New York ist derzeit weltweit die Stadt, welche am stärksten von den Auswirkungen der Pandemie betroffen ist. Nicht nur, dass immer noch Tag für Tag etwa 800 Menschen (mutmaßlich) durch das Virus zu Tode kommen, die Ausmaße eines „Shutdown“ auf eine Metropolregion von knapp 20 Millionen (Stadt: 8,3 Millionen) ist auch sonst kaum mit dem zu vergleichen, was Deutschland derzeit ertragen muss. Berichten zufolge gibt es lange Schlangen an den noch geöffneten Supermärkten und in manchen Geschäften muss man beim Betreten ein Ticket mit Zeitstempel ziehen. Wer nach zehn Minuten noch nicht an der Kasse ist, bekommt Probleme. Ich will hier aber wie schon oft gesagt nicht die Maßnahmen gegeneinander abwägen, die verschiedene Länder, Städte oder Staaten treffen. Vermutlich wird man am Ende alle mit den Attributen zu hart, zu weich, zu schnell, zu langsam, zu teuer, zu spät, zu viel und zu wenig belegen können und läge immer richtig. Ich hatte bei anderer Gelegenheit schon die Befürchtung geäußert, die Menschheit werde auch nach der Krise nicht von ihren ideologiegesteuerten Lieblingsprojekten lassen, weil die ja alle nichts weniger als die Rettung der Welt zum Ziel haben. Was soll daran schon falsch sein!

Die einen wollen das Klima retten, die nächsten den einzig wahren Glauben für alle verbindlich machen, wieder andere haben es zu ihrer Lebensaufgabe gemacht, Trumps Wahl am besten noch rückwirkend für 2016 zu verhindern. Für alle von ihrer jeweils passenden Ideologie bis unter die Schädeldecke angefüllten Menschen gilt indes – ihre Mittel betreffend – eine quantitative Maxime, die sie sich von Mario Draghi geliehen haben könnten: „koste es was es wolle“. Diese zutiefst gesinnungsethische Parole steht auf interessante Weise auch für zwei „humanitäre“ Großprojekte des wohlmeinenden Teils der Menschheit auf dem Prüfstand und hält der verantwortungsethischen Perspektive kaum stand. Nur soviel vorweg: Menschenleben spielen in beiden Beispielen gesinnungsethischer Hybris kaum eine Rolle.

Eins – Die Klimarettung oder „Wollt ihr die totale Dekarbonisierung“

Zu den oft herbeigeschriebenen „positiven Effekten der Pandemie“ gehört der gebremste Energieverbrauch und die in jeder Hinsicht verringerten Emissionen von Schadstoffen und CO2. Kein Wunder: Handel, Handwerk, Industrie, Logistik und Tourismus liegen am Boden. Bekanntlich möchten grüne Politiker wie Robert „wer nix zu fressen hat, soll eben seine Ölheizung austauschen“ Habeck und Aktivisten der F4F-Bewegung die Corona-Pandemie gern irgendwie mit der Klimarettung verbinden. Auf der Aktivisten-Plattform CarbonBrief.org warnen Experten schon mal davor, dass sich die Emissionen schnell „erholen“ könnten, sobald die Krise beendet sei.

Auch stellt man dort fest, dass die geschätzten 1.600 Millionen Tonnen geringeren CO2-Emissionen durch den weltweiten Shutdown nicht ausreichen würden, um dem 1,5°-Ziel von Paris in diesem Jahr näher zu kommen. Dafür müssten es schon 2.200 Millionen Tonnen pro Jahr sein. Gut, dass die Menschheit nun auch empirisch eine ungefähre Vorstellung davon hat, wohin die Reise gehen soll! Im Folgenden legt der Artikel dar, wie schwierig die Abschätzung der tatsächlichen Reduktion in diesem Jahr sei. Etwa seien die britischen Zahlen für den Ölverbrauch der Wirtschaft im Januar zwei Monate zu spät bekannt gegeben worden. Auch wisse man natürlich noch gar nicht, wie lange der Shutdown andauern werde. Überhaupt sei alles so komplex, der Winter war zu mild, man heize auch weniger in Europa und sogar der Stromverbrauch sei doch irgendwie temperaturabhängig. Ich erspare Ihnen weitere Details, Sie können ja selbst nachlesen. Ich habe hier nur zwei eher qualitative Anmerkungen zum Artikel und der Weltklimarettung ganz allgemein.

  1. Es sind prinzipiell dieselben Leute, die einerseits mit den aktuellen Daten zu Stromverbrauch, BIP und dem Zustand der Weltwirtschaft keine genauen Berechnungen anstellen können, wieviel weniger CO2 die Menschheit dieses Jahr erzeugen wird. Andererseits geben sie vor genau zu wissen, dass die Energiewende eine gute Idee ist und die Menschheit pro Jahr 2.200 Millionen Tonnen CO2 einsparen muss, weil dadurch das Klima in 50 Jahren 2°C kühler ausfallen werde, als sie es heute vorhergesagt haben. Zeit scheint für Klimaretter generell keine echte Rolle in den Berechnungen, Schätzungen und Modellierungen zu spielen. Weder wenn sie kurz, noch wenn sie sehr lang ist. Die Gewissheit, richtig zu liegen, kennt keine Unsicherheiten.
  2. Ein jetzt schon mehrwöchiger Shutdown beinahe der gesamten Welt, der – und soviel steht jetzt schon fest – einen Kahlschlag in der gesamten Wirtschaft, eine höchst unwillkommene „Grenzerfahrung“ für Gesundheitssysteme, Lieferketten und die Psyche von Milliarden Menschen bedeutet und der Riesenlöcher in die Privat- und Staatshaushalte reißen wird, reicht also nicht mal annähernd aus, um jene Einsparungen zu erreichen, welche Klimaretter und -hüpfer der Menschheit dauerhaft aufladen wollen. Also ich finde das höchst bemerkenswert und würde später gern mal ein paar Stimmen der Freitagskinder zur „Abwägung“ einfangen, dass es im Grunde jedes Jahr eines umfangreichen Shutdowns bedürfte, um ihre Klimaziele zu erreichen! Ob sechs Wochen Schulausfall durch ein Jahr regulären Freitagsunterricht ausgeglichen werden können? In unseren Schulen ist das Toilettenpapier übrigens gratis.

Zwei – Trump oder Coronavirus?

Der amerikanischer Dokumentarfilmer Ami Horowitz betreibt den YouTube-Kanal „Ami on the Streets“ und hat meiner Meinung nach einen sehr eigenen „Humor“. Er kandidierte beispielsweise 2019 bei den Demokraten für die Nominierung zur Präsidentschaftswahl mit der Begründung, alle anderen Kandidaten der Dems seien verrückt. Nun, bekanntlich wurde nichts aus der Kampagne, Horowitz zog sich schon im Juli 2019 aus dem Rennen zurück und ob sich der Gesundheitszustand der restlichen Kandidaten gebessert hat, ist unbekannt.

In der aktuellen Corona-Pandemie ging er für seinen YouTube-Kanal in die wie ausgestorben wirkenden Straßen von New York (East Village, Manhattan) und stellte den wenigen Passanten eine sehr suggestive Frage. Der „Deal“, wie er es nannte, war folgender: „Würden sie einen sehr viel längeren Corona-Shutdown, der außerdem noch viel schlimmer würde als er eh schon ist, zustimmen, wenn dies Trump die Wiederwahl kosten würde?“ Kurz: Trump oder Coronavirus, was wählen Sie?

Nun ist New York sicher generell für Umfragen rund um das Thema „Trump“ ein berechenbares Pflaster, aber der verantwortungsethische Hintersinn der Frage ist offensichtlich. Wie weit würden wohl Abneigung, politische Gegnerschaft oder persönlicher Hass gehen (es ist ja denkbar, dass jeder der Befragten sich von Trump schon mal den Satz „Your’e fired!“ anhören musste), um es dem Rüpel im Weißen Haus heimzuzahlen?

Für den Fall, dass jemand diesem „Deal“ zustimmen würde, hatte Horowitz gleich die nächste Frage parat: Wie viele Todesopfer durch die verlängerte Corona-Epidemie würden sie umstimmen? Der Anteil derjenigen, die diesen „Deal“ angenommen hätten, bildete laut Horowitz die Mehrheit. Hier das Video, in dem zum Glück auch vernünftige Leute zu Wort kommen. Den letzten Typen fand ich besonders bemerkenswert, obwohl er meiner Meinung nach nur das Offensichtliche sagt.

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Ich möchte unterstellen, dass die Befragten in dem Moment ja nicht vor einen echten „Deal“ gestellt wurden. Es war nur ein Gespräch, eine Möglichkeit, die eigene skrupellose Gesinnung kristallklar strahlen zu lassen. Vielleicht noch am ehesten vergleichbar mit dem, was manche Leute auf Twitter und Facebook in mentaler Triebabfuhr von sich geben. Obwohl…ist Lex Steinmeier nicht längst unter der Überschrift „aus Worten werden Taten“ in die deutsche Gesinnungsgesetzgebung eingeflossen…? Und vielleicht sind Taten simulierende Worte in den Augen so mancher unserer Lauterbäche oder Schwesige ja weniger verwerflich, wenn sie nur „den Richtigen“ treffen…? Aber träfe es denn wirklich die Richtigen, wenn das Ende der Trump-Präsidentschaft mit Menschenleben erkauft wäre? Wir sollten das unbedingt im Auge behalten, nicht dass hier am Ende noch mit zweierlei Maas gemessen wird!

Meiner Meinung nach schlummert in den meisten Menschen am Ende jedoch ein gewisses Maß an Verantwortung, dass sich der kalten, kristallenen Gesinnung in den Weg stellen würde, wenn es tatsächlich zum Schwur käme. Das hoffe ich! Psychopathen aller Couleur einmal ausgenommen. Die Entscheidung, dass man fünf, tausend oder eine Millionen Tote billigend in Kauf nähme, wenn nur dieser fürchterliche Trump etwas früher verschwände, der ja so schlecht sei für die Welt, hat nämlich eine entscheidende Schwäche: warum sollte man sich einen Präsidenten wünschen, der nur um den Preis von Millionen Menschenleben zu haben wäre, um einen anderen zu ersetzen, der zwar niemanden getötet hat, dessen Haarfarbe, Benehmen und Partei einem aber nicht passen? Warum wäre der neue dann besser? Und wie kommt es, dass man Trump einerseits vorwirft, das Virus zu lange verharmlost zu haben, (was nicht gänzlich falsch ist, aber für die meisten Politiker weltweit und die WHO gleichermaßen gilt) und das Virus andererseits freudig begrüßen nehmen würde, um ihn loszuwerden? Das ergibt doch irgendwie keinen Sinn, oder? Und wer entscheidet eigentlich, wer sterben müsste, um Trump loszuwerden?

Wo Gesinnung verhärtet, endet Humanität

Auch im zweiten Beispiel siegen also (oft) die „reine Gesinnung“ und die „perfekte Idee“ über alle Bedenken und Zweifel, ja, sogar über die Humanität selbst. Im Angesicht der absoluten Wahrheit haben Zweifel zu schweigen. Vielleicht habe ich deshalb so große Probleme mit absoluten Wahrheiten, weil ich meine Zweifel nie ganz unterdrücken kann. Ich habe Zweifel an den Decarbonisierungsgewissheiten der Aktivisten und ihrer Hofwissenschaftler, Zweifel an den Quarantänemaßnahmen, die mir die empathieloseste aller denkbaren Regierungschefinnen vorliest. Ich habe auch Zweifel daran, ob ein anderer Präsident in den USA es derzeit auch nur ansatzweise besser machen würde, Zweifel auch, dass dieser Artikel auch nur das Geringste bewirken kann – um nur einige zu nennen. Aber diese Zweifel haben auch ihr Gutes, denn sie halten mir jede sich verfestigende und eitel leuchtende Gesinnung vom Hals, die das Leben oberflächlich betrachtet so einfach macht, weil alles so schön klar und in Gut und Böse eingeteilt ist.

Verantwortungsethik setzt manchmal das eigene Leben ein, nämlich dann, wenn man Verantwortung wortwörtlich übernimmt. Gesinnungsethik hingegen spielt ohne Zögern auch mit dem Leben anderer, solange dies nur dem höheren Ziel dienlich ist. In der aktuellen Krise erkennen wir, dass das Spiel nie ein Spiel war. Es kann nicht nur das eigene, sondern auch das Leben von nahen Verwandten und Freunden auf der Kippe stehen – spätestens da hört aber für die meisten der Spaß auf. Man muss es also eigentlich nur auf diese Schwelle der Erkenntnis schaffen.

Um das zu begreifen und die Verantwortung zu spüren, müsste man den Menschen einen echten „Schalter“ in die Hand drücken können und von ihnen verlangen, das eigene leichtfertige Urteil laut und vor Zeugen auszusprechen und durch Umlegen des Hebels auch zu vollstrecken. In der Konsequenz mindestens mal an sich selbst. Und sei es nur durch „Nichtmehrfliegen“, wenn man anderen das Fliegen verbieten möchte. Betrifft das Urteil einen selbst nicht oder nur vielleicht oder später, spielt man eben doch nur risikofrei mit den Einsätzen anderer, ohne zu wissen, wie hoch diese sind.

Für die „großen“ abstrakten Ideen der Weltrettung würde dies aber das Ende bedeuten, weshalb sich so etwas drastisches leider nie durchsetzen wird. Wer möchte schon gern persönlich haften und in der direkten Verantwortung stehen für ein paar Monate mehr totalen Stillstand hier, den Selbstmord eines verzweifelten Ladenbesitzers da, einen Willkommenskultur einfordernden Migranten bei sich zu Hause oder ein paar Millionen Tote irgendwo in den USA…doch vielleicht würde etwas mehr Nachdenken über den Unterschied zwischen Gesinnung und Verantwortung den Leichtsinn zumindest ein wenig dämpfen, mit dem manche Menschen gedanklich ausradierend, abschaltend, verbietend, verurteilend und verordnend Schneisen in die Leben der anderen schlagen.

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13 Kommentare

  1. Man könnte auch die Frage stellen: „Würden Sie, um die Nazis auszurotten, das deutsche Volk opfern?“ Auch hier dürften die politisch korrekten Antworten nahe an 87% liegen.

    Leider verstehen unsere tourette-infizierten Nazijäger*innen nicht, dass ausgerechnet die linksdrehende EU-Elite mit ihrer penetranten Bevormundung für die anderen Nationen die Schublade des ewigen Nazis weit besser bedient als jeder Rechtspopulist.

    • Also, meiner Meinung nach sind die heutigen westlichen Staaten in ihren Grundzügen allesamt als nationalsozialistisch anzusehen, wenn man sie mit dem vergleicht, was 1900 war. Nationalsozialistische Politik war zu großen Teilen „Modernisierung“, also die gesellschaftliche Organisation um den Staat herum, sowie Bürokratisierung. Und diese Dinge hat man beibehalten, und auch andernorts übernommen. 

      Abgesehen davon ist das „Deutsche Volk“ schon sowas wie die EU. Historisch ist Deutschland eine Anhäufung von Kleinstaaten, und kein Volk. Die Idee mit dem deutschen Volk hat man früher als „Großdeutschland“ bezeichnet. Das war auch ne schlechte Idee, denke ich. Ohne Betrug und Krieg hätte es keine Vereinigung gegeben, und nachdem es diese Vereinigung gab, wurde gleich der Sozial- und Polizeistaat nötig, um sie zusammenzuhalten. Abgesehen davon geht es den Leuten in den verbleibenden deutschen Kleinstaaten heute besser, als den Leuten in der großdeutschen BRD. 

      Wer weiß, vielleicht haben die Lefties mit ihrem Geplärre auf eine sehr komische Weise doch Recht.

  2. Fukk off WHO Gates Pharmamafia, EUDSSR von der Lügen Bitch, BRDDR Ferkel Merkill, Spahnferkel & Co. usw. etc. pp…

  3. > Meiner Meinung nach schlummert in den meisten Menschen am Ende jedoch ein gewisses Maß an Verantwortung, dass sich der kalten, kristallenen Gesinnung in den Weg stellen würde, wenn es tatsächlich zum Schwur käme. 

    Merke: Wähler sind keine Menschen.

  4. Einige gute Ansätze - nur dass Trump sich offenbar doch von den Virusalarmisten in die Falle locken ließ. Kurz: er ist halt genauso wie die Mehrheit auf die Drostens und Faucis reingefallen, wie offenkundig auch der Autor dieses Artikels.
    Dass Weltretter nonchalant ihre Gegner auch gern tot sehen, ist ein alter Hut.
    Ich bin froh, dass es innerhalb meines Berufsstandes doch nun offenkundig mehr und mehr Leute gibt, die den völligen Irrsinn des Lockdown/Quarantäne bestätigen und seine sofortige Beendigung fordern. Leider kommen diese Stimmen zu spät - Grund: Konformitätsdruck. Wie auch 1933-45.

    • Mir dem Konformitätsdruck stimme ich zu, ebenfalls damit, dass der Lockdown sofort beendet werden sollte. 

      Allerdings möchte ich noch gerne auf folgendes Video hinweisen:

      https://www.bitchute.com/video/00CkyMwWWlIM/

      Es stammt von einer rechtsradikalen Hass-Seite, auf der sich Verschwörungstheoretiker, Extremisten, und Nazis tummeln. Hochgeladen wurde es am 11. Februar, wobei die darin zusammengestellten Aufnahmen überwiegend aus dem Januar stammen, und außerhalb der Mainstream-Blase weit verbreitet waren.

      Man vergleiche dazu die Berichterstattung der normalen Medien sowie der Presse-Erklärungen der Institutionen des selben Zeitraums, und erkläre mir anschließend, weshalb die Leute, die diese Posten besetzen, nicht extralegal totgeprügelt, erschossen, gehängt, oder aus dem Helikopter geworfen gehören, um klarzustellen, dass „Versagen“ nicht zur Berufsbeschreibung gehört, ganz gleich, wie deren Anreize liegen.

  5. Das ist wohl der große Konflikt unserer Zeit, der zwischen Gesinnungsethik und Verantwortungsethik.
    Und dieser Konflikt zieht sich durch alle Bereiche unseres Lebens.
    Jüngstes Beispiel: der links-grüne Bischofs Darsteller Bedford-Strohm, seines Zeichens EKD Ratspräsident.
    Herr Bedford-Strohm hat nämlich die alte Sozen Idee ausgegraben, zur Finanzierung der Corona Folgen die „Reichen“ zur Kasse zu bitten.
    Das ist klassische Gesinnungsethik und kommt natürlich bei vielen gut an.
    Verantwortungsethisch wäre es, selbst Verantwortung zu übernehmen und Verzicht zu üben.
    Man könnte zum Beispiel auf die Staatsleistungen verzichten. Diese Leistungen aus dem Steuertopf werden seit dem Reichsdeputationshauptschluss im Jahr 1803 an beide Kirchen gezahlt.
    Im Jahr 2019 waren das rund 500 Millionen. 

    Verantwortungsethik heißt nicht nur, selbst Verantwortung zu übernehmen statt sie anderen aufzubürden, es heißt auch die Folgen eigenen Handelns zu überdenken.
    Aber das wäre wohl zu viel verlangt.

  6. Danke, Danke!
    Moralisches Fordern von anderen, aber jede eigene Verantwortung auf den Staat, also auf alle anderen abschieben. Die selben Gutmenschen, welche Krokodilstränen beim Anblick eines ertrunkenen Flüchtlingskindes vergossen, reden jetzt vom Sterben älterer Menschen als hinzunehmendes Schicksal. Eine Art „Selection of the fittest“. Dabei ist der „Shutdown“ doch die Erfüllung aller Kapitalismusgegner. Leicht abgewandelt gilt halt immer noch der Spruch vom egoistischen Gutmenschen : Erst kommt das Klopapier und dann die Moral.

  7. Ein sehr berührender und augenöffnender Artikel.
    Vielen Dank für Ihre wahren Worte.

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