­se, nicht die eines steu­ern­den Kol­lek­tivs, es kos­tet ihn die­sel­ben Mühen, er hat die­sel­ben Zwei­fel, nur manch­mal sind die Erkennt­nis­se ande­re, weil sie sich auch aus ande­ren Quel­len spei­sen. Ich hal­te das eigent­lich sogar für die nor­mal. Wie lang­wei­lig wäre die Welt, wenn sie mit unse­ren Spie­gel­bil­dern bevöl­kert wäre!
Ein Satz aus dem Inter­view, in dem immer wie­der ver­geb­lich ver­sucht wur­de, Nuhr hin­ter die grü­ne Fich­te zu füh­ren, ragt für mich her­aus: „Wir müs­sen so tun, als sei der Mensch als Indi­vi­du­um zurech­nungs­fä­hig. Das hal­te ich für sehr wich­tig.“ Dem kann ich mich nu(h)r anschlie­ßen. (Link zum emp­foh­le­nen Video beim Goog­le-Mit­be­wer­ber im Kom­men­tar. Ab 2:20 h kom­men die Zuschau­er­fra­gen, die von „Alt & Naiv” mode­riert wer­den. Da ist es am lustigsten.)


28.4.2021: Wenn ich wie heu­te bei son­ni­gem Wet­ter und fri­schem Wind durch ins­ge­samt vier Wind­parks zur Arbeit fah­re und sehe, dass etwa die Hälf­te der Anla­gen Soda-Müh­len sind, weil sie gera­de nur „so da“ ste­hen, wird mir immer ganz reli­gi­ös zumu­te. „Sehet die Wind­rä­der unter dem Him­mel an. Sie dre­hen nicht, sie ern­ten nicht, und der Strom­kun­de ernährt sie doch.“ (Evan­ge­li­um Kem­fert, 6:26, „Gleich­nis von der Ausfallleistung“)


24.4.2021: Jetzt sol­len also schon Schau­spie­ler Ver­ant­wor­tung tra­gen, wo unse­re Poli­tik seit Mona­ten der­art ver­ant­wor­tungs­los han­delt, dass es schon weh tut? Die­se Hyper­mo­ra­li­sie­rung, die jede noch so berech­tig­te Kri­tik dele­gi­ti­miert, ist eines der Long-Covid-Sym­pto­me in die­sem Land. Auch der Autor die­ses Arti­kels schreibt „Soli­da­ri­tät” auf sei­nen Knüp­pel und prü­gelt drauf los. Ich fin­de das erbärm­lich und kurz­sich­tig. Wir sind auf dem bes­ten Weg, ein Volk von Duck­mäu­sern zu wer­den, die im Gleich­schritt mar­schie­ren und dies für gesell­schaft­li­che Har­mo­nie halten.


20.4.2021: Wenn einer schon „Eier­no­ckerl” schreibt, dann weiß doch jeder sofort bescheid! Wuss­tet ihr das? Also ich wuss­te das nicht. Aber ich arbei­te ja auch nicht beim ZDF und weiß daher nicht, was Vol­de­mort gera­de so treibt, was er geges­sen oder wie soli­de sei­ne Ver­dau­ung war. Ich könn­te sogar stun­den­lang Eier auf­schla­gen ohne an Brau­nau zu den­ken. Aber da muss es wohl ein „Gute-Eier­spei­sen-Gesetz” oder sowas geben, wel­ches am zwan­zigs­ten des April ver­bie­tet, dass Dot­ter und Eiweiß sich zu ver­däch­ti­gen Flo­cken zusam­men­rot­ten. Ein Grund weni­ger, Vege­ta­ri­er zu wer­den. Man macht sich heu­te ja so schnell ver­däch­tig. Vor­schlag zur Güte, lie­be Nazi­jä­ger: lasst den 29. Febru­ar im Kalen­der und macht den 20.4. zum Schalt­tag. Dann muss man nur alle vier Jah­re einen Tag lang im Bett blei­ben und kann sich nicht schon wegen einer Eier­spei­se oder eines Salats der ver­such­ten Anbräu­nung ver­däch­tig machen. (Foto: Netz­fund. Das Foto der Spei­se erspa­re ich euch., ich müss­te euch sonst zur Ent­na­zi­fi­zie­rung schi­cken. Ich geh mir jetzt erst mal die Augen mit Sei­fe auswaschen.)


11.4.2021: Neu­es iPho­ne aus dem Apple-Store: 600 Euro. Sys­tem­kri­tik: unbe­zahl­bar! (Netz­fund)


7.4.2021: Die Rea­li­tät läuft schnel­ler als good old Joe.


Der Oster­mon­tag schrei­tet wei­ter vor­an: Lasche­ts „Brü­cken­lock­down“ bis genug geimpft sei, ist so sinn­voll wie den Kes­sel von Sta­lin­grad zu ver­tei­di­gen, bis Ver­stär­kung eintrifft.


5.4.2021: Der Wahn­sinn der Segre­ga­ti­on rückt näher, ohne dass die deut­sche Pres­se den Wind spürt, der uns ins Gesicht weht. Und die­ser Wind kommt nicht nur aus den USA, wo die Ras­sen­tren­nung an Uni­ver­si­tä­ten fast schon Geset­zes­kraft hat und als gro­ßer Fort­schritt gefei­ert wird, son­dern aus Frankreich.

Zwar berich­te­te die SZ letz­ten Monat über einen „aka­de­mi­schen Streit“ – zwei Dozen­ten der Hoch­schu­le in Gre­no­ble ste­hen dort unter Poli­zei­schutz, weil sie von der Stu­den­ten­ge­werk­schaft UNEF bedroht und als „Faschis­ten“ und „Isla­mo­phob“ bezeich­net wer­den – , von den Schluss­fol­ge­run­gen des fran­zö­si­schen Staa­tes aus den Akti­vi­tä­ten der UNEF erfährt man indes wenig.

2019 ver­hin­der­ten Pro­tes­te der UNEF die Auf­füh­rung eines Stü­ckes von Aischy­los (6. Jh. v.C.) an der Sor­bon­ne – Mas­ken und dunk­les Make-up gehen bekannt­lich gar nicht mehr in woken Zei­ten der kul­tu­rel­len Aneig­nung. Der Ton wird immer schril­ler. Schon vor zehn Jah­ren begann man bei der UNEF, rei­ne Frau­en­tref­fen zu orga­ni­sie­ren, das wei­te­te sich dann auf Min­der­hei­ten aus, die dazu ange­hal­ten wur­den, sich über gemein­sa­me Dis­kri­mi­nie­rungs­er­fah­run­gen auszutauschen.

Nun hat die Regie­rung Macron die Reiß­lei­ne gezo­gen. Der Senat hat das Ver­bot der UNEF beschlos­sen, die immer­hin die zweit­größ­te Gewerk­schaft des Lan­des ist. Die Ver­fü­gung ist als Zusatz von Macrons Gesetz gegen den Isla­mis­mus gestal­tet, muss aber noch rati­fi­ziert wer­den. Eines ist sicher: Wenn das Ver­bot rechts­kräf­tig wird, brennt in Frank­reich die Lun­te. Auch wenn ich wenig Sym­pa­thien für das eli­tä­re Estab­lish­ment fran­zö­si­schen Regie­rungs­be­triebs habe, könn­te des­sen Abschnei­den in die­sem Macht­kampf erheb­li­che Aus­wir­kun­gen dar­auf haben, ob sich das Virus der Segre­ga­ti­on und des „posi­ti­ven“ Ras­sis­mus in Euro­pa wei­ter ausbreitet.

Im NYT-Arti­kel kommt die UNEF erwar­tungs­ge­mäß gut weg, aber zumin­dest die Fak­ten kann man ihm ent­neh­men. Um hin­ter die Bezahl­schran­ke schau­en zu kön­nen, ver­lin­ke ich den Arti­kel via Way­back.


29.3.2021: Ich schät­ze Bari Weiss. Der offe­ne Brief, mit dem sie die Tür der NYT hin­ter sich zuschlug, war inhalt­lich uns sti­lis­tisch meis­ter­lich. Auch im Inter­view mit der BAZ sagt sie viel rich­ti­ges – ihrer Auf­for­de­rung an Jour­na­lis­ten, Twit­ter zu ver­las­sen, ist nichts hin­zu­zu­fü­gen. Aber wie so oft bei gefal­le­nen lin­ken Engeln kommt auch sie aus dem Lager­den­ken und den ererb­ten Feind­bil­dern nicht her­aus. In Sät­zen wie „Mei­ne Welt ist das blaue Ame­ri­ka, das der Demo­kra­ten.” klin­gen Recht­fer­ti­gungs­druck, Tren­nungs­schmerz und Sehn­sucht an. Alles schreit gera­de­zu „Gebt mir mei­ne klei­ne, hei­le Bub­ble wie­der, in der die Demo­kra­ten gut und fort­schritt­lich und die Repu­bli­ka­ner dumm und rück­stän­dig waren.”

Doch der Kampf um Ame­ri­ka wird nicht zwi­schen Demo­kra­ten und Repu­bli­ka­nern oder zwi­schen urba­ner Eli­te und länd­li­cher Farm­idyl­le aus­ge­tra­gen, son­dern auf der einen Sei­te zwi­schen der Frei­heit, sein Leben im Rah­men einer guten Ver­fas­sung selbst und so zu gestal­ten, wie man es will und ver­mag, und einer neu­en Welt staats­ab­hän­gi­ger Opfer­grup­pen, die sich beim Ren­nen an die Fut­ter­trö­ge mit Moral­keu­len bear­bei­ten auf der anderen. 
 

Ich füge hin­zu, dass es zum Bei­spiel Chi­na (aus Grün­den) sehr recht ist, dass es vie­le Ame­ri­kas gibt und dass Bari Weiss sich nur eins davon aus­ge­sucht hat. Für die Welt­ge­stal­tungs­plä­ne der chi­ne­si­schen KP darf es ruhig „bunt” zuge­hen in den USA. Ein blau­es und ein rotes und ein schwar­zes und ein wei­ßes und ein grü­nes Amerika…Das blaue Ame­ri­ka allein wird Tai­wan nicht ret­ten, das rote Ame­ri­ka allein kann Isra­el nicht bei­ste­hen. Für bei­de Auf­ga­ben (und für vie­le ande­re) brau­chen wir das gan­ze Ame­ri­ka. Das soll­te Bari Weiss viel­leicht auch mal ins Kal­kül zie­hen, wenn sie als Jour­na­lis­tin in die­ser Wei­se Par­tei ergreift.


25.3.2021:

Update, 28.5.20201: Das Hin­ter­grund­bild auf der lin­ken Sei­te, wel­ches einst Anna­le­na Baer­bock bei der Erzeu­gung von Sei­fen­bla­sen und in läs­si­ger Pose zeig­te, habe ich nach Auf­for­de­rung gelöscht. Ein jeder den­ke sich das bekann­te Foto ein­fach in die Sze­ne hin­ein und sei­nen Teil dazu.


4.3.2021: Die gan­ze Zeit frag­te man sich, wie die Bekennt­nis­se des RKI-Chefs Wie­ler, die Beatmungs­plät­ze in den Kli­ni­ken sei­en über­wie­gend von ganz bestimm­ten Migra­ti­ons­hin­ter­grün­den belegt, poli­tisch und medi­al wie­der ein­fan­gen wür­de. Das übli­che „Poi­se­ning the Well“ viel­leicht? Doch dann hät­te man Wie­ler beschä­digt und der wird noch gebraucht, um bei Bedarf Löf­fel­wei­se Angst und Panik aus­tei­len zu kön­nen. Man ent­schied sich letzt­lich für die dop­pel­te Stra­te­gie aus „Miss­ver­ständ­nis“ und „Zitier­feh­ler“, was lei­der bedeu­tet, dass man der Öffent­lich­keit nun die „rich­ti­ge Wahr­heit“ schul­det. Die Zita­te Wie­lers, der von bekann­ten Pro­ble­men sprach, über die man aber nicht reden kön­ne, sei­en gar kei­ne Tat­sa­chen­be­haup­tun­gen, son­dern ledig­lich Über­le­gun­gen gewe­sen. Auch gin­ge es in dem Gespräch ledig­lich um ganz spe­zi­fi­sche Kli­ni­ken, nicht um eine gene­rel­le Beschrei­bung der Lage. Also doch und sogar sehr kon­kret und nicht nur „Über­le­gung“? Und für alle Fans des Kon­kre­ten hat der Nord­ku­rier gute Zah­len: In der Bon­hoe­fer-Kli­nik lie­ge die Zahl der beatme­ten Migra­ti­ons­hin­ter­grün­de bei unter einem Pro­zent! Toll, denkt sich der Leser. Dann gibt es ja kein Pro­blem und Frau Stein­bach muss ihre „Lügen­ma­ri­an­de“ (Alex­an­der Lambs­dorff) selbst auslöffeln.

Doch denkt und liest der Leser wei­ter, erfährt er, dass die­se Kli­nik im Kreis „Meck­len­bur­gi­sche Seen­plat­te“ liegt. Nicht gera­de ein Hot­spot der wun­der­bun­ten Zuwan­de­rung, wo die ein­zig ver­edeln­den Hin­ter­grün­de sich dre­hen­de Wind­rä­der sind. Aber Ber­lin, was ist mit Ber­lin, wie sind die Zah­len­ver­hält­niss dort? Doch lei­der, so erfährt der Leser, erfas­se man dort den Hin­ter­grund der Pati­en­ten gar nicht.

Wir fas­sen zusam­men: Kli­nik­chefs in Hot­spot-Groß­städ­ten bekla­gen im Gespräch mit dem RKI gewis­se Auf­fäl­lig­kei­ten bezüg­lich der Her­kunft der Inten­siv­pa­ti­en­ten, von denen sie sta­tis­tisch eigent­lich gar nichts wis­sen kön­nen (oder dürf­ten), wäh­rend eine Kli­nik im Land der drei Mee­re (Wald­meer, Sand­meer, nichts mehr) gern Aus­kunft dar­über gibt, dass sie ein Pro­blem nicht hat, wel­ches es dort man­gels Ziel­grup­pe ohne­hin nicht geben kann.

Die Fra­ge, wie wir von den Medi­en ver­arscht wer­den, ist damit auch kurz und bün­dig beant­wor­tet: schlecht!


28.2.2021: Inter­es­san­te The­se. Ehr­lich gesagt hielt ich den Effekt „Wind­rad-macht-Wind-kaputt” immer nur für eine sta­tis­ti­sche Grö­ße. Erre­chen­bar aber nicht mess­bar. Anders sieht die Sache aus, wenn man das Mikro­kli­ma rund um die Wind­an­la­gen betrach­tet. Vom Flä­chen­ver­brauch und dem Ein­fluss auf die Boden­feuch­tig­keit mal ganz abgesehen.

Die schwä­cher wer­den­den West­win­de in Euro­pa haben aber sehr wahr­schein­lich eine ande­re Ursa­che, die hier min­des­tens stark über­la­gert: Die Kli­ma­er­wär­mung als sol­che ist ja weit­ge­hend unum­strit­ten (anders als deren Ursa­chen) und die Tem­pe­ra­tur­an­stie­ge fal­len umso grö­ßer aus, je wei­ter nörd­lich man schaut. Rich­tung Ant­ark­tis scheint das noch nicht der Fall zu sein, die Ursa­chen dafür sind umstrit­ten, ver­mut­lich ist aber das Ver­hält­nis von viel trä­gem Oze­an­was­ser und wenig Land­mas­se und die schie­re Grö­ße der Eis­flä­che um den Süd­pol ent­schei­dend. Nein, im Nor­den spielt die Musik, egal ob in der Ant­ark­tis ein Eis­berg abbricht oder in Chi­na ein Sack Reis umfällt.

Durch die Erwär­mung sinkt die Tem­pe­ra­tur­dif­fe­renz zwi­schen den Polar­ge­bie­ten und süd­li­chen Brei­ten. Win­de kom­men aber neben der gene­rel­len Ursa­che Erd­ro­ta­ti­on und Son­nen­ein­strah­lung kon­kret durch loka­le Tem­pe­ra­tur­un­ter­schie­de zustan­de, die zu Druck­un­ter­schie­den füh­ren, die zu Wind zwecks Druck­aus­gleich füh­ren. Weni­ger Tem­pe­ra­tur­dif­fe­renz führt also zwangs­läu­fig zu weni­ger Wind. Die The­se der Kli­ma­ret­ter, durch „mehr Ener­gie im Sys­tem” wür­den auch die Wet­ter­ex­tre­me und Unwet­ter zuneh­men, ist unter die­ser Prä­mis­se übri­gens auch kaum halt­bar. Da haben wir es wohl vor allem mit „Auf­merk­sam­keits­öko­no­mie” zu tun, die dafür sorgt, dass noch der dünns­te Luft­hauch sei­nen Namen und sei­ne Scha­dens­sta­tis­tik bekommt. Die Auf­merk­sam­keits­öko­no­mie wird übri­gens ver­hin­dern, dass man dem im Arti­kel beschrie­be­nen Effekt ein­fach mal etwas mehr Auf­merk­sam­keit spen­diert. Wäre im Sin­ne einer Tech­nik­fol­gen­ab­schät­zung eigent­lich sinn­voll, passt aber nicht ins Nar­ra­tiv. Wind­kraft gut, nix Risi­ken und Neben­wir­kun­gen und Fra­gen beant­wor­tet weder der Apo­the­ker noch Frau Kemfert.


8.2.2021: Wenn man im Yach­club Blan­ke­ne­se das Leben genie­ßen, an der Hum­boldt-Uni Jura stu­die­ren und bei der Jugend­or­ga­ni­sa­ti­on der SPD das gro­ße Wort füh­ren kann, sich aber für einen Kom­mu­nis­ten auf den gesell­schaft­li­chen Bar­ri­ka­den hält und mit Tweets auf Libe­ra­le schießt, dann lebt man im bes­ten Deutsch­land, das es je gab. Äuße­run­gen wie die des Bengt Rüs­tem­ei­er, die vor allem aus halb­ver­schlüs­sel­ten Gewalt­phan­ta­sien bestehen, kön­nen den Jusos aber eigent­lich kaum pein­lich sein. Schließ­lich drückt man dort auch die Nach­wuchs-Hamas-Ter­ro­ris­ten ans brü­der­li­che Herz. Wozu also die gespiel­te Empö­rung? Jeder weiß, wie die Jung­so­zia­lis­ten zu Libe­ra­len, Ver­mie­tern im All­ge­mei­nen und Jeff Bezos im Beson­de­ren ste­hen. Den Libe­ra­len nei­det man das Selbst­ver­ständ­nis (man bezeich­net sich ja selbst gern als libe­ral), Ver­mie­ter kennt man nur in Gestalt von Mama und Papa, die einem stän­dig dro­hen, sie raus­zu­schmei­ßen, wenn sie nicht bald ihr Stu­di­um der ver­glei­chen­den Gen­de­ro­lo­gie fer­tig­be­kom­men und Jeff Bezos ken­nen sie nur als fer­nen Weih­nachts­mann, der das neus­te Mac­Book vor­bei­bringt. Alles Feind­bil­der des schlech­ten Gewis­sens, hin­ter denen man die eige­ne Bedeu­tungs- und Ziel­lo­sig­keit ver­steckt. Laut­spre­cher wie das Bürsch­lein Bengt schaff­ten es in unse­ren von Nega­tiv­aus­le­se gepräg­ten Par­tei­en schon immer nach oben. Dort ange­kom­men küm­mer­ten sich Pres­se­re­fe­ren­ten, Lek­to­ren und rhe­to­risch geschul­te Mit­ar­bei­ter um die ansons­ten ver­hee­ren­de Außen­wir­kung. Dank der sozia­len Medi­en gelingt es heu­te immer häu­fi­ger auch den Wäh­lern selbst, recht­zei­tig ins Rad der Geschich­te zu grei­fen, weil sich die Bengs­te unse­rer Tage durch eige­ne, unge­fil­ter­te Äuße­run­gen zur Kennt­lich­keit entstellen.


1.2.2021: Game­S­top sei out und Sil­ber der neue hei­ße Scheiß, sagt Reddit…besser gesagt: sagen die Medi­en über Red­dit. Sowas in der Art war zu erwar­ten. Doch dass die Medi­en alle­samt auf den Betrug rein­fal­len – böse Zun­gen behaup­ten, sie hät­ten sich bezah­len las­sen – ist schon dreist. Ein Blick zu Red­dit zeigt, dass es eine dreis­te Lüge ist, r/wallstreetbet hät­te den Kauf von Sil­ber emp­foh­len. Wer wirk­lich dahin­ter­steckt…? Nach dem Cui-Bono-Prin­zip klar der Hedge­fond Cita­del. Man ver­sucht das Geld zurück­zu­be­kom­men, wo man es ver­lo­ren hat.


27.1.2021: Zur schein­hei­li­gen Debat­te um die Lie­fer­eng­päs­se von Impf­stof­fen nur so viel. Ers­tens ist es schon dreist von EU-Ver­tre­tern, den Her­stel­lern Ver­sa­gen vor­zu­wer­fen, wenn die Ver­zö­ge­run­gen doch eigent­lich auf die Unfä­hig­keit einer bedarfs­ge­rech­ten Pla­nung und dem Wahn geschul­det sind, die Imp­fung staat­lich und zen­tral kon­trol­liert, statt breit ange­legt über die Haus­ärz­te abwi­ckeln zu las­sen. Ihr habt schlecht ein­ge­kauft, lie­be Poli­ti­ker, das ist ein zen­tra­les Pro­blem! Und wie üblich will nie­mand die poli­ti­sche Ver­ant­wor­tung übernehmen.

Zwei­tens sind die­je­ni­gen, die for­dern, die Pro­duk­ti­on der Impf­stof­fe auf einen Fin­ger­schnipp hin aus­zu­wei­ten und zu beschleu­ni­gen, die­sel­ben Poli­ti­ker, die durch Lock­downs und quietsch auf knirsch zusam­men­ge­fie­del­te Coro­na­maß­nah­men sämt­li­che Lie­fer­ket­ten zur Desyn­chro­ni­sa­ti­on oder zum Zusam­men­bruch gebracht haben.

Glaubt ernst­haft jemand, die Her­stel­lung von Impf­stof­fen sei nicht Teil der Wirt­schaft und des­halb nicht von der gesamt­wirt­schaft­li­chen Lage betrof­fen? Auch Impf­stof­fe sind Wirt­schafts­gü­ter und wenn zen­tra­le Plan­kom­mis­sio­nen die Erzeu­gung und Ver­tei­lung von Gütern orga­ni­sie­ren, geht das eben schief! Ist immer so gewesen.


27.1.2021: Dem König schmeckt die Sup­pe nicht. Die sei stark ver­sal­zen und er möch­te durch eine Exper­ten­kom­mis­si­on ein für alle Mal klä­ren las­sen, wer wie­viel Salz in den Topf schüt­ten dür­fe, damit sie noch genieß­bar sei. Der Kom­mis­si­on „Salz“, besetzt mit begeis­ter­ten Sup­pe­sal­zern vor dem Herrn, gefällt die Auf­ga­ben­stel­lung aber nicht. Im Abschluss­be­richt emp­fiehlt sie des­halb, dem natri­um­chlo­rid­feind­li­chen Begriff „Ver­sal­zen“ künf­tig durch „sehr wür­zig“ oder „reich­hal­tig“ zu ersetzen.
So etwa muss man sich die Arbeit der „Fach­kom­mis­si­on Inte­gra­ti­ons­fä­hig­keit“ wohl vor­stel­len, in deren Abschluss­be­richt der Gegen­stand ihrer Unter­su­chung kur­zer­hand umge­deu­tet wur­de und die, statt her­aus­zu­fin­den, wie­viel Migra­ti­on gesund für die Gesell­schaft sei, die Abschaf­fung des Begriffs „Migra­ti­ons­hin­ter­grund” emp­fahl, weil der dis­kri­mi­nie­rend sei.


26.1.2021: „Schlim­mer als Hit­ler”, „bös­ar­ti­ger Tumor”, „gefähr­lichs­te Regie­rung der Welt­ge­schich­te”…genau sol­che irren, maß­lo­sen Über­trei­bun­gen sind es, die jede berech­tig­te Kri­tik an Trump dis­kre­di­tie­ren. Ich wür­de ja gern end­lich auf­hö­ren, über Trump zu schrei­ben, denn er ist Geschich­te. Viel inter­es­san­ter sind doch die media­len Dop­pel­stan­dards, wie sie nun unter Biden zu Tage tre­ten. Denn der macht auch dann noch alles rich­tig, wenn er das­sel­be wie Trump tut. Die ver­meint­li­chen „Sie­ger” über den „Trumpis­mus” kön­nen jedoch nicht von ihrem Popanz las­sen. Noch den letz­ten Trop­fen Pres­se­gift und Medi­en­gal­le müs­sen sie ihm abpres­sen. Ein unwür­di­ges Schau­spiel, zumal für einen ehe­mals gro­ßen Lin­gu­is­ten wie Chom­sky, der auf sei­ne alten Tage offen­bar den Ver­stand ver­lo­ren hat.


22.1.2021: Bekannt ist die­se Pos­se ja schon län­ger, aber so kna­ckig und wit­zig zusam­men­ge­fasst habe ich das heu­te zum ers­ten Mal gehört: Die CDU will also die Ergeb­nis­se der Brief­wahl abwar­ten, damit der demo­kra­ti­sche Pro­zess gewahrt bleibt. Armin Laschet sei also for­mal noch nicht gewählt, meint der Deutsch­land­funk, fügt aber wie zur Beru­hi­gung hin­zu, dass die Brief­wahl aber kei­nen Ein­fluss auf das Ergeb­nis haben kön­ne, weil Rött­gen und Merz gar nicht auf dem Stimm­zet­tel stan­den. Mein Lachen konn­te man sicher noch im Kon­rad-Ade­nau­er-Haus hören. DLF und CDU soll­ten ihre Come­dy-Pro­gram­me drin­gend zusam­men­le­gen, das hat wirk­lich Potenzial!


9.1.2021: 
„Scott an Cap­tain Kirk”
„Was gibts, Scotty?”
„Beim Bea­men von Fähn­rich Wend­ler gab es Pro­ble­me. Wir kön­nen ihn nicht mehr materialisieren!”
„Wie konn­te das passieren?”
„Ver­dammt, irgend­wer hat den Zen­sur­fil­ter mit 1200 Naidoo­me­ter Dreh­mo­ment ange­zo­gen und der lässt sich jetzt nicht mal mehr mit dem quan­ten­ve­ga­nen Hild­mann­ham­mer lösen.”
„Lass es wie einen Unfall aus­se­hen, Scot­ty. Und den Vor­fall im Trans­por­ter­pro­to­koll löschen! Wie lan­ge brau­chen Sie?”
„Acht Stunden”
„Ich gebe Ihnen vier!”
„Ich schaf­fe es sicher in zwei!”
„Sehr gut, dan­ke Scotty!”
„Aye aye, Captain!”


6.1.2020: Anfra­ge an Radio Eri­wan: Kann man Impf­stof­fe stre­cken? Ant­wort: Im Prin­zip schon, man muss dazu bei Voll­mond Tau von fri­schen Grä­bern sam­meln, mit Nies­wurz, Ket­ten­fett und Eier­li­kör zu einem Sud kochen und dabei einer schwar­zen Kat­ze über den Rücken lecken. Das nützt zwar alles nichts, aber man kann das machen.