Eins muss man dem ZDF lassen: man gibt sich dort redlich Mühe, um nicht der Frater­nisierung mit dem erk­lärten Feind oder gar der unvor­ein­genomme­nen Berichter­stat­tung bezichtigt wer­den zu kön­nen. Beim Som­mer­in­ter­view mit AfD-Chef Alexan­der Gauland über­ließ man nichts dem Zufall. Mod­er­a­tor Thomas Waldes Fra­gen ende­ten denn auch stets mit der plump hingezirkel­ten Fest­stel­lung, dass die AfD vor allem eines sei – keine Alter­na­tive für Deutsch­land. Der ZDF-Fernsehrat wird sich fra­gen lassen müssen, warum der Hin­weis „Dauer­wahlwerbe­sendung für alle Parteien, außer dieser einen“ nicht einge­blendet wurde.

Gle­ich zu Beginn behauptet Walde, die Men­schen lit­ten ja so entset­zlich unter dem Kli­mawan­del, obwohl sie streng genom­men nur unter ein­er ungewöhn­lichen Som­mer­hitze lei­den und manche es vor lauter Spaß am schö­nen Wet­ter auch mit dem Lei­den nicht so genau nehmen. Dass jedoch Wet­ter und Kli­ma heute ständig zu einem poli­tis­chen Angst­brei zusam­mengerührt wer­den, daran haben sich die ZDF-Mach­er offen­bar schon so gewöh­nt, dass es jedem Mod­er­a­tor flüs­sig über die Lip­pen geht. Deshalb leit­et man eine Frage zum Kli­mawan­del und was die AfD gegen die Affen­hitze zu tun gedenke, mit ein­er Fest­stel­lung ein, dieser sei ja klar und ohne Zweifel men­schengemacht. Darüber lässt man keine Zweifel zu und wer wie Gauland nicht gut im The­ma drin­steckt und anders als Vertreter ander­er Parteien nicht zumin­d­est den Ein­druck ver­mit­telt, Experte für alles zu sein, muss sich vor­führen lassen wie ein Tanzbär.

Doch eigentlich ist es nicht die Auf­gabe des Mod­er­a­tors, Behaup­tun­gen zu unum­stößlichen Fak­ten aufzublasen und als Pflöcke ins Gespräch zu schla­gen, um die herum der inter­viewte Delin­quent brav laufen soll. Die Auf­gabe des Mod­er­a­tors wäre es, Fra­gen zu stellen, und zwar sach­liche, meinetwe­gen auch pro­vokante. Aber Walde leit­et das The­ma Rentenkonzept mit einem rotzi­gen „Warum haben sie sich die Mühe nicht gemacht, eins zu entwick­eln“ ein, obwohl die AfD bei jed­er Gele­gen­heit betont, dass sie dies sehr wohl tue und dafür einen eige­nen Parteitag ange­set­zt habe. Wusste Walde dies nicht? Unwahrschein­lich. Dazu wurde diese Frage schon viel zu oft gestellt, wenn auch noch nie in ein­er der­art unsach­lichen Form. Waldes For­mulierung war somit nichts als eine Pro­voka­tion, die wie alle seine Fra­gen dem Zuschauer vor allem eines klar machen soll­ten: Gauland ist hier nicht erwün­scht, die AfD ist hier nicht erwün­scht. Wir vom ZDF wür­den sie lieber vertreiben und zum Teufel jagen und lieber als uns in Inter­views mit Vertretern der AfD zu unter­hal­ten, wür­den wir in deren Abwe­sen­heit über sie reden.

An einem Ein­spiel­er zum The­ma Rente von Jörg Meuthen, in dem dieser „…die Men­schen Schritt für Schritt in eine selb­st­gewählte Form der Altersvor­sorge ent­lassen“ will, arbeit­et man sich denn auch sehr selek­tiv ab. Die Äußerung bedeute ja wohl, dass man das Sol­i­darprinzip bei der Rente abschaf­fen wolle. Walde insistiert ger­adezu, Gauland solle doch endlich zugeben, dass er die Hand an die Rente leg­en wolle, um möglichst viele Men­schen ins Elend zu stürzen. Dass Meuthens Idee die Worte „Schritt für Schritt“ enthält, eben weil man selb­st bei kom­plet­ter Umstel­lung des Renten­sys­tems niemals bere­its erwor­bene Ansprüche ein­fach so stre­ichen kann, ignori­ert das ZDF geflissentlich. Die Botschaft an die Zuschauer lautet hier: Die AfD hat zwar noch kein Rentenkonzept, aber sie will euch auf jeden Fall die Rente weg­nehmen. Das ist natür­lich keine Unter­stel­lung, das ist Qualitätsjournalismus!

Näch­ste Frage: Dig­i­tal­isierung. Gauland beken­nt, dazu kaum Erhel­len­des beitra­gen zu kön­nen und Walde möchte die Gele­gen­heit nutzen, zum Todesstoß anzuset­zen: „Wenn jet­zt jemand mor­gen an seinen Arbeit­splatz zurück geht kann er auch nicht sagen, „tut mir Leid, Chefin, ich hab von dig­i­tal­en Din­gen jet­zt nicht wirk­lich Ahnung, ich lass das bleiben.“ Die Arbeit­nehmerin­nen und Arbeit­nehmer müssen sich jeden Tag damit beschäfti­gen und ihre Partei hat da keine Alter­na­tive für Deutschland.“

Da ist er wieder, der Claim “keine Alter­na­tive für Deutsch­land”, der immer wieder auf­taucht, damit der Zuschauer auch nicht ver­gisst, was der Zweck der Sendung ist. Man muss sich jedoch wun­dern, ob man beim ZDF die Fra­gen, die man stellt, durch irgen­deine Art von Redak­tion laufen lässt, oder ob Walde solchen Blödsinn spon­tan raushaut. Stellt er sich so die Her­aus­forderun­gen der Dig­i­tal­isierung vor? Man kommt zur Arbeit und dann ist sie plöt­zlich da, die Dig­i­tal­isierung und die Chefin sagt, das machen wir jet­zt mal so? Doch bevor man etwas Zeit hat­te, die Sug­ges­tion in ihrer ganzen Verkom­men­heit zu begreifen, steigt das ZDF noch eine Stufe höher auf der Empörungsleiter.

Ein lautes „Buh­hh“ aus dem Off und Beschimp­fun­gen set­zen ein, und man darf sich fra­gen, wie die Anti-Gauland-Demon­stran­ten es geschafft haben, so klar in den Ton des ZDF zu kom­men. Auch dass gle­ich eine Kam­era parat war, die die Stör­er nur Sekun­den später ins Live-Bild rück­te, erscheint im nicht ger­ade für Spon­tan­ität bekan­nten ZDF doch etwas merk­würdig. Der Gipfel der Frech­heit war jedoch, dass der Mod­er­a­tor seinen Talk-Gast fragte, ob dieser die Rufer bestellt habe. Man weiß ja, wie diese AfD-ler ticken…ohne Beschimp­fun­gen und „Gauland, hau ab!“-Sprechchöre gehen die ja nicht mal zum Bäck­er! Diese Begleit­musik hielt man bei den Mainzelmän­nchen offen­bar für sehr passend, weshalb Walde auch die flap­sige Zwis­chenbe­merkung „Sie kom­men damit klar?“ ein­streute. Für einen spon­ta­nen Zwis­chen­fall sah die Störung bemerkenswert organ­isiert aus.

Brauchen wir Schutz vor AirBnB?

Schwach reagierte Gauland zum Schluss auf die Frage, wie die AfD mit der Woh­nungsnot umzuge­hen gedenke. Walde wörtlich. „AirBnB macht Druck auf den Miet­woh­nungs­markt, wie wollen sie Men­schen davor schützen?“ Hier hätte ich doch erwartet, dass jemand, der von sich behauptet, kon­ser­v­a­tiv zu sein, zunächst mal die Fragestel­lung ent­larvt. Kampf gegen AirBnB, wirk­lich? Warum soll man ein Symp­tom bekämpfen, statt die Ursache anzuge­hen? Auf­grund umständlich­er Bau­genehmi­gun­gen, Däm­mau­fla­gen, Energiepässen und anderen bürokratis­chen Hür­den stag­niert der Bau von Woh­nun­gen, während in den let­zten Jahren über eine Mil­lion Men­schen ins Land kamen, die für ein extremes Ungle­ichgewicht am Woh­nungs­markt sor­gen. Die durch die per­ma­nente Euroret­tung zusam­mengeschrumpften Anlagemöglichkeit­en treiben die Immo­bilien­märk­te in eine gigan­tis­che Blase hinein und außer­dem sorgt die Miet­preis­bremse für ein Auswe­ichen in den lukra­tiv­en Markt der Kurzzeitver­mi­etung. Eigen­tum verpflichtet, sagt das Grundge­setz – und zwar zu ver­ant­wor­tungsvollem Umgang mit dem­sel­ben. Wer daraus ableit­et, man müsse es am besten kosten­los oder doch zumin­d­est zu möglichst kleinem Preis jedem zur Ver­fü­gung stellen, der danach fragt, ist nicht nur schief, son­dern sozial­is­tisch-schief gewick­elt. Das mag in Venezuela usus sein und auch ein Mod­er­a­tor des ZDF mag so tick­en. Damit sollte man es aber auch bewen­den lassen. Poli­tik­er soll­ten – ganz gle­ich, welch­er Coleur – stets deut­lich machen, das die Prob­leme am Woh­nungs­markt schon etwas kom­plex­er sind, als das man sie durch die Jagd auf AirBnB-Anbi­eter lösen kön­nte. Gauland kurz­er­hand als Hex­er zu ver­bren­nen, würde dem anges­pan­nten Woh­nungs­markt übri­gens auch nicht helfen – ganz gle­ich, wie gern Walde die erste Fack­el gewor­fen hätte.

Das die Staats­gläu­bigkeit beim ZDF ein warmes Zuhause hat, bewies Thomas Walde übri­gens in seinem abschließen­den State­ment: „Die Men­schen, die gern eine Antwort darauf hät­ten, wie sie ihre Zukun­ft gestal­ten und welche Rolle ihre Partei dabei spielt, welche Alter­na­tiv­en ihre Partei anbi­etet, dazu erfährt er in dem Pro­gramm nichts und muss sich das irgend­wie zusammensuchen…“

Lieber Herr Walde, Sie irren sich. Die Men­schen erwarten keine Antwort der Poli­tik auf die Frage, wie sie ihr Leben gestal­ten sollen. Solche Antworten geben nur autoritäre Staat­en. Die Men­schen soll­ten jedoch erwarten kön­nen, dass sich die Poli­tik bei der Gestal­tung der Zukun­ft nicht mit Gän­gelung und Zielvor­gaben in ihr Leben ein­mis­cht. Lei­der fehlte es Gauland hier an Schlagfer­tigkeit, um dieser let­zten Unver­schämtheit angemessen zu begegnen.

Fazit

Anders als etwa beim ARD-Som­mer­in­ter­view mit dem Grü­nen Robert Habeck, der aus­führlichst Regierungskri­tik äußern durfte, sollte sich Gauland in ein­er Weise zu Poli­tik­feldern äußern, als hätte er das Ver­sagen der Regierung dort zu ver­ant­worten. Während sich Poli­tik­er der Grü­nen auf gefäl­lige Stich­worte ver­lassen kön­nen und höch­stens mit ihren eige­nen Aus­sagen kon­fron­tiert wer­den, erwartet man von Gauland, dass er zu jedem Satz, den je ein AfDler von sich gegeben hat, inhaltlich Stel­lung bezieht. Tut er dies dann auch kri­tisch, bläst man seine abwe­ichende Mei­n­ung zum partei­in­ter­nen Dis­sens auf. Das kann man machen, hin­ter­lässt beim Zuschauer aber ein G’schmäckle, das sich durch die Art und Weise, wie Gauland vom ZDF vorge­führt wurde, nur noch ver­stärkt. Unsere öffentlich-rechtlichen Medi­en sind immer schnell dabei, der AfD vorzuw­er­fen, sie hätte sich in ein­er Opfer­rolle ein­gerichtet, gehen aber gle­ichzeit­ig extrem unpro­fes­sionell mit deren Vertretern um. Inhaltlich hat­te Gauland in der Tat wenig beizu­tra­gen, was natür­lich auch an den Fra­gen gele­gen hat. Dass ihm und sein­er Partei das ZDF-Inter­view auf­grund des unwürdi­gen Auftritts des Mod­er­a­tors Thomas Walde am Ende eher nützen als schaden wird, war vom ZDF jedoch mit Sicher­heit anders “bestellt”.

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16 Kommentare

  1. Hinzu kön­nte man bemerken, dass die AfD mit Bernd Lucke und sein­er EU kri­tis­chen Hal­tung für den Main­stream um vieles gefährlich­er war, weil sie die Struk­turen der Finanzelite angriff. Die jet­zige AfD sam­melt die Entrüs­tungsstim­men, inbes,. gegen die Flüchtlinge. Nur das Flüchtling­sprob­lem wurde von den Machthaber selb­st erzeugt, also die Flüchtlinge sind nur ein Werkzeug in ihren Hän­den und somit AfD kämpft gegen Werkzeuge und nicht gegen die Hand, die das Werkzeug hält. Man braucht sich nur in AfD umzuschauen, wer da an der Spitze ist um festzustellen, die Nationalen sind da isoliert und Fed­er­führung haben die, die auf Neben­the­men draufhauen. Solche Sendun­gen haben auch den Zweck, die Iso­la­tion zu ver­stärken, bzw. einen Druck auf die auszuüben, die noch nicht zu dem atlantis­chen Lager gehören oder das Spiel mit der Illu­sion der Demokratie zu spielen.
    Hier bleibt eine gute Frage unbeant­wortet, wieso hat sich Gauland zur ZDF ein­laden lassen. Es musste für ihn klar sein, was für eine Rolle er da für ihn bes­timmt war. Wenn er das trotz­dem gemacht hat, dann ist das ein Hin­weis, dass er in dem Spiel des Main­streams mitspielt.
    Die Rolle von AfD ist ana­log zu der Rolle der Recht­sex­tremen in der BRD. Die Recht­sex­treme faseln über die Welt, die seit 70 Jahren nicht mehr existiert und leben in der nicht existieren­den Welt. Somit sind sie ein aus­geze­ich­netes Ziel für ver­schiedene Staats­di­en­ste, um sie für andere Zwecke einzus­pan­nen. Das geschah auch und ist sog­ar bekan­nt gewor­den, dass es mit staatlichen Unter­stützung war ;).
    Und genau­so die jet­zige AfD – die, die sie unter­stützen, haben nicht begrif­f­en, das es eine von dem Main­stream vorgeschobene Partei ist, die sich nicht mit dem Ursachen, son­dern Neben­wirkun­gen beschäftigt.

  2. Eine Hochzeit des Schmierentheaters!
    Falls es in fern­er Zukun­ft wieder eine Schule für ser­iösen Jour­nal­is­mus geben sollte, müßte dieses “Glanzstück” den Student*innen als Beispiel dafür gezeigt wer­den, was Schmieren­jour­nal­is­mus ist.
    Zur Frage, weshalb sich Herr Gauland das “ange­tan” hat: Vielle­icht hat er sich geopfert — “laßt mich da hinge­hen, ich habe eine dicke Haut — Plus­punk­te sam­meln wir trotz­dem” — nur so ein Gedanke.

  3. Vieles deutet an, dass AfD nach der feindlichen Über­nahme ein Pro­jekt der USA Oli­garchen ist. Wenn man auf AfD aus der USA schaut, ist sie gar nicht so unakzeptabel.
    Natür­lich AfD mit seinem Pro­gramm hat viele Deutsche ange­zo­gen, die sich zu Deutsch­land beken­nen auf die oder andere Weise. Das gibt AfD einen Anschein der Volk­partei, der Bürg­ernähe. Jedoch dass es nur ein Anschein ist, spricht z.B. die Befür­wor­tung von NATO, was sich­er­stellt, dass BRD ein US – Vasal bleibt und sich aus den neokolo­nialen, impe­ri­al­is­tis­chen Struk­turen nicht aus­reißen kann. Alles andere ist eine Nebensache.
    Lieblings­the­ma von AfD, die Flüchtlinge, ist den Machthabern nicht so wichtig. Die Men­schen wur­den und wer­den schließlich nicht deswe­gen ein­ge­laden, weil man sie für irgendwelchen realen Aspekt des Lan­des gebraucht hat, son­dern für dun­kle poli­tis­che Machen­schaften, damit man sie auf die Deutsche het­zen kann, damit man Deutsche auf die Flüchtlinge het­zt, damit AfD ein Entrüs­tungs­the­ma bekommt. AfD hat die Auf­gabe Entrüs­tungsstim­men zu sam­meln und als Prügelkn­abe in den Medi­en. Um Demokratie vorzutäuschen braucht man einen poli­tis­chen Stre­it. Da jed­er Stre­it zwis­chen SPD, CDU, CSU, Grü­nen unglaub­würdig ist, füllt AfD die Lücke aus.
    Wenn AfD die Geset­zes­brüche der Regierung kri­tisiert, dann halb­herzig und nur auf die Regierung bezo­gen, nicht auf das Sys­tem, das dies ermöglicht.
    Wenn also AfD an die Macht käme, hätte sie exakt dieselbe Posi­tion ein­genom­men, welche jet­zt CDU hat.

  4. Das ganze Inter­view war von vorne bis hin­ten eine lächer­liche Farce, ein bil­liges Affenthe­ater mit dem einzi­gen Ziel, die AfD zu dif­famieren. Thomas Walde wirk­te abgerichtet und dressiert wie einst Kom­mis­sar Rex, seine Fra­gen waren dumm, über­flüs­sig und völ­lig unin­ter­es­sant. Die haben wir doch schon tausend Mal gehört. Hinzu kamen dann noch einige dahin bestellte Demon­stran­ten, die wie Sta­tis­ten wirk­ten. Ein bißchen Herumge­plärre, ein paar Schild­chen mit dum­men Sprüchen hochge­hal­ten .….…, und schon hat das ZDF wieder ein­mal den deutschen Michel für blöd verkauft. Lei­der, lei­der funk­tion­iert dieses ein­fache Rezept sog­ar. Es tut mir leid, das sagen zu müssen, aber für mich zählen die Deutschen hier im West­en mehrheitlich (nicht alle !) zu den igno­ran­testen und dümm­sten Indi­viduen der Welt. Nur deshalb kann eine Merkel und ihre Entourage ihren Ver­nich­tungs­plan gegen Deutsch­land bis zum bit­teren Ende durchziehen. Und genau das wird sie tun. Und was tuen die Deutschen (bis auf einige Aus­nah­men)? Nichts ! Oder doch .…, ja, sie wer­den sie wieder wählen.
    Doris Mahlberg

  5. Herr Dr. Gauland sollte einen Rhetorik–Kurs besuchen. Statt sich ständig in die Defen­sive drän­gen zu lassen, hätte er auf die Verur­sach­er der Missstände – die Regierung – ver­weisen und Kor­rek­tur von dieser Seite fordern sollen. Das Thema
    “Flüchtlinge” samt steigen­der Krim­i­nal­ität durch die “Gold­stücke” hätte er sich nicht aus der Hand nehmen lassen dür­fen. Merk­würdi­ger­weise kam von Walde aber auch keine Frage nach dem evtl. Auss­chluss von Lars Steinke. Zum Glück sind die AfD–Abgeordneten im Bun­destag rhetorisch weit bess­er drauf.

    • Beson­ders unan­genehm ist mir aufge­fall­en, dass Gauland beim Inter­view sonst­wo hin­schaut, aber nicht in die Augen seines Gegenüber oder in die Kam­era. Das kommt gar nicht gut, sieht ver­huscht aus und hat Walde sich­er ermutigt, noch ein wenig mehr aufzudrehen.

      • Herr Gauland ist 78 Jahre alt und erfahrungs­gemäß läßt in diesem Alter die Kon­flik­t­fähigkeit nach. Er wird sich ver­mut­lich über kurz oder lang sowieso aus der Poli­tik zurückziehen. Hat man es mit 78 Jahren denn immer noch nötig, sich mit so einem insze­nierten Affenthe­ater herumzu-
        schla­gen ? Vielle­icht nicht. Hut ab vor Her­rn Gauland, daß er diesen Blödsinn über­haupt bis zum Ende mit­gemacht hat.
        Doris Mahlberg

  6. Mehr und mehr entwick­elt sich das ZDF (aber auch Teile der ARD) zum reinen Pro­pa­gan­da-Sender all der poli­tis­chen Strö­mungen, die links der CSU ange­siedelt sind. D.h. aller Parteien außer CSU und AFD. Wie ste­ht dazu der zuständi­ge Fernsehrat? Darf ein öffentlich rechtlich­es Medi­um, finanziert durch den Zwangs­beitrag GEZ eine anscheinend poli­tis­che Min­der­heit in dieser Art dif­famiert wer­den? Es erin­nert mich doch sehr an Staatssender wie in der DDR oder im Reich von Putin und Erdo­gan. Es ist an der Zeit, daß die Bürg­er sich über­legen soll­ten, weit­er­hin die GEZ zu zahlen.

  7. Jo, der Walde hätte den Grü­nen beim Inter­view ruhig mal zu Annalehnchens “Das-Netz-ist-von-uns-durchgerech­net-als-aus­re­ichen­der-Spe­ich­er” vorhan­den, oder “Braukohle­strom-ver­stopft-die-Leitun­gen” blamieren kön­nen. Hate er nicht. Anstatt eine solch absurde These (Physik Quar­ta-Stoff ) mal gründlich zu hin­ter­fra­gen und zwar nach­drück­lich, schweigt er zu dem Blödsinn lieber, möglicher­weise fehlt ihm da auch die Bil­dung, das All­ge­mein­wis­sen. Er kön­nte mal einen Hin­ter­grun­derk­lärter aus dem Hause “Slom­ka-Medi­en” befra­gen. Walde ist nur ein Linkspop­ulist der zu den Besten der Guten gehören will.
    Wohlan…

  8. Im Ein­leitungssatz störte mich spon­tan, daß der Autor des Artikels im Zusam­men­hang mit dem “ZDF” das Wort “redlich” ver­wen­det. Ist es doch laut Duden (Ety­molo­gie, Aus­gabe 01.10.1963) im heuti­gen Sprachraum des Deutschen (im Gegen­satz zu sein­er Bedeu­tung im Alt-bzw. Mit­tel­hochdeutschen) für “ehrlich, anständig” gebräuchlich.
    Die polit-jour­nal­is­tis­che Sauerei Waldes, die Herr Lesch im fol­gen­den Text beschreibt, kann nur zu der damit begrün­de­ten Fest­stel­lung führen, daß das Wort “redlich” in kein­er Weise mit dem Zweit­en Deut­lichen Fernse­hen in Zusam­men­hang gebracht wer­den kann bzw. darf.
    Sel­biges gilt in hohem Maße für den pro­pa­gan­dis­tis­chen Mainstream-‘Journalismus’ in Merkel­stan schlechthin. In den Ankündi­gungsspots im ZDF zu dieser alljährlichen Som­merthe­aterin­sze­nierung über­raschte es, daß auch die AfD als teil­nehmende Partei aufgezeigt wurde. Bei miß­trauis­chen Zuschauern wird bere­its dort der Ver­dacht aufgekom­men sein, daß, den Erfahrun­gen aus sog. Talk­shows entsprechend, der/die jew­eilige AfD-Vertreter/in zur Schlacht­bank geführt wer­den würde. Und so ist es ja auch geschehen. Dieser Staat und seine öffentlich rechtlichen Pro­pa­gan­dasender kön­nen nur noch Abscheu, eher sog­ar Ekel hervorrufen.

    • Im Sinne der Satireverord­nung aus dem Jahr 1792 hätte der Autor sog­ar das Wort “ehrlich” ver­wen­den kön­nen, selb­st wenn die Ver­wen­dung des­sel­ben im Zusam­men­hang mit dem ZDF sel­ten ist. 😉

  9. Diesen Tief­punkt des Jour­nal­is­mus, den auch der Sudel Ede kaum noch hätte top­pen kön­nen, hielt ich genau drei Minuten aus!
    Dann schal­tete ich ab und griff lieber zur Weltwoche.
    Eine Offenbarung!
    Sel­ten wird einem der Unter­schied zwis­chen Jour­nal­is­ten und Pressti­tu­ierten so deut­lich vorgeführt.
    Hier übri­gens das Welt­woche Inter­view mit Gauland von Roger Köppel:
    https://www.weltwoche.ch/ausgaben/2018–30/artikel/in-der-afd-gibt-es-keine-rechtsextremen-die-weltwoche-ausgabe-30–2018.html

  10. So also stellt es sich Herr Walde vor, wenn man es der AfD, dem poli­tis­chen Erzfeind, der Alter­na­tive zu einer
    fehlgeleit­eten gen­der-mul­ti ‑kul­ti-Poli­tik, besorgt. Man set­zt sich in inquisi­torisch­er Hal­tung dem etwas ermat­tet wirk­enden Gauland gegenüber und fragt nach jed­er sorgfältig aus­gewählten Ein­spielung nach, warum jen­er oder sell­er, das so und nicht anders behauptet hat. Und weil diese dil­letan­tis­che Dar­bi­etung Waldes für das ZDF die AfD noch nicht gemein genug und hin­re­ichend ent­lar­vend darzustellen schien, wurde noch eine kleine Truppe rühren­der AfD-Has­s­er mit selb­st­ge­mal­ten Plakat­en, zufäl­lig in guter Ton ‑und Bildqual­ität, dem Pub­likum präsen­tiert, um dem Allerblödesten der Zuschauer zu zeigen, wie unbe­liebt die Alter­na­tive für Deutsch­land in Wahrheit in den Augen des ZDF ist. ’ Ich nehme an, Sie kom­men damit klar’ fragte Walde den etwas kon­stern­iert wirk­enden Gauland, ( selb­st über­haupt nicht über­rascht, ob der medi­alen Inszenierung),nworauf Gauland lei­der den Gesprächd­faden ver­lor. Das Inter­view zeigte einen übereifrigen Erfül­lungs­ge­hil­fen grün-link­er Anti-AfD-Pro­pa­gan­da, einen müde wirk­enden älteren Her­ren, der vielle­icht auf eine reelle Unter­hal­tung gehofft hat­te und sich doch wieder dem gewohn­ten Desavouierungsmodus gegenüber sah. Eine ins­ge­samt infan­tile und pein­liche Dar­bi­etung, die das schlechte Licht, in welch­es man die AfD zu stellen beab­sichtigte, auss­chließlich auf Walde und das ZDF selb­st strahlen läßt. Welche Kleingeister!

    • Stimmt. Das erstaunlich­ste aber ist, dass diese Vorge­hensweise zu funk­tion­ieren scheint. 

      Es ist ziem­lich ungewöhn­lich, dass Men­schen, die man im All­t­ag trifft, Posi­tio­nen vertreten, die nicht in exakt der sel­ben Form auch im Fernse­hen vertreten wer­den. Das dort ver­mit­telte Over­ton-Win­dow ist ja nur ein klein­er Teil­bere­ich dessen, was möglich wäre. Wäre ich weniger zynisch, würde ich diese Tat­sache als ziem­lich erschreck­end betra­cht­en. Beson­ders deshalb, weil sich eigentlich jed­er mit einem The­ma ausken­nt, das jedes Mal, wenn es in den Medi­en behan­delt wird, schlecht bis grundle­gend falsch dargestellt wird. Und Men­schen, die nicht kapieren, dass sich von ihrer Stich­probe auf die Durch­schnittsqual­ität schließen lässt, haben das Wahlrecht. Das ist schon ziem­lich erschreckend.

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