Hamas-Kämpfer, Foto: www.honestlyconcerned.info

Außen­mi­nis­ter Heiko Maas beweist wieder einmal, wie ober­fläch­lich und ein­di­men­sio­nal sein Denken ist. Richtig ist, dass der Anti­se­mi­tis­mus zunimmt in Europa und in Deutsch­land. Maas blickt jedoch in die falsche Rich­tung, wenn er mal wieder die Gefahr von rechts pro­pa­giert und die Gefahr des mil­lio­nen­fach impor­tier­ten isla­mi­schen Anti­se­mi­tis­mus igno­riert. Der Islam als Quelle des Hasses kommt in Heikos Schul­auf­satz, dem „Die Welt“ eine Bühne gab, über­haupt nicht vor. Und er macht unver­zeih­li­che Kate­go­rie­feh­ler, wenn er anmahnt, Gedenk­stät­ten wie das Haus der Wann­see­kon­fe­renz zu besu­chen, wo der Mas­sen­mord an den Juden geplant wurde. Ausch­witz, Bergen-Belsen, Buchenwald…das alles sind genuin deut­sche Schre­cken­sorte, an denen gewiss deut­sche Jugend­li­che etwas über ihre Groß­vä­ter und Urgroß­vä­ter lernen können – den isla­mi­schen Anti­se­mi­tis­mus tan­gie­ren sie nicht, weil diese Orte nur Teil der deut­schen Ver­gan­gen­heit sind, nicht aber der Ver­gan­gen­heit von Migran­ten aus Syrien, Sudan oder Afgha­ni­stan.

Das heißt natür­lich nicht, dass man das spe­zi­fisch deut­sche Erin­nern unter­las­sen sollte. Die Geschichte ist wie sie ist und es ist wichtig, sie zu kennen. Aber der zuneh­mende Anti­se­mi­tis­mus in Deutsch­land speist sich nicht allein aus völ­kisch-ras­sisch-natio­na­lem Murks, sondern immer stärker aus einem vom Isla­mis­mus geka­per­ten linken Inter­na­tio­na­lis­mus. Das äußert sich in BDS-Boy­kot­ten von israe­li­schen Waren und jüdi­schen Künst­lern und Sport­lern, UN-Sank­tio­nen im Minu­ten­takt gegen Israel, Hamas-Soli­da­ri­tät, ver­dre­hen­der Bericht­erstat­tung über Anschläge und Rake­ten­be­schuss Israels aus dem Gaza­strei­fen und vor allem in dem beharr­li­chen Schwei­gen der Bun­des­re­gie­rung zu solchen Vor­fäl­len.

Statt BDS auf die Liste der Ter­ror­un­ter­stüt­zer zu setzen, lässt man deren Schrei­hälse gewäh­ren. Statt die Dro­hun­gen Tehe­rans gegen Israel ernst zu nehmen, kuschelt man mit den Mullahs, um die guten Geschäfte nicht zu gefähr­den. Statt Jeru­sa­lem als Haupt­stadt Israels anzu­er­ken­nen, wettert man gegen Trump, der dies angeb­lich nur tat, um seinem jüdi­schen Schwie­ger­sohn einen Gefal­len zu tun. Statt bei hane­bü­che­nen Ver­ur­tei­lun­gen Israels bei der UN kon­se­quent mit „Nein“ zu stimmen, enthält Deutsch­land sich oft der Stimme und reiht sich manch­mal sogar in die Phalanx der isla­mi­schen Staaten ein, für die noch der letzte umfal­lende Sack Reis in Rāwal­pindi einen Vorwand liefert, Israel zu ver­ur­tei­len.

Seltsame Vorstellungen von Liberalität

Schon die erste Aussage des Ela­bo­rats von Heiko Maas zeigt, wie wenig unser Außen­mi­nis­ter sein Land kennt. „Die Aus­ein­an­der­set­zung mit dem NS-Unrecht hat dazu bei­getra­gen, dass unser Land heute liberal ist.“ Die Vor­stel­lung, Deutsch­land sei ein libe­ra­les Land, kommt natür­lich von der in linken Kreisen sehr häu­fi­gen fal­schen Ver­drah­tung des Begrif­fes „liberal“. Denn diese Frei­heit defi­niert man gern als etwas, das der Staat seinen Bürgern schenkt, nicht als Frei­heit jedes ein­zel­nen Bürgers von der Gän­ge­lung eben dieses Staates. Gerade was diesen Aspekt angeht, hat die Gän­ge­lung der Bürger in den letzten Jahren sehr stark zuge­nom­men.

Außer­dem ist es gera­dezu unan­stän­dig, die Über­win­dung der NS-Zeit, zu einer Art Kathar­sis auf­zu­bla­sen, so als wäre Deutsch­land zu lichten mora­li­schen Höhen gelangt, weil man sich mit deut­schem Unrecht aus­ein­an­der­setzte. Dieser Zun­gen­schlag ist typisch für die deut­sche Politik der letzten Jahre, impli­ziert er doch eine mora­li­sche Über­le­gen­heit, die sich aus dem größt­mög­li­chen Kon­trast zwi­schen dem abso­lu­tem Verb­rech­ten des Holo­caust und des absolut Guten der Welt­ret­tung ergibt. Poli­ti­ker, die noch im Jahr 2019 in ihren reden reflex­haft Hal­te­lei­nen am Natio­nal­so­zia­lis­mus anbrin­gen, um ange­sichts ihres eigenen kleinen Lichts mehr Strahl­kraft zu bekom­men, sind in Wirk­lich­keit geschichts­ver­ges­sene kleine Wichte, die keine Ant­wor­ten auf die Fragen der Gegen­wart haben.

Juden kommen im maas­schen Sinne des Begrif­fes „liberal“ nur vor, wenn man mit ihnen Iden­ti­täts­po­li­tik machen kann, während man auf der anderen Seite aus­ge­rech­net jene Kräfte hofiert und finan­ziert, die mit der jüdi­schen Iden­ti­tät so ihre „Pro­bleme“ haben und die sich auch nicht mit dem Verweis auf den Holo­caust weg-erzie­hen lassen. Deut­sche Gelder fließen an Islam­ver­bände mit ein­deu­ti­ger Agenda, deut­sche Gelder fließen eben­falls, gelenkt vom Außen­mi­nis­te­rium und der EU, nach Gaza und füllen dort die Kriegs­kasse der Hamas. Ein Blick auf unser Nach­bar­land Frank­reich und den dort zuneh­men­den Anti­se­mi­tis­mus sollte unserem Außen­mi­nis­ter sein Amt eigent­lich erlau­ben. Die in jüngs­ter Zeit zuneh­men­den Morde und Gewalt­ta­ten gegen fran­zö­si­sche Juden, deren zuneh­mende Ver­un­si­che­rung und daraus folgend die stark gestie­gene Aus­wan­de­rung nach Israel spre­chen eine deut­li­che Sprache. Die Täter waren radi­ka­li­sierte junge Muslime, Migran­ten wie Fran­zo­sen, denen nicht mit Besu­chen in Gedenk­stät­ten oder warmen Worten eines Poli­ti­kers bei­zu­kom­men ist.

Der zuneh­mende Anti­se­mi­tis­mus in Deutsch­land speist sich aus den­sel­ben Quellen, doch Heiko Maas rührt alle Vor­fälle zusam­men und ruft zum „Kampf gegen rechts“, den er jedoch mit fal­schen Bei­spie­len begrün­det. Den Hit­ler­gruß zeigen neben deut­schen Voll­dep­pen auch die Anhän­ger von Hamas und His­bol­lah, es ist deren offi­zi­el­les Erken­nungs­zei­chen. Der Mann, der als Täter im Ber­li­ner „Kippa-Vorfall“ ver­ur­teilt wurde, war kein deut­scher Neonazi, sondern Syrer und der jüdi­sche Junge, der an einer Ber­li­ner „Schule ohne Ras­sis­mus“ geschla­gen und bedroht wurde, musste sich nicht vor seinen deut­schen Mit­schü­lern fürch­ten – davon gab es in seiner Klasse ohnehin kaum welche.

Maas, der zu den lau­tes­ten Posau­nen­blä­sern gehörte, welche die Vor­gänge in Chem­nitz am liebs­ten zu einem faschis­ti­schen Putsch­ver­such auf­ge­bla­sen hätten, zeigt auch in seinem Gast­bei­trag in der Welt, wie erschre­ckend naiv und rück­wärts­ge­wandt sein Blick auf den gras­sie­ren­den Anti­se­mi­tis­mus in Deutsch­land ist. Denn während der tapfere Heiko noch ver­sucht, die Macht­er­grei­fung der Nazis im Jahr 1933 zu ver­hin­dern, wird in München der Kari­ka­tu­rist Dieter Hanitzsch für sein Lebens­werk aus­ge­zeich­net – obwohl er die SZ wegen einer ste­reo­ty­pen und stür­mer­rei­fen Kari­ka­tur ver­las­sen musste. In Köln wurde jah­re­lang die vor Lügen, Unter­stel­lun­gen und anti­se­mi­ti­schen Ste­reo­ty­pen nur so strot­zende „Kla­ge­mauer“ von Walter Herr­mann auf der Dom­platte gedul­det.

Die deut­sche Politik ver­gießt Kro­ko­dils­trä­nen der Reue in die Ver­gan­gen­heit, zeigt sich aber blind gegen­über den neueren Aus­prä­gun­gen des Anti­se­mi­tis­mus in Deutsch­land, weil sie ihn durch ihre mono­chrome Geschichts­brille einfach nicht erken­nen kann. Der latent vor­han­dene Boden­satz von ultra­rech­ten, unbe­lehr­ba­ren, res­sen­ti­ment­ge­la­de­nen Voll­idio­ten dürfte in Deutsch­land erfreu­li­cher­weise nur wenige Pro­mille betra­gen. Die waren und sind leider uner­reich­bar für Beleh­rung und Auf­klä­rung, ganz gleich, ob es sich um enga­gierte Über­le­bende der Shoah als Vor­trags­rei­sende handelt oder um mora­lisch auf­ge­bla­sene Außen­mi­nis­ter, die „wegen Ausch­witz“ in die Politik gingen. Wir sollten jedoch aus­rei­chend Rechts­mit­tel haben, um mit diesem Problem fertig zu werden.

Die Quelle und Erklä­rung für die aktu­elle Zunahme des Anti­se­mi­tis­mus findet sich hin­ge­gen nicht in Schrif­ten, die den Natio­nal­so­zia­lis­mus ver­herr­li­chen, sondern in dessen dank­ba­ren Rezi­pi­en­ten inTe­he­ran, Ramal­lah, Gaza oder Kabul, weshalb eine „Immu­ni­sie­rung“ durch Besuche in Ausch­witz oder dem Haus der Wann­see­kon­fe­renz auch nicht funk­tio­niert. Die Vor­stel­lung, wir könnten es schaf­fen, dem auf­wach­sen­den latent anti­se­mi­ti­schen Bevöl­ke­rungs­an­teil hier­zu­lande im Zuge der staat­lich ver­ord­ne­ten Inte­gra­tion auch gleich unsere Ver­gan­gen­heit und unsere Schluss­fol­ge­run­gen daraus aufs Gewis­sen zu laden, um sie so gegen Anti­se­mi­tis­mus zu immu­ni­sie­ren, der bei vielen ganz andere Quellen hat, könnte sich als gigan­ti­sche sozio­lo­gi­sche Fehl­leis­tung erwei­sen. Die Fehl­be­set­zung des höchs­ten diplo­ma­ti­schen Amtes Deutsch­lands mit Heiko Maas darf man hin­ge­gen bereits heute als gesi­cherte Erkennt­nis sehen.

Als Ralph Gior­dano im Jahr 2008 eine viel­be­ach­tete Rede auf der „kri­ti­schen Islam­kon­fe­renz” hielt, war Maas im Saar­land Lan­des­po­li­ti­ker, sein „Erwe­ckungs­er­leb­nis” lag also bereits hinter ihm. Es scheint jedoch nicht so, als hätte er viel gelernt von einem Über­le­ben­den der Shoah, der bereits vor mehr als zehn Jahren über­deut­lich machte, welche Pro­bleme auf Deutsch­land zukom­men, wenn es wei­ter­hin seiner Obses­sion für die Opfer der Ver­gan­gen­heit frönt und gleich­zei­tig die Täter der Zukunft gewäh­ren lässt.

(Foto: Hamas-Kämpfer, © www​.honest​ly​con​cer​ned​.info)

8 Kommentare

  1. Maas, klein an Kör­per­maß, glich sein Han­di­cap stets durch beson­dere Anpas­sungs­fä­hig­keit und Oppor­tu­nis­mus gegen­über den Par­tei­lea­dern aus. Als Oskar zur Links­par­tei wech­selte und sich zusam­men mit Rosa Luxen­burg in seinen Palast der sozia­len Gerech­tig­keit zurück­zog, öffnete sich für Klein-Heiko die Tür
    zu großen Macht­op­tio­nen. Der dünnen Per­so­nal­de­cke der SPD und ihrer Lust an der Intrige ist die Tat­sa­che geschul­det, daß nur die flachs­ten und ideo­lo­gi­sier­tes­ten Geister bis an die Spitze der Partei durch­dran­gen. Dort befin­det sich ein erbärm­li­ches Exsudat, eine Nega­tiv­aus­wahl der einst klas­si­schen und stolzen Volks­par­tei, deren große Namen ich kei­nes­falls mit denen der heu­ti­gen Riege wie Kühnert, Maas, Nahles oder Schulz und Schulze in einem Atemzug nennen möchte. Aus Respekt. Was Maas abson­dert, ist es nicht wert , the­ma­ti­siert zu werden. Es ist ein ihm vor­ge­ge­be­nes irres Gestam­mel„ pein­lich, ohne seriö­sen Inhalt oder Bruch­teile eigener Gehirn­leis­tung. Er ist eine Mario­nette linker Ideol­gie. Nichts­sa­gend. Über­flüs­sig.

  2. Bei Heiko Maas trifft voll zu was Ludwig Thoma (1867−1921) einmal geschrie­ben hat:
    „Er war Jurist und auch sonst von mäßigem Ver­stand“

  3. Heiko Maas, Merkels Hofzwerg, zum Außen­mi­nis­ter zu machen, war ein ganz schlech­ter Scherz.

  4. 1) „Wegen Ausch­witz in die Politik gegan­gen”: Diese arg zwei­deu­tige Äuße­rung von Maas könnte man ggf. auch ganz anders deuten als es dem SPD-Mann recht wäre…
    2) Der Beitrag bringt die Dinge in mehr­fa­cher Hin­sicht tref­fend auf den sprich­wört­li­chen Punkt gebracht. Nur drei wich­tige Aspekte fehlen:
    a) Leider nehmen Israel und auch die Juden in Europa und (Nord)Amerika die ver­lo­gen-heuch­le­ri­sche Politik des Westens hin. Mehr noch: Angela Merkel und andere west­li­che Poli­ti­ker wurden in Israel trotz ihrer unsäg­li­chen Politik wie­der­holt geehrt. Es gehören eben immer zwei zum Tango. Im übrigen handeln west­li­che Poli­ti­ker, die sich juden- und israel­feind­lich ver­hal­ten, markt­kon­form: In einigen Ländern West­eu­ro­pas und zuneh­mend auch in den USA und in Kanada leben inzwi­schen ungleich mehr (zumeist anti­se­mi­ti­sche) Muslime als Juden. Tendenz stei­gend.
    b) Es sind nicht zuletzt Juden und Israe­lis, die den Pro­pa­ganda-Krieg gegen den jüdi­schen Staat ermög­li­chen, begüns­ti­gen und anhei­zen: Jüdi­sche und israe­li­sche „Kron­zeu­gen” wie Melzer, Hecht-Galin­ski, „Brea­king the Silence”, „Jewish Voice for Peace”, „Neturei Karta” und wie sie sonst alle heißen. Ohne diese und zahl­rei­che andere Ver­rä­ter am eigenen Volk und eigenen Land hätten es Anti­se­mi­ten und Israel-Feinde ungleich schwe­rer. Schlim­mer noch: Juden wie der Face­book-Chef Mark Zucker­berg, der Google-Mit­grün­der Sergei Brin, Amazon-Inhaber Jeff Bezos oder die jüdi­schen Eigen­tü­mer von New York Times und Washing­ton Post (um nur einige zu erwäh­nen) ver­die­nen mit anti­se­mi­ti­scher, Israel-feind­li­cher und isla­mo­phi­ler Pro­pa­ganda sehr viel Geld.
    c) Auf vielen Gebie­ten von Politik, Wirt­schaft, Kultur, Kunst, Wis­sen­schaft und Reli­gion ist die inner­jü­di­sche Viel­falt ein Segen, von dem die Welt schon oft pro­fi­tiert hat. In bezug auf Israel – die wich­tigste Errun­gen­schaft in der Geschichte des stets von Aus­gren­zung, Ver­fol­gung und Ver­nich­tung bedroh­ten Volkes – ist sie ein­deu­tig ein Fluch. Juden, die sich gegen Israel stellen und das Land sogar bekämp­fen, haben nichts aus der Geschichte gelernt. Mehr dazu: https://​tinyurl​.com/​y​c​o​f​l​rak

  5. Vielen Dank für die wahren Worte, die präzise Dar­stel­lung der vor­herr­schen­den REALITÄT und auf­rüt­telnde Gior­dano-Video! 8 Jahre her – aber unver­än­dert und bestür­zend hoch­ak­tu­ell…

  6. Es ist fast nicht zu glauben. Ein Ziga­ret­ten­bürschle als Aus­sen­mi­nis­ter. Womit haben wir das ver­dient.
    Die Welt und beson­ders Israel mag es uns ver­zei­hen. Es dauert nicht mehr lange und die SPD hat fertig.

Comments are closed.