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v.l.n.r.: Afrika, Ent­wick­lungs­mi­nis­ter Dr. Gerd Müller Foto: dpa/Michael Gottschalk/Photothek

Wann genau ging eigent­lich Afrika ver­lo­ren? Und wem könnte man die Schuld dafür in die Schuhe schie­ben?

Nach „Hart aber fair“ vom 19.9.2016 steht für die Mehr­heit der Talk­runde jeden­falls fest: Der Norden hat Schuld, also Europa, also auch Deutsch­land. Und Ungarn natür­lich. Wegen des Zauns und weil auch die Ungarn Smart­pho­nes nutzen, in denen Coltan steckt. Böses Coltan! Würde man es nicht für Handys brau­chen, läge es heute noch brav und unge­fähr­lich als Dreck irgendwo im Kongo rum. Böse High-Tech-Indus­trie, pfui Apple und Samsung!

Außer­dem Schuld ist jeder Scho­ko­la­de­nes­ser und Afri-Cola-Trinker. Fragen Sie nicht, es muss so sein. Ginge es nach Plas­bergs Gast Elias Bierdel, gäbe es deshalb in Europa über­haupt keine Zäune und Grenzen mehr, das habe Afrika sich ver­dient. Schließ­lich sei das früher auch so gewesen, der Zaun, der die spa­ni­sche Enklave Ceuta von Afrika trennt, war bis 1992 nur 1,2m hoch. Nun misst er 8 Meter und hin­derte die Afri­ka­ner dennoch nicht daran, nach Europa zu gelan­gen – sie kommen wegen des Zauns aber angeb­lich schwe­rer wieder zurück. Kein Scherz! Zäune und Grenzen halten die Men­schen nicht auf, weiss Bierdel und damit hat er natür­lich recht. Aber ich wette, er schließt seine Wohnung dennoch ab, wenn er morgens zur Arbeit geht – und das obwohl man schon von Leuten gehört hat, die durch ver­schlos­sene Türen nicht an Ein­brü­chen gehin­dert werden können. Man hat schon von Grenzen gehört, die aus ähn­li­chen Gründen exis­tie­ren. Und aus anderen, rein prak­ti­schen Beweg­grün­den auch.

Dabei ist die Lage in Afrika wirk­lich ernst, wer wollte das bestrei­ten. Es kann gut sein, dass die Flut der Flücht­linge aus dem ara­bi­schen Raum ein dünnes Rinnsal war, ver­gli­chen mit den Men­schen­mas­sen, die jen­seits des Mit­tel­meers auf ihren Traum vom Glück im Norden warten. Leise tuschelt man schon hier und dort, dass die Dik­ta­to­ren von Libyen und Tune­sien doch eigent­lich ganz nütz­li­che Arbeit geleis­tet hatten, hielten sie uns doch meist die Ter­ro­ris­ten und die Flücht­linge vom Leib – es sei denn, sie schick­ten selber welche los. Von beiden Sorten. Was mich an beinahe sämt­li­chen Gästen auf Plas­bergs „Afrika-Gipfel“ störte, war jedoch die Art, wie sich alle in mora­li­scher Ent­rüs­tung zu über­tref­fen suchten. Norbert Röttgen gab den „Schluss-mit-Reden-jetzt-wird-gehan­delt-Poli­ti­ker“, den der Mode­ra­tor kaum vom Ärmel hoch­krem­peln abhal­ten konnte. Elias Bierdel, der zuge­ge­be­ner­ma­ßen auch einige wirk­lich gute Bei­träge zum Diskurs leis­tete, gab ansons­ten den groß­her­zi­gen NGO’ler, der selbst­ver­ständ­lich einen Flücht­ling bei sich zuhause auf­neh­men würde. Ob in seinem Gäs­te­zim­mer oder in einer schi­cken Feri­en­im­mo­bi­lie im Tessin wie der Bun­des­tags­ab­ge­ord­nete Dehm, bleibt offen. Und offen ist das Stich­wort. Leider kam nämlich niemand auf die Idee, das ganze Sze­na­rio offener Grenzen einmal mit nach­voll­zieh­ba­ren Zahlen und Fakten durch­zu­rech­nen. Also müssen wir das jetzt machen. Rechnen wir!

Grenzen auf, das Spiel beginnt!

Deutsch­land hat seit 2015 eine unge­fähre Vor­stel­lung davon, wie sich eine Million Flücht­linge pro Jahr anfühlt, arbei­ten wir also mit dieser Zahl. Natür­lich springt unserem Plan „Afri­ka­ret­tung – Europa löst Pro­bleme” sofort die unge­teilte Euro­päi­sche Soli­da­ri­tät zur Seite – es ist ja ein Spiel, wie man es sich sicher­lich auch in Paris, Rom, War­schau und Brüssel aus­den­ken würde. Jedes Mit­glieds­land der EU nimmt pro Jahr eben­falls 1/82-stel seiner Bevöl­ke­rungs­zahl an Flücht­lin­gen aus Afrika auf, wir achten streng auf Ver­tei­lungs­ge­rech­tig­keit! Die Briten sind ja raus aus dem Spiel, aber der Rest der EU zusam­men­ge­nom­men nimmt in unserem kleinen Rechen­ex­em­pel ins­ge­samt 5,5 Mil­lio­nen Afri­ka­ner auf, gibt ihnen Wohn­raum, Sprach­kurse, medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung und gute Jobs. Jähr­lich natür­lich. Die Frage ist, wie lange das so funk­tio­nie­ren würde. Da in Afrika aktuell allein 19 Mil­lio­nen Men­schen auf der Flucht sind und auf dem Kon­ti­nent pro Jahr ein Bevöl­ke­rungs­wachs­tum von 30 Mil­lio­nen zu ver­zeich­nen ist (Tendenz stei­gend), gehen uns sicher so schnell die Flücht­linge nicht aus. Anders könnte das mit unseren eigenen Res­sour­cen aus­se­hen, aber ich unter­stelle einfach mal, dass wir das schon schaf­fen werden – einige beson­ders schlaue Poli­ti­ker und Ent­wick­lungs­hil­fe­ex­per­ten tun das ja auch. Es ist ja ein Spiel und da kann man schon mal große Räder drehen.

Irgend­et­was gefällt mir aber an der Rech­nung noch nicht. Genau, die gefähr­li­che Reise der Flücht­linge! Herr Bierdel ver­suchte in der Sendung den unga­ri­schen Bot­schaf­ter zu beschä­men, indem er vom Bei­spiel eines kleinen, ehemals unga­ri­schen Dorfes im Bur­gen­land berich­tete, dessen Ein­woh­ner Anfang des letzten Jahr­hun­derts nach Chicago aus­wan­der­ten und den zurück­ge­blie­be­nen Dorf­be­woh­nern Geld schick­ten. Diese bedank­ten sich mit der Errich­tung eines Denk­mals. Rührend! Das Bei­spiel sollte dem Bot­schaf­ter sicher vor Augen führen, wie viel weiter unser Huma­nis­mus heute ent­wi­ckelt sein sollte – außer in Ungarn ver­steht sich. Bierdel vergaß zu erwäh­nen, dass die Chi­ca­goer Bürger sich keinen Deut dafür inter­es­sier­ten, wie ihre zukünf­ti­gen unga­ri­schen Mit-Ame­ri­ka­ner über den großen Teich kamen und ein herz­li­ches Will­kom­men in der neuen Heimat gab’s auch nicht. Das können wir heute natür­lich besser! Alles andere wäre ja auch inhuman. Ver­gesst den gefähr­li­chen Weg über’s Mit­tel­meer, liebe Afri­ka­ner. Nehmt nicht den langen Weg durch die Wüste! Wir holen euch ab, was haltet ihr davon? Das sind wir euch schul­dig wegen dem Kolo­nia­lis­mus, dem Öl, dem Skla­ven­han­del und dem Coltan. So könnt ihr auch das Geld für Schlep­per sparen und statt nur des ältes­ten Sohnes kann gleich die ganze Familie nach Castrop-Rauxel ziehen! Das ist geleb­ter Huma­nis­mus und Wie­der­gut­ma­chungs­kul­tur! Das ist die mora­li­sche Über­le­gen­heit des Westens, den ihr wegen der schi­cken Kla­mot­ten, dem guten Essen und den dicken Autos ja so viel mehr liebt und zu schät­zen wisst, als wir noto­risch schuld­be­la­de­nen Euro­päer, deren erra­ti­sche Politik seit Jahr­hun­der­ten alles falsch macht.

Die Rech­nung ist immer noch nicht rund, wir haben nämlich ein kleines Problem…wir werden Men­schen zurück­wei­sen müssen! So eine Quote von 5,5 Mil­lio­nen EU-Neu­bür­gern pro Jahr wird wahr­schein­lich in zwei bis drei Monaten erschöpft sein. Was machen wir dann? Wen wählen wir aus, wen weisen wir ab? Nehmen wir die starken, arbeits­fä­hi­gen, weil in Europa die gut bezahl­ten Jobs in der IT-Branche warten oder doch lieber die kranken und schwa­chen, für die wir Plätze in unseren unter­be­leg­ten Kli­ni­ken und Pfle­ge­hei­men bereit­ge­stellt haben? Ers­te­res ver­bie­tet uns ein Blick in den Spiegel (den an der Wand). Nur die „jungen und starken…?“ – das stinkt doch gewal­tig nach Skla­ven­han­del und Neun­zehn­hun­dert­schwarz­weiss. Nur die Kranken geht auch nicht, denn schließ­lich lechzen unsere dar­ben­den Sozi­al­sys­teme bereits nach kräf­ti­gen 40-Jahre-Bei­trag­zah­lern, die unsere Rente finan­zie­ren. Würfeln wäre eine Mög­lich­keit. Oder Schnick, Schnack, Schnuck. Oder wir über­las­sen die Auswahl den ört­li­chen Behörden…nee, geht auch nicht. Die Leute fliehen vor Per­spek­tiv­lo­sig­keit, Miss­wirt­schaft, Kor­rup­tion und Gewalt. Alles Dinge, die von den unfä­hi­gen Regie­run­gen vor Ort zumin­dest mit ver­ur­sacht wurden. Wir werden deut­sche Beamte nach Afrika schi­cken müssen und von Bun­des­wehr­sol­da­ten bewa­chen lassen, Camps errich­ten, Flug­hä­fen betrei­ben, Städte gründen, Straßen bauen…Moment mal. Irgend­wie alles Dinge, die wir Deut­schen, die Fran­zo­sen, Briten und Por­tu­gie­sen vor gar nicht allzu langer Zeit auch schon in Afrika gemacht haben. Heute natür­lich ohne Gewalt und Ras­sis­mus und ganz ohne kolo­niale Absich­ten! Natür­lich wollen wir heute nur das Beste für die Men­schen dort. Wir wollen, dass es ihnen besser geht. Wollen, dass sie endlich die Seg­nun­gen der euro­päi­schen Zivi­li­sa­tion erfah­ren können…Moment. Schon wieder ein Flash­back mit Tro­pen­helm! Irgend­et­was stimmt in der Rech­nung immer noch nicht, es ist zum ver­zwei­feln! Es stellt sich auch die Frage, was früher ein­tre­ten würde: Frieden in Afrika oder Krieg und Anar­chie in Europa. Würde es die Pro­bleme Afrikas lösen, wenn wir dem Kon­ti­nent jähr­lich über fünf Mil­lio­nen Men­schen „abnäh­men”, mit denen man in der Heimat nichts anzu­fan­gen weiss, oder würde dieser Trans­fer für viele Afri­ka­ner nicht eher als die Lösung des Pro­blems an sich erschei­nen? Rechnen wir also lieber ein anderes Modell durch, ver­su­chen wir es mal mit der guten alten Ent­wick­lungs­hilfe.

Minister Müller bekämpft die Fluchtursachen

Haben Sie ich auch schon mal gefragt, was ein Bun­des­mi­nis­te­rium für wirt­schaft­li­che Zusam­men­ar­beit und Ent­wick­lung so macht? Und dessen Minis­ter, Dr. Gerd Müller? Man darf ja skep­tisch sein, nachdem dessen Amts­vor­gän­ger Niebel nach seinem Weggang mühelos einen Posten in der art­ver­wand­ten Rüs­tungs­in­dus­trie fand – mühelos im mora­li­schen Sinn, ver­steht sich! Herr Müller jeden­falls bekämpft Flucht­ur­sa­chen, indem er auf dem Zukunfts­kon­gress in München „Inno­va­tive Lösun­gen für die glo­ba­len Her­aus­for­de­run­gen unserer Zeit“ ein­for­dert. Immer wenn die Flos­kel­dichte den Wert 2 LpS (Leer­aus­sa­gen pro Satz) über­schrei­tet, rebel­liert mein Ver­stand, weil er sich ver­arscht fühlt. Es ist wie beim Verzehr von Süß­stoff. Man schmeckt etwas Schönes, das bei genaue­rer Ver­dau­ung jedoch leider keine einzige ver­wert­bare Kalorie hergibt. Müller wört­lich: „Die Flücht­lings­krise wird uns noch auf Jahr­zehnte beschäf­ti­gen. Deshalb ist es wichtig, dass wir jetzt endlich zu der Ein­sicht gelan­gen: Nur mit Inves­ti­tio­nen in Bildung, erneu­er­bare Ener­gien und in ein nach­hal­ti­ges Wirt­schaf­ten werden wir die Her­aus­for­de­run­gen des 21. Jahr­hun­derts lösen – mit einem ganz neuen Ansatz von glo­ba­ler Ent­wick­lungs­po­li­tik.” – Dieser Satz erreicht schon mühelos 3,78 LpS! Es sind nur deshalb nicht 4 LpS, weil sich ein Körn­chen Wahr­heit in die Aussage geschli­chen hat, wenn dies auch sicher nicht beab­sich­tigt war. Das mit der Beschäf­ti­gung stimmt nämlich! Auch wei­ter­hin werden viele Men­schen Beschäf­ti­gung finden, indem sie sich mit Ent­wick­lungs­hilfe befas­sen. Inter­es­san­ter­weise befas­sen sich bei der Bun­des­re­gie­rung und in der EU aber noch viel mehr Men­schen damit, der Ent­wick­lungs­hilfe aus­rei­chend Elend bereit­zu­stel­len. Durch Frei­han­dels­ab­kom­men mit Afrika und Agrar­sub­ven­tio­nen in Europa. Wäre man ehrlich, müsste man sich ange­sichts der Bevöl­ke­rungs­ent­wick­lung z. B. in Afrika, der wirt­schaft­li­chen Ent­wick­lung und den Flücht­lings­zah­len dort ein­ge­ste­hen, dass wir gerade das gesamte Konzept der Ent­wick­lungs­hilfe beim Abnip­peln beob­ach­ten können – und das bereits seit fünfzig Jahren.

Fünfzig Jahre Ent­wick­lungs­hilfe haben es nicht ver­mocht, die Zustände in Afrika auch nur einen Hauch zu ver­bes­sern. Man drehte aber gern an den bevor­zug­ten Stell­sch­räub­chen und bekämpfte zum Bei­spiel erfolg­reich die Säug­lings­sterb­lich­keit, verlor dabei jedoch die Gebur­ten­rate aus dem Blick und setzte dadurch unfrei­wil­lig eine Bevöl­ke­rungs­ex­plo­sion in Gang. Tolle Hilfe! Diese „Hilfe“ war stets nichts anderes als ein mora­li­scher Ablass­han­del, bei dem wir stolz ver­kün­den, bald 0,7% des BIP in die Ent­wick­lungs­hilfe zu stecken, während die EU deut­lich größere Summen für Markt­pro­tek­tio­nis­mus und Abschot­tung ausgibt. Damit Sie mich hier richtig ver­ste­hen: Ich finde nicht, dass die 0,7% zu gering sind, im Gegen­teil! Die Zahl ist um exakt 0,7% zu hoch! Fünfzig Jahre lang reiten wir dieses tote Pferd, kommen nicht vom Fleck und glauben immer noch, mehr Futter würde das tote Tier irgend­wann mal ans fliegen bringen. Es wäre sehr viel ehr­li­cher, endlich abzu­stei­gen.

Dabei fing alles so gut an! Immer wenn in Afrika eine Natur­ka­ta­stro­phe bibli­schen Aus­ma­ßes zuschlug, waren unsere Retter im Einsatz – und daran ist nichts aus­zu­set­zen! Im Gegen­teil. Meine aller­größte Hoch­ach­tung gilt diesen Hilfs­kräf­ten und der Hilfs­be­reit­schaft des reichen Nordens in solchen Not­la­gen. Aber dann kommen die Ent­wick­lungs­hel­fer und die haben eine andere Agenda. Sie bauen Straßen, bohren Brunnen, impfen Kinder und ver­sor­gen ganze Dörfer. Macht man das 50 Jahre lang, schafft es fatale Abhän­gig­kei­ten und Finanz­kreis­läufe, fördert Ungleich­hei­ten und Kor­rup­tion und lähmt jede selbst­stän­dige Ent­wick­lung. Die inter­na­tio­nale Ent­wick­lungs­hilfe tut aus altru­is­ti­schen Motiven fast genau das­selbe, was die Kolo­nia­lis­ten vor hundert Jahren aus Arro­ganz und Ego­is­mus taten: Afrika ohne dessen zutun den­sel­ben Trans­for­ma­tio­nen und damit auch Defor­ma­tio­nen zu unter­wer­fen, die Europa und Nord­ame­rika durch­ge­macht haben. Chancen? Von wegen! Die mas­si­ven Agrar­sub­ven­tio­nen Europas und Ame­ri­kas ver­hin­dern, dass sich Afrika zunächst mit­hilfe eigener Exper­tise und Fer­tig­kei­ten aus der Scheiße zieht – durch selbst­be­stimmte, sub­si­diare Agrar­wirt­schaft und fairen Markt­zu­gang. Statt­des­sen ver­sucht man mit phan­tas­tisch klingen Pro­jek­ten, Afrika gleich ins 24. Jahr­hun­dert der Erneu­er­ba­ren Energie zu kata­pul­tie­ren. So gesche­hen in einem indi­schen Projekt des „Bare­foot College“, in welchem afri­ka­ni­sche Frauen in einem Crash­kurs zu „Sola­r­in­ge­nieu­ren“ aus­ge­bil­det werden. An die sich daraus erge­be­nen Folgen hatte man schlicht nicht gedacht.

Wann genau ging Afrika verloren?

Wenn deut­sche Poli­ti­ker und Talk­show­gäste voll­mun­dig ankün­di­gen, die Flucht­ur­sa­chen bekämp­fen zu wollen, folgt selt­sa­mer­weise nie ein kon­kre­ter Vor­schlag, wie genau dieser Kampf aus­se­hen solle. Kampf an sich ist schon mal der falsche Begriff – das riecht ver­däch­tig nach Bun­des­wehr und Marsch­be­fehl, das ist natür­lich nie gemeint. Folgt man der Argu­men­ta­tion einiger Fähn­chen­schwen­ker, ist zunächst mal der Kolo­nia­lis­mus an allem schuld! Im Nahen Osten zog er Grenzen, wo es vorher keine gab und Afrika brach­ten die euro­päi­schen Kolo­ni­al­mächte nichts als Not und Elend. Aber man ist nicht wirk­lich kon­se­quent, denn anstelle eines „Roll­back“ in die ver­meint­lich para­die­si­sche Zeit des Prä­ko­lo­nia­lis­mus ver­sucht die Ent­wick­lungs­hilfe die Staaten Afrikas mit den Errun­gen­schaf­ten des 21. Jahr­hun­derts zu beglü­cken.

Die Solaranlage ist die Glasperle des 21. Jahrhunderts

Es gibt heute kein Projekt der Ent­wick­lungs­hilfe in Afrika, das nicht sämt­li­che Prüf­sie­gel der Nabel­schau für Nach­hal­tig­keit, Ener­gie­ef­fi­zi­enz und öko­lo­gi­sche Unbe­denk­lich­keit trüge. Die Ergeb­nisse sind leider noch weniger als beschei­den, denn die Ent­wick­lungs­hel­fer von heute begehen prin­zi­pi­ell die­sel­ben Fehler wie die Kolo­ni­al­her­ren ver­gan­ge­ner Jahr­hun­derte. Nicht phy­sisch, aber intel­lek­tu­ell! Wer Flucht­ur­sa­chen in Afrika bekämp­fen will, müsste dazu nicht das Mit­tel­meer über­que­ren, sondern zunächst einmal nach Brüssel gehen. Dort sitzt nämlich einer der mäch­tigs­ten Ver­ur­sa­cher und Pro­fi­teure der Misere in Afrika. Die­selbe EU, deren Bürger heute Angst davor haben, bei den Frei­han­dels­ab­kom­men mit Kanada und den USA über den vir­tu­el­len Tisch gezogen zu werden, hat mit­hilfe gigan­ti­scher Agrar­sub­ven­tio­nen eine unüber­wind­bar hohe Mauer um die euro­päi­schen Märkte gezogen. Andere prak­ti­sche Sperr-Rigel funk­tio­nie­ren leider nicht mehr so zuver­läs­sig, wie sie dies Jahr­zehn­te­lang taten. Die Des­po­ten Nord­afri­kas waren auf­grund reicher Ölvor­kom­men lange in der Lage, Europa nach Süden hin abzu­si­chern und uns Euro­pä­ern gleich­zei­tig einige schöne Bade­strände zu bieten. Wie prak­tisch. Eine Win-Win-Mir­Do­chE­gal-Situa­tion.

Es kann sein, dass es längst zu spät ist, die Flucht­ur­sa­chen in Afrika zu bekämp­fen. Gut möglich, dass wir das bereits vor 30 oder 40 Jahren hätten tun müssen – was aus heu­ti­ger Sicht natür­lich fatal ist, doch wir waren damals so sehr mit dem kalten Krieg und Kapi­ta­lis­mus­kri­tik beschäf­tigt, wer dachte da schon an Afrika. Egal was wir auch tun, es wird nicht reichen. Wir können nicht jeden in Europa auf­neh­men und ich bin es leid, jedem Trottel, der in Mathe Klasse 2 lieber Käse­käst­chen malte, zu erklä­ren, dass selbst unser ver­meint­li­cher Reich­tum dies nicht schaf­fen könnte – auch nicht mit einer fetten Mil­lio­närs-Steuer, wie die Linke sie fordert. Viel­leicht wäre es an der Zeit, dras­ti­sche Maß­nah­men gegen die failed States Afrikas zu ergrei­fen, indem man Bono in seinem Bemühen stoppt, aus­ge­rech­net den afri­ka­ni­schen Staaten die Schul­den zu erlas­sen, die sich durch beson­dere Miss­wirt­schaft und Kor­rup­tion aus­zeich­nen und damit aus­ge­rech­net die wenigen Staaten bestraft, die es trotz schwie­rigs­ter Umstände und trotz kolo­nia­ler Ver­gan­gen­heit und kaum über­wun­de­ner Bür­ger­kriege schaf­fen, eine lang­same aber stetige Ent­wick­lung zu gene­rie­ren. Viel­leicht ist es endlich an der Zeit, dass Europa sein Modell der Agrar­sub­ven­tio­nie­rung schritt­weise aufgibt und so echte Chancen für afri­ka­ni­sche Erzeu­ger zulässt. Viel­leicht ist es an der Zeit, Jahr­zehnte nach dem Ende der Kolo­ni­al­rei­che, euro­päi­sche Inves­to­ren beson­ders im Agrar­be­reich in die frucht­ba­ren Länder Afrikas zu locken und dort für ihre Sicher­heit und Pro­spe­ri­tät ihrer Farmen zu sorgen. Denn viel­leicht war es keine gute Idee, zum Bei­spiel in Sim­babwe aus­ge­rech­net den gegen­tei­li­gen Weg zu gehen, indem man dort einen wider­li­chen und rui­nö­sen Ras­sis­mus gegen weiße Farmer ent­fes­selte. Viel­leicht ist es an der Zeit, dass die Medien der afri­ka­ni­schen Länder endlich mas­sen­haft Europa-Kor­re­spon­den­ten in den Norden schi­cken, um zu berich­ten, mit welchen Pro­ble­men wir uns hier her­um­schla­gen, wenn wir nicht gerade schick Essen und Shoppen gehen und mit unseren fetten SUV’s zwi­schen Kitz­bühl und Kö’ pendeln. Viel­leicht ist es an der Zeit, Afrika nicht mehr wie ein Kind zu behan­deln und endlich seine Eliten selbst für ihr Ver­sa­gen zur Ver­ant­wor­tung zu ziehen, ohne sich immer noch ängst­lich hinter dem Kolo­nia­lis­mus ver­gan­ge­ner Jahr­hun­derte zu ver­ste­cken und diese sicher grau­same Zeit für jedes Elend des schwar­zen Kon­ti­nents ver­ant­wort­lich zu machen.

Viel­leicht ist dann auch Europa noch zu retten, denn Europa ist es leider völlig unmög­lich, Afrika zu retten.

Addenum: Wie man Not­hilfe von Ent­wick­lungs­hilfe unter­schei­det
Sie erwar­ten Gäste und wollen einen Kuchen backen. Es ist Sonntag, Sie stehen in der Küche und stellen ent­setzt fest, dass Sie ver­ges­sen haben, Eier zu kaufen. Also gehen Sie zum Nach­barn, erklä­ren ihm die Lage und der geht zu seinem Kühl­schrank. Er holt eine Packung Eier heraus und gibt ihnen mit den Worten „Gern gesche­hen“ lächelnd drei davon. Das ist Not­hilfe.

Es ist Mon­tag­mor­gen, Sie wollen früh­stü­cken und haben immer noch keine Eier im Haus. Sie könnten jetzt ein­kau­fen gehen oder einfach auf die Früh­stücks­eier ver­zich­ten. Aber Sie haben ja auch einen netten Nachbarn…Sie klin­geln bei ihm. Er wundert sich, dass Sie schon wieder nach Eiern fragen und fragt Sie, warum Sie nicht ein­kau­fen gehen können – die Geschäfte seien jetzt geöff­net. Wenn Sie jetzt empört ant­wor­ten, dass Ein­kau­fen völlig unnötig sei, weil der Nachbar ja immer­hin noch sieben Eier habe, haben Sie den Bento-Test „Wie Afrika bin ich“ bestan­den! Das ist Ent­wick­lungs­hilfe.

Nachtrag

Für gewöhn­lich kom­men­tiere ich meine Texte nicht, weil ich glaube, alles in ihnen gesagt zu haben, was ich für wichtig halte. Zu diesem Text gab es aber einen Aspekt, den ich kom­plett über­se­hen habe und der erst durch einen Kom­men­tar unter dem Achgut-Artikel auf mein Radar geriet: Das Märchen von der man­gel­haf­ten Vor­be­rei­tung der Kolo­nien auf ihre Unab­hän­gig­keit.

Denn es ist nichts anderes als ein Märchen. Ein Märchen vom wilden, schwar­zen Mann, denn der gute Onkel aus Europa erst bei­brin­gen muss, wie sich Frei­heit anfühlt und was man damit so alles anfan­gen kann. Vor­be­rei­ten auf die Frei­heit? Hat man jemals Ludwig XVI. von Frank­reich vor­ge­wor­fen, er hätte sein Volk nicht ange­mes­sen auf die Revo­lu­tion vor­be­rei­tet? Ver­ach­ten wir Hitler dafür, dass er nicht den Grund­stein zur Demo­kra­tie in Deutsch­land gelegt hat? Nein! Aber afri­ka­ni­sche Völker hätten vor­be­rei­tet werden müssen – oder können? Wie sieht solch eine Vor­be­rei­tung aus, wenn ein Bür­ger­krieg wie in Alge­rien oder ein Gue­rilla-Krieg wie in Angola oder Moçam­bi­que oder Mas­sen­pro­teste wie in Indien die Kolo­ni­al­her­ren sehr unsanft aus dem Land jagen? Vor­be­rei­ten worauf? Dass morgen die Sonne aufgeht? Alles Märchen, die dem schuld­be­la­de­nen Euro­päer einen wei­te­ren Grund auf­drü­cken, sich in der his­to­ri­schen Ver­ant­wor­tung eines Erzie­hungs­be­rech­tig­ten Afrikas zu wähnen.

Auch erschie­nen auf achgut​.com

8 Kommentare

  1. Zu Martin W.:
    Das BIP der asia­ti­schen Kolo­nien, ins­be­son­dere Sin­ga­pur und Süd­ko­rea, ist nach der Unab­hän­gig­keit gestie­gen. Das BIP der afri­ka­ni­schen Kolo­nien ist dagegen unter den Stand der Kolo­ni­al­zeit gesun­ken.
    Zu Afrika:
    Demo­kra­tie ist dort weit­ge­hend ein Label für die Macht­aus­übung durch die füh­ren­den Aris­to­kra­ten (Häupt­lings­fa­mi­lien) der jeweils mäch­tigs­ten Ethnie. Trotz west­li­chen Gehabes sind die meisten Länder Afrikas gesell­schaft­lich mit den euro­päi­schen früh­feu­da­len Gesell­schaf­ten ver­gleich­bar. Warum das so ist kann dahin­ge­stellt bleiben. Es führt aller­dings dazu, dass jedes über­ge­stülpte System, ob „west­lich” oder „sozia­lis­tisch”, den streng stammes‑, aber vor allem hier­ar­chie­be­zo­ge­nen Regeln folgt. Quasi als Beweis der Lenin’schen Idee von der Ent­wick­lung einer Gesell­schaft. Da sich die herr­schen­den Schichten/ Sippen nicht son­der­lich um das Fußvolk und schon gar nicht um andere Ethnien kümmern, über­nimmt die Ent­wick­lungs­hilfe die Staats­auf­ga­ben. China hat da einen gewal­ti­gen Vor­sprung gegen­über der west­li­chen Ent­wick­lungs­hilfe: China inves­tiert in die afri­ka­ni­sche Infra­struk­tur und erkauft sich dadurch spott­bil­lig Aus­beu­tungs­rechte der dor­ti­gen Roh­stoffe. So neu ist die Idee an sich nicht, die DDR machte das genauso.

    Nun wissen die Älteren bestimmt noch, dass Afrika unter der Schul­den­last des Neo­ko­lo­nia­lis­mus litt. Nur wohin das gelie­hene Geld inves­tiert wurde..? In Waffen natür­lich. Aber warum? Weil Onkel und Tante vom Häupt­ling [Prä­si­dent] auch ein Stück vom „Korruptions„kuchen bzw. vom staats­kre­dit­fi­nan­zier­ten Luxus­le­ben abhaben wollten.

    Nun sind die Schul­den der „Dritten Welt” aber längst erlas­sen. Könnte es da nicht einen wirt­schaft­li­chen Auf­schwung geben? Könnte. Soll es aber nicht. Die roh­stoff­rei­che „Dritte” soll der roh­stoff­ar­men „Alten” und auch der „Neuen” Welt mög­lichst keine Kon­kur­renz machen. Wie schafft man das? Man kor­rum­piert die herr­schen­den Sippen mit hor­ren­den Schmier­gel­dern und sorgt dafür, dass die wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung auf die billige Energie aus … na klar, Koh­len­was­ser­stof­fen! nicht für eine indus­tri­elle Ent­wick­lung zur Ver­fü­gung steht. Daher sind Länder wie China, Indien und Süd­afrika der­ar­tige Kli­ma­ret­tungs­ver­wei­ge­rer. Diese Länder wollen erst mal ein wohl­standssat­tes Bil­dungs­bür­ger­tum her­an­züch­ten was sich Gedan­ken um das Über­le­ben in der Welt in 200 Jahren macht und nicht um morgen. Oder den Rest des Tages.

    Kli­ma­schutz” ist Neo­ko­lo­nia­lis­mus in Rein­kul­tur. Gerade aus diesem Grund sollte ich ein glü­hen­der „Alar­mist” sein. Aber ich kann nicht anders, ich muss meinen Bil­dungs­bür­ger­fin­ger in den Himmel pieck­sen und quän­geln „Herr Lehrer, ich weiß was…” Aber viel­leicht bin ich auch nur wie ein moder­ner Poli­ti­ker, der ange­sichts des abseh­ba­ren Kol­lap­ses der deut­schen Renten- und öffent­li­chen Kassen sagt: „Hey, es geht ohnehin alles den Bach runter! Also lasst uns lauter ver­rückte Dinge tun, die wir uns früher nie getraut hätten!” „Flücht­linge! Die beru­hi­gen das Gewis­sen und lenken ab! Ener­gie­wende! Ja geil, wenn das Strom­netz groß­flä­chig zusam­men­bricht sind die Leute nachher froh, das über­lebt zu haben und fragen nicht nach dem Ren­ten­mist und ihren wert­lo­sen Spar­gro­schen! Lasst uns nur noch schnell die NPD ver­bie­ten, sonst wird die anschlie­ßend noch mehr­heit­lich pro­test­ge­wählt…” Aber jetzt schweife ich zu sehr ab. Viel­leicht eins noch… Warum muss man die NPD ver­bie­ten? Weil, wenn sie den Kanzler stellen würde, der weniger zu sagen hätte, als sein unter­ge­be­ner Innen­mi­nis­ter [der ist der Ober-Chef vom Ver­fas­sungs­schutz]. Das ist for­mal­ju­ris­tisch staats­recht­lich nicht tragbar.

  2. (Südost-)Asien war vor 150 Jahren genauso bet­tel­arm und unter­ent­wi­ckelt wie der afri­ka­ni­sche Kon­ti­nent und stand ebenso wie die meisten afri­ka­ni­schen Länder unter der Ver­wal­tung euro­päi­scher Groß­mächte. Nach dem zweiten Welt­krieg ent­le­dig­ten sich die Asiaten gemein­sam mit den Afri­ka­nern ihrer Kolo­ni­al­her­ren. Gleiche Ver­gan­gen­heit, glei­ches Schick­sal, aber mit­nich­ten eine gleiche Gegen­wart und eine gleiche Zukunft.

    Warum geht des den Asiaten statt­des­sen so unver­gleich­lich viel besser als den Afri­ka­nern?

    Gute Frage, Herr Letsch, oder?!

    Ein Bei­spiel: (Süd-)Korea war noch in den späten 50ziger Jahren des vor­he­ri­gen Jahr­hun­derts ein total kriegs­zer­stör­tes und bedürf­ti­ges, reines Agrar­land, gehört aber heute zu den 10 reichs­ten Indus­trie­na­tio­nen der Welt und das trotz!!! eines ver­meint­lich impe­ria­lis­ti­schen Westens, dem „Kapi­ta­lis­mus­kri­ti­ker” unter­stel­len, eifer­süch­tig und hab­gie­rig darüber zu wachen, dass ja nur kein Ent­wick­lungs­land sich zu einem Platz an der Sonne vor­ar­bei­ten kann. Diese ruch­lo­sen Staaten des Nordens wollen ‑zumin­dest gemäß linker Ver­schwö­rungs­theo­rien- die Länder der zweiten und dritten Welt mit der Knute des Kriegs und der Kredite im Dunkel halten, weil ihre bösen Kon­zerne sie nur in der Fins­te­ris aus­beu­ten können. Eine absurde fixe Idee, die indes von zahl­lo­sen asia­ti­schen „Tiger­staa­ten” mehr als beweis­kräf­tig wider­legt wird.

    • danke für den Kom­men­tar. Die glei­chen Argu­mente benutze auch ich den den Dis­kus­sio­nen. Die Ant­wor­ten bleiben dennoch gleich. Immer soll Geld gegeben werden. Geld das die Kor­rupto­kra­tien per­p­etuirt.

  3. Da braut sich was zusam­men.…..
    Die Armen dieser Welt werden die west­li­che Welt über­ren­nen und nicht mehr danach fragen, wem was gehört und wer welche Recht hat. Irgend­wann nehmen sie es sich einfach. Wir sind bereits mit­ten­drin. Und es wird schlim­mer, wenn wir unser eigenes Ver­hal­ten gegen­über diesen Ländern nicht schleu­nigst ändern.

    • Sie sind zu pes­si­mis­tisch. Die Ger­ma­nen konnten das römi­sche Reich nur deshalb „über­ren­nen”, weil sie die mili­tä­ri­sche Macht dazu hatten. Glei­ches haben die Armen der Welt natür­lich nicht. Wir können uns nur über­ren­nen lassen, wenn wir so selbst­ver­ges­sen sind, dies auch frei­wil­lig zuzu­las­sen. Also, wenn alle Deut­schen solche von ihrem eigenen Gutsein besof­fe­nen Will­kom­mens­jub­ler wären, wie die Ted­dy­bä­ren wer­fen­den Bahn­pas­sa­giere auf dem Münch­ner Haupt­bahn­hof anno 04. Sep­tem­ber 2015.

  4. Vielen Dank für die tref­fende und zugleich trau­rige Analyse.
    Ein Freund von mir sagte vor unge­fähr 2 Jahren ange­spro­chen auf die Ebola­fie­ber Epe­de­mie zu mir: „Afrika kümmert sich um Afrika.……”
    Zu dem Zeit­punkt tin­gel­ten zahl­rei­chen Fach­män­ner durch die ARD+ZDF Talk­shows und hatten zahl­rei­che Ansätze, wie man Afrika bzgl. der Epe­de­mie und auch im Ganzen retten könne.
    Ich war und bin der festen Über­zeu­gung, dass alle Bemü­hun­gen der west­li­chen Länder das Gegen­teil bewir­ken als geplant. Man stelle sich nur vor, die Kin­der­sterb­lich­keit läge nied­ri­ger und das das durch­schnitt­li­che Ein­kom­men würde signi­fi­kant ange­ho­ben – dann würden sich noch mehr auf den Weg nach Norden machen und uns kul­tu­rell und wirt­schaft­lich berei­chern.
    Das Bevöl­ke­rungs­wachs­tum in den Ländern wächst jedes jahr­zehnt stetig.
    Es ist offen­sicht­lich – Kinder vor dem Hunger zu bewah­ren erreicht man nicht, in dem man spendet und die Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen unter­stützt.
    Kinder vor dem Hunger in Afrika zu bewah­ren kann man nur, indem man es ver­hin­dert, dass sie geboren werden. Leider ist das nicht nur ein Problem in Afrika – in allen Dritt­welt­staa­ten ist Ähn­li­ches zu beob­ach­ten.

    Aus­spre­chen darf man das gewiss nicht – aber des­we­gen ist es nicht falsch.

    • Kinder vor dem Ver­hun­gern zu bewah­ren, dass erreicht man in Afrika vor­nehm­lich durch Fami­li­en­pla­nung. Sehr richtig!

  5. Dieser sehr fun­diert ana­ly­siere Artikel zeigt deut­lich auf, dass das Motto „Sie wollten das Para­dies und brach­ten die Hölle” (Robert Schnei­der, Kristus) sich wie ein roter Faden durch die Geschichte zieht.
    Über die Analyse hinaus werden hier in diesem Artikel Lösungs­an­sätze auf­ge­zeigt.

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