Fundstücke (Archiv 2018)

31.12.2018: Relotius malte mit bre­it­em Pin­sel das, was seine Schöpfer von ihm erwarteten. Die Far­ben auf sein­er Palette entstammte jedoch Bun­de­spressekon­feren­zen, Regierungserk­lärun­gen und Neu­jahrsansprachen. Und er ist kein Einzelfall. Es kann einem schwindelig wer­den, wenn man Wendts Aufzäh­lung fol­gt, zumal mir sofort sämtliche Mel­dun­gen, das Behar­ren auf deren Richtigkeit und das stille und fol­gen­lose Ver­puffen in den Medi­en wieder ein­fall­en. Deutsch­lands Medi­en­land­schaft ist eine endlose Relotiu­sade, dabei wäre jede einzelne dazu geeignet gewe­sen, eine schamvolle Aufar­beitung in der Größenord­nung auszulösen, wie sie der Spiegel heute an der Backe hat. Das dies nun zum ersten Mal geschah, sagt wenig über den Fall Relotius und viel über die Branche aus ver­schwägert­er Presse, Poli­tik, NGO-Aktivis­mus und Kirchen.
Alexan­der Wendt: „In keinem der aufgezählten Fälle führten die Erfind­un­gen, Aus­las­sun­gen, Ver­drehun­gen und unbe­wiese­nen Behaup­tun­gen zu irgendwelchen per­son­ellen Kon­se­quen­zen. Vielfach fol­gte noch nicht ein­mal eine Kor­rek­tur, oder sie wurde im Kleinge­druck­ten ver­steckt. Alle aufgezählten Vari­anten der Wirk­lichkeits­bear­beitung ste­hen für die Ver­drän­gung der Beschrei­bung durch das so genan­nte Nar­ra­tiv und der Dis­tanz durch das Wichtig­machen des Erzäh­lers, sie ste­hen also für das Typ­is­che und Erwün­schte und nicht für die Aus­nahme und den Unfall. Warum sollte also aus­gerech­net an Claas Relotius ein Exem­pel sta­tu­iert wer­den?
Es gibt schon Gründe: Was andere Jour­nal­is­ten Relotius eigentlich übel­nehmen, ist der Umstand, dass seine Texte sich wie eine Par­o­die hun­dert­er ander­er Mod­er­a­tio­nen und Meter­war­entexte aus dem Reschke-Res­tle-Stokows­ki-Wirkungskreis lesen. Der Spiegel-Mann konzen­tri­erte die Beize, in der die gesamte Branche schwimmt, nur ein wenig stärk­er als üblich, und wies damit auf die Exis­tenz der Beize über­haupt erst wieder hin.“
Die Beize, von der hier die Rede ist, bewirk­te – ohne dass ich mir dessen bewusst war – dass ich vor vier Jahren begann, meine Kom­mentare nicht mehr dem Spiegel und anderen anver­traute, son­dern selb­st zu bün­deln und als Blog zu veröf­fentlichen. Man muss sich nur die schiere Anzahl der auf dieselbe Art und Weise ins Leben gerufe­nen Medi­en anse­hen um zu begreifen, was schief läuft in unserem Land.


28.12.2018: Das Min­destal­ter für das Amt des US-Präsi­den­ten liegt bei 35 Jahren und man kann vor der Weit­sicht der­er nur den Hut ziehen, die dies vor langer Zeit so fest­gelegt haben. Dieser Fakt wird die Demokratis­che Partei davor bewahren, nach der katas­trophalen Nominierung Hillary Clin­tons im näch­sten Wahlkampf gle­ich den näch­sten Fehler zu bege­hen und in einem Anflug von „Schulz-Hype“ Alexan­dria Oca­sio-Cortez auf den Schild zu heben. Die wird 2020 näm­lich erst 31 und kommt somit nicht in Frage. Das betrübt die Repub­likan­er um Trump ver­mut­lich sog­ar noch mehr als die Demokrat­en, denn mit Oca­sio-Cortez hätte man leicht­es Spiel gehabt. Zu dünn sind Oca­sio-Cortez Ken­nt­nisse der Real­ität, zu dick legt sie in jed­er Diskus­sion und jedem Inter­view ide­ol­o­gis­che Schminke auf. Ihre kom­mu­nis­tis­chen Tagträume darüber, was alles „kosten­los“ sein solle in Ameri­ka und ihre behar­rliche Weigerung zu zeigen, wie das alles bezahlt wer­den soll und von wem, kann sie in Inter­views noch mit einem bre­it­en Lächeln über­spie­len. Im Wahlkampf jedoch würde der poli­tis­che Oppo­nent genüsslich ihre Ahnungslosigkeit filetieren und ihre Marx­is­tis­chen Tagträume zerpflück­en. Die Demokrat­en sind, genau wie so viele andere eher linke poli­tis­che Parteien in der west­lichen Welt, geschla­gen mit einem ekla­tan­ten Man­gel an „wählbarem Poli­tik­er­ma­te­r­i­al“, dass nicht per­ma­nent die Peitsche der Rev­o­lu­tion schwingt wie Maduro, dem Oppor­tunis­mus zugeneigt ist wie Zipras, in dem nicht die Bürokratie längst den Men­schen gefressen hat wie bei Mar­tin Schulz oder denen der Anti­semitismus nicht aus jed­er Pore trieft wie bei Jere­my Cor­byn. Bernie Sanders wiederum, Oca­sio-Cortez poli­tis­ch­er Ziehvater, ist ger­adezu das Parade­beispiel für die Ver­bit­terung eines linken Ide­olo­gen, der zeitlebens ein frei­heitlich­es, weit­ge­hend mark­twirtschaftlich­es Sys­tem bekämpft hat, dass ihn gle­ichzeit­ig prächtig ernährte. Vielle­icht ist dies im Grunde sog­ar der gemein­same Nen­ner aller radikalen linken Weltverbesser­er, Kli­maret­ter (Oca­sio-Cortez gehört dazu) und Sei­den­schal-Rev­oluzzer samt den 68ern und den RAF-Ter­ror­is­ten: infan­til-trotzige Auflehnung gegen das kap­i­tal­is­tis­che „Schweine-Sys­tem“, von dessen emsi­gen, satt-sur­ren­den Betrieb­samkeit man prof­i­tiert, ohne dass man zur Entste­hung einen Beitrag leis­ten kon­nte. Dabei will man doch so gern die Welt ret­ten – auch um den Preis, sie vorher in Gefahr zu brin­gen. Der Artikel der SZ schmachtet Oca­sio-Cortez auf pein­liche Weise ger­adezu an, auch wenn einige ihrer bekan­ntesten öffentlich bekan­nten Dummheit­en kurz zur Sprache kom­men. Wenn die Zukun­ft der Demokratis­chen Partei jedoch tat­säch­lich in den Hän­den von Oca­sio-Cortez liegen sollte, sehe ich schwarz für die Partei Jef­fer­sons, Roo­sevelts und Kennedys.


23.12.2018: Wie ver­nich­t­end der Wirkungstr­e­f­fer „Spiegel-Affäre“ für den lin­ien­stram­men Jour­nal­is­mus in Deutsch­land ist, erken­nt man erst bei Betra­ch­tung der Last-Minute-Kriegserk­lärun­gen an das „Sys­tem“. Jörg Thadeusz kön­nte man das „Ägypten unter den Siegern“ beze­ich­nen. Denn während er noch im Wahlkampf als medi­ales Zäpfchen und unter­wür­figer Stich­wort­ge­ber für die von ihm so bewun­derte Angela M. unter­wegs war, bekun­det er nun bere­itwillig sein Unbe­ha­gen über seinen welt­bildbestäti­gen­den Kol­le­gen Relotius. Er kon­nte ihn nie lei­den, ste­ht zwis­chen den Zeilen. Denn Relotius hielte ihn für „zwang­haft über­mütig“, was wohl bedeuten soll, Thadeusz sei eigentlich ein Rebell, den das Sys­tem Relotius unter­drück­te. Ägypten erk­lärte Japan und dem Deutschen Reich am 24. Feb­ru­ar 1945 den Krieg, um sich bei den Alli­ierten lieb Kind für Gebi­et­sansprüche im Sudan zu machen. Die Briten macht­en dem König näm­lich klar, dass nur die Geg­n­er Nazideutsch­lands in der neuen Wel­tord­nung ein Wörtchen mitzure­den hät­ten. Der frühere – aber nach eigen­er Wahrnehmung unfrei­willige – Welt­bildbestätiger Thadeusz hat mit seinem gratismuti­gen Text sog­ar bis Ende Dezem­ber gewartet und kann nur hof­fen, dass es den­noch für die eine oder andere Apanage in der Nachrelotiu­sor­d­nung reichen wird. Ein Spät­bekehrter ver­sucht, sich über das Sys­tem zu erheben, dem er selb­st nur zu bere­itwillig diente. Was für ein Affenthe­ater!


immer noch 22.12.2018: Wie ham­merblöd muss man eigentlich sein, dem Dieb, der die Hand in den Taschen aller Bürg­er hat und der noch dazu Kred­ite auf die Köpfe aller Bürg­er häuft, frei­willig Geld hin­ter­herzuw­er­fen, um die Kred­ite abbezahlen zu kön­nen? Um es kurz zu machen: es gibt in Deutsch­land zumin­d­est so viele Dep­pen, dass sie in diesem Jahr ins­ge­samt 600.000 Euro auf das soge­nan­nte „Schulden­til­gungskon­to“ des Bun­des über­wiesen haben. Wohlge­merkt: ohne Spenden­quit­tung. Ablass­briefe für Kli­mawandel oder Fein­staub­ver­brechen wer­den auch nicht aus­gestellt. Es ist Ein­fach­so­geld. Geld, dass man „ein­fach so“ zahlt, so wie die Oma ihrem Enkel einen Zehn­er in die Hand drückt, wenn er ein Wei­h­nacht­slied geträllert hat. Es ist, als säße man im Kochkessel in Kan­ni­bal­is­tan und bliese kräftig in die Flam­men, damit das Feuer nicht aus­ge­ht. Ach, übri­gens, der Deutsch­land­funk sagte in den Nachricht­en auch, warum die Summe nur so klein sein: der Staat bewerbe diese Möglichkeit nicht. Was ich allerd­ings sehr schade finde, weil sich erst dann die per­fek­te Ver­arschungs­kette ergeben würde. Der vom Bürg­er finanziert Staat macht im Namen des Bürg­ers Schulden, die der Bürg­er begle­ichen soll und wirbt mit weit­eren Geldern des Bürg­ers für die Möglichkeit, wie der Bürg­er frei­willig und gen­erös Son­der­til­gun­gen für diese Schulden zahlen kann. Grandios, diese Deutschen! Grandios ver­peilt!


22.12.2018: Wer das Buch von Alex Feuer­herdt „Vere­inte Natio­nen gegen Israel“ noch nicht gele­sen hat, vielle­icht, weil es erst unter dem Wei­h­nachts­baum liegen wird, für den habe ich hier schon mal eine kleine Ein­führung und Zusam­men­fas­sung vom Autor. Es ist ein Mitschnitt eines Vor­trages, den er Anfang Dezem­ber in München im Rah­men ein­er Vor­tragsreise zum Buch gehal­ten hat. Keine Sorge, kein Spoil­er-Alarm! Es ist vielmehr eine dichte, auf wenige Fälle beschränk­te Dar­legung, wie die zahlre­ichen Verurteilun­gen Israels durch alle nur denkbaren UN-Gremien zus­tande kom­men. Das Buch ist viel kom­plex­er. Die Ton­qual­ität ist lei­der nicht sehr gut und es fehlen am Beginn ein paar Minuten, aber das macht nichts. Der Vor­trag und sein Gegen­stand sind es wert, dass man ihm eine Stunde wid­met.


19.12.2018: Da darf man ruhig mal klatschen! Großkalib­rige Fake-Granat­en aus dem Stur­mgeschütz der Demokratie…rührige Artikel – die von vorn bis hin­ten erstunken und erlogen waren – über Flucht, Krieg und Migra­tion kamen auch aus der Edelfed­er von Claas Relotius, mit der er sich durch die Ver­lage der hal­ben Repub­lik gek­leck­ert hat. Man hat das alles geglaubt, weil man es glauben wollte! Relotius hat offen­bar müh­e­los an der Erwartung sein­er Vorge­set­zten ent­lang phan­tasiert. Wie man sieht, reicht eine rege Phan­tasie, um in diesem Land die fettesten Ehrun­gen als Jour­nal­ist zu erlan­gen. Irre!


17.12.2018: Warum Kli­maret­ter vom Mars kom­men oder dort hin wollen.
Wie weit ist die Men­schheit auf den Hund gekom­men, wenn man sich die tägliche Por­tion Opti­mis­mus von einem 95-jähri­gen Wis­senschaftler holen muss! Auf die Frage, ob er opti­mistisch in die näch­sten 100 Jahre der Men­schheit blicke, antwortet Free­man Dyson: „Ich bin in den 30er Jahren aufgewach­sen und alles war so viel schlechter damals. Das ist der Haupt­grund für meinen Opti­mis­mus. … Es ist also eine Frage, wo man mit dem Ver­gle­ich startet.“ Hier noch eine Per­le aus dem Inter­view mit Stu­art McNish ––

McNish: „Ich habe Al Gores Film „Eine unbe­queme Wahrheit“ gese­hen und dort sagt er, wenn man Wasser­dampf mal bei­seit­elässt, ist CO2 für 30% des Treib­haus­ef­fek­ts ver­ant­wortlich.“
Dyson: „Das stimmt“
McNish: „Aber […] der Ein­fluss von Wasser­dampf beträgt 90%!“
Dyson: „Ja“
McNish: „Aber wenn der so hoch ist, wie kann man ihn dann bei­seit­e­lassen?“
Dyson: „Kann man nicht [lacht]. Das würde nur passen, wenn man vom Mars spräche.“
McNish: „Weil es dort keinen Wasser­dampf gibt?“
Dyson: „Genau!“
Solche Pointen wer­den für Inter­views mit Kli­ma-Wis­senschaftlern schon seit 20 Jahren nicht mehr hergestellt! Ein sehenswertes Inter­view mit einem der renom­miertesten Physik­er der USA über Größe und Wirk­mech­a­nis­men von anthro­po­gen­em CO2 und den Effekt, den es mit 30% der restlichen 10% der kli­marel­e­van­ten Mech­a­nis­men hat. (Und dort nicht mal lin­ear! Amn. d. V.)
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15.12.2018: Dis­tanz. Da ist es, was zwis­chen einem glaub­würdi­gen Jour­nal­is­ten und dem Gegen­stand sein­er Recherche liegen muss. Lei­der geht zwis­chen jene und den Objek­ten der meis­ten ihrer Recherchen, den Poli­tik­ern, kaum ein Blatt Papi­er, weshalb die einen kri­tik- und ahnungs­los vom „Netz als Spe­ich­er“ schwafeln, während die anderen – so auch Ste­fan Aust – detail­liert über die Fall­stricke des Glob­al Com­pact for Migra­tion bericht­en. Aust ist jemand, an dem man sich wegen Details und Fak­ten reiben kann, ohne deshalb gle­ich in ide­ol­o­gis­che Grabenkämpfe abzu­gleit­en, wie es mit neun von zehn sein­er Beruf­skol­le­gen derzeit der Fall ist. Er gehört zu den weni­gen Standeskol­le­gen, denen man heute noch guten Gewis­sens den Hanns-Joachim-Friedrich-Preis ver­lei­hen kön­nte, der da ver­langt: „Dis­tanz hal­ten, sich nicht gemein machen mit ein­er Sache, auch nicht mit ein­er guten, nicht in öffentliche Betrof­fen­heit versinken, im Umgang mit Katas­tro­phen cool bleiben, ohne kalt zu sein. Nur so schaffst du es, daß die Zuschauer dir ver­trauen, dich zu einem Fam­i­lien­mit­glied machen, dich jeden Abend ein­schal­ten und dir zuhören.“ – ein sehenswertes Inter­view mit einem Jour­nal­is­ten, mit dem ich zwar nicht immer übere­in­stimme, der aber nie den Ein­druck ver­mit­telt, als wisse er alles prinzip­iell bess­er, als seine Leser. Sein Rauss­chmiss beim Spiegel hat­te bin­nen weniger Monate die Kündi­gung meines Abos zur Folge. Dabei wusste ich damals noch nicht ein­mal, warum ich die Kon­formis­ten-Soße nicht mehr ertra­gen kon­nte. Heute und im Rück­blick schon.

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3.12.2018: Erwärmt sie sich, oder erwärmt sie sich nicht, die Erde – und wenn ja, wen kann man dafür ver­ant­wortlich machen? Alle Jahre wieder, zeitlich clever in Wei­h­nacht­snähe und damit in die Wirkzeit von fliegen­den Ren­tieren und anderen Fabel­we­sen gelegt, trifft sich ein Tri­bunal von Vol­lk­li­ma­tolo­gen (nicht zu ver­wech­seln mit Volljuris­ten), um zu Gericht zu sitzen und ein Urteil zu sprechen, dass längst in Stein gemeißelt scheint: CO2 ist ein Schurke, der die Welt vergiftet, das Kli­ma auf Hochofen dreht und den Meer­esspiegel in alpine Täler schiebt – ganz zu schweigen von den Men­schen, die es in Afri­ka aus ihren Hüt­ten und nach Europa treibt. Es ist wieder COP-Zeit in der Welt der nichtregierend Organ­isierten und der nich­tor­gan­isiert Regieren­den wie alle Jahre wieder. Dies­mal ist man für die COP24 zu zehn­tausenden und mit­tels großer Men­gen Flug­ben­zin über Katow­ice in Polen herge­fall­en. Die Vor­würfe, die seit Jahren in schön­er Regelmäßigkeit wieder­holen, sind lei­der fast durch­weg Quatsch. Der Meer­esspiegel steigt kaum mess­bar und seit dem Ende der Eiszeit recht kon­stant. Nur hat der Men­sch in sein­er Kurzsichtigkeit (der Blick reicht ja kaum noch weit­er als bis auf das Smart­phone in der Hand) mit­tler­weile ein Faible für Wasser­grund­stücke entwick­elt. Der Beipackzettel zur Erde, in dem deren opti­male Betrieb­stem­per­atur nachzule­sen wäre, wurde lei­der noch immer nicht gefun­den und die Men­schen Afrikas machen sich in Wahrheit nicht wegen des Kli­mawan­dels, son­dern auf­grund von Über­bevölkerung, man­gel­nder Per­spek­tiv­en in der Heimat und ihren beschei­den gewach­se­nen Möglichkeit­en auf den Weg in gelobtere Län­der. Bleibt nur noch das böse CO2, dem man deshalb alle Schuld in die Schuhe schiebt. Ich trete hier an, um die Vertei­di­gung dieses Moleküls zu übernehmen. Das Plä­doy­er habe ich bere­its anlässlich der COP23 in Bonn 2017 gehal­ten, allerd­ings hat sich wed­er an der dargelegten Physik, noch am religiösen Eifer des Tri­bunals etwas geän­dert. Hohles Gericht, ich ver­lange das Wort! 


25.11.2018: Es war ein Ver­säum­nis des Bun­destages, der Empfehlung des wis­senschaftlichen Dien­stes nicht zu fol­gen, welche vor­sah, diejeni­gen auszubürg­ern, die sich dem IS anschließen. Die Entschei­dung war eine rechtliche, keine logis­che. Es ist rechtlich schlicht nicht möglich, einen Bürg­er staaten­los zu machen und der IS war eben nie ein anerkan­nter Staat, in dessen Staats­bürg­er­schaft man ger­at­en kann. Nun haben wir den erwart­baren Salat, weil nicht nur desil­lu­sion­ierte IS-Kämpfer und Schläfer klammheim­lich und einzeln zurück­kehren, die wir an unseren offe­nen Gren­zen ohne­hin nicht erwis­chen, son­dern auch die in Syrien in Gefan­gen­schaft ger­ate­nen auf ihre Rechte als deutsche Staats­bürg­er pochen. Was also tun mit den Ter­ror­bräuten, die sich auch heute noch, da ihre islamistis­che Blase geplatzt ist, in der sie ihren Kindern „ein besseres Leben“ bieten woll­ten, kein­er Schuld bewusst sind? Für die Mit­glied­schaft in ein­er ter­ror­is­tis­chen Vere­ini­gung kann man sie ohne konkrete Mitschuld kaum für mehr als ein paar Jahre verk­nack­en. Prozesse, die indi­vidu­elle Schuld bele­gen, sind lang­wierig und es man­gelt ihnen an ver­lässlich­er Beweis­sicherung, die in Syrien und dem Irak kaum möglich ist. Worauf ich hin­aus will? Ich gebe zu Bedenken, dass eine ver­gle­ich­bare Sit­u­a­tion die USA dazu bewog, Camp Igua­na und Camp Delta auf Guan­tanamo einzuricht­en. Nicht, dass wir ähn­lich­es tun soll­ten. Dazu fehlt es uns an allem, nicht nur ein­er exter­ri­to­ri­alen Ein­rich­tung, wo unser Rechtssys­tem nicht hin­re­icht. Auch unsere Poli­tik ist nicht dafür bekan­nt, poten­zielle Gefahren durch „Con­tain­ment“ eindäm­men zu kön­nen. Aber es gibt uns eine gute Möglichkeit zu ver­ste­hen, was einen Präsi­den­ten der Vere­inigten Staat­en dazu bewog, Guan­tanamo einzuricht­en und es seinen zwei Amt­snach­fol­gern (Oba­ma, Trump) trotz inter­na­tionaler Proteste unmöglich macht, es zu schließen.


16.11.2018: Gipfel­tr­e­f­fen EU-Südafri­ka in Brüs­sel.
Der Junck­er Claude, der ist kein Wicht,
die schlechte Laune ken­nt er nicht.
In Köln ist fün­fte Jahreszeit,
und Brüs­sel ist ja auch nicht weit.
Dort staunt der Gast aus Afri­ka,
was er als EU-Brauch­tum sah.
Der Sparzwang das Bud­get bedrückt,
weshalb Jean-Claude sich sel­ber bückt.
Welch Schuh’ er nicht entschei­den kann,
und zieht deshalb verschied’ne an.


7.11.2018: 11 Fäuste für ein Hal­lelu­ja, dachte man sich bei SPON gestern Abend noch und ließ sein­er Trump-Ver­ach­tung mal ordentlich — also mehr als son­st — die Zügel schießen. Elf Artikel! In der Rei­hen­folge wie unten abge­bildet. Wer gestern mit diesem Wis­sens­stand zu Bett ging, staunte nicht schlecht, als Trump heute mor­gen noch nicht zurück­ge­treten und nicht vom tarpe­jis­chen Felsen gestoßen war. Sen­at gewon­nen, Repräsen­tan­ten­haus knapp ver­loren — aber eine echte demokratis­che Mehrheit sehe dort auch anders aus. Ver­glichen mit anderen Midterm-Wahlen sehen die Ver­luste von Trump (26 Sitze) ger­adezu lächer­lich aus. Oba­ma ver­lor übri­gens 63 Sitze bei seinem Hal­bzeit-Amarged­don, Clin­ton fast eben­so viele (52). Zwei Mel­dun­gen des Tages lassen die “pro­gres­sive Linke”, die vor allem nach jedem “first of…” lechzt, frohlock­en. Alexan­dria Oca­sio-Cortez (jüng­ste Frau ever und Migran­tin: Dop­pelpunkt) und Ilhan Omar (Mus­li­ma, Kopf­tuch, Frau, Migratin, Anti­semitin: Fünf­fach­punkt!). Ich ver­mute, bei so viel Minoritäs­cred­i­bil­i­ty wird Frau Omar die heißeste Kan­di­datin für die Präsidentschaft…kommt aber dum­mer­weise aus Soma­lia und darf somit nicht die dem­nächst vakante Stelle des US-Präsi­den­ten übernehmen. Aber vielle­icht unterze­ich­nen die USA ja doch noch den GCM, dann kann sie wegen Diskri­m­inierung kla­gen und das Gesetz ändern. Ach ja…was ich eigentlich sagen wollte: über den GCM, der unser Land im Moment bren­nen­der inter­essiert, war gestern kein Artikel zu find­en auf SPON.


6.11.2018: Pro­tokoll eines Fluches – Exz­erpt eines (+)Welt-Artikels von Robin Alexan­der, Mar­cel Leubech­er, Thomas Vitzthum

Berlin, Frak­tion­ssitzung der Union: Roderich Kiesewet­ter (CDU) will mit dem GCM ille­gale Migra­tion zurück­drän­gen und in legale ver­wan­deln und die Herkun­ft­slän­der zur Rück­nahme verpflicht­en (der Ille­galen Migranten bevor sie Legale wer­den?), betont aber, der Pakt verpflichte zu nichts. Übri­gens auch die Herkun­ft­slän­der nicht. Und die Migranten schon mal gar nicht. Michael Frieser (CSU) fragt, warum man einen Pakt, der nichts bindend sei, über­haupt unterze­ich­nen müsse, Stephan Har­barth (CDU) erk­lärt, der GCM sei im deutschen Inter­esse, weil Deutsch­land Hauptziel­land von Migra­tion sei und weil wir Gesund­heitsver­sorgung, Sozialleis­tun­gen und Bil­dung gewähren, was durch den Pakt auch andere Län­der dazu brächte, solche Wohltat­en anzu­bi­eten (nicht rechtsverbindlich, ver­ste­ht sich, ich wieder­hole mich). Har­barth möchte mit dem Pakt den Migra­tions­druck von Deutsch­land nehmen. (lan­gan­hal­tender, frenetis­ch­er Beifall in der Frak­tion). Volk­er Ull­rich (CSU) träumt von der „glob­alen Ord­nung“ und Philipp Amthor (CDU) ist schon auf dem Pausen­hof und möchte nicht mit der AfD „Stöckchen­sprin­gen“ spie­len. Alexan­der Dobrindt (CSU) menetekelt TTIP an die Wand, möchte sich aber „inter­na­tion­al über Flucht und Migra­tion unter­hal­ten“, verken­nend, wie unter­hal­tend das Land diese Diskus­sion schon seit min­destens drei Jahren find­et. Silke Launert (CSU) fordert schließlich eine geheime, inhaltliche Abstim­mung über den Pakt und ver­lässt den Saal, als sie die nicht bekommt. Ein „emo­tionaler Aus­fall“ bestäti­gen Augen­zeu­gen, ein Flucht­grund, wür­den UN-Experten inter­pretieren, ein Migra­tions­grund, würde wohl Gauland sagen. Launerts wüten­der Schlus­satz, der fast schon einem altä­gyp­tis­chen Fluch glich, lautete übri­gens „Wun­dert euch nicht, wenn hier in drei Jahren nur noch 100 Leute drin sitzen!“ Im Moment sind es ja noch 246. Es ist noch Luft nach unten. Pro­tokol­lende …—…


4.11.2018: Siebzehn Punk­te sind es, die Öster­re­ich am Glob­al Com­pact for Migra­tion ablehnt, weshalb man ihn nicht unterze­ich­nen möchte. Ein jed­er, der bish­er glaubte, so schlimm könne es doch gar nicht wer­den mit einem rechtlich unverbindlichen Stück Papi­er, der gehe mal Punkt für Punkt die Liste durch und prüfe, welche Punk­te einem selb­st Bauch­schmerzen machen wür­den. Die “Unverbindlichkeit” ist übri­gens ein Tro­janis­ches Pferd, denn wenn man den Inhalt des Pak­tes so vehe­ment vertei­digt, weil er so viele Chan­cen enthalte und weil ohne­hin nur die fiesen Typen von der AfD gegen solche guten Sachen sein können…warum sollte man ihn dann nicht Punkt für Punkt in europäis­ches oder deutsches Recht umset­zen? Acht­en Sie mal drauf: Unser­er Regierung vertei­digt den Pakt in Toto, während die Staat­en, die den GCM ablehnen, die Wun­dertüte öff­nen und Punkt für Punkt auf Tauglichkeit, Kosten und Fall­en prüfen. Ein solch­es Vorge­hen gibt es in Deutsch­land nicht — und wenn, dann nur von “Denen”, die ohne­hin nach Schwe­fel riechen. In keinem Punkt aktueller Poli­tik ist die pauschale Ver­weigerung ein­er ehrlichen Debat­te stärk­er aus­geprägt, als in der Causa GCM. Merk­würdig, oder? Dabei ist doch alles so schön unverbindlich!
Zum Schluss ein kleines Gedanken­ex­per­i­ment: Stellen Sie sich vor, sie sitzen mit ihrem/ihrer zukün­fti­gen Lebenspartner(in) beim Anwalt, um einen Ehev­er­trag zu unterze­ich­nen. Sie haben Bauch­schmerzen bei dem einen oder anderen Punkt und fra­gen sich, ob sie das wirk­lich wollen. Der Anwalt beruhigt sie, das sei doch alles nicht verbindlich und könne ja eigentlich gar nicht ein­treten. Und über­haupt, sie kön­nten sich ja auch jed­erzeit wieder schei­den lassen! Wür­den Sie unter­schreiben?

17.10.2018: Eine halbe Stunde lang habe ich mich gestern auf eine tele­fonis­che FOR­SA-Umfrage ein­ge­lassen. Nichts als sug­ges­tive Fra­gen zum The­ma Winden­ergieakzep­tanz, Solar­voltaik, För­der­mit­tel und bösen Kohle­strom. So gut wie jede Frage beant­wortete ich nicht mit den ange­bote­nen Antworten, son­dern for­mulierte neue oder sagte, dass sich diese Frage auf­grund mein­er let­zten Antwort über­haupt nicht stelle usw. Bei wieder anderen ver­weigerte ich glatt die Auskun­ft. Es war im Grunde eine halbe Stunde bloggen am Tele­fon zum The­ma Energiewende. Da meine Vorträge aber nicht zu den vorge­fer­tigten Antworten passen woll­ten, hat die FOR­SA-Tante sicher­lich irgend­was einge­tra­gen, was die Qual­ität der Umfrage sich­er nicht hebt. Wer die Umfrage in Auf­trag gegeben hat, kon­nte und wollte man mir nicht mit­teilen, auf­grund der sug­ges­tiv­en Fra­gen kommt aber nur ein Min­is­teri­um in Frage, dass sich mit großzügigeren Sub­ven­tio­nen die Akzep­tanz der Wind- und Solarindus­trie auch weit­er­hin erkaufen möchte. Die Poli­tik stützt ihr Han­deln auf genau solche frag­würdi­gen Umfra­gen und glaubt, damit dem Volk nach dem Munde zu reden. Die Fra­gen sind jedoch so for­muliert und die möglichen Antworten so begren­zt, dass das Ergeb­nis von vorn here­in fest­ste­ht: Dem Volk wird der Mund ver­bo­gen!


14.10.2018: Mutiger als in einen Marsch von 150.000 mitzu­laufen ist es, sich mit ein­er Hand­voll und aus Prinzip jedem Gle­ich­schritt zu ver­weigern.


8.10.2018: Wenn Bedi­en­stete sich tre­f­fen, reden sie über ihre Herrschaft, wenn Autoren sich tre­f­fen, reden sie über ihre Ver­leger, so Hein­rich Heine. Wenn Autoren der Achse sich tre­f­fen und Fre­unde, Unter­stützer dazu kom­men und sog­ar der Botschafter der Vere­inigten Staat­en von Ameri­ka vor­beis­chaut, reden sie über die Frei­heit und deren Feinde. Ich kann gar nicht genug beto­nen, wie wichtig uns allen dieses beson­dere Jahre­str­e­f­fen ist. Wie sehr es belebt, mit so vie­len unter­schiedlichen Autoren zu sprechen, die aus so unter­schiedlichen Per­spek­tiv­en auf die Prob­leme in unserem Land blick­en. Bei uns reden Lib­ertäre mit Kom­mu­nis­ten, Lib­erale mit Sozialdemokrat­en und Athe­is­ten mit erzkon­ser­v­a­tiv­en Katho­liken, weil sie alle eines eint: Das Ziel, gegen die poli­tis­che und moralis­che Bewusst­losigkeit anzuschreiben, die wie ein zäher Teig über dem ganzen Land liegt. Die Achse ist gewis­ser­maßen das Riech­salz der Repub­lik und selb­st in den Redak­tion­skon­feren­zen, den Amtsstuben und Vor­stand­se­ta­gen hält man immer wieder die Nase über unsere Artikel. Wir wis­sen das zu schätzen und laden die Kol­le­gen in den Medi­en ein, endlich tief Luft zu holen. Der Moment des Aufwachens (mit bösen Kopf­schmerzen) kann schnell kom­men.
Bei unseren Jahre­str­e­f­fen reden wir über unsere Recherchen, find­en Anknüp­fungspunk­te und ent­deck­en überse­hene Zusam­men­hänge, wer­fen einen Blick hin­ter Vorhänge, die sich nur Insid­ern öff­nen, wir stre­it­en, wir lachen, wir seufzen, wir weinen…einerseits aus Freude, wenig­stens ein­mal im Jahr einen so vor Intellekt ger­adezu dampfend­en Haufen kluger Leute beisam­men zu sehen (Joachim Niko­laus Stein­höfel weiß, wovon ich rede. Mir geht es eben­so.). Ander­er­seits vor Trau­rigkeit, weil man es auch in diesem Jahr nicht schaffte, all die Gespräche zu führen, die man seit Wochen mit den Worten „Darüber reden wir in Berlin…“ ver­sprochen hat­te. Da die Anzahl der „Lager“, in denen sie die Achse des Guten dreht, von Jahr zu Jahr größer und inter­es­san­ter wird, ist es aber auch ger­adezu unmöglich, all das an einem Tag zu schaf­fen. Man kann ja noch nicht in ZIP-Dateien sprechen. Mein wichtig­stes Faz­it des Abends lautet deshalb wie fol­gt: wir wer­den uns noch stärk­er ver­net­zen, beson­ders ana­log! Es gibt ja heute schon zahlre­iche Pro­jek­te, an denen wir in losen Grup­pen gemein­sam arbeit­en. Man wird also in Zukun­ft noch mehr von der Achse und deren Autoren hören und lesen, was für manchen wie eine Dro­hung klin­gen mag, aber nichts anderes als ein Ver­sprechen ist. Das Ver­sprechen, auch weit­er­hin Pro­tokol­lanten der poli­tis­chen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Tal­fahrt Deutsch­lands zu sein und eben­so scho­nungs­los über die Cheer­leader der Regierungspoli­tik zu bericht­en, die in den Leitme­di­en gute Stim­mung zum schlecht­en Wet­ter machen, als gäbe es keinen Sturm und keinen Hagel. Wir wer­den noch mehr schreiben, noch tiefer graben, noch bess­er recher­chieren, noch unbe­que­mer sein. Und die TAZ wird nicht das let­zte Medi­um sein, das wir in der Reich­weite über­flügeln.

Wehe, wenn sie los­ge­lassen
Wach­send ohne Wider­stand
Durch die volk­belebten Gassen
Wälzt den unge­heuren Brand!
(Friedrich Schiller)

US-Botschafter Richard Grenell beim Jahre­str­e­f­fen der Achse des Guten

 


5.10.2018: Mein klein­er Essay über den „Glob­al Com­pact for Migra­tion“ endet mit zwei Aufrufen. Erstens, mir zu mis­strauen und sich anhand der frei ver­füg­baren Doku­mente selb­st ein Bild zu machen und zweit­ens, ins­beson­dere den Bun­destags-Abge­ord­neten mit Direk­t­man­dat im jew­eili­gen Wahlkreis Dampf zu machen, weil vor allem diese eine direk­te Ver­ankerung beim Wäh­ler haben und zumin­d­est the­o­retisch so etwas wie das Mur­ren der Schafe im heimatlichen Stall spüren wür­den. Erfreulicher­weise wollen dies einige Leser auch umset­zen. Heute erhielt ich die Mail eines Lesers, der sich zunächst daran machte, „seinen“ Abge­ord­neten in Erfahrung zu brin­gen und kon­stern­iert fest­stellte, dass es sich dabei aus­gerech­net um den SPD-Gen­er­al Lars Kling­beil han­delt. Das ist in der Tat ein dick­es Brett, stellte ich fest. Das ist aber kein Grund, es unver­sucht zu lassen, auch einen Lars Kling­beil vom Irrsinn des GCM zu unter­richt­en und ihn aufzu­fordern, das The­ma zwecks Ablehnung auf die Agen­da des Bun­destages zu brin­gen. Ein ander­er Aspekt jedoch scheint mir fast eben­so wichtig zu sein. Denn der Leser ken­nt nun endlich den Namen und die Kon­tak­t­dat­en seines „Volksvertreters“ und wer sagt, dass man seinen Abge­ord­neten nicht auch wegen ander­er pressieren­der Prob­leme kon­tak­tieren und von der Stim­mung an der Basis unter­richt­en darf? 


2.10.2018: Für meinen Weg zur Arbeit muss ich durch einen kleinen Ort fahren, dessen Orts­durch­fahrt derzeit durch eine Baustelle ges­per­rt ist, was einen erhe­blichen Umweg bedeutet. Es gibt jedoch einen befes­tigten Feld­weg, den man mit kleinen Fahrzeu­gen und im Schritt­tem­po und nicht mehr als 200 Meter zurück­le­gen kann, ohne dass Anwohn­er dabei gestört wür­den, es gibt dort näm­lich keine. Allein, es ist nicht ges­tat­tet – sagt ein Schild. „Durch­fahrt ver­boten! Land- und Forstwirtschaft frei“. Wer allerd­ings ort­skundig ist, und das sind nicht viele, der nickt, sagt zum Schild „du hast natür­lich Recht“ und zuck­elt langsam und vor­sichtig die 200 Meter auf der Rübe­nau­to­bahn. Bis gestern. Seit­dem block­iert ein alter, schw­er­er Pritschen­wa­gen quer den schmalen Feld­weg. Kein Durchkom­men mehr. 200 Meter Rück­wärts­gang. Da wurde mir klar, Deutsch­land ist moralisch immer noch kernge­sund! Wenn es um die Durch­set­zung eines Prinzips oder Rechts geht, ken­nt der Deutsche keinen Schmerz! Und der Bauer auch nicht! Lieber walzt er mit dem Treck­er einen hal­ben Hek­tar Rüben platt, um eine Feld­weg-Gren­zan­lage zu applizieren, als dass er einem frechen Aut­o­fahrer eine Abkürzung gön­nt! Wo kom­men wir denn da hin! Der Deutsche hat offen­sichtlich Kants kat­e­gorischen Imper­a­tiv wieder­ent­deckt, denn das Ver­hal­ten ren­i­ten­ter Aut­o­fahrer taugt selb­stre­dend nicht dazu, all­ge­meine Geset­zge­bung zu wer­den! Da muss gehan­delt wer­den, da entwick­elt man Eigenini­tia­tive, da bildet der Wächter der Krume eine Bürg­er­wehr und sper­rt den Forstwirt, dem auf dem Schild ja eben­falls gewisse Rechte attestiert wer­den, gle­ich mit aus. Opfer müssen eben gebracht wer­den, wenn es um’s Prinzip geht! So ist es auf dem Land von alters her, so ist es auch in der ganzen Repub­lik! Doch halt, dort ist es ja ger­ade nicht so. Dort kann man auch nur den einzel­nen Verkehrssün­der bestrafen, Gren­zan­la­gen sind undenkbar, ein „wer da und wohin des Wegs“ Aus­druck klein­lichen Mis­strauens. Ver­bote? Zählen nicht! Schilder? Wer kann schon lesen! Nein, im ganzen Land kann die Poli­tik sich nicht gegen Regel­brüche wehren, zumal die meis­ten von ihr selb­st aus­ge­hen. So viele Pritschen­wa­gen gibt’s ja gar nicht! Aber vielle­icht ist das ja nicht der einzige Weg. Vielle­icht soll­ten man das gewähren von kleinen Net­tigkeit­en, Sol­i­dar­ität und ein gewiss­es Lais­sez-faire lieber im Umgang der Men­schen untere­inan­der üben und die prinzip­ielle Durch­set­zung gel­tenden Rechts dem Staat über­lassen, statt es – wie im Moment – verkehrt herum zu tun.


18.9.2019: Eine Mil­lion Woh­nungssuchende ins Land holen und staatlich ali­men­tieren und bevorzu­gen, Geld für Null Zin­sen raushauen und jede Anlage­form außer Beton­gold unat­trak­tiv machen, durch geset­zlich erschw­erte Wohneigen­tums­bil­dung den Miet­markt zu einem der größten der Welt machen, damit Inve­storen anlock­en und ihnen den kom­mu­nalen Woh­nungs­be­stand verkaufen, durch unsin­nige Reg­ulierun­gen, Aufla­gen, Däm­mung, Energiepass und Furz und Feuer­stein die Baukosten für Woh­nun­gen in die Höhe treiben, die Kom­munen vom Immo­bilien­an­bi­eter zum Immo­bilien­suchen­den machen…und sich dann über leerge­fegte Woh­nungsmärk­te wun­dern. Genau mein Sozial­is­mus, genau mein Humor!


immer noch 13.9.2018: Ja, der feine Herr Johannes Kahrs (SPD), der die Nazis aus dem Bun­destag treibt — so sieht er sich wohl selb­st. Seine Rolle in der gestri­gen Ple­nar­sitzung ist hin­länglich beleuchtet, es war ein Tief­punkt des Par­la­men­taris­mus in Deutsch­land, ange­siedelt gle­ich hin­ter dem Aus­raster von Tim “Schulz” dem Loko­mo­tivführer. Den FAZ-Artikel über Kahrs aus 2009 hab ich heute allerd­ings zum ersten mal gelesen…und ich bin fas­sungs­los! SPD 2018 ist, wenn man für Ein­schüchterung und fast schon mafiöses Revi­er-Gebaren ein Bun­destags­man­dat bekommt wie Kahrs und für’s Büch­er­schreiben und Sta­tis­tiken auswerten mit Parteiauss­chluss bedro­ht wird, wie Sar­razin! Ich hab Kahrs belfer­n­des Organ im Bun­destag vor der Som­mer­pause noch im Ohr, als er die Zwis­chen­frage eines AfD-Abge­ord­neten mit den Worten “Mit Nazis rede ich nicht” abbürstete. So wie er drauf ist, sollte Kahrs fol­glich vor allem keine Selb­st­ge­spräche mehr führen.


13.9.2018: Bere­its in mein­er Rezen­sion des Buch­es „Finis Ger­ma­nia“ von Rolf Peter Siefer­le merk­te ich an, wie schein­bar kühl, teil­nahm­s­los aber präzise der Autor die dystopis­che Welt des kom­menden Deutsch­land zeich­nete. Die Schauer, die mich beim Ein­tauchen in seine skizzierten Bilder über­liefen, waren nicht von der angenehmen Sorte. Angesichts der aktuellen Aufre­gung um die phan­tasierte unmit­tel­bar bevorste­hende Macher­grei­fung der Naz­i­hor­den in Chem­nitz, Sach­sen und der restlichen Welt jagte mir heute ein Zitat aus einem weit­eren Buch Siefer­les Schauer der Vorah­nung über den Rück­en. „Das Migra­tionsprob­lem“, aus dem das Zitat stammt, erschien 2017 eben­falls posthum. Der Autor starb bere­its im Sep­tem­ber 2016, fand diese Worte also lange vor Kan­del, Chem­nitz oder Köthen.

“Die let­zten Men­schen wer­den erstaunt sein, wie viele All­t­agskon­flik­te plöt­zlich mit unge­wohn­ter Gewalt aus­ge­tra­gen wer­den (…)  Eine Welle unfaßbar­er blutiger Gewalt über­spült die let­zten Men­schen, die von ein­er Vertrei­bung aus ihrem Rent­ner­paradies bedro­ht sind. Sie wer­den die Verun­sicherung in innere Kon­flik­tlin­ien trans­formieren, sie wer­den in den eige­nen Rei­hen Feinde iden­ti­fizieren, die leicht zu bekämpfen sind, da sie aus dem gle­ichen Holz geschnitzt sind wie sie selb­st” – gefun­den bei Michael Klonovsky.


12.9.2018: Aus der Rolle gefall­en.
Um es gle­ich ganz klar zu sagen: für mich wäre so ein Cadil­lac Escalade auch alles andere als erstrebenswert. Zu dick, zu doof, zu durstig. Dass der Spiegel diese 8‑Liter-Mon­sterkarre als „Trumps Trumm“ vorstellt, spielt hinge­gen keine Rolle für Sym­pa­thie oder Abnei­gung. Der Takt jedoch ist damit geset­zt. Aus der Rolle gefall­en ist jedoch nicht dieses Auto, das in etwa so wichtig oder bedeu­tungsvoll in der europäis­chen Zulas­sungssta­tis­tik ist wie der hochgelobte Tes­la. Aus der Rolle fällt vielmehr Michael Specht von SPON, der über das Auto schreiben musste. Denn ein Test ist das gle­ich­wohl nicht, was Specht da abgeliefert hat. Vielmehr ist es eine lar­moy­ante Entschuldigung für die Tat­sache, dass er sich über­haupt hin­ter das Steuer dieses poli­tisch so unko­r­rek­ten „White Trash“ (18 Liter/100 km) geset­zt zu haben wagte.

Den Mitlei­ds­bekun­dun­gen der Kom­men­ta­toren, die hohn­lachend auf die Mark­tver­fehlung dieses Trüm­mers hin­wiesen, sei ent­geg­net, dass diese Vorstel­lung wohl doch nur ihrem eige­nen betreuten Denken entspringt, denn offen­bar verkauft sich das Gerät in den Staat­en gut und find­et somit sehr wohl einen Markt. Wie son­st sind Sätze wie dieser zu erk­lären: “In Kali­fornien ste­ht er an fast jed­er Straße­necke oder fährt die Luxu­s­meilen in Bev­er­ly Hills rauf und runter.” Und das wird er auch wohl noch eine weit­ere Weile tun, während wir uns in Deutsch­land, nach­dem dort der Diesel beerdigt wurde, als näch­stes die Ben­z­in­mo­toren wer­den ausre­den lassen.

Was jedoch allen Lesern ent­gan­gen war, ist die Tat­sache, dass in dem „Test“ mit keinem Wort auf die Fahreigen­schaften, Geräuschkulisse oder ähn­lich rel­e­vante Skills einge­gan­gen wurde und außer dem Ein­druck schamvollen Entset­zens nichts Sub­stanzielles in Spechts Artikel zu find­en ist. Mein dies­bezüglich­er Hin­weis in einem Leser-Kom­men­tar bei SPON wurde – wie üblich – nicht veröf­fentlicht. Der Spiegel macht sich neuerd­ings sog­ar dort lächer­lich, wo man ihm bis­lang sauberen Jour­nal­is­mus attestieren kon­nte.


4.9.2018: Ich mag der Sudel­grete Stokows­ki nicht schon wieder einen ganzen Artikel in meinem Blog wid­men, deshalb schnell einige Skizzen als Fund­stück. Stokows­ki, die mal eine Sybille Berg wer­den will, wenn sie groß ist – also hys­ter­ische Kolum­nen und gute Büch­er schreiben – muss sich nur mit den Roma­nen noch mehr Mühe geben. Doch viel inter­es­san­ter als der Ver­we­sungs­geruch, den ihre SPON-Kolumne ver­strömt, sind die Fliegen, die er anzieht. Da ich auf SPON nichts posten kann, antworte ich hier auf einige Kom­mentare ihrer abge­fahren­sten Antifa-Fans.

„Wenn es sein muss, dann bin ich Antifa. In Zeit­en wie diesen ist das mMn. Pflicht, wenn man ein guter Staats­bürg­er sein möchte, dem Zivil­courage wichtig ist.“
Da hat jemand in Staats­bürg­erkunde aufgepasst!

„Die Leute im Osten bere­it­en sich wieder mal darauf vor, anschliessend “von nichts gewusst zu haben”. Wird span­nend sein zu erleben, wie lange es der AfD noch gelingt, ihr bürg­er­lich­es Män­telchen zu behal­ten.“
Ich dache, die AfD sei längst ent­lavt? Im Übri­gen sind es ger­ade die „Leute im Osten“, die ger­ade die Stur­m­glocke läuten. Später wird man „im West­en“ wohl behaupten, man hätte das für musikalis­che Folk­lore gehal­ten.

„Danke für diesen vernün­fti­gen Beitrag nach all den Rel­a­tivierun­gen rechter Gewalt.“
Welche Gewalt? Die rechte Gewalt, die Daniel H. das Leben kostet?

„Antifa war, ist und bleibt wichtig im Kampf gegen Faschis­mus und Faschis­ten.“
Und sie wird spätestens im Jahr 2018 die Machter­grei­fung 1933 ver­hin­dern.

„Jede Demo, bei der ein Nazi mitläuft, ist eine Nazi- Demo.“
Wenn der Arm zum Him­mel springt, die Antifa den Sieg erringt. Irgend etwas scheint ja mit dem Hit­ler­gruß dieser Tage nicht mehr so gut zu funk­tion­ieren. Diese bek­loppten Faschos aber auch!

„Die Antifa war noch nie so wichtig wie heute. Sie sind Vor­bild für junge Men­schen, weil sie öffentlich dafür ein­ste­hen, den Recht­en keinen Raum für ihr wider­wär­tiges Han­deln zu lassen.“
Die Antifa beste­ht nur aus jun­gen Men­schen! Kein­er von denen ist älter als 30! Das hat sie erschreck­ender­weise mit den SA-Schlägern der Hitlerzeit gemein­sam. Viele Protest-Demon­stra­tio­nen erscheinen dage­gen wie Geri­atriekon­gresse! „Der Schoß ist frucht­bar noch…?“ Ja, nur welch­er und was kriecht daraus her­vor?

„Wer Antifa auf den “schwarzen Block” reduziert, kann oder will nicht dif­feren­zieren.“
Wer macht denn sowas! Dann kön­nte man ja die Recht­spop­ulis­ten auf Typen wie Höcke redu…ach, lassen wir das.

„Und Danke an die Antifa und ihre uner­müdlichen Bemühun­gen!“
Jawoll, auch John May­nard Keynes, den alle Etatis­ten so sehr lieben, sagt danke! Und nicht vergessen: bess­er als einem Recht­en das Essz­im­mer nach hin­ten zu schieben ist es, einen Bril­len­träger dafür auszusuchen. Der Optik­er braucht schließlich auch Kon­junk­tur!

„Zwis­chen 1949 und 1989 gab es viel mehr Antifaschis­ten.“
Falsch. Je länger das Faschis­mus hin­ter uns liegt und je weniger Faschis­ten es gibt, umso mehr Antifaschis­ten wer­fen sich in den Kampf. Mein Groß­vater war Antifaschist, was ihn 1933 für Jahre ins Zuchthaus brachte. Wer heute Antifaschist ist, den bringt Flixbus zu einem Gratiskonz­ert nach Chem­nitz. Die Antifa hat heute lei­der nicht die blass­es­te Ahnung, was es bedeutet, sich mit echt­en Faschis­ten anzule­gen, weshalb ihr auch ein offen­er Bürg­erkrieg ver­lock­end erscheint.

Genug davon, abschal­ten!

Zur Ehren­ret­tung der SPON-Leser sei ange­merkt, dass sich unter Sudel­gretes Artikel erfreulicher­weise aber auch viele Kom­mentare befan­den, die der Antifa deut­lich kri­tis­ch­er gegenüber­ste­hen.


3.9.2018: Bleib ruhig, sage ich mir. Schreib ganz lakonisch die Fak­ten auf. Ver­such ich ja! Also los: Achtein­halb Jahre Haft für Abdul D. für den Mord an Mia in Kan­del. Es wurde nach Jugend­strafrecht ver­han­delt, die Höch­st­strafe von 15 Jahren wandte das Gericht nicht an — nach dessen Ein­schätzung lag eben keine beson­dere Schwere der Schuld vor, son­st wären es ja 15 Jahre gewor­den. Wenig­stens wurde er wegen Mordes verurteilt und nicht weil der das Mess­er falsch herum gehal­ten hat. Inter­es­sant ist indes, dass das Gericht alles möglich wenig­stens so unge­fähr hat fest­stellen kön­nen, nur nicht, woher Abdul D. eigentlich genau kommt. “Ver­mut­lich aus Afghanistan” orakelt der Spiegel. Ist das wichtig, wer­den Sie fra­gen? Ja, ist es. Denn man wüsste doch schon gern, wohin man das Geschenk Abdul D. nach seinem Knas­taufen­thalt retournieren muss. Da das offen­bar nie­mand so genau wis­sen will, wird er wohl am Ende – nach­dem er wegen guter Führung und der wohlwol­len­den Prog­nose ein­er begeis­terten Sozialar­bei­t­erin vorzeit­ig ent­lassen wurde – das schreck­liche Schick­sal soma­lis­ch­er Pirat­en nach deren Prozess in Ham­burg teilen, die nun in Deutsch­land fest­sitzen und auf Kosten der All­ge­mein­heit ein sor­gen­freies Leben genieß.…ähm fris­ten müssen.


1.9.2018: Allen Lesern, die noch nicht wis­sen, was in Chem­nitz geschehen ist, erk­lärt es der Speigel heute ganz genau. Trump kann ein­pack­en! Er müsste schon nach Sach­sen ziehen und dort für die AfD kan­di­dieren, um solch eine Aufmerk­samkeit noch zu top­pen. So geht aus­ge­wo­gene Berichter­stat­tung. (Artikel auf SPON um 10:30 Uhr am 1.9.2018 in exakt dieser Rei­hen­folge)


15.8.2018: Wer gele­gentlich meine Texte liest, dem ist vielle­icht meine Nei­gung zu Allit­er­a­tio­nen aufge­fall­en. Ger­ade über­lege ich, welch­es und warum meine lieb­sten deutschen oder deutschsprachi­gen Kom­pon­is­ten sind und komme – kein Witz – auf Bach, Beethoven und Brahms. Kann nicht sein, denke ich! Über­leg nochmal, wer ist Num­mer vier? Ich hab’s: Bruck­n­er! WTF!


13.8.2018: Auf ein­er Skala von 1 bis 10, wobei die 1 eine gen­eröse, freie Gesellschaft selb­st denk­ender Men­schen darstellt und 10 ein denun­ziantis­ches El Dora­do orwellsch­er Dimen­sion ist; wo mag sich da wohl ein Land befind­en, in dem man für ein Self­ie angezeigt wird, dass während der Fahrt im Auto aufgenom­men wurde und wo die Polizei solchen Schw­erver­brechen tat­säch­lich ihre volle foren­sis­che Aufmerk­samkeit wid­met?


11.8.2018: Wie man den Zus­tand eines Lan­des an den Boom-Branchen erken­nt:
Als die ersten Gold­stücke 2015 kamen, prof­i­tierte zunächst der Glück­shormon-Haushalt schul­der­zo­gen­er ungern-Deutsch­er und Huff­in­g­ton-Post-Jour­nal­is­ten, dann die Ted­dy­bär-Indus­trie. Die näch­ste Kon­junk­tur ging durch die Branche der Feld­bet­ten­her­steller, Großküchen, pen­sion­ierten Deutschlehrer und Reini­gung­sun­ternehmen. Dann waren die Ver­mi­eter dran. Jet­zt sind wir in der Phase, in der Sicher­heits­di­en­ste, Panz­er­glash­er­steller und Pfef­fer­spraypro­duzen­ten gute Kon­junk­tur haben. Wer jedoch voraus­denkt, investiert heute in Fir­men, die Woh­nungsauflö­sun­gen und inter­na­tionale Umzüge organ­isieren oder Auswan­der­er berat­en, die es nach Argen­tinien, Aus­tralien oder Ungarn zieht.


10.8.2018: Nur ein Sem­i­nar für Band­würmer unter dem Titel „Über­leben am Ende des Ver­dau­ungsap­pa­rates“ würde mehr Sinn ergeben als eines, wie man als Link­sex­trem­ist den Spätkap­i­tal­is­mus über­lebt. Der Par­a­sit hat Angst vor seinem Wirt! Aber Infor­ma­tio­nen über „respek­tvolles queeres Flirten“ und „Mietrecht für Haus­be­set­zer“ wären mir die 5–15 Euro schon Wert. Lei­der find­et der wirk­lich heiße Scheiß immer in Berlin und nicht im prov­inziellen Han­nover statt. Men­no!


8.8.2018: So sehr ich auch schätze, wie Musk den Automarkt und die Raum­fahrt durcheinan­der­wirbelt, so wenig kon­nte und kann ich seine Inve­storen ver­ste­hen, die ihm auch dann noch Geld geben, wenn er eine Ziel­marke nach der anderen riss und ein Ver­sprechen nach dem anderen sich in Luft auflöste, um durch noch größere Ver­sprechen erset­zt zu wer­den. Noch weniger kann ich ver­ste­hen, dass nach Musks lau­ni­gen Tweed, er über­lege, Tes­la wieder von der Börse nehmen zu wollen, die Aktie nach einiger Tur­bu­lenz aus­gerech­net ins Plus drehte. Musk sind die Inve­storen lästig. Ihm sind Zielvor­gaben lästig, Kon­trollen sowieso. Die Leute sollen ihm Geld geben, die Klappe hal­ten und noch mehr Geld geben – was glaubt er, wer er ist? Die deutsche Bun­desregierung? Und wie kommt man als Investor auf die Idee, dass das investierte Geld in ein­er Fir­ma, die sich der Börse­nauf­sicht entziehen will, bess­er aufge­hoben sei und goutiert den Tweed mit Kurssteigerun­gen? Man wird ein­fach nicht schlau aus dem, was rund um Musk und Tes­la passiert. Die SPON-Head­line ist jeden­falls irreführend. Musk hat nicht etwa “keinen Bock auf brav” — er hat keinen Bock auf Spiel­regeln!


6.8.2018: Erst erwärmt es sich unge­bührlich, jet­zt kippt’s auch noch, das Kli­ma. So war­nen Forsch­er. Ach nein: so schreibt der Spiegel! Die Forsch­er war­nen näm­lich gar nicht, sie simulieren. Sie simulieren mit Schal­tern, von denen sie ver­muten, dass sie dort und dort liegen kön­nten. Vielle­icht. Dann aber, dann kippt das Kli­ma. Aber so richtig! Klar sei das Com­put­er­spiel­erei, nichts sei gewiss und sog­ar “Klima­papst” Schellnhu­ber (der übri­gens pen­sion­iert ist wie Papst Benedikt und dem PIK nicht mehr vorste­ht) räumt in sein­er neuesten Enzyk­li­ka ein, dass man schon noch genauer guck­en müsse, ob da über­haupt was kippt. Man will ja in den näch­sten Jahren auch noch was zu tun haben, das Kli­ma DARF jet­zt noch gar nicht kip­pen, wo käme man denn da hin! Die Ein­ladun­gen zum näch­sten Klimagipfel in Poz­nan sind doch schon raus! Und so simulieren die Forsch­er weit­er was passiert, wenn dieses und jenes und das auch noch gle­ichzeit­ig geschieht. Das kön­nen Sie zuhause übri­gens auch ver­suchen: schaf­fen sie alle Kerzen und Taschen­lam­p­en aus dem Haus, ver­steck­en sie die Stre­ich­hölz­er und Feuerzeuge, ver­graben sie ihre Smart­phones und drehen sie nachts die Haupt­sicherung raus. Ich wette, dann kippt die Sache mit der Beleuch­tung und sie ste­hen im Dunkeln. Aber so richtig! Wenn’s kippt, dann kippt’s! Schön, dass es der Spiegel angesichts der Affen­hitze immer wieder schafft, Artikel zu schreiben, die eher Neg­ligés sind. Man hat ja son­st so wenig Erfrischung dieser Tage, da freut man sich über jeden Hauch.


2.8.2018: “Ich bin an Bord bei @SOSMEDITERRANEE, wenn die #Aquar­ius, stel­lvertre­tend für uns alle, ab heute wieder Leben ret­tet! Für Seenotret­tung und ein humanes Europa!…” — So ste­ht es auf der Face­book­seite von Her­bert Gröne­mey­er. Auch uns Her­bert hält es nicht mehr im behaglichen Upper-Class-Lon­don, er möchte teil­haben an der Tugend­prahlerei der Böh­mer­män­ner und Kol­le­gen. Etwas spät, möchte ich anmerken. Denn der Wind hat sich längst gedreht, die Ver­nun­ft senkt sich langsam auch in die ersten Hirne von Jour­nal­is­ten und Poli­tik­ern. Deshalb reicht es auch nicht mehr, Geld zu geben: Gröne­mey­er zieht selb­st die Weste an und kämpft vor Ort. Bei Wikipedia ist der Her­bert kün­ftig unter “V” zu find­en. Als Parade­beispiel für Virtue Sig­nalling.


31.7.2018: Hier einige Schlag­worte aus einem TAZ-Inter­view mit den Grün­dern eines auf­streben­den Star­tups in Ham­burg. Dort will man in Zukun­ft: „Men­schen abholen“, „niedrigschwellige Ange­bote machen“, „nicht nur akademis­che Auseinan­der­set­zung“, „pos­i­tiv­en Fem­i­nis­mus“, „Work­shops“, „Aufk­lärungsar­beit“, „in Ruhe reden“ – was kann das wohl sein? Ein See­len- und Chakren-Reini­gungs-Sem­i­nar? Geis­theilung durch tantrisches Fliegen? Eine Cafe­te­ria für die grüne Bun­destags­frak­tion? Falsch! Es han­delt sich um einen neuen Sex-Shop in Ham­burg! „Im Herb­st soll das Pro­gramm ste­hen“ – na das ist ja auch das min­deste! Mit­grün­der Gnau meint übri­gens: „…, dass Sex­u­al­ität und Geschlecht total zusam­men­hän­gen.“ Das glaube ich allerd­ings auch! Ger­ade weil „Sex immer poli­tisch ist!“, wie Gnau meint und das stimmt ja auch, weil „Geschlecht“ heute ein ger­adezu umständlich­es Poli­tikum ist. Ja, der gerechte Kampf der Arbeit­erk­lasse und der Min­dest­lohn vögeln immer mit, da machst nix dran. „Uns ist das Aller­wichtig­ste, dass Leute im Kon­sens miteinan­der in sex­uellen Kon­takt treten“ sagt ein­er der Start­up-Grün­der abschließend. Und ich Depp dachte immer, dass sei über­haupt die Voraus­set­zung für ein­vernehm­lichen Sex und alles andere entwed­er Gewalt oder die bezahlte Vari­ante oder gar bei­des! Aber was weiß ich schon über Rot-Front-Geschnack­sel auf der TAZ-Bar­rikade und den nonkon­sen­sualen Annäherun­gen, die dort üblich sind! Alles Gute für Eure Geschäft­sidee, liebes „Fuck Yeah“-Kollektiv! Möge die Nacht mit euch sein!


30.7.2018: Darf eine Partei, die der bun­ten Vielfalt verpflichtet ist, Angst vor zu viel bunter Vielfalt haben? Äng­ste seien unbe­grün­det, so heißt es volk­serzieherisch ger­ade aus den Rei­hen der Schulz­zug-Partei und man solle sie sich möglichst flugs abtrainieren. Wer Flu­gangst hat, fliege, wer Höhenangst hat, springe von Däch­ern und der Xeno­phobe Dumpfdeutsche (beson­ders die Deutschen Frauen) wagen sich gefäl­ligst nachts allein zum Joggen in den Park. Da kann man es ein­er Orts­gruppe der SPD schon zumuten, dass die ihre Angst vor Über­frem­dung und Unter­wan­derung run­ter­schluckt! Vor­wärts immer, rück­wärts nim­mer, Genossen! Das habt ihr so bestellt, das wird jet­zt so gegessen!


29.7.2018: Eine merk­würdi­ge Steuer hat sich Pro­fes­sor Met­calf da aus­gedacht! CO2-Steuern auf den Ver­brauch fos­siler Energi­eträger, die allerd­ings als eine Art Div­i­dende an die Steuerzahler aus­gezahlt wer­den sollen. Bei Drei Dol­lar pro Gal­lone Ben­zin (knapp 80 Cent pro Liter) plant man 38 Cent durch die neuar­tige CO2-Steuer draufzuschla­gen. Das erschiene bei den US-Preisen vielle­icht sog­ar mach­bar, auch wenn mir der Sinn dieser Steuer nicht wirk­lich ein­leuchtet. Spränge die Idee über den Atlantik, würde das in Deutsch­land ein­er Preis­steigerung von 10 Cent entsprechen. Doch im Gegen­satz zu den USA tum­melt sich in den deutschen Min­er­alöl­preisen bere­its ein bunter Strauß an Steuern – 61 Prozent des Ben­z­in­preis­es ent­fall­en in Deutsch­land auf Mehrw­ert­s­teuer, Ökos­teuer, Energi­es­teuer, was uns im Ver­gle­ich zu den USA dop­pelt so hohe Spritkosten beschert. Die Idee Met­calfs wird sich deshalb höch­stens teil­weise in Europa durch­set­zen lassen: man wird sich­er gern die CO2-Steuer ein­führen, dann jedoch auf die Auszahlung der „CO2-Div­i­dende“ an die Steuerzahler verzicht­en, weil man das Geld drin­gend für irgend einen Blödsinn brauche. Aber die Steuer wird kom­men und man wird ver­suchen, sie gle­ich dem Griff der Straße zu entziehen und mit einem Taschen­spiel­er­trick in Brüs­sel ansiedeln. Warum diese Steuer kommt, sollte klar sein: kein ver­ant­wortlich­er Poli­tik­er in diesem Lande oder der EU kon­nte je der Ver­suchung wider­ste­hen, dem Bürg­er unter dem Vor­wand von Hil­fs­bere­itschaft und Sol­i­dar­ität in die Tasche zu greifen. Und tat­säch­lich: jedes Mal, wenn ich die Hand in meine Tasche stecke, stelle ich fest, dass die öffentliche Hand schon da war.



immer noch 28.7.2018:
Wenn Stu­den­ten sym­bol­is­che poli­tis­che Aktio­nen pla­nen, schlägt das meist entwed­er ins schrille oder ins lächer­liche. Da ich eigentlich nur durch Lachen ins reimen ger­ate, tendiere ich in diesem Fall zum zweit­em.

Stumm steh‘n sie da,
die Film­stu­den­ten,
des Söders Sinn nach „Gut“ zu wen­den.
Begießen sich mit Prick­el­wass­er,
um zu beweisen: Nass schlägt Has­s­er.
So net­zt das fein­ste Min­er­al,
Zara-Shirt und Pri­mark-Schal.
Und die Moral von der Geschicht:
Stumm liegt sich‘s wohl,
doch klüger nicht.


28.7.2018: Sami A. ist in Tune­sien wieder auf freiem Fuß. Wenn ihm dort aber offen­sichtlich nichts dro­ht, ihn dort auch der Staat nicht verfolgt…warum sollte er dann nach Deutsch­land zurück­ge­holt wer­den und hier Asyl erhal­ten?


26.7.2018: Die Hitze trock­net die Hirne so manch­er Redak­teure der Berlin­er Zeitung offen­bar auf Dat­tel­größe, anders lassen sich Artikel wie dieser kaum erk­lären. Vielle­icht han­delte es sich bei (mbr) aber auch im einen prekär beschäfti­gen Assis­ten­ten, hin­ter dem ein wüten­der Chef stand. „M! Es ist zehn Uhr und Sie haben heute noch nichts gegen die AfD unter­nom­men! Ich gebe Ihnen noch 15 Minuten!“ Lobenswert­er­weise merken die Leser jedoch, wer hier „Schwindel“ pro­duziert, wie man an den Kom­mentaren erken­nt.


24.7.2018: Kaum ist der Özil weg, der laut Aug­stein ja ein “Sym­bol der Inte­gra­tion” war, schon prügeln sich die Inte­gra­tions-Aspi­ran­ten aus “Futuris Afri­ka” und “Ara­bia Felix” bei einem Fair­play-Fußball­turnier gegen­seit­ig fast tot. Ja, Aug­stein, hät­ten wir noch unseren Inte­gra­tions­bam­bi und Vor­bild­kick­er, das alles wäre nicht passiert.


23.7.2018: Die auf grün gebürsteten Medi­en samt unseren Poli­tik­ern sahen Tes­la schon als neuen Welt­mark­t­führer und Elon Musk als eine Art Jesus der Elek­tro­mo­bil­ität, der die Energiewende auf vier Räder stellen würde. Doch das ikonis­che Bild hat Risse. Beson­ders finanzielle. Die Pro­duk­tion von Autos ist eher von der Effek­tiv­ität von Arbeit­sprozessen, Logis­tik und Pla­nung bes­timmt, als von Visio­nen und Design und in der Welt von Pro­duk­tion­szahlen, Absatzmärk­ten und Mar­gen zählt am Ende nicht nur die schöne Idee, son­dern die nack­ten Zahlen. Die Welt der Märkt ist zwar uner­bit­tlich, aber ehrlich. Für eine kleine und mir bekan­nte Gemeinde, die vier kosten­lose E‑Au­to-Ladesta­tio­nen am frisch ren­ovierten Gut­shaus ange­bracht hat, wäre das Scheit­ern von Tes­la zwar eine gute Nachricht – denn in dem Ort bricht das Strom­netz zusam­men, wenn mehr als zwei Autos geladen wer­den – aber ich drücke Elon Musk den­noch die Dau­men. Nicht, dass ich an die Elek­tro­mo­bil­ität in ihrer heuti­gen Form glauben würde…aber ich bewun­dere den Schneid, den Musk an den Tag legt und die Unbe­d­ingth­eit, mit der er eine Idee ver­fol­gt – für die er zur Not sog­ar bet­teln gehen würde, wie wir sehen. In Deutsch­land, das muss uns klar sein, wäre eine Fir­ma wie Tes­la gar nicht erst gegrün­det wor­den.


18.7.2018: Post von Clau­dia!
Nein Frau Roth, ich werde Ihre „Brüs­sel­er Erk­lärung“ nicht unter­schreiben. Nicht, weil ich etwa die Über­schrift nicht so toll finde, mit „Für die Frei­heit der Kun­st!“ kann ich mich dur­chaus iden­ti­fizieren. Doch da wäre dann noch die Frage wovon frei und wofür. Sie erk­lären wortre­ich, dass das recht auf freie Mei­n­ungsäußerung in Gefahr sei. Da stimme ich Ihnen zu. Aber nicht nur in Öster­re­ich, Ungarn, Polen oder Rumänien, gegen die sie wortre­ich Front machen. Wenn ich bedro­hte Mei­n­ungs- und Kun­st­frei­heit sehen will, muss ich nur nach Deutsch­land schauen, ein Land, in dem Kün­stler und Pub­lizis­ten einen hohen Preis dafür zahlen, wenn sie Erk­lärun­gen unterze­ich­nen, ihre Mei­n­ung frei äußern und sich mit der poli­tis­chen Dik­tion erwün­scht­en Denkens nicht abfind­en wollen. Auf deutschen Buchmessen wer­den Büch­er aus den Regalen geris­sen und „entsorgt“ – nicht auf ungarischen. Auf deutschen Podi­en wird Schrift­stellern wie Uwe Tel­lkamp man­gel­hafte Gesin­nung attestiert und es sind deutsche Medi­en, die sich nur allzu bere­itwillig zur Honigschleud­er staatlich­er „Kul­tur­poli­tik“ machen lassen.
Aber ich will nicht ungerecht sein, Frau Roth. Erweit­ern Sie ihre Peti­tion um diese Aspek­te, fordern sie die voll­ständi­ge Frei­heit für die Kun­st, auch hier in Deutsch­land, wozu die Frei­heit von jeglich­er direk­ten und indi­rek­ten staatlichen Ein­flussnahme und Ali­men­tierung gehört, dann unterze­ichne ich mit Freuden!


13.7.2018: Mal Spaß und ischi­asheilen­den Kloster­frau-Melis­sen­geist bei­seite. Junck­er ist krank und ihm sollte geholfen wer­den. Ganz gle­ich ob es sich um Ischias, Mar­spock­en oder doch nur um ordinären Gin han­delt. Aber was sagt uns sein Auftritt beim NATO-Fes­takt über den Zus­tand der EU-Kom­mis­sion? Über die EU all­ge­mein? Wie nimmt man sich wahr, in dieser Führungsclique? Was sagt uns dieser Auftritt über Junck­ers Stab, seine Mitar­beit­er? Wer kam auf die Idee, ihn in diesem Zus­tand auf die Welt loszu­lassen und der Lächer­lichkeit preis zu geben? Ist nicht die Würde der EU, was auch immer das sein mag, in den Son­ntagsre­den unser­er Poli­tik­er immer etwas Heiliges, Erhabenes? Ein leuch­t­en­des Ziel, ein Glück, eine Ehre, ein Gottes­di­enst? Wäre es nicht die ver­dammte Pflicht des nicht ger­ade kleinen Hof­s­taates des Kom­mis­sion­spräsi­den­ten gewe­sen, Junck­er von der Ver­anstal­tung fern zu hal­ten? Man kaprizierte sich so sehr auf den ver­meintlichen „Feind“ USA (nicht lachen, der Spiegel hat die USA heute tat­säch­lich FEIND genan­nt, siehe Link) und war so von der eige­nen Größe überzeugt und besof­fen; dass man ger­ade selb­st nur ein Bild des Jam­mers abgibt, sah man nicht. Was da die Treppe rauf und runter schwank­te, war ein Sinnbild der EU, wie sie auf alle, die ihr wider­sprechen zustürmt, eine riesige blaue Fahne gehisst, jeden Kri­tik­er an der Schul­ter packt und lallt: „Du bist ja total besof­fen!“ Ich bedau­re diesen Zus­tand zutief­st. Ich bedau­re, was aus dieser Idee, die eigentlich eine so gute war, gewor­den ist.


25.6.2018: Sig­mund Freud war schon eine coole Sau, denn seine Beschrei­bung und Benen­nung ver­schieden­er psy­chol­o­gis­ch­er Abwehrmech­a­nis­men sind heute noch so tre­f­fend wie eh und je. Nur set­zte er sie damals zur Traumdeu­tung ein und um festzustellen, welche Ereignisse in der Ver­gan­gen­heit seinen Patien­ten den Blick in die Real­ität ver­bauen. Heute müsste man gle­ich ein ganzes Land auf die Couch leg­en, in dem His­torik­er und Anti­semitismus­forsch­er fol­gende Sätze in Kam­eras sagen kön­nen, ohne dass das „Ich“ und das „Es“ dem „Über-Ich“ kräftig die Brille putzen:

„Es gibt keinen mus­lim­is­chen Anti­semitismus, son­dern Anti­semitismus unter Mus­li­men, der vir­u­lent ist.“ (Juliane Wet­zel in „Anti­semitismus in Deutsch­land“, Phoenix, 25.6.2018)

Ja, so fein sind die Dif­feren­zierun­gen in einem Land, zu dem der Islam gehört. Oder hieß es „das zum Islam gehört“? Na, da wollen wir mal nicht pin­gelig sein, jed­er kann das für sich so ausle­gen, wie er mag und dabei die Kreise Erdo­gans nicht stört. Ich kann nur nicht entschei­den, ob das, was Frau Wet­zel spricht, „Pro­jek­tion“ oder „Ver­schiebung“ ist. Sig­mund, hilf!


25.6.2018: Von Wal­ter „Nie­mand-hat-die-Absicht“ Ulbricht stammt der Spruch vom „Über­holen ohne einzu­holen“, wom­it der die Bun­desre­pub­lik und deren Wirtschaft­skraft meinte. Eine ähn­liche Strate­gie fahren derzeit schein­bar die ÖR-Medi­en, indem sie peu a peu Kri­tik an der ewigen Kan­z­lerin ein­streuen, ohne es wie eine Kehrtwende ausse­hen zu lassen. Denn die Kri­tik ist ja nicht neu – sie kam nur immer von den „falschen Leuten“, den „Europa­has­sern“ und „deutschna­tionalen Spin­nern“, die alle­samt nur den Schuss zum Auf­bruch in die kun­ter­bunte und post­na­tionale Zukun­ft nicht gehört hät­ten und der gülde­nen Kan­z­lerin der Gle­ich­heit aus pur­er Bosheit nicht fol­gen woll­ten. Diese Kri­tik­er einzu­holen gilt es freilich nicht und deshalb wer­den sie auch mit keinem Wort erwäh­nt. Man set­zt gle­ich zum Über­holen an, um bei der Gretchen-Frage kün­ftiger „Was-habt-ihr-getan-als…“-Abrechnungen stolz auf den eige­nen Mut der let­zten Meter zu ver­weisen. Man hätte doch kri­tisiert, man schrieb doch Wahres und Mutiges. Und während die Kol­le­gen noch die Leinen am Ver­sorgungss­chiff MS Merkel gehabt hät­ten, set­zte man sich mutig ins Bei­boot, um die let­zten Meter zum ret­ten­den Strand zu rud­ern. Es wird euch nichts nützen, denn in den Mediatheken und YouTube-Kanälen lauert euer Geschwätz und Gejubel von gestern, dass ihr selb­ster­nan­nten Anführer der Kri­tik zu erk­lären und zu recht­fer­ti­gen habt. Ihr habt aufge­spielt zum Ball auf der MS Merkel – nun behal­tet das Lied gefäl­ligst bei und begleit­et den Unter­gang musikalisch. Der Eis­berg hat längst die Bor­d­wand berührt.


20.6.2018: Ago­nie-Par­al­le­len DDR / Bun­desre­pub­lik, Teil 342834:
Da „Zukun­ft“ für Men­schen zwar etwas sehr Konkretes, jedoch für Staat­en Abstrak­tes ist, muss man als „Zukun­ft gestal­tender Staat“ Begriffe find­en, mit denen man hantieren und Aktion­is­mus vortäuschen kann. Wichtig ist dabei, dass sich jed­er etwas unter dem Begriff vorstellen kann, nüt­zlich ist, wenn sich jed­er etwas anderes darunter vorstellt. Der han­del­nde Staat in Ago­nie, unfähig, einen klaren Gedanken zu fassen, muss das selb­st­gewählte Zukun­ft­s­the­ma durch ungeeignete Maß­nah­men dann so gründlich tor­pedieren, dass am Ende das genaue Gegen­teil des Beab­sichtigten her­auskommt. Die DDR sah ihr Heil in der „Mikroelek­tron­ik“, ver­bran­nte aber let­ztlich lediglich Mil­liar­den Blech­mark für wert­lose Fälschun­gen beste­hen­der Tech­nik. Die Bun­desre­pub­lik in den apoka­lyp­tis­chen Merkel­jahren wirft sich auf die „Dig­i­tal­isierung“, lässt aber gle­ichzeit­ig den halb­staatlichen Monop­o­lis­ten Telekom in die tech­nis­che Sack­gasse VDSL investieren, damit man den Klin­gel­draht der let­zten dreißig Jahre weit­er­nutzen kann. Außer­dem unter­stützt man die Upload­fil­ter, mit denen die EU das Inter­net knebeln will, um die Infor­ma­tions­frei­heit noch weit­er einzuschränken. Der Recht­sauss­chuss des Par­la­ments beschloss heute entsprechen­des einzuleit­en. (Notiz an mich: Recht­sauss­chuss EU-Par­la­ment auf die Liste “Feinde der Frei­heit” set­zen)
Glück­wun­sch, EU! Ich frage mich, was eigentlich noch gegen eine Mit­glied­schaft Weißrus­s­lands spricht, Lukaschenko klatscht doch zu all euren hirn­ris­si­gen Pro­jek­ten längst begeis­tert Beifall! Wie ich bemerke, habe ich schon wieder viel zu viele Worte benutzt. Deshalb hier nochmal im trump­schen Tweed­modus, denn darauf sprin­gen unsere Poli­tik­er doch an – und zwar nicht, weil es Trump ist, der twit­tert, son­dern weil er sie in genau der Kinder­sprache anquatscht, die sie begreifen kön­nen: „Stu­pid Ger­many, stu­pid EU. You’r doomed. So sad!“


19.6.2018: Mit dem #Net­zDG schränk­te man die Reich­weite der Kri­tik­er ein. Mit der #DSGVO ver­sucht man, ihnen die Mit­tel zu nehmen, dies zu erken­nen. Mit dem #Leis­tungss­chutzge­setz möchte man sie zwin­gen, für das Zitieren ihrer Geg­n­er zu zahlen. Noch jemand der Mei­n­ung, die hät­ten in Brüs­sel alle keinen Plan? Ich finde, die han­deln äußerst rational…für eine Dik­tatur.


14.6.2018: Die deutsche Sprache ist ger­adezu per­fekt geeignet, bedeu­tungss­chwere Begriffe aus Jus­tiz und Ver­wal­tung in ein­fache Worte zu über­set­zen. Ein Strafvol­lzug ist beispiel­sweise ein Ort, an dem eine Strafe vol­l­zo­gen wird. Und das – ver­glichen mit Liberia oder dem Sudan – auf bemerkenswert zivil­isierte Weise. Nur in Berlin, da beze­ich­net „Strafvol­lzug“ etwas anderes. Näm­lich einen Ort, an dem die Her­stel­lung absoluter Gle­ich­heit noch nicht vol­l­zo­gen ist. Deshalb stellte Jus­tizse­nator Dirk Behrendt (Grüne) ein neues Pro­jekt vor, mit dem er „das Leben drin­nen und draußen einan­der angle­ichen“ will. 35 Strafge­fan­gene erhal­ten zunächst auf Probe Tablets mit eingeschränk­tem Inter­net­zu­griff. Zunächst läuft das Pro­jekt für drei Monate, weshalb es auch nur 1,3 Mil­lio­nen Berlinspaß­taler (im Volksmund Euro genan­nt) kostet. Und sollte das Pro­jekt erfol­gre­ich sein, gibt es noch viele weit­ere Ungle­ich­heit­en, die drin­gend angeglichen wer­den müssen. Der Salzge­halt von Spree und Ost­see, die Pro-Kopf-Ver­schul­dung von Berlin und München und die Gehäl­ter von Grund­schullehrern und Sen­a­toren der Stadt Berlin zum Beispiel. Jet­zt bloß nicht zu schnell aufgeben mit der Angle­ichung!


11.6.2018, nur wenig später: Der Spiegel ver­wen­det eine Schlin­gelfor­mulierung aus dem ital. Innen­min­is­teri­um, wohl nicht ahnend, wie dicht diese an der Real­ität liegt:

“Die Experten seines Innen­min­is­teri­ums mah­n­ten schon seit Tagen, dass mit einem neuen Schub von Migranten aus Libyen zu rech­nen sei: Das Wet­ter ist heit­er, das Meer ruhig, das Ende des mus­lim­is­chen Fas­ten­monats Ramadan nahe.”

Nicht etwa Krieg, die sieben ägyp­tis­chen Pla­gen oder War­lords in Libyen sind kausal für das Zunehmen der Flüchtlingszahlen, son­dern Wet­ter und die Regeln des islamis­chen Fas­ten­monats. So gese­hen hätte die Gust­loff, statt in Eis­eskälte und im Jan­u­ar 1945 in See zu stechen, ruhig noch bis Ostern warten kön­nen. Die Fas­ten­zeit wäre vor­bei und das Wet­ter wieder heit­er. Sowas blödes aber auch! Krieg und Fluchtursachen…kannste jeden Tag was neues drüber ler­nen im Spiegel!


11.6.2018: Schaden­freude ist angesichts der öffentlichen Zer­lege der Linken nicht das richtige Gefühl. Eher sollte sich Erle­ichterung bei uns ein­stellen. Lassen sich die Erzkom­mu­nis­ten, die sich auf dem Parteitag durch­set­zen kon­nten, doch viel leichter erken­nen, weil sie die let­zten demokratis­chen Hem­mungen abgelegt haben. Es gilt der Wille der Partei und der ist tiefrot. Man wäh­le, ob dies die Farbe der Wut, der fiskalen Enteig­nung und des wirtschaftlichen Chaos oder die des Blutes der Feinde ist, welch­es man zu allen Zeit­en nur zu gern ver­gossen hat. Ich habe nie ein Geheim­nis daraus gemacht, dass ich alles wofür diese Partei ste­ht, zutief­st ablehne. In der Demokratie muss man jedoch gesprächs­bere­it bleiben und es gibt (dem­nächst gab, so meine Prog­nose) auch in dieser Partei einige wenige Men­schen, mit denen man reden kon­nte und die nicht nur voller Ide­olo­gie steck­ten. Aus, vor­bei.
Erich Müh­sam schrieb im Jahr 1909 ein kleines Chan­son mit dem Unter­ti­tel „Der deutschen Sozialdemokratie gewid­met“. Nach diversen Abspal­tun­gen aus der­sel­ben und den ver­schwim­menden poli­tis­chen Abgren­zun­gen der Neuzeit, in der alle ver­suchen, sich möglichst weit „links“ zu posi­tion­ieren und deshalb weit­er nach links rück­en, als ihnen gut tut, passt es aber auch per­fekt auf die weni­gen verbliebe­nen ver­nun­ft­be­gabten Linken. In dieser, leicht bear­beit­eten Fas­sung beson­ders auf Sarah Wagenknecht, deren let­ztes Läm­pchen des Real­itätssinns in Leipzig ger­adezu aus­ge­blasen wurde.

War eine Rev­oluzzerin,
Zivil­stand Lam­p­en­putzerin;
Ging im Rev­oluzzer­schritt
Mit den Rev­oluzzern mit

Und sie schrie: „Ich revolüzze!“
Und die Rev­oluzzer­mütze
Schob sie auf das linke Ohr,
Kam sich höchst gefährlich vor

Doch die Rev­oluzzer schrit­ten
Mit­ten in der Straßen Mit­ten,
Wo sie son­sten unver­drutzt
Alle Gaslater­nen putzt

Sie vom Boden zu ent­fer­nen,
rupfte man die Gaslater­nen
Aus dem Straßenpflaster aus,
Zwecks des Bar­rikaden­baus

Doch die Rev­oluzzerin
Schrie: „Ich bin die Lam­p­en­putzerin
Dieses guten Leuchtelichts.
Bitte, bitte, tut ihm nichts!
Wenn wir ihn’ das Licht aus­drehen,
Kann kein Bürg­er nichts mehr sehen,
Laßt die Lam­p­en stehn, ich bitt!
Denn son­st spiel’ ich nicht mehr mit!“

Doch die Rev­oluzzer lacht­en,
Und die Gaslater­nen kracht­en,
Und die Lam­p­en­putze schlich
Fort und weinte bit­ter­lich

Dann ist sie zuhaus geblieben
Und hat dort ein Buch geschrieben:
Näm­lich, wie man rev­oluz­zt
Und dabei doch Lam­p­en putzt


3.6.2018: Nach der Regierungs­bil­dung fragten sich viele, warum aus­gerech­net Merkels „Schweiz­er Taschen­mess­er“ Thomas de Maiz­ière nicht mehr dem Kabi­nett ange­hörte. War der Tausend­sas­sa nicht zu allem fähig, oder war ihm nur alles Mögliche zuzu­trauen? Innen­min­is­ter, Verteidigungsminister…alles hat der Thomas schon ver­sucht, wenn auch mit mäßigem Erfolg. Schon als säch­sis­ch­er Innen­min­is­ter zeigte er jedoch sein Tal­ent als Bremser: bei der Aufk­lärung des „Sach­sen­sumpfes“. Den Job bei der Bahn erhielt jedoch nicht er, son­dern Parteifre­und Pofal­la. De Maiz­ière war aber auch der ver­ant­wortliche Min­is­ter des BAMF, als dessen Arbeitsweise noch nicht als skan­dalös, son­dern als oppor­tun dargestellt wurde. Dass er im Kabi­nett Merkel IV leer aus­ging, deutet mein­er Mei­n­ung nach darauf hin, dass der Son­nenköni­gin schon lange klar ist, welchen finalen Dienst sie von ihrem Pal­adin erwarten würde, näm­lich sich ins Schw­ert zu stürzen, wenn die Ver­ant­wor­tung der ewigen Kan­z­lerin wie Efeu die Beine hochkriecht. Thomas de Maiz­ière wird die Ver­ant­wor­tung übernehmen, denn er kann die aktuelle Koali­tion nicht beschädi­gen, weil er ihr nicht ange­hört. So denkt die Kan­z­lerin, glaube ich. Die Frage hin­ter der Frage lautet demzu­folge, mit wessen Blut sich die Medi­en am Ende beg­nü­gen wer­den. Es wäre nicht das erste Mal, dass der Fisch vom Hak­en geht und die Presse sich den her­aus­ge­zo­ge­nen Köder als großen Fang verkaufen ließe. Frank-Jür­gen Weise ist ein noch kleiner­er Fisch als Thomas de Maiz­ière. Wir soll­ten die Angel jet­zt nicht leicht­fer­tig ein­holen. Da ist noch ein weit größer­er Fisch im Teich, den es zu fan­gen gilt. Dieser Fang ist alter­na­tiv­los!


30.5.2018: Wenn der Euro implodiert, wird man nicht zuerst dessen Herolde und Min­nesänger, son­dern seine Kri­tik­er und Skep­tik­er an die Wand stellen, welche die schöne Oper ver­saut hät­ten weil sie partout nicht mitsin­gen woll­ten. Man wird sagen, die man­gel­nde Musikalität der Leute sei Schuld und die Kom­pon­is­ten, die Jubelchöre, Kulis­senschieber und Kartenabreißer von aller Schuld freis­prechen.


28.5.2018: Ich hab gestern einige weit­ere Stim­men zur Ver­haf­tung Tom­my Robin­sons gehört und da macht mich einiges stutzig. Erstens war die vorherige Bewährung auf drei Monate fest­gelegt und die waren längst abge­laufen. Die Bewährungsstrafe bestand also nicht mehr. Das war mir auch neu. Außer­dem muss mir mal jemand erk­lären, wie es sein kann, dass man ein­er­seits Jahre brauchte, um den ban­den­mäßi­gen Kindesmiss­brauch zur Anklage zu brin­gen und es ander­er­seits schafft, für Robin­son inner­halb von VIER Stun­den ein Gericht einzu­berufen, eine Ver­hand­lung anzu­ber­au­men, ihm einen Pflichtvertei­di­ger zuzuweisen (sein eigentlich­er Anwalt war NICHT zuge­gen) und ein Urteil zu fällen.
Zudem befand sich Robin­son bei seinem Bericht über den Prozess vor dem Gerichts­ge­bäude und NICHT auf dem Gelände des Gericht­es. Das hat­te er vorher mit der Polizei abgek­lärt. Er wurde wegen “Störung des öffentlichen Friedens” ver­haftet — nur, wer rief die Polizei? Er stand mit­ten unter seinen Leuten, als er ver­haftet wurde, es war son­st nie­mand zuge­gen. Ich ver­mute, man hat ihm aufge­lauert, während das Gericht schon bere­it stand, ihn für 13 Monate zu verk­nack­en. In Kriegszeit­en nen­nt man sowas Standgericht.


27.5.2018: Ital­ien wack­elt gewaltig und SPON schreibt: „Dies ist die Kern­frage: Wohin driftet Europa, wenn nun Regierun­gen ins Amt kom­men, die sich erk­lärter­maßen nicht an europäis­che Regeln hal­ten wollen?“ Doch hier springt der Autor zu kurz. Die Kern­frage lautet näm­lich: Worin beste­ht der Unter­schied zwis­chen dem erk­lärten Nichtein­hal­ten europäis­ch­er Verträge und deren nichterk­lärtem wieder­holtem Bruch? Die Antwort: Die Fahrt an den Baum ist im ersten Fall schneller vor­bei und find­et mit offe­nen Augen statt. Das Worst-Case-Szenario des Spiegels scheint kor­rekt, bis auf die zuck­er­süße Darstel­lung der Fol­gen für Deutsch­land. Denn wir sind mit unser­er dop­pel­ten Unter­be­w­er­tung (die des Euro und Deutsch­lands inner­halb des Euro) Teil des Prob­lems, nicht Teil der Lösung. Unseren „niedrig­sten Schulden“ ste­hen auch die größten offe­nen Forderun­gen gegenüber, fast alle in Euro. Die fall­en buch­stäblich sofort aus. Der Kap­i­ta­l­abfluss beträfe Deutsch­land am stärk­sten, weil dort das meiste geparkt ist. Die Höch­st­stände des DAX zeigen das doch deut­lich. „Sichere Häfen“ sucht man aber für gewöhn­lich unter dem Wind, nicht ger­ade an der Periph­erie des Sturms, in Deutsch­land. Die Anziehungskraft Deutsch­lands stiege zwar kurzfristig enorm, aber beson­ders von Seit­en der Krisen­staat­en der EU, die durch die ital­ienis­che Mis­ere mit in den Strudel geris­sen wer­den. Die Pro­duk­tiv­ität Deutsch­lands sänke hinge­gen rapi­de, weil die europäis­chen Märk­te kom­plett weg­brechen und das Vol­u­men der deutschen Exporte unmöglich von anderen Märk­ten aufgenom­men wer­den kann. Soll ich weit­er­ma­chen…? Lieber nicht!


21.5.2018: Die Linken, die es dank ihrer Ide­olo­gie nicht geschafft haben, den sozialen Frieden im Land zu bewahren, sehen über­haupt keinen Zusam­men­hang zwis­chen der von ihnen so sehr geschätzten Idylle aus Bio-Bauern­höfen, Pfer­deställen und Wald­kindergärten und der Abwe­sen­heit von Flüchtling­sheimen und Moscheen. Während man die Bio-Bauern­höfe schätzt, wun­dert man sich über das “Erstarken der AfD”, “obwohl” es im Stadtvier­tel keine Moscheen gibt. Vielle­icht, aber nur vielle­icht, wählen deshalb so viele in Berlin-Blanken­felde diese Partei, damit das auch so bleibt? Andere Kräfte gibt es ja derzeit lei­der nicht, die sich zur Garantie ein­er der­ar­ti­gen “deutschtümel­nden Spießeridylle” bere­itfind­en, welche die Autorin so sehr schätzt. Mus­lime schick­en ihre Kinder nicht in Wald­kindergärten und der Bio-Fim­mel deutsch­er Öko­faschis­ten ist ihnen gän­zlich fremd. ZEIT-Autorin Car­o­line Ros­ales aus Bonn sollte vielle­icht wieder zurück an den Rhein ziehen, am besten nach Bad Godes­berg. Dort gibt es diese Prob­leme nicht. Dafür andere, für deren Zwick­en und Zwack­en man aber auch die AfD ver­ant­wortlich machen kann. Ein Umzug wäre mutiger, als einen Einkauf­swa­genchip mit AfD-Logo zu entsor­gen, den Besitzer für dumm zu verkaufen und darauf auch noch mächtig stolz zu sein.


11.5.2018: Wir hal­ten mal fest: Dem Iran geht es dreck­ig, was Trumps Schuld ist. Die Währung ist im let­zten Jahr um 34% einge­brochen, was allein Trump geschafft hat. Investi­tio­nen blieben aus, Arbeit­splätze wur­den nach der Unterze­ich­nung des Atom­deals 2015 nicht geschaf­fen, was Trump zu ver­ant­worten hat, der Iran gibt den Europäern, Chi­na und Rus­s­land nun einige Wochen Zeit, mit Trump fer­tig zu wer­den. Sie müssen nun aus­baden, was Ameri­ka, also Trump, angerichtet hat. Teheran benutzte das Geld, was seit 2015 in den Iran fließen kon­nte, um sein Mil­itär aufzurüsten und Ter­ro­ror­gan­i­sa­tio­nen zu unter­stützen, was natür­lich auch Trumps Schuld ist. Die Antwort Roha­nis ist deshalb nur logisch: Da wir unsere Wirtschaft nicht ans Laufen bekom­men, weil islamis­ch­er Etatismus genau­so Scheiße funk­tion­iert wie sozial­is­tis­ch­er, wenn wir unsere Bevölkerung nicht mehr satt bekom­men und unsere Währung ver­fällt, wenn das Aus­land uns nicht ein­fach Geld schickt und auf Trans­parenz, der Exis­tenz Israels und Rechtssicher­heit ganz all­ge­mein beste­ht, dann reich­ern wir eben wieder Uran an. Dann wird alles gut, denn wie lautet doch der Spruch der großen franzö­sis­chen Philosophin der Verk­lärung, Marie-Antoinette: Wer kein Brot hat, soll eben “Yel­low Cake” fressen.

1.5.2018: Nur kurz einige Gedanken zu der medi­alen Bombe, die Netanyahu bezüglich des Atom­pro­gramms hat platzen lassen, nach­dem der Mossad im Iran in den let­zten Wochen offen­bar Kör­be­weise hochge­heimes Mate­r­i­al in die Hände bekom­men und unbe­merkt aus dem Iran her­aus­geschmuggelt hat­te. Reife Leis­tung, btw! Natür­lich gar­nieren unsere Medi­en die Enthül­lun­gen als “ange­blich” und das Wort “Beweis” schreibt der Spiegel nur in Anführungsze­ichen. Das seien im übri­gen alles olle Kamellen, die gar nichts neues enthiel­ten, meint der Spiegel. “Ach wirk­lich”, möchte man da gle­ich rufen. Dann wäre ein schön­er Artikel über acht Seit­en mit Auf­mach­er auf der Titel­seite im “Stur­mgeschütz der Demokratie” ja wohl Pflicht gewe­sen. Aber Pustekuchen, nur lasches Gerede!
Die Fülle an Mate­r­i­al jedoch, von der im Moment nicht klar ist, wie weit es in die Gegen­wart reicht, wurde ganz offen­sichtlich an einem Ort ver­steckt, der der IAEA vol­lkom­men unbekan­nt war, prak­tis­cher­weise nur ein paar Meter von einem bekan­nten Forschungszen­trum ent­fer­nt und als Bruch­bude getarnt. Doch selb­st wenn das Mate­r­i­al, die Bau­pläne, die Fotos von Bomben­teilen, die Implo­sions-Sim­u­la­tio­nen, die Zeit­pläne und die Namen der Beteiligten von vor 2015 stam­men soll­ten, stellt sich immer noch genau eine entschei­dende Frage: »Wieso kön­nen stich­haltige Beweise für ein Atom­pro­gramm des Irans namens “Amad” auf­tauchen, wenn der Iran immer wieder und dedi­ziert bestrit­ten hat, dass es ein solch­es Pro­gramm jemals gegeben habe?«
Fool me once: shame on you. Fool me twice: shame on me!

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25.4.2018: Da ich die “Fund­stücke” in den let­zten Tagen sträflich ver­nach­läs­sigt haben, heute mal einen “Gedanken­split­ter” zur Auflockerung, und zwar in ein­er ern­sten Angele­gen­heit.

In let­zter Zeit lese ich immer mal wieder die Forderung, eine neue Ver­fas­sung auf den Weg zu brin­gen, weil Artikel 146 GG dies ver­lange: “Dieses Grundge­setz, das nach Vol­len­dung der Ein­heit und Frei­heit Deutsch­lands für das gesamte deutsche Volk gilt, ver­liert seine Gültigkeit an dem Tage, an dem eine Ver­fas­sung in Kraft tritt, die von dem deutschen Volke in freier Entschei­dung beschlossen wor­den ist.” Zum Glück haben die Väter und Müt­ter des GG jedoch kein Ver­falls­DA­TUM eingebaut, son­dern ein Ver­fallsEREIG­NIS: eben jene Ver­fas­sung, die wir nicht haben. Aber mit Wün­schen ist das so eine Sache, man sollte vor­sichtig sein mit deren Äußerung.

Jed­er der mit dem Gedanken liebäugelt, eine ver­fas­sunggebende Ver­samm­lung kön­nte nun doch endlich mal den Nach­fol­ger des Grundge­set­zes auf den Weg brin­gen, sollte sich über­legen, WER in ein­er solchen Ver­samm­lung die Mehrheit hätte und WAS in ein­er solchen Ver­fas­sung am Ende stünde. Ich gebe mal “auf Ver­dacht” ein paar Stich­punk­te: das Pri­mat Brüs­sels in allen Angele­gen­heit­en, Sozial­staat statt sozialer Staat und Migra­tion als Staat­sziel, Ein­schränkun­gen der Mei­n­ungs­frei­heit und Ver­bot falsch­er Mei­n­un­gen, ÖR-Rund­funk samt dessen Finanzierung aus der Län­derver­ant­wor­tung nehmen und eine Stufe höher ansiedeln, Umfor­mulieren von Artikel 21 dergestalt, dass Parteien nicht nur an der poli­tis­chen Wil­lens­bil­dung mitwirken, son­dern diese von den Parteien AUSGEHT — und auch von welchen…soll ich weit­er­ma­chen? Ich würde noch heute katholis­che wer­den und mit dem Beten anfan­gen, sollte eine ver­fas­sunggebende Ver­samm­lung ein­berufen wer­den. Etwas Besseres als das GG wer­den wir in abse­hbar­er Zeit nicht bekom­men. Wir soll­ten darauf drän­gen, es einzuhal­ten, statt es in Frage zu stellen, weil dessen eben­so opti­mistis­che wie beschei­dene Autoren mit Blick auf die Wiedervere­ini­gung von dessen zeitlich­er Beschränk­theit aus­gin­gen. Von der Beschränk­theit der Deutschen im 21. Jahrhun­dert kon­nten sie ja nichts wis­sen.


16.4.2018: Auch der Spiegel kreist wieder um das The­ma Anti­semitsmus an deutschen Schulen und glaubt, die Ursache zu ken­nen: der Nahostkon­flikt! Ich kann es nicht mehr hören! Im Gegen­satz zur philosophis­chen Frage mit dem Huhn und dem Ei, ist die Rei­hen­folge hier doch etwas leichter zu beant­worten – der Nahostkon­flikt ist näm­lich selb­st die Folge von Anti­semitismus. Nicht umgekehrt! Wer das Mob­bing jüdis­ch­er Schüler an deutschen Schulen (beson­ders gern an solchen mit dem Prädikat „Schule ohne Ras­sis­mus“) mit dem Nahostkon­flikt erk­lärt und keine religiösen Ursachen erken­nen will, hat echt den Schuss nicht gehört. „Was steckt hin­ter religiösem Mob­bing“ fragt der Spiegel und Willy Klawe, Leit­er des Ham­burg­er Insti­tuts für Interkul­turelle Päd­a­gogik (HIIP) weiß natür­lich Bescheid: “Das Prob­lem mit anti­semi­tis­chem Mob­bing ist nicht neu. Allerd­ings wer­den Berichte über anti­semi­tis­che Belei­di­gun­gen auch genutzt, um zu polar­isieren und Vorurteile gegenüber Mus­li­men zu schüren“. Es ist, als würde sich der Anwalt eines Bankräu­bers darüber beschw­eren, dass sein Man­dant als Ver­brech­er beze­ich­net werde. Klawe möchte natür­lich nicht aus­gren­zen und bietet stattdessen Sem­i­nare an, „…in denen Opfer und Täter zusam­menkom­men.“ Und wieder ein­mal wurde die Schuld gerecht verteilt, indem man die Zeit sowohl des Täters als auch des Opfers in gle­ich­er Weise beansprucht! Ich würde ja stattdessen vorschla­gen, den Anti­semitismus an unseren Schulen dadurch zu begeg­nen, dass man die Anti­semiten achtkantig rauswirft und den Eltern eine Schul- und Umzugsempfehlung für eine Madrasa in Rawalpin­di ausstellt. Die Wiedere­ingliederung kann medi­al her­zlich von SPON-Autorin­nen bek­lin­gelt wer­den. Aber das wird nicht geschehen, weil man wohl keine leeren Schulen in Berlin haben möchte, weil die Anti­semiten dort teil­weise schon die Mehrheit stellen.


9.4.2018: Und jet­zt mal zu etwas völ­lig anderem — Net­flix! Als großer Fan Homers und der Ilias dachte ich, eine Serie über den Krieg um Tro­ja kön­nte eine inter­es­sante Idee sein. Die ganze epis­che Dich­tung über Fre­und­schaft, Ver­rat, Liebe, Hass, Pflicht und Gewalt, Göt­ter und Menschen…damit ließen sich Abende füllen. Auch die Idee, nicht Achilles und Hek­tor in den Mit­telpunkt der Hand­lung zu stellen, son­dern die Geschichte an Paris und Hele­na aufzuhän­gen, schien zumin­d­est inter­es­sant. Die rasche Vorstel­lung eines gewis­sen Aeneas ließ sog­ar hof­fen, dass in ein­er weit­eren Staffel Vergil zu Wort kom­men kön­nte und man nach dem Fall Tro­jas mit der Grün­dung Roms weit­er machen möchte…warum nicht!

Achilles. Fix­iert er ger­ade den Piz­za-Boten oder fragt er sich, warum er aus­gerech­net zu diesem Cast­ing gegan­gen war?

Jedoch, um es kurz zu machen: daraus wird nichts. Nicht für mich jeden­falls. Nach Folge zwei war Schluss, ich kon­nte diesen Mist nicht mehr ertra­gen. Nun ist es nie leicht, eine lit­er­arische Vor­lage in einen guten Film oder eine gute Serie zu ver­wan­deln — man sollte jedoch darauf acht­en, dass nicht allzu viele Logik­fehler auftreten und wenn die Vor­lage ein Stück Weltlit­er­atur ist, sollte man den Fig­uren nicht allzu große Gewalt antun. Vergessen wir für einen Moment, dass Zeus und Achilles noch nie schwarz waren — das kann, wenn Hand­lung und Schaus­piel stim­mig sind, noch als Petitesse durchge­hen. Wobei ich doch sehr hoffe, dass zum Beispiel bei ein­er Neu­ver­fil­mung von “Amis­tad” die Rolle des “Cinque” von jeman­dem über­nom­men wird, der Dji­mon Houn­sou das Wass­er reichen kann und dun­kle Haut hat, anstatt etwa von Jan-Josef Liefers — egal wie sehr let­zter­er die Sklaverei ver­di­ent haben mag. Wie gesagt: geschenkt. Dass aber Menelaos Vater(??) auf Kre­ta starb und sich dieser dor­thin mit den Worten auf den Weg machte “bis in fünf Tagen”, frage ich mich schon, ob er die Schnellfähre oder den Acht-Uhr-Flug genom­men haben mag. Bei solchen Nach­läs­sigkeit­en wird man hell­hörig und find­et weit­ere Schlam­pereien: Steig­bügel an den Pfer­den, die erst hun­derte Jahre später von hun­nis­chen Reit­ern benutzt wur­den, eis­erne Waf­fen in der Bronzezeit und Leg­en­den über Helden, die erst von den Römern erfun­den wur­den als Kin­der­märchen aus Tro­ja und Mykene. Es war fast ein Wun­der, dass sich die bei­den nicht über Tin­der ken­nen­gel­ernt haben und Agamem­non die Fin­ger vom Smart­phone lassen kon­nte, um Odysseus zum Heer zu rufen! Dann die Dialoge: hölz­ern. Die Schaus­piel­er: ken­nen ihre Rollen nicht und agieren, als hät­ten sie eigentlich grad an was ganz anderes gedacht. Ein­er Wunde beim eit­ern zuzuse­hen, ist span­nen­der! Man sollte an alle Orte fahren, an denen Homer ange­blich begraben sein soll, um den Stre­it über die let­zte Ruh­estätte des Meis­ters endlich zu klären. Das Geräusch, dass er beim Rotieren im Grab macht, kann man sich­er nicht über­hören! Gesam­turteil zu “Troy — Fall of a City”: φρικτός!


7.4.2018: Der grundle­gende Denkfehlerder „Antwort 2018“ ist, dass die „Erk­lärung 2018“ gar keine Frage gestellt hat.


4.4.2018: Min­is­ter Scheuer knüpft an die großen Logik-Erfolge an, die sein Parteifre­und Dobrindt in der let­zten Leg­is­latur der GroKo ein­fahren kon­nte. Scheuer möchte eine App entwick­eln, mit der die Bürg­er Fun­klöch­er melden kön­nen. Ob die Mel­dun­gen den Min­is­ter per Brief­taube oder Meldepfeil erre­ichen soll­ten, ist noch nicht ganz klar. Die Markierung mit­tels App funk­tion­iert aber schon ganz gut, wie die hier zu sehen­den begeis­terten Test-User der App zeigen.


2.4.2018: In der Tat sind all die Frotzeleien, die Poten­zan­spielun­gen und das ganze andere niveaulose Gekeife von Silke Burmester lock­er zu ertra­gen. Das sind die Körn­er im täglichen Brot, die die “Abwe­ich­ler” und “Aus der Rei­he Tänz­er” nicht bei der Ver­dau­ung stören. Aber die For­mulierung “Raus­ge­wor­fen aus der Gemein­schaft” kommt wie ein Ver­plap­pern daher. “Die Gemein­schaft”, das ist offen­bar das medi­ale Auen­land wohlmein­den­der Jour­nal­is­ten-Hob­bits, deren Hor­i­zont schon durch die Nach­barshügel begren­zt ist und die schein­bar alle das­selbe Kraut rauchen. Mal ehrlich Leute: es wird Zeit, das Auen­land zu ver­lassen! Burmesters Abrech­nung mit Thomas Fis­ch­er, einem ehe­ma­li­gen Richter und alten weißen Mann wird bei mee­dia ger­adezu filetiert – zu Recht, muss man sagen!


1.4.2018: Im deutschen Medi­en nichts Neues. Es sind ja immer genug Reporter vor Ort, um die gehet­zten Gesichter palästi­nen­sis­ch­er “Demon­stran­ten” zu fil­men, die ihre kleinen Kinder in die Kam­eras hal­ten, die sie selb­st in den Kon­flikt schleifen. Israel, Israel hat das getan. Israel, Israel ist schuld! Dabei war es die Hamas, die diese Riots angezettelt hat, die hier in den Zeitun­gen immer noch als Proteste beze­ich­net wer­den. Und ehrlich, es ist grausam, was den Men­schen da ger­ade geschieht, weil man sie ohne Sinn und Ver­stand gegen die Gewehrläufe der IDF ren­nen lässt, die selb­stre­dend nicht zulassen kann, dass die Gren­ze über­ran­nt wird. Doch die Men­schen kön­nen sich auch nicht umdrehen und nach Hause gehen, weil hin­ter ihnen die Gewehre der Hamas auf die warten. Kanonen­fut­ter. Der Speigel (kein Ver­tip­per) ging jedoch brav der Hamas-Pro­pa­gan­da auf den Leim und berichtete vom “Tod im Peter­silien­feld” und das Recht Israels, sein Staats­ge­bi­et zu schützen, wurde mal wieder in Anführungsze­ichen geschrieben. Doch die IDF hat medi­al aufgerüstet. Wärme­bild­kam­eras und Drohnen sind live dabei und was ange­blich Peter­silie pflück­ende Bauern war, ent­pup­pt sich als bewaffnete und entschlossene Hamas-Kämpfer. Doch Speigel und Co bericht­en im Nahostkon­flikt noch immer erst von der zweit­en Kugel, die dann natür­lich von Israel abge­feuert wird. Die erste Kugel war dann wohl ein Strauß Peter­silie.


26.3.2018: Malu Drey­er dis­tanziert sich von etwas, mit dem sie offiziell nie etwas zu tun gehabt zu haben behauptet: der Antifa, die “ihre” Ver­anstal­tung durch Angriffe auf Polizei und Demon­stran­ten ver­schön­erte. Das endet deshalb als Eigen­tor!
Dis­tanz, das Gegen­teil von Nähe,
du nicht von fer­nen Din­gen suchst.
Weshalb dein Geg­n­er gern es sähe,
dass du dich dis­tanzieren musst!
Nun klebt der dis­tanzierte Gegen­stand,
durch dieses Schieben an der Hand.


21.3.2018: Die Leipziger Buchmesse ist vor­bei, die Nach­be­tra­ch­tun­gen zum The­ma “Wie Nazi kann man sein und warum” sind es selb­stre­dend nicht. Die TAZ, in der es in let­zter Zeit sog­ar einige bemerkenswerte Artikel zu lesen gab, fällt allerd­ings ger­ade wieder in rev­o­lu­tionäre Bar­rikaden­zeit­en blind­en Stumpf­sinns zurück, entstaubt die Kampf­be­griffe und schärft die Wortk­lin­gen. Der ganze TAZ-Artikel trieft nur so vor Selb­st­gerechtigkeit und Kampf­sim­u­la­tion und ich gab den Ver­such, mich inhaltlich ern­sthaft damit zu befassen, angesäuert auf. Nein, die Benen­nung meines ersten Magengeschwürs nach dem sub­ven­tion­s­gepud­erten Blättchen der Salon­rev­o­lu­tion muss noch warten. Gut, dass ich kom­pe­tente Kol­le­gen und Fre­unde habe, die angesichts dieses ros­troten Dic­kichts ungerührt bleiben, die Stihl anwer­fen und mit langem Säge­blatt durch das knis­ternde, trock­ene Gestrüpp fahren. Danke Alexan­der Wendt! Deinen Text ent­führe ich hier zu mir auf diese Seite, auf das er nicht ver­loren gehe:
Hal­lo, liebe Stal­in­is­ten von der taz! Oder Sta­sis. Oder Gulag­wächter. Ich darf euch doch so nen­nen, oder? Wir müssen uns doch hier nicht tot­d­if­feren­zieren. Wollen wir ein Spiel spie­len? Gibt man also Gulag­wächtern wie euch Raum, dann füllt ihr ihn. In der taz, im Par­la­ment, auf der Straße. Das ist schlecht. Also ergibt Kom­mu­nika­tion mit euch wenig Sinn. Man muss euch das Leben so schw­er machen, wie es geht. In Deutsch­land gibt es auf diesem Gebi­et — Lebenser­schw­er­nis für bes­timmte Grup­pen – wirk­lich reich­liche Exper­tise.
Pri­vatadressen ins Inter­net stellen, das wäre schon mal ein erster Schritt. Eure Autos abbren­nen. Eure Kinder in der Schule unter Druck set­zen. Ab und zu mal jemand ver­prügeln, wenn die Mehrheitsver­hält­nisse min­destens zwei zu eins sind, so wie kür­zlich zwei Män­ner einen Anti-Merkel Demon­stran­ten in Ham­burg zusam­mengeprügelt hat­ten. Kurzum, genau so, wie ihr es fordert: das Leben eines markierten Men­schenkreis­es so schw­er wie möglich machen. Nur, dass ihr jet­zt (auch) dieser Men­schenkreis seid.
Dann, liebe Pol-Pot-Fans, wäre doch eine Art Gle­ich­stand zwis­chen euch und der unüberse­hbaren Zahl von Nazis in diesem Land erre­icht, über die ihr jeden Tag schreibt.
Um aber wirk­lich damit anz­u­fan­gen, würde ich gern entwed­er als Kom­men­tar hier oder via PN Nachricht­en von euch bekom­men: Wer von euch möchte es tat­säch­lich in echt mal lebenss­chw­er gemacht bekom­men, richtig mit scharf und alles? Also nicht, wie es bei euch immer heißt: “Bin auf Twit­ter bedro­ht wor­den.” Nein, richtig Stahlge­wit­ter und Lange­mar­ck, Skala von Nasen­bruch bis oben offen. #Mee­Too! Taz-Redak­teure, Jakob Aug­stein, Frau SpOn Stokows­ki, Georg Diez: da müsst ihr jet­zt durch! Beken­nt euch öffentlich dazu, Blutzeu­gen der wech­sel­seit­i­gen Lebenser­schw­er­nis zu wer­den, exakt nach euren eige­nen Forderun­gen. Beken­nt euch: ja, wir wollen auf’s Maul.
Falls aber nicht: hal­tet fürder­hin ein­fach öffentlich die Klappe, wenn es um eure Gewalt­phan­tasien geht. Lebt sie zuhause mit ein­er Woch­enend­pack­ung Tem­pos aus. Aber malt anderen nur dann ein bes­timmtes Schick­sal in Flam­men­schrift an die Wand, wenn ihr es für euch selb­st auch so drin­gend wün­scht, dass ihr es gar nicht mehr aushal­tet.


12.3.2018: Wir leben in Zeit­en, in denen es nur noch schwarz und weiß zu geben scheint. Die Grautöne ver­schwinden immer mehr aus dem Blick, weil der Kon­trast zu stark hochge­zo­gen und die Zeit zu knapp ist, auf Zwis­chen­töne zu acht­en. Deshalb trete ich hier mal einen Schritt zur Seite und werfe einen Blick auf einen Ort, der dem landläu­fi­gen Begriff der Ewigkeit schon recht nahe kommt — zumin­d­est nach men­schlichem Maßstab und durch meinen Blick: Rom. Zwar kann ich nicht durch Urkunde oder Pass bele­gen, dass dies “meine” Stadt ist, ich betra­chte sie aber als solche. Rom ist die Stadt, die schon alles erlebt, alles gese­hen, alles ertra­gen und alles über­standen hat. Sie ist gle­ichgültig, fett, schmutzig, duf­tend, unnah­bar und ver­traut zugle­ich. Rom ist Licht und Schat­ten und alle Zwis­chen­töne. Immer, wenn es mir in Deutsch­land zu eng und unehrlich wird, denke ich an die ehrliche Enge von Rom, wo die Prob­leme zwar größer scheinen, als hierzu­lande, aber gle­ichzeit­ig nie­mand den Ein­druck ver­mit­telt, die lösen zu kön­nen. Alles fließt, frisst sich selb­st, ver­daut sich selb­st, erneuert sich unaufhör­lich. Man lässt laufen, küm­mert sich um die seinen und je schlim­mer es in der einen oder anderen Ecke aussieht, umso mehr achtet der Römer und ins­beson­dere die Römerin auf Würde, Selb­stach­tung und Gelassen­heit. Das Spiel von Licht und Schat­ten in Rom, seinen Straßen und Sakral­itäten, seinen Bewohn­ern und Bet­tlern, den Damen und Dieben macht süchtig. Hier eine kleine Auswahl von “herun­terge­fal­l­enen Fotos”, die ich beim durch­se­hen mein­er Archive ger­ade gefun­den habe und — passend zum The­ma — hier mal in schwarz/weiß aber kom­men­tar­los zeigen möchte. Achtet auch auf die Grautöne…viel Spaß.


15.2.2018: Na, liebe ARD? Wie wäre es mal mit einem The­menabend zu einem weit real­is­tis­cheren Szenario der Entwick­lung Deutsch­lands? Statt TAZ-Drehbüch­er dann auch noch von TAZ-Schreiber­lin­gen im Spiegel beklatschen zu lassen, kön­ntet ihr die Real­ität das Drehbuch schreiben lassen. Für alle, die den Welt-Artikel nicht lesen kön­nen, weil er hin­ter der Bezahlschranke liegt, eine kurze Zusam­men­fas­sung. Jech­eske­li, ein israelis­ch­er inves­tiga­tiv­er Jour­nal­ist, bastelt sich eine islamistis­che Iden­tität, kauft für 1250 Dol­lar einen syrischen Pass (nicht gut gefälscht, son­dern fast echt, kön­nte ohne­hin nur in Syrien fal­si­fiziert wer­den), besteigt ein Flugzeug und wird in Berlin von einem Sach­bear­beit­er betreut, der aus Gaza stammt. Der gibt gern Tipps, wie man die deutschen Behör­den nar­ren kann und die Fam­i­lie schnell nach­holt. „Mit Allahs Hil­fe beginnst du hier jet­zt ein neues, islamis­ches Leben“. In den Moscheen hört Jech­eske­li Predigten mit dem Tenor “inte­gri­ert euch nicht”. Das ist All­t­ag in Ger­man­istan, wo die Dawa, die gewalt­lose Unter­wan­derung und Bekehrung, bere­its im vollen Gange ist. Die Welt weit­er: “Die wahren Absicht­en der Zuwan­der­er wür­den in Deutsch­land nicht über­prüft. Kein­er der Flüchtlinge, die er im Auf­fanglager getrof­fen habe, hätte die Absicht gehabt, sich zu inte­gri­eren.” — es ist also angerichtet und kann serviert wer­den. Heiß oder kalt…das ste­ht noch nicht fest.


7.2.2018: Genau heute von 78 Jahre hat­te Dis­neys erster Abend­fül­len­der Ani­ma­tions­film “Pinoc­chio” in den USA Pre­miere. Da kann man ruhig mal klatschen! Ruft doch mal “Mar­tin”…!

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5.2.2018: In den let­zten Tagen sam­melte ich Mate­r­i­al, um mir ein aktu­al­isiertes Bild vom Zus­tand der Türkei zu machen. Das Zusam­men­z­u­fassen ist eigentlich unnötig, weil die Fak­ten bekan­nt sind. Zumin­d­est die wichtig­sten. Freie Geis­ter zieht es in der Türkei momen­tan nach Izmir, weil die AKP dort ein­fach keinen Fuß auf die Erde bekommt. Oder sie ver­lassen das Land – oder sitzen im Knast. Im Syrienkon­flikt ist Erdo­gan dabei, in die bluti­gen Stiefel des IS zu steigen und den Kur­den – selb­st denen, die nicht in der Türkei leben – den Todesstoß zu ver­set­zen. Die Panz­er, die nördlich von Kobane an der Gren­ze standen, um den IS gewähren zu lassen, rollen nun nach Syrien, um das “Werk” des IS zu vol­len­den. Die Türkei gebiert etwas, dass wir uns wohl in den schlimm­sten Träu­men nicht vorstellen wollen. Wie immer, wenn ich für einen Artikel samm­le, mache ich mir Gedanken über ein Teas­er-Bild, kon­nte aber nichts Passendes find­en – bis mir das hier ein­fiel. Deshalb heute mal nur ein Bild, kein Artikel.


4.2.2018: L’État c’est moi – der Staat bin ich! Sagte Lud­wig XIV und aus sein­er Sicht war das auch richtig. Wenn jedoch 300 Jahre und einige Rev­o­lu­tio­nen später Staat­slenker und Regierungsklün­gel schon wieder mit solchen Gedanken kom­men, finde ich das sehr beden­klich. Es sagt ein­er­seits viel über das Selb­stver­ständ­nis unser­er Polit-Eliten. Ander­er­seits zeigt es die Lieder­lichkeit unser­er Medi­en, die solchem Gefasel durch Ver­wen­dung ver­drehen­der Begriffe Vorschub leis­ten. Unvergessen die Worte von Julia Klöck­n­er, die meinte „der Staat habe gut gewirtschaftet“, wom­it sie die hohen Steuere­in­nah­men auf die Leis­tungs­seite aus­gerech­net der­jeni­gen schlug, die von diesen Steuern leben, statt sie zu „erwirtschaften“. Einen neuen Gipfel der Ehrlichkeit erk­lomm Ralf Steg­n­er am 3.2.2018 in der Tagess­chau: „Wir glauben, der Markt regelt gar nichts, son­dern der Staat muss sich küm­mern.“ Der Staat regelt alles, der Staat bes­timmt alles. Es gab Zeit­en, in denen hätte ich von einem Sozialdemokrat­en noch erwartet, dass er die dienende Funk­tion des Staates begreift, obgle­ich die Nei­gung, jede Form men­schlichen Strebens staatlich­er Kon­trolle zu unter­w­er­fen, auch der Sozialdemokratie nie ganz fremd war. Doch heute sind die Hem­mungen, staatliche Kon­trolle zur gesellschaftlichen Norm zu erk­lären, längst abgelegt. Wenn nicht ein­mal die Union, welche das gesellschaftliche Mod­ell tra­di­tionell von innen (Fam­i­lie, Indi­viduen) nach außen (Land, Staat, EU) denkt, dem fortschre­i­t­en­den Etatismus nicht wider­ste­hen kann. In solchen Zeit­en käme es auf die Medi­en an. Es wäre wichtig, dass diese die außer Kon­trolle ger­ate­nen Eliten begrif­flich erden, indem sie deren Argu­mente und deren „Wir sind der Staat“-Gewäsch nicht noch ver­stärken. Doch was lesen wir zum Beispiel in der Head­line eines Artikels des ehe­ma­li­gen „Stur­mgeschützes der Demokratie“? „G20-Gipfel kostet Bun­desregierung 72,2 Mil­lio­nen Euro“ – wohlge­merkt: die Bun­desregierung zahlt! Nicht etwa der Steuerzahler, in dessen Taschen hier tat­säch­lich gegrif­f­en wurde. Über’n Dau­men hat der G20-Gipfel jeden tat­säch­lichen Steuerzahler zwei Euro, oder jeden Ein­wohn­er Deutsch­lands knapp einen Euro gekostet. Es ist kaum anzunehmen, dass Merkels Kabi­nett die G20-Kosten wie eine Piz­za-Rech­nung durch 13 geteilt hat. Ich habe prinzip­iell nicht gegen solche Ver­anstal­tun­gen. Aber man sollte in der Berichter­stat­tung schon so ehrlich sein zu erk­lären, wer die Piz­za-Rech­nung in Wirk­lichkeit beglichen hat.


immer noch 28.1.2018: Erfol­gre­ichen Unternehmern wie Ing­var Kam­prad muss man ein Denkmal set­zten. Alle Kom­men­ta­toren, die seinen Tod verkün­den, greifen sofort nach der Keule “Steuer­flüchtling” oder “reich­er Mann”, um sein Erbe zu rel­a­tivieren. Aber, er hat etwas geschaf­fen, das bleibt, weil es in die DNA von Mil­lio­nen Men­schen einge­baut wurde, seien es nun Stu­den­ten mit kleinem Bud­get oder Anwalt­skan­zleien mit Bauhaus-Charme. Hof­fentlich hal­ten seine Erben den Laden gut am Laufen. 


28.1.2018: Nein, ich schreibe nicht gezielt gegen die Grü­nen! Es ist nur so, dass die Ton­tauben, mit denen diese seit Monat­en um sich wer­fen, mir dauernd vor die Flinte kom­men! Was soll ich also anderes tun, als abdrück­en? Sie fliegen ja ohne­hin nicht weit und ein geziel­ter Schuss sorgt vielle­icht dafür, dass die flu­gun­fähi­gen Ideen nicht auf den Köpfen arglos­er Pas­san­ten zer­schellen. Die Bi-Pon­tin­er Grü­nen war­fen nun nicht bloß Ton­tauben, son­dern Esel. Sel­bige sollen kün­ftig “auf Zuruf” den OENV im ländliche Raum Zweibrück­ens bew­erk­stel­li­gen, den Öffentlichen Esel Nahverkehr. Die Idee ist wohl aus der Not geboren. Aber nicht der, diese Auf­gabe mit han­dels- und lan­destyp­is­chen Autos nicht bew­erk­stel­li­gen zu kön­nen — und seien es selb­st elök­trische. Son­dern der Not, das vorhan­dene qual­i­fizierte Fach­per­son­al mit adäquater Arbeit zu ver­sor­gen. Gestern noch Gold von den Schif­f­en, heute schon auf­streben­der Klei­n­un­ternehmer im Zuruf-Trans­port­gewerbe. Doch was Esel kön­nen, kön­nen nur Esel, liebe Grüne. Das ist bei Zugtieren wie bei Parteien.


26.1.2018: Kann mir jemand sagen, wann genau aus “trau­ma­tisiert”, “vor Krieg und Ver­fol­gung geflo­hen” und “schreck­lich­es durchgemacht” plöt­zlich “Stress­re­sistenz und Durch­hal­tev­er­mö­gen” gewor­den ist? Ich muss eine Phase der Berichter­stat­tung nicht mit­bekom­men haben! Eine Leserin antwortet auf meine rhetorische Frage wie fol­gt: “Stimmt doch alles, was regt Ihr Euch auf? Zielo­ri­en­tiert gehen sie auf Frauen zu, belast­bar sind sie hin­sichtlich evtl. Gegen­wehr und team­fähig, da meist im Rudel antanzend.” — Tre­f­fer, fürchte ich.


23.1.2018: Vor­sicht, liebe Grüne und Linke, nicht zu früh freuen. Der Über­tritt des AfD-Mit­glieds Wag­n­er zum Islam kön­nte als Axt in eurem Knie lan­den. Die Ablehnung sein­er Bewer­bung für den Gemein­der­at der ev. Kirche aus 2016 mit der Begrün­dung, dessen Partei ver­folge “men­schen­feindliche Ziele”, kön­nte son­st als Bumerang zurück kom­men. Was sagt diese Zuschrei­bung eigentlich über die Reli­gion aus, der Wag­n­er nun beige­treten ist? Wahre Chris­ten kön­nen keine AfDler sein, hört man immer wieder. Ist der Islam also eine bessere Heimat? Wegen sein­er Ziele vielle­icht? Was wäre eigentlich, wenn die AfD geschlossen zum Islam überträte? Müsste sie dann nicht eur­er Sym­pa­thie gewiss sein? Ich würde an eur­er Stelle nicht länger darüber nach­denken — Zirkelschlüsse lassen sich näm­lich logisch nicht auflösen.


21.1.2018: Der Count-Down läuft, heute will die SPD beschließen, ob sie eine eigen­ständi­ge Partei bleiben möchte, oder, gegen den Willen von fast 90% der deutschen Bevölkerung mit­tel­fristig eine Fusion mit der ver­grün­ten Merkel-CDU anstrebt. Wie wer­den sie sich Genossen aus dem „Willy-Abge­bran­nt-Haus” wohl entschei­den?
A)– Der Parteivor­stand schließt die Jusos vom Abstim­mung­sprozess aus und ord­net eine sofor­tige Alters­fest­stel­lung an. Alle Volljähri­gen Juso-Mit­glieder wer­den ver­haftet und ins Saar­land abgeschoben, wo sie von Heiko Maas in dig­i­taler Einzel­haft gehal­ten wer­den.
B)– Mar­tin Schulz betritt das Podi­um, zieht ein japanis­ches Wak­iza­shi und dro­ht, sich hineinzustürzen, sollte er nicht die erforder­liche Mehrheit für die GroKo erhal­ten. Das Prä­sid­i­um beschließt daraufhin ohne Gegen­stimme die eilige Instal­la­tion von Zeitlu­penkam­eras, um den his­torischen Moment aus ver­schiede­nen Winkeln festzuhal­ten.
C)– Der Parteivor­stand gibt argu­men­ta­tiv alles – Andrea Nahles tanzt und singt „Und diese Biene die ich meine, die heißt Angela“, im Saal wer­den Sauer­stoff­masken gere­icht – im Tausch gegen ein „Ja“ zur GroKo.


19.1.2018: Dieses Land bricht nicht plöt­zlich zusam­men, es erodiert langsam aber stetig vor sich hin. Man muss schon an die neu­ral­gis­chen Punk­te schauen, um das zu bemerken. Dor­thin, wo die Abwehrschlacht­en toben, vor Gericht­en, bei der Polizei, den frei­willi­gen Helfern und dem medi­zinis­chen Per­son­al. Die Men­schen dort melden sich nicht mit Peti­tio­nen, organ­isieren keine Protest­märsche und nageln auch das Grundge­setz nicht an die Tür des Kan­zler­amtes — diese Men­schen brechen ein­fach still zusam­men, geben auf und ver­schwinden. Wenn es vor­bei ist, wer­den es deshalb nicht die Allah­huag­bar-Rufe sein, die uns auf­fall­en wer­den. Es wird die Stille sein, die sich über alles legt, die Men­schen in ihre Häuser und ihre gat­ed Com­mu­ni­ties treibt. Unsere Poli­tik­er wer­den diese Stille für Frieden hal­ten, die eigentlich eine Fried­hof­s­ruhe sein wird. Ret­tungssan­itäter David R. hat aufgegeben und sich in Stille und Exil ver­ab­schiedet. Ich kann’s ihm nicht ver­denken.


18.1.2018: In Öster­re­ich reagiert man tra­di­tionell sehr empfind­lich auf deutsche Bevor­mundung. So wie Kurz bei Mais­chberg­er behan­delt wurde, hil­ft ihm das sowohl bei der Bevölkerung als auch beim Koali­tion­spart­ner. Die FPÖ wird sich diebisch freuen, all das zu entkräften, was die Ankläger aus der ARD den Zuschauern als “Wis­sen” verkaufen wollte. Kurz hat sich ins Stu­dio geset­zt, ist ruhig geblieben, hat sachlich argu­men­tiert und wurde im Gegen­zug mit faulen ver­balen Eiern bewor­fen und infan­til belei­digt – ganz zu schweigen von den pein­lichen Naziver­gle­ichen, die im Stu­dio­hin­ter­grund einge­blendet wur­den. Wem bei der­ar­tig deut­lich von Ver­ach­tung getra­ge­nen Fra­gen am Ende die Sym­pa­thien zufliegen, sieht man an den Kom­mentaren hier. Kurz hat das wohl einkalkuliert und per­fekt genutzt – Mais­chberg­er und Trit­tin wur­den als Eifer­er ent­larvt, die Auswahl aus­gerech­net Trit­tins als Sekun­dant Mais­chberg­ers zeigt außer­dem überdeut­lich, wo das Herz der Mach­er im ÖR schlägt. Was wird von dieser Sendung hän­gen bleiben? Ganz ein­fach, Entset­zen darüber, wie man im deutschen Fernse­hen mit aus­ländis­chen Staat­slenkern umzuge­hen bere­it ist, die dem “ger­man way of life” nicht fol­gen. Danke an Bun­deskan­zler Kurz für die Lehrstunde über ide­ol­o­gisch verblendete deutsche Mei­n­ungs­mach­er, als wenn es da noch eines Beweis­es bedurft hätte.
Ach, Frau Mais­chberg­er, da Ihre Sendung voll auf Lin­ie liegt und deshalb wohl auch weit­er von unseren Gebühren getra­gen wird, hätte ich eine Bitte: behal­ten Sie diesen her­ablassenden Ton bitte bei, wenn Sie das näch­ste Som­mer­in­ter­view mit der Kan­z­lerin machen.


14.1.2018: Nach Trumps “Shit­hole-Gate” ste­ht die selb­st­gerechte und selb­st­be­trügerische Wel­telite der Medi­en geschlossen auf und protestiert. Sowas sagt man nicht, sowas stimmt auch nicht, sowas darf auch nicht sein! Das würde ja bedeuten, dass sich Mil­lio­nen Men­schen aus ihren Shit­hole-Coun­tries auf den Weg in den West­en machen wür­den — und wann hätte man jemals von sowas gehört! Doch der unge­ho­belte, undiplo­ma­tis­che, unsym­pa­this­che Trump schafft, woran seit Jahrzehn­ten andere Poli­tik­er scheit­ern: er spricht die blanke, nack­te, hässliche Wahrheit aus. Er lockt Leute her­vor, die sagen, “er hat doch ver­dammt nochmal recht!”. So wie den Nige­ri­an­er, Chaz Chi­a­zo Ogbu, der in den Staat­en lebt und genau die Worte find­et, die hin­ter dem trump­schen Geplap­per ste­hen: Macht endlich was! Nige­ria first…wenn du ein Nige­ri­an­er bist! Und das ist auch gut so! I love this guy!


11.2.2018: Die drei großen Vor­sitzen­den treten hin vor die Welt und tuen kund und zu wis­sen, was das Stündlein in Deutsch­land, Europa und dem ganzen Rest geschla­gen hat. Bei Minute 23:30 wird’s dann richtig pein­lich. 


8.1.2018: Heute mal was völ­lig Unpoli­tis­ches. Hat jemand schon mal solch eine riesige Hirschherde gese­hen?

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immer noch 3.1.2018: Die Zahlen, mit denen Pfeif­fer für seine Studie arbeit­ete, sind ja kor­rekt — nur seine Schlussfol­gerun­gen sind bil­lig. Er ließ genau drei Fäden aus seinem Knäul raus­guck­en: der eine ist die Wahrschein­lichkeit von Anzeigen im Fall von Straftat­en — Deutsche zeigen eben gern Flüchtlinge an, während Flüchtlinge vor Dankbarkeit devot erstar­ren. Der zweite ist der fehlende “female touch” unter den Flüchtlin­gen, was mäßi­gend auf die wirken würde, aber ihre Müt­ter, Schwest­ern und Frauen seinen ja nun­mal (noch) nicht da. Der dritte ist die Per­spek­tivlosigkeit, die zwangsläu­fig zur Krim­i­nal­ität führe, weil sich die edlen Wilden nicht so gern durch gewis­senlose Unternehmer in Schwarzarbeit aus­beuten lassen wollen. Da kommt man schon mal auf die schiefe Bahn… (Ich frage mich ersthaft, was das für Schwarzarbeit sein soll.) Es hat keine 24 Stun­den gedauert, bis lan­dauf, landab fast alle Medi­en solange an den Fäden zogen, bis die Wirkung der eigentlichen Essenz der Studie ver­pufft war: Wir haben offen­sichtlich ein nordafrikanis­ches Krim­i­nal­ität­sprob­lem. Keine Sau spricht mehr davon. Alle reden nur noch vom Fam­i­li­en­nachzug und von den bösen Unternehmern, die Flüchtlinge zu Schwarzarbeit zwin­gen wollen. Ach, übri­gens: bei Wil­helm Busch endete die Sache für Max und Moritz  dann doch irgend­wann tödlich…


3.1.2017: Die sich­er­ste Art (nach der Ver­wen­dung von Schlüs­sel­worten wie Musel oder Nafri), die Wirk­samkeit des seit 1. Jan­u­ar gel­tenden Net­zDG zu testen, ist es zumin­d­est bei Twit­ter, eine bere­its ges­per­rte Per­son in Stil, Inhalt oder Pro­fil­bild nachzuah­men oder hochzunehmen – kurz: mit Satire schafft man es. Das weiß nun auch die Titan­ic-Redak­tion, die im Namen der AfD-Poli­tik­erin twit­terte. Die Lage ist also unüber­sichtlich. Nun ver­sucht man dort wohl als näch­stes, einen Freifahrtschein zu erlan­gen, damit dieses verse­hentliche Sper­ren nicht noch ein­mal passieren kann. Vielle­icht sollte man im Jus­tizmin­is­teri­um darüber nach­denken, einen amtlichen Satire-Unbe­den­klichkeitspass auszustellen, dem natür­lich eine amtliche Prü­fung voraus­ge­hen muss und den nur ver­di­ente Kün­stler des Volkes erhal­ten kön­nen. Nur Inhab­er dieses Pass­es erhal­ten dann uneingeschränk­ten Zugriff auf die Rechte, die sich aus Artikel 5GG ergeben.


1.1.2018: Wenn es ein Land in der islamis­chen Welt gibt, dessen Men­schen ich “aus dem Stand” den Über­gang zu ein­er lib­eralen, demokratisch ver­fassten Gesellschaft zutrauen würde – sobald man den religiös deter­minierten, repres­siv­en Staat­sap­pa­rat erst mal abzuschüt­teln im Stande war – dann ist es der Iran. 2009 hat­te sich jedoch gezeigt, dass das Mul­lah-Regime sich seit 1979 so viele Kost­gänger, Prof­i­teure und Unter­stützer in der Bevölkerung herange­zo­gen hat­te, dass es die unzufriedene Jugend nicht schaffte, das Rud­er herumzureißen. Die abhängi­gen Ver­wal­tungsangestell­ten, die Rev­o­lu­tion­s­gar­den, die Armee, der Klerus…sie alle wur­den entwed­er ide­ol­o­gisch oder mit Geld gefügig gemacht, nicht wenige haben mit­tler­weile so viel Dreck am Steck­en, dass sie eine Nach-Theokratis­che, freie Gesellschaft nicht zu Unrecht fürcht­en. Hal­ten die Proteste jedoch an, kön­nte im Ver­gle­ich zu dem, was im Iran geschehen wird, der “ara­bis­che Früh­ling” wie ein laues Lüftchen erscheinen. Umso angeekel­ter muss man davon sein, wie weite Teile unser­er Medi­en über die Proteste bericht­en. Wenn Pres­i­dent Trump erk­lärt, die Welt sehe genau zu, ver­ste­ht das ZDF dies als “anstacheln”. Ober­fläch­lich wie das ZDF nun­mal ist, erk­lärt es die Proteste vorder­gründig als der schlecht­en Wirtschaft­slage geschuldet, obwohl doch jed­er weiß, dass es die im Iran herrschende Theokratie ist, welche Bestechung, Mis­s­wirtschaft und von Unken­nt­nis und ide­ol­o­gis­ch­er Ver­bohrtheit erst möglich macht. Nichts an dem, was Trump hier twit­terte, ver­di­ent die dümm­liche Kri­tik des ZDF! Die Wort­wahl “anstacheln” ekelt mich ger­adezu an, zeigt sie doch, auf wessen Seite sich unsere Medi­en hier schla­gen. Der kindliche Reflex, pauschal gegen alles zu sein, für das Trump ste­ht, kostet uns die Fre­und­schaft zu den Men­schen, die im Iran nichts lieber täten, als endlich die Mul­lahs zum Teufel zu jagen!