Gerd Buur­mann ist wie wir alle ent­setzt über den Ter­ror, der heu­te über die Men­schen in Tune­si­en, Frank­reich und Kuwait gekom­men ist. In sei­nem Blog appel­liert er an die schwei­gen­de Mehr­heit der fried­lie­ben­den Mus­li­me, sich end­lich gegen sol­che Taten zu empören.

 

Lie­ber Gerd,

Du appel­lierst an den Huma­nis­mus der Mus­li­me. Das ist löb­lich, aber ver­geb­lich. Du bist zuerst Mensch, dann Christ. Für Dich kann jemand ein Arsch­loch, Voll­idi­ot oder Mör­der sein, ohne dass Du sei­ne Reli­gi­on auch nur kennst, weil Du die Men­schen nach ihren Taten beur­teilst. Du kannst jede noch so spin­ner­te Idee ertra­gen, die jemand hat, wenn die­se Idee nicht das Leben ande­rer Men­schen ver­letzt oder zu deren Mord aufruft.

Die Atten­tä­ter von Lyon, Tune­si­en und Kuwait waren in ihrem Selbst­bild zuerst Mus­li­me, dann Men­schen. Jeder, der ein wie auch immer gear­te­tes gött­li­ches Prin­zip über das eige­ne Selbst stellt, ist eine ticken­de Zeit­bom­be – und den Zün­der haben stets die­je­ni­gen in der Hand, die sich auf die­ses gött­li­che Prin­zip berufen.

Der Islam kann sich nicht mäßi­gen. Der Islam kann sich nicht refor­mie­ren. Jeder „Mus­lim“ den ich ken­ne und der in der heu­ti­gen Welt besteht, der sich ver­wirk­licht, auf­ge­klärt und huma­nis­tisch denkt, hat sich längst von sei­ner Reli­gi­on eman­zi­piert und hegt höchs­tens noch ein nost­al­gi­sches Ver­hält­nis zu den mus­li­mi­schen Fes­ten und Tra­di­tio­nen – ähn­lich wie die Mil­lio­nen „Chris­ten“, die die Weih­nachst­mes­se besu­chen, weil die Musik so schön ist.

Wenn man dem Islam Fort­schritt, Auf­klä­rung, Tole­ranz und Huma­nis­mus hin­zu­fügt, zer­fällt er zu Staub.

 

Vorheriger ArtikelDummheit-Macht-Politik
Nächster ArtikelRette mich wer kann!