Die Ankündi­gung Trumps, er wolle die amerikanis­che Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem ver­legen, ist seit vie­len Jahren der erste tat­säch­liche Schritt, den irgendw­er auf dieser Welt im Nahostkon­flikt untern­immt. Auf der ganzen Welt wird nun gejam­mert, dies würde den Frieden­sprozess been­den (als stünde dieser kurz vor dem Durch­bruch) und man zit­tert vor der Ankündi­gung, es wür­den nun „Tage des Zorns“ fol­gen (als gäbe es andere Tage für Fatah und Hamas). Von welchem Frieden­sprozess wird denn da gefaselt und wie bitte soll man einem Jahr, das bere­its 365 zornige Tage hat, noch weit­ere hinzufü­gen? Geht es wirk­lich um die Ver­legung der US-Botschaft? Warum demon­stri­eren Hamas und Fatah dann nicht vor US-Ein­rich­tun­gen und rufen stattdessen zum Gen­er­al­streik gegen Israel auf und wen inter­essiert eigentlich, was eine Ter­ror-Organ­i­sa­tion wie die Hamas für richtig oder falsch hält?

War die Tat­sache, dass Israels Par­la­ment, das ober­ste Gericht, der Präsi­dent und der Min­is­ter­präsi­dent ihren Amtssitz in Jerusalem haben, in den let­zten Jahren auch nur ein­er Erwäh­nung wert, geschweige denn wüten­der Proteste? Nein! Stattdessen hat man auf allen Seit­en fleißig Real­itätsver­weigerung betrieben. Die Ara­bis­che Welt, die in Israel als Ganzes nicht mehr als ein unrecht­mäßiges Pro­vi­so­ri­um sieht, welch­es sie dem­nächst beseit­i­gen werde, ist Meis­ter der Selb­st­täuschung: Es gab immer schon jüdis­che Ein­wohn­er in der Lev­ante, ja, das gäbe man schon zu. Aber diese wür­den niemals einen eige­nen Staat grün­den. Dann grün­de­ten sie doch einen eige­nen Staat, aber der würde sich­er nicht lange über­leben. Dann über­stand Israel jedoch jeden Krieg, mit dem ihn die ara­bis­chen Nach­barn über­zog, aber nie-nie-nie würde man den Juden Jerusalem über­lassen, um es zur Haupt­stadt Israels zu machen. Israel machte Jerusalem 1980 zu sein­er Haupt­stadt, aber die inter­na­tionale Gemein­schaft würde dies sich­er nie anerken­nen. Doch dann kam Trump und riss auch diesen Schleier der Illu­sion von der Real­ität. Dabei set­zte er nur einen Kon­gress­beschluss um, der schon mehr als 20 Jahre alt ist – solche Dinge tun US-Präsi­den­ten nun mal, auch dafür wer­den sie gewählt. Wie nahe an den Flächen­brand diese Ankündi­gung übri­gens den deutsche Blät­ter­wald brachte, zeigt eine For­mulierung in der Alpen-Praw­da aus Prantl­hausen, der Süd­deutschen Zeitung: “Und nun kommt ein gewiss­er Don­ald Trump und will eine Botschaft eröff­nen.” Es ist ja im let­zten Jahr schon so einiges an Dreck aus München in diese Rich­tung geflo­gen, aber solche Frotzeligkeit­en klin­gen für mich eher nach “Pearl Har­bour” als nach Jour­nal­is­mus!

Haben wir etwa umsonst Schutzgeld gezahlt?

Jet­zt ist die Angst wieder da vor der „mus­lim­is­chen Welt“ und ihren irra­tionalen Hand­lun­gen und sich­er wer­den einige über­vor­sichtige west­liche Staat­en bald ganz­seit­ige entschuldigende Anzeigen in ara­bis­chen Zeitun­gen schal­ten, wie es nach der Veröf­fentlichung der Mohammed-Karika­turen 2005 der Fall war. Die Angst, eine stillschweigende Vere­in­barung könne platzen, auf die die Welt­ge­mein­schaft viele Jahre fest ver­traut hat, ist mit Hän­den zu greifen. Wir geben den palästi­nen­sis­chen Grup­pen großzügig Geld, dafür beschränken diese ihren Ter­ror­is­mus auf Israel, das war der Deal. Es ist in Wirk­lichkeit noch gar nicht so lange her, dass Flugzeuge ent­führt wur­den und die Avant­garde der deutschen Linken sich mit den Zie­len der Araber gemein machte. Ter­ror im eige­nen Land inclu­sive. Rei­hum beeil­ten sich die west­lichen Staat­en deshalb zu ver­sich­ern, dass sie brav weit­er Schutzgeld zahlen wer­den und dass der von Trump weg­geris­sene Schleier für sie noch immer vor der Wahrheit hänge. Appease­ment wie es schleimt und klebt. Kuriose Vorkomm­nisse inclu­sive. So fragte der NDR heute in seinem mor­gendlichen Speed-Quiz, „in welche israelis­che Stadt will Trump seine Botschaft ver­legen“? Richtige Antwort: Jerusalem. Wohlge­merkt: israelis­che Stadt, nicht „Stadt, deren endgültiger Sta­tus noch aus­gepen­delt wer­den muss“. Es scheint doch so zu sein, dass die Real­ität sich nicht so ohne weit­eres mit diplo­ma­tis­chen Mit­teln und „Sprachregelun­gen“ aus der Welt schaf­fen lässt. Denn wenn „israelis­che Stadt“, dann ste­ht „Haupt­stadt“ wohl nichts im Wege. Jed­er weiß, dass Jerusalem die Haupt­stadt Israels ist, sog­ar der NDR und Wikipedia. Und aus­gerech­net Frau Merkel, die in unverbindlichen Son­ntagsre­den gern vom „Schutz Israels als Staat­srai­son“ spricht, hat da so ihre Prob­leme. Ich an Ihrer Stelle hätte das The­ma wie fol­gt behan­delt. „Liebe Land­sleute, der amerikanis­che Präsi­dent wird seine Botschaft nach Jerusalem ver­legen. Deutsch­land anerken­nt die Tat­sache, dass Israel Jerusalem als seine unteil­bare Haupt­stadt erk­lärt hat. Wenn unsere Botschaft den­noch in Tel Aviv verbleibt, dann nur deshalb, weil wir unsere Diplo­mat­en ein­fach nicht vom Strand weg­bekom­men kön­nen. Zu Empfän­gen und anderen Anlässen fahren wir gern eine Stunde bis in die Haupt­stadt.“

Das Märchen von Ost-Jerusalem.

Mit Teilun­gen ken­nt sich der Deutsche aus, denkt er. Hat er sel­bige doch in Land und Stadt (Berlin) erlebt und seine Märchen sind voll von hal­ben Kön­i­gre­ichen, die Prinzen als Lohn für tapfere Prinzessin­nen­ret­tun­gen und Drachen­tö­tun­gen erhal­ten. „Lasst den armen Palästi­nensern doch dieses Stückchen Ost-Jerusalem“, sagen sie gern und organ­isieren Palästi­na-Sol­i­dar­ität­skomi­tees. Doch was genau ist dieses „Ost-Jerusalem“ und seit wann wird dieser Teil der Stadt so genan­nt? Im Ergeb­nis des Krieges, mit dem Ägypten, Syrien und Jor­danien Israel anlässlich sein­er Grün­dung über­zo­gen, beset­zte die Jor­danis­che Armee 1948 nicht nur die West­bank, son­dern auch große Teile von Jerusalem. In der Idee, aus Jerusalem eine „neu­trale Stadt mit inter­na­tionaler Garantie“ zu machen, kam diese Besatzung und Aufteilung eben­sowenig vor, wie die israelis­che später! Der Teil der Stadt, auf den die Palästi­nenser nun Anspruch erheben, trüge auch zutr­e­f­fend­er den Namen Nord-Ost-Süd-Jerusalem, weil sich das restliche „West-Jerusalem“ nur wie eine Zunge in die Stadt schiebt. Die gesamte Alt­stadt und mit ihr auch die Klage­mauer und weit­ere heilige Stät­ten der Juden (und Chris­ten, btw.) liegen nicht im „West­teil“. Warum um alles in der Welt glaubt irgendw­er, die Araber hät­ten auf diese Stät­ten irgen­deinen Anspruch? Und auf welch­er rechtlichen Basis? Auf ein­er Besatzung aus dem Jahr 1948, die irgend­wie bess­er oder recht­mäßiger sei, als eine aus dem Jahr 1967? Und bevor sie jet­zt ein­wen­den, die inter­na­tionale Staatenge­mein­schaft würde den Juden doch sich­er Garantie für den Zugang zur Klage­mauer geben, über­legen sie gut: es ist näm­lich erst ein paar Monate her, dass die UNESCO in einem Beschluss verkün­dete, der Tem­pel­berg sei ALLEINIGES Kul­turerbe der Mus­lime. Den Grund, warum Tag für Tag Juden an der West­mauer ste­hen, um zu beten, hat­te man schlicht „überse­hen“, ignori­ert und geleugnet! Doch das war zu erwarten! Denn wenn die Juden eines aus der Geschichte gel­ernt haben, dann dass sie sich im Zweifel nur auf sich selb­st ver­lassen kön­nen. Deshalb wird fol­gen­des nie passieren: die Aufteilung von Jerusalem. Das ist noch um Größenord­nun­gen aus­geschlossen­er als die Frage, ob es ein wie auch immer geart­etes Rück­kehrrecht für Araber geben kann, welch­es diese als ihr „kul­turelles Erbe“ von Gen­er­a­tion zu Gen­er­a­tion weit­ergeben.

Tempelberg und Waqf.

Als die israelis­che Armee im Sechs-Tage-Krieg 1967 auch den Ost­teil von Jerusalem beset­zte, löste sie damit de fac­to nur eine andere Besatzung ab, näm­lich die der Jor­danier. Ganz Ost-Jerusalem? Nein! Ein klein­er aber wichtiger Fleck­en blieb davon ausgenom­men. Der ste­ht bis heute aus­drück­lich unter dem Schutz des jor­danis­chen Königs, welch­er die Waqf, eine religiöse Stiftung, mit der Ver­wal­tung und Kon­trolle der Moscheen auf dem Tem­pel­berg betraut hat. Nie­mand tastete den Felsendom oder die Al Aqsa Moschee an und das wird sich durch die Anwe­sen­heit der amerikanis­chen Botschaft auch nicht ändern!

Jerusalem ist die Hauptstadt Israels!

Ich gebe zu, ich bin in dieser Sache kein neu­traler Beobachter, son­dern partei­isch. Dass ich auf der Seite Israels ste­he bedeutet jedoch nicht, dass ich nicht anerkenne, in welch­er ver­fahre­nen Sit­u­a­tion sich auch die ara­bis­che Seite befind­et, ger­ade weil sie bish­er noch in jede Sack­gasse der Gewalt mit Voll­dampf hineinge­fahren ist. Die palästi­nen­sis­chen Araber im West­jor­dan­land und Gaza sind Geiseln ihrer unre­al­is­tis­chen Erwartun­gen, von Leg­en­den­bil­dung und Geschicht­sklit­terung und ein­er bis auf die Knochen kor­rupten Führungselite, die sich unge­niert die Taschen voll­stopft und die selb­st in den Bere­ichen voll­ständig ver­sagt, in denen sie die angestrebte Autonomie längst erre­icht hat. Jedes Zugeständ­nis Israels, ger­ade wenn es um Ter­ri­to­rien ging, wurde nicht als Zeichen der Entspan­nung, son­dern als Zeichen der Schwäche inter­pretiert. Israel hat den Südlibanon ver­lassen – die Ter­ro­ran­schläge und Rake­te­nan­griffe nah­men zu. Kaum hat­te Israel den Gaza-Streifen geräumt, etablierte sich dort ein islamistis­ches Ter­ror-Regime. In welche trübe Glaskugel muss man blick­en, um in der Teilung Jerusalems und israelis­chem Verzicht auf sein his­torisches Erbe den Frieden zu erblick­en? Und wo ist das Vor­bild in der Welt, das zeigt, wie zwei konkur­ri­erende islamistis­che Ter­ror-Organ­i­sa­tio­nen einen demokratis­chen Staat grün­den, und zwar in der Nach­barschaft genau des Volkes, dem sie bei jed­er Gele­gen­heit die Ver­nich­tung andro­hen? Richtig, irgend­wo zwis­chen „wird-nicht-passieren“ und „kannst-du-vergessen“!

Seit sein­er Grün­dung ist Israel im Krieg. Ein Frieden­sprozess, wie ihn die Welt gern her­beiredet, stellt sich nur durch kon­se­quentes Wegschauen und die Tat­sache ein, dass wir die Bedro­hungslage aus der Ent­fer­nung betra­cht­en. Ans­bach und Berlin sind uns näher als Netanya und Jerusalem. Natür­lich nehme auch ich mit einem mul­mi­gen Gefühl wahr, wie sehr sich das Leben in Israel mit den Jahren mil­i­tarisiert hat. Die Frage ist jedoch, was wäre die Alter­na­tive? Aufgeben? Die Waf­fen streck­en? Als recht­lose Min­der­heit unter Men­schen leben, die von Kindes­beinen an gel­ernt haben, dass Juden die “Nach­fahren von Affen und Schweinen” seien? Nein!

Es ist eben nicht alles ver­han­del­bar! Der Sta­tus von Jerusalem ist da ein gutes Beispiel, weil es die unteil­bare Haupt­stadt von Israel ist – wech­sel­nde Waf­fen­still­stand­slin­ien, Beset­zun­gen und Vertrei­bun­gen hin oder her. Es gibt keinen anderen, annehm­baren Sta­tus Quo, zu dem man wieder zurück­kön­nte, man muss die Tat­sachen anerken­nen. Ist das in allen Aspek­ten gerecht? Sich­er nicht! Aber war es “gerecht”, dass Gott den Men­schen aus dem Paradies ver­trieb, wie die Bibel sagt? Das bedeutet nicht, dass sie da je wieder hinkom­men. Das „Ost-Jerusalem“ (beson­ders in der Form, in der es definiert wird) je die Haupt­stadt Palästi­nas sein könne, ist aus­geschlossen.

Ach, übri­gens: ich grat­uliere auch den 1,8 Mil­lio­nen ara­bis­chen Israelis dazu, dass es endlich jemand gewagt hat, die Fak­ten anzuerken­nen und laut auszus­prechen. Jerusalem ist die Haupt­stadt aller Israelis, egal ob sie Juden, Moslems, Drusen, Bahai oder Chris­ten sind!

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4 Kommentare

    • Die EU bezahlt die Gehäl­ter der Angestell­ten der Fatah, die UNRWA betreibt die Bil­dung­sein­rich­tun­gen, ca. 500 NGO’s vor Ort acht­en unter­dessen darauf, dass die Israelis sich benehmen…soll ich weit­erre­den? Sie nen­nen es anders, aber es IST Schutzgeld!

  1. Deutsch­land hat sich nach Ende des WK2 1945 auch damit abfind­en müssen, dass ein Teil seines Ter­ri­to­ri­ums an andere Staat­en gegan­gen ist. Futsch ist futsch. Irgend­wann muss man sich mit Real­itäten abfind­en und aus dem Gegebe­nen das Beste machen.

    • Ihr Ver­gle­ich mit deutschen Ter­ri­to­rien ist nicht richtig: Weil Ost­preußen und Schle­sien vor den Vertrei­bun­gen jahrhun­derte­lang rein deutsch besiedelt gewe­sen waren. Das ist bei den Ter­riror­ien ganz anders, die die ‘Palästi­nenser’ für sich reklamieren: Dort hat noch vor 130 Jahren (Wüste und öde Sümpfe) kaum ein Araber gelebt, während seit­dem jedoch mehr und mehr Juden hereinka­men, um das Land frucht­bar zu machen und um es wieder zu bewohnen.

      Als nach dem ersten Weltkrieg das osman­is­che Reich dort ein staatlich­es Vaku­um hin­ter­ließ, wurde der östliche Teil des Ter­ri­to­ri­ums British Pales­tine für die lokalen Araber vorge­se­hen, während der kleine Teil west­lich des Jor­dans (20% von British Pales­tine) für die Juden vorge­se­hen war. Der Palästi­nenser­staat existiert also seit 1947!, der Name des Palästi­nenser­staates lautet seit­dem: Jor­danien.

      Nur wollen sich die Araber seit­dem nicht damit abfind­en, dass sie nicht ALLES bekom­men. Sie wollen aber so gern ALLES, während sie den Juden von je her GAR NICHTS gön­nen. Darum ruft die ara­bis­che Seite seit 1920, seit 1929, seit 1936 und seit 1948 prak­tisch dauernd zu “Tagen des Zorns” auf, damit mal wieder Juden ermordet wer­den. Denn im Koran ste­ht geschrieben, dass das Allah gefällt.

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