Vor­her­sa­gen sind schwie­rig, beson­ders wenn sie die Zukunft betref­fen. Gera­de die der Ver­ei­nig­ten Staa­ten. Und ich kann ein Lied davon sin­gen! Für 2016 sag­te ich den Sieg von Hil­la­ry Clin­ton vor­aus und für 2020 den von Trump. Ich lag also im ent­schei­den­den Moment mehr­fach gewal­tig dane­ben, auch weil ich – nicht zuletzt wegen der Ent­fer­nung – eini­ge poli­ti­sche Mecha­nis­men unter­schätzt oder über­haupt nicht auf dem Schirm hat­te. Dies ist das Los jeden fer­nen Lau­schers der Echos einer fer­nen Öffent­lich­keit und aus die­ser Unzu­läng­lich­keit ergibt sich tra­di­tio­nell das Tätig­keits­pro­fil des Aus­lands­kor­re­spon­den­ten, der durch Nähe zum Gegen­stand den Ein­druck zu erwe­cken ver­sucht, kom­pe­ten­ter zu sein. „Der muss es wis­sen, der ist mit­ten­drin“ ist jedoch für vor Ort erleb­te ame­ri­ka­ni­sche Poli­tik manch­mal ein eben­sol­cher Trug­schluss, wie aus einem Inter­view mit Karl Lau­ter­bach auf die Gesund­heit der Deut­schen schlie­ßen zu wol­len. Wäh­rend dem Inter­view­er in Deutsch­land der Karl viel­leicht ein wenig zu sym­pa­thisch ist, sitzt der ande­re in Ame­ri­ka womög­lich zu nahe am Lager­feu­er eines ganz bestimm­ten Poli­ti­ker­stam­mes, nuckelt an der­sel­ben krei­sen­den Frie­dens­pfei­fe und hält die­sel­ben Rauch­wölk­chen für Dämo­nen, wie all die ande­ren „nati­ve poli­ti­ci­ans“, von denen er umge­ben ist.

Natür­lich weiß ich nicht, wohin genau es Han­nes Stein in den USA ver­schla­gen hat, wür­de aber mei­ne US-Flag­ge dar­auf ver­wet­ten, dass es nicht weit weg von New York City oder Washing­ton DC sein kann. Sein neu­es­tes Mei­nungs­stück in der WELT lässt jeden­falls kei­nen Zwei­fel an sei­ner gefühl­ten Stam­mes­zu­ge­hö­rig­keit. Tief­blau müss­te sein Ame­ri­ka idea­ler­wei­se sein. Nur der Ein­par­tei­en­staat kön­ne die Kata­stro­phe dort noch abwen­den. Da es so offen­bar nicht ist, bricht er den Stab über die­sem 250 Jah­re alten Expe­ri­ment mensch­li­chen Zusam­men­le­bens, schließ­lich kommt er aus einem Land, dass es bes­ser weiß als die Ame­ri­ka­ner und immer schon bes­ser gemacht hat. Aus Deutschland.

„Die ame­ri­ka­ni­sche Demo­kra­tie ist unrett­bar ver­lo­ren. Sie könn­te nur dann über­le­ben, wenn die Demo­kra­ti­sche Par­tei von jetzt an bis ca. 2040 alle Wah­len gewin­nen wür­de, und das wird ihr nicht gelin­gen. […] Schon jetzt zer­bricht die Koali­ti­on aus Pro­gres­si­ven und Gemä­ßig­ten, die Biden vor einem Jahr zusam­men­ge­führt hat.“

Körperlich anwesend

Was für ein Lacri­mo­sa! Ich bin da weit weni­ger pes­si­mis­tisch, im Gegen­satz zu mei­ner Ein­schät­zung die Zukunft der EU betref­fend. Und zumin­dest die Logik gibt mir in Sachen USA recht. Mit einer ein­zi­gen herr­schen­den Par­tei (egal wel­cher) und deren Eli­te kann man Chi­na, die UdSSR und Kuba, aber kaum die USA füh­ren. Auch fra­ge ich mich, was genau die „Koali­ti­on aus Pro­gres­si­ven und Gemä­ßig­ten“ sein soll, die nun zer­bre­che. So wie ich das im Wahl­kampf erlebt hat­te, gab es damals schon nur ein ein­zi­ges The­ma, wel­ches die ver­schie­de­nen Strö­mun­gen inner­halb der Demo­kra­ten zusam­men­ge­hal­ten hat: Trump! Nicht Trump zu sein, war Bidens Ange­bot, der kleins­te gemein­sa­me Nen­ner gewis­ser­ma­ßen. Im März 2020 hieß es noch in einem appel­la­ti­ven Arti­kel in „The Atlan­tic“, alles was wir (die Demo­kra­ten) von Biden brau­chen, sei des­sen „kör­per­li­che Anwe­sen­heit“ – die und nur die hat man bekom­men. Mehr war bedau­er­li­cher­wei­se ein­fach nicht da.

„Kama­la Har­ris hat es nicht geschafft, sich auf rech­te Art in Sze­ne zu set­zen, alle ande­ren Mit­glie­der sei­ner Regie­rung sind mit kom­pe­ten­ter Regie­rungs­ar­beit beschäftigt.“

In Sze­ne gesetzt hat sich die Vize­prä­si­den­tin reich­lich! Gleich­zei­tig ver­such­te sie, alle schwie­ri­gen Auf­ga­ben zu igno­rie­ren, die ihr Biden zuschob, um sich nicht selbst dar­an die Fin­ger zu ver­bren­nen. Gig­gelnd und lachend pol­ter­te Num­mer zwei sich von Pein­lich­keit zu PR-Kata­stro­phe und steht mit Umfra­ge­wer­ten von um die 28% sogar schlech­ter da als der bis­he­ri­ge Rekord­hal­ter Dick Che­ney – und der hat­te dafür noch sei­nen Freund bei einem Jagd­un­fall ins Gesicht schie­ßen müs­sen! Und bit­te, lie­ber Herr Stein: „kom­pe­ten­te Regie­rungs­ar­beit“? Wol­len Sie etwa Jen Psa­ki als Regie­rungs­schön­spre­che­rin ablösen?

Bidens Ener­gie­mi­nis­te­rin Gran­holm bekommt vor lau­fen­der Kame­ra einen über­heb­li­chen Lach­an­fall, als sie gefragt wird, was die Regie­rung gegen die rasant stei­gen­den Ener­gie­prei­se tun wol­le. Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter Aus­tin trägt Mit­ver­ant­wor­tung für den kata­stro­pha­len Trup­pen­ab­zug aus Afgha­ni­stan und auch Außen­mi­nis­ter Blin­ken stot­tert sich bei Erklä­run­gen die­ses Desas­ters um Kopf und Kra­gen. Ver­kehrs­mi­nis­ter Butt­i­gieg arbei­tet gleich gar nicht und macht erst mal zwei Mona­te bezahl­te Eltern­zeit für die adop­tier­ten Zwil­lin­ge. Ehr­li­cher­wei­se macht ihn mir das sogar sym­pa­thisch, doch trifft auf ihn so kaum die Flos­kel von der „kom­pe­ten­te Regie­rungs­ar­beit“ zu, wie sie Stein pos­tu­liert. Ver­sor­gungs­eng­päs­se, mur­ren­de LKW-Fah­rer, Leh­rer, die am liebs­ten bis Ulti­mo die Schu­len geschlos­sen hät­ten, sat­te Infla­ti­on, explo­die­ren­de Ben­zin­prei­se, Impf­zwang und eine außer Kon­trol­le befind­li­che ille­ga­le Ein­wan­de­rung. Sieht so kom­pe­ten­te Regie­rungs­ar­beit aus? Ich habe da so mei­ne Zweifel.

„All jene, die mei­ne Behaup­tung, die ame­ri­ka­ni­sche Demo­kra­tie sei ver­lo­ren, für über­trie­ben hal­ten, mögen sich die aktu­el­len Nach­rich­ten vor Augen hal­ten: Joe Barr­as­so, ein repu­bli­ka­ni­scher Sena­tor aus Wyo­ming, ver­säum­te neu­lich bei vier ver­schie­de­nen Gele­gen­hei­ten, sich von dem Aus­ruf „Hängt Mike Pence!” zu distan­zie­ren, der am 6. Janu­ar 2021 beim Sturm auf das Kapi­tol laut wurde.“

Spiel über Bande

Womit wir mit­ten im Kul­tur­kampf ste­cken, der in den USA der­zeit tobt. Es wur­de also ein „Ruf laut“ und Barr­as­so „ver­säum­te vier Gele­gen­hei­ten“, sich davon zu distan­zie­ren. Das war natür­lich über Ban­de gespielt, Herr Sein, Sie schlau­er Fuchs! Denn „ver­säumt“ hat­te der Sena­tor, sich von Trump zu distan­zie­ren, der wie­der­um kei­nen Knie­fall vor dem Unter­su­chungs­ko­mi­tee machen will, wel­ches die Vor­fäl­le des 6. Janu­ar zum The­ma hat. Die Grün­de dafür lie­gen auf der Hand und haben wenig mit Mike Pence und viel mit dem Ver­such zu tun, Trump ein her­bei­phan­ta­sier­tes Kom­plott unter­zu­schie­ben, an das auch Stein offen­sicht­lich bol­zen­fest glaubt.

„Immer mehr Doku­men­te kom­men ans Tages­licht, die bele­gen, dass im Janu­ar 2021 in der Tat ein Staats­streich geplant war — ein Ver­such, Donald Trump gegen den Wil­len der demo­kra­ti­schen Mehr­heit im Amt zu hal­ten. Aber das inter­es­siert schon nie­man­den mehr.“

Ach ja, die Doku­men­te! Erin­nert sich noch jemand an den Umschlag, den Adam Schiff in die Kame­ras hielt und der „die unum­stöß­li­chen Bewei­se“ ent­hal­te, dass Trump mit den Russen…aber sicher erin­nern Sie sich an das drei Jah­re anhal­ten­de Gerau­ne und Gekei­fe der Medi­en, all das sei unum­stöß­lich bewie­sen und Trump wohl schon fast auf dem Weg ins Mos­kau­er Exil oder ein Bun­des­ge­fäng­nis! Und weil die Lüge schon ein­mal um die Welt ist, bevor sich die Wahr­heit auch nur die Schu­he zuge­bun­den hat, dau­er­te es eben bis nach der Prä­si­dent­schaft Trumps (der ent­las­ten­de Mil­ler-Report wur­de kaum mit der Pin­zet­te ange­fasst), bis offen­bar wur­de, dass die gan­ze Russ­land-Ver­schwö­rung eine Kam­pa­gne aus dem Umfeld des Clin­ton-Wahl­kampf­teams war. Das angeb­lich belas­ten­de „Stee­le-Dos­sier“ eines eng­li­schen Ex-Agen­ten beruh­te offen­bar auf den (bezahl­ten) Erfin­dun­gen von Igor Dan­chen­ko, den das FBI mitt­ler­wei­le ver­haf­tet hat. Upsi!

Wenn das, das da am 6. Janu­ar 2021 auf dem Kapi­tol statt­fand, ein Staats­streich gewe­sen sein soll, bei dem eine Hor­de unorgan­sier­ter und unbe­waff­ne­ter Dep­pen halb ein­ge­las­sen wur­de und halb die Wachen über­rum­pelnd in der Rotun­de stan­den oder Sel­fies in Nan­cy Pelo­sis Büro mach­ten, dann war es jeden­falls der dümms­te Staats­streich der an dum­men Staats­strei­chen nicht gera­de armen Geschich­te. Ohne Mili­tär, ohne Poli­zei, ohne Miliz, ohne Plan, aber immer­hin mit einem geschmink­ten Wikin­ger, der’s sicher bei­na­he raus­ge­ris­sen hät­te. Wir dür­fen also auf die „Doku­men­te“ gespannt sein, mit denen Han­nes Stein hier mit Wor­ten wedelt. Ver­mut­lich wer­den sie so dünn aus­fal­len wie die „Bewei­se“ von Adam Schiff.

Die Tak­tik der Biden-Frak­ti­on im Umgang mit dem „6. Janu­ar“ ist aller­dings sehr geschickt, wenn auch nicht ganz sau­ber. Man macht näm­lich groß­zü­gig und weit­schwei­fig vom Recht des Kon­gres­ses Gebrauch, zu Anhö­run­gen vor­zu­la­den. Zu sol­chen öffent­li­chen Anhö­run­gen geht man nur dann allein und ohne Rechts­bei­stand, wenn man den Ver­stand ver­lo­ren hat und des­halb kommt es die Her­bei­zi­tier­ten (die Lis­te ist lang und dif­fus wie die Ankla­gen Hein­rich VIII. gegen sei­ne Ehe­frau­en) teu­er zu ste­hen, auch nur im vier­ten Grad mit Trump in Ver­bin­dung gebracht zu wer­den. Man hofft so, des­sen Unter­stüt­zer­ba­sis auf­zu­rei­ben, indem man sie mit kost­spie­li­gen Pro­zes­sen und Vor­la­dun­gen über­zieht und bei Wei­ge­rung mit Beu­ge­haft bedroht. Stein liegt hier also kom­plett falsch: die Dems inter­es­siert im Moment viel­mehr kaum etwas anderes!

„Des­halb wer­den die Repu­bli­ka­ner die Zwi­schen­wah­len 2022 gewin­nen. Und sie wer­den den Boden berei­ten, damit zwei Jah­re spä­ter Donald Trump an die Macht zurück­kommt. Dies wird bür­ger­kriegs­ähn­li­che Wir­ren zur Fol­ge haben, die es Trump erlau­ben wer­den, sei­ne Macht noch wei­ter zu festigen.“

Was Sie hier sehen, lie­be Leser, ist der Alb­traum der demo­kra­ti­schen Par­tei­eli­te, wie sie ihn zit­ternd ihrem Psych­ia­ter schil­dern wür­de. Spä­tes­tens hier wis­sen wir auch, für wen das Han­ne­s­herz schlägt. Eine Kaba­le sei im Gan­ge, Trump greift wie­der nach der Macht und bür­ger­kriegs­ähn­li­che Wir­ren wür­den der­einst des­sen Macht fes­ti­gen. Mit den Zwi­schen­wah­len kann Stein durch­aus recht haben, aber wohl kaum wegen Trump! Die Wah­len in New Jer­sey und Vir­gi­nia haben gezeigt, dass es kei­nen Trump braucht, um die Dems zu schla­gen. Im Gegen­teil! Abstand war ange­sagt. Nähe zu Trump ist ledig­lich das, was die Demo­kra­ten an die Wand malen, wenn ihnen inhalt­lich nichts mehr ein­fällt. So auch bei den ent­glei­sen­den und ras­sis­ti­schen Beschimp­fun­gen gegen den schwar­zen Repu­bli­ka­ner und Kan­di­da­ten für das Amt des Gou­ver­neurs Lar­ry Elder, den man in Kali­for­ni­en unbe­dingt ver­hin­dern woll­te und als Trumps „Side­kick“ bezeich­net hat. Die Wahl in Vir­gi­nia hat gezeigt, dass die­se Masche nicht mehr so gut funk­tio­niert und es die Demo­kra­ten selbst sind, die sich inhalt­lich zer­le­gen, mit ihrer Agen­da die Wäh­ler­schaft spal­ten und mit „Cri­ti­cal Race Theo­ry“ Unsinn die Axt an die unter gro­ßen Mühen gewach­se­nen Wur­zeln der Gesell­schaft legen. Mot­to: tei­le und herrsche!

Es waren die Frau­en und ins­be­son­de­re die Müt­ter von Schul­kin­dern, die, ent­setzt über das Cur­ri­cu­lum in den staat­li­chen Schu­len, die Dems in Vir­gi­nia vom Platz gefegt haben. Die­se Wäh­ler­grup­pe ist ent­schei­dend im gan­zen Land und dass Trump die­se 2024 über­zeu­gen kann, hal­te ich für eher unwahr­schein­lich. Er ist eben Trump und den hät­ten die Dems für den nächs­ten Wahl­kampf viel­leicht gern als eini­gen­des Ele­ment und Popanz zurück. Angst haben die Dems (außer Han­nes Stein) weni­ger vor Trump als vor allem vor Prag­ma­ti­kern wie dem Gou­ver­neur von Flo­ri­da, Ron DeS­an­tis: kaum weni­ger pole­misch, schlag­fer­tig, erfolg­reich in sei­nem Bun­des­staat und mit bes­se­rer Kin­der­stu­be als Potus45. Ein De San­tis als Kan­di­dat, unter­stützt von Trump – das wäre der Alb­traum für die Demokraten!

Pressen, pressen, pressen…

„Trumps ein­zi­ges Ange­bot ist Hass: Hass auf die Anders­gläu­bi­gen, Hass auf die Ein­wan­de­rer, Hass auf die Dun­kel­häu­ti­gen, wenn sie sich wei­gern, sich der über­kom­men Hier­ar­chie der Ras­sen zu fügen; Hass auf die Lin­ken, Hass auf die Kon­ser­va­ti­ven, die den Rechts­staat ver­tei­di­gen. Die­ser Hass hat gro­ße Gewalt. Ein Drit­tel der ame­ri­ka­ni­schen Gesell­schaft ist Trump mitt­ler­wei­le hörig — vor allem Wei­ße in den länd­li­chen Gebie­ten, aber nicht nur sie. Auch Män­ner his­pa­no-ame­ri­ka­ni­scher Her­kunft ohne höhe­re Schul­bil­dung sind für die­se Bot­schaft zuneh­mend emp­fäng­lich. Trumps Hass reicht wahr­schein­lich aus, um 2024 gegen den Wil­len der Mehr­heit die Macht zu erobern.“

So klingt es, wenn einem lupen­rei­nen Demo­kra­ten die Gal­le über­läuft und ein Jour­na­list noch die letz­ten Trop­fen Saft aus einem Nar­ra­tiv presst, dass fünf Jah­re lang so wun­der­bar ergie­big war. Sol­che Inju­ri­en schrei­ben sich fast von selbst und weil alle so schrie­ben und von­ein­an­der abschie­ben und sich gegen­sei­tig Pulit­zer-Prei­se für ihre Lügen über­reich­ten, schrieb man ein­fach immer so wei­ter. Trump ist nun schon seit zehn Mona­ten nicht mehr Prä­si­dent, medi­al kalt­ge­stellt und immer noch der Höl­len­fürst und Gott­sei­bei­uns, der Gefolg­schaft for­dert und Hass ver­brei­tet? Er soll­te schon im April im Gefäng­nis sit­zen, im Mai die Steu­er­fahn­dung am Hals haben und im Juni bank­rott sein – nichts ist pas­siert. Er sitzt in Flo­ri­da, kaum 40 Kilo­me­ter vom neu­en, 24 Mil­lio­nen Dol­lar teu­ren Alters­wohn­sitz von Nan­cy Pelo­si ent­fernt, die­ser Vor­kämp­fe­rin der Gleich­heit, spielt Golf und sam­melt Spen­den­gel­der. Er phan­ta­siert nicht von Ras­sen­hier­ar­chien wie Han­nes Stein, ver­ach­tet aber mit Sicher­heit die Hälf­te der Repu­bli­ka­ner und eben­so­vie­le Demo­kra­ten, weil er ein­fach alle Poli­ti­ker zum Kot­zen fin­det – was schon mal ein guter Anfang ist und mit Sicher­heit die Hälf­te sei­ner sta­bi­len Sym­pa­thie­wer­te aus­macht. Aber His­pa­no-Ame­ri­ka­ner wün­schen sich Trump nicht zurück, weil sie dumm und unge­bil­det sind, wie Stein unter­stellt, son­dern weil sie aus Län­dern kom­men, in denen jene Expe­ri­men­te kra­chend und blu­tig geschei­tert sind, wel­che die Demo­kra­ten gern für die USA umset­zen wol­len. Man ist von da geflo­hen, man stammt aus Kuba oder Vene­zue­la, man hat viel­leicht noch Ver­wand­te da, man will das nicht noch­mal erleben.

„Hier setzt Joe Biden Plan an — das Ver­mächt­nis, das ihn über­le­ben wird. Die­ses Ver­mächt­nis ist der Infra­struk­tur­plan. Die ame­ri­ka­ni­sche Infra­struk­tur ist maro­de; sie instand zu set­zen, wird Jah­re dau­ern; der Infra­struk­tur­plan wird also auf Jah­re hin­aus Arbeits­plät­ze schaf­fen. Wenn es auch noch gelingt, Joe Bidens „Build Back Better”-Plan zu ver­wirk­li­chen, der Din­ge wie kos­ten­lo­se Kitas für alle, ein mas­si­ves Arbeits­be­schaf­fungs­pro­gramm im Kli­ma­schutz, viel­leicht sogar bezahl­te Eltern­zeit beinhal­tet, wer­den die Ver­ei­nig­ten Staa­ten anfan­gen, einem moder­nen euro­päi­schen Sozi­al­staat zu gleichen.“

Dass Han­nes Stein Bidens „Build Back Bet­ter“ ganz wun­der­bar fin­det, über­rascht nun wirk­lich nie­man­den mehr. Besin­nungs­lo­ses Geld­aus­ge­ben und Schul­den­ma­chen der Zen­tral­re­gie­rung ist nur lei­der nichts, aus dem sich Demo­kra­tie oder Repu­bli­ken bau­en las­sen. Infra­struk­tur­pro­jek­te wie Stra­ßen oder Brü­cken sind eine fei­ne Sache und wer woll­te bestrei­ten, dass die USA dies bit­ter nötig haben nach all den res­sour­cen­fres­sen­den Jah­ren als unse­re prak­ti­sche Welt­po­li­zei. Doch wie­viel von den Phan­tas­til­li­ar­den kommt wohl im Zement an und wie­viel wird ver­si­ckern in Büro­kra­tie, Poli­tik und deren abhän­gi­gen NGOs oder wird abge­zweigt und zweck­ent­frem­det? Kaum eine der im Plan aus Wol­ken­ku­ckucks­heim ent­hal­te­nen Berech­nun­gen hält der Rea­li­tät stand, so auch die ehr­gei­zi­gen Plä­ne für lan­des­wei­te E-Auto-Lade­sta­tio­nen. Die Umset­zung von Bidens „Build Back Bet­ter“ könn­te sehr rasch von der Rea­li­tät über­rollt wer­den, nicht zuletzt in Gestalt einer galop­pie­ren­den Infla­ti­on, die auch Ergeb­nis sei­ner geschei­ter­ten Poli­tik ist.

„Wären die Trumpis­ten klug, wür­den sie Bidens Ver­mächt­nis ein­fach koop­tie­ren. Sie wür­den frech behaup­ten, das Infra­struk­tur­pro­gramm sei von Trump erdacht und ins Werk gesetzt worden.“ 

Der klu­ge Herr Stein denkt an über­über­mor­gen! Trumpis­ten sind selbst­ver­ständ­lich alle­samt dumm und machen alles kaputt, was der weit­sich­ti­ge Uncle Joe auf­ge­baut hat! Ich weiß im Unter­schied zu Han­nes Stein natür­lich nicht, was 2024 pas­sie­ren wird, ver­mut­lich wird das Geld aus dem Biden-Pro­gram­men dann aber längst ver­si­ckert sein. Doch war­um zer­stö­ren, was gut funk­tio­niert? Das ist doch nicht das Cre­do von Kon­ser­va­ti­ven, son­dern der Demo­kra­ten, nicht wahr? Ein Blick an die Süd­gren­ze der USA gefäl­lig, Herr Stein? Wer hat’s gebaut? Hat’s funk­tio­niert? Wer hat’s kaputt gemacht? Aber so frech wie Biden, der für sich und sei­ne Regie­rung in Anspruch nimmt, das Land mit Impf­stoff ver­sorgt zu haben, wer­den die Reps viel­leicht gar nicht sein. Doch reden wir bes­ser nicht von dem Zeug, ich bekom­me davon sofort schlech­te Lau­ne und dabei lache ich gera­de so herz­haft über den WELT-Arti­kel von Han­nes Stein, wie schon lan­ge über kaum noch etwas.

„Das kom­men­de Trump-Regime wird also alles ver­su­chen, um Bidens Ver­mächt­nis zu zer­stö­ren. Und dabei wird sie eine inter­es­san­te Ent­de­ckung machen — Bidens Infra­struk­tur­pro­gramm wird sehr popu­lär sein. Trumps Regime wird einen Wider­stand her­vor­ru­fen, der vie­le Bevöl­ke­rungs­klas­sen und Eth­ni­en vereint.“

Welches Vermächtnis?

Jetzt kom­men wir näm­lich zum bes­ten Teil, dem Ver­mächt­nis der Ära Biden, wel­ches offen­bar aus einem gigan­ti­schen Bestechungs­ver­such im Tausch gegen eini­ge von der Ver­fas­sung garan­tier­ten Rech­te besteht. So ein „Kampf der Klas­sen und Eth­ni­en“ wäre dem Herrn Stein viel­leicht ganz recht, die Vor­be­rei­tung dar­auf kann man Tag für Tag live auf CNN, MSNBC und CBS ver­fol­gen. Noch heu­te, Wochen nach dem voll­stän­di­gen Frei­spruch von Kyle Rit­ten­house wird des­sen Fall von Selbst­ver­tei­di­gung, bei dem ein wei­ßer Jugend­li­cher zwei wei­ße Seri­en­kri­mi­nel­le erschoss, zum Ras­sen­kon­flikt und Waf­fen­pro­blem hoch­ge­fie­delt und der Prä­si­dent selbst spielt die ers­te Gei­ge. Wie lan­ge wird es wohl dau­ern, bis auch der letz­te Ame­ri­ka­ner merkt, dass hier eine Instru­men­ta­li­sie­rung der übels­ten Sor­te statt­fin­det und sie auf­ein­an­der­ge­hetzt wer­den? Und wie lan­ge, bis der letz­te Bau­ar­bei­ter in Ohio erkennt, dass der Dol­lar aus Bidens Infra­struk­tur­pro­gramm kei­nen Nickel mehr wert ist, wenn er durch all die Poli­tik­er­hän­de an ihn durch­ge­reicht ist?

„Am Ende war das poli­ti­sche Sys­tem absurd und unde­mo­kra­tisch gewor­den. Auf der einen Sei­te stan­den mul­ti­kul­tu­rel­le Städ­te, auf der ande­ren Sei­te weit­ge­hend unbe­völ­ker­te Land­stri­che. Aber die Städ­te — in denen der Reich­tum des Lan­des pro­du­ziert wur­de — waren weit­ge­hend ent­mach­tet, und die Land­be­völ­ke­rung konn­te den Städ­tern ihren Wil­len aufzwingen.“

Es tut mir ja sehr leid, Herr Stein, aber Sie haben offen­sicht­lich wirk­lich nicht ver­stan­den, wie das ame­ri­ka­ni­sche Wahl­sys­tem funk­tio­niert. Außer­dem schätz­ten Sie die Abhän­gig­kei­ten falsch ein. Es sind näm­lich die „unbe­völ­ker­ten Land­stri­che“, die die „mul­ti­kul­tu­rel­len Städ­te“ ernäh­ren, wobei letz­te­re immer dys­funk­tio­na­ler wer­den, je län­ger die Demo­kra­ten dort schon de fac­to allein regie­ren. Detroit, Chi­ca­go, Bal­ti­more, Phil­adel­phia, Seat­tle, Portland…hohe Steu­ern, hohe Kri­mi­na­li­tät, abwan­dern­de Indus­trie, Abhän­gig­keit von staat­li­chen Sub­si­di­en, Gefäng­nis­se mit Dreh­tür und im Fall von San Fran­cis­co eine Gesetz­ge­bung, die Laden­dieb­stäh­le unter 1.000 Dol­lar so ahn­det, als han­de­le es sich um das Naschen einer Hand voll Kir­schen vom Baum des Nach­barn – also gar nicht! Das „Mul­ti­kul­tu­rel­le“ ver­schwimmt zum Grau des Ver­falls und wer kann, macht dass er da weg­kommt. Kali­for­ni­en ver­zeich­net erst­mals in sei­ner Geschich­te einen Net­to-Rück­gang der Bevöl­ke­rung, die Men­schen stim­men mit Umzugs­wa­gen ab und zie­hen in Scha­ren in Rich­tung „Red States“.

Sind es also wirk­lich die „Trumpis­ten“, die das bewir­ken? Ist es deren Kult, selbst dort, wo sie sta­tis­tisch nicht mal eine poli­ti­sche Rol­le spie­len wie in Kali­for­ni­en oder New York, oder ist es doch ein ande­rer? Die Ver­ei­nig­ten Staa­ten sind zudem kei­ne Demo­kra­tie, Herr Stein, son­dern eine Repu­blik mit demo­kra­ti­schem Wahl­sys­tem. Auch wenn Sie Ihre Ver­ach­tung gegen die „unbe­völ­ker­ten Land­stri­che“ kaum ver­ber­gen kön­nen, besteht die Wirk­lich­keit nicht nur aus Ihrer hell­blau­en Nord­ost­küs­ten­bla­se. Dass Mehr­hei­ten und Min­der­hei­ten sich in den USA nicht gegen­sei­tig ihren Wil­len auf­zwin­gen kön­nen, dafür sor­gen eigent­lich die föde­ra­le Struk­tur und die Ver­fas­sung, in der genau die­se Abwehr­rech­te gegen­über einer über­grif­fi­gen Zen­tral­ge­walt fixiert sind.

Wir soll­ten uns also fra­gen, wer eigent­lich an den Zusatz­ar­ti­keln der Ver­fas­sung und damit am Fun­da­ment der Ver­ei­nig­ten Staa­ten nagt. Also ich kom­me da zu einem zumin­dest für Herrn Stein über­ra­schen­den Ergebnis.

Gehen wir mal eini­ge Biss­spu­ren durch. Zusatz 1, Mei­nungs- und Pres­se­frei­heit: unter Beschuss durch Big Tech, Sper­run­gen, Zen­sur und eine gut funk­tio­nie­ren­de media­le Denun­zia­ti­ons­ma­schi­ne. Fast kom­plett in den Hän­den der Dems. Zusatz 2, Recht auf Besitz und Tra­gen von Waf­fen. Unter Beschuss in ver­zerrt dar­ge­stell­ten und von Lügen bis über das Urteil hin­aus ange­grif­fe­nen Ereig­nis­sen wie dem Rit­ten­house-Pro­zess. Zusatz 4, Schutz der Pri­vat­sphä­re, unter Beschuss wie im Fall „Pro­ject Veri­tas“, des­sen Grün­der James O’Keefe das FBI mal eben nachts die Tür ein­tritt, Recher­che­un­ter­la­gen und Anwalts­schrift­ver­kehr beschlag­nahmt und dann an die New York Times durch­sticht, gegen die O’Keefe pro­zes­siert. Zusatz 6, Recht auf einen fai­ren Pro­zess, den man auch Kyle Rit­ten­house kaum zuge­ste­hen woll­te, indem man ihn von Platt­for­men ver­bann­te, auf denen er um Spen­den warb, um sei­ne Anwäl­te bezah­len zu kön­nen und Spen­der ihren Job ver­lo­ren, wenn ihre Spen­de öffent­lich wur­de. Zusatz 10, Macht­be­gren­zung der Bun­des­re­gie­rung, die in den Bun­des­staa­ten nicht ein­fach schal­ten und wal­ten darf, wie es ihr gera­de passt. Bun­des­wei­te Mas­ken- und Impf­man­da­te ver­sucht die Regie­rung Biden den­noch durch­zu­set­zen. So geht es wei­ter und wei­ter. Ich fra­ge mich also, wer genau gegen die Grün­dungs­sta­tu­ten der Ver­ei­nig­ten Staa­ten ver­stößt, Herr Stein. Klei­ner Tipp: Es sind nicht die Repu­bli­ka­ner, die im Zwei­fels­fall auf ihren Hän­den sit­zen und lei­der gar nichts tun. Es ist aber auch nicht Trump. Sie kom­men also sicher sel­ber drauf.

Multi was?

Die drit­te ame­ri­ka­ni­sche Repu­blik wird eine mul­ti­ras­si­sche Demo­kra­tie sein. Kein Para­dies auf Erden: Auch in die­ser mul­ti­ras­si­schen Demo­kra­tie wird es Arme und Rei­che geben, Umwelt­ver­schmut­zung, Kon­flik­te und Kompromisse.“ 

Eine mul­ti­ras­si­sche Demo­kra­tie? Was genau soll das denn sein, Herr Stein? Sie sind doch wohl kein Ras­sist, oder? Sind Sie etwa wie so vie­le ver­zwei­fel­te Demo­kra­ten auch die­sem pseu­do­aka­de­mi­schen Blöd­sinn der „cri­ti­cal race theo­ry“ auf den Leim gegan­gen? Woll­ten wir die­sen Ras­sen­un­sinn nicht längst hin­ter uns las­sen? War Biden nicht als der gro­ße Ver­söh­ner der Gegen­sät­ze ange­tre­ten? War­um zie­hen Sie die­se tren­nen­den Lini­en, Herr Stein? Mir graut ein wenig vor dem, was da an prak­ti­scher Umset­zung die­ser „mul­ti­ras­si­schen“ Idee noch in Ihnen schlum­mern mag.

„Der Obers­te Gerichts­hof wird Wahl­kreiss­schie­bung ver­bie­ten — zuguns­ten des Prin­zips: „one per­son, one vote”. Die ame­ri­ka­ni­sche Geron­to­kra­tie wird auf­hö­ren: Rich­ter, Sena­to­ren, Kon­gress­ab­ge­ord­ne­te wer­den mit 65 in den Ruhe­stand geschickt. Der Prä­si­dent wird weni­ger Macht haben; und er wird nicht mehr von Wahl­leu­ten gewählt wer­den, die den Wil­len der demo­kra­ti­schen Mehr­heit miss­ach­ten können.“

Sie sind nicht der ers­te, der das ame­ri­ka­ni­sche Wahl­sys­tem gern zuguns­ten des deut­schen abschaf­fen wür­de, Herr Stein. Leu­te ihres poli­ti­schen Ein­schlags kön­nen es schon kaum ertra­gen, den US-Prä­si­den­ten nicht selbst wäh­len zu dür­fen – wobei ich selbst­ver­ständ­lich über Ihre staats­bür­ger­schaft­li­chen Ver­hält­nis­se nur Mut­ma­ßun­gen anstel­len kann. Aber ein Blick auf die dia­gnos­ti­zier­te „Gero­to­kra­tie“ lohnt sich. Da wäre ein Joe Biden (möge Allah sei­ne kör­per­li­che Form bis 2024 erhal­ten und uns vor Kama­la beschütz­ten), der kaum noch Herr sei­nes Stoff­wech­sels ist. Oder Nacy Pelo­si und Maxi­ne Waters bei denen es kaum bes­ser aus­schaut. In den Rei­hen der Reps gibt es ähn­li­che Fos­si­le, hier trifft der Vor­wurf also alle. Aber mit 65 in den Ruhe­stand? War­um? In dem Alter war an einen Kanz­ler Ade­nau­er oder Prä­si­dent Rea­gan noch nicht mal zu den­ken, wäh­rend ein Jus­tin Tru­deau oder eine Jac­in­da Ardern schon in ihren 40ern und 30ern den größ­ten Scha­den in ihren Län­dern anrich­te­ten und wer wür­de unse­re künf­ti­ge jugend­li­che Außen­mi­nis­te­rin Baer­bock nicht sofort gegen den gel­ben Pul­lun­der von Hans-Diet­rich Gen­scher ein­tau­schen? Olaf Scholz hin­ge­gen müss­te nach der Hälf­te der Legis­la­tur­pe­ri­ode nach Ham­burg zurück­ge­schickt wer­den. Ich fin­de, das hat Ham­burg nach G20, Wire­card und CumEx nicht ver­dient! Alter ist in der Poli­tik kein Argu­ment, Weit­sicht, kogni­ti­ve Fähig­kei­ten und men­ta­le Fit­ness hin­ge­gen schon. Und was die Wahl­män­ner in den USA betrifft: sie dür­fen, aber tun es nicht. Was genau war noch­mal Ihr Argu­ment, Herr Stein? Sind Sie noch da?

„Die­se drit­te ame­ri­ka­ni­sche Repu­blik wird kom­men. Aber lei­der erst nach der Finsternis.“

Ach ja, da kommt das Schluss­wort. Und mei­ne Güte war es Zeit dafür! Man kann das ja alles so glau­ben und behaup­ten und sogar in der WELT schrei­ben, aber dann soll­te man so ehr­lich sein, die­ses erträum­te „Reich nach der Fins­ter­nis“ nicht Repu­blik zu nen­nen, son­dern als den zen­tral­staat­li­chen Des­po­tis­mus bezeich­nen, der es wäre. Einer Art Dik­ta­tur des nach Ras­sen getrenn­ten und klein gehal­te­nen Pro­le­ta­ri­ats, des­sen Wil­le von einer pri­vi­le­gier­ten, wis­sens­an­ma­ßen­den Par­tei­eli­te nach Gut­dün­ken fest­ge­legt wür­de. Hat­te ich schon mal, nur ohne Ras­sen- dafür mit Klas­sen­ge­döhns. War nicht so doll. Die Ame­ri­ka­ner wer­den hof­fent­lich – anders als Han­nes Stein – ange­ekelt vor die­ser Fins­ter­nis zurückschrecken.

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24 Kommentare

  1. Es gibt da neben Herrn Stein noch so einen bei WELT, der die Qua­li­tät die­ses Blat­tes her­un­ter­zieht: Dani­el Fried­rich Sturm. Die­se bei­den sind wirk­lich das Dream­team der Inkom­pe­tenz und des „Haltungs“-Journalismus. Bei­de has­sen nicht nur Trump und alle je an der Macht befind­li­chen Prä­si­den­ten, die n i c h t den Blau­en zuzu­rech­nen sind. Sie has­sen irgend­wie auch Ame­ri­ka. Alles urame­ri­ka­ni­sche - Frei­heit, Eigen­ver­ant­wor­tung, Stre­ben nach Erfolg - wol­len sie weg­ha­ben, und die Figu­ren, die aus den USA ein „diver­ses“ sozia­lis­ti­sches Para­dies machen wol­len, hypen sie. Kein Wun­der, daß Han­nes Stein von einem Ein­par­tei­en­sys­tem a la DDR oder Kuba träumt. Ist genau sei­ne Wel­len­län­ge. Die WELT hat eine durch­wach­se­ne jour­na­lis­ti­sche Qua­li­tät: Eini­ge wirk­lich gute Autoren (Hen­ryk Bro­der, Schmidt ali­as „Don Alp­hon­so“, Anna Schnei­der, bis­wei­len auch Her­aus­ge­ber Ste­fan Aust), etli­che mit­tel­mä­ßi­ge und: Tief­flie­ger wie Stein und Sturm.

  2. Ach Rolf, ach Rolf, da ste­he ich nun wie­der und habe kei­ne Mög­lich­keit, Dir sach­lich und höf­lich zu erklä­ren, war­um ich Dei­ne Unver­schämt­hei­ten hier nicht län­ger dul­den will, weil Du Dich wie immer in der Anony­mi­tät ver­steckst und ich Dir nicht ein­mal per Mail erklä­ren kann, wie falsch Du hier bist. Ich habe aber kei­ne Lust mehr, in Dei­nen Aus­las­sun­gen nach Tret­mi­nen zu suchen, die mich - falls ich sie hier durch­las­se - in Teu­fels Küche brin­gen wür­den. Ich habe schon genug, mit dem ich mich hier her­um­schla­ge. Schmier bit­te ande­re Wän­de anonym voll, hier ist nun Schicht im Schacht.

  3. Oh. Lol. Ich hab gera­de mal Han­nes Wiki-Sei­te nach sei­ner Ear­ly Life Sec­tion durch­fors­tet. Quel­le: https://de.wikipedia.org/wiki/Hannes_Stein

    „Von 1997 bis 1999 leb­te er in Jeru­sa­lem, lern­te Hebrä­isch und schrieb dort sein Buch Moses und die Offen­ba­rung der Demokratie.“

    Ich dach­te beim Lesen des Texts die gan­ze Zeit „And he cries out in pain while he strikes you“. Anti­se­mi­ti­sche Vor­ur­tei­le und so.

    Jeden­falls:

    > 2007 wur­de er Kul­tur­kor­re­spon­dent der Welt in den USA. Inzwi­schen lebt der Green-Card-Gewin­ner und – seit Herbst 2012 – US-Bür­ger in River­da­le, einem gut­si­tu­ier­ten Vier­tel der North Bronx in New York City.

    Laut Wiki berei­chert er New York City als Ame­ri­ka­ni­scher Staats­bür­ger, der sicher­lich auch von sei­nem Wahl­recht Gebrauch gemacht hat.

    • Und was zum Gei­er hät­te Steins Auf­ent­halt in Jeru­sa­lem (über 20 Jah­re her) damit zu tun, dass er jetzt erschre­ckend dümm­li­che ind spin­ner­te Arti­kel schreibt, in denen steht, dass am deut­schen Wesen Ame­ri­ka gene­sen soll und so?
      Gar nichts, Herr Rolf.
      Aber irgend­wie wol­len Sie Jeru­sa­lem und den Jud‘ aus dem Hut zau­bern, weil Ihnen heut sonst gar­nix sonst ein­fällt. Typisch teu­to­ni­scher Reflex aus dem Nichts, wie üblich. Na dann.

      • Du miss­ver­stehst mich. 

        Du hast ja sicher­lich bereits bemerkt, dass ich Poli­tik nur noch als die durch­ge­dreh­te Mani­fes­ta­ti­on der kol­lek­ti­ven Wahn­vor­stel­lun­gen einer krank­ge­züch­te­ten Her­de betrach­te. Mich inter­es­siert das alles nicht mehr. 

        Was mich hin­ge­gen inter­es­siert, nennt sich predik­ti­ve Vali­di­tät. Sprich inwie­weit eine Theo­rie sich dazu eig­net, auch tat­säch­lich ein­tref­fen­de Vor­au­sa­gen über einen Sach­ver­halt zu treffen.

        Nun weißt Du sicher­lich, dass Vor­ur­tei­le in der Regel sta­tis­tisch beleg­bar sind. Ich könn­te Dir jetzt auch die pas­sen­de Stu­die her­aus­su­chen, die belegt, dass auf­grund von Vor­ur­tei­len getrof­fe­ne Ein­schät­zun­gen häu­fi­ger zutref­fen, als sie dies nicht tun. Aus Faul­heit unter­las­se ich dies mal, und ver­traue ein­fach dar­auf, dass Dir das selbst klar ist, oder Du selbst von der Stu­die gehört hast. 

        In jedem Fall haben Vor­ur­tei­le eine gewis­se predik­ti­ve Vali­di­tät, wodurch Men­schen mit Vor­ur­tei­len bes­ser durchs Leben kom­men, als Men­schen ohne Vor­ur­tei­le, weil sie bes­se­re Ent­schei­dun­gen treffen.

        Nun gibt es auch Vor­ur­tei­le über Juden. Als wahr­heits­lie­ben­der Mensch habe ich mich selbst­ver­ständ­lich auf ein­ge­hend mit die­sen beschä­figt, und lese mit­ler­wei­le auch in der Ear­ly Life Sec­tion nach, um die­se zu bestä­ti­gen oder zu wider­le­gen, wenn sie mir mal auf­fal­len. Und Du wirst nicht glau­ben, wie häu­fig dort etwas auf die Kor­rekt­heit die­ser Vor­ur­tei­le hindeutet. 

        Ange­sichts des­sen, dass es mir als Teu­to­nen nach gän­gi­ger Sicht­wei­se nicht zusteht, sol­che Vor­ur­tei­le zu haben, oder auch ad-homi­nem-Kri­tik gegen­über Juden, Jüdisch­stäm­mi­gen, oder sich als sol­che aus­ge­ben­den Holier-than-thou-sab­bat­goys zu äußern, wirst Du sicher­lich ver­ste­hen, wie viel Spaß es mir berei­tet, eben­dies den­noch zu tun. Ich bin sicher, Du hast Ver­ständ­nis für die Freu­de, die ich emp­fin­de, wenn ich solch hei­li­ge Kühe schlach­te. Du hast auch Dei­ne Vor­ur­tei­le gegen­über Teu­to­nen, die Du ger­ne mal nach außen trägst, daher passt das schon. 

        Aber lan­ge Rede, kur­zer Sinn, für einen aus­ge­mach­ten Anti­se­mi­ten wie mich ist der ver­link­te Wiki­pe­dia-Arti­kel Mem-Gold, das mich aus den eben genann­ten Grün­den mit hel­ler Freu­de erfüll­te. Wobei ich mich schon noch sehr zurück­ge­hal­ten habe.

        • Hach ja, da haben Sie nun gesagt, was für ein tol­ler Hecht Sie sind.
          Sie hät­ten auch dem Kie­sin­ger anno 1935 ganz gern zuge­ar­bei­tet, nicht?, wegen aller­lei predik­ti­ver Vali­di­tä­ten und ande­rer Hei­deg­ger­schen Toll­hech­te­rei­en. Und der DDR-Nibe­lun­gen­treue für die sowje­ti­schen Anti-Isra­el-Destruk­ti­vi­tä­ten hät­ten Sie auch recht gern zuge­ar­bei­tet, schon wegen Hegel und so, dem toll­ge­wor­de­nen Hecht.

          Sie kot­zen mich an, Herr Rolf. Aber nicht mehr als ästhe­tisch wäre, das sind Sie nicht Wert.

  4. > Besin­nungs­lo­ses Geld­aus­ge­ben und Schul­den­ma­chen der Zen­tral­re­gie­rung ist nur lei­der nichts, aus dem sich Demo­kra­tie oder Repu­bli­ken bau­en lassen.

    Ähm, na klar, das Gan­ze nennt sich Wahl­ge­schen­ke, und ist, neben der fach­män­ni­schen Indok­tri­na­ti­on der Bevöl­ke­rung, eines der Stand­bei­ne einer jeden Repu­blik mit demo­kra­ti­schen Ele­men­ten, und ist dar­über hin­aus DIE Grund­vor­aus­set­zung um über­haupt gewählt zu werden. 

    > Eine mul­ti­ras­si­sche Demokratie?

    Ich glau­be der meint damit, dass die USA in zukunft mehr­heit­lich braun sein wird, und die Wei­ßen das zu schlu­cken haben, wegen muh civ­na­tism und alle Men­schen sind gleich und so nem Quatsch. Das ist ja alles abseh­bar und nur eine Fra­ge der Zeit, auch in Europa.

    • Nebu­lö­ser Unfug und Ihr übli­ches Geschwab­bel, Herr Rolf. Und Sie wis­sen erstaun­lich wenig über die ame­ri­ka­ni­sche Rea­li­tät incl. Propaganda.
      Es ver­hält sich genau anders her­um: Repu­bli­ka­ner, Kon­ser­va­ti­ve, und Trump behaup­ten, dass alle Men­schen gleich sind („God made man in his image“), wobei die Lin­ken die cri­ti­cal-race-theo­ry ver­tre­ten, die behaup­tet, dass Men­schen durch Grup­pen­zu­ge­hö­rig­keit defi­niert sind: Also nicht durch indi­vi­du­el­le Gleich­heit. Der Ras­sen­kampf der Lin­ken ist somit die Wie­der­auf­la­ge des mar­xis­ti­schen Klas­sen­kampfs mit ver­än­der­ten Sub­stan­ti­ven; alle bei­de ver­ach­ten Idee und Pra­xis der indi­vi­du­el­len Gleich­heit vor dem Gesetz.

      • Wo ist der Wider­spruch zu dem von mir Gesagten? 

        Abge­se­hen davon ist die Defi­ni­ti­on von „Gleich“ bei den Lib­tards und Cuck­ser­va­ti­ven nur ne jeweils Andere. 

        Die Cuck­ser­va­ti­ven glau­ben an sol­chen Quatsch wie Gleich­heit aller Men­schen vor Gott, wobei Gott der Staat ist, und der Staat daher alle gleich behan­deln soll. Irgend­wie­so begrün­den die das.

        Die Lib­tards hin­ge­gen bemer­ken, dass äußer­lich unter­scheid­ba­re Grup­pen es unter den gege­be­nen Bedin­gun­gen zu unter­schied­li­chen Ergeb­nis­sen brin­gen, obwohl doch alle Ras­sen und so wei­ter gleich sind, wes­halb irgend­wo im Sys­tem ein Feh­ler ste­cken muss, dass die Einen för­dert, die Ande­ren jedoch zurück­hält, wes­we­gen die­ser Sys­tem­feh­ler ent­we­der kor­ri­giert wer­den muss, indem man Whiteness abschafft, oder halt indem man mit­tels „Posi­ti­ver Dis­kri­mi­nie­rung“ Negern 200 Punk­te auf den SAT Score aufschlägt.

        Bei­des ist jedoch die sel­be Gleich­heits-Ideo­lo­gie. Die strei­ten sich nur über das Tem­po mit dem sie zum Ziel gelan­gen wol­len, und, mehr noch um per­sön­li­che Macht.

        Auf die Idee die Ras­sen­pro­ble­ma­tik, die durch­aus exis­tiert, mit­tels Segre­ga­ti­on zu lösen, kämen die alle nicht, obwohl alle Betei­lig­ten dies zu wol­len schei­nen, wenn man nicht nach ihrem Gela­be­re son­dern nach ihrem Ver­hal­ten urteilt. Was auch zeigt, wie unbrauch­bar deren gesam­ter ideo­lo­gi­scher Unter­bau ist. Die Lib­tards agi­tie­ren ledig­lich um Min­der­hei­ten gegen die Wei­ßen auf­zu­sta­cheln, und mit­tels Wahl­ge­schen­ken zu ködern. Das ist Demo­kra­tie 1x1.

        • Lus­tig, na ja halb viertel­lus­tig, dass Sie so über­haupt kei­ne Ahnung haben, wor­über Sie nebu­lö­si­sie­ren. Als hät­te schon Lori­ot vor 40 Jah­re nicht über die all­ge­mei­ne Mei­nungs­sucht geseufzt, set­zen Sie noch eins drauf. Obwohl Die­ter Nuhr vor 10 Jah­ren sich bemü­ßigt fühl­te, pro bono zu wie­der­ho­len: „Wenn man kei­ne Ahnung hat, ein­fach mal die Fres­se halten“. 

          Die ame­ri­ka­ni­schen Kon­ser­va­ti­ven glau­ben ÜBERHAUPT NICHT an den Staat. Die amer­ka­ni­schen Kon­ser­va­ti­ven hän­gen näm­lich von je her dem Kon­zept von „redu­ced government“ an, dass typisch teu­to­ni­sche Staats­gläu­bi­ge wie Sie nicht ver­ste­hen wol­len und können. 

          Auch was Sie über „die Lib­tards“ schrei­ben, ist völ­lig rea­li­täts­los. KEINER von denen hät­te je gesagt, „dass alle Ras­sen irgend­wie gleich sind“. Ach Herr Rolf, Sie dau­er­pro­ji­zie­re­ner, mei­nungs­süch­teln­der Tropf… Sie haben noch nie gehört, was die sagen, und wem die zuhö­ren. Namen wie Nico­le Han­na-Jones, Ange­la Davis, Kim­ber­lé Crens­haw, und Ibra­him Ken­di haben Sie noch NIE gehört. Haben aber ’ne Mei­nung zu allem. 

          Kon­klu­si­on: Die­ter Nuhr brach­te es voll, vol­ler, und am Aller­volls­ten auf den Punkt.

  5. Ich habe so mei­ne Pro­ble­me mit Han­nes Stein.
    Ich kann mich noch ziem­lich gut erin­nern, wie er sich vor ein paar Jah­ren noch auf der Ach­se des Guten (wo Sie ja auch publi­zie­ren) als neo­kon­ser­va­ti­ver Scharf­ma­cher gerier­te. Sei­ne Arti­kel sind teil­wei­se, glau­be ich, sogar noch abrufbar.
    Unver­ges­sen, wie er mit dra­ma­ti­scher Ges­te mit­teil­te, er kön­ne nun end­lich in den USA leben, damit sei­ne Steu­ern für sinn­vol­le Din­ge ein­ge­setzt wür­den (ver­linkt hat­te er das Bild eines Flugzeugträgers).
    Jetzt kippt er ins ande­re Extrem.
    Mir sind sol­che unaus­ge­gli­che­nen Leu­te, die nur in Extre­men den­ken kön­nen, suspekt.

  6. „Die ame­ri­ka­ni­sche Grund­idee, der Uni­ver­sa­lis­mus, ergibt sich zwin­gend aus dem jüdi­schen Mono­the­is­mus. Wenn es nur einen Gott gibt, dann folgt dar­aus, daß auch nur eine Mensch­heit existiert.“
    ( So Richard Her­zin­ger / Han­nes Stein. End­zeit-Pro­phe­ten oder Die Offen­si­ve der Anti­west­ler, Fun­da­men­ta­lis­mus, Anti­ame­ri­ka­nis­mus und Neue Rech­te), 1995, S. 39.)

    Es soll­te nicht ver­wun­dern, daß als eigent­li­cher Staats­theo­lo­ge die­ses Kom­ple­xes ein Han­nes Stein auf­tritt, der die­se Ideo­lo­gie unter dem Titel: Moses und die Offen­ba­rung der Demo­kra­tie ent­fal­tet. Unter „Demo­kra­tie“ ver­steht Stein, daß alle Macht vom - geof­fen­bar­ten - Gesetz aus­geht und nicht vom Men­schen: Eine „Volks­herr­schaft“ ohne Volk! 

    http://etappe.org/archiv/

    • Sowohl was Herzinger/Stein da vor 25 Jah­ren sag­ten, ist falsch - als auch Ihre Folgerung. 

      1) Die ame­ri­ka­ni­sche Grund­idee ist ja mit­nich­ten „Uni­ver­sa­lis­mus“. Die ame­ri­ka­ni­sche Grund­idee ist hin­ge­gen Par­ti­ku­la­ris­mus, Ame­ri­can excep­tio­na­lism. Herzinger/Stein haben offen­bar nicht gele­sen, was die Väter der Ver­fas­sung dar­über geschrie­ben haben, son­dern mal eben in der Gegend her­um­fan­ta­siert. War­um: Weil Prä­si­dent Bush anno ’95 so viel über Uni­ver­sa­lis­mus gequas­selt hat. Das hat ihnen imponiert.

      2) Demo­kra­tie = alle Macht geht vom Gesetz aus (haben Sie als Defi­ni­ti­on falsch ver­stan­den), und das soll schlecht sein (haben sie als Fol­ge­rung falsch ver­stan­den). Lol! Ah, die­se grund­sätz­li­chen Ver­ständ­nis­schwie­rig­kei­ten. Macht­aus­übung ohne Gesetz oder gegen Geset­ze ist nichts wei­ter als Pöbel­herr­schaft oder Tyran­nei, egal ob die­se Macht­aus­übung auf die Gesetz­lo­se nun von Vie­len oder Weni­gen ausgeht.
      Wo das Gesetz nicht herrscht, Herr Gus­tav!, da neh­men Ein­dring­lin­ge Ihnen das Haus weg und die Poli­zei kommt nicht, und das hat dann auch nichts mehr mit Demo­kra­tie zu tun.

      • Es geht hier um eine gro­tes­ke Fehl­in­ter­pre­ta­ti­on der jüdi­schen Theo­kra­tie, die Fla­vi­us Jose­phus als sol­che bezeich­net hat, mit ihren (sym­bo­lisch) 613 Gebo­ten und Ver­bo­ten, denen ein from­mer Jude als Aus­druck des unbe­ding­ten Gehor­sams gegen­über sei­nem Gott, ohne Zwei­feln äußern zu dür­fen, unter­wor­fen ist. Grie­chisch und damit genu­in vom demo­kra­ti­schen Geist geprägt war dage­gen die gegen die­se theo­kra­ti­sche Kon­zep­ti­on gerich­te­te Kri­tik des paga­nen Arz­tes Galen(os), der die Vor­stel­lung poli­ti­scher Geset­ze, die wie die­je­ni­gen des Moses offen­bart und mit Fra­ge­ver­bo­ten ver­se­hen, d.h. nicht argu­men­ta­tiv begrün­det sind, als absurd zurück­wies; dies sei als wür­de man Medi­zin ohne Wis­sen­schaft betrei­ben. Unter dem Ein­druck des Hel­le­nis­mus hat sich im Juden­tum die Pro­ble­ma­tik die­ser geof­fen­bar­ten Geset­ze ins Bewußt­sein gedrängt, was zur Leh­re führ­te, daß Gott die­se „absur­den und unnüt­zen Geset­ze“ nur erlas­sen habe, um sei­ne abso­lu­te Herr­schaft klar­zu­stel­len. Immer­hin hat sich Mai­mo­n­i­des gegen die­se als pro­to-isla­misch zu iden­ti­fi­zie­ren­de jüdi­sche Auf­fas­sung gewandt, wonach die­se Leh­re ver­die­ne, mit Sati­ren anstatt mit Argu­men­ten wider­legt zu wer­den, ein Ver­dikt, daß jedoch auch den hier behan­del­ten Auf­fas­sun­gen eines Gelern­ter und Han­nes Stein ent­ge­gen­zu­hal­ten ist.

        • Irgend­wie wun­dert mich, dass jemand ernst­haft annimmt, dass Han­nes Stein irgend etwas von sei­nem Unsinn selbst glaubt. Ganz offen­sicht­lich ist er ein Oppor­tu­nist, der schon für und gegen alles unter der Son­ne war, bzw. behaup­tet hat zu sein, um sich mal bei die­sen, mal bei jenen einzuschleimen. 

          Ich ver­steh auch nicht, was Sie aus ihrem Zitat ablei­ten wol­len. Aus Uni­ver­sa­lis­mus fol­ge, dass es kei­ne Nean­dertha­ler mehr gibt. Bra­vo! Das hat der Han­nes ja gut erkannt. Nur: Da wol­len Sie jetzt eine geschlos­se­ne Ideo­lo­gie draus ablei­ten? Ich weiß nicht mal, war­um man sol­che dump­fen Bücher über­haupt liest. Ich geh davon aus, dass der Erkennt­nis­ge­winn und die Geis­tes­schär­fe Ihres Zitats reprä­sen­ta­tiv für das gan­ze Werk ist.

          Ich weiß nicht, ob Ihnen klar ist, dass Sokra­tes den Schier­lings­be­cher getrun­ken hat, weil man ihm Got­tes­läs­te­rung und Jugend­ge­fähr­dung vor­ge­wor­fen hat. So genu­in demo­kra­tisch im heu­ti­gen Sinn, nicht im dama­li­gen, war Athen nun auch wie­der nicht. 

          Galen(os), der die Vor­stel­lung poli­ti­scher Geset­ze, die wie die­je­ni­gen des Moses offen­bart und mit Fra­ge­ver­bo­ten ver­se­hen, d.h. nicht argu­men­ta­tiv begrün­det sind, als absurd zurückwies

          „Nicht argu­men­ta­tiv begrün­det“ und „Fra­ge­ver­bot“ sind zwei ver­schie­de­ne Din­ge. Die Dis­pu­te über das Gesetz und was Gott wohl von sei­ner Schöp­fung will, sind so alt wie das Juden­tum selbst. Es gab und gibt schon immer aller­hand Strö­mun­gen. Ich den­ke, das Gebot, nicht im Namen Got­tes zu spre­chen (mitt­ler­wei­le sym­bo­lisch und prak­tisch wei­ter gefasst), ist ein Zeug­nis dar­über, dass es gera­de im Juden­tum schon immer Bestre­bun­gen gab, eine dis­kur­siv­lo­se Theo­kra­tie zu ver­hin­dern. Man kann mut­ma­ßen, was der Schöp­fer will, man kann sich aber nicht hin­stel­len und behaup­ten zu wis­sen, dass Gott nun dies oder das will. Das alte Gesetz steht über den sprung­haf­ten Wün­schen der Herr­schen­den. Hat­ten die Grie­chen eigent­lich auch ein Gebot, nicht im Namen der Göt­ter Leu­te rumzukommandieren? 

          Wir haben noch Chan­nuk­ka. Schau­en Sie mal, wobei es dabei geht (Tipp: Die Grie­chen hat­ten so ein Gebot nicht.)!

          Ihre Aus­las­sung zu Mai­mo­n­i­des ist auch Unsinn. Er hat kano­ni­siert und kom­men­tiert. Hät­te er eine rigi­de, kri­tik­ab­wür­gen­de Theo­kra­tie mit glas­kla­ren Regeln vor­ge­fun­den, hät­te er es nicht gemacht.

          • Das haben Sie recht gut erklärt, Ben. Grad noch eben freund­lich sogar, ja fast. Ich hät­te die Gus­tav­schen Möch­te­gern-Phil­ip­pi­ka gegen die jüd’schen Starr­sin­nig­kei­ten (die er wahr­schein­lich von Luther oder vom Reichs­bi­schof Mül­ler abge­schrie­ben hat) weit­aus unfreund­li­cher zerrissen. 

            Gut Cha­nu­ke!

  7. „Aufklärung„2.0 - die Rol­le rückwärts
    In der gesam­ten wei­ßen, west­li­chen Welt macht sich, ganz ent­ge­gen des pos­tu­lier­ten Selbst­ver­ständ­nis­ses, ein Ren­nen um die Unter­wer­fung des poli­ti­schen Geg­ners breit, das weder Gren­zen, Maß­stä­be noch Wer­te kennt. Der Erfolg allein recht­fer­tigt die Mit­tel - dies Prin­zip des Islam, ist der gras­sie­ren­de Ata­vis­mus unse­rer Zeit.
    Die der­zeit geschla­ge­ne Sei­te ist zu betäubt von der unaus­weich­li­chen Ein­sicht, dass ein Wider­stand mit dem „zivi­li­sier­ten“ Besteck, so nur den eige­nen Toten­schein nach sich zie­hen kann. Wo es aber an Mut fehlt, regiert bald die Gnadenlosigkeit.

  8. Mit gro­ßer Freu­de zur Kennt­niss genom­men: es gibt doch einen Deut­schen Jour­na­lis­ten der Ame­ri­ka ver­steht und Fak­ten nennt. Die­ser Arti­kel ist eine Klas­se für sich. Eine Über­set­zung, -Steins Ideo­lo­gie Erzie­hung-ins- Fak­ten­deutsch, ist sehr gut gelun­gen. Es spie­gelt auch die Mei­nung mei­ner zahl­rei­chen Ver­wand­ten von Texas bis Alas­ka, alle gut Bür­ger­lich. Die haben kei­ne Zeit lin­ke Wahn­vor­stel­lun­gen zu insze­nie­ren weil sie arbei­ten müs­sen um zu leben.

  9. Und ja „Dies wird bür­ger­kriegs­ähn­li­che Wir­ren zur Fol­ge haben, die es Trump erlau­ben wer­den, sei­ne Macht noch wei­ter zu festigen.“

    Nur, wer die Ver­ur­sa­cher, die Aggres­so­ren, die Anstif­ter und Durch­füh­rer die­ser Wir­ren sein wer­den, das erwähnt Stein nicht. BLM, Anti­fa und extrem lin­ke Demo­crats könn­ten ja auch ein­fach auf den „Auf­stand“ verzichten.….

  10. Oh Gott, ja Han­nes Stein.
    Der Mann, der -für mich zumin­dest- die bratz­blö­de, dumm­lin­ke, rea­li­täts­pho­be jour­na­lis­ti­sche Selbst­ge­rech­tig­keit personifiziert.
    Für mich in sei­ner Bigot­te­rie eine ech­te Haßfigur.
    Ich erin­ne­re mich dran, wie er in einem Arti­kel sowohl den dump­fen Trump-Anhän­gern beschei­nig­te irra­tio­nal und emo­tio­nals­ge­steu­ert zu sein und beschrieb, wie er und sei­ne Fami­lie sich nach Trumps Sieg wei­nend in den Armen lag.

    • Herr Stein ver­steht von allem etwas. So auch, wes­halb er sein acht­jäh­ri­ges Kind COVID-„impfen“ läßt. Denn :“ Coro­na ist auch für Kin­der gefähr­lich (Stein) und die Geschich­te - Coro­na tut den Kin­dern nichts- hat hier in Ame­ri­ka nie gestimmt.“ Als Arzt mit über 40 Jah­ren Berufs­er­fah­rung, nicht mehr in den Pra­xis­be­trieb ein­ge­bun­den und auch alter­na­tiv infor­miert kann ich nur sagen : Ihre Cha­rak­te­ri­sie­rung die­se Herrn ist treff­ge­nau. Ein Ideo­lo­ge vor dem Herrn. Nur noch ein paar Sät­ze von ihm :
      „Hier in New York füll­ten sich die Ter­min­ka­len­der der Kin­der­ärz­te der­zeit mit Licht­ge­schwin­dig­keit. Die­se Stadt hat wäh­rend der Pan­de­mie so viel Tod und Elend erlebt, dass die meis­ten Bür­ge­rin­nen und Bür­ger nicht mehr groß über­re­det wer­den muss­ten, ihre Kin­der imp­fen zu las­sen.“ (Welt, 04.11.21)
      Na also.

      • … aller­dings. Was der Herr Stein da sagt, ist mal wie­der so ent­setz­lich super­falsch, ultra-rea­li­täts­los, hyper­ver­blen­det und par­al­lel­exis­tent, dass das ja schon gar nicht mehr wahr sein kann. 

        Viel­leicht gibt es gar kei­nen Han­nes Stein. Viel­leicht ist das ein Schreib-Bot, der ver­sucht, den stei­ni­gen Weg der Blech­do­sen zu gehen, die über sel­bi­gen getre­ten werden.

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