Nir­gends wird so viel gelo­gen wie vor Wah­len, in Krie­gen und an offe­nen Grä­bern. Ein „sanf­ter Rie­se“ sei der durch Poli­zei­ge­walt gestor­be­ne Geor­ge Floyd gewe­sen, mel­det auch die WELT. Poli­zei­be­kannt war er jedoch wegen Dro­gen­han­del, bewaff­ne­tem Raub­über­fall und lan­gen Haft­stra­fen. Dass des­sen Ange­hö­ri­ge die weni­ger „sanf­te“ Sei­te Floyds bei sei­ner Trau­er­fei­er aus­blen­de­ten, ist zwar ver­ständ­lich, dass unse­re Medi­en die­ses – ich hät­te bei­na­he „White­wa­shing“ gesagt – mit­ma­chen, ist jedoch gelin­de gesagt befremd­lich. Die Bil­der, wie ein Poli­zist Floyd im Nacken knie­te, sind schreck­lich, die Vor­ge­hens­wei­se der Poli­zei sicher unver­hält­nis­mä­ßig. Selbst wenn man in Betracht zieht, dass – lässt man das „sanft“ weg – da immer noch der „Rie­se“ war, der sich der Fest­nah­me wider­set­ze und die Poli­zei sehr genau wuss­te, mit wem sie es zu tun hat­te. Bil­der davon, wie Floyd bei einem Raub­über­fall, für den er ver­ur­teilt wur­de, einer Frau die gela­de­ne Pis­to­le an den Bauch hielt, gibt es kei­ne und sie wür­den auch nicht zu ähn­li­chen Zustän­den füh­ren, wie wir sie gera­de in den USA und was die Demons­tra­tio­nen angeht welt­weit sehen.

Der ver­ant­wort­li­che Poli­zist muss sich nun völ­lig zurecht wegen Mor­des ver­ant­wor­ten, wäh­rend die „fried­li­chen Pro­tes­te“ wegen Floyds Tod schon min­des­tens wei­te­re 15 Men­schen das Leben gekos­tet haben. Völ­lig unbe­rech­tigt, aber völ­lig aus­ge­blen­det. Es wer­den auch unter die­sen Men­schen sanf­te und Rie­sen gewe­sen sein. Laden­be­sit­zer, Poli­zis­ten, unbe­tei­lig­te Pas­san­ten. Erschla­gen, erschos­sen, tot­ge­tre­ten, teil­wei­se regel­recht hin­ge­rich­tet. Emo­tio­na­le Kurz­schlüs­se gibt es indes nicht nur bei Pro­tes­ten in ame­ri­ka­ni­schen Städ­ten, son­dern auch unter deut­schen Jour­na­lis­ten.

Kein Grund zur Schadenfreude

Doch schau­en wir lie­ber auf das grö­ße­re Bild, auf das, was das Ver­hal­ten der Poli­zei und die Auf­stän­de wirk­lich bedeu­ten und bewir­ken. Grund zur Scha­den­freu­de haben wir näm­lich nicht. Auch kei­nen Grund, beleh­rend auf die Art des Zusam­men­le­bens in den USA zu schau­en oder Trumps gelin­de gesagt unzweck­mä­ßi­ge Kom­mu­ni­ka­ti­on in solch einer Gewalt­spi­ra­le zu gei­ßeln. In der Sache hat er jedoch recht, wenn er die Pro­tes­te lobt (alle, auch die für die Öff­nung der Lock­down-Maß­nah­men) und die Gewalt ver­ur­teilt. Weit sind wir übri­gens nicht von ähn­li­chen Zustän­den ent­fernt, wie sie sich nach einer gewis­sen Zeit mög­li­cher­wei­se in allen Ein­wan­de­rungs- und Multikulturellen/Multiethnischen Gesell­schaf­ten ein­stel­len, in denen eine Geis­tes­hal­tung ums sich greift, der ich hier auf die Spur kom­men möchte.

Der inne­re Zusam­men­halt der Gesell­schaft zer­fällt an tri­ba­len Trenn­li­ni­en. Loya­li­tä­ten jen­seits die­ser Lini­en wer­den war stets laut­stark ein­ge­for­dert, aber von nie­man­dem gewährt. Es wird per Defi­ni­ti­on kei­ne Ener­gie auf Inte­gra­ti­on ver­schwen­det, die ja idea­ler­wei­se zu einer Assi­mi­la­ti­on füh­ren müss­te. Auch die Legen­de vom „mel­ting pot USA“ ist teil­wei­se genau das: eine Legen­de. Das ver­schmilzt in Wirk­lich­keit sehr wenig, was jedoch nicht schlimm wäre, solan­ge es eine über­ge­ord­ne­te Instanz, eine Idee gibt, auf die man sich als kleins­ten gemein­sa­men Nen­ner eini­gen kann. Die gab es einst, doch der „Ame­ri­can Dream“ ist schwä­cher gewor­den und durch Ideo­lo­gien ver­derbt, die den Indi­vi­dua­lis­mus ver­ach­ten und den Kol­lek­ti­vis­mus anstreben.

Ken­ne­dys Apho­ris­mus „Fra­ge nicht, was dein Land für dich tun kann, fra­ge lie­ber, was du für den Land tun kannst“ hielt ich schon immer für äußerst frag­wür­dig. Denn wenn auch Ken­ne­dy es posi­tiv im Sin­ne einer natio­na­len Anstren­gung mein­te, kann die­ser Satz auch als Leit­spruch für eine Gesell­schaft des Kada­ver­ge­hor­sams die­nen. Heu­te ver­kehrt sich Ken­ne­dys Aus­sa­ge dahin gehend in ihr Gegen­teil, weil alle mög­li­chen Grup­pen und Ideo­lo­gien mit Nach­druck fra­gen, was das Land, die Gesell­schaft, die Mehr­heit, die Wei­ßen, die Rei­chen, die Sat­ten und Glück­li­chen ihnen schul­de. Über­all in der west­li­chen Welt gerät so aus­ge­rech­net die Mehr­heits­ge­sell­schaft unter Druck, spal­ten sich in immer mehr scharf defi­nier­te Grup­pen ankla­gend und for­dernd von der anony­men Mehr­heit ab. Ande­re Grup­pen machen deut­lich, nie zu die­ser „Mehr­heits­ge­sell­schaft“ gehö­ren zu wol­len und bekom­men dafür reich­lich Applaus – aus­ge­rech­net von der Eli­te eben jener Mehrheitsgesellschaft.

Es war eben jene Eli­te, die in den USA seit Jahr­zehn­ten die Wei­chen stell­te für eine ande­re, sub­ti­le­re Form des Ras­sis­mus. Ange­fan­gen unter Ken­ne­dy und John­son, als zum Bei­spiel per Gesetz die Zugangs­vor­aus­set­zun­gen an Uni­ver­si­tä­ten für Schwar­ze gesenkt wur­den. Heu­te bekla­gen sich Akti­vis­ten dar­über, dass die größ­te Grup­pe Stu­den­ten aus der asia­ti­schen Com­mu­ni­ty stam­men, die es ganz ohne Quo­te und Leis­tung dort­hin schaffen.

Man hat­te von Sei­ten der Regie­rung offen­bar nie den Ein­druck, die­ser Min­der­heit eine bevor­zug­te Behand­lung ein­räu­men zu müs­sen, obwohl ras­sis­ti­sche Vor­ur­tei­le und Über­grif­fe gegen Asia­ten eben­so vor­ka­men und auch die Ame­ri­ka­ner chi­ne­si­scher Her­kunft wie alle grö­ße­ren Grup­pen dazu nei­gen, Com­mu­ni­tys zu bil­den, zusam­men zu leben und ihre Tra­di­tio­nen zu pfle­gen. Die „Tickets“, mit denen Men­schen aus Asi­en in gro­ßen Wel­len ins Land kamen, waren kaum bes­ser als die der Nach­fah­ren der schwar­zen Sklaven.

Rassismus der gesenkten Erwartung

Der Ku-Klux-Klan ist die Grün­dung eini­ger ent­täusch­ter Demo­kra­ten in den Süd­staa­ten und auch die Jim Crow Laws, wel­che die Ras­sen­tren­nung im Süden nach dem Bür­ger­krieg zemen­tier­ten, waren auf dem Mist der Demo­kra­ti­schen Par­tei gewach­sen. Nach dem „Ken­ne­dy-Schwenk“ der Demo­kra­ten in den 60er Jah­ren begann die Poli­tik zuneh­mend, die schwar­ze Bevöl­ke­rung als unmün­di­ge Kin­der anzu­se­hen, die man durch Wohl­fahrt und über­trie­be­ne Tole­ranz ruhig­stel­len muss. Das ist auch heu­te noch so. Wie anders ist es zu erklä­ren, dass Bür­ger­meis­ter und Sena­to­ren die Mas­sen­pro­tes­te wegen Floyds Tod fei­ern und unter­stüt­zen, jede noch so klei­ne Demo für das Ende der Lock­down-Maß­nah­men wegen Coro­na jedoch auf­lö­sen las­sen und medi­al scharf ver­ur­tei­len? Hier wird mit zwei­er­lei Maß gemes­sen, was laut ers­tem Ver­fas­sungs­zu­sat­zes eigent­lich ver­bo­ten ist.

Black Lives Matters – All Lives Matters

Es gibt heu­te natür­lich nicht nur den Ras­sis­mus der gesenk­ten Erwar­tung der Eli­te, ich will das gar nicht klein­re­den. Aber Ras­sis­mus exis­tiert auch in den USA heu­te nicht mehr in insti­tu­tio­na­li­sier­ter Form. Es exis­tiert kein Gesetz mehr, wel­ches Wei­ße bevor­zugt. Dass es hin­ge­gen Geset­ze gibt, um Schwar­ze zu bevor­zu­gen, sag­te ich bereits. Aber an posi­ti­ven Ras­sis­mus, der immer der gesenk­ten Erwar­tung ent­springt, haben wir uns gewöhnt. Wir ken­nen so etwas ja auch von unse­ren Quo­ten­re­geln aller Art. Unter ande­rem sol­chen Quo­tie­run­gen ver­dankt sich auch die hohe Anzahl Afro­ame­ri­ka­ner bei der Poli­zei, was gern aus­ge­blen­det wird und auch den Demons­tran­ten nicht auf­fällt. Man kann heu­te gro­tes­ke Vide­os sehen, in denen wei­ße BLM-Ein­peit­scher schwar­ze Poli­zis­ten anschrei­en und als „White Supre­micists“ beschimp­fen. So viel Dia­lek­tik in einer Szene!

Identity Politics

Die demo­kra­ti­sche Par­tei ver­sucht gera­de, aus den Pro­tes­ten poli­ti­sches Kapi­tal zu schla­gen. Doch wäh­rend sie mit einem Fin­ger auf Trump zei­gen, wei­sen drei Fin­ger auf sie zurück. Min­nea­po­lis, die Stadt, in der Geor­ge Flo­dy starb, wird seit Jahr­zehn­ten von den Demo­kra­ten regiert. Bür­ger­meis­ter, Poli­zei­chef, die gesam­te Führungsriege…alles Demo­kra­ten, kein Repu­bli­ka­ner weit und breit. Min­ne­so­ta, der Bun­des­staat, in dem Min­nea­po­lis liegt ist eine demo­kra­ti­sche Hoch­burg. Gerd Buur­mann dazu:

„Die Ver­tre­te­rin des 5. Kon­gress­be­zirks von Min­ne­so­ta, zu dem auch Min­nea­po­lis gehört, ist Ilhan Omar. Auch sie ist Mit­glied der DFL*. Der Gou­ver­neur von Min­ne­so­ta und somit der Haupt­ge­schäfts­füh­rer und Chef der Exe­ku­ti­ve des Bun­des­staa­tes ist Tim Walz. Auch er gehört der DFL an. Die bei­den Sena­to­rin­nen Min­ne­so­tas hei­ßen Amy Klo­buchar und Tina Smith. Auch sie gehö­ren der DFL an. Amy Klo­buchar kan­di­dier­te sogar als Prä­si­dent­schafts­kan­di­da­tin für die Demo­kra­ten im Jahr 2020.“

Trump ist erst seit drei Jah­ren im Poli­tik­be­trieb und wenn er auch viel ver­ant­wor­tet, so doch nicht alles. Beson­ders auf der Ebe­ne der Bun­des­staa­ten hat er wenig bis gar nichts zu mel­den. Auch acht Oba­ma-Jah­re – noch dazu mit Biden als Vize – konn­ten an der gesell­schaft­li­chen Teil­ha­be der afro­ame­ri­ka­ni­schen Com­mu­ni­ty nichts ver­bes­sern. Viel­mehr wird die Kluft durch die all­ge­gen­wär­ti­gen Iden­ti­ty Poli­tics noch ver­tieft, wel­che die Men­schen nach Merk­ma­len sor­tiert, wel­che die Poli­tik den „Ras­sis­ten“ gegen­über für irrele­vant erklä­ren. Es ist das alte Dilem­ma, in dem sich die ver­meint­lich Pro­gres­si­ven auch bei uns befin­den, wenn sie bei­spiels­wei­se Geschlech­ter zum sozia­len Kon­strukt erklä­ren und gleich­zei­tig Frau­en­quo­ten for­dern. Man legt den Fokus auf die Unter­schie­de und kre­iert aus die­sen Merk­ma­len Unter­drü­ckungs­ten­den­zen und Ansprüche.

Statt Unter­schie­de ein­zu­eb­nen, trennt Iden­ti­täts­po­li­tik die Men­schen. „Du bist PoC/Frau/schwul/Moslem/wünschdirwas, des­halb bist du unterdrückt/benachteiligt/ausgegrenzt/wünschdirnochwas. Des­halb steht dir pau­schal dies und das zu und „die da” ver­wei­gern es dir! Die Gesell­schaft (was auch immer das sein soll) schul­det dir was!” In plu­ra­len Gesell­schaf­ten wie den Ver­ei­nig­ten Staa­ten wird man stets Grup­pen von kri­ti­scher Mas­se defi­nie­ren kön­nen, und schon aus ver­fas­sungs­recht­li­chen Grün­den muss man sie auch gewäh­ren lassen.

Der Staat, der eben gera­de kein Sozi­al­staat, son­dern ein Rechts­staat ist, beschränkt sei­ne Tätig­keit (theo­re­tisch) auf die blo­ße Durch­set­zung gel­ten­den Rechts. Dies tut er bei zuneh­men­dem Tri­ba­lis­mus der Grup­pen­iden­ti­tä­ten mit zuneh­men­der Här­te, wie wir gera­de in Min­nea­po­lis erle­ben muss­ten. Die Aner­ken­nung eines staat­li­chen Gewalt­mo­no­pols – in den USA ohne­hin in uns ver­trau­ter Wei­se nicht defi­niert – wird schwä­cher, die Poli­zei zuneh­mend als Par­tei, nicht als Ord­nungs­macht wahr­ge­nom­men. Als Par­tei tut sie aber für alle Sei­ten immer das Fal­sche, tritt also je nach Blick­win­kel gleich­zei­tig zu stark und zu schwach auf.

Aktu­el­les Ergeb­nis: vie­ler­orts beschränkt sich die Poli­zei jetzt auf den Selbst­schutz und den Schutz staat­li­cher Ein­rich­tun­gen. Wer sich aktu­ell also in einer Not­la­ge an die Poli­zei wen­det, etwa weil die Plün­de­rer den eige­nen Laden neu ver­gla­sen und die Rega­le leer räu­men, kann nicht unbe­dingt damit rech­nen, dass Hil­fe kommt. Das Smart­pho­ne, wel­ches den fol­gen­den Poli­zei­ein­satz als unver­hält­nis­mä­ßig dar­stel­len wür­de, ist näm­lich bereits gezückt, der wei­ße Van, aus des­sen auf­ge­ris­se­ner Tür der Gewehr­lauf blitzt, war­tet viel­leicht schon ums Eck. So bleibt nur der Selbst­schutz, die Abschot­tung und die wei­ter ver­stärk­te Segre­ga­ti­on der Com­mu­nities, die sich gegen­sei­tig die Schuld für die Lage geben. Per­fek­te Vor­aus­set­zun­gen für einen „Civil War“. Das NYPD ver­zeich­net momen­tan täg­lich im Schnitt sechs Kün­di­gun­gen. Was pas­siert aber, wenn der BLM-Wunsch Wirk­lich­keit wür­de und es kei­ne Poli­zei mehr gäbe?

Abstimmung mit den Füßen in Richtung Gun-Shop

Fol­ge­rich­tig zie­hen vie­ler­orts die Bür­ger ihre Zug­brü­cke hoch und patrouil­liert mit gela­de­ner AR-15 auf dem Dach. Unter­des­sen ver­lässt sich die schwei­gen­de Mehr­heit zuneh­mend auf den zwei­ten Ver­fas­sungs­zu­satz und kauft die Waf­fen­lä­den leer. Seit März gibt es Monat für Monat Umsatz­re­kor­de. Etwa 40% der Kun­den sind angeb­lich Neu- und Erst­kun­den. Die Fra­ge, ob in den USA ein ver­schärf­tes Waf­fen­recht durch­setz­bar ist – ein Her­zens­an­lie­gen vie­ler, wenn auch nicht aller Demo­kra­ten – wur­de somit auf abseh­ba­re Zeit beantwortet.

„Black Lives Mat­ters“, bestärkt durch die Bereit­wil­lig­keit der loka­len Poli­tik, ist nun dabei, ihre Maxi­mal­for­de­rung „Abolish Poli­ce“ (Poli­zei abschaf­fen) in den Vor­der­grund zu rücken. Spä­tes­tens hier wird den meis­ten Bür­gern aber klar, dass man ein Pro­blem nicht dadurch löst, indem man es ver­schärft. Was in klei­nen Gemein­den durch Selbst­or­ga­ni­sa­ti­on viel­leicht sogar mach­bar scheint – wobei der Ruf der Poli­zei in klei­nen Gemein­den ungleich bes­ser ist als in gro­ßen Städ­ten –, käme für New York oder Los Ange­les einem Arma­ged­don gleich. „Abolish Crime“ gehört bekannt­lich nicht zu den For­de­run­gen von BLM und es glaubt wohl außer den Akti­vis­ten nie­mand, dass das Ver­bre­chen nur exis­tiert, weil es die Poli­zeit gibt.

Die Pres­se übt sich schon mal in Zer­knir­schung und beugt sich der Macht der Stra­ße, indem durch publi­zis­ti­schen Blöd­sinn das Feld berei­tet für das neue uni­ver­sel­le Feind­bild Poli­zei: „Shut down all poli­ce movies and TV shows. Now.“ for­dert etwa Alys­sa Rosen­berg in ihrem Mei­nungs­ar­ti­kel in der Washing­ton-Post und stellt sich damit offen gegen die Ver­fas­sung, in der die Mei­nungs­frei­heit und die Frei­heit der beruf­li­chen Betä­ti­gung garan­tiert sind. Die­se gilt näm­lich auch für Film­schau­spie­ler und Net­flix-Pro­du­zen­ten. Die For­de­rung ist so albern, als wür­de man ein Ver­bot von Vam­pir-Seri­en for­dern, damit die Men­schen mehr Blut spenden.

Miese Aussichten

Selbst wenn sich die Lage wie­der beru­hi­gen soll­te, haben sich lang­fris­tig die sozia­len Trans­ak­ti­ons­kos­ten, die sich aus dem Ver­trau­en gegen­über sei­nen nicht­ver­wand­ten Mit­men­schen errech­nen lässt, erneut erhöht. Die Men­schen suchen aber instink­tiv nach Ver­trau­en und fin­den es vor­wie­gend im Glei­chen, Ähn­li­chen, kul­tu­rell kom­pa­ti­blen, was Par­al­lel­ge­sell­schaf­ten nur noch aus­ge­präg­ter wach­sen lässt.

Der ame­ri­ka­ni­sche Weg führt offen­bar immer wie­der in Gewalt­ex­zes­se. Der „deut­sche Weg”, wo ver­sucht wird, Par­al­lel­ge­sell­schaf­ten durch Lais­sez-fai­re und üppi­ge finan­zi­el­le sowie poli­ti­sche Zuwen­dung ruhig zu stel­len, führt womög­lich mit­tel­fris­tig zunächst in die Plei­te und dann erst in Gewalt­ex­zes­se. Als unan­ge­nehm könn­te sich dann erwei­sen, dass ein zah­lungs­un­fä­hi­ge Staat nicht mal mehr in der Lage sein wird, aus­rei­chen Wider­stand zu leis­ten, womit das deut­sche Gesell­schafts­ex­pe­ri­ment in noch grö­ße­rem Cha­os enden könn­te, als es so man­cher deut­sche Poli­ti­ker gera­de mit scha­den­fro­hem „Ätschi-Bät­schi“ den USA attestiert.

Zurück nach Min­nea­po­lis, zurück zu Geor­ge Floyd, dem „sanf­ten Rie­sen“. Die Gewalt, die Plün­de­run­gen, die Morde…all das hat längst nichts mehr mit dem Mord an Floyd zu tun. Das hat­ten die Pro­tes­te außer­halb der USA womög­lich nie. Im ARTE-Jour­nal am 5.6.2020, kam bei einer Demo vor der US-Bot­schaft in War­schau ein Demons­trant zu Wort:

„Hät­te Geor­ge Floyd eine ande­re Haut­far­be gehabt, gäbe es kei­ne Demons­tra­ti­on. Denn die Jus­tiz hät­te ganz selbst­ver­ständ­lich ihre Arbeit getan. Aber da das nicht der Fall war, sind wir heu­te hier. So kann es nicht wei­ter gehen.“

Der Satz „Hät­te Geor­ge Floyd eine ande­re Haut­far­be gehabt, gäbe es kei­ne Demons­tra­ti­on.” ist völ­lig rich­tig. Nur die Begrün­dung ist Blöd­sinn, denn der mut­maß­li­che Mör­der Floyds wur­de noch am Tag der Tat sus­pen­diert, ver­haf­tet und steht unter Mord­an­kla­ge. Des­sen Kol­le­gen, die am Tat­ort waren und nicht ein­grif­fen wur­den eben­falls sus­pen­diert und ste­hen unter Ankla­ge. Es geht also weder um Floyd noch um „Gerech­tig­keit”, sofern man die­se nicht dar­in sieht, dass der Poli­zist an Ort und Stel­le hät­te erschla­gen wer­den müs­sen. Die Jus­tiz macht also sehr wohl ihre Arbeit und ver­mut­lich wird sie den Mör­der für sehr lan­ge Zeit ins Gefäng­nis stecken.

Aber es kann eigent­lich auch nicht um Trump gehen, wenn man ehr­lich ist. Es wird gern ver­ges­sen, dass auch Oba­ma in Fer­gu­son 2014 ein Pro­blem glei­chen Kali­bers hat­te. Ich hof­fe aller­dings, Trump über­lässt die Kom­mu­ni­ka­ti­on in die­ser Sache künf­tig sei­ner Pres­se­spre­che­rin McEn­any, denn er macht mit sei­ner Art alles nur noch schlim­mer. Was die Wahl­aus­sich­ten im Novem­ber angeht, spielt die aktu­el­le Situa­ti­on Trump jedoch in die Kar­ten, ganz gleich, was die Umfra­gen der­zeit sagen. Die­se Umfra­gen kom­men der­zeit unter der­art gro­ßem mora­li­sie­ren­dem Druck zustan­de, dass man anneh­men darf, dass sie zwar kurz­fris­ti­ge Emp­fin­dun­gen, aber kei­ne lang­fris­ti­gen Abwä­gun­gen abbilden.

Bend the knee or else

Die­se bei­den Bil­der (Netz­fund) ste­hen für mich sym­bo­lisch für den Sub­text, wel­chen, wenn nicht die Pro­tes­te selbst, so doch die beglei­ten­den Unru­hen und Plün­de­run­gen haben. Ich bezweif­le stark, dass die Mehr­heit der Ame­ri­ka­ner, ganz gleich wel­cher Her­kunft, sich für die dau­er­haf­te und pau­scha­le Pfle­ge eines sol­chen Schuld­kul­tes eig­net, der selbst Kin­der zu Selbst­hass und Selbst­ver­leug­nung zwingt. Ame­ri­ka sieht sich als „Land of the free“, nicht „Bend of the knee“. Letz­te­res wür­de auch nichts nützen.

Denn wäh­rend der Kampf zwei­er Hun­de vor­bei ist, sobald sich einer auf den Rücken legt, genü­gen sol­che Unter­wer­fungs­ges­ten vie­len Akti­vis­ten und der Anti­fa nicht, die die Pro­tes­te längst unter­wan­dert hat. Es nüt­ze ja auch den Ham­bur­ger Geschäf­ten wenig, sich Anti­fa-Pla­ka­te und Sym­pa­thie­be­kun­dun­gen in die Schau­fens­ter zu kle­ben und die Klein­wa­gen von Rei­ni­gungs- und Pfle­ge­kräf­ten brann­ten beim G20-Gip­fel genau­so gut wie die Autos von lin­ken Abgeordneten.

Die fried­li­chen Pro­tes­te gegen die Umstän­de des Todes von Geor­ge Floyd sind lei­der kon­ta­mi­niert von Aus­schrei­tun­gen, Gewalt und Plün­de­run­gen und statt eine sicher not­wen­di­ge und rich­ti­ge Poli­zei­re­form anzu­sto­ßen und eine Debat­te über Gewalt von und gegen Poli­zis­ten anzu­sto­ßen, wer­den die Bür­ger irgend­wann dar­um bet­teln, von der Poli­zei vor dem Cha­os beschützt zu wer­den. Eine Chan­ce wur­de vertan.

Und wer jetzt glaubt, die­ses Momen­tum nut­zen zu kön­nen, um durch Angst, Gewalt und Cha­os Bahn für Joe Biden zu machen, ver­kennt viel­leicht die tat­säch­li­che Macht der Bil­der. Wer die Pola­ri­sie­rung jetzt der­art zuspitzt, dass Repu­bli­ka­ner sein, Trump unter­stüt­zen oder blo­ßes „Weiß sein“ schon pau­schal ins Unrecht setzt, könn­te im Novem­ber 2020 ein wei­te­res trau­ma­ti­sches 2016 erle­ben. Und auch die­ses böse Erwa­chen wird schein­bar aus dem Nichts kom­men und sich nicht in Sei­ten und Sen­dun­gen von New York Times, CNN oder dem Spie­gel ankündigen.

Demo­kra­ti­schen Bau­ern und Arbei­ter Par­tei Min­ne­so­ta (DFL). Auf Bun­des­ebe­ne bil­det die­se Par­tei eine Uni­on mit den Demokraten.

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28 Kommentare

  1. Dan­ke, Herr Letsch, fuer die­se abso­lut kor­rek­te Ana­ly­se der Vor­fa­el­le in Ame­ri­ka. Wir leben seit 23 Jah­ren in den USA, inter­pre­tie­ren die Lage genau­so und sehen der Zukunft mit Sor­ge ent­ge­gen. Im Moment wer­den die­se vola­ti­len Verha­elt­nis­se in Kom­bi­na­ti­on mit dem Coro­na­vi­rus genutzt um die Wahl im Novem­ber aus­zu­he­beln. Auch wenn das vie­le Leu­te nicht hoe­ren wol­len: Gna­de uns Gott, wenn ein demo­kra­ti­scher Pre­si­dent­schaft­kan­di­dat gewinnt. Es ist bea­engs­ti­gend zu sehen, dass sowohl in Ame­ri­ka als auch in Euro­pa, eine gros­se Mehr­heit der Bevoel­ke­rung ihren Ver­stand kol­lek­tiv abge­ge­ben hat und sich nur noch von auf­ge­peitsch­ten Emo­tio­nen und social media lei­ten laesst.

  2. Was mich am meis­ten erstaunt und ent­setzt ist der laten­te Ras­sis­mus der Linken.
    Was mei­ne ich damit? Wenn ein zwei-drei­jäh­ri­ges Kind Unsinn anstellt, wer­den ver­nünf­ti­ge Eltern es nicht bestra­fen. Das Kind kann ja nichts dafür, kann die Fol­gen sei­ner Hand­lung nicht abwägen.
    Und so behan­deln die Lin­ken auch die Schwar­zen oder wie es heu­te heißt Peop­le of Color.
    Ihr könnt nichts dafür, ihr seid unschuldig.
    Kein Schulabschluss?
    Kei­ne Ausbildung?
    Kein Beruf?
    Ihr seid nicht schuld. Wir sind schuld.
    Kolo­nia­lis­mus, Ras­sis­mus, wei­ße Überlegenheit.
    Kri­mi­nell gewor­den? Alles sozia­le Fak­to­ren und sie­he oben.
    Afri­ka­ni­sche Staa­ten ent­wi­ckeln sich nicht weiter?
    Alles kolo­nia­les Erbe.
    Die Lin­ke behan­delt die PoC wie klei­ne, unmün­di­ge Kin­der, die kei­ne Schuld an irgend­was haben. Denn alles was schief­läuft ist nur die Schuld von Kolo­nia­lis­mus, Ras­sis­mus und Whiteness. 

    Men­schen ein­fach so auf eine Stu­fe mit Klein­kin­dern zu stel­len und ihnen jede Eigen­ver­ant­wor­tung abzu­spre­chen ist in mei­nen Augen
    purer Ras­sis­mus. Aber das wer­den die sich selbst Ernied­ri­gen­den wohl nie verstehen.

    • Aus deren Sicht ist das kein Ras­sis­mus. Das Pro­blem ist lei­der, dass man gegen eine Ideo­lo­gie nicht mit Tat­sa­chen arbei­ten kann. Jedes stich­hal­ti­ge Argu­ment wird sofort als Zie­gel­stein in der Mau­er der eige­nen Igno­ranz ver­wen­det. Je hit­zi­ger der Streit umso höher und dicker die Mau­er. Glaub mir, ich weiß, wovon ich rede. Mit 16 war ich genau so. 😉

  3. Sehr, sehr gute Analyse.
    Was „die” mit uns machen ist extrem per­fi­de und schon fast Unmensch­lich, ein­fach nur unend­lich Traurig!

    Und um Got­tes­wil­len, das klei­ne Mäd­chen tut mir so leid, ein­fach schrecklich.
    Aber das wird mit allen gemacht, hab auch schon Jungs gese­hen die für die­sen Gen­der Gaga Blöd­sinn miß­braucht wur­den, es ist alles so abartig.

  4. Vie­len Dank für die­sen reflek­tier­ten Abriss des aktu­el­len Geschehens!
    Sol­che Stim­men sind lei­der nicht mas­sen­me­di­al zu ver­neh­men; die hys­te­risch-mora­li­sche Selbst­auf­wer­tung mit Ten­denz zu „schuld„bekennender Selbst­er­nied­ri­gung eines Gross­teils der west­li­chen Gesell­schaf­ten kann eigent­lich nur in einer Kata­stro­phe enden.…

  5. Die ers­ten Städ­te haben dem BLM-Wunsch die Poli­zei abzu­schaf­fen und durch irgen­wel­ches Com­mu­ni­ty-Zeug zu erset­zen, nach­ge­ge­ben. Und wei­te­re defun­den die Bul­len gera­de. Geil. 

    Bit­te, lie­ber Gott, lass BLM als nächs­tes von kon­trol­lier­ter Oppo­si­ti­on zu ner Bewe­gung schwar­zer Sepa­ra­tis­ten wer­den, die die Welt zu mehr Bal­ka­ni­sie­rung inspi­riert! Mehr Black Pan­thers, weni­ger SJW, und das gan­ze bit­te unter­malt von sowas wie den Death Angels, die für Stim­mung sor­gen. Die Schwar­zen haben ein Recht dar­auf, ihr eige­nes Land zu kon­trol­lie­ren. Die brau­chen ihren eige­nen unab­hän­gi­gen Staat, in dem Wei­ße nichts zu mel­den haben. Bei die­sem ewi­gen Gescha­re um den glei­chen Trog, der ohne­hin größ­ten­teils Whitey gehört, bekommt nie­mand, was er haben will, und das sorgt nur für nie­mals enden­den Ver­druss. Amen.

    Ach­so: Du hast Geor­ge Floyd zu harm­los dar­ge­stellt. Der war kein ein­fa­cher Räu­ber. Jeman­dem unter Gewalt­an­dro­hung die Koh­le abzu­neh­men ist etwas, das auf jedem Schul­hof pas­siert, daher wür­de ich sowas noch als halb­wegs nor­mal gel­ten las­sen. Geor­gie­boy ist mit sei­ner Gang in die Woh­nung einer Tuse mit Baby­bauch ein­ge­bro­chen, und hat ihr gedroht, sie durch das Kind in ihrem Bauch hin­durch zu erschie­ßen, wenn sie nicht das Maul hält, wäh­rend sei­ne Bros die Woh­nung nach Dro­gen und Geld auf den Kopf gestellt haben. Beim Wort „Raub” denkt man an sozia­le Umver­tei­lung in Form eines höf­li­chen aber ent­schie­de­nen „gib­me­dat” in einer Sei­ten­gas­se unter Andro­hung von Gewalt. Sowas ent­spricht der Beschrei­bung einer durch­schnitt­li­chen Poli­zei­kon­trol­le, und die gilt als harm­los und voll­kom­men akzep­ta­bel. Um den Ver­gleich mit der Poli­zei bei­zu­be­hal­ten, war der Herr Floyd jedoch kein bra­ver Poli­zei­be­am­ter, der Straf­zet­tel ver­teilt, son­dern Mit­glied eines Swat-Teams, das eine Woh­nung stürmt.

    • Ers­ter Absatz: Stimmt, Min­nea­po­lis geht vor­an über die Klip­pe. Und die Bür­ger wer­den das ganz und gar nicht geil fin­den, nur 16% unter­stüt­zen das.
      Zwei­ter Absatz: ich las­se den hier aus doku­men­ta­ri­schen Zwe­cken so ste­hen, auch wenn ich ihn Dir eigent­lich um die Ohren hau­en möch­te. Aus tau­send Gründen.
      Drit­ter Absatz: mag sein. 

      Sol­che Unter­hal­tun­gen und Abwä­gun­gen gern per Mail, wenn Du nicht zu fei­ge oder para­no­id wärst, mir Dei­ne zu nennen.

  6. wun­der­bar bestechend kla­re Analyse!!
    …auch die deut­schen Poli­ti­ker hei­zen den eth­ni­schen und mora­li­schen „Tri­ba­lis­mus” an, und auch bei uns gibt es schon lan­ge sol­cher­art Zei­chen wie in den USA. Noch ist die kri­ti­sche Grö­ßen­ord­nung hier nicht erreicht und die GEZ- und die MS-Medi­en hal­ten den Deckel drauf, sonst könn­te eine ande­re Art von Empö­rung sie hinwegfegen!

  7. Spit­zen­klas­se Arti­kel! Genau beob­ach­ted und analysiert.
    In USA Groß­städ­ten müs­sen sie fast Jeden in den Poli­zei Dienst ein­stel­len ob geeig­net oder nicht. Der Beruf ist höchst gefähr­lich und wird lau­sig bezahlt. Je nach Staat oder Gemein­de­ge­setz ist in klei­nen Gemein­den und Städ­ten der She­rif ein Wahl­amt. Der Gewähl­te She­rif stellt Poli­zis­ten ein. In Geor­gia ist es in einer Gemein­de sogar gesetz­li­che Plicht eines Haus­ei­gen­tü­mers eine Waf­fe zu besit­zen. Eines mei­ner ers­ten Kon­tak­te mit Nach­barn in den USA war der Besuch eines Waffengeschäfts.
    Es gibt in den USA kei­ne Beam­ten als Poli­zei wie in BRD. It’s just ano­t­her Job!

  8. Wie immer ein tol­ler und ins Schwar­ze tref­fen­der Kom­men­tar – vie­len Dank!!

    Klei­ner Gram­ma­tik-Feh­ler hat sich eingeschlichen:
    Plu­ral: Black/white/their LIVES MATTER – All LIVES MATTER (Verb 3. pers.plur.)
    Sin­gu­lar: His/her LIVE MATTERS (3. pers. sg.)

  9. Vor­schlag zur Güte: Lasst doch den Mob dar­über abstim­men, ob der Poli­zist, der dem „sanf­ten Rie­sen” das Knie auf den hals drück­te, die Todes­stra­fe ver­dient hat. Das Ergeb­nis dürf­te nicht zwei­fel­haft sein.

  10. Hier regen sich bestimm­te Krei­se, ganz ent­setz­lich dar­über auf, dass bestimm­te Per­so­nen­grup­pen unter (selbst­ver­ständ­lich völ­lig unbe­grün­de­ten) Gene­ral­ver­dacht gestellt würden.
    Für die glei­chen Krei­se waren aber die Men­schen vor ein­hun­dert Jah­ren ganz selbst­ver­ständ­lich prak­tisch alle(!) außer den Kom­mu­nis­ten ganz böse Nazis und Verbrecher.…
    Und jede noch so klei­ne For­de­rung nach einer Dif­fe­ren­zie­rung ist für sie eine nicht zu ver­ant­wor­ten­de Rela­ti­vie­rung und Verharmlosung.…

  11. Bereits die Prä­mis­se, das es in den USA ver­brei­te­te, sys­te­ma­ti­sche ras­sis­tisch beding­te häu­fi­ge­re Tötun­gen von Schwar­zen durch die Poli­zei gäbe, ist schon unsäg­lich, unterträg­lich ver­lo­gen und abso­lut unwahr. Das Gegen­teil ist wahr.

    Ras­sis­ti­sche Tötun­gen müss­ten sich in ent­spre­chen­den Zah­len niederschlagen.
    Wenn aber Grup­pe A, die blau gefärbt ist, deut­lich mehr Mor­de und ande­re Gewalt­ver­bre­chen ver­übt, als Grupp­pe B, aber nur 1/2 mal so oft von Poli­zis­ten getö­tet wird, dann kann Grup­pe A kei­ne ras­sis­ti­sche Dis­kri­mi­nie­rung behaup­ten. Allen­falls Grup­pe B. Der Bevöl­ke­rungs­an­teil der bei­den Grup­pen ist dabei völ­lig und kom­plett irrele­vant. Man kann das alles pro­blem­los in den FBI Sta­tis­ti­ken nach­le­sen, wenn man denn an Fak­ten inter­es­siert wäre.
    Im Jahr 2018 wur­den 399 Wei­ße von Poli­zis­ten getö­tet und 209 Schwar­ze. Täter bei Tötungs­de­lik­ten waren 4,884 Wei­ße und 6,318 Schwar­ze, 312 „other” und 4821 „unknown” (unauf­ge­klärt vmtl.).
    Selbst wenn ALLE „Unknowns” den Wei­ßen zuge­rech­net wür­den, dann wären das 1.54 mal so vie­le Wei­ße Täter, wie Schwar­ze. Wei­ße wer­den aber 1.9 mal so oft von der Poli­zei getötet.

    Wie um alles in der Welt kann man bei die­sen Fak­ten eine Benach­tei­li­gung von Schwar­zen bezo­gen auf Tötun­gen durch die Poli­zei behaupten? 

    Das Gan­ze ist so durch und durch und bis ins Mark tie­fen­ver­lo­gen, es ist zum Spei­en. Der Schwach­sinn wird Tau­sen­de und Aber­tau­sen­de Schwar­ze das Leben kos­ten, die durch ande­re Schwar­ze umge­bracht wer­den, die sonst bei einer Poli­zei­kon­trol­le auf­ge­flo­gen wären.
    Wie in Bal­ti­more, nach den Pro­tes­ten 2015 und in den Fol­ge­jah­ren. Da warens allei­ne in Bal­ti­more etwa 130 Tote mehr in einem Jahr.

    Die gesam­te Lin­ke, die Medi­en, die ver­meint­li­chen Bür­ger­recht­ler sind ein lal­len­der, gackern­der Hau­fen voll­kom­men ver­blö­de­ter Kin­der, die nicht mehr fähig sind, ihr Welt­bild auf­grund von Tat­sa­chen und Erkennt­nis­sen zu kor­ri­gie­ren. Es ist zum Bre­chen. Die­ses Land, die­se Gesell­schaft ist kom­plett am Ende, hier gibts nichts mehr zu ret­ten. Ver­stand und Ver­nunft sind in viel zu vie­len und vor allem bei viel zu vie­len ver­meint­li­chen „Eli­ten” voll­stän­dig durch Reli­gi­on und Ideo­lo­gie ersetzt.

  12. Klei­ne Kor­rek­tur: der Poli­zist ist nicht wegen Mor­des (was ja auch kom­plet­ter Blöd­sinn wäre), son­dern, wenn man das Pen­dant der ame­ri­ka­ni­schen Gesetz­ge­bung im StGB sucht, ent­we­der “fahr­läs­si­ge Tötung” oder eher noch “Kör­per­ver­let­zung mit Todes­fol­ge” angeklagt.

      • Genau das woll­te ich aus­drü­cken. Man soll­te sich nicht durch das eng­li­sche Wort “mur­der” irri­tie­ren las­sen. 2nd gra­de mur­der ent­spricht unse­rer fahr­läs­si­gen Tötung – So habe ich mir es jeden­falls als Nicht Jurist in einer Dis­kus­si­on von bekann­ten RAs (u.a. Höcker, Stein­höf­fel, Mise­re) sagen las­sen. Aber eher ist es laut Aus­sa­gen von ame­ri­ka­ni­schen Juris­ten 3rd gra­de, wenn über­haupt. Die Hoch­stu­fung erfolg­te auf poli­ti­schen Druck, ist aber wohl eher Sym­bol­po­li­tik, da die Jury immer noch bei einem Schuld­spruch auf 3rd gra­de mur­der zurück­grei­fen kann

      • Könn­te man ein­fach bei Wiki­pe­dia nach­le­sen. Der Second Degree Mur­der-Vor­wurf ist mit unse­rem Tot­schlag ver­gleich­bar. (Den 3rd Mur­der gibt es nicht in allen Bundesstaaten.)
        Dass der Bur­sche ver­knackt wird ist klar. Wie Sie sicher­lich wis­sen, sind in Texas 2015 und 2016 zwei Wei­ße auf genau die­se Art und Wei­se gestor­ben, 2015 durch schwar­ze und 2016 durch wei­ße Poli­zis­ten. Nix passiert.
        Erin­nern Sie sich: Knall­kör­per an Mosche­e­tür – knapp 10 Jah­re Knast. Tot­schlag und Ver­ge­wal­ti­gung durch Mar­gi­na­li­sier­te – oft Freispruch.
        Als Chau­vin wird vie­le Jah­re in den Knast gehen (dass die Art und Wei­se bru­tal war, hat man wohl gese­hen), aber ein Mör­der sowohl nach D‑Recht als auch US-Recht, ist er nicht.

        • Ich gebe Ihnen ja in der Sache recht, aber auch eine Ver­ur­tei­lung nach „Second Degree Mur­der” wird man so hin­zu­stel­len ver­su­chen, als sei der Typ wegen Mor­des ver­ur­teilt. Dem BLM wird das nicht genü­gen, das ist schon klar. Doch da es in Michi­gan kei­ne Todes­stra­fe gibt, kann man ihn ohne­hin nicht här­ter bestra­fen, als ihn für laaaan­ge Zeit weg­zu­sper­ren. Zudem den­ke ich, dass US-Rich­ter beim Straf­maß einen deut­lich grö­ße­ren Spiel­raum haben. Das bes­te was jetzt pas­sie­ren könn­te, wäh­re wohl, dass sich der Pro­zess über Jah­re hin­zieht, damit zunächst die Pro­tes­te abeb­ben und das gan­ze nicht nach purer Ver­gel­tung aus­sieht. Aber wer kann heu­te schon sagen, was mor­gen pas­sie­ren wird – und warum…

  13. > Die Jus­tiz macht also sehr wohl ihre Arbeit und ver­mut­lich wird sie den Mör­der für sehr lan­ge Zeit ins Gefäng­nis stecken.

    Der wird frei­ge­spro­chen wer­den. Die über­rei­zen absicht­lich ihre Hand, weil das jetzt gut aus­sieht, und spä­ter zu nem Frei­spruch füh­ren wird. Abge­se­hen davon, ist Knie-Auf-Genick ne Hal­te­tech­nik, die kei­ne Ver­let­zun­gen her­vor­ruft. Der Jog­ger wur­de zurecht ver­haf­tet, war high auf Dro­gen, hat­te Coro­na, und bekam nen Herz­in­farkt. Sowas pas­siert bei Ver­haf­tun­gen manch­mal, aber dafür wird nie­mand verurteilt.

    Abge­se­hen davon möch­te ich mich hier­mit mit den Negern soli­da­ri­sie­ren. Was die machen ist schon super, und ich rech­ne es ihnen hoch an, dass sie die Arbeit machen, für die sich Whitey zu fein ist. Dass die CNN gebrand­schatzt haben, und rei­hen­wei­se Repor­ter zusam­men­schlu­gen, war abso­lut super. Was die Lef­ties an Kol­la­te­ral­scha­den zu ver­bu­chen haben, ist auch zu begrü­ßen. Und dass aller Welt mal gezeigt wird, dass die Bul­len klein bei­geben, wenn man ihnen glaub­haft mit Bür­ger­krieg droht, erfüllt mein Herz mit Freu­de. Bal­ka­ni­sie­rung ist die Zukunft, und das ist gut so.

    >Ich bezweif­le stark, dass die Mehr­heit der Ame­ri­ka­ner, ganz gleich wel­cher Her­kunft, sich für die dau­er­haf­te und pau­scha­le Pfle­ge eines sol­chen Schuld­kul­tes eig­net, der selbst Kin­der zu Selbst­hass und Selbst­ver­leug­nung zwingt. 

    Sowas ist doch schon seit Jahr­zehn­ten die Norm. In Schland ists genau so. In Schland wegen Nazis und Holo­caust, in Ami­land, weil vor 200 Jah­ren wohl null­kom­mair­gend­was Pro­zent der Bevöl­ke­rung Skla­ven besaßen. 

    In den USA „Nig­ger” zu sagen ist so, als wür­de man in Schland sagen, dass die Gas­kam­mer im Ausch­witz-Muse­um ne Attrap­pe ist, in der nie­mand ver­gast wur­de. In bei­den Fäl­len inter­es­siert sich nie­mand für beweis­ba­re Fak­ten, bei­des löst die sel­be Hys­te­rie aus. Und wenn man halt so nen Schuld­kom­plex hat, gegen den man nicht vor­ge­hen kann, wird die­ser Umstand halt aus­ge­nutzt. Auch bei Kin­dern. Was meinst Du, war­um die Eng­län­der weni­ger gegen Groo­m­ing-Gangs als gegen Leu­te, die das Wort „Sand­ni­g­ger” benut­zen, getan haben? 

    Lass mich die­se Fra­ge beant­wor­ten: Weil es Grün­dungs­my­then der libe­ra­len Gesell­schaft sind, die zu dem Schuld­kom­plex füh­ren. Die eige­nen Kin­der für etwas Wohl­stand und gesell­schaft­li­ches Anse­hen zu opfern ist heut­zu­ta­ge normal.

      • Ich ken­ne die Fall­ak­ten nicht, wür­de aber mei­nen, dass neben den juris­ti­schen Fak­ten auch eine gehö­ri­ge Men­ge poli­ti­scher Druck zu einer Ver­ur­tei­lung, selbst bei zwei­fel­haf­tem Fak­ten­stand, füh­ren könn­te: bei einem durch­aus mög­li­chen Frei­spruch wären die von Orga­ni­sa­tio­nen wie BLM ange­heiz­ten Unru­hen vorprogrammiert

      • Lol. Wenn Du wet­ten willst, dann schlag nen Ein­satz vor, O Roger!

        Der Typ ist an fol­gen­dem gestorben:

        https://en.wikipedia.org/wiki/Excited_delirium

        Das pas­siert immer mal wie­der, und man kann nichts dage­gen tun. Sta­tis­tisch machts auch kei­nen Unter­schied, ob man jeman­den mit nem Schulter­he­bel oder nem Knie-auf-Genick fest­setzt. Das Knie war nicht, was den Tod ver­ur­sach­te, son­dern die Ver­haf­tung an sich. Und die Ver­haf­tung war rechtmäßig. 

        Die haben die Ankla­ge bereits zu hoch erho­ben, was die übli­che Vor­ge­hens­wei­se ist, wenn man jeman­den frei­ge­spro­chen haben will. Die wer­den die Eröff­nung des Ver­fah­rens nun bis zu sowas wie dem Super­bowl ver­schlep­pen, wenn die gan­zen Äff­chen vom Sports­ball abge­lenkt sind, und der Frei­spruch nur ne Lokal­mel­dung wert ist.

        Der worst case sind Dis­zi­pli­nar­maß­nah­men, weil der Bul­le von sei­nen Aus­bil­dungs­in­hal­ten abge­wi­chen ist, wobei noch nicht­mal dies gesagt ist. Es kann auch sein, dass das eine Bil­der­buch­ver­haf­tung gemäß der Aus­bil­dungs­in­hal­te war, und der ne fet­te Abfin­dung mit lebens­lan­ger Ren­te für den Stress kriegt, den so ne Ver­hand­lung mit sich bringt.

        Ich glau­be, das ein­zi­ge, was die­se Geschich­te inter­es­sant macht, ist, dass sie gegen­über einer Bevöl­ke­rung gepusht wird, die ver­ges­sen hat, wie Gewalt nun­mal aus­sieht. Jugend­schutz-Fil­ter­bla­se, und so. Das war noch nicht­mal eine son­der­lich bru­ta­le Verhaftung. 

        „Poli­ti­scher Druck”

        Ja, der poli­ti­sche Druck, der aus­ge­übt wer­den könn­te, ist tat­säch­lich ein Pro­blem bei dem Fall, der zum von Roger vor­aus­ge­se­he­nen Fehl­ur­teil füh­ren könn­te. Aller­dings haben die Amis das Jury-Sys­tem, das unan­fäl­li­ger für poli­ti­schen Druck ist, weils Nul­li­fi­zie­rung zulässt. Man muss alle Juro­ren erfolg­reich zum ein­kni­cken zwin­gen, die alle­samt nichts mit dem Gericht zu tun haben, und nicht nur einen ein­zi­gen Rich­ter, des­sen gan­ze Kar­rie­re von Poli­ti­kern abhängt.

  14. ZITAT: „Fra­ge nicht, was dein Land für dich tun kann, fra­ge lie­ber, was du für den Land tun kannst“

    An einen Leit­spruch für eine Gesell­schaft des Kada­ver­ge­hor­sams habe ich dabei noch nie gedacht. Ich betrach­te Ken­ne­dys Aus­sa­ge als eine ver­nünf­ti­ge Auf­for­de­rung. Mei­ner Ansicht nach for­dert er sei­ne Lands­leu­te dazu auf, mehr in die gemein­sa­me Gesell­schaft zu inves­tie­ren als für sich her­aus­zu­schla­gen. Nur so kann eine Gesell­schaft auf Dau­er stark blei­ben. Man kann es doch hier an Deutsch­land gut sehen. Die Par­tei­en machen sich den Staat zur Beu­te und plün­dern ihn aus. Sie schau­feln Mil­lio­nen Schma­rot­zer ins Land, die per Sal­do nur neh­men und nichts bei­steu­ern. Die­je­ni­gen, die mehr geben als sie neh­men wer­den immer weni­ger, und als Fol­ge geht es mit der Gesell­schaft immer wei­ter bergab.

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