Nir­gends wird so viel gelogen wie vor Wahlen, in Kriegen und an offenen Gräbern. Ein „sanfter Riese“ sei der durch Poli­zei­ge­walt gestor­bene George Floyd gewesen, meldet auch die WELT. Poli­zei­be­kannt war er jedoch wegen Dro­gen­han­del, bewaff­ne­tem Raub­über­fall und langen Haft­stra­fen. Dass dessen Ange­hö­rige die weniger „sanfte“ Seite Floyds bei seiner Trau­er­feier aus­blen­de­ten, ist zwar ver­ständ­lich, dass unsere Medien dieses – ich hätte beinahe „White­wa­shing“ gesagt – mit­ma­chen, ist jedoch gelinde gesagt befremd­lich. Die Bilder, wie ein Poli­zist Floyd im Nacken kniete, sind schreck­lich, die Vor­ge­hens­weise der Polizei sicher unver­hält­nis­mä­ßig. Selbst wenn man in Betracht zieht, dass – lässt man das „sanft“ weg – da immer noch der „Riese“ war, der sich der Fest­nahme wider­setze und die Polizei sehr genau wusste, mit wem sie es zu tun hatte. Bilder davon, wie Floyd bei einem Raub­über­fall, für den er ver­ur­teilt wurde, einer Frau die gela­dene Pistole an den Bauch hielt, gibt es keine und sie würden auch nicht zu ähn­li­chen Zustän­den führen, wie wir sie gerade in den USA und was die Demons­tra­tio­nen angeht welt­weit sehen.

Der ver­ant­wort­li­che Poli­zist muss sich nun völlig zurecht wegen Mordes ver­ant­wor­ten, während die „fried­li­chen Pro­teste“ wegen Floyds Tod schon min­des­tens weitere 15 Men­schen das Leben gekos­tet haben. Völlig unbe­rech­tigt, aber völlig aus­ge­blen­det. Es werden auch unter diesen Men­schen sanfte und Riesen gewesen sein. Laden­be­sit­zer, Poli­zis­ten, unbe­tei­ligte Pas­san­ten. Erschla­gen, erschos­sen, tot­ge­tre­ten, teil­weise regel­recht hin­ge­rich­tet. Emo­tio­nale Kurz­schlüsse gibt es indes nicht nur bei Pro­tes­ten in ame­ri­ka­ni­schen Städten, sondern auch unter deut­schen Jour­na­lis­ten.

Kein Grund zur Schadenfreude

Doch schauen wir lieber auf das größere Bild, auf das, was das Ver­hal­ten der Polizei und die Auf­stände wirk­lich bedeu­ten und bewir­ken. Grund zur Scha­den­freude haben wir nämlich nicht. Auch keinen Grund, beleh­rend auf die Art des Zusam­men­le­bens in den USA zu schauen oder Trumps gelinde gesagt unzweck­mä­ßige Kom­mu­ni­ka­tion in solch einer Gewalt­spi­rale zu geißeln. In der Sache hat er jedoch recht, wenn er die Pro­teste lobt (alle, auch die für die Öffnung der Lock­down-Maß­nah­men) und die Gewalt ver­ur­teilt. Weit sind wir übri­gens nicht von ähn­li­chen Zustän­den ent­fernt, wie sie sich nach einer gewis­sen Zeit mög­li­cher­weise in allen Ein­wan­de­rungs- und Multikulturellen/Multiethnischen Gesell­schaf­ten ein­stel­len, in denen eine Geis­tes­hal­tung ums sich greift, der ich hier auf die Spur kommen möchte.

Der innere Zusam­men­halt der Gesell­schaft zer­fällt an tri­ba­len Trenn­li­nien. Loya­li­tä­ten jen­seits dieser Linien werden war stets laut­stark ein­ge­for­dert, aber von nie­man­dem gewährt. Es wird per Defi­ni­tion keine Energie auf Inte­gra­tion ver­schwen­det, die ja idea­ler­weise zu einer Assi­mi­la­tion führen müsste. Auch die Legende vom „melting pot USA“ ist teil­weise genau das: eine Legende. Das ver­schmilzt in Wirk­lich­keit sehr wenig, was jedoch nicht schlimm wäre, solange es eine über­ge­ord­nete Instanz, eine Idee gibt, auf die man sich als kleins­ten gemein­sa­men Nenner einigen kann. Die gab es einst, doch der „Ame­ri­can Dream“ ist schwä­cher gewor­den und durch Ideo­lo­gien ver­derbt, die den Indi­vi­dua­lis­mus ver­ach­ten und den Kol­lek­ti­vis­mus anstre­ben.

Ken­ne­dys Apho­ris­mus „Frage nicht, was dein Land für dich tun kann, frage lieber, was du für den Land tun kannst“ hielt ich schon immer für äußerst frag­wür­dig. Denn wenn auch Kennedy es positiv im Sinne einer natio­na­len Anstren­gung meinte, kann dieser Satz auch als Leit­spruch für eine Gesell­schaft des Kada­ver­ge­hor­sams dienen. Heute ver­kehrt sich Ken­ne­dys Aussage dahin gehend in ihr Gegen­teil, weil alle mög­li­chen Gruppen und Ideo­lo­gien mit Nach­druck fragen, was das Land, die Gesell­schaft, die Mehr­heit, die Weißen, die Reichen, die Satten und Glück­li­chen ihnen schulde. Überall in der west­li­chen Welt gerät so aus­ge­rech­net die Mehr­heits­ge­sell­schaft unter Druck, spalten sich in immer mehr scharf defi­nierte Gruppen ankla­gend und for­dernd von der anony­men Mehr­heit ab. Andere Gruppen machen deut­lich, nie zu dieser „Mehr­heits­ge­sell­schaft“ gehören zu wollen und bekom­men dafür reich­lich Applaus – aus­ge­rech­net von der Elite eben jener Mehr­heits­ge­sell­schaft.

Es war eben jene Elite, die in den USA seit Jahr­zehn­ten die Weichen stellte für eine andere, sub­ti­lere Form des Ras­sis­mus. Ange­fan­gen unter Kennedy und Johnson, als zum Bei­spiel per Gesetz die Zugangs­vor­aus­set­zun­gen an Uni­ver­si­tä­ten für Schwarze gesenkt wurden. Heute bekla­gen sich Akti­vis­ten darüber, dass die größte Gruppe Stu­den­ten aus der asia­ti­schen Com­mu­nity stammen, die es ganz ohne Quote und Leis­tung dorthin schaf­fen.

Man hatte von Seiten der Regie­rung offen­bar nie den Ein­druck, dieser Min­der­heit eine bevor­zugte Behand­lung ein­räu­men zu müssen, obwohl ras­sis­ti­sche Vor­ur­teile und Über­griffe gegen Asiaten ebenso vor­ka­men und auch die Ame­ri­ka­ner chi­ne­si­scher Her­kunft wie alle grö­ße­ren Gruppen dazu neigen, Com­mu­ni­tys zu bilden, zusam­men zu leben und ihre Tra­di­tio­nen zu pflegen. Die „Tickets“, mit denen Men­schen aus Asien in großen Wellen ins Land kamen, waren kaum besser als die der Nach­fah­ren der schwar­zen Sklaven.

Rassismus der gesenkten Erwartung

Der Ku-Klux-Klan ist die Grün­dung einiger ent­täusch­ter Demo­kra­ten in den Süd­staa­ten und auch die Jim Crow Laws, welche die Ras­sen­tren­nung im Süden nach dem Bür­ger­krieg zemen­tier­ten, waren auf dem Mist der Demo­kra­ti­schen Partei gewach­sen. Nach dem „Kennedy-Schwenk“ der Demo­kra­ten in den 60er Jahren begann die Politik zuneh­mend, die schwarze Bevöl­ke­rung als unmün­dige Kinder anzu­se­hen, die man durch Wohl­fahrt und über­trie­bene Tole­ranz ruhig­stel­len muss. Das ist auch heute noch so. Wie anders ist es zu erklä­ren, dass Bür­ger­meis­ter und Sena­to­ren die Mas­sen­pro­teste wegen Floyds Tod feiern und unter­stüt­zen, jede noch so kleine Demo für das Ende der Lock­down-Maß­nah­men wegen Corona jedoch auf­lö­sen lassen und medial scharf ver­ur­tei­len? Hier wird mit zwei­er­lei Maß gemes­sen, was laut erstem Ver­fas­sungs­zu­sat­zes eigent­lich ver­bo­ten ist.

Black Lives Matters – All Lives Matters

Es gibt heute natür­lich nicht nur den Ras­sis­mus der gesenk­ten Erwar­tung der Elite, ich will das gar nicht klein­re­den. Aber Ras­sis­mus exis­tiert auch in den USA heute nicht mehr in insti­tu­tio­na­li­sier­ter Form. Es exis­tiert kein Gesetz mehr, welches Weiße bevor­zugt. Dass es hin­ge­gen Gesetze gibt, um Schwarze zu bevor­zu­gen, sagte ich bereits. Aber an posi­ti­ven Ras­sis­mus, der immer der gesenk­ten Erwar­tung ent­springt, haben wir uns gewöhnt. Wir kennen so etwas ja auch von unseren Quo­ten­re­geln aller Art. Unter anderem solchen Quo­tie­run­gen ver­dankt sich auch die hohe Anzahl Afro­ame­ri­ka­ner bei der Polizei, was gern aus­ge­blen­det wird und auch den Demons­tran­ten nicht auf­fällt. Man kann heute gro­teske Videos sehen, in denen weiße BLM-Ein­peit­scher schwarze Poli­zis­ten anschreien und als „White Supre­micists“ beschimp­fen. So viel Dia­lek­tik in einer Szene!

Identity Politics

Die demo­kra­ti­sche Partei ver­sucht gerade, aus den Pro­tes­ten poli­ti­sches Kapital zu schla­gen. Doch während sie mit einem Finger auf Trump zeigen, weisen drei Finger auf sie zurück. Min­nea­po­lis, die Stadt, in der George Flody starb, wird seit Jahr­zehn­ten von den Demo­kra­ten regiert. Bür­ger­meis­ter, Poli­zei­chef, die gesamte Führungsriege…alles Demo­kra­ten, kein Repu­bli­ka­ner weit und breit. Min­ne­sota, der Bun­des­staat, in dem Min­nea­po­lis liegt ist eine demo­kra­ti­sche Hoch­burg. Gerd Buur­mann dazu:

Die Ver­tre­te­rin des 5. Kon­gress­be­zirks von Min­ne­sota, zu dem auch Min­nea­po­lis gehört, ist Ilhan Omar. Auch sie ist Mit­glied der DFL*. Der Gou­ver­neur von Min­ne­sota und somit der Haupt­ge­schäfts­füh­rer und Chef der Exe­ku­tive des Bun­des­staa­tes ist Tim Walz. Auch er gehört der DFL an. Die beiden Sena­to­rin­nen Min­ne­so­tas heißen Amy Klo­buchar und Tina Smith. Auch sie gehören der DFL an. Amy Klo­buchar kan­di­dierte sogar als Prä­si­dent­schafts­kan­di­da­tin für die Demo­kra­ten im Jahr 2020.“

Trump ist erst seit drei Jahren im Poli­tik­be­trieb und wenn er auch viel ver­ant­wor­tet, so doch nicht alles. Beson­ders auf der Ebene der Bun­des­staa­ten hat er wenig bis gar nichts zu melden. Auch acht Obama-Jahre – noch dazu mit Biden als Vize – konnten an der gesell­schaft­li­chen Teil­habe der afro­ame­ri­ka­ni­schen Com­mu­nity nichts ver­bes­sern. Viel­mehr wird die Kluft durch die all­ge­gen­wär­ti­gen Iden­tity Poli­tics noch ver­tieft, welche die Men­schen nach Merk­ma­len sor­tiert, welche die Politik den „Ras­sis­ten“ gegen­über für irrele­vant erklä­ren. Es ist das alte Dilemma, in dem sich die ver­meint­lich Pro­gres­si­ven auch bei uns befin­den, wenn sie bei­spiels­weise Geschlech­ter zum sozia­len Kon­strukt erklä­ren und gleich­zei­tig Frau­en­quo­ten fordern. Man legt den Fokus auf die Unter­schiede und kreiert aus diesen Merk­ma­len Unter­drü­ckungs­ten­den­zen und Ansprü­che.

Statt Unter­schiede ein­zu­eb­nen, trennt Iden­ti­täts­po­li­tik die Men­schen. „Du bist PoC/Frau/schwul/Moslem/wünschdirwas, deshalb bist du unterdrückt/benachteiligt/ausgegrenzt/wünschdirnochwas. Deshalb steht dir pau­schal dies und das zu und „die da” ver­wei­gern es dir! Die Gesell­schaft (was auch immer das sein soll) schul­det dir was!” In plu­ra­len Gesell­schaf­ten wie den Ver­ei­nig­ten Staaten wird man stets Gruppen von kri­ti­scher Masse defi­nie­ren können, und schon aus ver­fas­sungs­recht­li­chen Gründen muss man sie auch gewäh­ren lassen.

Der Staat, der eben gerade kein Sozi­al­staat, sondern ein Rechts­staat ist, beschränkt seine Tätig­keit (theo­re­tisch) auf die bloße Durch­set­zung gel­ten­den Rechts. Dies tut er bei zuneh­men­dem Tri­ba­lis­mus der Grup­pen­iden­ti­tä­ten mit zuneh­men­der Härte, wie wir gerade in Min­nea­po­lis erleben mussten. Die Aner­ken­nung eines staat­li­chen Gewalt­mo­no­pols – in den USA ohnehin in uns ver­trau­ter Weise nicht defi­niert – wird schwä­cher, die Polizei zuneh­mend als Partei, nicht als Ord­nungs­macht wahr­ge­nom­men. Als Partei tut sie aber für alle Seiten immer das Falsche, tritt also je nach Blick­win­kel gleich­zei­tig zu stark und zu schwach auf.

Aktu­el­les Ergeb­nis: vie­ler­orts beschränkt sich die Polizei jetzt auf den Selbst­schutz und den Schutz staat­li­cher Ein­rich­tun­gen. Wer sich aktuell also in einer Notlage an die Polizei wendet, etwa weil die Plün­de­rer den eigenen Laden neu ver­gla­sen und die Regale leer räumen, kann nicht unbe­dingt damit rechnen, dass Hilfe kommt. Das Smart­phone, welches den fol­gen­den Poli­zei­ein­satz als unver­hält­nis­mä­ßig dar­stel­len würde, ist nämlich bereits gezückt, der weiße Van, aus dessen auf­ge­ris­se­ner Tür der Gewehr­lauf blitzt, wartet viel­leicht schon ums Eck. So bleibt nur der Selbst­schutz, die Abschot­tung und die weiter ver­stärkte Segre­ga­tion der Com­mu­nities, die sich gegen­sei­tig die Schuld für die Lage geben. Per­fekte Vor­aus­set­zun­gen für einen „Civil War“. Das NYPD ver­zeich­net momen­tan täglich im Schnitt sechs Kün­di­gun­gen. Was pas­siert aber, wenn der BLM-Wunsch Wirk­lich­keit würde und es keine Polizei mehr gäbe?

Abstimmung mit den Füßen in Richtung Gun-Shop

Fol­ge­rich­tig ziehen vie­ler­orts die Bürger ihre Zug­brü­cke hoch und patrouil­liert mit gela­de­ner AR-15 auf dem Dach. Unter­des­sen ver­lässt sich die schwei­gende Mehr­heit zuneh­mend auf den zweiten Ver­fas­sungs­zu­satz und kauft die Waf­fen­lä­den leer. Seit März gibt es Monat für Monat Umsatz­re­korde. Etwa 40% der Kunden sind angeb­lich Neu- und Erst­kun­den. Die Frage, ob in den USA ein ver­schärf­tes Waf­fen­recht durch­setz­bar ist – ein Her­zens­an­lie­gen vieler, wenn auch nicht aller Demo­kra­ten – wurde somit auf abseh­bare Zeit beant­wor­tet.

Black Lives Matters“, bestärkt durch die Bereit­wil­lig­keit der lokalen Politik, ist nun dabei, ihre Maxi­mal­for­de­rung „Abolish Police“ (Polizei abschaf­fen) in den Vor­der­grund zu rücken. Spä­tes­tens hier wird den meisten Bürgern aber klar, dass man ein Problem nicht dadurch löst, indem man es ver­schärft. Was in kleinen Gemein­den durch Selbst­or­ga­ni­sa­tion viel­leicht sogar machbar scheint – wobei der Ruf der Polizei in kleinen Gemein­den ungleich besser ist als in großen Städten –, käme für New York oder Los Angeles einem Arma­ged­don gleich. „Abolish Crime“ gehört bekannt­lich nicht zu den For­de­run­gen von BLM und es glaubt wohl außer den Akti­vis­ten niemand, dass das Ver­bre­chen nur exis­tiert, weil es die Poli­zeit gibt.

Die Presse übt sich schon mal in Zer­knir­schung und beugt sich der Macht der Straße, indem durch publi­zis­ti­schen Blöd­sinn das Feld berei­tet für das neue uni­ver­selle Feind­bild Polizei: „Shut down all police movies and TV shows. Now.“ fordert etwa Alyssa Rosen­berg in ihrem Mei­nungs­ar­ti­kel in der Washing­ton-Post und stellt sich damit offen gegen die Ver­fas­sung, in der die Mei­nungs­frei­heit und die Frei­heit der beruf­li­chen Betä­ti­gung garan­tiert sind. Diese gilt nämlich auch für Film­schau­spie­ler und Netflix-Pro­du­zen­ten. Die For­de­rung ist so albern, als würde man ein Verbot von Vampir-Serien fordern, damit die Men­schen mehr Blut spenden.

Miese Aussichten

Selbst wenn sich die Lage wieder beru­hi­gen sollte, haben sich lang­fris­tig die sozia­len Trans­ak­ti­ons­kos­ten, die sich aus dem Ver­trauen gegen­über seinen nicht­ver­wand­ten Mit­men­schen errech­nen lässt, erneut erhöht. Die Men­schen suchen aber instink­tiv nach Ver­trauen und finden es vor­wie­gend im Glei­chen, Ähn­li­chen, kul­tu­rell kom­pa­ti­blen, was Par­al­lel­ge­sell­schaf­ten nur noch aus­ge­präg­ter wachsen lässt.

Der ame­ri­ka­ni­sche Weg führt offen­bar immer wieder in Gewalt­ex­zesse. Der „deut­sche Weg”, wo ver­sucht wird, Par­al­lel­ge­sell­schaf­ten durch Laissez-faire und üppige finan­zi­elle sowie poli­ti­sche Zuwen­dung ruhig zu stellen, führt womög­lich mit­tel­fris­tig zunächst in die Pleite und dann erst in Gewalt­ex­zesse. Als unan­ge­nehm könnte sich dann erwei­sen, dass ein zah­lungs­un­fä­hige Staat nicht mal mehr in der Lage sein wird, aus­rei­chen Wider­stand zu leisten, womit das deut­sche Gesell­schafts­ex­pe­ri­ment in noch grö­ße­rem Chaos enden könnte, als es so mancher deut­sche Poli­ti­ker gerade mit scha­den­fro­hem „Ätschi-Bätschi“ den USA attes­tiert.

Zurück nach Min­nea­po­lis, zurück zu George Floyd, dem „sanften Riesen“. Die Gewalt, die Plün­de­run­gen, die Morde…all das hat längst nichts mehr mit dem Mord an Floyd zu tun. Das hatten die Pro­teste außer­halb der USA womög­lich nie. Im ARTE-Journal am 5.6.2020, kam bei einer Demo vor der US-Bot­schaft in War­schau ein Demons­trant zu Wort:

Hätte George Floyd eine andere Haut­farbe gehabt, gäbe es keine Demons­tra­tion. Denn die Justiz hätte ganz selbst­ver­ständ­lich ihre Arbeit getan. Aber da das nicht der Fall war, sind wir heute hier. So kann es nicht weiter gehen.“

Der Satz „Hätte George Floyd eine andere Haut­farbe gehabt, gäbe es keine Demons­tra­tion.” ist völlig richtig. Nur die Begrün­dung ist Blöd­sinn, denn der mut­maß­li­che Mörder Floyds wurde noch am Tag der Tat sus­pen­diert, ver­haf­tet und steht unter Mord­an­klage. Dessen Kol­le­gen, die am Tatort waren und nicht ein­grif­fen wurden eben­falls sus­pen­diert und stehen unter Anklage. Es geht also weder um Floyd noch um „Gerech­tig­keit”, sofern man diese nicht darin sieht, dass der Poli­zist an Ort und Stelle hätte erschla­gen werden müssen. Die Justiz macht also sehr wohl ihre Arbeit und ver­mut­lich wird sie den Mörder für sehr lange Zeit ins Gefäng­nis stecken.

Aber es kann eigent­lich auch nicht um Trump gehen, wenn man ehrlich ist. Es wird gern ver­ges­sen, dass auch Obama in Fer­gu­son 2014 ein Problem glei­chen Kali­bers hatte. Ich hoffe aller­dings, Trump über­lässt die Kom­mu­ni­ka­tion in dieser Sache künftig seiner Pres­se­spre­che­rin McEnany, denn er macht mit seiner Art alles nur noch schlim­mer. Was die Wahl­aus­sich­ten im Novem­ber angeht, spielt die aktu­elle Situa­tion Trump jedoch in die Karten, ganz gleich, was die Umfra­gen derzeit sagen. Diese Umfra­gen kommen derzeit unter derart großem mora­li­sie­ren­dem Druck zustande, dass man anneh­men darf, dass sie zwar kurz­fris­tige Emp­fin­dun­gen, aber keine lang­fris­ti­gen Abwä­gun­gen abbil­den.

Bend the knee or else

Diese beiden Bilder (Netz­fund) stehen für mich sym­bo­lisch für den Subtext, welchen, wenn nicht die Pro­teste selbst, so doch die beglei­ten­den Unruhen und Plün­de­run­gen haben. Ich bezweifle stark, dass die Mehr­heit der Ame­ri­ka­ner, ganz gleich welcher Her­kunft, sich für die dau­er­hafte und pau­schale Pflege eines solchen Schuld­kul­tes eignet, der selbst Kinder zu Selbst­hass und Selbst­ver­leug­nung zwingt. Amerika sieht sich als „Land of the free“, nicht „Bend of the knee“. Letz­te­res würde auch nichts nützen.

Denn während der Kampf zweier Hunde vorbei ist, sobald sich einer auf den Rücken legt, genügen solche Unter­wer­fungs­ges­ten vielen Akti­vis­ten und der Antifa nicht, die die Pro­teste längst unter­wan­dert hat. Es nütze ja auch den Ham­bur­ger Geschäf­ten wenig, sich Antifa-Plakate und Sym­pa­thie­be­kun­dun­gen in die Schau­fens­ter zu kleben und die Klein­wa­gen von Rei­ni­gungs- und Pfle­ge­kräf­ten brann­ten beim G20-Gipfel genauso gut wie die Autos von linken Abge­ord­ne­ten.

Die fried­li­chen Pro­teste gegen die Umstände des Todes von George Floyd sind leider kon­ta­mi­niert von Aus­schrei­tun­gen, Gewalt und Plün­de­run­gen und statt eine sicher not­wen­dige und rich­tige Poli­zei­re­form anzu­sto­ßen und eine Debatte über Gewalt von und gegen Poli­zis­ten anzu­sto­ßen, werden die Bürger irgend­wann darum betteln, von der Polizei vor dem Chaos beschützt zu werden. Eine Chance wurde vertan.

Und wer jetzt glaubt, dieses Momen­tum nutzen zu können, um durch Angst, Gewalt und Chaos Bahn für Joe Biden zu machen, ver­kennt viel­leicht die tat­säch­li­che Macht der Bilder. Wer die Pola­ri­sie­rung jetzt derart zuspitzt, dass Repu­bli­ka­ner sein, Trump unter­stüt­zen oder bloßes „Weiß sein“ schon pau­schal ins Unrecht setzt, könnte im Novem­ber 2020 ein wei­te­res trau­ma­ti­sches 2016 erleben. Und auch dieses böse Erwa­chen wird schein­bar aus dem Nichts kommen und sich nicht in Seiten und Sen­dun­gen von New York Times, CNN oder dem Spiegel ankün­di­gen.

Demo­kra­ti­schen Bauern und Arbei­ter Partei Min­ne­sota (DFL). Auf Bun­des­ebene bildet diese Partei eine Union mit den Demo­kra­ten.

28 Kommentare

  1. Danke, Herr Letsch, fuer diese absolut kor­rekte Analyse der Vor­fa­elle in Amerika. Wir leben seit 23 Jahren in den USA, inter­pre­tie­ren die Lage genauso und sehen der Zukunft mit Sorge ent­ge­gen. Im Moment werden diese vola­ti­len Verha­elt­nisse in Kom­bi­na­tion mit dem Coro­na­vi­rus genutzt um die Wahl im Novem­ber aus­zu­he­beln. Auch wenn das viele Leute nicht hoeren wollen: Gnade uns Gott, wenn ein demo­kra­ti­scher Pre­si­dent­schaft­kan­di­dat gewinnt. Es ist bea­engs­ti­gend zu sehen, dass sowohl in Amerika als auch in Europa, eine grosse Mehr­heit der Bevoel­ke­rung ihren Ver­stand kol­lek­tiv abge­ge­ben hat und sich nur noch von auf­ge­peitsch­ten Emo­tio­nen und social media leiten laesst.

  2. Was mich am meisten erstaunt und ent­setzt ist der latente Ras­sis­mus der Linken.
    Was meine ich damit? Wenn ein zwei-drei­jäh­ri­ges Kind Unsinn anstellt, werden ver­nünf­tige Eltern es nicht bestra­fen. Das Kind kann ja nichts dafür, kann die Folgen seiner Hand­lung nicht abwägen.
    Und so behan­deln die Linken auch die Schwar­zen oder wie es heute heißt People of Color.
    Ihr könnt nichts dafür, ihr seid unschul­dig.
    Kein Schul­ab­schluss?
    Keine Aus­bil­dung?
    Kein Beruf?
    Ihr seid nicht schuld. Wir sind schuld.
    Kolo­nia­lis­mus, Ras­sis­mus, weiße Über­le­gen­heit.
    Kri­mi­nell gewor­den? Alles soziale Fak­to­ren und siehe oben.
    Afri­ka­ni­sche Staaten ent­wi­ckeln sich nicht weiter?
    Alles kolo­nia­les Erbe.
    Die Linke behan­delt die PoC wie kleine, unmün­dige Kinder, die keine Schuld an irgend­was haben. Denn alles was schief­läuft ist nur die Schuld von Kolo­nia­lis­mus, Ras­sis­mus und Whiteness.

    Men­schen einfach so auf eine Stufe mit Klein­kin­dern zu stellen und ihnen jede Eigen­ver­ant­wor­tung abzu­spre­chen ist in meinen Augen
    purer Ras­sis­mus. Aber das werden die sich selbst Ernied­ri­gen­den wohl nie ver­ste­hen.

    • Aus deren Sicht ist das kein Ras­sis­mus. Das Problem ist leider, dass man gegen eine Ideo­lo­gie nicht mit Tat­sa­chen arbei­ten kann. Jedes stich­hal­tige Argu­ment wird sofort als Zie­gel­stein in der Mauer der eigenen Igno­ranz ver­wen­det. Je hit­zi­ger der Streit umso höher und dicker die Mauer. Glaub mir, ich weiß, wovon ich rede. Mit 16 war ich genau so. 😉

  3. Sehr, sehr gute Analyse.
    Was „die” mit uns machen ist extrem perfide und schon fast Unmensch­lich, einfach nur unend­lich Traurig!

    Und um Got­tes­wil­len, das kleine Mädchen tut mir so leid, einfach schreck­lich.
    Aber das wird mit allen gemacht, hab auch schon Jungs gesehen die für diesen Gender Gaga Blöd­sinn miß­braucht wurden, es ist alles so abartig.

  4. Vielen Dank für diesen reflek­tier­ten Abriss des aktu­el­len Gesche­hens!
    Solche Stimmen sind leider nicht mas­sen­me­dial zu ver­neh­men; die hys­te­risch-mora­li­sche Selbst­auf­wer­tung mit Tendenz zu „schuld„bekennender Selbst­er­nied­ri­gung eines Gross­teils der west­li­chen Gesell­schaf­ten kann eigent­lich nur in einer Kata­stro­phe enden.…

  5. Die ersten Städte haben dem BLM-Wunsch die Polizei abzu­schaf­fen und durch irgen­wel­ches Com­mu­nity-Zeug zu erset­zen, nach­ge­ge­ben. Und weitere defun­den die Bullen gerade. Geil.

    Bitte, lieber Gott, lass BLM als nächs­tes von kon­trol­lier­ter Oppo­si­tion zu ner Bewe­gung schwar­zer Sepa­ra­tis­ten werden, die die Welt zu mehr Bal­ka­ni­sie­rung inspi­riert! Mehr Black Pan­thers, weniger SJW, und das ganze bitte unter­malt von sowas wie den Death Angels, die für Stim­mung sorgen. Die Schwar­zen haben ein Recht darauf, ihr eigenes Land zu kon­trol­lie­ren. Die brau­chen ihren eigenen unab­hän­gi­gen Staat, in dem Weiße nichts zu melden haben. Bei diesem ewigen Geschare um den glei­chen Trog, der ohnehin größ­ten­teils Whitey gehört, bekommt niemand, was er haben will, und das sorgt nur für niemals enden­den Ver­druss. Amen.

    Achso: Du hast George Floyd zu harmlos dar­ge­stellt. Der war kein ein­fa­cher Räuber. Jeman­dem unter Gewalt­an­dro­hung die Kohle abzu­neh­men ist etwas, das auf jedem Schul­hof pas­siert, daher würde ich sowas noch als halb­wegs normal gelten lassen. Geor­gie­boy ist mit seiner Gang in die Wohnung einer Tuse mit Baby­bauch ein­ge­bro­chen, und hat ihr gedroht, sie durch das Kind in ihrem Bauch hin­durch zu erschie­ßen, wenn sie nicht das Maul hält, während seine Bros die Wohnung nach Drogen und Geld auf den Kopf gestellt haben. Beim Wort „Raub” denkt man an soziale Umver­tei­lung in Form eines höf­li­chen aber ent­schie­de­nen „gib­me­dat” in einer Sei­ten­gasse unter Andro­hung von Gewalt. Sowas ent­spricht der Beschrei­bung einer durch­schnitt­li­chen Poli­zei­kon­trolle, und die gilt als harmlos und voll­kom­men akzep­ta­bel. Um den Ver­gleich mit der Polizei bei­zu­be­hal­ten, war der Herr Floyd jedoch kein braver Poli­zei­be­am­ter, der Straf­zet­tel ver­teilt, sondern Mit­glied eines Swat-Teams, das eine Wohnung stürmt.

    • Erster Absatz: Stimmt, Min­nea­po­lis geht voran über die Klippe. Und die Bürger werden das ganz und gar nicht geil finden, nur 16% unter­stüt­zen das.
      Zweiter Absatz: ich lasse den hier aus doku­men­ta­ri­schen Zwecken so stehen, auch wenn ich ihn Dir eigent­lich um die Ohren hauen möchte. Aus tausend Gründen.
      Dritter Absatz: mag sein.

      Solche Unter­hal­tun­gen und Abwä­gun­gen gern per Mail, wenn Du nicht zu feige oder para­noid wärst, mir Deine zu nennen.

  6. wun­der­bar bestechend klare Analyse!!
    …auch die deut­schen Poli­ti­ker heizen den eth­ni­schen und mora­li­schen „Tri­ba­lis­mus” an, und auch bei uns gibt es schon lange sol­cher­art Zeichen wie in den USA. Noch ist die kri­ti­sche Grö­ßen­ord­nung hier nicht erreicht und die GEZ- und die MS-Medien halten den Deckel drauf, sonst könnte eine andere Art von Empö­rung sie hin­weg­fe­gen!

  7. Spit­zen­klasse Artikel! Genau beob­ach­ted und ana­ly­siert.
    In USA Groß­städ­ten müssen sie fast Jeden in den Polizei Dienst ein­stel­len ob geeig­net oder nicht. Der Beruf ist höchst gefähr­lich und wird lausig bezahlt. Je nach Staat oder Gemein­de­ge­setz ist in kleinen Gemein­den und Städten der Sherif ein Wahlamt. Der Gewählte Sherif stellt Poli­zis­ten ein. In Georgia ist es in einer Gemeinde sogar gesetz­li­che Plicht eines Haus­ei­gen­tü­mers eine Waffe zu besit­zen. Eines meiner ersten Kon­takte mit Nach­barn in den USA war der Besuch eines Waf­fen­ge­schäfts.
    Es gibt in den USA keine Beamten als Polizei wie in BRD. It’s just another Job!

  8. Wie immer ein toller und ins Schwarze tref­fen­der Kom­men­tar – vielen Dank!!

    Kleiner Gram­ma­tik-Fehler hat sich ein­ge­schli­chen:
    Plural: Black/white/their LIVES MATTER – All LIVES MATTER (Verb 3. pers.plur.)
    Sin­gu­lar: His/her LIVE MATTERS (3. pers. sg.)

  9. Vor­schlag zur Güte: Lasst doch den Mob darüber abstim­men, ob der Poli­zist, der dem „sanften Riesen” das Knie auf den hals drückte, die Todes­strafe ver­dient hat. Das Ergeb­nis dürfte nicht zwei­fel­haft sein.

  10. Hier regen sich bestimmte Kreise, ganz ent­setz­lich darüber auf, dass bestimmte Per­so­nen­grup­pen unter (selbst­ver­ständ­lich völlig unbe­grün­de­ten) Gene­ral­ver­dacht gestellt würden.
    Für die glei­chen Kreise waren aber die Men­schen vor ein­hun­dert Jahren ganz selbst­ver­ständ­lich prak­tisch alle(!) außer den Kom­mu­nis­ten ganz böse Nazis und Ver­bre­cher.…
    Und jede noch so kleine For­de­rung nach einer Dif­fe­ren­zie­rung ist für sie eine nicht zu ver­ant­wor­tende Rela­ti­vie­rung und Ver­harm­lo­sung.…

  11. Bereits die Prä­misse, das es in den USA ver­brei­tete, sys­te­ma­ti­sche ras­sis­tisch bedingte häu­fi­gere Tötun­gen von Schwar­zen durch die Polizei gäbe, ist schon unsäg­lich, unterträg­lich ver­lo­gen und absolut unwahr. Das Gegen­teil ist wahr.

    Ras­sis­ti­sche Tötun­gen müssten sich in ent­spre­chen­den Zahlen nie­der­schla­gen.
    Wenn aber Gruppe A, die blau gefärbt ist, deut­lich mehr Morde und andere Gewalt­ver­bre­chen verübt, als Grupppe B, aber nur 1/2 mal so oft von Poli­zis­ten getötet wird, dann kann Gruppe A keine ras­sis­ti­sche Dis­kri­mi­nie­rung behaup­ten. Allen­falls Gruppe B. Der Bevöl­ke­rungs­an­teil der beiden Gruppen ist dabei völlig und kom­plett irrele­vant. Man kann das alles pro­blem­los in den FBI Sta­tis­ti­ken nach­le­sen, wenn man denn an Fakten inter­es­siert wäre.
    Im Jahr 2018 wurden 399 Weiße von Poli­zis­ten getötet und 209 Schwarze. Täter bei Tötungs­de­lik­ten waren 4,884 Weiße und 6,318 Schwarze, 312 „other” und 4821 „unknown” (unauf­ge­klärt vmtl.).
    Selbst wenn ALLE „Unknowns” den Weißen zuge­rech­net würden, dann wären das 1.54 mal so viele Weiße Täter, wie Schwarze. Weiße werden aber 1.9 mal so oft von der Polizei getötet.

    Wie um alles in der Welt kann man bei diesen Fakten eine Benach­tei­li­gung von Schwar­zen bezogen auf Tötun­gen durch die Polizei behaup­ten?

    Das Ganze ist so durch und durch und bis ins Mark tie­fen­ver­lo­gen, es ist zum Speien. Der Schwach­sinn wird Tau­sende und Aber­tau­sende Schwarze das Leben kosten, die durch andere Schwarze umge­bracht werden, die sonst bei einer Poli­zei­kon­trolle auf­ge­flo­gen wären.
    Wie in Bal­ti­more, nach den Pro­tes­ten 2015 und in den Fol­ge­jah­ren. Da warens alleine in Bal­ti­more etwa 130 Tote mehr in einem Jahr.

    Die gesamte Linke, die Medien, die ver­meint­li­chen Bür­ger­recht­ler sind ein lal­len­der, gackern­der Haufen voll­kom­men ver­blö­de­ter Kinder, die nicht mehr fähig sind, ihr Welt­bild auf­grund von Tat­sa­chen und Erkennt­nis­sen zu kor­ri­gie­ren. Es ist zum Brechen. Dieses Land, diese Gesell­schaft ist kom­plett am Ende, hier gibts nichts mehr zu retten. Ver­stand und Ver­nunft sind in viel zu vielen und vor allem bei viel zu vielen ver­meint­li­chen „Eliten” voll­stän­dig durch Reli­gion und Ideo­lo­gie ersetzt.

  12. Kleine Kor­rek­tur: der Poli­zist ist nicht wegen Mordes (was ja auch kom­plet­ter Blöd­sinn wäre), sondern, wenn man das Pendant der ame­ri­ka­ni­schen Gesetz­ge­bung im StGB sucht, ent­we­der “fahr­läs­sige Tötung” oder eher noch “Kör­per­ver­let­zung mit Todes­folge” ange­klagt.

      • Genau das wollte ich aus­drü­cken. Man sollte sich nicht durch das eng­li­sche Wort “murder” irri­tie­ren lassen. 2nd grade murder ent­spricht unserer fahr­läs­si­gen Tötung – So habe ich mir es jeden­falls als Nicht Jurist in einer Dis­kus­sion von bekann­ten RAs (u.a. Höcker, Stein­höf­fel, Misere) sagen lassen. Aber eher ist es laut Aus­sa­gen von ame­ri­ka­ni­schen Juris­ten 3rd grade, wenn über­haupt. Die Hoch­stu­fung erfolgte auf poli­ti­schen Druck, ist aber wohl eher Sym­bol­po­li­tik, da die Jury immer noch bei einem Schuld­spruch auf 3rd grade murder zurück­grei­fen kann

      • Könnte man einfach bei Wiki­pe­dia nach­le­sen. Der Second Degree Murder-Vorwurf ist mit unserem Tot­schlag ver­gleich­bar. (Den 3rd Murder gibt es nicht in allen Bun­des­staa­ten.)
        Dass der Bursche ver­knackt wird ist klar. Wie Sie sicher­lich wissen, sind in Texas 2015 und 2016 zwei Weiße auf genau diese Art und Weise gestor­ben, 2015 durch schwarze und 2016 durch weiße Poli­zis­ten. Nix pas­siert.
        Erin­nern Sie sich: Knall­kör­per an Mosche­e­tür – knapp 10 Jahre Knast. Tot­schlag und Ver­ge­wal­ti­gung durch Mar­gi­na­li­sierte – oft Frei­spruch.
        Als Chauvin wird viele Jahre in den Knast gehen (dass die Art und Weise brutal war, hat man wohl gesehen), aber ein Mörder sowohl nach D‑Recht als auch US-Recht, ist er nicht.

        • Ich gebe Ihnen ja in der Sache recht, aber auch eine Ver­ur­tei­lung nach „Second Degree Murder” wird man so hin­zu­stel­len ver­su­chen, als sei der Typ wegen Mordes ver­ur­teilt. Dem BLM wird das nicht genügen, das ist schon klar. Doch da es in Michi­gan keine Todes­strafe gibt, kann man ihn ohnehin nicht härter bestra­fen, als ihn für laaaange Zeit weg­zu­sper­ren. Zudem denke ich, dass US-Richter beim Straf­maß einen deut­lich grö­ße­ren Spiel­raum haben. Das beste was jetzt pas­sie­ren könnte, währe wohl, dass sich der Prozess über Jahre hin­zieht, damit zunächst die Pro­teste abebben und das ganze nicht nach purer Ver­gel­tung aus­sieht. Aber wer kann heute schon sagen, was morgen pas­sie­ren wird – und warum…

  13. > Die Justiz macht also sehr wohl ihre Arbeit und ver­mut­lich wird sie den Mörder für sehr lange Zeit ins Gefäng­nis stecken.

    Der wird frei­ge­spro­chen werden. Die über­rei­zen absicht­lich ihre Hand, weil das jetzt gut aus­sieht, und später zu nem Frei­spruch führen wird. Abge­se­hen davon, ist Knie-Auf-Genick ne Hal­te­tech­nik, die keine Ver­let­zun­gen her­vor­ruft. Der Jogger wurde zurecht ver­haf­tet, war high auf Drogen, hatte Corona, und bekam nen Herz­in­farkt. Sowas pas­siert bei Ver­haf­tun­gen manch­mal, aber dafür wird niemand ver­ur­teilt.

    Abge­se­hen davon möchte ich mich hiermit mit den Negern soli­da­ri­sie­ren. Was die machen ist schon super, und ich rechne es ihnen hoch an, dass sie die Arbeit machen, für die sich Whitey zu fein ist. Dass die CNN gebrand­schatzt haben, und rei­hen­weise Repor­ter zusam­men­schlu­gen, war absolut super. Was die Lefties an Kol­la­te­ral­scha­den zu ver­bu­chen haben, ist auch zu begrü­ßen. Und dass aller Welt mal gezeigt wird, dass die Bullen klein bei­geben, wenn man ihnen glaub­haft mit Bür­ger­krieg droht, erfüllt mein Herz mit Freude. Bal­ka­ni­sie­rung ist die Zukunft, und das ist gut so.

    >Ich bezweifle stark, dass die Mehr­heit der Ame­ri­ka­ner, ganz gleich welcher Her­kunft, sich für die dau­er­hafte und pau­schale Pflege eines solchen Schuld­kul­tes eignet, der selbst Kinder zu Selbst­hass und Selbst­ver­leug­nung zwingt.

    Sowas ist doch schon seit Jahr­zehn­ten die Norm. In Schland ists genau so. In Schland wegen Nazis und Holo­caust, in Amiland, weil vor 200 Jahren wohl null­kom­mair­gend­was Prozent der Bevöl­ke­rung Sklaven besaßen.

    In den USA „Nigger” zu sagen ist so, als würde man in Schland sagen, dass die Gas­kam­mer im Ausch­witz-Museum ne Attrappe ist, in der niemand vergast wurde. In beiden Fällen inter­es­siert sich niemand für beweis­bare Fakten, beides löst die selbe Hys­te­rie aus. Und wenn man halt so nen Schuld­kom­plex hat, gegen den man nicht vor­ge­hen kann, wird dieser Umstand halt aus­ge­nutzt. Auch bei Kindern. Was meinst Du, warum die Eng­län­der weniger gegen Groo­m­ing-Gangs als gegen Leute, die das Wort „Sand­ni­g­ger” benut­zen, getan haben?

    Lass mich diese Frage beant­wor­ten: Weil es Grün­dungs­my­then der libe­ra­len Gesell­schaft sind, die zu dem Schuld­kom­plex führen. Die eigenen Kinder für etwas Wohl­stand und gesell­schaft­li­ches Ansehen zu opfern ist heut­zu­tage normal.

      • Ich kenne die Fall­ak­ten nicht, würde aber meinen, dass neben den juris­ti­schen Fakten auch eine gehö­rige Menge poli­ti­scher Druck zu einer Ver­ur­tei­lung, selbst bei zwei­fel­haf­tem Fak­ten­stand, führen könnte: bei einem durch­aus mög­li­chen Frei­spruch wären die von Orga­ni­sa­tio­nen wie BLM ange­heiz­ten Unruhen vor­pro­gram­miert

      • Lol. Wenn Du wetten willst, dann schlag nen Einsatz vor, O Roger!

        Der Typ ist an fol­gen­dem gestor­ben:

        https://​en​.wiki​pe​dia​.org/​w​i​k​i​/​E​x​c​i​t​e​d​_​d​e​l​i​r​ium

        Das pas­siert immer mal wieder, und man kann nichts dagegen tun. Sta­tis­tisch machts auch keinen Unter­schied, ob man jeman­den mit nem Schulter­he­bel oder nem Knie-auf-Genick fest­setzt. Das Knie war nicht, was den Tod ver­ur­sachte, sondern die Ver­haf­tung an sich. Und die Ver­haf­tung war recht­mä­ßig.

        Die haben die Anklage bereits zu hoch erhoben, was die übliche Vor­ge­hens­weise ist, wenn man jeman­den frei­ge­spro­chen haben will. Die werden die Eröff­nung des Ver­fah­rens nun bis zu sowas wie dem Super­bowl ver­schlep­pen, wenn die ganzen Äffchen vom Sports­ball abge­lenkt sind, und der Frei­spruch nur ne Lokal­mel­dung wert ist.

        Der worst case sind Dis­zi­pli­nar­maß­nah­men, weil der Bulle von seinen Aus­bil­dungs­in­hal­ten abge­wi­chen ist, wobei noch nicht­mal dies gesagt ist. Es kann auch sein, dass das eine Bil­der­buch­ver­haf­tung gemäß der Aus­bil­dungs­in­halte war, und der ne fette Abfin­dung mit lebens­lan­ger Rente für den Stress kriegt, den so ne Ver­hand­lung mit sich bringt.

        Ich glaube, das einzige, was diese Geschichte inter­es­sant macht, ist, dass sie gegen­über einer Bevöl­ke­rung gepusht wird, die ver­ges­sen hat, wie Gewalt nunmal aus­sieht. Jugend­schutz-Fil­ter­blase, und so. Das war noch nicht­mal eine son­der­lich brutale Ver­haf­tung.

        Poli­ti­scher Druck”

        Ja, der poli­ti­sche Druck, der aus­ge­übt werden könnte, ist tat­säch­lich ein Problem bei dem Fall, der zum von Roger vor­aus­ge­se­he­nen Fehl­ur­teil führen könnte. Aller­dings haben die Amis das Jury-System, das unan­fäl­li­ger für poli­ti­schen Druck ist, weils Nul­li­fi­zie­rung zulässt. Man muss alle Juroren erfolg­reich zum ein­kni­cken zwingen, die alle­samt nichts mit dem Gericht zu tun haben, und nicht nur einen ein­zi­gen Richter, dessen ganze Kar­riere von Poli­ti­kern abhängt.

  14. ZITAT: „Frage nicht, was dein Land für dich tun kann, frage lieber, was du für den Land tun kannst“

    An einen Leit­spruch für eine Gesell­schaft des Kada­ver­ge­hor­sams habe ich dabei noch nie gedacht. Ich betrachte Ken­ne­dys Aussage als eine ver­nünf­tige Auf­for­de­rung. Meiner Ansicht nach fordert er seine Lands­leute dazu auf, mehr in die gemein­same Gesell­schaft zu inves­tie­ren als für sich her­aus­zu­schla­gen. Nur so kann eine Gesell­schaft auf Dauer stark bleiben. Man kann es doch hier an Deutsch­land gut sehen. Die Par­teien machen sich den Staat zur Beute und plün­dern ihn aus. Sie schau­feln Mil­lio­nen Schma­rot­zer ins Land, die per Saldo nur nehmen und nichts bei­steu­ern. Die­je­ni­gen, die mehr geben als sie nehmen werden immer weniger, und als Folge geht es mit der Gesell­schaft immer weiter bergab.

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