Stellen Sie sich vor, Sie gehen einen Fußweg ent­lang und wollen auf die andere Straßen­seite. Sie schauen nach bei­den Seit­en, rechts ist frei und das einzige Fahrrad, welch­es auf der linken Seite zu erken­nen ist, ist noch weit weg. Kein Prob­lem, denken Sie und betreten die Straße. Plöt­zlich stürmt ein Mann auf Sie zu, schlägt sie ins Gesicht und reißt Sie zu Boden. Ver­dat­tert rap­peln Sie sich wieder hoch und wollen schon auf den Mann los­ge­hen, da brüllt er Sie an: „Sie leichtsin­niger, unver­ant­wortlich­er Straßen­verkehrsleugn­er! Seien sie froh, dass ich noch rechtzeit­ig zur Stelle war, um sie vor dem sicheren Tod zu ret­ten!“  Völ­lig ver­dutzt schauen sie den Typen an, Sie zweifeln an dessen Ver­stand, beherrschen sich jedoch und erwidert, dass die Straße frei und das einzige Fahrrad weit und bre­it noch eine Minute ent­fer­nt war. Sie weisen auf den Rad­fahrer, der ger­ade in diesem Moment ruhig an ihnen vor­beifährt. „Sieht so die Gefahr aus, der­en­twe­gen sie mich angreifen, ver­let­zten und zu Boden reißen müssen?“

Doch Ihr „Ret­ter“ will nicht anerken­nen, dass er offen­sichtlich einen Fehler gemacht hat und schnau­zt Sie weit­er an. „Was, wenn das Fahrrad näher oder gar ein LKW gewe­sen wäre? Was, wenn Sie kein erwach­sen­er Mann und gut zu Fuß, son­dern ein Kind gewe­sen wären? Und was, wenn der LKW viel näher und schneller gewe­sen und das Kind mit einem Ball gespielt hätte? In gewiss­er Weise hat­te ich ein­fach Pech mit mein­er Vorher­sage. Doch wenn nur wenige und eigentlich unbe­deu­tende Details anders gewe­sen wären, dann wür­den Sie jet­zt ihr Leug­nen bit­ter bereuen, mir auf Knien danken und sich nicht über eine lächer­liche schmutzige Jacke, ein blaues Auge und zwei aus­geschla­gene Zähne bekla­gen, sie elen­der Straßen­verkehrsleugn­er!“

‚Aber das hat er doch erfun­den, der Letsch!‘ wer­den Sie denken und damit lägen Sie richtig. Jedoch nur die konkrete Sit­u­a­tion, nicht den Typus des durchgek­nall­ten Nieder­reißers mit sein­er „Was-wäre-gewe­sen-Wenn-Logik“ und den „unbe­deu­ten­den Details“. Diesen Typus gibt es wirk­lich und ein Exem­plar heißt Sam Har­ris. Har­ris ist nicht irgendw­er, son­dern eine Art amerikanis­ch­er Richard David Precht, ein sich­er einst bril­lanter und begabter Philosoph, Autor und Debat­tenred­ner, der in let­zter Zeit jedoch keine Gele­gen­heit aus­lässt, Arschbomben in Fet­tnäpfchen zu lan­den. Nach seinem Auftritt beim Pod­cast “Trig­ger­nom­e­try” vor etwa einem Monat und dem darauf­fol­gen­den Shit­storm löschte Har­ris immer­hin kom­men­tar­los seinen Twit­ter­ac­count. Doch es kam noch bess­er.

Und bevor Sie jet­zt mit den Augen rollen, liebe Leser, weil ich mich schon wieder an so einem lang­weili­gen und weit ent­fer­n­ten US-The­ma abarbeite…nicht zu vor­eilig! Dem Zement, aus dem Har­ris‘ Gedankenge­bäude beste­ht und der allein der eige­nen Recht­fer­ti­gung dient, begeg­nen wir in Deutsch­land auch. Und zwar über­all dort, wo Poli­tik­er, Wis­senschaftler und ihre medi­ale Meute nach dem Kol­laps des Coro­na-Nar­ra­tivs verzweifelt ver­suchen, in die Phase der Post-Coro­na-Recht­fer­ti­gung einzutreten, in der Opfer zu Tätern und Täter zu Opfern wer­den, jede Ver­ant­wor­tung geleugnet, jed­er Sadis­mus gerecht­fer­tigt und jed­er Macht­miss­brauch absolviert wird.

Immer näm­lich, wenn Har­ris viel Zeit für seine Antworten hat – wie aktuell im Inter­view mit John Wood Jr. –, redet er sich um Kopf und Kra­gen:

„Wir hat­ten Glück […] Covid hätte viel viel schlim­mer sein kön­nen, zehn oder fün­fzig mal schlim­mer! […]. Wäre Covid schlim­mer gewe­sen, hätte wirk­lich unsere Aufmerk­samkeit bekom­men und wenn es wirk­lich unleug­bar gewe­sen wäre, hät­ten wir andere poli­tis­che Gespräche darüber gehabt. Es gäbe nicht diese Skep­tik­er und Bret Wein­stein hätte nicht dreiun­dachtzig Pod­casts über die Gefahren des Impf­stoffes her­aus­ge­bracht, wenn nur ein paar Vari­ablen anders gewe­sen wären. …wenn etwa Kinder statt älter­er Leute beson­ders betrof­fen gewe­sen wären und zu hun­dert­tausend gestor­ben wären, wir hät­ten ganz andere Erfahrun­gen gemacht…es hätte keine Tol­er­anz für Skep­tik­er gegeben. Oder was wäre, wenn die Impf­stoffe wirk­lich die Über­tra­gung gestoppt hät­ten, statt nur das Zeit­fen­ster ein wenig zu verklein­ern, in dem die Über­tra­gung möglich ist – falls sie das tun, ich weiß es nicht – […] nehmen wir an, wir haben ein wenig mehr Über­tra­gungsver­hin­derung und Kinder ster­ben massenhaft…die Obses­sion der Ver­schwörungs­the­o­retik­er, die offen­sichtlich psy­chisch krank und aus dem Gle­ichgewicht sind, man hätte keine Geduld mit denen gehabt. […]“

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„In gewiss­er Weise hat­ten wir Pech“, so Har­ris, – und dieses „wir“ inkludiert all die Wegsper­rer, Geschäfteschließer, Durchimpfer, Hart­ge­ge­nan­der­s­denk­end­e­durch­greifer und Kap­i­tal­is­mus-Reset­ter – dass man bei 80-jähri­gen oft nicht sagen kon­nte, ob sie an oder mit Covid star­ben. Ach, – und eine Schlussfol­gerung hängt bei Har­ris in der Luft wie Man­del­duft in der Marzi­pan­fab­rik – wären es doch nur Kinder gewe­sen!

Waren es aber nicht. Bret Wein­stein lag richtig, genau wie Robert Mal­one. Und Sam Har­ris lag falsch. Er liegt immer noch falsch! Doch ein „hätte es da keinen Felsen gegeben“ ret­tet den Kapitän der Cos­ta Con­cor­dia eben­so wenig vor Gericht wie ein „die Kraftwerke hät­ten ja auch aus­re­ichen kön­nen“ post­fak­tisch vor dem Black­out schützt. Man kann nicht fak­tis­che Details ein­fach umdrehen und „Zack – Beweis erbracht!“ sagen. Die „Hätte-Pirou­ette“, die Har­ris hier auf dün­nem Eis dreht, hat Ver­wandte, die wir alle nur zu gut ken­nen.

Das Sprich­wort beschreibt den Hund, den ein großes Geschäft von der Hasen­jagd abhält, SPD-Kan­zlerkan­di­dat Stein­brück machte „Hätte, hätte, Fahrrad­kette“ daraus und die Ableitung des Kölschen „es is no immer jot jejange“ führt uns schlussendlich zur „Fauci-Lauterbach’sche Ver­mu­tung“, die da lautet: „Krank mit Covid? Seien sie froh, dass sie geboost­ert sind, es hätte son­st viel schlim­mer kom­men kön­nen!“. Soll­ten Sie die Sache über­leben, kön­nen Sie kaum das Gegen­teil beweisen. Wenn nicht, auch nicht. Es ist die Let­zt­be­grün­dung, wenn alle Argu­mente außer Kraft sind. Dem “Hätte” sei Dank, Details ver­bo­gen und dreimal schwarz­er Kater!

Um im Bild vom Anfang zu bleiben: Natür­lich war es nicht allein Sam Har­ris, der Sie ver­prügelt und Ihnen die Zähne eingeschla­gen hat, um Sie vor einem Fahrrad am Hor­i­zont zu ret­ten. Aber eben­so wenig wie dieser wer­den sich die Poli­tik­er und die Staat­sap­pa­rate bei Ihnen entschuldigen oder ihre Zah­narztrech­nung bezahlen. Jed­er, der damit rech­net oder auch nur darauf hofft, dass irgend­wann in naher Zukun­ft die Aufar­beitung begin­nen wird – und zwar mit dem Eingeständ­nis von Fehlern auf der Seite der Alarmis­ten und Angstverkäufer – wird ent­täuscht wer­den.

Man wird vielmehr weit­er­hin Entschuldigung von Ihnen und mir erwarten, liebe Leser. Für unsere Ren­itenz, unsere Zweifel und Fra­gen, unsere Lesege­wohn­heit­en, unser Behar­ren auf unveräußer­lichen Recht­en und let­z­tendlich dafür, dass wir von Anfang an richtig lagen. Und man wird in der Manier von Sam Har­ris Hätte-Pirou­et­ten drehen, um die eige­nen Fehlentschei­dun­gen wie im Mod­el­lver­such mit anderen Para­me­tern rück­wirk­end weiß zu waschen. Es hät­ten doch auch Kinder sein kön­nen, die Covid-Imp­fun­gen und Coro­na-Maß­nah­men hät­ten wirk­sam und der Mond aus Käse sein kön­nen! Dann wür­den Sie und ich, die Leugn­er und Skep­tik­er, jet­zt aber ganz schön dumm daste­hen!

Tun wir aber nicht.

Und falls Sie sich das jet­zt fra­gen, liebe Leser: Sam Har­ris* würde Sie jed­erzeit wieder auf die Straße wer­fen, denn er weiß es eben bess­er als Sie. Selb­st wenn er* nicht weiß, was er weiß und Fahrrad nicht von LKW unter­schei­den kann.

 

* aka Karl Lauter­bach, Chris­t­ian Drosten, Lothar Wiel­er, Frank Ulrich Mont­gomery, Boris Palmer, Stephan Weil, Win­fried Kretschmer und wie sie alle heißen.

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11 Kommentare

  1. @Onoma Mou:
    und wenn “.. Spahn doch über­raschen­der­weise irgend­wann trä­nenüber­strömt mit Blu­men­strauß vor mein­er Tür ste­hen..” sollte, bekommt er ganz triv­ial, ohne Umschweife, sofort eine Gewaltige in die Fresse!!

  2. Das stimmt auch. Das Wort “Human­is­mus” ist aber auch nicht wirk­lich davon zu tren­nen. Es läuft meist auf Ver­suche hin­aus, eine Moral ohne Gott begrün­den zu kön­nen. Gemis­cht wird das in unklar­er Weise mit den Erfol­gen der Wis­senschaft. Im Grunde ist es der milde Vor­läufer der ganzen Pseudowis­senschaften wie Queer-The­o­rie oder Gen­der­wis­senschaften, die danach tra­cht­en, sich am Renom­mee der echt­en Forschung hochzuziehen. Bist du dankbar für die Chemother­a­pie, dann ver­beuge dich gefäl­ligst vor den Ras­sis­mus­forsch­ern und den Human­is­ten!

    Ich bin nicht per se partei­isch gegen eine Moral­be­grü­nung, die ohne Gottes­furcht auskommt. Die Ver­suche scheit­ern aber an der men­schlichen Natur. Ohne ulti­ma­tive rote Lin­ien ste­hen alle Vere­in­barun­gen zur Diskus­sion — und noch nicht ein­mal zur Diskus­sion, weil die Diskus­sion selb­st mis­sachtet wer­den kann. Dieses Auflösen des Min­i­malkon­sens­es beobacht­en wir ger­ade. Das ist natür­lich auch die Folge ein­er berechtigten, aber zu weit getriebe­nen Regel­bere­ini­gun­gen, die auf eine Stra­pazierung des gesellschaftlichen Kon­sens­es erfol­gt ist. Wir haben uns “lib­er­al­isiert” von “Hotels dür­fen nun auch Dop­pelz­im­mer an Unver­heiratete vergeben” zu “Nie­mand hat das Recht, ein­er Schwarzen zu ver­bi­eten, einem Weißen die freie Rede stre­it­ig zu machen”. An der Stelle beißt sich das Ganze in den Schwanz. Man muss sich an einen Min­i­malkon­sens hal­ten, damit jed­er weitest­ge­hend in Ruhe gelassen wird und in Frei­heit leben kann. Das lässt sich in einem insta­bilen Sied­lungs­ge­bi­et Deutsch­land, in dem Massen kom­men und gehen und das Gemein­we­sen herunter bis auf das Niveau ein­er öffentlichen Toi­lette zer­rüt­tet wird, nicht aufrecht erhal­ten.

    Wenn die Desta­bil­isierung gestoppt wer­den kann, muss das moralis­che Grundgerüst wieder aufge­baut wer­den. Was soll der Men­sch? Ist alles gle­ichgültig, spricht auch nichts gegen seine Ver­nich­tung. Der Gedanke schreckt viele (allerd­ings nicht alle) ab, wom­it sich axioma­tisch mit dem Lebens­bezug etwas gestal­ten lässt. Wer das Leben schützen will, kann über Voraus­set­zun­gen nach­denken. So instink­tiv und intu­itiv das klingt, so wenig selb­stver­ständlich ist schon das. Es gibt keine hei­d­nis­che Kul­tur, die nicht Men­schenopfer erbracht hat. Es ist bekan­ntlich deut­lich schw­er­er eine Abwe­sen­heit zu beweisen als eine Exis­tenz, aber ich lehne mich mal forsch aus dem Fen­ster und sage ein­fach “keine”. Glad­i­a­torenkämpfe, Witwen­ver­bren­nun­gen, Maya/Azteken/In­ka-Riten, Iphi­ge­nia-Leg­ende und Lykaion-Gebeine sind nur einige Beispiele.

    In der Tora ist ein kul­turelle Meilen­stein durch die Geschichte von Abra­ham und Isaak kod­i­fiziert. Abra­ham gehorcht dem Aufruf, seinen Sohn zu opfern, aber ein Engel hält ihn auf und macht klar, dass der Schöpfer des Lebens das nicht will. Das ist nicht ein­fach so eine Geschichte unter vie­len. Andere Stellen der Bibel loben zwar die Opfer­bere­itschaft (der Richter Jeph­thah opfert seine Tochter), aber sig­nifikant für die einzi­gar­tige, his­torische Tra­di­tion der bib­lis­chen Reli­gio­nen ist dieser Wen­depunkt. Der Islam ken­nt die gle­iche Geschichte, wenn auch mit ver­tauschtem Sohn (Ish­mael statt Isaak). Den­noch liegt die Beto­nung im tat­säch­lich gelebten Islam viel stärk­er auf der Mär­tyr­er-Idee als im Juden- und Chris­ten­tum. Die Abra­hamgeschichte wird im Koran ergänzt mit ein­er Episode, nach der der Teufel Abra­ham ver­sucht haben soll, ihn zu überzeu­gen, seinen Sohn nicht zu opfern. Mit Stein­wür­fen sei er ver­trieben wor­den und ein Rit­u­al der Had­sch ist es bis heute, sym­bol­isch den ver­führerischen Teufel mit Steinen zu bew­er­fen. Wenn aber das Abblasen der Opfer­ung mal vom Teufel und mal von G’tt beauf­tragt wer­den kann, hat der Gläu­bige keine Richtlin­ie. Es wird bei­des gefeiert — und zwar am höch­sten Feiertag Eid al-Adha — sowohl die Vertrei­bung des abra­ten­den Teufels als auch das Über­leben des Sohns. Allah will nicht prinzip­iell, dass man seinen Sohn nicht opfert. Es gibt einen aus­geprägten Mär­tyr­erkult. Mär­tyr­er hat dabei eine andere Bedeu­tung als im frühen Chris­ten­tum, als Men­schen für ihren Glauben und das Über­leben ihrer Mitchris­ten, die Ver­stecke der Gemeinde nicht an die hei­d­nis­chen Ver­fol­ger ver­ri­eten und dafür exeku­tiert wur­den. Die Chris­ten nah­men das Risiko in Kauf zu ster­ben, aber das Opfer für alle war nach deren Sicht nur Jesus und Jesus allein, wom­it auch nach christlich­er Tra­di­tion ein Fre­itod aus Glaubens­grün­den abgelehnt wird. Im Islam wird fast jed­er Gefal­l­ene eines Krieges oder in eini­gen Kreisen auch einige Atten­täter als Opfer­gabe an die Reli­gion gefeiert und die Toten wer­den zu Mär­tyr­ern erk­lärt.

    Es ist also schon schwierig, einen Min­i­malkon­sens für die Leben­sach­tung unter Gottgläu­bi­gen zu etablieren, aber die Möglichkeit, den Willen des Schöpfers und dessen poten­tielle Gewalt über einen nach dem weltlichen Tod ins Spiel zu brin­gen, schafft eine poten­tielle Basis, von der man auch prof­i­tiert, wenn man als Indi­vidu­um nicht an G’tt glaubt.

    Man kann einem Sta­tus-Junck­ie sagen, dass er sein eigenes Leben gegen Ruhm aufwiegen möge, aber er bedenken solle, dass er sich ein­er Bestra­fung durch seinen Tod nicht zuver­läs­sig entziehen kann. Der Reiz für das Anse­hen, für die Hier­ar­chie, not­falls in den Tod zu gehen, hat immer die Men­schheits­geschichte dominiert. Die Annehm­lichkeit des Restlebens schien den Mächti­gen oft genug geringer als die Dauer­haftigkeit der kul­turellen Erin­nerung. Die ver­meintliche Unsterblichkeit der Geschichts­büch­er ist die Einzige, die viele glauben zu haben. Ver­mut­lich gilt das auch für Vladimir Putin.

  3. Klasse-Beitrag, sehr klar und ein­prägsam!
    Bzgl. der Ver­lässlichkeit der Vorher­sage lasse ich mich über­raschen. Sollte z.B. Spahn doch über­raschen­der­weise irgend­wann trä­nenüber­strömt mit Blu­men­strauß vor mein­er Tür ste­hen, tut das der Qual­ität dieses erfreulichen Beispiels gelun­gener Sprach­be­herrschung gepaart mit einem tre­ff­sicheren, kri­tis­chen Blick keinen Abbruch. Welche Vorher­sagen sind schon jemals eingetrof­fen? Der Irrsinn der ver­meintlichen Men­schheit­sret­ter wurde jeden­falls tre­ff­sich­er isoliert, appeti­tlich angerichtet und geschmack­voll gar­niert serviert…danke!

  4. Naja. Das ganze am Athe­is­mus fest­machen zu wollen, halte ich für ziem­lich albern. Wenn, dann an der Art ver­bis­sener Ide­olo­gie-/Re­li­gions­fes­tigkeit, die halt doch recht viele aufweisen. Ich glaube nicht, das das Reli­gions- oder Athe­is­musspez­i­fisch ist. Da gibts mir dann doch viel zu viele “Gottgläu­bige” jed­wed­er Art zu, die sich ähn­lich ver­hal­ten.
    Das Grund­prob­lem ist da wohl eher eine spez­i­fis­che Mis­chung von Gel­tungs- und Aufmerk­samkeits­bedürf­nis mit kaum vorhan­den­er Fähigkeit zur Selbstkritik/Reflektion.

  5. Re “Robert Mal­one”

    “Car­ing” Dr. Mal­one (like Dr. Desmet etc) is con­trolled oppo­si­tion, every­one can see that read­i­ly just read this https://archive.ph/or6e2 and this https://archive.vn/BJlNd and this https://archive.vn/eisHt and this https://archive.ph/wip/Z4EJt and this https://archive.ph/BatXh. He like Desmet are pro­pa­gan­diz­ing dis­tort­ed nar­ra­tives of the whole truth — false­hoods and lies, essen­tial­ly. Mal­one has been serv­ing the crim­i­nal med­ical estab­lish­ment for decades pro­mot­ing their sick and destruc­tive inter­ests and agen­das.

    He knew in 2019 (!!) that the “Spike Pro­tein” is high­ly tox­ic yet he did noth­ing to pre­vent its inclu­sion in Covid jabs (https://rumble.com/v22nbhy-the-curious-case-of-dr.-robert-malone.html) which is a form of lying by omis­sion and worse … yet he is suing all sort of peo­ple (https://archive.vn/eisHt and https://archive.ph/wip/Z4EJt and https://archive.ph/BatXh) for slan­der­ing him (when that slan­der is evi­dent­ly only truths about him) and, top­ping it off, he said in one of his writ­ten pieces that he holds the health truth move­ment up to a high­er stan­dard. What a com­plete hyp­ocrite, deceiv­er, and psy­chopath! From being silent and inert, from know­ing­ly hid­ing life-sav­ing infor­ma­tion, to want­i­ng to be the deserv­ing self-enti­tled trust­wor­thy leader in the truth move­ment.

    Eg, Mal­one is a co-devel­op­er of a tox­ic covid vac­cine that “result­ed in ACUTE LUNG INJURY in ani­mal stud­ies and intro­duce Alu­minum (neu­ro­tox­in) direct­ly into human cells” (https://archive.ph/5M2kn). Now, sud­den­ly, he wants you to believe he’s a saint, and on your side. NOT unlike Bill Gates, the psy­cho­path­ic entre­pre­neur with huge vac­cine busi­ness inter­ests, who has been ele­vat­ed, and pro­pa­gan­dized, by “the sci­ence” lead­ers of the world to the sta­tus of “world’s top med­ical doc­tor” who’s ful­ly enti­tled to tell every­one to get tox­ic Covid “vac­cines” dur­ing the onset of this scam­dem­ic. That last fact alone should total­ly con­vince you that the world is con­trolled by psy­chopaths instead of sane peo­ple.

    “All experts serve the state and the media and only in that way do they achieve their sta­tus. Every expert fol­lows his mas­ter, for all for­mer pos­si­bil­i­ties for inde­pen­dence have been grad­u­al­ly reduced to nil by present society’s mode of orga­ni­za­tion. The most use­ful expert, of course, is the one who can lie. With their dif­fer­ent motives, those who need experts are fal­si­fiers and fools. When­ev­er indi­vid­u­als lose the capac­i­ty to see things for them­selves, the expert is there to offer an absolute reas­sur­ance.” —Guy Debord

    In one of this “expert” arti­cles (“Group­think: we are all vic­tims”) his pub­lic mis­di­rec­tion, his dis­in­for­ma­tion is already evi­dent in the title. His dis­sem­i­na­tion of the total lie of the pub­lic as “inno­cent vic­tims” appeals of course to the pub­lic and their gen­er­al dis­hon­esty (which is a major rea­son he’s so liked and pro­mot­ed every­where as he pan­ders to their self­ish self-delu­sions) but it is a com­plete dis­tor­tion of real­i­ty:

    Who do you think goes to war and does the killing (mind­less immoral NON-inno­cent sol­diers)?

    Who do you think mur­ders and maims a mas­sive amount of peo­ple with tox­ic Covid shots (mind­less immoral NON-inno­cent doc­tors and nurs­es)?

    Who do you think wears use­less Covid masks (or puts them on their kids) (mind­less immoral NON-inno­cent peo­ple)?

    Who do you think trusts, fol­lows, obeys, votes for, and does the dirty work for the gov­ern­ing author­i­ties (mind­less immoral NON-inno­cent peo­ple)?

    And on and on…

    Yes, the rul­ing author­i­ties con­trol brain­wash you. BUT … the pub­lic does their bid­ding DESPITE that peo­ple know politi­cians lie to them all the time. There are TWO pink ele­phants in the room … and they are MARRIED and NEITHER is inno­cent at all …. https://www.rolf-hefti.com/covid-19-coronavirus.html

    If you’re in the US and your employ­er man­dates the toxic/lethal COVID jabs, reg­is­ter to receive a free “Med­ical Exemp­tion Cer­tifi­cate” at https://drgastonmedicalexemption.com or https://lc.org/exempt

    “… doc­tors and sci­en­tists are now on the same lever of pub­lic con­fi­dence as the scum liv­ing in the swamp.” — Unknown in 2022

    “That’s the guy (=Mal­one) who tells you he invent­ed the very same thing that has killed our chil­dren and par­ents and peo­ples, the guy who col­lects mon­ey off of that, beg­ging you for your mon­ey and giv­ing noth­ing in return, the guy who turns up to speech­es with me and oth­ers and not once tells peo­ple what they want­ed to hear, the guy who will be silent and come talk about hors­es and farms and Euro­pean trips and junk, and you fail in inter­views to ask the key ques­tions. What was his role? What did he invent, as we can find no record of any­thing. If he did play a role, what can he tell us to have saved lives with the fraud gene shot? How to turn it off, how does it work if you invent­ed it?” — Dr. Paul Alexan­der, Jan­u­ary 2023 [https://archive.ph/BatXh]

  6. Sam Har­ris ist das Gesicht des gescheit­erten Human­is­mus. In der hold­en The­o­rie kann Athe­is­mus wun­der­bar funk­tion­ieren und bei nor­mal kon­di­tion­ierten, ein­fachen Leuten tut er es auch noch, aber das Ganze löst sich auf, sobald Leute län­gere Zeit in Macht­po­si­tio­nen sind oder mächtige Zirkel fre­quen­tieren. In der empirisch beobacht­baren Real­ität, anders als in der The­o­rie, schlägt oft der Größen­wahn zu. Wer, wenn nicht die schwachen Men­schen um einen herum, soll einen schon strafen?

    Als Jude wäre Har­ris kon­tinuier­lich daran erin­nert wor­den, dass man Fehler ein­räu­men muss, wenn man um Verzei­hung bit­tet. Als Neu­rotik­er, der seine Reli­gion ähn­lich obzes­siv ablehnt wie Madon­na ihren Katholizis­mus, flieht er in die Ausrede.

    Man kön­nte ihm sog­ar noch ein wenig fol­gen, wenn man ein­sieht, dass man bei ein­er Pest mit­te­lal­ter­lichen Aus­maßes auch Aus­gangs­beschränkun­gen demokratis­chen Prinzip­i­en Vor­rang ein­räu­men würde. Mich gruseln auch etwas diese ganzen Nie-oder-Immer-Abso­lutis­ten. Zur Fehlbarkeit ins­ge­samt muss man auch ein­räu­men, dass etliche Leute rum­liefen, die jet­zt “schon immer recht hat­ten” aber bei Licht betra­chtet Behaup­tun­gen ver­trat­en wie, dass Coro­na die Grippe sei (nicht “so schlimm wie”, nicht “ähn­lich wie”, son­der “ist die Grippe”). Außer­dem ist Klugheit nicht gle­ich­mäßig auf alle Sach- und Fachge­bi­ete verteilt und man sollte sich men­schlich nicht zu sehr erheben, wenn man mit etwas recht hat­te. Mer­i­lyn vos Savant hat­te sich verzettelt. Das ist die Frau mit dem höch­sten je erfassten IQ.
    https://twitter.com/VirtualMvS/status/1275577005577289735

    Wozu man aber keine son­der­lich vie­len Infor­ma­tio­nen haben braucht, ist die Ein­sicht, dass der Zugang zu Wis­sen der Flaschen­hals ist, ohne den man Fehlschritte nicht kor­rigieren kann. Wer unsich­er ist, weil z.B. eine Sit­u­a­tion für ihn neu ist, sollte eben nicht alle anderen zum Schweigen brin­gen. Viele leben nach dem Satz “Eine Lüge ist bere­its dreimal um die Welt gelaufen, bevor sich die Wahrheit die Schuhe anzieht.” Die Angst vor der Fehlin­for­ma­tion paralysiert die Eliten. Und im Angesicht von Sek­ten und total­itären Reg­i­men scheint diese Angst auch berechtigt zu sein. Men­schen glauben jeden Mist; allerd­ings nicht ein­fach beliebig, son­dern in Grup­pen. Das Prob­lem ist nicht die ein oder andere Falschin­for­ma­tion, son­dern die Ein­tra­cht, die sich um eine solche bildet. Das berühmte Exper­i­ment von Samuel Asch, wonach die meis­ten Men­schen ein­er Gruppe zus­tim­men, wenn alle anderen selb­st­be­wusst ihren Unsinn vor­tra­gen, hat­te auch einen oft überse­henen pos­i­tiv­en Aspekt. Es reichen sehr wenige Abwe­ich­ler, um den Bann zu brechen. Bei schon einem einzi­gen Abwe­ich­ler stim­men nur noch 5% der Proban­den dem Unsinn ein­er Mehrheit zu. Zen­sur ist immer schlim­mer als Fehlin­for­ma­tion (iro­nis­cher­weise mein eigen­er Nie-oder-immer-Abso­lutismus). Und für die Unter­stützung von Zen­sur wer­den Entschuldigun­gen fäl­lig, auch wenn man pes­simistisch hin­sichtlich der Charak­ter­fehler der Akteure ist.

      • > des gescheit­erten Athe­is­mus.

        so ganz grundle­gend auf Athe­is­mus als Ganzes gemuen­zt gemeint, oder nur bes­timmte vul­gaere Auf­fas­sun­gen davon?
        Ist es Ersteres, wuerde ich nicht zus­tim­men. Im Gegen­teil, Athe­is­mus generelle Abloe­sung von Glaubenssys­te­men (vere­in­facht) ist DAS Mit­tel gegen Ide­olo­gien und Pro­pa­gan­da. Ganz klas­sis­ch­er Kant, dem ich da folge. Auch wenn spez­i­fis­che Resilienz von Glaeu­bi­gen gegen eben­falls spez­i­fis­che For­men ja dur­chaus sig­nifikant sein kann. Das ist aber meist etwas anderes, eher eine Konkur­renz von Ide­olo­gien.

        • @ Michael B.
          “..Athe­is­mus als generelle Abloe­sung von Glaubenssys­te­men (vere­in­facht) ist DAS Mit­tel gegen Ide­olo­gien und Pro­pa­gan­da.”
          Athe­is­mus selb­st ist doch auch nur ein Glaubenssys­tem.
          Sie glauben das es Gott gibt, oder sie glauben das es Gott nicht gibt. Wo sehen sie da einen Unter­schied?

        • @Gustav

          Wegen solch­er Fra­gen habe ich “vere­in­facht”. Es ist uns sich­er bei­den klar, dass das hier nicht mal fix in irgen­dein­er Kom­men­tarspalte des Inter­net abge­han­delt ist. Ich ver­suche es noch ein­mal so: Athe­is­mus ist erst ein­mal die Ablehnung ein­er Aus­prae­gung von Glaubenssys­te­men (steckt ja im Namen), naem­lich dem Reli­gioe­sen mit (Einzel-)Gottesbegriff. Und hier steckt eine Asym­me­trie: Ich muss nichts beweisen (und kann auch nicht, deswe­gen bin ich streng genom­men ein athe­is­tis­ch­er Agnos­tik­er). Der mit dem Gott muss (wenn er es denn will). Aber er muss wenn er sich darauf ein­laesst ein “mehr” mir gegenue­ber zu begru­en­den, nicht ich, ich muss nicht Gott aus der Gle­ichung fuer Andere nehmen. Der ist eben nicht gegeben.
          Es ist ja aber nicht so, dass auch jemand wie ich — sei es durch Bekan­ntschaft mit hin­re­ichend inter­es­san­ten Per­so­n­en oder Ideen, die das recht­fer­ti­gen oder aus anderen Gru­en­den — im Lauf des Lebens nicht immer wieder ein­mal nachge­se­hen haette. Ich kon­nte aber nichts find­en, keinen Beleg, nicht ein­mal eine Ahnung. Immer wieder aber hoechst men­schliche Erk­laerun­gen: Speziell die, die Uner­traeglichkeit­en des Seins durch Pro­jek­tion ertraeglich zu machen. Ich bin ja auch ein Men­sch, es ist ja nicht so, dass ich das nicht auch manch­mal gern haette, ger­ade wenn es ans Unabaen­der­liche geht. Ich kann dem aber nicht nachgeben, weil ich keine ueberzeu­gen­den Argu­mente dafuer sehen kann.

          Und deswe­gen bietet Athe­is­mus keinen schlecht­en Werkzeugkas­ten beim Umgang mit Welt­bildern ver­schieden­er Art, wie es eben auch der Coro­n­akram oder die Kli­math­e­matik mit­tler­weile man­i­festieren. Es ist ein­fach die Uebung — speziell mit den irra­tionalen Bestandteilen solch­er Dinge, wie sie klas­sis­che Reli­gio­nen auch schon immer zur Genuege enthaiel­ten. Da kon­nte man diese Fer­tigkeit­en schaer­fen.

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