Was ist eigentlich aus der fol­gen­den For­mulierung gewor­den, die wohl jedem schon mal um die Ohren geschla­gen wurde, der sich kri­tisch mit Regierung­shan­deln oder dem Zus­tand unser­er Medi­en beschäftigt hat. „Natür­lich hast du das Recht, deine Mei­n­ung zu sagen. Das heißt aber nicht, dass das keine Kon­se­quen­zen für dich hat.“ Natür­lich muss man die Kon­se­quen­zen in Rela­tion zum Fall sehen. Es ist schon ein Unter­schied, ob es vielle­icht um die Antwort auf die Frage „Schatz, wie ste­ht mir dieses Kleid?“ geht, oder darum, jeman­den bei Bank, Arbeit­ge­ber oder Vere­in anzuschwärzen, weil die doch sich­er gerne wis­sen wollen, „mit was für Leuten“ sich manche so abgeben und ob das wohl gut für den Ruf sei. Für Kon­se­quen­zen jen­seits von Stre­it und Denun­zi­a­tion gibt es jedoch Gerichte, die Vorge­hensweise nen­nt sich Klageweg und ist in Deutsch­land klar geregelt. Jeman­dem den Klageweg zu ver­bi­eten und sich so die Gele­gen­heit ent­ge­hen zu lassen, den Kläger scheit­ern zu sehen, ist schon ein starkes Stück. Zumal wenn man glaubt, im Recht oder gar unschuldig zu sein.

Ein Journalist ist auch nur ein Mensch

Die Kon­se­quen­zen für die Äußerung ein­er Mei­n­ung sind für Jour­nal­is­ten prinzip­iell keine anderen, selb­st wenn sich einige Jour­nal­is­ten für dur­chaus bessere, ja edlere Men­schen hal­ten mögen und ihre geäußerten Mei­n­un­gen für kon­sti­tu­ierend für die Demokratie…sie sind es nicht. Stellen wir uns also vor, eine Jour­nal­istin schreibt einen Artikel, sagen wir, über die Polizei im All­ge­meinen und die Let­ztver­wen­dung der Polizis­ten im Speziellen und Lesern wie Polizis­ten ver­schlägt es vor Entset­zen die Sprache. Sie wis­sen natür­lich, von welchem Artikel ich hier rede, sie ken­nen die Reak­tio­nen in den Medi­en, die der Autorin mit einem rasch aus­ge­druck­ten Satire-Etikett aushelfen woll­ten. Von Bah­n­ers (FAZ) bis Stokows­ki (Spiegel) eil­ten alle zu Hil­fe, weil man die Presse­frei­heit in Gefahr sah.

Willkommen­er Anlass dieser Täter-Opfer-Umkehr mit dem Beigeschmack der Kumpanei waren indes nicht die Reak­tio­nen der Leser, der Polizis­ten oder die Klage, welche der Chef der Polizeigew­erkschaft ankündigte. Selb­st unter den Vertei­di­gern ging kaum jemand so weit, den Artikel inhaltlich zu vertei­di­gen – außer Bah­n­ers und Stokows­ki natür­lich. Mei­n­ungs­frei­heit gelte auch für schlecht darge­brachte oder leicht irre Mei­n­un­gen, so die mod­er­ateren Hengame­hi­an­er. Ein­er Ein­schätzung, der ich mich schw­eren Herzens anschließen müsste. Erst die Ankündi­gung der Klage von Innen­min­is­ter See­hofer änderte die Lage. Nun ging es um’s Prinzip!

Der Prag­matik­er in mir würde empfehlen, die Sache auf kleiner­er Flamme zu kochen, denn das härteste, in das dieser Innen­min­is­ter erfol­gre­ich seine poli­tis­chen Zähne geschla­gen hat, muss eine Weißwurst gewe­sen sein. Seine Kla­gen bleiben seit jeher in der Ankündi­gung steck­en. Seinen Ruf als Bettvor­leger hat der Schorsch nicht zufäl­lig, er pflegt ihn hinge­bungsvoll. Erre­icht hat er mit der aktuellen leeren Dro­hung, dass es nun nicht mehr um den Inhalt eines abscheulichen Artikels geht, son­dern der Kampf um den Erhalt der Presse­frei­heit aus­gerufen wurde. Und wer sich da in einem offe­nen Brief für dieser Schlacht zur Vertei­di­gung der Frei­heit in die erste Rei­he stellt, ist weit bessere Satire als das Geschreib­sel ein­er TAZ-Autorin mit man­gel­hafter Impul­skon­trolle, die in ihrem ganzen Leben noch keinen satirischen Satz zus­tande gebracht hat.

Auftritt der Gouvernanten

Die „friends of hengameh“ veröf­fentlicht­en einen offe­nen Brief an die Kan­z­lerin und fordern, diese möge doch den „mas­siv­en Angriff gegen die Mei­n­ungs- und Presse­frei­heit“ been­den, den ihr Innen­min­is­ter gegen die TAZ ges­tartet habe.

„Die gefährliche Instru­men­tal­isierung dieser Debat­te durch den Innen­min­is­ter spal­tet die Gesellschaft, sie führt auch dazu, dass Autor_innen wie Hengameh Yaghoob­i­farah von anderen Recht­spop­ulis­ten und Recht­sex­tremen mas­siv ange­fein­det, ange­grif­f­en und bedro­ht wer­den.“

Merke: See­hofer spal­tet die Gesellschaft, TAZ-Autorin­nen tun sowas nicht. Doch wie Moses das Rote Meer, glaubt Hengameh die Men­schheit in nüt­zliche Men­schen und Polizis­ten teilen zu kön­nen. Was bitte spal­tet die Gesellschaft mehr als dies? Natür­lich ergreift der Brief wie jedes Gewächs aus dem ide­ol­o­gisierten linken Kräuter­garten die Gele­gen­heit, im ewigen Kampf gegen rechts die Glocke zu läuten. Ist man sich wirk­lich sich­er, dass bei den „Angrif­f­en und Dro­hun­gen“ keine Satire im Spiel ist, die die Autorin nur nicht ver­standen hat? Kann es nicht auch sein, dass eini­gen ein­fach auch mal die Hutschnur riss?

Sätze wie „Hal­ten sie bitte die Fresse, wir sind hier in Deutsch­land“ ent­fleuchen ja bekan­ntlich sog­ar grü­nen Erzen­geln wie Cem Özdemir, der neben­bei bemerkt an dieser Stelle sog­ar richtig men­schlich rüberkam, nach­dem er vorher im Inter­view nur belan­glose Textbausteine apportierte. Und wieso eigentlich ist im Brief „von anderen Recht­spop­ulis­ten“ die Rede? Zählen die Unterze­ich­n­er des Briefes etwa die TAZ-Autorin dazu? Oder den Min­is­ter? Wollte das Lek­torat bei diesem Brief nicht mit­machen?

„Sie, sehr geehrte Frau Bun­deskan­z­lerin, wis­sen genau wie wir, dass die Kolumne durch die im Grundge­setz ver­ankerte Mei­n­ungs­frei­heit gedeckt ist.“

Hal­ten wir uns hier nicht mit der Frage auf, ob die Unterze­ich­n­er wis­sen kön­nen, was sie nur zu wis­sen glauben oder gar wis­sen, was, wie und ob die Kan­z­lerin denkt. Wis­sensan­maßung ist dort, wo TAZ & Co gemein­sam Stall­geruch ver­strö­men, an der Tage­sor­d­nung. Entschei­dend ist, dass die Kolumne tat­säch­lich vom Grundge­setz geschützt ist. Auch wenn der Brief Presse- und Mei­n­ungs­frei­heit durcheinan­der­bringt. Und daraus ergeben sich zwei Fra­gen.

Erstens: Was ist eigentlich noch alles von der Mei­n­ungs- oder Presse­frei­heit gedeckt, ohne dass dies die Briefeschreiber inter­essiert?

Zweit­ens: Wie ver­hält es sich in dem Fall mit dem Pos­tu­lat vom Anfang dieses Artikels, was sind die Kon­se­quen­zen?

Antwort zu eins: So einiges, von dem uns viele der Unterze­ich­n­er des offe­nen Briefes immer wieder sagen, es gehöre abgeschafft, krim­i­nal­isiert, ver­boten und aus­gerot­tet.

Antwort zu zwei: Hier teilen sich die Zuständigkeit­en. Da die Mei­n­ungs­frei­heit nicht ver­let­zt ist, weil es sich bei dem Artikel klar um Mei­n­ung han­delt, ist der Innen­min­is­ters hier nicht zuständig. Hinz und Kunz und natür­lich die Polizeigew­erkschaft dür­fen kla­gen und mein­er Mei­n­ung nach soll­ten sie dies auch tun. Alles andere hät­ten die Leser erledigt, die sich in Scharen und mit Grausen von solchen Stürmereien abwen­den. Und die Leser hät­ten den Job auch zu Ende gebracht, wäre See­hofer der TAZ durch die Über­re­ichung der Opfer­rolle nicht beige­sprun­gen. Es waren schließlich nicht die „Recht­spop­ulis­ten“, die die Autorin hart angin­gen, son­dern zuerst mal die stramm­linken TAZ-Leser in Briefen, Kom­mentaren und Abon­nemen­tkündi­gun­gen. Das ist das mächtig­ste Werkzeug in den Hän­den der öffentlichen Mei­n­ung, die ein­er Bewe­gung, ein­er Idee, ein­er Partei oder einem Medi­um Ver­trauen und Aufmerk­samkeit entziehen und dem Lauf der Dinge beim Vertrockne und Abster­ben der­sel­ben zuse­hen kann. Wenn man sie nur ließe und sie nicht ständig in eine bes­timmte Rich­tung zu schub­sen ver­suchte.

„Wir möcht­en in Deutsch­land eine kri­tis­che, bre­ite und faire Debat­te über Ras­sis­mus, über Polizeige­walt und Macht­miss­brauch führen. Was durch die Strafanzeige gegen Hengameh Yaghoob­i­farah passiert, ist eine poli­tis­che Stim­mungs­mache gegen das Antidiskri­m­inierungs­ge­setz in Berlin…“

Das ist eine glat­te Lüge. Die Unterze­ich­n­er wollen, dass man ihre Vorstel­lung davon, was Ras­sis­mus, Polizeige­walt und Macht­miss­brauch sind, wider­spruch­s­los akzep­tiert. Im konkreten Fall ging Gewalt zudem nicht von der Polizei aus, son­dern in ver­baler Form von der Autorin. Es ist schon dreist, sich auf diese Weise an die BLM-Bewe­gung „Unsere Stadt soll schön­er wer­den“ anzuwanzen. Und was ist eigentlich aus der poli­tis­chen Hau­drauf­floskel „aus Worten wer­den Tat­en“ gewor­den? Gilt die nur für Höcke-Reden?

Zum erwäh­n­ten Berlin­er Antidiskri­m­inierungs­ge­setz nur soviel: es sorgt für eine Beweis­las­tumkehr, weil nun ein beklagter Polizist beweisen muss, dass er nicht diskri­m­iniert hat. Juris­tisch gese­hen verkehrte Welt, die wir bess­er nicht bejubeln soll­ten, wenn wir nicht erleben wollen, wie sich eine amerikanis­che “blue flu” in Ham­burg oder Köln anfühlt.

„Diese Strafanzeige ist eine Ein­schüchterungstak­tik gegen all jene, die sich öffentlich für die Chan­cen­gle­ich­heit aller Bürger_innen in diesem Land posi­tion­ieren.“

Ein­schüchterungstak­tik? Das ist RAF-Rhetorik wie aus dem Lehrbuch. Wenn Vor­würfe wie oben übri­gens nicht ger­ade von link­er Seite kom­men, wer­den sie in unseren Medi­en stets genüsslich bis empört als Ver­schwörungs­the­o­rien beze­ich­net. Chan­cen­gle­ich­heit? Das ist echt der Brüller für Medi­en, die jeden Tag der Gle­ich­heit der Ergeb­nisse das Wort reden.

„Wir fordern ein Beken­nt­nis zum Schutz von Journalist_innen, die kri­tisch die Arbeit poli­tis­ch­er Entscheidungsträger_innen begleit­en und wichtige Debat­ten anstoßen.“

Das ist mal ein Satz, der mir fast gefällt. Ich würde die zer­gen­derten “Jour­nal­is­ten” jedoch durch „Bürg­er“ erset­zen, denn es ist kein jour­nal­is­tis­ches Priv­i­leg, die Arbeit poli­tis­ch­er Entschei­dungsträger kri­tisch zu begleit­en – das ist gewis­ser­maßen erste Bürg­erpflicht. Auf­gabe des Jour­nal­is­mus ist es eigentlich, dem Bürg­er dafür gut recher­chierte und valide Fak­ten an die Hand zu geben und ihm als Sou­verän die Schlussfol­gerun­gen zu über­lassen. Das hat in let­zter Zeit eher mit­tel­prächtig funk­tion­iert. Auch frage ich mich im Zusam­men­hang mit dem als Rohrkrepier­er geen­de­ten TAZ-Artikel, welche Debat­te er wohl angestoßen haben mag. Etwa, wie weit man die ver­bale Gewalt gegen Teile der Exeku­tive (Polizei) eines Lan­des treiben kann, bis ein ander­er Teil der Exeku­tive (der Innen­min­is­ter) „genug“ ruft? Eine Debat­te über Müll­tren­nung vielle­icht?

Die Angst vor der vorge­blichen Polizeige­walt kann jedoch bei der Presse ganz all­ge­mein nicht sehr groß sein, beson­ders wenn man die Schnap­pat­mung von heute mit der Leise­treterei von 2005 ver­gle­icht, als die Mei­n­ungs­frei­heit von ganz ander­er Seite unter Gewal­te­in­fluss geri­et. Die TAZ druck­te, soweit ich mich erin­nere, let­ztlich zumin­d­est einige der Mohammed-Karika­turen aus „Jyl­lands Posten“ nach – die Welt alle, Spiegel und Focus keine. Die gewalt­täti­gen „Kon­se­quen­zen“ aus unserem ein­führen­den Satz waren mit Hän­den zu greifen gewe­sen und was der Preis unbe­que­mer Mei­n­ungs­frei­heit sein kann, wurde uns 2015 mit dem Mas­sak­er in der Redak­tion von Char­lie Heb­do deut­lich vor Augen geführt. Die hasen­füßige Ableitung unseres Mot­tos von oben lautete 2005 für die Mehrheit der europäis­chen Presse, man habe zwar das Recht auf Presse­frei­heit, müsse dieses aber ver­ant­wor­tungsvoll gebrauchen! Kein offen­er Brief, kein Wort von „wir fordern…“ oder „wir lassen nicht zu“ – im Gegen­satz zu See­hofer machen die Adres­sat­en der eingeschränk­ten Kun­st- und Presse­frei­heit aus 2005 näm­lich Haus­be­suche.

Die Dop­pel­stan­dards einiger der promi­nen­ten Unterze­ich­n­er des offe­nen Briefes, die sich hier aus­gerech­net zur Vertei­di­gung der Mei­n­ungs- und Presse­frei­heit auf­schwin­gen, welche sie an ander­er Stelle gern durch Zen­sur, Ver­bote und deftige Strafen „ergänzen“ möcht­en, ist mit Hän­den zu greifen.

Sybille Berg etwa beze­ich­nete die Peti­tion der Dres­d­ner Buch­händ­lerin Susanne Dagen gegen den Van­dal­is­mus auf der Frank­furter Buchmesse 2017 als eine Aktion „für das Recht der Recht­en, ungestört Men­schen­hass zu ver­bre­it­en“. Dabei hat­te Dagen nur etwas dage­gen einzuwen­den, dass flach­hirnige Aktivis­ten falschen Gebrauch von Büch­ern macht­en, indem sie sie physisch statt im Feuil­leton zer­ris­sen. Men­schen­hass kon­nte Frau Berg in den Aus­las­sun­gen besagter TAZ-Kolumne offen­bar nicht erblick­en, was die hengame­hisch ange­has­sten Polizis­ten gle­ich­wohl anders empfind­en dür­fen.

Mit an Bord des Briefes auch Leicht­ma­trosin Car­o­la Rack­ete, der es nach eigen­er Aus­sage mit­tler­weile „zu voll“ in Deutsch­land ist, nach­dem sie sich nach Kräften an der Fül­lung des ihr ver­has­sten Lan­des beteiligte. Zu Böh­mer­mann, Stokows­ki, Yücel und anderen Betschwest­ern, deren Geis­teswelt bipo­lar­er und has­ser­füll­ter ist als der Kalte Krieg in der Cuba-Krise, ist ohne­hin alles gesagt. Auch dass die halbe Belegschaft der TAZ, BLM Deutsch­land, die Chefredak­tion von Titan­ic und sog­ar längst auf der­sel­ben kell­nernde Ben­to-Autoren den Brief unterzeichnen…geschenkt.

Dass aber aus­gerech­net ein lei­t­en­der Mitar­beit­er von CORRECTIV das Ban­ner der Presse­frei­heit schwenkt, obwohl dessen Laden doch wie die Mis­tel vom Saft ander­er Pub­lika­tio­nen lebt, indem man dort Mei­n­un­gen „fak­tencheckt“ und deren Reich­weite herunter drückt, ist ein­fach nur grotesk!

Die Briefeschreiber müssen aber keine Sorge haben, Mut­ti wird ihren Horst schon zurück in die Hütte pfeifen, von dem hat eure Hengameh nichts zu befürcht­en. Auch andere Kla­gen wer­den wohl aus­ge­hen wie das Horn­berg­er Schießen. Was sind schon die ver­acht­enswerten Kritzeleien ein­er unbe­deu­ten­den Per­son gegen die physis­che Gewalt, der die Polizei mit­tler­weile tagtäglich in den Städten aus­ge­set­zt ist.

Ich set­ze daher eher auf die prak­tis­che Intel­li­genz mein­er Mit­bürg­er, die sich bei der Alter­na­tive, ob sie lieber auf die Polizei oder auf die TAZ verzicht­en wür­den, wahrschein­lich für let­zteres entschei­den wer­den. Und dem edel­weißen Sören-Sojalat­te-Kollek­tiv beim selb­st­bes­timmten Ver­glim­men zuzuse­hen, wärmt nicht nur länger als ein Molo­tov-Cock­tail, es ist auch bess­er für die Umwelt..

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12 Kommentare

  1. “Ein­er Ein­schät­zung, der ich mich schwe­ren Herzens anschlie­ßen müsste.”
    Immer mehr Men­schen im Lande erset­zen in besagtem Text das Wort “Polizis­ten” durch das Wort “Jour­nal­is­ten”,
    Schön, dass das jet­zt ganz offiziell durch Medi­en­mach­er abge­seg­net ist…

  2. Ich würde die taz-Sache auch auf klein­er Flamme brat­en. Von mir aus kann die Dam*In mich auch öffentlich auf die Mül­lkippe wün­schen. Man muss auch nicht so tun, als ob man sich mag. Man mag sich nicht. So ein­fach ist das.

  3. So viel Kom­men­tar­text zu solch ein­er Lap­palie. Viel Rauch um nichts. Wed­er die Taz, noch dieses unaussprech­liche Weib haben irgen­deine Rel­e­vanz. Naja, durch Horst hat sie jet­zt welche. Natür­lich hat sie welche auch in den linken Ter­ror­is­tenkreisen. Immer­hin bin ich dann auch im Bilde, was sich im Unter­grund so tum­melt. Kleine Par­a­siten, die sich ganz wichtig machen eben.

    Nüt­zlich­er weise kann man deren Argu­mente in diesem offe­nen Brief ganz unver­hohlen kopieren, wenn mal wieder scharf gegen den poli­tis­chen Geg­n­er geschossen wird. Dann wer­den sie mit Autoren­be­nen­nung ein­fach zitiert. Boomerang nen­nt man das dann tre­f­fend. Abge­wor­fen und gegen den eige­nen Kopf gedonnert.

    • Natür­lich sind taz und Hän­ga… in der Sache völ­lig irrel­e­vant und blödsin­nig. Das Prob­lem ist allerd­ings, dass wed­er der intellek­tuelle, noch der Wahrheits­ge­halt in der gesellschaftlichen Debat­te über­haupt noch eine Rolle spielt.

      Beispiel­sweise haben die logis­chen und sach­lichen Tota­laus­fälle von Cook und Pow­ell bezüglich 97% und 99% Kon­sens der Kli­mawis­senschaftler keine Kli­mafa­natik­er daran gehin­dert, unter Bezug auf eben diese Luft­num­mern “Fol­low the sci­ence!” zu rufen.

      Es geht nicht mehr um das qual­i­fizierteste und zutr­e­f­fend­ste, son­dern das lauteste Argu­ment. Egal, wie blödsin­nig und irrel­e­vant es ist. Es ist ja noch nicht ein­mal mehr nötig, dass es for­mal über­haupt ein Argu­ment ist. Ad hominem reicht völ­lig.

      Insofern ist es völ­lig richtig, dass Blödsinn wie diese Polizis­ten­schmähung kein­er­lei inhaltliche oder sach­liche Rel­e­vanz haben. Dum­mer­weise und lei­der haben sie gesellschaftliche Rel­e­vanz. Und Zünd­kraft. Und die Fol­gen sind lei­der alles andere als irrel­e­vant.

  4. Wenn ich die hohen und hehren Ziele, die die taz in ihrer Selb­st­darstel­lung zu ver­fol­gen vorgibt, ins Ver­hält­nis zu dem küm­mer­lich-blö­den Mach­w­erk, mit dem sich diese Hen­gad­ings­bums selb­st ein Armut­szeug­nis aus­geschrieben hat, set­ze, fällt mir nur ein Uralt-Witz in neuer Fas­sung ein:

    Fällt eine Aus­gabe der taz neben einen Kuh­fladen und die bei­den machen sich bekan­nt. Die taz: „Ich bin ein Stück Qual­ität­sjour­nal­is­mus!“ Der Kuh­fladen: „Ja, dann bin ich eine Torte!“

  5. Die Polizei sollte ein­fach mal streiken. Bevorzugt in Gegen­den wo links-grün gewählt wird. Ille­gal? Wer soll sie den ver­haften? 🙂

  6. In diesem Land darf jed­er seine Mei­n­ung sagen — im Rah­men des Erlaubten, natür­lich!!!!
    Wo kämen wir denn auch son­st hin?? Mei­n­ungsvielfalt erschw­ert das Regieren — und das wollen wir doch nicht — oder?

  7. Die Kan­z­lerin hat sich nach rei­flich­er und län­ger­er Über­legung ziem­lich unver­schwurbelt geäußert. Sog­ar linke DJV hat zu dem “taz-Text irgen­deine Mei­n­ung.
    In höflich­es Schweigen hüllt sich nach wie vor der Deutsche Presser­at, was der Jounaille, Her­rn See­hofer und den lit­er­ar-ästhetis­chen Erwä­gen­den sehr spät oder gar nicht auffiel.
    Wahrschein­lich liegt, es daran, dass der Deutsche Presser­at gar nicht dazu berufen ist, sich zu Läs­sigkeit­en im Pressegeschehen zu äußern. Er wird es uns in all sein­er Gnade dem­nächst wis­sen lassen, oder auch nicht.

  8. Lieber Roger, wie soeben als Eilmel­dung über den Tick­er läuft, hat Mut­ti den Horschti zurück­gep­fif­f­en.
    War nicht anders zu erwarten und auch richtig. Denn ja, auch solch wider­liche Texte sind durch die Mei­n­ungs­frei­heit gedeckt.
    Inter­es­sant wird nur zu sehen sein, ob sel­bige auch gilt, wenn Mal wieder ein “Rechter” einen Text vom Stapel lässt, der der linken Mei­n­ungs­blase sauer auf­stößt.
    Ich fürchte allerd­ings, dann ist es mit der Mei­n­ungs­frei­heit vor­bei. Dann heißt es wieder Hass ist keine Mei­n­ung.

    See­hofer würde ich nur rat­en, eine Belei­di­gungs- und Ver­leum­dungsklage einzure­ichen. Denn ihn, wie du ja auch fest­stellst, mit ANDEREN Recht­spop­ulis­ten und Recht­sex­tremen in einem Satz zu nen­nen dürfte dafür reichen.
    Ist das Dummheit oder Pro­voka­tion?

  9. “Ich set­ze daher auf die prak­tis­che Intel­li­genz mein­er Mit­bürg­er…” Wert­er Herr Letsch, da befürchte ich, dass Sie auf das sprich­wörtliche “tote Pferd” set­zen.

    • Soweit es nur die “Alter­na­tive, ob sie lieber auf die Polizei oder auf die TAZ verzicht­en wür­den” bet­rifft, wäre ich nicht ganz so skep­tisch. Und warten wir erst mal den Herb­st ab, wenn es wirtschaftlich tat­säch­lich ungemütlich­er wird — vielle­icht justiert dies dann die Pri­or­itäten ein wenig.

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