Fundstücke, Fragen, Gedankensplitter

16.4.2018: Auch der Spiegel kreist wieder um das Thema Antisemitsmus an deutschen Schulen und glaubt, die Ursache zu kennen: der Nahostkonflikt! Ich kann es nicht mehr hören! Im Gegensatz zur philosophischen Frage mit dem Huhn und dem Ei, ist die Reihenfolge hier doch etwas leichter zu beantworten – der Nahostkonflikt ist nämlich selbst die Folge von Antisemitismus. Nicht umgekehrt! Wer das Mobbing jüdischer Schüler an deutschen Schulen (besonders gern an solchen mit dem Prädikat „Schule ohne Rassismus“) mit dem Nahostkonflikt erklärt und keine religiösen Ursachen erkennen will, hat echt den Schuss nicht gehört. „Was steckt hinter religiösem Mobbing“ fragt der Spiegel und Willy Klawe, Leiter des Hamburger Instituts für Interkulturelle Pädagogik (HIIP) weiß natürlich Bescheid: “Das Problem mit antisemitischem Mobbing ist nicht neu. Allerdings werden Berichte über antisemitische Beleidigungen auch genutzt, um zu polarisieren und Vorurteile gegenüber Muslimen zu schüren“. Es ist, als würde sich der Anwalt eines Bankräubers darüber beschweren, dass sein Mandant als Verbrecher bezeichnet werde. Klawe möchte natürlich nicht ausgrenzen und bietet stattdessen Seminare an, „…in denen Opfer und Täter zusammenkommen.“ Und wieder einmal wurde die Schuld gerecht verteilt, indem man die Zeit sowohl des Täters als auch des Opfers in gleicher Weise beansprucht! Ich würde ja stattdessen vorschlagen, den Antisemitismus an unseren Schulen dadurch zu begegnen, dass man die Antisemiten achtkantig rauswirft und den Eltern eine Schul- und Umzugsempfehlung für eine Madrasa in Rawalpindi ausstellt. Die Wiedereingliederung kann medial herzlich von SPON-Autorinnen beklingelt werden. Aber das wird nicht geschehen, weil man wohl keine leeren Schulen in Berlin haben möchte, weil die Antisemiten dort teilweise schon die Mehrheit stellen.


9.4.2018: Und jetzt mal zu etwas völlig anderem – Netflix! Als großer Fan Homers und der Ilias dachte ich, eine Serie über den Krieg um Troja könnte eine interessante Idee sein. Die ganze epische Dichtung über Freundschaft, Verrat, Liebe, Hass, Pflicht und Gewalt, Götter und Menschen…damit ließen sich Abende füllen. Auch die Idee, nicht Achilles und Hektor in den Mittelpunkt der Handlung zu stellen, sondern die Geschichte an Paris und Helena aufzuhängen, schien zumindest interessant. Die rasche Vorstellung eines gewissen Aeneas ließ sogar hoffen, dass in einer weiteren Staffel Vergil zu Wort kommen könnte und man nach dem Fall Trojas mit der Gründung Roms weiter machen möchte…warum nicht!

Achilles. Fixiert er gerade den Pizza-Boten oder fragt er sich, warum er ausgerechnet zu diesem Casting gegangen war?

Jedoch, um es kurz zu machen: daraus wird nichts. Nicht für mich jedenfalls. Nach Folge zwei war Schluss, ich konnte diesen Mist nicht mehr ertragen. Nun ist es nie leicht, eine literarische Vorlage in einen guten Film oder eine gute Serie zu verwandeln – man sollte jedoch darauf achten, dass nicht allzu viele Logikfehler auftreten und wenn die Vorlage ein Stück Weltliteratur ist, sollte man den Figuren nicht allzu große Gewalt antun. Vergessen wir für einen Moment, dass Zeus und Achilles noch nie schwarz waren – das kann, wenn Handlung und Schauspiel stimmig sind, noch als Petitesse durchgehen. Wobei ich doch sehr hoffe, dass zum Beispiel bei einer Neuverfilmung von “Amistad” die Rolle des “Cinque” von jemandem übernommen wird, der Djimon Hounsou das Wasser reichen kann und dunkle Haut hat, anstatt etwa von Jan-Josef Liefers – egal wie sehr letzterer die Sklaverei verdient haben mag. Wie gesagt: geschenkt. Dass aber Menelaos Vater(??) auf Kreta starb und sich dieser dorthin mit den Worten auf den Weg machte “bis in fünf Tagen”, frage ich mich schon, ob er die Schnellfähre oder den Acht-Uhr-Flug genommen haben mag. Bei solchen Nachlässigkeiten wird man hellhörig und findet weitere Schlampereien: Steigbügel an den Pferden, die erst hunderte Jahre später von hunnischen Reitern benutzt wurden, eiserne Waffen in der Bronzezeit und Legenden über Helden, die erst von den Römern erfunden wurden als Kindermärchen aus Troja und Mykene. Es war fast ein Wunder, dass sich die beiden nicht über Tinder kennengelernt haben und Agamemnon die Finger vom Smartphone lassen konnte, um Odysseus zum Heer zu rufen! Dann die Dialoge: hölzern. Die Schauspieler: kennen ihre Rollen nicht und agieren, als hätten sie eigentlich grad an was ganz anderes gedacht. Einer Wunde beim eitern zuzusehen, ist spannender! Man sollte an alle Orte fahren, an denen Homer angeblich begraben sein soll, um den Streit über die letzte Ruhestätte des Meisters endlich zu klären. Das Geräusch, dass er beim Rotieren im Grab macht, kann man sicher nicht überhören! Gesamturteil zu “Troy – Fall of a City”: φρικτός!


7.4.2018: Der grundlegende Denkfehlerder „Antwort 2018“ ist, dass die „Erklärung 2018“ gar keine Frage gestellt hat.


4.4.2018: Minister Scheuer knüpft an die großen Logik-Erfolge an, die sein Parteifreund Dobrindt in der letzten Legislatur der GroKo einfahren konnte. Scheuer möchte eine App entwickeln, mit der die Bürger Funklöcher melden können. Ob die Meldungen den Minister per Brieftaube oder Meldepfeil erreichen sollten, ist noch nicht ganz klar. Die Markierung mittels App funktioniert aber schon ganz gut, wie die hier zu sehenden begeisterten Test-User der App zeigen.


2.4.2018: In der Tat sind all die Frotzeleien, die Potenzanspielungen und das ganze andere niveaulose Gekeife von Silke Burmester locker zu ertragen. Das sind die Körner im täglichen Brot, die die “Abweichler” und “Aus der Reihe Tänzer” nicht bei der Verdauung stören. Aber die Formulierung “Rausgeworfen aus der Gemeinschaft” kommt wie ein Verplappern daher. “Die Gemeinschaft”, das ist offenbar das mediale Auenland wohlmeindender Journalisten-Hobbits, deren Horizont schon durch die Nachbarshügel begrenzt ist und die scheinbar alle dasselbe Kraut rauchen. Mal ehrlich Leute: es wird Zeit, das Auenland zu verlassen! Burmesters Abrechnung mit Thomas Fischer, einem ehemaligen Richter und alten weißen Mann wird bei meedia geradezu filetiert – zu Recht, muss man sagen!


1.4.2018: Im deutschen Medien nichts Neues. Es sind ja immer genug Reporter vor Ort, um die gehetzten Gesichter palästinensischer “Demonstranten” zu filmen, die ihre kleinen Kinder in die Kameras halten, die sie selbst in den Konflikt schleifen. Israel, Israel hat das getan. Israel, Israel ist schuld! Dabei war es die Hamas, die diese Riots angezettelt hat, die hier in den Zeitungen immer noch als Proteste bezeichnet werden. Und ehrlich, es ist grausam, was den Menschen da gerade geschieht, weil man sie ohne Sinn und Verstand gegen die Gewehrläufe der IDF rennen lässt, die selbstredend nicht zulassen kann, dass die Grenze überrannt wird. Doch die Menschen können sich auch nicht umdrehen und nach Hause gehen, weil hinter ihnen die Gewehre der Hamas auf die warten. Kanonenfutter. Der Speigel (kein Vertipper) ging jedoch brav der Hamas-Propaganda auf den Leim und berichtete vom “Tod im Petersilienfeld” und das Recht Israels, sein Staatsgebiet zu schützen, wurde mal wieder in Anführungszeichen geschrieben. Doch die IDF hat medial aufgerüstet. Wärmebildkameras und Drohnen sind live dabei und was angeblich Petersilie pflückende Bauern war, entpuppt sich als bewaffnete und entschlossene Hamas-Kämpfer. Doch Speigel und Co berichten im Nahostkonflikt noch immer erst von der zweiten Kugel, die dann natürlich von Israel abgefeuert wird. Die erste Kugel war dann wohl ein Strauß Petersilie.


26.3.2018: Malu Dreyer distanziert sich von etwas, mit dem sie offiziell nie etwas zu tun gehabt zu haben behauptet: der Antifa, die “ihre” Veranstaltung durch Angriffe auf Polizei und Demonstranten verschönerte. Das endet deshalb als Eigentor!
Distanz, das Gegenteil von Nähe,
du nicht von fernen Dingen suchst.
Weshalb dein Gegner gern es sähe,
dass du dich distanzieren musst!
Nun klebt der distanzierte Gegenstand,
durch dieses Schieben an der Hand.


21.3.2018: Die Leipziger Buchmesse ist vorbei, die Nachbetrachtungen zum Thema “Wie Nazi kann man sein und warum” sind es selbstredend nicht. Die TAZ, in der es in letzter Zeit sogar einige bemerkenswerte Artikel zu lesen gab, fällt allerdings gerade wieder in revolutionäre Barrikadenzeiten blinden Stumpfsinns zurück, entstaubt die Kampfbegriffe und schärft die Wortklingen. Der ganze TAZ-Artikel trieft nur so vor Selbstgerechtigkeit und Kampfsimulation und ich gab den Versuch, mich inhaltlich ernsthaft damit zu befassen, angesäuert auf. Nein, die Benennung meines ersten Magengeschwürs nach dem subventionsgepuderten Blättchen der Salonrevolution muss noch warten. Gut, dass ich kompetente Kollegen und Freunde habe, die angesichts dieses rostroten Dickichts ungerührt bleiben, die Stihl anwerfen und mit langem Sägeblatt durch das knisternde, trockene Gestrüpp fahren. Danke Alexander Wendt! Deinen Text entführe ich hier zu mir auf diese Seite, auf das er nicht verloren gehe:
Hallo, liebe Stalinisten von der taz! Oder Stasis. Oder Gulagwächter. Ich darf euch doch so nennen, oder? Wir müssen uns doch hier nicht totdifferenzieren. Wollen wir ein Spiel spielen? Gibt man also Gulagwächtern wie euch Raum, dann füllt ihr ihn. In der taz, im Parlament, auf der Straße. Das ist schlecht. Also ergibt Kommunikation mit euch wenig Sinn. Man muss euch das Leben so schwer machen, wie es geht. In Deutschland gibt es auf diesem Gebiet – Lebenserschwernis für bestimmte Gruppen – wirklich reichliche Expertise.
Privatadressen ins Internet stellen, das wäre schon mal ein erster Schritt. Eure Autos abbrennen. Eure Kinder in der Schule unter Druck setzen. Ab und zu mal jemand verprügeln, wenn die Mehrheitsverhältnisse mindestens zwei zu eins sind, so wie kürzlich zwei Männer einen Anti-Merkel Demonstranten in Hamburg zusammengeprügelt hatten. Kurzum, genau so, wie ihr es fordert: das Leben eines markierten Menschenkreises so schwer wie möglich machen. Nur, dass ihr jetzt (auch) dieser Menschenkreis seid.
Dann, liebe Pol-Pot-Fans, wäre doch eine Art Gleichstand zwischen euch und der unübersehbaren Zahl von Nazis in diesem Land erreicht, über die ihr jeden Tag schreibt.
Um aber wirklich damit anzufangen, würde ich gern entweder als Kommentar hier oder via PN Nachrichten von euch bekommen: Wer von euch möchte es tatsächlich in echt mal lebensschwer gemacht bekommen, richtig mit scharf und alles? Also nicht, wie es bei euch immer heißt: “Bin auf Twitter bedroht worden.” Nein, richtig Stahlgewitter und Langemarck, Skala von Nasenbruch bis oben offen. #MeeToo! Taz-Redakteure, Jakob Augstein, Frau SpOn Stokowski, Georg Diez: da müsst ihr jetzt durch! Bekennt euch öffentlich dazu, Blutzeugen der wechselseitigen Lebenserschwernis zu werden, exakt nach euren eigenen Forderungen. Bekennt euch: ja, wir wollen auf’s Maul.
Falls aber nicht: haltet fürderhin einfach öffentlich die Klappe, wenn es um eure Gewaltphantasien geht. Lebt sie zuhause mit einer Wochenendpackung Tempos aus. Aber malt anderen nur dann ein bestimmtes Schicksal in Flammenschrift an die Wand, wenn ihr es für euch selbst auch so dringend wünscht, dass ihr es gar nicht mehr aushaltet.


12.3.2018: Wir leben in Zeiten, in denen es nur noch schwarz und weiß zu geben scheint. Die Grautöne verschwinden immer mehr aus dem Blick, weil der Kontrast zu stark hochgezogen und die Zeit zu knapp ist, auf Zwischentöne zu achten. Deshalb trete ich hier mal einen Schritt zur Seite und werfe einen Blick auf einen Ort, der dem landläufigen Begriff der Ewigkeit schon recht nahe kommt – zumindest nach menschlichem Maßstab und durch meinen Blick: Rom. Zwar kann ich nicht durch Urkunde oder Pass belegen, dass dies “meine” Stadt ist, ich betrachte sie aber als solche. Rom ist die Stadt, die schon alles erlebt, alles gesehen, alles ertragen und alles überstanden hat. Sie ist gleichgültig, fett, schmutzig, duftend, unnahbar und vertraut zugleich. Rom ist Licht und Schatten und alle Zwischentöne. Immer, wenn es mir in Deutschland zu eng und unehrlich wird, denke ich an die ehrliche Enge von Rom, wo die Probleme zwar größer scheinen, als hierzulande, aber gleichzeitig niemand den Eindruck vermittelt, die lösen zu können. Alles fließt, frisst sich selbst, verdaut sich selbst, erneuert sich unaufhörlich. Man lässt laufen, kümmert sich um die seinen und je schlimmer es in der einen oder anderen Ecke aussieht, umso mehr achtet der Römer und insbesondere die Römerin auf Würde, Selbstachtung und Gelassenheit. Das Spiel von Licht und Schatten in Rom, seinen Straßen und Sakralitäten, seinen Bewohnern und Bettlern, den Damen und Dieben macht süchtig. Hier eine kleine Auswahl von “heruntergefallenen Fotos”, die ich beim durchsehen meiner Archive gerade gefunden habe und – passend zum Thema – hier mal in schwarz/weiß aber kommentarlos zeigen möchte. Achtet auch auf die Grautöne…viel Spaß.


15.2.2018: Na, liebe ARD? Wie wäre es mal mit einem Themenabend zu einem weit realistischeren Szenario der Entwicklung Deutschlands? Statt TAZ-Drehbücher dann auch noch von TAZ-Schreiberlingen im Spiegel beklatschen zu lassen, könntet ihr die Realität das Drehbuch schreiben lassen. Für alle, die den Welt-Artikel nicht lesen können, weil er hinter der Bezahlschranke liegt, eine kurze Zusammenfassung. Jecheskeli, ein israelischer investigativer Journalist, bastelt sich eine islamistische Identität, kauft für 1250 Dollar einen syrischen Pass (nicht gut gefälscht, sondern fast echt, könnte ohnehin nur in Syrien falsifiziert werden), besteigt ein Flugzeug und wird in Berlin von einem Sachbearbeiter betreut, der aus Gaza stammt. Der gibt gern Tipps, wie man die deutschen Behörden narren kann und die Familie schnell nachholt. „Mit Allahs Hilfe beginnst du hier jetzt ein neues, islamisches Leben“. In den Moscheen hört Jecheskeli Predigten mit dem Tenor “integriert euch nicht”. Das ist Alltag in Germanistan, wo die Dawa, die gewaltlose Unterwanderung und Bekehrung, bereits im vollen Gange ist. Die Welt weiter: “Die wahren Absichten der Zuwanderer würden in Deutschland nicht überprüft. Keiner der Flüchtlinge, die er im Auffanglager getroffen habe, hätte die Absicht gehabt, sich zu integrieren.” — es ist also angerichtet und kann serviert werden. Heiß oder kalt…das steht noch nicht fest.


7.2.2018: Genau heute von 78 Jahre hatte Disneys erster Abendfüllender Animationsfilm “Pinocchio” in den USA Premiere. Da kann man ruhig mal klatschen! Ruft doch mal “Martin”…!


5.2.2018: In den letzten Tagen sammelte ich Material, um mir ein aktualisiertes Bild vom Zustand der Türkei zu machen. Das Zusammenzufassen ist eigentlich unnötig, weil die Fakten bekannt sind. Zumindest die wichtigsten. Freie Geister zieht es in der Türkei momentan nach Izmir, weil die AKP dort einfach keinen Fuß auf die Erde bekommt. Oder sie verlassen das Land – oder sitzen im Knast. Im Syrienkonflikt ist Erdogan dabei, in die blutigen Stiefel des IS zu steigen und den Kurden – selbst denen, die nicht in der Türkei leben – den Todesstoß zu versetzen. Die Panzer, die nördlich von Kobane an der Grenze standen, um den IS gewähren zu lassen, rollen nun nach Syrien, um das “Werk” des IS zu vollenden. Die Türkei gebiert etwas, dass wir uns wohl in den schlimmsten Träumen nicht vorstellen wollen. Wie immer, wenn ich für einen Artikel sammle, mache ich mir Gedanken über ein Teaser-Bild, konnte aber nichts Passendes finden – bis mir das hier einfiel. Deshalb heute mal nur ein Bild, kein Artikel.


4.2.2018: L’État c’est moi – der Staat bin ich! Sagte Ludwig XIV und aus seiner Sicht war das auch richtig. Wenn jedoch 300 Jahre und einige Revolutionen später Staatslenker und Regierungsklüngel schon wieder mit solchen Gedanken kommen, finde ich das sehr bedenklich. Es sagt einerseits viel über das Selbstverständnis unserer Polit-Eliten. Andererseits zeigt es die Liederlichkeit unserer Medien, die solchem Gefasel durch Verwendung verdrehender Begriffe Vorschub leisten. Unvergessen die Worte von Julia Klöckner, die meinte „der Staat habe gut gewirtschaftet“, womit sie die hohen Steuereinnahmen auf die Leistungsseite ausgerechnet derjenigen schlug, die von diesen Steuern leben, statt sie zu „erwirtschaften“. Einen neuen Gipfel der Ehrlichkeit erklomm Ralf Stegner am 3.2.2018 in der Tagesschau: „Wir glauben, der Markt regelt gar nichts, sondern der Staat muss sich kümmern.“ Der Staat regelt alles, der Staat bestimmt alles. Es gab Zeiten, in denen hätte ich von einem Sozialdemokraten noch erwartet, dass er die dienende Funktion des Staates begreift, obgleich die Neigung, jede Form menschlichen Strebens staatlicher Kontrolle zu unterwerfen, auch der Sozialdemokratie nie ganz fremd war. Doch heute sind die Hemmungen, staatliche Kontrolle zur gesellschaftlichen Norm zu erklären, längst abgelegt. Wenn nicht einmal die Union, welche das gesellschaftliche Modell traditionell von innen (Familie, Individuen) nach außen (Land, Staat, EU) denkt, dem fortschreitenden Etatismus nicht widerstehen kann. In solchen Zeiten käme es auf die Medien an. Es wäre wichtig, dass diese die außer Kontrolle geratenen Eliten begrifflich erden, indem sie deren Argumente und deren „Wir sind der Staat“-Gewäsch nicht noch verstärken. Doch was lesen wir zum Beispiel in der Headline eines Artikels des ehemaligen „Sturmgeschützes der Demokratie“? „G20-Gipfel kostet Bundesregierung 72,2 Millionen Euro“ – wohlgemerkt: die Bundesregierung zahlt! Nicht etwa der Steuerzahler, in dessen Taschen hier tatsächlich gegriffen wurde. Über’n Daumen hat der G20-Gipfel jeden tatsächlichen Steuerzahler zwei Euro, oder jeden Einwohner Deutschlands knapp einen Euro gekostet. Es ist kaum anzunehmen, dass Merkels Kabinett die G20-Kosten wie eine Pizza-Rechnung durch 13 geteilt hat. Ich habe prinzipiell nicht gegen solche Veranstaltungen. Aber man sollte in der Berichterstattung schon so ehrlich sein zu erklären, wer die Pizza-Rechnung in Wirklichkeit beglichen hat.


immer noch 28.1.2018: Erfolgreichen Unternehmern wie Ingvar Kamprad muss man ein Denkmal setzten. Alle Kommentatoren, die seinen Tod verkünden, greifen sofort nach der Keule “Steuerflüchtling” oder “reicher Mann”, um sein Erbe zu relativieren. Aber, er hat etwas geschaffen, das bleibt, weil es in die DNA von Millionen Menschen eingebaut wurde, seien es nun Studenten mit kleinem Budget oder Anwaltskanzleien mit Bauhaus-Charme. Hoffentlich halten seine Erben den Laden gut am Laufen. 


28.1.2018: Nein, ich schreibe nicht gezielt gegen die Grünen! Es ist nur so, dass die Tontauben, mit denen diese seit Monaten um sich werfen, mir dauernd vor die Flinte kommen! Was soll ich also anderes tun, als abdrücken? Sie fliegen ja ohnehin nicht weit und ein gezielter Schuss sorgt vielleicht dafür, dass die flugunfähigen Ideen nicht auf den Köpfen argloser Passanten zerschellen. Die Bi-Pontiner Grünen warfen nun nicht bloß Tontauben, sondern Esel. Selbige sollen künftig “auf Zuruf” den OENV im ländliche Raum Zweibrückens bewerkstelligen, den Öffentlichen Esel Nahverkehr. Die Idee ist wohl aus der Not geboren. Aber nicht der, diese Aufgabe mit handels- und landestypischen Autos nicht bewerkstelligen zu können – und seien es selbst elöktrische. Sondern der Not, das vorhandene qualifizierte Fachpersonal mit adäquater Arbeit zu versorgen. Gestern noch Gold von den Schiffen, heute schon aufstrebender Kleinunternehmer im Zuruf-Transportgewerbe. Doch was Esel können, können nur Esel, liebe Grüne. Das ist bei Zugtieren wie bei Parteien.


26.1.2018: Kann mir jemand sagen, wann genau aus “traumatisiert”, “vor Krieg und Verfolgung geflohen” und “schreckliches durchgemacht” plötzlich “Stressresistenz und Durchhaltevermögen” geworden ist? Ich muss eine Phase der Berichterstattung nicht mitbekommen haben! Eine Leserin antwortet auf meine rhetorische Frage wie folgt: “Stimmt doch alles, was regt Ihr Euch auf? Zielorientiert gehen sie auf Frauen zu, belastbar sind sie hinsichtlich evtl. Gegenwehr und teamfähig, da meist im Rudel antanzend.” — Treffer, fürchte ich.


23.1.2018: Vorsicht, liebe Grüne und Linke, nicht zu früh freuen. Der Übertritt des AfD-Mitglieds Wagner zum Islam könnte als Axt in eurem Knie landen. Die Ablehnung seiner Bewerbung für den Gemeinderat der ev. Kirche aus 2016 mit der Begründung, dessen Partei verfolge “menschenfeindliche Ziele”, könnte sonst als Bumerang zurück kommen. Was sagt diese Zuschreibung eigentlich über die Religion aus, der Wagner nun beigetreten ist? Wahre Christen können keine AfDler sein, hört man immer wieder. Ist der Islam also eine bessere Heimat? Wegen seiner Ziele vielleicht? Was wäre eigentlich, wenn die AfD geschlossen zum Islam überträte? Müsste sie dann nicht eurer Sympathie gewiss sein? Ich würde an eurer Stelle nicht länger darüber nachdenken – Zirkelschlüsse lassen sich nämlich logisch nicht auflösen.


21.1.2018: Der Count-Down läuft, heute will die SPD beschließen, ob sie eine eigenständige Partei bleiben möchte, oder, gegen den Willen von fast 90% der deutschen Bevölkerung mittelfristig eine Fusion mit der vergrünten Merkel-CDU anstrebt. Wie werden sie sich Genossen aus dem „Willy-Abgebrannt-Haus” wohl entscheiden?
A)– Der Parteivorstand schließt die Jusos vom Abstimmungsprozess aus und ordnet eine sofortige Altersfeststellung an. Alle Volljährigen Juso-Mitglieder werden verhaftet und ins Saarland abgeschoben, wo sie von Heiko Maas in digitaler Einzelhaft gehalten werden.
B)– Martin Schulz betritt das Podium, zieht ein japanisches Wakizashi und droht, sich hineinzustürzen, sollte er nicht die erforderliche Mehrheit für die GroKo erhalten. Das Präsidium beschließt daraufhin ohne Gegenstimme die eilige Installation von Zeitlupenkameras, um den historischen Moment aus verschiedenen Winkeln festzuhalten.
C)– Der Parteivorstand gibt argumentativ alles – Andrea Nahles tanzt und singt „Und diese Biene die ich meine, die heißt Angela“, im Saal werden Sauerstoffmasken gereicht – im Tausch gegen ein „Ja“ zur GroKo.


19.1.2018: Dieses Land bricht nicht plötzlich zusammen, es erodiert langsam aber stetig vor sich hin. Man muss schon an die neuralgischen Punkte schauen, um das zu bemerken. Dorthin, wo die Abwehrschlachten toben, vor Gerichten, bei der Polizei, den freiwilligen Helfern und dem medizinischen Personal. Die Menschen dort melden sich nicht mit Petitionen, organisieren keine Protestmärsche und nageln auch das Grundgesetz nicht an die Tür des Kanzleramtes – diese Menschen brechen einfach still zusammen, geben auf und verschwinden. Wenn es vorbei ist, werden es deshalb nicht die Allahhuagbar-Rufe sein, die uns auffallen werden. Es wird die Stille sein, die sich über alles legt, die Menschen in ihre Häuser und ihre gated Communities treibt. Unsere Politiker werden diese Stille für Frieden halten, die eigentlich eine Friedhofsruhe sein wird. Rettungssanitäter David R. hat aufgegeben und sich in Stille und Exil verabschiedet. Ich kann’s ihm nicht verdenken.


18.1.2018: In Österreich reagiert man traditionell sehr empfindlich auf deutsche Bevormundung. So wie Kurz bei Maischberger behandelt wurde, hilft ihm das sowohl bei der Bevölkerung als auch beim Koalitionspartner. Die FPÖ wird sich diebisch freuen, all das zu entkräften, was die Ankläger aus der ARD den Zuschauern als “Wissen” verkaufen wollte. Kurz hat sich ins Studio gesetzt, ist ruhig geblieben, hat sachlich argumentiert und wurde im Gegenzug mit faulen verbalen Eiern beworfen und infantil beleidigt – ganz zu schweigen von den peinlichen Nazivergleichen, die im Studiohintergrund eingeblendet wurden. Wem bei derartig deutlich von Verachtung getragenen Fragen am Ende die Sympathien zufliegen, sieht man an den Kommentaren hier. Kurz hat das wohl einkalkuliert und perfekt genutzt – Maischberger und Trittin wurden als Eiferer entlarvt, die Auswahl ausgerechnet Trittins als Sekundant Maischbergers zeigt außerdem überdeutlich, wo das Herz der Macher im ÖR schlägt. Was wird von dieser Sendung hängen bleiben? Ganz einfach, Entsetzen darüber, wie man im deutschen Fernsehen mit ausländischen Staatslenkern umzugehen bereit ist, die dem “german way of life” nicht folgen. Danke an Bundeskanzler Kurz für die Lehrstunde über ideologisch verblendete deutsche Meinungsmacher, als wenn es da noch eines Beweises bedurft hätte.
Ach, Frau Maischberger, da Ihre Sendung voll auf Linie liegt und deshalb wohl auch weiter von unseren Gebühren getragen wird, hätte ich eine Bitte: behalten Sie diesen herablassenden Ton bitte bei, wenn Sie das nächste Sommerinterview mit der Kanzlerin machen.


14.1.2018: Nach Trumps “Shithole-Gate” steht die selbstgerechte und selbstbetrügerische Weltelite der Medien geschlossen auf und protestiert. Sowas sagt man nicht, sowas stimmt auch nicht, sowas darf auch nicht sein! Das würde ja bedeuten, dass sich Millionen Menschen aus ihren Shithole-Countries auf den Weg in den Westen machen würden – und wann hätte man jemals von sowas gehört! Doch der ungehobelte, undiplomatische, unsympathische Trump schafft, woran seit Jahrzehnten andere Politiker scheitern: er spricht die blanke, nackte, hässliche Wahrheit aus. Er lockt Leute hervor, die sagen, “er hat doch verdammt nochmal recht!”. So wie den Nigerianer, Chaz Chiazo Ogbu, der in den Staaten lebt und genau die Worte findet, die hinter dem trumpschen Geplapper stehen: Macht endlich was! Nigeria first…wenn du ein Nigerianer bist! Und das ist auch gut so! I love this guy!


11.2.2018: Die drei großen Vorsitzenden treten hin vor die Welt und tuen kund und zu wissen, was das Stündlein in Deutschland, Europa und dem ganzen Rest geschlagen hat. Bei Minute 23:30 wird’s dann richtig peinlich. 


8.1.2018: Heute mal was völlig Unpolitisches. Hat jemand schon mal solch eine riesige Hirschherde gesehen?


immer noch 3.1.2018: Die Zahlen, mit denen Pfeiffer für seine Studie arbeitete, sind ja korrekt – nur seine Schlussfolgerungen sind billig. Er ließ genau drei Fäden aus seinem Knäul rausgucken: der eine ist die Wahrscheinlichkeit von Anzeigen im Fall von Straftaten – Deutsche zeigen eben gern Flüchtlinge an, während Flüchtlinge vor Dankbarkeit devot erstarren. Der zweite ist der fehlende “female touch” unter den Flüchtlingen, was mäßigend auf die wirken würde, aber ihre Mütter, Schwestern und Frauen seinen ja nunmal (noch) nicht da. Der dritte ist die Perspektivlosigkeit, die zwangsläufig zur Kriminalität führe, weil sich die edlen Wilden nicht so gern durch gewissenlose Unternehmer in Schwarzarbeit ausbeuten lassen wollen. Da kommt man schon mal auf die schiefe Bahn… (Ich frage mich ersthaft, was das für Schwarzarbeit sein soll.) Es hat keine 24 Stunden gedauert, bis landauf, landab fast alle Medien solange an den Fäden zogen, bis die Wirkung der eigentlichen Essenz der Studie verpufft war: Wir haben offensichtlich ein nordafrikanisches Kriminalitätsproblem. Keine Sau spricht mehr davon. Alle reden nur noch vom Familiennachzug und von den bösen Unternehmern, die Flüchtlinge zu Schwarzarbeit zwingen wollen. Ach, übrigens: bei Wilhelm Busch endete die Sache für Max und Moritz  dann doch irgendwann tödlich…


3.1.2017: Die sicherste Art (nach der Verwendung von Schlüsselworten wie Musel oder Nafri), die Wirksamkeit des seit 1. Januar geltenden NetzDG zu testen, ist es zumindest bei Twitter, eine bereits gesperrte Person in Stil, Inhalt oder Profilbild nachzuahmen oder hochzunehmen – kurz: mit Satire schafft man es. Das weiß nun auch die Titanic-Redaktion, die im Namen der AfD-Politikerin twitterte. Die Lage ist also unübersichtlich. Nun versucht man dort wohl als nächstes, einen Freifahrtschein zu erlangen, damit dieses versehentliche Sperren nicht noch einmal passieren kann. Vielleicht sollte man im Justizministerium darüber nachdenken, einen amtlichen Satire-Unbedenklichkeitspass auszustellen, dem natürlich eine amtliche Prüfung vorausgehen muss und den nur verdiente Künstler des Volkes erhalten können. Nur Inhaber dieses Passes erhalten dann uneingeschränkten Zugriff auf die Rechte, die sich aus Artikel 5GG ergeben.


1.1.2018: Wenn es ein Land in der islamischen Welt gibt, dessen Menschen ich “aus dem Stand” den Übergang zu einer liberalen, demokratisch verfassten Gesellschaft zutrauen würde – sobald man den religiös determinierten, repressiven Staatsapparat erst mal abzuschütteln im Stande war – dann ist es der Iran. 2009 hatte sich jedoch gezeigt, dass das Mullah-Regime sich seit 1979 so viele Kostgänger, Profiteure und Unterstützer in der Bevölkerung herangezogen hatte, dass es die unzufriedene Jugend nicht schaffte, das Ruder herumzureißen. Die abhängigen Verwaltungsangestellten, die Revolutionsgarden, die Armee, der Klerus…sie alle wurden entweder ideologisch oder mit Geld gefügig gemacht, nicht wenige haben mittlerweile so viel Dreck am Stecken, dass sie eine Nach-Theokratische, freie Gesellschaft nicht zu Unrecht fürchten. Halten die Proteste jedoch an, könnte im Vergleich zu dem, was im Iran geschehen wird, der “arabische Frühling” wie ein laues Lüftchen erscheinen. Umso angeekelter muss man davon sein, wie weite Teile unserer Medien über die Proteste berichten. Wenn President Trump erklärt, die Welt sehe genau zu, versteht das ZDF dies als “anstacheln”. Oberflächlich wie das ZDF nunmal ist, erklärt es die Proteste vordergründig als der schlechten Wirtschaftslage geschuldet, obwohl doch jeder weiß, dass es die im Iran herrschende Theokratie ist, welche Bestechung, Misswirtschaft und von Unkenntnis und ideologischer Verbohrtheit erst möglich macht. Nichts an dem, was Trump hier twitterte, verdient die dümmliche Kritik des ZDF! Die Wortwahl “anstacheln” ekelt mich geradezu an, zeigt sie doch, auf wessen Seite sich unsere Medien hier schlagen. Der kindliche Reflex, pauschal gegen alles zu sein, für das Trump steht, kostet uns die Freundschaft zu den Menschen, die im Iran nichts lieber täten, als endlich die Mullahs zum Teufel zu jagen!