Der Vor­wurf, sich erst in let­zter Sekunde auf das The­ma GCM zu stürzen, bei dessen Zus­tandekom­men aber nicht mit­gewirkt zu haben, wurde mehrfach laut  gegen die AfD. Und das obwohl über­haupt erst auf deren Ini­tia­tive die Befas­sung des Bun­destages am 8.11.2018 mit dem UN-Pakt zus­tande kam. Tenor: ihr hat­tet eure Chance, inhaltlich etwas beizus­teuern, jet­zt ist es zu spät dafür. Im Dezem­ber rück­en in Dou­glas-Adams-Manier die galak­tis­chen Bautrup­ps der Vogo­nen an. Der Drops ist gelutscht, der Kater gekämmt, Feier­abend! Peti­tio­nen, Kam­pag­nen, vor die Bag­ger legen…alles verge­blich. Die Pläne lagen ja schließlich lange genug im zuständi­gen Bauamt auf Alpha Cen­tau­ri (UN-Gebäude, New York) aus und so eine galak­tis­che Umge­hungsstraße muss eben gebaut wer­den, weil sie geplant ist. Nach der let­zten kurzen Befas­sung des Bun­destages im April, die auf­grund zweier klein­er Anfra­gen der AfD-Frak­tion eben­falls über­haupt erst zus­tande kam, hat­te der GCM bis zu sein­er finalen Fas­sung im Juli indes noch erhe­blich an Umfang und Gewicht zugelegt. Doch wenn Verpflich­tun­gen, Verträge oder Tumore umfan­gre­ich­er wer­den, sollte man einen weit­eren prüfend­en Blick darauf wer­fen, bevor man sie ein­fach so unter­schreibt oder hin­nimmt.

Die Debat­te am 8.11. bot Erwartetes. Stephan Har­barth (CDU), der die erste Erwiderung der Regierungsparteien auf die Rede des Schwe­fel­buben Gauland brin­gen durfte, erk­lärte, es gelte nun, mit Hil­fe des GCM, die „Stan­dards“ (vul­go Sozial­stan­dards) weltweit anzu­gle­ichen, also auf deutsches Niveau zu heben. Es gäbe weltweit gemein­same Ziele und deshalb werde man auch zu diesen gemein­samen Stan­dards gelan­gen. „Wer für den GCM ist, schafft die Voraus­set­zun­gen dafür, dass die Anreize, nach Deutsch­land zu kom­men, zurück gehen.“ sagt Har­barth und weit­er „der poli­tis­che und geistige Hor­i­zont dieses Haus­es darf niemals an den deutschen Außen­gren­zen enden“. Das klingt zwar etwas größen­wahnsin­nig, aber auch nicht mehr als das, was son­st an glob­al­is­tis­ch­er Groß­mannssucht durch das Hohe Haus wabert. Griechen­lan­dret­tung, Banken­ret­tung, Euroret­tung, Kli­maret­tung, Wel­tret­tung. Das deutsche par­la­men­tarische A‑Team Mac­Gyvert sich durch die poli­tis­che Galax­is.

Nun sind es also die Stan­dards der Gesund­heits- und Sozial­sys­teme, die wir der Welt brin­gen wer­den, wie Prometheus den Men­schen das Feuer. The Ger­man Way of Life. Das ist es also, was Har­barth im Glob­al Com­pact for Migra­tion sehen will und deshalb vertei­digt er ihn lei­den­schaftlich. Kurioser­weise kön­nte es schon bald für Stephan Har­barth zum Schwur kom­men, wenn er als neuer Präsi­dent des Bun­desver­fas­sungs­gerichts ab 2020 das Grundge­setz gegen jene Geset­zesvor­la­gen beschützen muss, die den Geist des GCM nur zu gern auf­greifen wer­den. Die ersten ste­hen schon in den Startlöch­ern. Har­barths Plä­doy­er vom 8.11.2018 für den UN-Pakt kön­nte dann in Dauer­schleife unter dem Titel „Ver­sprochen – gebrochen!“ in den sozialen Medi­en laufen, falls es die in zwei Jahren abseits von Cat-Con­tent und Parteien­wer­bung noch geben sollte.

Als Antwort auf eine Nach­frage von Storchs, welch­es Land denn tat­säch­lich die Absicht habe oder auch nur dazu fähig sei, seine Stan­dards auch nur in die Nähe des deutschen Niveaus zu heben, um dadurch den Migra­tions­druck von Deutsch­land zu nehmen, antwortet Har­barth: „Ich habe im Som­mer ein Flüchtlingslager in Jor­danien besucht…“ und führt damit en pas­sant den (ver­mut­lich unbe­ab­sichtigten) Beweis für die Berech­ti­gung von Befürch­tun­gen der Kri­tik­er des Pak­tes, darunter auch der Grüne OB von Tübin­gen Boris Palmer, die das größte Defiz­it des GCM darin sehen, dass nicht scharf zwis­chen Asyl, Flucht & Vertrei­bung und Migra­tion unter­schieden wird. Auch Har­barth scheint dazu offenkundig nicht in der Lage, wenn er auf eine Frage zum MIGRA­TIONS-Pakt antwortet, er sei in einem FLÜCHTLINGS-Lager gewe­sen. Es mag ihm ent­gan­gen sein, aber einen „Glob­al Com­pact on Refugees“ gibt es ja eben­falls und der ist über­haupt nicht umstrit­ten und war wed­er Gegen­stand der Debat­te, noch der Frage.

Christoph Matsch­ie (SPD) hinge­gen betont, nur inter­na­tionale Regelun­gen helfen weit­er, nationale hinge­gen nicht. Damit schub­st er – sich­er auch ohne Vor­satz – das bish­er wie eine Mon­stranz vor dem GCM her­ge­tra­gene Prinzip der staatlichen Sou­veränität bei­seite und zeich­net die Stoßrich­tung vor, die der Geset­zge­bung­sprozess in Deutsch­land eingeschla­gen hat. Denn dort trifft ja eben ger­ade nicht ein unverbindlich­er inter­na­tionaler Pakt auf verbindlich­es nationales Ein­wan­derungsrecht, son­dern ein noch zu erlassenes Ein­wan­derungs­ge­setz trifft auf einen Pakt, von dem die Mach­er des Geset­zes ganz begeis­tert sind und dessen inter­na­tionale Regelun­gen, denen Deutsch­land im Dezem­ber zus­tim­men wird, laut Matsch­ie wirk­mächtiger sein müssen als klein­liche nationale Recht­sprinzip­i­en oder siebzig Jahre alte Ver­fas­sun­gen. Sub­sidiar­ität? Geplatzt, über­wun­den, von gestern!

Matsch­ies Attitüde trifft im Grunde genau den Kern des Prob­lems, denn warum wollen die Kri­tik­er des Pak­tes sich bei allen Ver­suchen, die Ideen des Pak­tes 1:1 umzuset­zen, nicht ein­fach auf die Präam­bel „unverbindlich“ beziehen, um Forderun­gen abzuwehren? Ganz ein­fach: weil in Deutsch­land min­destens ein Drit­tel der Men­schen nicht mehr darauf ver­traut, dass es tat­säch­lich dabei bleibt. Zu viele voll­mundi­ge, tak­tis­che Ver­sprechen, die kaltlächel­nd abgeräumt wer­den, sobald es oppor­tun oder „alter­na­tiv­los“ erscheint. Hier eine Kost­probe: „Die Energiewende wird monatlich nicht mehr kosten, als eine Kugel Eis“, „Mit mir wird es keine PKW-Maut geben“, „Der Euro wird keine Haf­tungs­ge­mein­schaft“, „Was die Flüchtlinge mit­brin­gen, ist wertvoller als Gold“ … beschriften Sie Mem­o­ry-Karten mit Zitat und Urhe­ber, liebe Leser. Sie bekom­men sich­er müh­e­los einen ordentlichen Stapel zusam­men! Acht­en Sie aber darauf, Merkel als Urhe­ber nicht mehrfach zu nen­nen, das wäre zu ein­fach.

Ich möchte Sie aber nicht mit Tex­t­analy­sen der einzel­nen Rede­beiträge der Bun­destags­de­bat­te lang­weilen, denn ich müsste beina­he jeden Satz jedes Red­ners zerpflück­en, was ich wed­er meinen Lesern noch mir zumuten möchte. Allerd­ings hat­te ich den Ein­druck, dass kein einziger Ein­wand der Kri­tik­er des GCM sach­lich entkräftet oder gar wider­legt wurde. Stattdessen hörte man immer wieder nur „Lüge“, „Het­ze“, „Kam­pagne“, „Äng­ste schüren“ und man darf sich schon fra­gen, wie das kommt. Nicht die pauschal­isierte Beschimp­fung der AfD-Abge­ord­neten, an diese Tourette-Kako­phonie hat man sich ja schon fast gewöh­nt, das ist wie ein Hin­ter­grundgeräusch, das nie­mand mehr auf seine Plau­si­bil­ität über­prüft. Nein, ich meine die Überzeu­gung, mit der die Abge­ord­neten aller anderen Parteien das verkün­den, was ihrer Mei­n­ung nach drin ste­he, im Pakt der unverbindlichen Migra­tions-Wun­dertüte, in der jedes Los gewin­nt und neg­a­tive Aspek­te durch unverbindliche Absicht­serk­lärun­gen aus­ge­merzt wer­den. Aber vielle­icht liegt es an mir, dass ich die Abge­ord­neten nicht ver­ste­he und ihre Argu­mente nicht nachvol­lziehen kann, sofern sie sich über­haupt dazu her­ablassen, Argu­mente zu brin­gen.

Es liest: ein Zielland

Ver­ste­he ich vielle­icht ein­fach nur falsch, was im GCM ste­ht? Muss ich ihn nochmal lesen? Wie oft eigentlich noch? Aber vielle­icht muss man ihn anders lesen? Auf die Idee kam ich, als in einem Rede­beitrag anklang, dass das GCM-Doku­ment schließlich in Zusam­me­nar­beit mit 190 Län­dern zus­tande gekom­men sei und man kaum erwarten könne, dass sich in jedem Punkt prinzip­iell die Inter­essen Deutsch­lands wiederfind­en. Das ist zweifel­los richtig und ich glaube, hier liegt der Schlüs­sel zu vie­len Missver­ständ­nis­sen und Schwierigkeit­en.

Da ist zunächst die offen­sichtlich chao­tis­che Struk­tur des Textes, die Sprünge und Ver­schachtelun­gen, was das Ganze schw­er les­bar macht. Klar, es han­delt sich um einen juris­tis­chen Ver­trag­s­text, aber das erk­lärt nicht alles. Einige Aspek­te der Migra­tion sind kom­plett aus­geklam­mert, eben­so die Def­i­n­i­tion von primären poli­tis­chen Ver­ant­wortlichkeit­en. Eigentlich untyp­isch für Juris­ten. Man ver­misst etwa die Fest­stel­lung, dass die Regierun­gen jedes Lan­des für Leib, Leben und Unversehrtheit sein­er jew­eili­gen Bürg­er und deren Eigen­tum ver­ant­wortlich sind und dieser Ver­ant­wor­tung unbe­d­ingt die Eigen­ver­ant­wor­tung jedes Einzel­nen voraus gehen muss. Damit würde ich einen solchen „Pakt“ begin­nen, aber ich bin ja auch partei­los, kein Poli­tik­er und zu allem Über­fluss auch noch ein erzlib­eraler Spin­ner.

Migra­tions­druck entste­ht ja erst – sieht man ein­mal ab von frei­willi­gen, legit­i­men Einze­lentschei­dun­gen freier Men­schen, ihr Glück ander­swo zu suchen – durch Missstände in den Herkun­ft­slän­dern: Kor­rup­tion, religiöse Kon­flik­te, Raub­bau an der Natur, Über­bevölkerung, sozial­is­tis­che Gesellschaft­sex­per­i­mente, Trib­al­is­mus und man­gel­hafte Rechtssys­teme. Kein Wort davon im GCM, nur die Fest­stel­lung, Migra­tion sei etwas ganz nor­males und gutes, wo sie doch eigentlich eine Aus­nahme und sehr ambiva­lent ist. Wäre es anders, hätte die Men­schheit das Nomaden­leben wohl nicht schon vor tausenden Jahren aufgegeben.

Mit dem Glob­al Com­pact for Migra­tion haben wir es offen­bar nicht mit einem Text zu tun, son­dern mit vie­len Tex­ten viel­er Autoren. Was wir fol­glich in der Bun­destags­de­bat­te erlebten, war das selek­tive Vor­tra­gen der eige­nen Ziele und Vorstel­lun­gen der Regierungsparteien, die sie mit großem Fleiß und unter Mühen dort hineingeschrieben haben – aber das gle­iche tat­en natür­lich auch die Vertreter ander­er Staat­en. Mit eben­so ver­ständlichen, aber gän­zlich anderen Inter­essen.

Es liest: ein Herkunftsland

Ich bezwei­fle nicht, dass etwa Har­barth und Matsch­ie das im Pakt sehen, was sie zu sehen glauben. Ich bezwei­fle, dass alles so kom­men wird, wie Har­barth und Matsch­ie es darstell­ten, wenn nicht auch der Rest der Welt genau so tick­te, wie deutsche Koali­tion­spoli­tik­er, die sich ganz vor­sichtig einem dick­en Ele­fan­ten zuwen­den, der seit 2015 ignori­ert im Raum ste­ht. Ob die Welt dies für erstrebenswert hält und uns bei unser­er Selb­stfind­ung und Bewusst­wer­dung unter­stützen möchte? Deshalb lesen deutsche Poli­tik­er aus dem Text des GCM her­aus, dass zum Beispiel Afrikanis­che Län­der freudig ihre Sozial­stan­dards anheben wer­den, um den Migra­tions­druck von Deutsch­land zu nehmen, ganz so als sei dies ein Ziel, für das die Regierungschefs afrikanis­ch­er Staat­en zuhause gefeiert und gewählt wür­den!

Es lohnt sich also, das UN-Papi­er nochmals zu lesen, aber dies­mal mit den Augen der Poli­tik­er am anderen Ende der per­versen migrantis­chen Ver­w­er­tungs­kette, sagen wir mal beispiel­sweise wie der lupen­reine Scharia-Demokrat Umar al-Baschir, der mit inter­na­tionalem Haft­be­fehl gesuchte Staat­spräsi­dent des Sudan, einem typ­is­chen „Herkun­ft­s­land“. Oder wie Idriss Déby es lesen würde, seit 1990 Präsi­dent mit eigen­willigem Ver­ständ­nis von Gewal­tenteilung des Tschad, eines typ­is­chen „Tran­sit­landes“. Für den Sudan sieht die Prog­nose des Bevölkerungswach­s­tums noch für lange Zeit Zuwächse von über 10% alle 5 Jahre. Men­schen, die das Land in sein­er aktuellen Ver­fas­sung kaum ernähren kann, was sich angesichts eines rück­ständi­gen Scharia-Staates mit Stammeskon­flik­ten und laten­tem Bürg­erkrieg auch so schnell nicht bessern wird. Das Investi­tion­skli­ma ist katas­trophal, das Rechtssys­tem von der Scharia bes­timmt, die Führungsclique kor­rupt bis unter den Tur­ban.

Für den Sudan und seine Regierung ist es deshalb ver­mut­lich nur von sehr unter­ge­ord­neter Bedeu­tung, wie die Sicher­heit­slage sich im Stadt­park von Freiburg entwick­elt oder ob der Deutschlehrer eines Inte­gra­tionskurs­es in Bochum ent­nervt einen offe­nen Brief an die Lokalzeitung schickt. Für den Sudan ist es wichtiger, dass sich junge, starke Sudane­sen gefahrlos­er auf den Weg durch Libyen oder Tschad nach Europa machen kön­nen, dort Zugang zu Arbeits­markt oder Sozial­sys­te­men erhal­ten, schnell Kon­ten eröff­nen zu kön­nen, um rasch Rück­über­weisun­gen in die Heimat vornehmen zu kön­nen. Der pos­i­tive Effekt solch­er Geld­trans­fers, die in Summe schon die weltweite Entwick­lung­shil­fe in den Schat­ten stellt, ste­ht expliz­it im GCM! Dies sicherzustellen, ist ein erk­lärtes Ziel des GCM.

Nur um das klar zu stellen: dage­gen ist kaum etwas zu sagen! Was kön­nte auch dage­gen­sprechen, wenn jemand auf diese noma­disierende Art seine Fam­i­lie ernährt, weil keine andere Möglichkeit beste­ht. Aber der Entwick­lung des Herkun­ft­s­lan­des dient das nicht und den Sozial­sys­te­men im Ziel­land dient es eben­falls nicht! Es per­pe­tu­iert die Chan­cen­losigkeit und sorgt für inno­va­tion­slose Abhängigkeit in Afri­ka – ganz zu schweigen von der Frage, welche Arbeitsmärk­te Europas dazu geeignet wären, diese Men­schen zu beschäfti­gen. Der „run to the bot­tom“ set­zt bere­its ein, wenn die Tomaten­ernte in Ital­ien nicht mehr durch afrikanis­che Saisonar­beit­er, son­dern durch Migranten für noch weniger Geld erledigt wird. Einen Auf­schrei der Gew­erkschaften kon­nte ich bish­er noch nicht vernehmen, dort möchte man lieber den Min­dest­lohn erhöhen, ignori­erend, dass die Bürg­er­schaft­srente der west­lichen Welt dabei ist, wie Schnee in der Sonne zu schmelzen. Kein Nation­al­staat, kein Sozial­staat – so ein­fach und grausam kann Math­e­matik sein.

Es liest: ein Transitland

Liest man den Pakt mit den Augen der Regierung des Tschad, find­et man das Ver­sprechen von Reg­ulierung, Infra­struk­tur und reg­ulärem Trans­port der Migranten. Hil­f­s­gelder winken, Aus­gabestellen für Ersatz­pa­piere müssen betrieben wer­den, Polizis­ten eingestellt wer­den um Schlep­per zu bekämpfen…das nen­nen ich einen ver­schämten „Sei­den­straßen-Effekt“. Man kann es auch mit dem Entste­hen von Wirtshäusern ent­lang der Wege in Europa ver­gle­ichen. Dafür brauchte man im frühen Mit­te­lal­ter fol­gende Fak­toren: Han­del­swege, die länger als einen Tages­ritt sind und genü­gend Sicher­heit. Das moralis­che Prob­lem, dass die Ware im Jahr 2018 nicht Wolle oder Getrei­de, son­dern Men­schen sind, blendet man ein­fach aus. Aber um den lästi­gen Trans­port küm­mern sich ja andere, dann geht das schon.

Auch diese Ver­sprechen find­en sich im Pakt und jed­er Unterze­ich­n­er find­et für sich, seine Inter­essen seien aus­re­ichend berück­sichtigt. Alles, was man auf den zweit­en Blick für prob­lema­tisch hält, erk­lärt man für unverbindlich. Und weil ein jed­er das so macht, ist am Ende der ganze Ver­trag unverbindlich und verbindlich zugle­ich. Wir wer­den die Stre­it­ereien erleben, wenn die Unterze­ich­n­er sich gegen­seit­ig des Ver­trags­bruchs bezichti­gen, weil aus­gerech­net dieser oder jen­er wichtige Punkt von der anderen Seite „falsch“ gewichtet oder ignori­ert wird. Deutsch­land wird vielle­icht fest­stellen, dass sich die ange­blich erle­ichterte Rück­führung ille­galer Migranten als schwierig erweist, weil die Herkun­ftsstaat­en auf der Legal­ität ihrer Auswan­der­er behar­ren und es ganz lukra­tiv find­en, wenn Geld aus Europa in die Heimat fließt, anstatt das Bevölkerungswach­s­tums in die Rei­hen der Chan­cen­losen im eige­nen Land einzurei­hen. Der Tschad wird vielle­icht mur­ren, weil nicht genug Gelder fließen, damit man vor Ort eine Schlagkräftige Truppe zur Schleuser­bekämp­fung auf­bauen kann, woraufhin Deutsch­land zäh­neknirschend „frei­willige“ Unter­stützung leis­ten wird. Der Sudan wird sich vielle­icht bekla­gen, dass es in Deutsch­land nicht genug Arbeit­splätze gibt, um Mer­cedes-Sterne auf die Autos zu schrauben und das die Arbeits­be­din­gun­gen in der Erd­beer- und Spargel­ernte zu hart seien…da die Pri­or­itäten in jedem Land anders geset­zt sind, ist eine umfassende Ent­täuschung vor­pro­gram­miert. Min­destens.

GCM: Gruß aus der Küche

Der Text des Glob­al Com­pact for Migra­tion wirkt, als hätte man Vor­speise, Haupt­gericht und Dessert gle­ichzeit­ig und in einem Topf gekocht. Am Ende kom­men zwar alle Zutat­en zusam­men, jed­er durfte etwas zum Rezept beis­teuern, aber ein schmack­haftes Menü wird das sich­er nicht. Damit am Ende nicht die kom­plette Ent­täuschung ein­tritt, tippe ich darauf – und die Bun­destags­de­bat­te bestätigt mich in dieser Mei­n­ung – dass vor allem Deutsch­land einige Löf­fel dieses Breies, der nur noch als Nep­tuns Speise auf ein­er Äqua­tor­taufe oder zum Tauben vergiften taugt, hin­un­ter­wür­gen wird. Grün-fahle Gesichts­farbe und Magenkrämpfe inclu­sive. Wir schaf­fen das!

Nun iss­es halt da und meine Groß­mut­ter würde sagen, dass gegessen wird, was auf den Tisch kommt. Der Deutsche wirft ja nichts weg. Essen nicht, Vorurteile nicht, Ideen nicht. Von nichts kön­nen wir uns tren­nen, auch nicht von der Vorstel­lung, die Welt müsse ide­al­er­weise so tick­en wie wir. Wir betreiben stets alles bis zum bit­teren Ende, meist bis zur Katas­tro­phe, und sei es nur aus Prinzip. Selb­st wenn sich unsere Pläne langfristig als Schnap­sideen erweisen soll­ten wie die Energiewende, die Euroret­tung oder aktuell die glob­ale Steuerung und Insti­tu­tion­al­isierung der Migra­tion, bei der jed­er sich aber aus­suchen kann, was er für verbindlich und was für obso­let hält.

Jeder wie er will

Zum Abschluss noch eine Anek­dote, die mit Sicher­heit erfun­den ist, aber hier den­noch gut passt. Als bei der Pla­nung des Euro-Tun­nels zwis­chen Frankre­ich und Großbri­tan­nien in ein­er weit­eren Aus­baustufe neben der Zugstrecke auch Autoverkehr angedacht war, stand die Frage im Raum, ob unter dem Kanal Rechts- oder Linksverkehr gel­ten sollte. Gerücht­en zufolge gab es einen ger­adezu salomonis­chen Vorschlag der Queen, dass doch ein­fach jed­er auf sein­er Seite fahren könne. Ich ver­mute, so in etwa kön­nte auch der Glob­al Com­pact for Migra­tion funk­tion­ieren.

Vorheriger ArtikelGCM: CDU-Falschfahrer senden Verkehrsnachrichten
Nächster ArtikelPropaganda mit Kobra-Effekt und Wandzeitung

8 Kommentare

  1. Ein­er der besten Beiträge zu diesem Thema.Respekt!

    Nur, und das ist auch anzumerken, bleibt Deutsch­land wohl das einzig­ste Land in Europa, welch­es diesen Pakt ohne wenn und aber unter­fer­tigt.
    Sollte es soweit kom­men, wer­den die wohlhaben­den Deutschen aus dem BRD- Kalkut­ta samt ihrem Ver­mö­gen zu migri­eren wis­sen, in die Schweiz, nach Öster­re­ich, nach Ungarn oder USA.

    Ja, dann ist auch vor­bei mit feine Sahne Fis­chfilet, dann gibt’s afrikanis­chen Hirse­brei nach Messer­stecher­art.

  2. Es macht alles Sinn – unter der Prämisse, dass alles, was Deutsch­land schadet, gut sei für die Welt. Also aus grün­er Sicht.

    Opfer bei Char­lie Heb­do, im Bat­a­clan, in Niz­za oder in diversen europäis­chen Bahn­höfen sind reine Kol­lat­er­alschä­den bei der glob­alen Selb­stfind­ungs­ther­a­pie unseres Volkes. Des drit­ten über­men­schlichen Großver­suchs in hun­dert Jahren.

    Wer Islamwis­senschaft, Turkolo­gie und Judais­tik studieren kann mit „min­i­mal Ara­bisch“, „etwas Türkisch“ und offen­bar Null Hebräisch, ist auch berufen, dem Welt­geist bei der Kor­rek­tur sein­er his­torischen Fehler beizuste­hen. Das übrige welt­fremde Junggemüse dieser Partei tickt offen­bar ähn­lich: Von nichts ’ne Ahnung, zu allem eine Mei­n­ung. Da lobe ich mir die jüng­sten Äußerun­gen von Boris Palmer und Win­fried Kretschmann, aus denen die Lebenser­fahrung spricht.

    Übri­gens wer­den wed­er Deutsch­lands Nach­barn noch die Welt­mächte ein Alman­istan in der Mitte Europas dulden.

    • Bei Kretschmann bin ich mir ziem­lich sich­er, dass er nur sein Klien­tel im Rotwe­ingür­tel vor erschreck­enden Erfahrun­gen bewahren will. Poli­tik­ern die mir sagen: “Bleib wo Du bist, wir regeln das schon”, machen das nur, damit ihr eigen­er Fluchtweg frei bleibt.
      Wohlan…

  3. Ihnen fall­en wirk­lich die besten Bilder und Bezüge ein.
    Ich wäre nie auf einen solchen Anfang gekom­men.
    Ein­fach klasse.
    Exzel­lente Darstel­lung!
    Ihr schwarz­er Humor gefällt mit außeror­dentlich gut.
    Er hil­ft mir, nicht völ­lig zu verzweifeln angesichts dieser Tragödie.
    Danke!

  4. Ich sehe verge­waltigte und ermordete Frauen, beraubte und zusam­mengeschla­gene Schüler und Jugendliche, per­ma­nente Beläs­ti­gun­gen in Schwimm­bädern, Parks, in Wald und Flur Ich sehe ein anwach­sen der Steuern, weil wir mehr Bullen und Bulet­ten brauchen wer­den; natür­lich auch mehr Lehrer und noch mehr frei­willig tätige NGO‘ler*innen, die natür­lich sub­ven­tion­iert wer­den müssen und ich sehe einen neuen riesi­gen Bau an dessen Pforte ste­ht : Dem inter­na­tionalen Migranten. Dort sitzen dann Özügüls Nachfolger*innen und verteilen das dem dt. Volk ger­aubte Gut.

  5. Schwarz-links-grün gewählt, schwarz-links-grün liefert. Mit fre­undlich­er Unter­stützung der “Qal­itätsme­di­en” (ö‑r eben­so wie pri­vate). Wohlan!

  6. Ganz aus­geze­ich­net! Die let­zten bei­den Kapi­tel (Gruß aus der Küche und Jed­er wie er will) beschreiben den bit­teren Ernst über die Auswirkung des Pak­tes auf äußerst humoris­tis­che Weise (Gal­gen­hu­mor). Danke dafür!

Kommentarfunktion ist geschlossen.