Mat­thias Matus­sek feierte seinen 65. Geburts­tag und Jan Böh­mer­mann würde vom Chef des zur Party ein­ge­la­de­nen Spiegel-Autors Jan Fleisch­hauer gern wissen, ob dieser ahne, was sein Kolum­nist in seiner Frei­zeit so treibe. Gab es eine Erlaub­nis? Wurde die Fuß­kette gelo­ckert? Nicht doch! Spiegel-Autoren dürfen in ihrer Frei­zeit tun und lassen, was sie wollen – solange sie von dieser Frei­heit keinen fal­schen Gebrauch machen! Findet Jus­ti­ziar und Geheim­agent Böh­mer­mann. Zum Plazet dieser uner­laub­ten Fra­ter­ni­sie­rung mochte der Spiegel sich aber nicht durch­rin­gen, viel­leicht sucht ja die Rechts­ab­tei­lung noch nach einem Passus in den Ver­trä­gen, der das Abhören von Feind­sen­dern unter Hoch­ver­rat stellt. Nur pau­schale Distanz gab es reich­lich und auf Bestel­lung. Dass Matus­sek selbst mal beim Spiegel schrieb und Res­sort­chef war, bedeu­tet nämlich noch lange nicht, dass er nach seinem Weggang dort noch Freunde haben darf!

Noch schä­bi­ger als Böh­mer­mann trieb es wohl nur der auf der Party anwe­sende Rein­hold Beck­mann, der die Ein­la­dung laut seiner hastig nach­ge­reich­ten Ent­schul­di­gung offen­bar nur annahm, um dem Jubilar einen ordent­li­chen Schluck mora­li­nen Schwe­den­trunk ein­zu­flö­ßen. Wie mutig, erst vom Buffet zu naschen und dann in die Bowle zu pinkeln! Wer solche Freunde auf der Gäs­te­liste hat, sollte seine Geburts­tage weit weg von Han­dy­ka­me­ras feiern. Der Hahn musste jeden­falls nicht erst krähen, bis Beck­mann reu­mü­tig bekannte, nur zum Zwecke der poli­ti­schen Agi­ta­tion auf der Geburts­tags­feier gewesen zu sein. Damit ist seine Ver­wand­lung vom glatten TV-Kiesel zum Sei­fen­stück abge­schlos­sen. Ovids „Meta­mor­pho­sen“ müssen neu geschrie­ben werden!

Ich weiß um Mat­thias Matus­sek. Auf seinen poli­ti­schen Irr­we­gen ist er nach einer Jugend in mar­xis­tisch-leni­nis­ti­schen…

Gepos­tet von Rein­hold Beck­mann & Band am Sonntag, 10. März 2019

Die Empö­rung der Emeute, ange­führt von abge­lau­fe­ner Zeit (Frank­fur­ter Rund­schau) und befeu­ert von der ablau­fen­den „Zeit“ rich­tete sich jeden­falls unge­bremst auf etwa die­selbe Frage, wie sie Kevin Kühnert unlängst bei Maisch­ber­ger stellte: „Mit welchem Recht hat jemand mehr als 20 [Häuser, Euro, kon­ser­va­tive Freunde, Bücher geschrie­ben]? (Nicht­zu­tref­fen­des strei­chen) Die Frage, wen um alles in der Welt es etwas angeht, wen Matus­sek privat zu Buffet, Bier und Bramar­ba­sié­ren einlädt, wurde nicht gestellt. Denn man mag es kaum glauben: der Haus­ar­rest mag ein erprob­tes Mittel in der DDR gewesen sein, in der Bun­des­re­pu­blik ist solches unbe­kannt. Auch Kon­takt­ver­bote wie die Stasi können weder „Zeit“ noch „FR“ noch Böh­mer­mann ver­hän­gen. Ganz egal, wie sehr sie sich dies wün­schen oder sich mora­lisch dazu berufen fühlen, den Stab über Men­schen zu brechen, denen sie zwar recht­lich nichts am Zeug flicken können, deren Vor­stel­lun­gen und Ideen sie aber nicht (mehr) teilen. Tole­ranz endet in der Praxis leider oft an der eigenen, unre­flek­tier­ten Into­le­ranz.

Ich muss hier einen Gang run­ter­schal­ten, weil meine For­mu­lie­run­gen nur mühsam meinen Ekel vor derlei Gesin­nungs­schnüf­fe­lei über­de­cken können und mich nun mehr auf die emo­tio­nale Ebene begeben. Was mir nämlich in dieser Causa der media­len Hetze beson­ders stinkt, ist nicht der Shit­s­torm in den sozia­len Medien. Zumin­dest nicht als unmit­tel­bare Reak­tion auf die Bilder Matus­seks von dessen Party. Wer auf Face­book öffent­lich postet, muss damit rechnen, Trolle, Miss­güns­tige, Gesin­nungs­ko­pie­rer, Schmier­fin­ken und Fliegen anzu­lo­cken, das geht schon klar.

Wenn jedoch Medien diese Empö­rung auf­grei­fen und zu Sträu­ßen aus Scheiße bündeln, hinter deren pro­fes­sio­nel­lem Gestank sich all die kleinen Kacker dann ver­ste­cken können, wird es prin­zi­pi­ell. Und das Prin­zi­pi­elle ist, das heute der­je­nige keine Pri­vat­sphäre mehr haben darf, der zum Abschuss mar­kiert wurde. Und wer in dessen Nähe kommt, wird mit in Sip­pen­haft genom­men. Über diese Metho­den der Denun­zia­tion und der Zer­set­zung könnte uns Huber­tus Knabe, der geschasste Direk­tor der Stif­tung „Gedenk­stätte Berlin-Hohen­schön­hau­sen”, vieles aus seinem For­schungs­ge­biet berich­ten, wenn er nicht selbst erst in eben solches Feuer geraten wäre. Nun, er sendet noch, aber die Reich­weite ist gerin­ger gewor­den.

Pseudomilitarismus bis ins Wohnzimmer

Die Pri­vat­heit ist heute kein legi­ti­mer Rück­zugs­ort mehr, wo niemand dir rein­re­det, niemand dich agi­tiert. Einen Ort, an dem man einfach nur selbst­be­stimmt leben kann, gibt es nicht mehr. Dass dieser Rückzug ins Private jedem und selbst poli­ti­schen Gegnern offen­steht, hat seine Gül­tig­keit ver­lo­ren. Wieder einmal. Spä­tes­tens bei Tages­schau und Heute-Journal holt jeden die poli­ti­sche Rea­li­tät mit ihren pseu­do­mi­li­tä­ri­schen Auf­la­dun­gen ein. Da gilt es, Haltung anzu­neh­men, den Kampf „gegen Rechts“ zu führen und zur Kli­ma­ret­tung in die Ent­schei­dungs­schlacht zu ziehen. In der DDR zog man in die win­ter­harte Kohle, heute aus der Kohle heraus. Aber immer im Gleich­schritt. Mili­tä­ri­scher Duktus in einem längst pazi­fi­zier­ten Land, in dem die Simu­la­tion über jeder Rea­li­tät steht. Heute werden keine „Ern­te­schlach­ten“ mehr geschla­gen wie in der DDR, sondern der Welt­hun­ger bekämpft. Aber immer noch ist Kampf. Der „Kampf gegen den US-Impe­ria­lis­mus“ ist noch der­selbe, auch wenn er sich heute als Glo­ba­li­sie­rungs­kri­tik tarnt. Und der Kampf gegen den Faschis­mus natür­lich, der umso hys­te­ri­scher geführt werden muss, je weiter der Feind in der Ver­gan­gen­heit und umso tiefer er unter der Erde liegt. Da gibt es offen­bar viel zu tun, wenn man auf die „Exper­ten” hört. „Wer Nazi ist, bestim­men wir”, hieß es in der SED schließ­lich schon in den 50er Jahren. Schon damals eine äußerst prak­ti­sche Fle­xi­bi­li­tät in der Defi­ni­tion, die sich bis heute erhal­ten hat.

Das politische ist privat, das Private ist politisch

Das poli­ti­sche ist privat, das Private ist poli­tisch. Dieser alte Spruch gilt heute mehr als in den Sponti-Gruppen der 60er, und zwar in beide Rich­tun­gen. So dürfen uns Poli­ti­ker in ihren Sonn­tags­re­den und Weih­nachts­an­spra­chen auf plumpe Weise per­sön­lich kommen, breitet Sawsan Chebli ihre fami­liä­ren Befind­lich­kei­ten applaus­hei­schend auf Twitter aus oder greifen Medien und Politik immer unge­nier­ter zu, wenn es um das Pri­vat­le­ben unbe­que­mer oder ihnen ver­hass­ter Poli­ti­ker oder Kol­le­gen geht. In Regens­burg brüs­te­ten sich Restau­rants, keine AfD-Wähler zu bewir­ten, in Berlin ist die Anmel­dung eines Kindes an einer Wal­dorf­schule vom Par­tei­buch der Eltern abhän­gig und nicht­öf­fent­li­che Geburts­tags­fei­ern sind nicht länger Pri­vat­sa­che, denen man höchs­tens in den sozia­len Medien den einen oder anderen bis­si­gen Kom­men­tar hin­ter­her­wirft.

Viel­mehr werden Gäs­te­lis­ten abge­klopft und von jedem Ein­ge­la­de­nen Rechen­schaft darüber ver­langt, was ihn wohl bewog, einer Ein­la­dung auf die Geburts­tags­party von Mat­thias Matus­sek zu folgen – inklu­sive der For­de­rung, sich für die Anwe­sen­heit jedes wei­te­ren Gastes auf dieser Liste zu recht­fer­ti­gen. Und so wurde, ganz wie in der M&M‑Werbung, aus der Gäs­te­liste schnell die mediale Spei­se­karte. Unser Land hat zu diesem Zweck ja eine aus­rei­chend große und aus­ge­hun­gerte Jour­na­lis­ten­po­pu­la­tion, die mühelos jeden Wei­de­zaun des Anstands über­win­det.

Achtung, Freund hört mit!

Die Ver­un­si­che­rung wächst wieder, selbst im Pri­va­ten, mit „Diesem“ oder „Jener“ gesehen zu werden, ein Selfie, eine über­ra­schende Umar­mung oder eine geschüt­telte Hand kann der erst­beste Hal­tungs­trä­ger dem Chef, der Bank oder dem Kunden hin­ter­brin­gen und Höf­lich­keit oder gar Mensch­lich­keit schnell toxisch werden. Diese Vor­sicht und Zurück­hal­tung wird natür­lich nur von Men­schen erwar­tet, die den aus­ge­ge­be­nen Parolen zum 1. Mai nicht folgen. Jour­na­lis­ten von der gefäl­li­gen Pro­ve­ni­enz dürfen jeden ver­dien­ten Poli­ti­ker des Volkes herzen und knud­deln und sel­bi­gen steht es immer frei, jede blutige Dik­ta­to­ren­patsch­hand zu küssen, wenn sie nur gute Geschäfte ver­spricht.

Die Unver­fro­ren­heit, eine private Geburts­tags­feier zum Reichs­par­tei­tag hoch­zu­fie­deln, zeugt in meinen Augen jeden­falls von einem ekla­tan­ten Verlust von Ehr­lich­keit und per­sön­li­cher Frei­heit, die in den Medien jedoch kaum jemand zu ver­mis­sen scheint. Statt­des­sen blühen Agi­ta­tion, Denun­zia­tion, Verrat und Gesin­nungs­lob­hu­de­lei. Das muss dieses „beste Deutsch­land, das wir je hatten“ sein, von dem die Kanz­le­rin so gern spricht.

46 Kommentare

  1. Ich: Hallo, mein Name ist Rolf, und ich bin ein Nazi

    Selbst­hil­fe­gruppe Anonyme Nazis: Hallo Rolf

    Ich: Ich habe gestern, im Suff, ganz oft Heil Hitler gesagt.

    Selbst­hil­fe­gruppe Anonyme Nazis: Das ist ja schreck­lich! Warum hast Du das getan, Rolf?

    Ich: Eigent­lich bin ich gar kein Nazi, Ihr Wichser. Aber ich glaube, dass ich das Recht dazu habe, ein Nazi zu sein, wenn ich ein Nazi sein will, und, dass es keinen Grund gäbe, mich dafür zu schämen. Ihr habt das Recht, Heil Hitler zu sagen, wann immer ihr dies tun wollt! Ihr seid zwar scheiße, und für meinen Geschmack viel zu links, und ich hätte mit dem Impuls zu kämpfen, Euch auf der Stelle zu erschla­gen, wenn Ihr von mir erwar­ten würdet, mich Eurem Moralscheiß unter­zu­ord­nen, aber das ist für mich sowieso der Nor­mal­zu­stand, und tritt bereits ein, sobald jemand etwas von irgend­ei­ner „Gesell­schafts­ord­nung” faselt. Aber so lange Ihr Euch nicht in mein Leben ein­mischt, könnt Ihr von mir aus den ganzen Tag lang „Heil Hitler” sagen, und seid mir immer noch lieber, als die Grünen.

    Selbst­hil­fe­gruppe Anonyme Nazis: Rolf, sag nicht so schreck­li­che Dinge! Wenn wir „Heil Hitler” sagen würden, dann würden die Leute schlecht über uns denken. Die Grünen dürfen das, was sie da tun, weil niemand denkt, die wären böse.

    Ich: Ich habe gestern sogar eine selbst­ge­nähte Bett­wä­sche mit einem rie­si­gen Haken­kreuz darauf ver­schenkt.

    Selbst­hil­fe­gruppe Anonyme Nazis: Rolf, tu doch nicht so etwas! Wenn die Leute Haken­kreuze sehen, dann drehen sie durch! Denk doch mal daran, was hier mit dem Benut­zer Adolf pas­siert ist! Der arme Kerl wollte nur seine dis­so­zia­tive Per­sön­lich­keits­stö­rung aus­le­ben, und der Welt etwas Gutes tun, und selbst Roger hasste ihn!

    Ich: Die Bett­wä­sche war riesig. Ich habe mir über­legt, sie draußen zu trock­nen, einfach, um die Nach­barn zu scho­cken. Leider regnete es.

    Selbst­hil­fe­gruppe Anonyme Nazis: Aber Deine Nach­barn hätte Dich dafür gehasst, wenn Du das getan hättest!

    Ich: Die würden mich auch hassen, wenn sie das kunst­volle Arran­ge­ment von Haken­kreu­zen sehen würden, das ich als Hin­ter­grund­bild nutze. Und auch aus vielen anderen Gründen, die nichts mit Haken­kreu­zen zu tun haben. Die meisten Men­schen hassen mich bereits, sobald ich den Mund auf­ma­che, und etwas sage, das ihnen nicht den den Kram passt, was, zuge­ge­be­ner­ma­ßen, andau­ernd geschieht, weil ich es zur Kunst­form erhoben habe, den Leuten vor den Kopf zu stoßen.

    Es ist doch normal, dass man gehasst wird, wenn man zu sich selbst steht. Irgend­je­mand wird immer an irgend­et­was Anstoß nehmen, das ihm nicht passt. Das ist doch ganz normal, und ergibt sich schon alleine daraus, dass wir alle Indi­vi­duen sind, die gegen­sätz­li­che Ansich­ten und Inter­es­sen haben. Wenn man sich dann aber so verhält, dass niemand mehr Anstoß nimmt, dann ist das doch eine Ein­la­dung zu Aus­nut­zung und Miss­brauch. Nur, weil Ihr es aufgebt, Eure Inter­es­sen zu ver­tei­di­gen, heißt das noch lange nicht, dass ich dies auch tue, oder ich davon absehe, Eure Schwä­chen aus­zu­nut­zen, und meine Inter­es­sen zu Eurem Nach­teil zu ver­fol­gen. Stellt Euch mal vor, ich würde daran Anstoß nehmen, dass Ihr Euch von mir nicht von mir in den Arsch ficken lassen wollt. Würdet Ihr dann Eure Arsch­ba­cken für mich sprei­zen?

    Selbst­hil­fe­gruppe Anonyme Nazis: Aber das würdest Du doch sicher niemals tun, Rolf, oder?

    Ich: Nein, wahr­schein­lich nicht, aber das auch nur deshalb, weil Ihr mir nicht sexy genug seid. Wärt Ihr sexyer, würde ich mir das nochmal über­le­gen. Ich mag die Mimik, die sexy Frauen in dem Moment haben, in dem mein Schwanz in ihr Rektum ein­dringt, obwohl sie dies eigent­lich nicht wollen, und mir könnte dieses Erleb­nis mehr wert sein, als mein Anstand. Und stellt Euch mal vor, Ihr hättet Kohle, die Ihr mir geben würdet, falls ich andern­falls Empö­rung äußere. Über­legt mal, wohin das führt. Wollt Ihr lieber damit leben, gehasst zu werden, oder wollt Ihr, dass der Erst­beste, der auf die Idee kommt, sich zu empören, Eure geilen Weiber ficken, und Euch die Kohle aus der Tasche ziehen kann?

    Selbst­hil­fe­gruppe Anonyme Nazis: Das was Du da sagst ist aber ganz schlimm! Stell Dir mal vor, wie es für Dich wäre, wenn wir mit der Selbst­ver­leug­nung auf­hö­ren, den Führer klonen, und die Macht über­neh­men! Du weißt doch, wie wir sind!

    Ich: Naja, dann müsstet Ihr Euch even­tu­ell darauf ein­stel­len, dass ich damit anfange, Euch tot sehen zu wollen, und es zu meinem Ziel erkläre, Euch vor Eurem gewalt­sa­men Ableben noch mal ins Gesicht zu spucken. Aller­dings ist das für mich sowieso der Nor­mal­zu­stand, und ob Ihr es nun seid, auf die sich das Hass-Zentrum meines Gehirns fixiert, oder irgend­wel­che Sozi­al­de­mo­kra­ten, oder die Grün­linge, oder der Klein­gärt­ner­ver­ein, der es mir ver­bie­ten will, mit gen­tech­nisch ver­än­der­tem Umkraut, das nachts leuch­tet, meinen Gar­ten­pfad zu säumen, ist doch egal. Ich sehe in diesem Ver­hal­ten einen Selbst­ver­tei­di­gungs­re­flex, der sich daraus ergibt, dass ich mich nicht selbst ver­leugne, und dessen Fehlen zu jeder mög­li­chen Form des Miss­brauchs einläd.

    Selbst­hil­fe­gruppe Anonyme Nazis: Aber wir wollen diese ganzen Kon­flikte nicht mehr. Wir sind trau­ma­ti­siert davon, wie böse die Leute zu uns sind, weil wir es seit 70 Jahren nie­man­dem mehr Recht machen können! Wir finden das ganz doll schlimm!

    Ich: Ihr Opfer. Ihr seid doch Pussies, und jeder prügelt auf Euch ein, weil Ihr solche Pussies seid, die dafür auch noch danke sagen. Hätte ich ein Bordell, das auch kranke Feti­sche bedient, würde ich Euch anstel­len. Ihr könntet dann mit nem Dildo im Arsch darüber jammern, wie schreck­lich alles ist, während unter meiner selbst­ge­näh­ten Haken­kreuz­bett­wä­sche jemand seinen Prü­gel­fe­tisch an Euch auslebt. Und hin­ter­her würdet Ihr Euch für die 50 Cent Trink­geld bedan­ken, die man auch an einer öffent­li­chen Toi­lette bezah­len würde, nachdem man in sie rein­ge­pisst hat.

    Selbst­hil­fe­gruppe Anonyme Nazis: *fap fap fap fap fap fap fap* Oh! Ja!

    Ich: Und eine Anstel­lung als Hart­geld­nutte wäre für Euch immer noch besser, als Euer jet­zi­ges Leben, weil Ihr dann wenigs­tens dafür bezahlt werden würdet, dass Ihr Euch miss­brau­chen lasst. Ihr Gra­tis­nut­ten.

    Selbst­hil­fe­gruppe Anonyme Nazis: *fap fap fap fap fap fap fap spritz*

      • Nagut, dann halt keinen kunst­voll for­mu­lier­ten Shit­s­torm, dessen Aussage keine Sau ver­steht, sondern eine ein­fa­che Auf­schlüs­se­lung.

        1: Der Gebrauch von Phrasen wie „Heil Hitler”, das Tragen eines Hit­ler­bärt­chens, oder der Gebrauch von Heral­dik, wie dem Haken­kreuz oder den SS-Runen, ist ledig­lich eine modi­sche Erschei­nung der 1930er.

        2: Daraus folgt: Es ist okay, „Heil Hitler” zu sagen, ebenso, wie es okay ist, modi­sche Erschei­nun­gen aus anderen Dekaden nach­zu­äf­fen.

        3: Es macht Spaß, gegen die Kon­ven­tio­nen zu ver­sto­ßen, indem man „Heil Hitler” sagt, weil es Spaß macht, gegen Kon­ven­tio­nen zu ver­sto­ßen, da man auf diese Weise die eigene Durch­set­zungs­fä­hig­keit gegen­über zwangs­neu­ro­ti­schen Herden trai­niert.

        4: Es ist nicht okay, Anderen über­grif­fige Vor­schrif­ten zu machen, und sich in deren Leben ein­zu­mi­schen

        5: Ganz wichtig: Den Nazis von früher wird nicht deshalb all­ge­meine Ver­ach­tung zuteil, weil sie „Heil Hitler” gesagt haben, sondern, weil sie einen über­grif­fi­gen, kol­lek­ti­vis­ti­schen Mora­lis­mus ver­tre­ten haben, auf­grund dessen sie sich für berech­tigt hielten, sich in das Leben der­je­ni­gen ein­zu­mi­schen, die ihnen nicht passten. Dieser über­grif­fige Mora­lis­mus ist das, was jeman­den zu Abschaum macht, und dieser ist gesamt­ge­sell­schaft­lich fest ver­an­kert, tritt überall auf, und hat nichts damit zu tun, ob jemand als Nazi bezeich­net wird. Die Nazis der 1940er sind ledig­lich eine Mani­fes­tie­rung dieses über­grif­fi­gen, kol­lek­ti­vis­ti­schen Mora­lis­mus.

        6: Nur, weils gerade in Mode ist, die eigenen geno­zi­da­len Hass-Schalt­kreise im Gehirn zu ver­leug­nen, bedeu­tet das nicht, dass diese nicht exis­tie­ren, oder, dass sie keinen Zweck erfül­len. Die Ver­leug­nung dieser Schalt­kreise ist wider­na­tür­lich, öffnet Miss­hand­lun­gen jeder Art Tür und Tor, und führt im End­ef­fekt nur dazu, dass die daraus ent­ste­hen­den Kon­flikte auf kol­lek­ti­vis­ti­sche Weise mit dem Staat als Knüppel aus­ge­tra­gen werden.

        7: Der Zweck, den Mutter Natur den geno­zi­da­len Hass-Schalt­krei­sen in unseren Gehir­nen zuge­wie­sen hat, ist es, aktiv zu werden, sobald unbe­rech­tigte Über­griffe statt­fin­den, die eine etwas rabia­tere Reak­tion erfor­dern. Das ist die evo­lu­tio­näre Stra­te­gie, die ver­hin­dert, dass Dein Nachbar seinen Müll in Deinem Garten ent­sorgt, weil es für Dich bil­li­ger und ein­fa­cher ist, Deinen Garten auf­zu­räu­men, als eine lang­wie­rige Fehde mit Deinem Nach­barn zu eröff­nen, die beiden Seiten Kosten ver­ur­sacht. Ohne die Befol­gung dieser Stra­te­gie, wären wir längst aus­ge­stor­ben. Entsagt man dieser Stra­te­gie, wird man zu etwas zwi­schen einem Nutz­tier und einem Sklaven.

        8: Ver­klemmte Wichser, die sich selbst noch nicht­mal trauen, mit einem „Heil Hitler” gegen die Kon­ven­tio­nen zu ver­sto­ßen, die gleich­zei­tig aber jeder­mann mit ihren über­grif­fi­gen Moral­vor­stel­lun­gen auf den Sack gehen, haben weniger Respekt ver­dient, als maso­chis­ti­sche Fetisch-Nutten, denen man für ein Toi­let­ten­frau-Trink­geld ins Gesicht pisst. Sie ver­ste­cken sich hinter der über­grif­fi­gen Moral der „Gesell­schaft”, weil sie zu feige sind, sich selbst zu einem Ziel zu machen, und sie feuern wäh­rend­des­sen aus allen Rohren auf Abweich­ler, die sich dies trauen. Sie erzeu­gen damit ein Klima neu­ro­ti­schen Zwangs­kol­lek­ti­vis­mus, das, neben einem starken Staat, die Grund­vor­aus­set­zung für Mas­sen­ver­bre­chen ist.

        9: Besagte Wichser haben es ver­dient, miss­han­delt zu werden, da sie von anderen erwar­ten, all­ge­meine Miss­hand­lung hin­zu­neh­men, und sie zu einem gesell­schaft­li­chen Klima bei­tra­gen, das all­ge­meine Miss­hand­lung pro­fi­ta­bel und unver­meid­lich macht. Der Unter­schied zwi­schen der von ihnen aus­ge­hen­den Miss­hand­lung, und der ihnen ent­ge­gen­ge­brach­ten Miss­hand­lung, ist der Unter­schied zwi­schen Tot­schlag und Notwehr. Notwehr ist erwünscht, weil dadurch Ver­bre­chen ver­hin­dert oder zumin­dest ver­teu­ert werden, während Tot­schlag eines der Ver­bre­chen ist, die durch Notwehr ver­hin­dert werden.

  2. Wie kann man Ihnen Ihre Zukunfts­vi­sion wider­le­gen?
    Ich teile Ihren Opti­mis­mus zum Drehen des Windes nicht und fürchte, dass wir weiter auf Jahre dem linken Main­stream unter­wor­fen sind.

    So, besser?

  3. Freund-Feind-Denken: Kon­takt­schuld
    Darf man als SPIEGEL-Redak­teur an einer Geburts­tags­feier teil­neh­men, zu der auch Men­schen mit rechter oder sogar rechts­ra­di­ka­ler Gesin­nung ein­ge­la­den sind?
    Kolumne von Jan Fleisch­hauer
    http://​www​.spiegel​.de/​p​o​l​i​t​i​k​/​d​e​u​t​s​c​h​l​a​n​d​/​m​i​t​r​e​c​h​t​e​n​f​e​i​e​r​n​-​k​o​n​t​a​k​t​s​c​h​u​l​d​-​k​o​l​u​m​n​e​-​v​o​n​-​j​a​n​-​f​l​e​i​s​c​h​h​a​u​e​r​-​a​-​1​2​5​7​7​6​2​.​h​tml
    Voll und ganz seiner Meinung. Mit der Ein­schrän­kung, dass Matus­sek die Feier selbst publik gemacht hat. Da waren öffent­li­che Reak­tio­nen wohl ein­kal­ku­liert. Und dazu gehören nun einmal auch kri­ti­sche Stimmen.
    @roger: Kein „Minis­te­rium der Liebe” (was immer das sein mag) und erst recht keine Gesin­nungs­prü­fun­gen. Es gibt genug gute Mög­lich­kei­ten (etwa per­sön­li­chen Kontakt und/oder gründ­li­che jour­na­lis­ti­sche Recher­chen), sich ein Urteil darüber zu bilden, ob jemand sich gewan­delt hat oder nicht. Schie­ben Sie kri­ti­sche Leute nicht vor­schnell in Ecken ab, in die sie nach­weis­lich nicht gehören.

  4. @Ulf Renner: „Wenn aber eine öffent­li­che Person wie Mat­thias Matus­sek u. a. mit einem ver­ur­teil­ten Rechts­ex­tre­mis­ten Geburts­tag feiert …, während fast gleich­zei­tig im Chem­nit­zer Fuß­ball­sta­dion einem ver­stor­be­nen Neonazi gehul­digt wird, …”

    Hier fehlt mir der Zusam­men­hang.

    • Hallo Herr Scharff, der Zusam­men­hang ist doch offen­kun­dig: Die durch den Mit­fo­ris­ten R. kris­tall­klar her­aus­ge­meu­chel­ten Tat­sa­chen („ver­ur­teilt ‑Rechts­ex­tre­mist-Geburts­tag-fast-gleich­zei­tig-Chem­nitz-Fußball-ver­stor­ben-Neonazi”) bewei­sen a) die lautere, ja lau­terste Mora­li­tät des Foris­ten und b) die nied­rige, ja nied­rigste Mora­li­tät der feind­lich-nega­ti­ven Person M. Sehen Sie denn nicht: das „fast-gleich­zei­tig” ist das Schach­matt für M.!
      Woraus sich nun logisch und zwin­gend nur die Zer­set­zungs­emp­feh­lung gegen M. ablei­ten kann.

      Merke: a) Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. (F.E.D. zuge­schrie­ben) b) Vier Beine gut, zwei Beine schlecht. (G.O.)

    • Linke und Grüne bean­stan­den (oft zu Recht), dass Libe­rale und Kon­ser­va­tive rechte Extre­mis­ten öffent­lich und privat auf­wer­ten, was die Rechts­ex­tre­mis­ten und Neo­na­zis ermun­tert, immer offen­si­ver (= extre­mer, teils auch gewalt­tä­ti­ger) vor­zu­ge­hen. Etwa einen Neonazi im Stadion öffent­lich zu betrau­ern oder Anders­den­kende zu bedro­hen (ein aktu­el­les Bei­spiel s. https://​sz​.de/​1​.​4​3​6​6​130). Rechts­ex­treme Dro­hun­gen und Gewalt gegen Linke, Juden, Aus­län­der, Asyl­be­wer­ber oder Muslime sind Legion. Da kann man es schon kri­tisch sehen, dass ein so bekann­ter Autor wie MM u. a. einen vor­be­straf­ten Rechts­ex­tre­mis­ten zu seiner Feier einlädt (wobei ich – wie gesagt – dem zugute halten will, dass er sich viel­leicht gewan­delt hat).
      Dieser Einwand wird auch nicht dadurch sach­lich falsch, dass Linke und Grüne all­zu­oft Links­ex­tre­mis­ten und Isla­mis­ten öffent­lich und privat auf­wer­ten, was die natür­lich ermun­tert, immer dreis­ter zu agieren (s. etwa die „Antifa”-Gewalt gegen AfD-Leute). Die man­gelnde Glaub­wür­dig­keit und leicht erkenn­bare Ein­äu­gig­keit vieler Linker und Grüner bedeu­ten jedoch nicht, dass jedes ihrer Argu­mente unzu­tref­fend ist. Das gilt natür­lich umge­kehrt auch für Libe­rale und Kon­ser­va­tive. Es gibt allent­hal­ben viel zu viele Leute, die jeweils nur die eine, ihnen genehme Seite der „Münze” sehen. Und ein großes Problem besteht darin, dass die Ein­äu­gi­gen die poli­ti­sche Aus­ein­an­der­set­zung beherr­schen. Ver­nünf­tige und Beson­nene, die sich bemühen, beide Seiten zu sehen und deren jewei­lige Fehler auf­zu­zei­gen, werden kaum noch gehört oder – was noch schlim­mer ist – unsach­lich ange­grif­fen.

      • Kennen Sie die kom­plette Story des vor­be­straf­ten Rechts­ex­tre­mis­ten? Und selbst wenn nicht, führt die kom­pro­miss­lose For­de­rung nach maxi­ma­ler Distanz von allen und allem, was von gewis­sen Kreisen als Zugangs­vor­aus­set­zung für das Leben in diesem Land ver­langt wird, dazu, dass das juris­ti­sche Konzept der Resol­zia­li­sa­tion nach ver­büß­ter Strafe ad absur­dum geführt wird, weil es nicht glei­cher­ma­ßen für alle gilt. Ihr Klam­mer­be­griff (oft zu Recht) impli­ziert nämlich, dass dies oft auch zu Unrecht geschieht und die Grenze zwi­schen Recht und Unrecht von einer „Moral” gezogen wird, die eine Agenda hat, die ich nicht teile.

        • Nein, die kom­plette Story des vor­be­straf­ten Rechts­ex­tre­mis­ten kenne ich natür­lich nicht. Und ich habe ja auch schon geschrie­ben, dass ich zu seinen Gunsten annehme, dass er sich viel­leicht gewan­delt hat (was ich eben­falls nicht wissen kann). Darüber hinaus zeigen meine Kom­men­tare hier hin­rei­chend, dass wir uns weit­ge­hend einig sind. Links­grüne Ein­sei­tig­keit und Dop­pel­mo­ral bedeu­ten jedoch nicht, dass jeder ihrer Ein­wände falsch ist – und dass Libe­rale, Kon­ser­va­tive und demo­kra­ti­sche Rechte stets feh­ler­frei agieren.

        • @Ulf Renner: „Linke und Grüne bean­stan­den (oft zu Recht), dass Libe­rale und Kon­ser­va­tive rechte Extre­mis­ten öffent­lich und privat auf­wer­ten, was die Rechts­ex­tre­mis­ten und Neo­na­zis ermun­tert, immer offen­si­ver (= extre­mer, teils auch gewalt­tä­ti­ger) vor­zu­ge­hen.“

          Ihr Kom­men­tar beschrieb nicht den Zustand von „(oft zu Recht)“, sondern kon­krete Vor­gänge, die „fast gleich­zei­tig im Chem­nit­zer Fuß­ball­sta­dion“ statt­fan­den.
          Inwie­fern wären diese unter­blie­ben, ohne Matus­seks Geburts­tags­feier?
          Übri­gens ist mir nicht bekannt, dass „Rechts­ex­tre­mis­ten und Neo­na­zis“ ihre Akti­vi­tä­ten danach aus­rich­ten, ob „Libe­rale und Kon­ser­va­tive“ die nötige Ermun­te­rung liefern.

  5. Wenn die „Mei­nungs­schaf­fen­den” von heute in der Haut der „Kul­tur­schaf­fen­den” von damals im Novem­ber ’76 gesteckt hätten, hätten sie ihre Unter­schrift unter den Protest gegen die Bier­mann­aus­bür­ge­rung in Licht­ge­schwin­dig­keit zurück­ge­zo­gen, so sie denn über­haupt das kleine bischen Hal­tungs­mut zur Unter­schrift gehabt hätten. Die meisten die damals zurück­zo­gen, taten dies aus Angst vor der Ver­nich­tung ihrer Exis­tenz in der DDR, diese wider­li­chen Böh­mer­män­ner der Jetzt­zeit tun es, um dabei zu sein. Es sind Über­zeu­gungs­tä­ter, Quis­linge der demo­kra­ti­schen Gesell­schaft der übels­ten Sorte.

  6. @Aristobulus: Wie schon gesagt, haben Matus­sek und seine Gäste die Feier selbst öffent­lich gemacht. Da mußte nichts erschnüf­felt werden und es wurde auch nicht geschnüf­felt. Damit ist der Rest Ihres jüngs­ten Kom­men­tars hin­fäl­lig.

    • @Ulf Renner: „Wie schon gesagt, haben Matus­sek und seine Gäste die Feier selbst öffent­lich gemacht. Da mußte nichts erschnüf­felt werden …”

      Wirk­lich nichts? Die Gesin­nung der Teil­neh­mer stand bereits in der Gäs­te­liste?

  7. In den Kom­men­ta­ren, die sich bedenk­lich über die Ver­nach­läs­si­gung der Wahr­neh­mung „rechter Akti­vi­tä­ten” äußern, ver­misse ich Rea­li­täts­sinn . Rea­li­tät in unserem Lande ist doch, dass Rechte und Rechts­ex­tre­mis­mus in einen Topf gewor­fen werden. Wer sich dem Main­stream wider­setzt oder die Merkel- Politik kri­ti­siert, ist Nazi, auch wenn hono­rige Wis­sen­schaft­ler auch aus Groß­bri­tan­nien inzwi­schen Merkel die Schuld an der Migra­ti­ons­krise zuschrei­ben. Im nicht gefü­gi­gen Ausland sind selbst­ver­ständ­lich auch alle Nazis, die sich nicht der all­wis­sen­den Kanz­le­rin anschlie­ßen, wie die Viche­grad-Staaten (Polen, Ungarn,Tschechei,Slowakei,Slowenien u.a.). Alles Nazis!?
    Mir scheint viel­mehr, dass der deut­sche Son­der­weg wieder in Mode ist. Wenn der Faschis­mus wie­der­kehrt, wird er Anti­fa­schis­mus heißen.

  8. Lieber Roger,

    Men­schen ohne Rück­grat haben wir genug.“

    Leider habe ich den Namen der Sän­ge­rin ver­ges­sen, aus deren Lied ich dieses Zitat meinem Kom­men­tar vor­an­stel­len möchte. Es ist ein poli­ti­scher Song, der in der DDR ver­bo­ten war.

    Zu Jan Böh­mer­mann fällt mir nur der fol­gende Spruch ein:
    „Der größte Lump im ganzen Land, das ist und bleibt der Denun­zi­ant“.

    Danke Roger für deinen mutigen und ehr­li­chen Beitrag, mit dem du wieder einmal Rück­grat beweist!

    Ich selbst wäre viel zu feige das zu schrei­ben, da ich Angst vor den Kon­se­quen­zen hätte und vor dem, was mir blühen würde.

    Schlimm, dass wir in Deutsch­land schon wieder soweit sind und so etwas wieder mit­er­le­ben müssen.

  9. Schön, das sich Beck­mann als der wider­wär­tige, cha­rak­ter­lose Schmier­lap­pen outet, der er ist. Ich mag es, wenn sich Systemf*tzen selbst die Maske von der Laffe reißen.

  10. Ver­ur­teilte Links­ex­tre­mis­ten werden nicht nur zu Geburts­tags­fei­ern ein­ge­la­den, sie erhal­ten auch Anstel­lung an staat­lich sub­ven­tio­nier­ten Thea­tern.

  11. Thilo Schnei­der hat die Blüten des links­grü­nen Empö­ria­lis­mus und der damit ver­bun­de­nen Dop­pel­mo­ral bereits gestern köst­lich auf­ge­spießt (https://​bit​.ly/​2​J​6​8​RQI – s. dort auch die Leser­post). Wenn aber eine öffent­li­che Person wie Mat­thias Matus­sek u. a. mit einem ver­ur­teil­ten Rechts­ex­tre­mis­ten Geburts­tag feiert und das im Netz auch publik macht, während fast gleich­zei­tig im Chem­nit­zer Fuß­ball­sta­dion einem ver­stor­be­nen Neonazi gehul­digt wird, dann kann man als Linker, Grüner, Libe­ra­ler und Kon­ser­va­ti­ver schon hell­hö­rig werden und das eben auch öffent­lich sagen. Mei­nungs- und Aus­drucks­frei­heit gilt für alle und immer. Jeden­falls sollte es so sein. Ohne deshalb ins Denun­zi­an­ten­tum zu ver­fal­len. Wobei ich dem vor­be­straf­ten Rechts­ex­tre­mis­ten zugute halten will, dass er sich viel­leicht wirk­lich gewan­delt hat (was ich nicht wissen kann).

    • Werter Herr Renner,
      „ver­ur­teil­ter Rechts­ex­tre­mist” ist also nicht nur selbst ein Paria, sondern auch alle die nach seiner Bestra­fung mit ihm ver­keh­ren? Reso­zia­li­sie­rung aus­ge­schlos­sen! Herr Renner, werden Sie als „Linker, Grüner, Libe­ra­ler .…” auch so hell­hö­rig bei­spiels­weise bei dem „ver­ur­teil­ten Links­ex­tre­mis­ten” Schmie­rer (KBW) als ehe­ma­li­gen Spit­zen­be­am­ten unter Fischer und Stein­meier im Außen­mi­nis­te­rium und heute mit Pen­si­ons­an­sprü­chen? Oder gilt die lebens­läng­li­che Kon­takt­sperre mit öffent­li­chen Per­so­nen nur für „ver­ur­teilte Rechts­ex­tre­mis­ten”? Hm. Das wäre doch etwas ein­sei­tig, oder?

      • Offen­bar haben Sie den letzten Satz meines ursprüng­li­chen Kom­men­tars über­le­sen oder in Posting-Hektik ver­ges­sen. Und ja: Für ver­ur­teilte Links­ex­tre­mis­ten gilt das Selbe. Jeden­falls sollte es so sein. Von privat-per­sön­li­chen Kon­takt­sper­ren halte ich gar nichts. Das gilt erst recht für die unsäg­li­che links­grüne Sach- und Per­so­nal­po­li­tik (danke für den Hinweis auf den Fall Schmie­rer). Im vor­lie­gen­den Fall ging es jedoch um eine Feier, die Matus­sek selbst und einige seiner Gäste öffent­lich gemacht haben. Da kann man schon mal öffent­lich fragen und es auch kri­tisch sehen, wer alles dabei war. Leider gibt es in Deutsch­land schon lange keine klare Abgren­zung mehr zu den linken Extre­mis­ten – aber eben auch nicht mehr zu dem rechts­ex­tre­men Gegen­pol (s. u. a. den irren Vorgang im Chem­nit­zer Fuß­ball­sta­dion).

        • Warum „kann man schon mal öffent­lich fragen”, wer bei Herrn Müllers Wochen­end­aus­flug, Frau Meiers Kaf­fee­kränz­chen oder Herrn Matus­seks Geburts­tags­feier „alles dabei war”? Und was ist da „es auch kri­tisch sehen”?
          Ach à propos Herr Renner, haben Sie nicht neulich beim Grillen wieder mit diesem einen bestimm­ten AfD-Wähler geredet? Man hat Sie dabei gesehen. Also ich seh sowas ganz kri­tisch. Wehret den Anfän­gen. Sie nicht?

          Bitte beant­wor­ten Sie die Fragen. Sie sind ganz einfach gestellt.

          • Ganz einfach: Weil Gast­ge­ber Matus­sek und sein Gast Müller nicht nur Pri­vat­per­so­nen sind, sondern auch öffent­lich agieren und die Feier selbst publik gemacht haben. So ist das Private eben auch poli­tisch gewor­den. Beide sind öffent­li­che „Figuren” bzw. (wenn Sie so wollen) Per­so­nen der Zeit­ge­schichte. Ansons­ten zeigen Ihre durch­sich­tig pole­mi­schen Fragen, dass Sie meine Bei­träge hier offen­bar nicht gelesen oder aber nicht ver­stan­den haben. Ich teile die Ein­wände gegen den links­grü­nen Empö­ria­lis­mus und erst recht gegen das Denun­zi­an­ten­tum aus der Rich­tung, aber das bedeu­tet nicht, dass jede Kritik an Rechten unbe­grün­det ist.

            • Es geht nicht um „jede Kritik an den Rechten”, es geht präzise um Schnüf­fe­lei im Pri­vat­le­ben des Herrn Matus­sek. Ab wann darf / soll/ muss einer kein Pri­vat­le­ben mehr haben dürfen; wenn ihn hundert oder tausend Leute kennen? Warum nicht 1001 Leute?
              Und wer hat über­haupt gesagt, dass das Private neu­er­dings poli­tisch sei? Fällt Ihnen nicht dieses meh­rer­lei Maß auf? Dieses Schüffeln in anderer Leute Ange­le­gen­hei­ten? Um warum recht­fer­ti­gen Sie das? Würden Sie das auch so leicht­hin recht­fer­ti­gen, wenn der Beschnüf­felte links­grün wäre?

              P.S. Übri­gens haben Sie nicht meine Frage beant­wor­tet, weshalb Sie sich beim Grillen mit diesem gewis­sen Herrn (Name redak­tio­nall gelöscht) haben sehen lassen. Mann­Mann Herr Renner, Sie als öffent­li­che Person haben es gewagt, ein Pri­vat­le­ben haben zu wollen?, oder es ging in Flammen auf.

        • Ich glaube, Ihre Art zu argu­men­tie­ren wird Neu­deutsch als Whata­bou­tis­mus bezeich­net. Und was öffent­li­che Person angeht: Wird Matus­sek aus dem Steu­er­sä­ck’l bezahlt? Bekommt er Kul­tur­för­de­rung? Oder hat er eine Medi­en­agen­tur oder so etwas, die reich­lich mit Zwangs­ab­ga­ben­gel­dern finan­ziert wird wie die ganzen Ill­ne­reien? Ist er Staats­se­kre­tär? Der Mann schreibt und wem es nicht passt, der es nicht zur Kennt­nis nehmen.
          Ich meine, öffent­lich agieren tun Ver­kehrs­po­li­zis­ten auch, oder Post­bo­ten, oder Lehrer.…

            • Der Vorwurf des Whata­bou­tism fällt auf Sie zurück: Wie Matus­sek bezahlt wird, ob und ggf. welche För­de­rung er bekommt oder ob er Staats­se­kre­tär ist, spielt im vor­lie­gen­den Fall keine Rolle. Kri­ti­siert wird, dass ein bekann­ter und damit wohl auch ein­fluß­rei­cher kon­ser­va­ti­ver Autor Rechts­ex­treme privat und öffent­lich auf­werte und begüns­tige. Nicht mehr, aber eben auch nicht weniger. Die Kritik muss man natür­lich nicht teilen, aber unbe­grün­det ist sie nicht. Es sei denn, der besagte Gast hätte sich tat­säch­lich gewan­delt.

            • Wer befin­det denn über diesen Wandel? Das Minis­te­rium für Liebe? Was ihnen vor­schwebt ist eine Gesin­nungs­prü­fung. Gesin­nung zählt aber nicht. Gesin­nung ist in unserem Rechts­sys­tem über­haupt keine Kate­go­rie! Nur in der Politik ist sie das – und die sollte sich aus dem Pri­vat­le­ben der Leute raus­hal­ten.

        • @Ulf Renner Natür­lich kann ich den Müller fragen, warum er beim Meyer zum Geburts­tag war. Aber wenn ich den Arbeit­ge­ber vom Müller frage, ob er das ok findet, dass der Müller beim Meyer zum Geburts­tag war, ist das ekelig. Mal ehrlich, sehen Sie das anders?

          • Nein, das sehe ich genauso wie Sie – aber das stand und steht doch schon in den Kom­men­ta­ren, die ich vorher gepos­tet habe. Haben Sie die nicht gelesen?

      • Quatsch. Schau: Linke hassen Rechte. Ich per­sön­lich sehe darin eine Reak­tion auf den über­grif­fi­gen Mora­lis­mus der Ver­gan­gen­heit, mit dem die eins­ti­gen Rechten ihr Welt­bild durch­ge­setzt haben. Men­schen mit über­grif­fi­gem Mora­lis­mus kann man schon mal hassen, wenn sie einen nicht in Ruhe lassen. Das ist ganz normal. Und was man hasst, das will man ver­nich­ten. Was auch sonst? Und wie kann man etwas am besten ver­nich­ten? Ganz einfach: Indem man sich das Gewalt­mo­no­pol sichert, und dann erst loslegt. Darum schla­gen die sich darum, wer den Staat kon­trol­liert.

        Warte mal 20 Jahre, dann dreht sich der Spieß um, und es sind wieder die rechten Moral­apos­tel am Drücker.

        P.S.
        OMG, kein Google Captcha… Eine Erlö­sung!

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