Das Coro­na-Geschäfts­mo­dell hat zu einer ver­derb­lich engen Sym­bio­se von Medi­en und Poli­tik geführt und bei­de kön­nen und wol­len nicht mehr von­ein­an­der las­sen. Eine Anfra­ge der Lin­ken zeigt nun, wel­che unge­heu­ren Sum­men die Bun­des­re­gie­rung in staat­li­che Pro­pa­gan­da-Kam­pa­gnen steckte.

Ent­täuscht bis ent­setzt reagier­te das Jus­te Milieu der Infek­tio­nis­ten auf das vor­sich­ti­ge „Los­las­sen der Mas­sen“ durch den Bund. Selbst die gera­de auf­ge­führ­te Simu­la­ti­on des Föde­ra­lis­mus ist ihnen zuwi­der und die Mas­ken- und Impf­fe­ti­schis­ten sind kaum zu trös­ten durch die Ein­set­zung der nach­ge­la­ger­ten Ver­fü­gungs­ge­walt der Bun­des­län­der als Rechts­nach­fol­ger des Aus­nah­me­zu­stands, weil all die schö­nen Zwangs­maß­nah­men schließ­lich doch noch in Gel­tung belas­sen sind oder über den Bür­gern schwe­ben, sofern man das eige­ne Bun­des­land kur­zer­hand zum Hot­spot erklärt bekommt – wie auch immer das für ein zwar mit viel Hot aber wenig Spot ver­se­he­nes Land wie Meck­pomm begründ­bar sein mag.

Es gibt sogar ers­te psy­cho­lo­gisch auf­fäl­li­ge Zeit­ge­nos­sen und vor allem ‑genos­sin­nen, die Angst davor haben, dass irgend­je­mand ihnen die Mas­ke weg­neh­men wol­le – als wenn nicht jeder selbst genü­gend von den ange­schmud­del­ten und fus­se­li­gen Din­gern in Taschen, Hand­schuh­fä­chern und an Rück­spie­geln hät­te! Nein, kein Bedarf! Ein jeder ent­sor­ge die eige­nen Skla­ven­ket­ten oder tra­ge sie frei­wil­lig und vol­ler Angststolz.

Die größ­ten Abschieds­schmer­zen wird jedoch der MPK emp­fin­den. Ich schrei­be der MPK, weil ich nicht die omi­nö­se Minis­ter­prä­si­den­ten­kon­fe­renz mei­ne, son­dern den medi­al-poli­ti­schen Kom­plex, der die letz­ten zwei Jah­re in einer gera­de­zu per­ver­sen media­len Ver­wer­tungs­ket­te die Ängs­te zu den Argu­men­ten und die Argu­men­te zu den beschlos­se­nen Maß­nah­men lie­fer­te, die wie­der zu neu­en Ängs­ten, neu­en Argu­men­ten und neu­en Maß­nah­men führten.

Bezahlte Prominente und Influencer

Ange­trie­ben wur­de und wird die Pro­pa­gan­da­ma­schi­ne von üppig spru­deln­den Geld­mit­teln, die sich die Bun­des­re­gie­rung und spe­zi­ell das Gesund­heits­mi­nis­te­ri­um selbst geneh­migt hat. Poli­ti­sche Kam­pa­gnen bestim­men längst nicht mehr nur die Wahl­kämp­fe, sie sind das beglei­ten­de Trom­mel­feu­er für alle als alter­na­tiv­los dar­ge­stell­ten Maß­nah­men. Nun muss man gene­rell skep­tisch sein, wenn Minis­te­ri­en viel Steu­er­geld auf­wen­den, um dem Bür­ger das Ergeb­nis jener Arbeit schmack­haft zu machen, für die er Poli­ti­ker gewählt hat, denn zu die­sem Zweck gibt es alle vier oder fünf Jah­re Wah­len. Doch im Ver­gleich mit dem aktu­el­len Geld­re­gen war die Bun­des­re­gie­rung in der Ver­gan­gen­heit gera­de­zu spar­sam. Zwi­schen 2015 und 2019 betrug der Wer­be­etat der gesam­ten Bun­des­re­gie­rung etwa 58 Mil­lio­nen Euro pro Jahr. Nicht mit­ge­rech­net natür­lich all die ver­stie­ge­nen Pro­jek­te, die direkt aus den Mit­teln der Minis­te­ri­en und sub­al­ter­ner Behör­den finan­ziert wer­den – man den­ke nur an „Demo­kra­tie leben“. Doch selbst im Ver­gleich damit fal­len die Auf­wen­dun­gen im Covid­zän aus jedem Rahmen.

Es war eine klei­ne Anfra­ge der Frak­ti­on der Lin­ken, auf die hin sich die Bun­des­re­gie­rung erklä­ren muss­te – und die Ant­wort hat es in sich. Kress berich­te­te dar­über: 295 Mil­lio­nen Euro ver­an­schlag­te das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­te­ri­um für „Infor­ma­ti­ons- und Auf­klä­rungs­ar­beit zur Bekämp­fung des Coro­na­vi­rus und für die Coro­na-Schutz­imp­fung“. Wei­te­re 360.000 Euro kamen aus dem Bud­get des Kanz­ler­am­tes hin­zu. Da ist natür­lich vie­les ent­hal­ten und sicher ist auch sinn­vol­les dabei. Das meis­te Geld floss jedoch direkt in die Schmack­haft­ma­chung der Imp­fung mit­tels Hash­tags wie #ärmel­hoch oder Kam­pa­gnen wie „Zusam­men gegen Coro­na“. Man woll­te mit „nied­rig­schwel­li­gen Impf­an­ge­bo­ten“ die Bür­ger „direkt in ihren Lebens­wel­ten errei­chen“, und wer könn­te dies bes­ser als Pro­mi­nen­te und Influ­en­cer, wenn man sie als Miet­mäu­ler für Geld vor den guten Kar­ren spannt? Von allein oder, wie in sol­chen Fäl­len üblich, mit Hil­fe prak­ti­zie­ren­der Ärz­te woll­te der ja par­tout nicht ins Rol­len kommen.

Das Schie­ben besor­gen natür­lich weder das Kanz­ler­amt noch das BMG selbst. Dafür hat man doch gute Freun­de, die bei der Bewäl­ti­gung sol­cher aus­ge­lob­ten Geld­men­gen immer gern behilf­lich sind. Allein über den Rah­men­ver­trag mit Scholz & Friends wur­den 2021 mehr als 15 Mil­lio­nen Euro nur für Covid-The­men abge­ru­fen (Sei­te 7 in der Antwort).

Die staat­lich ver­häng­ten Lock­downs und ande­re Maß­nah­men haben die deut­sche Wirt­schaft und damit auch vie­le Medi­en an den Rand des Abgrunds geführt. Kei­ne Geschäf­te heißt auch kei­ne Anzei­gen, kei­ne Spots und schma­le Bud­gets für Mar­ke­ting. Die für 2021 ins Auge gefass­te staat­li­che Pres­se­för­de­rung – ein schö­ne­res Wort für Sub­ven­tio­nen – ist bekannt­lich geplatzt. Geplant war, über meh­re­re Jah­re hin­weg ins­ge­samt 180 Mil­lio­nen Euro zu ver­tei­len. Da kam die Coro­na-Koh­le der staat­li­chen Wer­be­trom­mel natür­lich wie geru­fen. Allein für Print-Anzei­gen zur Imp­fung gab es 2021 mehr als 64 Mil­lio­nen Euro, für TV-Spots, Radio-Spots, Web-Ban­ner und Sozia­le Medi­en zusam­men wei­te­re 34,5 Mil­lio­nen Euro. Gan­ze 144 Mil­lio­nen „Argu­men­te“ wur­den uns allen also im letz­ten Jahr pau­sen­los um die Ohren gehauen.

Wie lange kann man noch an dieser Angst verdienen?

Dass es hier­bei weni­ger um Auf­klä­rung als um die Bewirt­schaf­tung der Angst ging, sieht man auch an den Sum­men, die für wirk­lich sach­li­che und unauf­ge­reg­te Infor­ma­tio­nen bereit­ge­stellt wur­den. Die sind näm­lich im Ver­gleich zu Getö­se wie „Ärmel hoch!“ ver­schwin­dend gering. Die Web­sei­te infektionsschutz.de, seit vie­len Jah­ren betrie­ben von der Bun­des­zen­tra­le für gesund­heit­li­che Auf­klä­rung, erhielt bis zum Juni 2021 über­haupt kein Geld aus dem pro­pa­gan­dis­ti­schen Füll­horn. Erst ab Juli 2021, als bereits lau­te Zwei­fel am Sinn der Impf­kam­pa­gne laut wur­den, schob man ein wenig Wer­bung auf Face­book und Twit­ter nach (sie­he Sei­te 13 der Ant­wort auf die klei­ne Anfrage).

Die Fra­ge ist nun, was macht die­ses vie­le Geld mit denen, die es gera­de so drin­gend brau­chen? Kann man ange­sichts die­ser Zuwen­dun­gen über­haupt objek­ti­ve oder sogar regie­rungs­kri­ti­sche Bericht­erstat­tung erwar­ten? Wie groß kann das Inter­es­se der Medi­en sein, dass die­ser Geld­strom bald aus­trock­net, zumal wir mit dem Krieg Russ­lands gegen die Ukrai­ne bereits in der nächs­ten Groß­kri­se ste­cken? Da wünscht man sich als Ver­lag oder Sen­der doch gera­de­zu, die alte Angst möge noch ein wenig ver­wei­len, schließ­lich hat man gut dar­an ver­dient. Im Ame­ri­ka­ni­schen gibt es einen Spruch, der die Kum­pa­nei per­fekt beschreibt, die ich hier frech unter­stel­le, auch wenn ich sie nicht wirk­lich bewei­sen kann: „Bird and fea­ther fly tog­e­ther.“ In die­sem Sinn muss man jeder poli­ti­schen Ent­schei­dung und den Berich­ten dar­über miss­trau­en, weil die Bür­ger sie nicht nur erlei­den müs­sen, son­dern auch noch direkt für deren Umklin­ge­lung zur Kas­se gebe­ten werden.

Für das Jahr 2022 sind bis­her wei­te­re 60 Mil­lio­nen Euro für Anzei­gen, Spots und Social­Me­dia-Wer­bung für den „Pieks“ bewil­ligt (Sei­te 15 in besag­ter Ant­wort). Bis heu­te ist bereits fast die Hälf­te des Gel­des aus­ge­ge­ben – 28 Mil­lio­nen in nur drei Mona­ten. Wir kön­nen das als gutes Zei­chen neh­men, weil die Medi­en erkannt haben, dass aus die­ser Zit­ze bald kei­ne Milch mehr kommt, und des­halb schnel­ler trin­ken. Wir kön­nen aber auch vom Schlimms­ten aus­ge­hen und dar­auf wet­ten, ob spä­tes­tens im Juli ein kräf­ti­ger Nach­schlag kom­men wird.

Ange­sichts des Scha­dens, den die teu­er bezahl­te Pro­pa­gan­da im letz­ten Jahr in den Köp­fen ange­rich­tet hat, bie­ten sich natür­lich neue Ver­wen­dungs­mög­lich­kei­ten für neu­es Geld an. Da man den Men­schen das Den­ken abtrai­niert hat, muss man sie ab sofort zu jeder noch so klei­nen und einst selbst­ver­ständ­li­chen Ver­rich­tung fach­kun­dig anlei­ten. Das Coro­na-Geschäfts­mo­dell hat zu einer ver­derb­lich engen Sym­bio­se von Medi­en und Poli­tik geführt, und bei­de kön­nen und wol­len nicht mehr von­ein­an­der lassen.

Zuerst erschie­nen auf achgut.com

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2 Kommentare

  1. a) Mar­ke­ting macht man, wenn das Pro­dukt nicht gut ist.

    und b) Das Gegen­teil von Wahr­heit ist die Reklame.

  2. Wer solch mas­si­ve & teu­re Rekla­me für ein Pro­dukt machen muss, hat es bit­ter nötig.
    Wäre das Pro­dukt wirk­lich ‚gut‘, wür­den die Leu­te ja freiwillig …

    Das Gegen­teil von Wahr­heit ist die Reklame.

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