Was genau beklatschte Präsi­dent Stein­meier eigentlich, als er in Berlin in den Flieger stieg, nach Neumün­ster jet­tete, nur um dort die Fre­itagss­chulschwänz­er unter schwedis­ch­er Flagge zu besuchen? Und was genau find­et die Kan­z­lerin gut, wenn sie die Jugendlichen für ihr Engage­ment lobt? Ganz ein­fach: die Jugendlichen protestieren ja nicht gegen die aktuelle Poli­tik, sie feuern sie wie Cheer­leader vom Spielfel­drand an! Demon­stra­tio­nen gegen die Poli­tik unser­er Regierung tre­f­fen nicht auf der­art viel Wohlwollen. Das fast ein­hel­lige Poli­tik­er­lob für “Fri­days for Future” ste­ht in starkem Kon­trast zu den spöt­tis­chen Bemerkun­gen der Kri­tik­er, deren prak­tis­che Ver­nun­ft vor den Fol­gen des Schule Schwänzens warnt und die neg­a­tiv­en Effek­te höher gewichtet als den prak­tis­chen Nutzen der Demon­stra­tio­nen. Die aner­zo­gene deutsche Sen­si­bil­ität in Bezug auf den Umweltschutz – ein­er der weni­gen begrüßenswerten Fol­gen grün­er Poli­tik längst ver­gan­gener Zeit­en – erken­nt die Brüche im Han­deln der Kli­maret­ter von heute sehr klar. Denn unter­stellen wir für einen Moment, dass Kli­maschutz als ins Gigan­toman­is­che über­steigert­er Umweltschutz tat­säch­lich mach­bar wäre, dann sind doch let­ztlich fast alle in diesem Sinne getrof­fe­nen Maß­nah­men aus der Werkzeugk­iste der alten, grü­nen Umweltschützer entlehnt: Kon­sumverzicht, Indus­trieum­bau, Ver­bote, Gren­zw­erte, Strafen. Kon­sumverzicht jedoch ist, wie der Name schon ver­rät, eine indi­vidu­elle Entschei­dung, die kein­er staatlichen Reg­u­lar­ien bedarf. Zur Diät bei Flu­greisen, Klam­ot­ten, Kom­mu­nika­tion­stech­nik und anderen liebge­wonnenen und selb­stver­ständlichen Kom­mod­itäten mit großer CO2-Affinität ist jedoch (außer der heili­gen Gre­ta) offen­bar nie­mand bere­it, auch die Fre­itags demon­stri­eren­den Schüler nicht.

Ist es da ein Wun­der, dass die Kri­tik­er genüsslich die Worte der selb­ster­nan­nten Kli­maret­ter neben deren Tat­en leg­en, und hohn­lachend darauf ver­weisen, dass Grüne Wel­tret­ter wie Katha­ri­na Schulze um die Welt jet­ten, dass es nur so kracht oder die Fre­itags­demos der Schüler eine bre­ite Müll­spur in den Städten hin­ter­lassen, die lieben Kleinen von den Eltern mit dem Auto zur Kli­maret­tung chauffiert wer­den und anschließend die McDon­alds-Fil­ialen der Innen­städte leer­fut­tern? Zur Erin­nerung: die Idee, die Heizung am „Warmer-Pul­li-Tag“ herunter zu regeln, um das Kli­ma zu ret­ten, wurde in den Schulen ini­ti­iert, nicht in den eige­nen behaglichen heimis­chen Zim­mern der Jugendlichen. Dort bren­nt munter das Licht und wartet die PlaySta­tion im Stand­by auf den “Fri­days for Future” Heimkehrer, um im Cyber­space die näch­ste Zom­bie-Apoka­lypse abzuwen­den. Diese Inkon­se­quenz ist jedoch nur ein ober­fläch­lich­es Zeichen dafür, dass hier ger­ade etwas gewaltig aus dem Rud­er läuft. Entschei­den­der ist, an wen sich die Hand­lungsauf­forderung von “Fri­days for Future” tat­säch­lich richtet. Diese Bewe­gung ist näm­lich nur die Sim­u­la­tion ein­er Gras­roots-Bewe­gung, vielmehr fordert sie ein gnaden­los­es Top-Down-Durch­greifen der Macht. Es han­delt sich somit um das Gack­ern von Frei­land-Hüh­n­ern, die um Käfighal­tung bet­teln.

Handlungsaufforderung an die Politik, nicht an den Bürger

Die Fla­gel­lanten, die im Hochmit­te­lal­ter durch deutsche Städte zogen, um das vorge­blich sündi­ge Volk zu Reue, Buße und Umkehr zu gemah­nen, schlu­gen sich noch selb­st. Nur Reflek­tion und innere Einkehr über­ließen sie dem Pub­likum. Die moralis­che Peitsche der Kli­makids richtet sich nur mit­tel­bar gegen sich selb­st, der Adres­sat ist die Poli­tik. Die soll „endlich han­deln“, Ver­bote erlassen, CO2-Emis­sio­nen ver­bi­eten, die Indus­trie umbauen und den Verkehr gle­ich mit. Es han­delt sich also zu 100% um die Be- und Ver­stärkung genau jen­er Agen­da, die seit Jahren auf der poli­tis­chen Tage­sor­d­nung ste­ht. Die Kinder sind also gewis­ser­maßen die Cheer­leader und Herolde jen­er Poli­tik­er, die seit Jahren von Klimagipfel zu Klimagipfel tin­geln und dort nichts erre­ichen, weil nichts zu erre­ichen ist. Das Phänomen, dass Demon­stra­tio­nen, statt Regierungskri­tik zu üben, im Grunde ihre Anhänglichkeit an die Agen­da der Obrigkeit bekun­den und die Regierung in ihrem Han­deln noch bestärken und anfeuern, ken­nt man son­st vor allem aus Despo­tien.

Systemwechsel als Endziel

Kli­ma-Demo in Graz, 15.3.2019

Im Gegen­satz zur Poli­tik, die uns seit Jahren das Märchen vom ökol­o­gis­chen Wan­del in ein emis­sions­freies Utopia bei gle­ichzeit­iger Bewahrung des west­lichen Wohl­standes erzählt, zählen die Jugendlichen eins und eins zusam­men und sind längst kon­se­quent auf dem Marsch in den total­en Sys­temwech­sel. Sie haben erkan­nt – und das ist wom­öglich das größte Ver­di­enst der Fre­itagsmärsche – dass ihre Ziele sich nur umset­zen lassen, wenn der reg­ulierende Staat Zugriff auch noch in die let­zten und pri­vat­esten Winkel des Lebens sein­er Bürg­er erlangt – und die Poli­tik würde nur zu gern liefern, bedeutet jede Reg­ulierung, jede Ini­tia­tive und jedes neue Min­is­teri­um doch einen Machtzuwachs, neue Steuern und neue Ämter-Pfründe für die Parteien und ihre Appa­rate.

In ein­er frei­heitlichen, von Indi­vid­u­al­is­mus und unveräußer­lichen Bürg­er­recht­en geprägten Gesellschaft ist dies nicht zu erre­ichen. Der „totale Sys­temwech­sel“, hin­ter dessen Plakat­en die Jugend fol­gerichtig marschiert, ist nichts anderes als die „Über­win­dung des Kap­i­tal­is­mus“ und der Wech­sel zum Sozial­is­mus. Ver­bun­den mit der geforderten Decar­bon­isierung wäre aber sich­er nicht ein venezue­lanis­ch­er oder sow­jetis­ch­er Weg denkbar, denn die kön­nen oder kon­nten sich über­haupt nur auf­grund des Verkaufs bös­er fos­siler Energie über Wass­er hal­ten. Die logis­che Kon­se­quenz gliche am Ende wohl eher dem Kam­bod­scha Pol Pots, also ein­er steinzeitlich-agrarischen Gesellschaft der absoluten Gle­ich­heit mit kleinem aber blutigem CO2-Fußab­druck.

Das gesellschaftliche Exper­i­ment des Sozial­is­mus ste­ht im Kleinen natür­lich jedem frei und wenn sich, sagen wir fün­fzig Schüler ein­er Berlin­er Realschule dazu entschließen soll­ten, eine Kom­mune von selb­stver­sor­gen­den Biobauern kathar­sis­chem Kon­sumverzicht zu grün­den und dieses Mod­ell Furore machen sollte, ist nichts dage­gen zu sagen. Eben­so wie gegen dessen sehr wahrschein­lich­es Scheit­ern, welch­es dann nur die paar Hand­voll sein­er Anhänger beträfe. Doch die Schüler fordern den Abriss der Mark­twirtschaft unmit­tel­bar von der Poli­tik, also von oben und am besten gle­ich für die ganze Welt. Von Frei­willigkeit ist da keine Rede mehr und die Spur der Ver­wüs­tung in der Gesellschaft im Falle des sehr wahrschein­lichen Scheit­erns wäre allum­fassend.

Etatismus: der Staat soll es machen, er weiß es besser

Gre­tas Kli­makinderkreuz­zug ist offen­bar dor­thin abge­bo­gen, wohin uns die Poli­tik der Kli­maret­tung tat­säch­lich führen möchte: in Etatismus und Sozial­is­mus und eine Zeit, in der sog­ar Todesstrafen für ide­ol­o­gis­che Abwe­ich­ler (hier für “Kli­maleugn­er”) wieder denkbar sind. Aus Angst, keine Zukun­ft zu haben, ren­nt die Jugend also sehen­den Auges in Bevor­mundung und staatliche Knechtschaft. Wir soll­ten dankbar dafür sein, dass uns die Jugend noch rechtzeit­ig die Werkzeuge sehen lässt, mit denen sie ihre Zukun­ft vom Staat gestal­ten lassen möchte. Denn zum Glück gibt es genü­gend Men­schen, die die Wirkung von Ham­mer und Sichel noch am eige­nen Leib zu spüren bekom­men haben.

Wie dem Leser bekan­nt sein dürfte, gehöre ich zu jenen, die den Kli­mawan­del für eine Naturkon­stante hal­ten, mit der die Men­schheit fer­tig wer­den kann, wie sie dies seit tausenden Jahren schon tut, als sie noch Geis­ter und Göt­ter für der­lei Unbill ver­ant­wortlich machte und zäh­neknirschend aber stoisch das ertrug, was die Natur unbestellt lieferte. Wenn ich jedoch wählen müsste zwis­chen dem sozial­is­tis­chen Umbau der Welt und ein­er 3°C Erwär­mung der Erde, deren Fol­gen eine inno­va­tions­freudi­ge und leis­tungs­fähige Mark­twirtschaft und frei denk­ende und han­del­nde Men­schen in den Griff bekom­men müssen, set­ze ich meine Hoff­nun­gen nicht auf den immer wieder gescheit­erten Sozial­is­mus, auch wenn er im Gewandt der Kli­maret­tung daherkommt. Die Kli­maalarmis­ten hät­ten ohne den Kap­i­tal­is­mus wed­er die Tech­nolo­gie noch die Mit­tel oder die Begriffe, mit denen sie heute an der Abschaf­fung der Mark­twirtschaft und der Ret­tung des Kli­mas arbeit­en.

PS: „Fol­low the Mon­ey“ ist natür­lich auch bei „Fri­days for future“ ein wichtiger Hin­weis. Dazu kommt meine Auf­forderung, bei deutschen Poli­tik­ern auch der Schleim­spur zu fol­gen, die diese bei ihrer Lob­hudelei hin­ter­lassen. Das Schlimm­ste näm­lich, was dem Anliegen der Kli­makids geschehen kon­nte, war es, sich argu­men­ta­tiv von Anton „Ähm-Ähm“ Hofre­it­er vertei­di­gen lassen zu müssen. Dieses Hofre­it­er-Inter­view mit dem DLF am 15.3.2019 soll­ten Sie sich unbe­d­ingt anhören, herun­ter­laden und gut auf­be­wahren.

Vorheriger ArtikelIch weiß, was du letzten Samstag getan hast!
Nächster ArtikelDurch die Blume – am Thema Antisemitismus vorbei

17 Kommentare

  1. Zumin­d­est hier in Berlin ist der Kli­mawan­del mit­tler­weile Teil des Lehrplans. Aus dem gel­tenden Schulge­setz §3 Abs. 3.6 ler­nen wir:

    “Schulis­che Bil­dung und Erziehung sollen die Schü­lerin­nen und Schüler ins­beson­dere befähi­gen, ein Ver­ständ­nis für Ursachen und Auswirkun­gen des Kli­mawan­dels sowie die notwendi­gen Anpas­sun­gen an dessen Fol­gen zu entwick­eln, Maß­nah­men zum Kli­maschutz zu erfahren und die eigen­ständi­ge und ver­ant­wor­tungs­be­wusste Umset­zung solch­er Maß­nah­men im All­t­ag zu erler­nen.”
    (http://gesetze.berlin.de/jportal/?quelle=jlink&query=SchulG+BE+%C2%A7+3&psml=bsbeprod.psml&max=true)

    So kann man die Kli­made­mo also eigentlich als Exkur­sion im Pro­filkurs “Kli­maschutz” betra­cht­en, oder?

  2. Für mich ist das eine Folge der vie­len „Bil­dungsre­for­men“. Mil­lio­nen von Müt­tern forderten, dass auch ihr mit grauen Zellen nicht so reich aus­ges­tat­teter Nach­wuchs das Abitur machen kann und dass die männlichen The­men – Math­e­matik, Physik, Chemie, Tech­nik – zurück­ste­hen müssen zugun­sten von einem hal­ben Dutzend weib­lichen Qual­i­fika­tio­nen: Philoso­phie, Psy­cholo­gie, Poli­tolo­gie, Sozi­olo­gie, Malen, Sin­gen, Tanzen, Klatschen – am besten mit vollem Lohnaus­gle­ich für jene, die selb­st daran scheit­ern.

    Die Anforderun­gen sinken von Lehrplan zu Lehrplan, die Abi­turi­en­ten­quote steigt ins uner­messliche. Intu­itiv spüren die jun­gen Men­schen, dass sie kaum mehr etwas kön­nen. Ein Sinken der Reife tut das Ihrige, durch steigen­den Medi­enkon­sum und sink­ende reale Erfahrun­gen. Dazu kommt ein Über­hand­nehmen krankhafter Mut­ter-Kind-Paarbindung; de fac­to soziale also Ver­wahrlosung durch sys­tem­a­tis­che Unter­forderung.

    So wird die Jugend in ein­er konz­ertierten Aktion zu Angsthasen kon­di­tion­iert. Baby­boomer sind noch sel­ber auf Bäume gek­let­tert, die Gen­er­a­tion Y teilt unter #TreeChal­lenge Videos, wo ein­er auf einen Baum klet­tert, und die Schneeflöckchen tun es als Ver­schwörungs­the­o­rie ab, dass ange­blich schon mal jemand auf einen Baum gestiegen sei. Früher war mehr Risiko, früher war mehr Reife.

    Bevor nun Mamas Lieblinge ihren Mann ste­hen – was sie zum Großteil nicht mehr kön­nen – wer­den sich die ver­hätschel­ten Wohl­stands­früchtchen jedem als Erfül­lungs­ge­hil­fen anbiedern, der behauptet nur ihr Bestes zu wollen. So wie die Wan­der­vo­gel­be­we­gung damals, in der schlecht­en alten Zeit.

  3. Um die bei den Demos ver­säumte Wis­sensver­mit­tlung auszu­gle­ichen, schlage ich vor, alle Teil­nehmer eine kleine Klasse­nar­beit schreiben zu lassen: “1) Aus­gangssi­t­u­a­tion : 90 % des Welthandels wer­den auf den Ozea­nen und Bin­nen­meeren der Erde durch 60 000 Schiffe abgewick­elt. Diese wer­den aus­nahm­s­los durch die Ver­bren­nung von Schw­eröl angetrieben, wobei giftige, für Men­sch und Umwelt schädliche Schwe­felox­ide freige­set­zt wer­den. Von diesen Schwe­felox­i­den geben allein die 15 größten Frachtergi­gan­ten jährlich bere­its mehr in die Atmo­späre ab, als alle Auto­mo­bile dieser Welt. 2) Auf­gabe: Wieviele Ladesäulen wür­den bei ein­er Umstel­lung auf Elek­troantrieb für die 60 000 Schiffe benötigt? Wo und wie sollen sie aufgestellt wer­den? Wer soll die Kosten der Umstel­lung tra­gen?”

  4. Puh, da bin ich froh, dass dieses lei­di­ge The­ma Zuwan­derung wohl vom Tisch ist. Man hört ja nichts mehr davon. Wird jet­zt wohl alles gut sein.
    Gibt ja auch wichtigeres. Gre­ta und so. Fre­itags schwänzen, biss­chen Bun­deswehr. Das Migra­tionsprob­lem hat man ja anscheinend in den Griff bekom­men. Die Regierung hat 11 uner­laubte Gren­züber­tritte in Bay­ern vere­it­eln kön­nen und die Gork Fock wird bald wieder zusam­menge­baut. Also, geht doch.
    Merkel und Stein­meier kön­nen sich nun wieder feierm lassen. Likes sam­meln. Endlich haben wir wieder eine Kan­z­lerin. Sog­ar eine Kli­makan­z­lerin und eine­nen Präsi­den­ten für die Jugend.
    Bald ein Fün­f­tel der Deutschen wählt grün. Echt knorke. Nur schade mit dem Thom­my und sein­er Thea. Irgend­was ist immer.
    Trotz­dem: Schönes neues Deutsch­land.

  5. Wenn es unserem Bun­de­spräsi­den­ten ernst mit Umweltschutz und Kli­ma wäre, wäre er nicht in seinem Flieger nach Neumün­ster gejet­tet.
    Diesem poli­tis­chen Dress­man geht es nur darum, auf einen weit­eren Main­streamzug aufzus­prin­gen, um für ein paar tolle Bilder mit den Kids zu posieren, um Likes in den Social Net­works, um Pub­lic­i­ty.
    Ein echt­es Vor­bild würde auf den Kom­fort und das ganze Spek­takel verzicht­en. Dieser Ober­heuch­ler von Merkels Gnaden, dieser bestens abgesicherte Besser­men­sch erster Klasse …
    Fein stink­endes Fis­chfilet Stein­meier selb­st hin­ter­lässt an einem Tag eine CO2-Spur, die andere in ihrem ganzen Leben nicht fer­tig brin­gen.
    Weg mit diesem Amt des Gutentagonkels und wir sparen Unmen­gen an CO2!

  6. Hm. Ich erin­nere mich noch an den Rat­ge­ber “Lieber krank feiern als gesund schuften”, in dem erk­lärt wurde, wie man vor einem Arzt eine Rei­he von Krankheits­bildern simuliert, um so eine Krankschrei­bung zu erwirken. Ich mochte diese Art von Rat­ge­bern immer sehr. Wäre es nicht an der Zeit, einen solchen Rat­ge­ber zu schreiben, in dem man Schülern das Wis­sen ver­mit­telt, wie sie auf poli­tisch kor­rek­te Weise die Schule schwänzen kön­nen? Da geht doch noch viel mehr, als nur ab und zu mal eine Fre­itags­de­mo. Wenn man den Kli­mawan­del als Richtschnur nimmt, fall­en mir lauter Recht­fer­ti­gun­gen fürs Schuleschwänzen ein, die sich auf dem sel­ben Niveau bewe­gen. Sog­ar für jedes Fach mehrere. Die Schüler kön­nten mit einem solchen Man­i­fest sog­ar stun­den­weise protestschwänzen. Man kön­nte die Sortierung an Grün­den auch etwas aus­ge­wo­gen­er gestal­ten, damit inter­essierte Schulschwänz­er, denen der Kli­mawan­del am Arsch vor­bei geht, sich auch einen anderen Grund ger­aus­pick­en kön­nen, der mehr zu ihnen passt. Es ist ja nicht fair, dass Schüler dazu gezwun­gen sind, entwed­er im Namen des Kli­mawan­dels zu schwänzen, oder gar nicht zu schwänzen.

    Das wäre doch super. Vor allem deshalb, weil das Pro­pa­gan­dapoten­zial von Schülern noch über­haupt nicht aus­geschöpft ist. Es gibt noch so viele andere Ide­ale, in deren Namen sie protestschwänzen kön­nen. Frei­heit wäre sog­ar eins davon.

    • Ob die Schulen wohl beim “Schwänzen für die Frei­heit” oder “Fri­days for Free­dom” auch so großzügig wären?

      • Man kön­nte es aus­pro­bieren.

        Mal abge­se­hen davon, was kön­nte eine bessere Partei­wer­bung für Nach­wuch­swäh­ler sein, als den Kids ein­fach mit irgen­dein­er Demo jeden Tag in der Woche Schul­frei zu ver­passen? Ide­al­er­weise noch mit einem Zelt mit lauter XBox­en, auf denen sie GTA/Red Dead Redemtion/Fallout/Minecraft zock­en kön­nen. Sollte es nen Red­ner geben, kön­nte dieser seinen Zuhör­ern dann auch gle­ich demon­stri­eren, dass die anderen Parteien ihre Wäh­ler­stim­men viel teur­er einkaufen, also Steuergelder ver­schwen­den.

        Nicht, dass ich etwas von Parteien halte, oder von Demokratie, aber ich wollte es anmerken.

  7. Cheer­leader der Macht — Frei­land­hüh­n­er, die um Käfighal­tung bet­teln. Ich finde den Artikel erhel­lend und überzeu­gend. Zweifel anmelden möchte ich in einem Punkt: Ich glaube nicht, daß auch nur fünf Prozent der kindlichen Kreuzrit­ter und Kreuzrit­terin­nen durch­schauen, wem ihr Blödsinn eigentlich nutzt. Sie plap­pern ein­fach nach, was die Mächti­gen und das Asperg­er-Maskottchen ihnen vor­plap­pern und fühlen sich anson­sten Wohl in der Gemein­schaft der “Anständi­gen”. Das genügt m.E., um den Spuk zu erk­lären. Sie bet­teln um Käfighal­tung, ohne es zu wis­sen. Sie wer­den also im schlimm­sten Sinne von unseren geliebten Sys­temträgern ver­führt und mißbraucht.

  8. Lieber Roger,
    wenn unter dem Deck­man­tel des “Kli­maschutzes” der Kom­mu­nis­mus heim­lich, still und leise wieder heimkehren soll, wird das Land, der ganze Kon­ti­nent bren­nen. Die “NWO” wurde als Spökenkiek­erei lächer­lich gemacht, jet­zt ist sie nahezu an der Macht. Nicht Mith­il­fe feindlich­er Armeen, son­dern Mith­il­fe großer Teile des eige­nen Volkes, die bis zum Irrsinn indok­triniert und verblödet wor­den sind. In kürzester Zeit wird in diesem Land der Bürg­erkrieg umfassend herrschen, im “moleku­laren Bere­ich” ist er ja schon längst da. Unter den ein­fachen Bürg­ern brodelt die Wut, es bedarf noch ein, zwei Funken, bis hier alles in die Luft fliegt. Und sage kein­er, er hätte das nicht geah­nt. Viele Grüße und danke für den sehr guten Artikel.

  9. Sozial­is­mus-. Was ist denn so ver­flixt anziehend am Sozial­is­mus? Warum wurde aus Ernest Cal­len­bachs schlechtem, plaka­tivem, kitschigem, selb­st­gerechtem und red­seligem Roman “Eco­topia” (1975) ein Best­seller? Der hat mit Anar­chis­mus ganz Kali­fornien zu einem Öko­topia umge­baut immer­hin. Aber von Anar­chis­mus redet anno 2019 kein­er mehr, wie?, viel zu indi­vid­u­al­is­tisch, gar lib­ertär, wom­öglich rechtsab­we­ichend.
    Also wollen die Lehrer, der Fre­itags-Schwänz­er, die Eltern und die Schwänz­er Sozial­is­mus. Was ist denn so ver­flixt anziehend an leeren HO-Geschäften, all­ge­meinem Dachrin­nen­man­gel (sodass Haber­stadt, Greif­swald usf. fast kom­plett zusam­mengestürzt sind), Erichs Lam­p­en­laden in Berlin, einem Gewim­mel von Staats-Spitzeln über­all, und Selb­stschus­san­la­gen an den Gren­zen? Ach und hun­dert Mil­lio­nen Ermordete. Die sollte man ja auch nicht vergessen.

    Jaja, das war alles kein Sozial­is­mus. Mao, Stal­in, Enver Hoxa, Breschn­jew, Che Gue­vara, Krenz usf. waren nicht der wahre Sozial­is­mus, oder der nationale Sozial­is­mus. Aber jet­zt!, jet­zt machen wir den. Also den inter­na­tionalen oder so. Ach egal. Haupt­sache endlich wieder Sozial­is­mus.

    • Was ist denn so anziehend am Sozial­is­mus?
      Die Möchte­ger-Wel­tret­ter durch Sozial­is­mus (wovor auch immer sie die Welt akuell ret­ten wollen) kön­nen mit der The­o­rie des Sozial­is­muss­es selb­st fes­tle­gen, was Gut und Böse zu sein haben; für sich und für andere — und im prak­tis­chen Sozial­is­mus die “Bösen” dazu zwin­gen, das “gute” zu tun. Absolute moralis­che Autorität ist ver­dammt sucht­ge­fährdend.

  10. Wie g’sagt, ich habe mir die knapp 10 Minuten ange­tan. Ist dieses Inter­view ein Fake oder hat es tat­säch­lich so stattge­fun­den?
    Ich ver­mute eher Let­zteres. Da kann man als alter Latin­er nur ein silen­tium triste aus­rufen.
    Ich bin nor­maler­weise ein pos­i­tiv denk­ender Men­sch, der sich nicht so schnell aus der Fas­sung brin­gen lässt.
    Was aber hier vorge­führt wird, lässt mich jedoch fas­sungs­los wer­den.
    Dieses Beispiel zeigt ein­dringlich, wie sich Poli­tik und Gesellschaft in den let­zten Jahren entwick­elt haben. Es darf zu bes­timmten The­men nicht mehr disku­tiert wer­den, son­dern es muss eine Hal­tung gezeigt wer­den. Wenn die Real­itäten nicht zur Hal­tung passen, ist nicht die Hal­tung zu mod­i­fizieren, son­dern die Real­itäten sind anzu­passen. Wer Real­itäten vorträgt ist Sek­tier­er, Leugn­er oder schlimm­sten­falls ein Nazi. Unter­stützt wird diese Entwick­lung von relotieren­den Mod­er­a­toren und Schreibern im Main­stream.
    Wie soll es weit­erge­hen?

    • Lieber Herr Trilling,
      ich habe das Inter­view gehört und kann bestäti­gen, dass es so stattge­fun­den hat.
      Mir hat die Behar­rlichkeit des Inter­view­ers gefall­en und ich war erstaunt, wie sprach­los und unpro­fes­sionell Herr Hofre­it­er auf­trat.
      Vielle­icht ist er es nicht gewohnt, auch mal Gegen­wind zu bekom­men?

Kommentarfunktion ist geschlossen.