New York ist der­zeit welt­weit die Stadt, wel­che am stärks­ten von den Aus­wir­kun­gen der Pan­de­mie betrof­fen ist. Nicht nur, dass immer noch Tag für Tag etwa 800 Men­schen (mut­maß­lich) durch das Virus zu Tode kom­men, die Aus­ma­ße eines „Shut­down“ auf eine Metro­pol­re­gi­on von knapp 20 Mil­lio­nen (Stadt: 8,3 Mil­lio­nen) ist auch sonst kaum mit dem zu ver­glei­chen, was Deutsch­land der­zeit ertra­gen muss. Berich­ten zufol­ge gibt es lan­ge Schlan­gen an den noch geöff­ne­ten Super­märk­ten und in man­chen Geschäf­ten muss man beim Betre­ten ein Ticket mit Zeits­tem­pel zie­hen. Wer nach zehn Minu­ten noch nicht an der Kas­se ist, bekommt Pro­ble­me. Ich will hier aber wie schon oft gesagt nicht die Maß­nah­men gegen­ein­an­der abwä­gen, die ver­schie­de­ne Län­der, Städ­te oder Staa­ten tref­fen. Ver­mut­lich wird man am Ende alle mit den Attri­bu­ten zu hart, zu weich, zu schnell, zu lang­sam, zu teu­er, zu spät, zu viel und zu wenig bele­gen kön­nen und läge immer rich­tig. Ich hat­te bei ande­rer Gele­gen­heit schon die Befürch­tung geäu­ßert, die Mensch­heit wer­de auch nach der Kri­se nicht von ihren ideo­lo­gie­ge­steu­er­ten Lieb­lings­pro­jek­ten las­sen, weil die ja alle nichts weni­ger als die Ret­tung der Welt zum Ziel haben. Was soll dar­an schon falsch sein!

Die einen wol­len das Kli­ma ret­ten, die nächs­ten den ein­zig wah­ren Glau­ben für alle ver­bind­lich machen, wie­der ande­re haben es zu ihrer Lebens­auf­ga­be gemacht, Trumps Wahl am bes­ten noch rück­wir­kend für 2016 zu ver­hin­dern. Für alle von ihrer jeweils pas­sen­den Ideo­lo­gie bis unter die Schä­del­de­cke ange­füll­ten Men­schen gilt indes – ihre Mit­tel betref­fend – eine quan­ti­ta­ti­ve Maxi­me, die sie sich von Mario Draghi gelie­hen haben könn­ten: „kos­te es was es wol­le“. Die­se zutiefst gesin­nungs­ethi­sche Paro­le steht auf inter­es­san­te Wei­se auch für zwei „huma­ni­tä­re“ Groß­pro­jek­te des wohl­mei­nen­den Teils der Mensch­heit auf dem Prüf­stand und hält der ver­ant­wor­tungs­ethi­schen Per­spek­ti­ve kaum stand. Nur soviel vor­weg: Men­schen­le­ben spie­len in bei­den Bei­spie­len gesin­nungs­ethi­scher Hybris kaum eine Rolle.

Eins – Die Klimarettung oder „Wollt ihr die totale Dekarbonisierung“

Zu den oft her­bei­ge­schrie­be­nen „posi­ti­ven Effek­ten der Pan­de­mie“ gehört der gebrems­te Ener­gie­ver­brauch und die in jeder Hin­sicht ver­rin­ger­ten Emis­sio­nen von Schad­stof­fen und CO2. Kein Wun­der: Han­del, Hand­werk, Indus­trie, Logis­tik und Tou­ris­mus lie­gen am Boden. Bekannt­lich möch­ten grü­ne Poli­ti­ker wie Robert „wer nix zu fres­sen hat, soll eben sei­ne Ölhei­zung aus­tau­schen“ Habeck und Akti­vis­ten der F4F-Bewe­gung die Coro­na-Pan­de­mie gern irgend­wie mit der Kli­ma­ret­tung ver­bin­den. Auf der Akti­vis­ten-Platt­form CarbonBrief.org war­nen Exper­ten schon mal davor, dass sich die Emis­sio­nen schnell „erho­len” könn­ten, sobald die Kri­se been­det sei.

Auch stellt man dort fest, dass die geschätz­ten 1.600 Mil­lio­nen Ton­nen gerin­ge­ren CO2-Emis­sio­nen durch den welt­wei­ten Shut­down nicht aus­rei­chen wür­den, um dem 1,5°-Ziel von Paris in die­sem Jahr näher zu kom­men. Dafür müss­ten es schon 2.200 Mil­lio­nen Ton­nen pro Jahr sein. Gut, dass die Mensch­heit nun auch empi­risch eine unge­fäh­re Vor­stel­lung davon hat, wohin die Rei­se gehen soll! Im Fol­gen­den legt der Arti­kel dar, wie schwie­rig die Abschät­zung der tat­säch­li­chen Reduk­ti­on in die­sem Jahr sei. Etwa sei­en die bri­ti­schen Zah­len für den Ölver­brauch der Wirt­schaft im Janu­ar zwei Mona­te zu spät bekannt gege­ben wor­den. Auch wis­se man natür­lich noch gar nicht, wie lan­ge der Shut­down andau­ern wer­de. Über­haupt sei alles so kom­plex, der Win­ter war zu mild, man hei­ze auch weni­ger in Euro­pa und sogar der Strom­ver­brauch sei doch irgend­wie tem­pe­ra­tur­ab­hän­gig. Ich erspa­re Ihnen wei­te­re Details, Sie kön­nen ja selbst nach­le­sen. Ich habe hier nur zwei eher qua­li­ta­ti­ve Anmer­kun­gen zum Arti­kel und der Welt­kli­ma­ret­tung ganz allgemein.

  1. Es sind prin­zi­pi­ell die­sel­ben Leu­te, die einer­seits mit den aktu­el­len Daten zu Strom­ver­brauch, BIP und dem Zustand der Welt­wirt­schaft kei­ne genau­en Berech­nun­gen anstel­len kön­nen, wie­viel weni­ger CO2 die Mensch­heit die­ses Jahr erzeu­gen wird. Ande­rer­seits geben sie vor genau zu wis­sen, dass die Ener­gie­wen­de eine gute Idee ist und die Mensch­heit pro Jahr 2.200 Mil­lio­nen Ton­nen CO2 ein­spa­ren muss, weil dadurch das Kli­ma in 50 Jah­ren 2°C küh­ler aus­fal­len wer­de, als sie es heu­te vor­her­ge­sagt haben. Zeit scheint für Kli­ma­ret­ter gene­rell kei­ne ech­te Rol­le in den Berech­nun­gen, Schät­zun­gen und Model­lie­run­gen zu spie­len. Weder wenn sie kurz, noch wenn sie sehr lang ist. Die Gewiss­heit, rich­tig zu lie­gen, kennt kei­ne Unsicherheiten.
  2. Ein jetzt schon mehr­wö­chi­ger Shut­down bei­na­he der gesam­ten Welt, der – und soviel steht jetzt schon fest – einen Kahl­schlag in der gesam­ten Wirt­schaft, eine höchst unwill­kom­me­ne „Grenz­erfah­rung“ für Gesund­heits­sys­te­me, Lie­fer­ket­ten und die Psy­che von Mil­li­ar­den Men­schen bedeu­tet und der Rie­sen­lö­cher in die Pri­vat- und Staats­haus­hal­te rei­ßen wird, reicht also nicht mal annä­hernd aus, um jene Ein­spa­run­gen zu errei­chen, wel­che Kli­ma­ret­ter und ‑hüp­fer der Mensch­heit dau­er­haft auf­la­den wol­len. Also ich fin­de das höchst bemer­kens­wert und wür­de spä­ter gern mal ein paar Stim­men der Frei­tags­kin­der zur „Abwä­gung“ ein­fan­gen, dass es im Grun­de jedes Jahr eines umfang­rei­chen Shut­downs bedürf­te, um ihre Kli­ma­zie­le zu errei­chen! Ob sechs Wochen Schul­aus­fall durch ein Jahr regu­lä­ren Frei­tags­un­ter­richt aus­ge­gli­chen wer­den kön­nen? In unse­ren Schu­len ist das Toi­let­ten­pa­pier übri­gens gratis.

Zwei – Trump oder Coronavirus?

Der ame­ri­ka­ni­scher Doku­men­tar­fil­mer Ami Horo­witz betreibt den You­Tube-Kanal „Ami on the Streets“ und hat mei­ner Mei­nung nach einen sehr eige­nen „Humor“. Er kan­di­dier­te bei­spiels­wei­se 2019 bei den Demo­kra­ten für die Nomi­nie­rung zur Prä­si­dent­schafts­wahl mit der Begrün­dung, alle ande­ren Kan­di­da­ten der Dems sei­en ver­rückt. Nun, bekannt­lich wur­de nichts aus der Kam­pa­gne, Horo­witz zog sich schon im Juli 2019 aus dem Ren­nen zurück und ob sich der Gesund­heits­zu­stand der rest­li­chen Kan­di­da­ten gebes­sert hat, ist unbekannt.

In der aktu­el­len Coro­na-Pan­de­mie ging er für sei­nen You­Tube-Kanal in die wie aus­ge­stor­ben wir­ken­den Stra­ßen von New York (East Vil­la­ge, Man­hat­tan) und stell­te den weni­gen Pas­san­ten eine sehr sug­ges­ti­ve Fra­ge. Der „Deal“, wie er es nann­te, war fol­gen­der: „Wür­den sie einen sehr viel län­ge­ren Coro­na-Shut­down, der außer­dem noch viel schlim­mer wür­de als er eh schon ist, zustim­men, wenn dies Trump die Wie­der­wahl kos­ten wür­de?“ Kurz: Trump oder Coro­na­vi­rus, was wäh­len Sie?

Nun ist New York sicher gene­rell für Umfra­gen rund um das The­ma „Trump“ ein bere­chen­ba­res Pflas­ter, aber der ver­ant­wor­tungs­ethi­sche Hin­ter­sinn der Fra­ge ist offen­sicht­lich. Wie weit wür­den wohl Abnei­gung, poli­ti­sche Geg­ner­schaft oder per­sön­li­cher Hass gehen (es ist ja denk­bar, dass jeder der Befrag­ten sich von Trump schon mal den Satz „Your’e fired!“ anhö­ren muss­te), um es dem Rüpel im Wei­ßen Haus heimzuzahlen?

Für den Fall, dass jemand die­sem „Deal“ zustim­men wür­de, hat­te Horo­witz gleich die nächs­te Fra­ge parat: Wie vie­le Todes­op­fer durch die ver­län­ger­te Coro­na-Epi­de­mie wür­den sie umstim­men? Der Anteil der­je­ni­gen, die die­sen „Deal“ ange­nom­men hät­ten, bil­de­te laut Horo­witz die Mehr­heit. Hier das Video, in dem zum Glück auch ver­nünf­ti­ge Leu­te zu Wort kom­men. Den letz­ten Typen fand ich beson­ders bemer­kens­wert, obwohl er mei­ner Mei­nung nach nur das Offen­sicht­li­che sagt.

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Ich möch­te unter­stel­len, dass die Befrag­ten in dem Moment ja nicht vor einen ech­ten „Deal“ gestellt wur­den. Es war nur ein Gespräch, eine Mög­lich­keit, die eige­ne skru­pel­lo­se Gesin­nung kris­tall­klar strah­len zu las­sen. Viel­leicht noch am ehes­ten ver­gleich­bar mit dem, was man­che Leu­te auf Twit­ter und Face­book in men­ta­ler Trieb­ab­fuhr von sich geben. Obwohl…ist Lex Stein­mei­er nicht längst unter der Über­schrift „aus Wor­ten wer­den Taten” in die deut­sche Gesin­nungs­ge­setz­ge­bung ein­ge­flos­sen…? Und viel­leicht sind Taten simu­lie­ren­de Wor­te in den Augen so man­cher unse­rer Lau­ter­bä­che oder Schwe­si­ge ja weni­ger ver­werf­lich, wenn sie nur „den Rich­ti­gen” tref­fen…? Aber trä­fe es denn wirk­lich die Rich­ti­gen, wenn das Ende der Trump-Prä­si­dent­schaft mit Men­schen­le­ben erkauft wäre? Wir soll­ten das unbe­dingt im Auge behal­ten, nicht dass hier am Ende noch mit zwei­er­lei Maas gemes­sen wird!

Mei­ner Mei­nung nach schlum­mert in den meis­ten Men­schen am Ende jedoch ein gewis­ses Maß an Ver­ant­wor­tung, dass sich der kal­ten, kris­tal­le­nen Gesin­nung in den Weg stel­len wür­de, wenn es tat­säch­lich zum Schwur käme. Das hof­fe ich! Psy­cho­pa­then aller Cou­leur ein­mal aus­ge­nom­men. Die Ent­schei­dung, dass man fünf, tau­send oder eine Mil­lio­nen Tote bil­li­gend in Kauf näh­me, wenn nur die­ser fürch­ter­li­che Trump etwas frü­her ver­schwän­de, der ja so schlecht sei für die Welt, hat näm­lich eine ent­schei­den­de Schwä­che: war­um soll­te man sich einen Prä­si­den­ten wün­schen, der nur um den Preis von Mil­lio­nen Men­schen­le­ben zu haben wäre, um einen ande­ren zu erset­zen, der zwar nie­man­den getö­tet hat, des­sen Haar­far­be, Beneh­men und Par­tei einem aber nicht pas­sen? War­um wäre der neue dann bes­ser? Und wie kommt es, dass man Trump einer­seits vor­wirft, das Virus zu lan­ge ver­harm­lost zu haben, (was nicht gänz­lich falsch ist, aber für die meis­ten Poli­ti­ker welt­weit und die WHO glei­cher­ma­ßen gilt) und das Virus ande­rer­seits freu­dig begrü­ßen neh­men wür­de, um ihn los­zu­wer­den? Das ergibt doch irgend­wie kei­nen Sinn, oder? Und wer ent­schei­det eigent­lich, wer ster­ben müss­te, um Trump loszuwerden?

Wo Gesinnung verhärtet, endet Humanität

Auch im zwei­ten Bei­spiel sie­gen also (oft) die „rei­ne Gesin­nung“ und die „per­fek­te Idee“ über alle Beden­ken und Zwei­fel, ja, sogar über die Huma­ni­tät selbst. Im Ange­sicht der abso­lu­ten Wahr­heit haben Zwei­fel zu schwei­gen. Viel­leicht habe ich des­halb so gro­ße Pro­ble­me mit abso­lu­ten Wahr­hei­ten, weil ich mei­ne Zwei­fel nie ganz unter­drü­cken kann. Ich habe Zwei­fel an den Decar­bo­ni­sie­rungs­ge­wiss­hei­ten der Akti­vis­ten und ihrer Hof­wis­sen­schaft­ler, Zwei­fel an den Qua­ran­tä­ne­maß­nah­men, die mir die empa­thie­lo­ses­te aller denk­ba­ren Regie­rungs­chefin­nen vor­liest. Ich habe auch Zwei­fel dar­an, ob ein ande­rer Prä­si­dent in den USA es der­zeit auch nur ansatz­wei­se bes­ser machen wür­de, Zwei­fel auch, dass die­ser Arti­kel auch nur das Gerings­te bewir­ken kann – um nur eini­ge zu nen­nen. Aber die­se Zwei­fel haben auch ihr Gutes, denn sie hal­ten mir jede sich ver­fes­ti­gen­de und eitel leuch­ten­de Gesin­nung vom Hals, die das Leben ober­fläch­lich betrach­tet so ein­fach macht, weil alles so schön klar und in Gut und Böse ein­ge­teilt ist.

Ver­ant­wor­tungs­ethik setzt manch­mal das eige­ne Leben ein, näm­lich dann, wenn man Ver­ant­wor­tung wort­wört­lich über­nimmt. Gesin­nungs­ethik hin­ge­gen spielt ohne Zögern auch mit dem Leben ande­rer, solan­ge dies nur dem höhe­ren Ziel dien­lich ist. In der aktu­el­len Kri­se erken­nen wir, dass das Spiel nie ein Spiel war. Es kann nicht nur das eige­ne, son­dern auch das Leben von nahen Ver­wand­ten und Freun­den auf der Kip­pe ste­hen – spä­tes­tens da hört aber für die meis­ten der Spaß auf. Man muss es also eigent­lich nur auf die­se Schwel­le der Erkennt­nis schaffen.

Um das zu begrei­fen und die Ver­ant­wor­tung zu spü­ren, müss­te man den Men­schen einen ech­ten „Schal­ter“ in die Hand drü­cken kön­nen und von ihnen ver­lan­gen, das eige­ne leicht­fer­ti­ge Urteil laut und vor Zeu­gen aus­zu­spre­chen und durch Umle­gen des Hebels auch zu voll­stre­cken. In der Kon­se­quenz min­des­tens mal an sich selbst. Und sei es nur durch „Nicht­mehr­flie­gen“, wenn man ande­ren das Flie­gen ver­bie­ten möch­te. Betrifft das Urteil einen selbst nicht oder nur viel­leicht oder spä­ter, spielt man eben doch nur risi­ko­frei mit den Ein­sät­zen ande­rer, ohne zu wis­sen, wie hoch die­se sind.

Für die „gro­ßen“ abs­trak­ten Ideen der Welt­ret­tung wür­de dies aber das Ende bedeu­ten, wes­halb sich so etwas dras­ti­sches lei­der nie durch­set­zen wird. Wer möch­te schon gern per­sön­lich haf­ten und in der direk­ten Ver­ant­wor­tung ste­hen für ein paar Mona­te mehr tota­len Still­stand hier, den Selbst­mord eines ver­zwei­fel­ten Laden­be­sit­zers da, einen Will­kom­mens­kul­tur ein­for­dern­den Migran­ten bei sich zu Hau­se oder ein paar Mil­lio­nen Tote irgend­wo in den USA…doch viel­leicht wür­de etwas mehr Nach­den­ken über den Unter­schied zwi­schen Gesin­nung und Ver­ant­wor­tung den Leicht­sinn zumin­dest ein wenig dämp­fen, mit dem man­che Men­schen gedank­lich aus­ra­die­rend, abschal­tend, ver­bie­tend, ver­ur­tei­lend und ver­ord­nend Schnei­sen in die Leben der ande­ren schlagen.

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13 Kommentare

  1. Man könn­te auch die Fra­ge stel­len: „Wür­den Sie, um die Nazis aus­zu­rot­ten, das deut­sche Volk opfern?“ Auch hier dürf­ten die poli­tisch kor­rek­ten Ant­wor­ten nahe an 87% liegen.

    Lei­der ver­ste­hen unse­re touret­te-infi­zier­ten Nazijäger*innen nicht, dass aus­ge­rech­net die links­dre­hen­de EU-Eli­te mit ihrer pene­tran­ten Bevor­mun­dung für die ande­ren Natio­nen die Schub­la­de des ewi­gen Nazis weit bes­ser bedient als jeder Rechtspopulist.

    • Also, mei­ner Mei­nung nach sind die heu­ti­gen west­li­chen Staa­ten in ihren Grund­zü­gen alle­samt als natio­nal­so­zia­lis­tisch anzu­se­hen, wenn man sie mit dem ver­gleicht, was 1900 war. Natio­nal­so­zia­lis­ti­sche Poli­tik war zu gro­ßen Tei­len „Moder­ni­sie­rung”, also die gesell­schaft­li­che Orga­ni­sa­ti­on um den Staat her­um, sowie Büro­kra­ti­sie­rung. Und die­se Din­ge hat man bei­be­hal­ten, und auch andern­orts übernommen. 

      Abge­se­hen davon ist das „Deut­sche Volk” schon sowas wie die EU. His­to­risch ist Deutsch­land eine Anhäu­fung von Klein­staa­ten, und kein Volk. Die Idee mit dem deut­schen Volk hat man frü­her als „Groß­deutsch­land” bezeich­net. Das war auch ne schlech­te Idee, den­ke ich. Ohne Betrug und Krieg hät­te es kei­ne Ver­ei­ni­gung gege­ben, und nach­dem es die­se Ver­ei­ni­gung gab, wur­de gleich der Sozi­al- und Poli­zei­staat nötig, um sie zusam­men­zu­hal­ten. Abge­se­hen davon geht es den Leu­ten in den ver­blei­ben­den deut­schen Klein­staa­ten heu­te bes­ser, als den Leu­ten in der groß­deut­schen BRD. 

      Wer weiß, viel­leicht haben die Lef­ties mit ihrem Geplär­re auf eine sehr komi­sche Wei­se doch Recht.

  2. Fukk off WHO Gates Phar­ma­ma­fia, EUDSSR von der Lügen Bitch, BRDDR Fer­kel Mer­kill, Spahn­fer­kel & Co. usw. etc. pp…

  3. > Mei­ner Mei­nung nach schlum­mert in den meis­ten Men­schen am Ende jedoch ein gewis­ses Maß an Ver­ant­wor­tung, dass sich der kal­ten, kris­tal­le­nen Gesin­nung in den Weg stel­len wür­de, wenn es tat­säch­lich zum Schwur käme. 

    Mer­ke: Wäh­ler sind kei­ne Menschen.

  4. Eini­ge gute Ansät­ze – nur dass Trump sich offen­bar doch von den Viru­salar­mis­ten in die Fal­le locken ließ. Kurz: er ist halt genau­so wie die Mehr­heit auf die Dros­tens und Fau­cis rein­ge­fal­len, wie offen­kun­dig auch der Autor die­ses Artikels.
    Dass Welt­ret­ter non­cha­lant ihre Geg­ner auch gern tot sehen, ist ein alter Hut.
    Ich bin froh, dass es inner­halb mei­nes Berufs­stan­des doch nun offen­kun­dig mehr und mehr Leu­te gibt, die den völ­li­gen Irr­sinn des Lockdown/Quarantäne bestä­ti­gen und sei­ne sofor­ti­ge Been­di­gung for­dern. Lei­der kom­men die­se Stim­men zu spät – Grund: Kon­for­mi­täts­druck. Wie auch 1933–45.

    • Mir dem Kon­for­mi­täts­druck stim­me ich zu, eben­falls damit, dass der Lock­down sofort been­det wer­den sollte. 

      Aller­dings möch­te ich noch ger­ne auf fol­gen­des Video hinweisen:

      https://www.bitchute.com/video/00CkyMwWWlIM/

      Es stammt von einer rechts­ra­di­ka­len Hass-Sei­te, auf der sich Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­ker, Extre­mis­ten, und Nazis tum­meln. Hoch­ge­la­den wur­de es am 11. Febru­ar, wobei die dar­in zusam­men­ge­stell­ten Auf­nah­men über­wie­gend aus dem Janu­ar stam­men, und außer­halb der Main­stream-Bla­se weit ver­brei­tet waren.

      Man ver­glei­che dazu die Bericht­erstat­tung der nor­ma­len Medi­en sowie der Pres­se-Erklä­run­gen der Insti­tu­tio­nen des sel­ben Zeit­raums, und erklä­re mir anschlie­ßend, wes­halb die Leu­te, die die­se Pos­ten beset­zen, nicht extra­le­gal tot­ge­prü­gelt, erschos­sen, gehängt, oder aus dem Heli­ko­pter gewor­fen gehö­ren, um klar­zu­stel­len, dass „Ver­sa­gen” nicht zur Berufs­be­schrei­bung gehört, ganz gleich, wie deren Anrei­ze liegen.

  5. Das ist wohl der gro­ße Kon­flikt unse­rer Zeit, der zwi­schen Gesin­nungs­ethik und Verantwortungsethik.
    Und die­ser Kon­flikt zieht sich durch alle Berei­che unse­res Lebens.
    Jüngs­tes Bei­spiel: der links-grü­ne Bischofs Dar­stel­ler Bed­ford-Strohm, sei­nes Zei­chens EKD Ratspräsident.
    Herr Bed­ford-Strohm hat näm­lich die alte Sozen Idee aus­ge­gra­ben, zur Finan­zie­rung der Coro­na Fol­gen die „Rei­chen” zur Kas­se zu bitten.
    Das ist klas­si­sche Gesin­nungs­ethik und kommt natür­lich bei vie­len gut an.
    Ver­ant­wor­tungs­ethisch wäre es, selbst Ver­ant­wor­tung zu über­neh­men und Ver­zicht zu üben.
    Man könn­te zum Bei­spiel auf die Staats­leis­tun­gen ver­zich­ten. Die­se Leis­tun­gen aus dem Steu­er­topf wer­den seit dem Reichs­de­pu­ta­ti­ons­haupt­schluss im Jahr 1803 an bei­de Kir­chen gezahlt.
    Im Jahr 2019 waren das rund 500 Millionen. 

    Ver­ant­wor­tungs­ethik heißt nicht nur, selbst Ver­ant­wor­tung zu über­neh­men statt sie ande­ren auf­zu­bür­den, es heißt auch die Fol­gen eige­nen Han­delns zu überdenken.
    Aber das wäre wohl zu viel verlangt.

  6. Dan­ke, Danke!
    Mora­li­sches For­dern von ande­ren, aber jede eige­ne Ver­ant­wor­tung auf den Staat, also auf alle ande­ren abschie­ben. Die sel­ben Gut­men­schen, wel­che Kro­ko­dils­trä­nen beim Anblick eines ertrun­ke­nen Flücht­lings­kin­des ver­gos­sen, reden jetzt vom Ster­ben älte­rer Men­schen als hin­zu­neh­men­des Schick­sal. Eine Art „Selec­tion of the fit­test”. Dabei ist der „Shut­down” doch die Erfül­lung aller Kapi­ta­lis­mus­geg­ner. Leicht abge­wan­delt gilt halt immer noch der Spruch vom ego­is­ti­schen Gut­men­schen : Erst kommt das Klo­pa­pier und dann die Moral.

  7. Ein sehr berüh­ren­der und augen­öff­nen­der Artikel.
    Vie­len Dank für Ihre wah­ren Worte.

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