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In let­zter Zeit hat Deutsch­land wenig pos­i­tive Schlagzeilen in Sachen inno­v­a­tiv­er Tech­nolo­gien oder tech­nis­ch­er Großpro­jek­te pro­duziert. Stattdessen rei­hen sich die Pein­lichkeit­en wie Perlen in ein­er Kette aneinan­der. Stuttgart21, BER, eine miss­lun­gene Tun­nel­querung der Rhein­tal­bahn­strecke…die Liste wird länger und pein­lich­er. Ganz all­ge­mein dro­ht Deutsch­land mit­tel­fristig der Anschluss im naturwissenschaftlich/technischen Bere­ich an die Welt­spitze ver­loren zu gehen, beson­ders in den tech­nis­chen Inge­nieurberufen gibt es mit­tler­weile einen kaum noch zu ertra­ge­nen Man­gel an Spezial­is­ten. Ein Man­gel, der sich durch die heute stat­tfind­ende Migra­tion nicht beheben lässt. Zum Glück gibt es aber immer noch Fach­bere­iche, in denen wir absolute Welt­spitze sind: zum Beispiel in der Migra­tions­forschung. Man kön­nte fast sagen, wir haben diesen Fach­bere­ich erfun­den!

Deshalb kann man Andreas Pott, Pro­fes­sor am Insti­tut für Migra­tions­forschung und Interkul­turelle Stu­di­en (IMIS) der Uni­ver­sität Osnabrück, die leuch­t­en­den Augen förm­lich anse­hen, als er dem Min­is­teri­um für Bil­dung und Forschung, sein­er Honigquelle, kür­zlich ein Inter­view gab, in dem er begeis­tert vom wach­senden Inter­esse an seinem Fach sprach. Das Inter­esse sei förm­lich explodiert! Diese Kon­junk­tur sein­er Exper­tise schlägt sich natür­lich auch in den Forschungsmöglichkeit­en nieder. Auf die Frage, ob das wohl immer noch zu wenig sei, antwortet Pott voller Enthu­si­as­mus:

„Und ob. Wir müssen die Forschung zu Migra­tion, Flüchtlingspoli­tik und Inte­gra­tion viel enger ver­net­zen. Noch immer wis­sen wir zu wenig über das Ver­hält­nis von Mobil­ität und Immo­bil­ität, über die Wech­sel­beziehun­gen ver­schieden­er Orte und Bewe­gun­gen, über den Zusam­men­hang von Gewalt und Migra­tion, über die Bedeu­tung von Kat­e­gorien wie „Flucht“, „Islam“ oder „Migra­tionsh­in­ter­grund“. Nur wenn wir hier weit­er­forschen, kön­nen wir Migra­tion und ihre Fol­gen ver­ste­hen – und sie und den durch sie bed­ingten gesellschaftlichen Wan­del bei uns möglichst auch gestal­ten.“

Ich brauchte eine Weile, um nach dieser Antwort wieder Luft zu bekom­men. Mobil­ität und Immo­bil­ität, Ort und Bewe­gung, Gewalt und Migra­tion, Ying und Yang, Hoch und Tief, Dick und Doof. Was ist das hier, ein Wet­tren­nen? Unter­sucht man auch das Ver­hält­nis von Schwim­mern zu Nichtschwim­mern beim Über­queren des Mit­telmeers und freut man sich, dass man den „Zusam­men­hang von Gewalt und Migra­tion“ nun endlich auch in Köln oder Berlin beobacht­en kann? Und während sich das IMIS noch an die Bedeu­tung von „Flucht“ und „Islam“ heran­definiert, schafft die unges­teuerte aber „völ­lig erwart­bare“ Migra­tion Fak­ten. Fak­ten, an denen sich die Migra­tions­forsch­er gern empirisch ent­lang pirschen, die sie aber wed­er bee­in­flussen noch vorherse­hen kön­nen. Die Gren­zöff­nung im Jahr 2015 ließ die Forsch­er jeden­falls über ihr eigenes Nar­ra­tiv stolpern. Ihre Forderung näm­lich, endlich mehr Migra­tion zuzu­lassen und Deutsch­land zum Ein­wan­derungs­land zu machen, wurde auf wun­der­same Weise schla­gar­tig erfüllt. Was wiederum dazu führte, dass sich die Kri­tik der Forsch­er nun vor allem auf die man­gel­hafte Vor­bere­itung und dem Wider­willen der tum­ben Deutschen kaprizierte, welche ein­fach ihre Chan­cen nicht begreifen wollen. Denn wer Flucht und Migra­tion zum men­schlichen Nor­malzu­s­tand erk­lärt, der muss natür­lich kri­tisieren, wenn der unwillige, immo­bile Nor­mal­bürg­er ohne Flucht­nei­gung nicht darauf vor­bere­it­et ist, mal eben ein paar Dauer­schlafgäste aufzunehmen oder selb­st bei Bedarf hastig die Flucht zu ergreifen.

Wer sein Fachge­bi­et jedoch gän­zlich frei machen will von den Zeitläuften, der stellt es zudem möglichst bre­it auf. Und als Prof. Pott in sein­er Fes­tansprache zum 25-jähri­gen Insti­tutsge­burt­stag auch die Stu­den­ten, die von außer­halb nach Osnabrück zum Studi­um kämen, zu Migranten erk­lärte (hier, etwa ab 1:16:00) und nie­mand im Audi­to­ri­um lachte, war spätestens jet­zt das Forschungs­feld großzügig abgesteckt. Jede Bewe­gung kann man offen­bar als Migra­tion ver­ste­hen, ob man sich nun aus der Sahel­zone auf den Weg nach Finn­land macht, oder mit einem REWE-Einkauf­sko­rb in eine Aldi-Fil­iale fährt. So bleibt dem Forsch­er immer aus­re­ichend zu tun und sein Forschungs­ge­gen­stand so nor­mal und all­ge­gen­wär­tig, wie das Wet­ter für den Mete­o­rolo­gen. Wet­ter ist immer, Migra­tion ist immer und was immer ist, ist nor­mal. Punkt.

Das Insti­tut für Migra­tions­forschung und Interkul­turelle Stu­di­en (IMIS) an der Uni­ver­sität Osnabrück, gegrün­det 1991, gehört zu den wichtig­sten Stich­wort­ge­bern von Staatsmin­is­terin Özoğuz und diese sprach bere­its 2015 in ihrem Gruß­wort anlässlich des 25-jähri­gen Beste­hens des IMIS von den „Erfordernissen eines neuen Leit­bildes“, welch­es sie etwa ein Jahr später als all­seits bekan­ntes „Strate­giepa­pi­er“ vor­legte. „Vom Ein­wan­derungs­land zur Ein­wan­derungs­ge­sellschaft“, das sei der richtige Weg meinen IMIS und Min­is­terin im Gle­ichk­lang. Wer also wis­sen möchte, wer auf die Idee kam, Migra­tion sei in Deutsch­land eine Auf­gabe, die jed­er einzelne Bürg­er min­destens genau­so inten­siv wie Kinder­erziehung und Kör­perpflege aktiv zu betreiben habe, der lese aufmerk­same die Pub­lika­tio­nen der Forsch­er aus Osnabrück, deren Argu­men­ta­tion sich 1:1 in den Reden divers­er deutsch­er Poli­tik­er wiederfind­et.

Einen unver­stell­ten Ein­blick in das Selb­stver­ständ­nis ange­hen­der Migra­tions­forscherin­nen bietet auch ein klein­er YouTube-Film der Stu­den­ten des Insti­tuts aus dem Jahr 2015. Man fährt offen­bar viel Rad, schaut seinen Pro­fes­soren zu, wenn diese – als Migra­tions-Experten unter­titelt – in „Brennpunkt“-Sendungen über Ter­ror­is­mus Auskun­ft geben und kommt erstaunlicher­weise zu dem Schluss, dass „Sub­jek­tiv­ität etwas ganz nor­males“ sei und man nur  „im eige­nen kleinen Con­tain­er sitze und sich die Welt anschaue“. So viel Selb­stkri­tik hätte ich gar nicht erwartet! Na denn, auf zur Demo „Die Fes­tung brechen, neue Wege wagen – Demon­stra­tion gegen die europäis­che Abschot­tungspoli­tik.“ Ein Slo­gan, der zwei Jahre später und angesichts zu Fes­tun­gen aus­ge­bauter Ver­anstal­tun­gen wie ein geschmack­los­er Witz klingt. Dabei ist Sub­jek­tiv­ität tat­säch­lich etwas ganz Nor­males. Nor­mal ist aber auch, dass die meis­ten Men­schen auf dieser Welt Flucht und Migra­tion als absoluten Aus­nah­mezu­s­tand betra­cht­en und im Einzelfall alles andere als erfreut darüber sind, sich auf den Weg in ein anderes Land zu machen, anstatt im Herkun­ft­s­land ein möglichst ruhiges, friedlich­es Leben führen zu kön­nen, und nur gele­gentlich zum Zweck eines Studi­ums im Aus­land, eines Urlaubs oder eines Einkaufs bei Aldi zu “migri­eren”. Zyniker wie ich kön­nten sog­ar mut­maßen, dass der Migra­tions­forsch­er von heute ger­adezu angewiesen ist auf aus­gerech­net jene Kräfte, die weltweit die Migra­tionsströme am Laufen hal­ten: Man­gel an Lib­er­al­ität, Kor­rup­tion, religiös­er Fun­da­men­tal­is­mus, eth­nis­che Kon­flik­te und Bürg­erkrieg. Das geste­ht man sich aber nicht so gern ein und erk­lärt die Migra­tion stattdessen zum “weit­en Feld” und zum Nor­malzu­s­tand men­schlich­er Exis­tenz.

Die Jahrhun­derte lange Erfahrung der Feuer­wehr mit Brän­den aller Art hat zu vie­len Reg­u­lar­ien in Sachen Brand­schutz geführt, die Forschung der Migra­tions­forsch­er läuft in Analo­gie aber darauf hin­aus, sich statt mit Brand­schutz lieber damit zu befassen, wie warm und far­ben­froh das Stadt­bild durch die gle­ich­mäßige Verteilung bren­nen­der Däch­er wer­den kann. Das Feuer als Chance, und Neros Vision vom „neuen Rom“ als Blau­pause ein­er dynamis­chen, mobilen, het­ero­ge­nen Migra­tions­ge­sellschaft. Pan­ta rhei, alles fließt, wer rastet, der ros­tet, oder, bezo­gen auf die Auf­nah­mege­sellschaft: stellt euch nicht so an!

Nun ist eine gewisse Ver­liebtheit in das eigene Forschung­sob­jekt dur­chaus nachvol­lziehbar, ganz gle­ich ob es sich um Ornitholo­gie, Vulka­nolo­gie oder Migra­tions­forschung han­delt. Mir ist jedoch kein Vulka­nologe bekan­nt, der etwa den Vesuv aus Fach­in­ter­esse gern mal wieder aus­brechen sehen würde, um die Fließgeschwindigkeit der Lava in Beziehung zum Fit­ness-Lev­el der Ein­wohn­er Neapels set­zen zu kön­nen. Migra­tions­forsch­er tick­en da offen­bar anders. Sie hal­ten es für wenig hil­fre­ich, dass men­schliche Gemein­schaften dazu tendieren, durch Homogen­ität halb­wegs sta­bile Gesellschaften zu bilden und nicht hin­nehmen wollen, dass Migra­tion ein „erwart­bar­er Nor­malzu­s­tand“ sein soll.

Prof. Pott weit­er im Inter­view mit dem Min­is­teri­um: „…Insti­tu­tionell und men­tal wan­delt sich Deutsch­land vom Nichtein­wan­derungs­land zu ein­er Migra­tions­ge­sellschaft. Insofern schafft Migra­tions­forschung neue Möglichkeit­en der Gesellschaft­s­analyse. Das ist span­nend und freilich ein großer Anspruch.“

Die Poli­tik nimmt diese Analyse dankbar auf, indem sie nach und nach Migra­tion zur Pflicht für das jew­eilige Auf­nah­me­land erk­lärt, auf EU-Ebene wird dies zumin­d­est ver­sucht und die ganze Mis­ere der Flüchtlingskrise auf man­gel­nde Bere­itschaft manch­er EU-Län­der pro­jiziert. Span­nend ist das Ganze natür­lich auch für die unfrei­willi­gen Gastlän­der, die nun endlich die Möglichkeit erhal­ten, einige ihnen unver­di­ent zugewach­sene Priv­i­legien zu hin­ter­fra­gen und sich für Neues zu öff­nen. Abge­sagte Feste, über­bor­dende Sicher­heit­skonzepte, aufk­lap­pende Mess­er und kul­turelle „Missver­ständ­nisse“ der Art „War-es-noch-Sex-oder-schon-Verge­wal­ti­gung“ sor­gen für eine steil steigende Lernkurve, die dann von Migra­tions­forsch­ern mit Neugi­er und Span­nung begleit­et und kom­men­tiert wer­den kann.

Pott weit­er: „…nicht erst seit dem Beginn des Anstiegs der Zahl der Asyl­suchen­den in Deutsch­land ist die Nach­frage nach wis­senschaftlich­er Exper­tise in Poli­tik, Ver­wal­tung und Öffentlichkeit kon­tinuier­lich gestiegen. Migra­tion ist eines der großen Zukun­ft­s­the­men. […] zu ein­er solchen Migra­tions­ge­sellschaft gehört es auch, über Migra­tion zu kom­mu­nizieren und zu reflek­tieren.“

Wie man sieht, ist die unschöne Ange­wohn­heit, Asyl und Migra­tion zu einem Teig zusam­men­zurühren, auch unter Migra­tions­forsch­ern ver­bre­it­et. Was jedoch die Kom­mu­nika­tion ange­ht, so find­et diese auch ohne die Migra­tions­forsch­er statt und läuft deren Absicht gän­zlich ent­ge­gen. Die aufzuk­lärende „Migra­tions­ge­sellschaft“ empfind­et Migra­tion, zumin­d­est wenn sie in großem Umfang und unges­teuert stat­tfind­et, eben nicht als erstrebenswerten Nor­malzu­s­tand, son­dern als bedrohliche Aus­nahme­si­t­u­a­tion, deren Ende sie gern definiert sähe.

Wie aus der Zeit gefall­en wirkt in diesem Zusam­men­hang ein Video aus dem Jahr 2014, dass Prof. Pott in einem Vor­trag beim Osnabrück­er Wis­sens­fo­rum zeigt. Ob Deutsch­land eine Flüchtlingskatas­tro­phe dro­he? Nein, sagt Herr Pott und fragt sug­ges­tiv: „Ist Deutsch­land durch die Mil­lio­nen aufgenomme­nen Flüchtlinge nach dem 2. Weltkrieg etwa schwäch­er gewor­den?“ und antwortet auch gle­ich selb­st mit „Nein!“. Auch die Tat­sache, dass sich der Ver­gle­ich der Bin­nen­mi­gra­tion im Nachkriegs­deutsch­land mit der heuti­gen Sit­u­a­tion in Europa ver­bi­etet, schon weil damals nicht ein­mal annäh­ernd so viel staatliche Infra­struk­tur dafür aufgewen­det wurde und es sich eben um eine BIN­NEN-Migra­tion mit BIN­NEN-Kul­tur, BIN­NEN-Sprache und BIN­NEN-Reli­gion han­delte, schafft bei mir kein Ver­trauen in die Fähigkeit­en der Migra­tions­forsch­er, die Real­ität zu erken­nen oder Ver­w­ert­bares für die Zukun­ft beizu­tra­gen.

Die Migrationsindustrie macht sich unentbehrlich

Es ist an der Zeit, die Begriffe „Asyl“ und „Migra­tion“ endlich streng voneinan­der zu tren­nen, was eigentlich Auf­gabe der Migra­tions­forsch­er wäre — inclu­sive der Def­i­n­i­tion klar­er Ziele. Während man die Kri­te­rien für die Gewährung von zeitweiligem Asyl staatlich regeln kann, ist Migra­tion eine zutief­st pri­vate Entschei­dung, die sich am Streben nach per­sön­lichem Glück des Einzel­nen ori­en­tieren muss. Die Idee, für Migra­tion einen staatlich organ­isierten Zoo aus Beschw­erdestellen, Ombud­sleuten, Kon­flik­t­lot­sen, Forsch­ern und Begeg­nungser­möglich­ern zu ali­men­tieren, ist ger­adezu absurd! In diesen Struk­turen stellt sich schnell ein großes Behar­rungsver­mö­gen ein, was zur Etablierung ein­er gut geöl­ten staatlichen Migra­tionsin­dus­trie führt. Bere­its heute gibt es „war­nende Stim­men“, die von ein­er Unter­bele­gung der Erstauf­nah­meein­rich­tun­gen sprechen – ein Umstand, dem nach der Wahl abge­holfen wer­den soll, zunächst durch den Fam­i­li­en­nachzug für 390.000 syrische Flüchtlinge.

Es stellt sich aber die Frage, was die Migra­tions­forsch­er eigentlich in all den Jahren vor den großen Migra­tionsströ­men gemacht haben und warum sie damals auch schon in Osnabrück statt in Karthum oder Islam­abad arbeit­eten. Inzwis­chen ver­fällt die deutsche Wet­tbe­werb­s­fähigkeit in allen MINT-Bere­ichen weit­er und die mar­o­de Infra­struk­tur ver­fällt gle­ich mit. Es darf ver­mutet wer­den, dass spätestens in 100 Jahren, wenn sich bei gle­ich­bleiben­der Migra­tionsanstren­gung und ‑forschung die Mehrheitsver­hält­nisse in Europa umgekehrt haben wer­den, auch der let­zte Migra­tions­forsch­er erken­nen wird, dass die neue Mehrheit über­haupt kein Inter­esse an ein­er möglichst het­ero­ge­nen Gesellschaft zeigt. Spätestens dann wird sich die Erken­nt­nis durch­set­zen, man wäre doch bess­er Bauin­ge­nieur oder Infor­matik­er gewor­den, denn mit diesen Fähigkeit­en kann man jed­erzeit migri­eren und inter­na­tion­al reüssieren, während man als Migra­tions­forsch­er dazu ver­dammt sein wird, bis zum bit­teren Ende in Deutsch­land zu bleiben.

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17 Kommentare

  1. Ein Land, dass für die Pio­nier­leis­tun­gen auf einem Gebi­et wie der Migra­tions­forschung direkt oder indi­rekt (für die Forschung­sob­jek­te) mehr als für den Rest von Forschung und Entwick­lung ins­ge­samt ( Kün­stliche Intel­li­genz, Hirn­forschung, Nan­otech­nolo­gie, Bio-Genetik, Robotik, selb­st­fahrende Autos usw…) zu Ver­fü­gung hat, wird Welt­spitze auf diesem Gebi­et wer­den. Andere Län­der scheinen da doch beträchtlich zu schlafen, oder haben dieses Wis­sens­ge­bi­et noch gar nicht für sich ent­deckt.
    Manche wis­senschaftliche Erken­nt­nisse sind ja auch beein­druck­end:
    In „Exo­dus“ stellt Paul Col­lier z. B. dar, dass ein Zuviel an (sub­jek­tiv emp­fun­den­er?) Zuwan­derung das Ver­trauen der Aufnehmenden Gesellschaft untere­inan­der ver­ringert. Das ver­ringert u. A. zwangsläu­fig unge­mein die Pro­duk­tiv­ität, mit der Folge, dass die Wirtschaft­sleis­tung sinkt, so dass die Migra­tions­forschung gut berat­en ist, von den noch fließen­den ungeah­n­ten Ein­nah­men etwas für später aufzus­paren.
    Gut, dass eine Gesellschaft wählen kann, ob sie welt­spitze in Human­ität oder in der Wirtschaft sein will.
    PS : in den USA sind CAPTCHAs schon out, weil die AI-Maschi­nen das schon beherrschen, während wir über die Her­stel­lung von dig­i­taler Infra­struk­tur disku­tieren wie sie Est­land schon seit 15 Jahren hat.

  2. Aus­gewählte Auf­gaben der Migra­tions­forschung, Chan­cen für Fachüber­greifende Inter­diszi­plinäre Forschung

    1. Hat es jemals ein Volk gegeben, das sich einre­den ließ, alle prof­i­tieren von der Migra­tion ( Geschichte)
    2. Hat es mal ein Volk gegeben, das einen Brain Drain erlit­ten hat, Leis­tungsträger, die in benach­barten Län­dern mehr ver­di­enen kön­nen und unter­durch­schnit­tlich Trans­fer­leis­tun­gen beziehen, ver­loren hat (Polen, Ungarn), die nicht skep­tisch waren als sie von eben diesen Nach­barn ein­ge­ladene Män­ner aus einem frem­den Kul­turkreis, meist ohne Aus­sicht auf eine Arbeitsstelle, sol­i­darisch ein­tauschen sollen? (Geschichte, Logik EU-Forschung)
    3. Kann man eine Vielzahl nöti­gen, sich den Inter­essen ein­er Min­der­heit unterzuord­nen, bis diese dann die Mehrheit darstellt? (Philoso­phie des Absur­den)

  3. Vie­len Dank lieber Roger für diesen Text. Er bestätigt meinen Ein­druck, dass Pseudowis­senschaften wie Migra­tions- und Gen­der­forschung auf dem Vor­marsch sind und es bin­nen weniger Jahre möglich sein wird, eine ehe­ma­lige hochtech­nisierte Gesellschaft mit echt­en Wis­senschaftlern und Inge­nieuren zu ein­er moralis­chen Gerechtigkeits­ge­sellschaft zu entin­tellek­tu­al­isieren, in der Min­der­heit­en durch Über­vorteilung die Mehrheits­ge­sellschaft ter­ror­isieren. Die Radikalisierung der Indi­vid­u­al­rechte zer­stört let­z­tendlich „jegliche Idee eines Gemein­wohls; mit ihnen lässt sich die Gesellschaft selb­st zum Schuld­ner stem­peln. Man braucht bloß das Han­deln von seinen kul­turellen und poli­tis­chen Bedin­gun­gen abzulösen, dann stellt sich eine sub­lime Bequem­lichkeit ein, ein selb­st­ge­fäl­liges Troglody­ten­tum, das zu Wort kommt als unauf­fäl­lige Vari­ante eine Ter­ror­is­mus des Guten.“ (aus >Gegen den Strom< von Egon Flaig).

  4. @Herr Letsch

    Nen­nen wir doch ganz ungeschminkt die Haup­tur­sache für die Migra­tion in die “Ein­wan­derungsna­tion” Deutsch­land: Es ist unser weltweit ein­ma­lig spend­abler Sozial­staat, der sein Porte­mon­naie für seine sich selb­st ein­ge­lade­nen Gäste freigiebig öffnet!

    Ohne Sozial­staat gäbe es bei uns auch keine Flüchtlingskrise. Die ille­galen Migranten als auch die realen Kriegs­flüchtlinge aus der 3. Welt wis­sen genau, dass sie auf­grund ihrer erhe­blichen Kompetenzdefizite(Sprache, Bil­dung, unpassende Sozial­i­sa­tion, Begabung, usw.) nicht die ger­ing­ste Chance auf unserem Arbeits­markt haben. Wenn sie der deutsche Sozial­staat nicht mit einen Run­dumpaket ver­sor­gen würde, müssten sie stattdessen wie bsw. in Ital­ien auf der Strasse leben und bet­teln gehen. Und all die Nachkom­men der Gas­tar­beit­er­gen­er­a­tion, plus viele EU-Zuwan­der­er aus Osteuropa(“Rumänen” und “Bul­gar­en”), wären schon längst wieder zurück in ihren Heimatlän­dern, wenn der großzügige Sozial­staat nicht ihre Par­al­lelex­is­tenz finanzieren würde. Wenn man den deutschen Sozial­staat auf das Niveau der “elle­bo­genkap­i­tal­is­tis­chen” USA run­ter­schraubte, so wür­den anschließend 90% aller Artikel bei “Achgut” oder “Tichys Ein­blick” obso­let wer­den, weil die darin beschriebe­nen Kon­flik­te und Fehlen­twick­lun­gen sich von selb­st (auf-)lösen wür­den. Das ist wie, als wenn man sich über seinen Nach­barn ärg­ert, der um 23:00 Uhr Abends ein Stock­w­erk höher über einem eine laut­starke Par­ty feiert. Man sollte nicht hochge­hen und sich beschw­eren. Das würde bei dem rück­sicht­slosen Mieter gar keinen Sinn machen. Wenn man dem Ruh­estör­er stattdessen im Keller den Strom abstellt, dann ist seine 2000 Watt Sub­woofer-Stereoan­lage stumm. Ohne prob­le­mer­hal­tende Elek­troen­ergie und ohne Sozialknete-Pow­er auch keine Sor­gen mehr.

    • Warum sollte die Migra­tion in die Sozial­sys­teme been­det wer­den?
      Solange es starke Wirk­mächte gibt, die ungeah­nt davon prof­i­tieren, und die Kon­junk­tur vor ein­er Wahl brummt, was die Wieder­wahl fördert, und die Rei­bungsver­luste unbe­merkt sozial­isiert wer­den kön­nen (Deu­tung­shoheit ÖR), müssten die schön blöd sein, das zu ändern.

      (Mel­dung neulich : 200.000 Kla­gen von vom BAMF abgelehn­ten Asyl­be­wer­bern. Anerken­nungsquote bei 1% .)

      P.S. nun hab ich doch glatt den Amt­seid vergessen.…..

  5. “… und es sich eben um eine BIN­NEN-Migra­tion mit BIN­NEN-Kul­tur, BIN­NEN-Sprache und BIN­NEN-Reli­gion han­delte”.
    Für diesen Satz mit der Her­vorhe­bung des Wortes “Bin­nen” möchte ich als Tochter von ver­triebe­nen Ost­preußen ganz her­zlich danken.
    Eine alte Ost­preußin erzählte mir, ihre Enke­lin habe zu ihr gesagt: “Oma, du bist doch auch geflüchtet”. Lei­der fiel der Groß­mut­ter das von Ihnen genan­nte Argu­ment in dem Moment nicht ein.
    Ich werde nicht müde, dieses Argu­ment vorzubrin­gen. Schließlich waren die deutschen Ost­ge­bi­ete vom übri­gen Deutsch­land nicht abgeschot­tet, oder war Lovis Corinth in Bay­ern vielle­icht Aus­län­der?

    • Sehr richtig. Wenn bsw. jemand auf­grund ein­er Nord­see-Sturm­flut, bei der die halbe Stadt Ham­burg über­schwebt wurde, anschließend die Kof­fer packt und zu einem Ver­wandten nach München fährt, um dort erst­mal unterzukom­men, dann ist das schließlich auch keine Flucht im klas­sis­chen(!) Sinne, son­dern vor allem ein­mal eine Bin­nen­wan­derung, bzw. ein Bin­nenumzug. Wenn jemand ein­er Gefahr entwe­icht, so ist er ein zweifel­sohne ein Flüchtling. Es kommt allerd­ings auch immer darauf an, wie weit ihn sein Weg führt. Nur zwei Straßen­blocks oder ein Dorf weit­er, oder tausende Kilo­me­ter ent­fer­nt auf einem ganz anderen Kon­ti­nent.

  6. Zur Seriosität solch­er Forschungs­ge­bi­ete kann ich drei kurze YT-Film­chen aus Nor­we­gen empfehlen: Har­ald Eia, Gle­ich­stel­lungspara­dox. Dort kon­fron­tiert er führende ein­heimis­che Sozi­olo­gen mit den aktuellen Forschungsergeb­nis­sen von Psy­cholo­gen und Biolo­gen aus dem angel­säch­sis­chen Raum. Jene wer­fen nun diesen genau die Sub­jek­tiv­ität und Willkür vor, unter der diese Gesellschaftswis­senschaft in ihrem Wesen lei­den. Da Har­ald Eia im ganzen Land als Come­di­an bekan­nt ist, hat er auch eine lan­desweite Debat­te los­ge­treten. Die Folge war, dass es in Nor­we­gen nun keine Gelder mehr für den ganzen Gen­der-Quark mehr gibt. In Deutsch­land hätte man ihn wahrschein­lich medi­al gesteinigt; kein­er darf bei uns Jeho­va sagen.

  7. Danke für den gesalzenen Artikel!

    Erstaunlich immer, dass jene, die beständig erk­lären, dass Deutsch­land ein Ein­wan­derungs­land sei, eben­so beständig lügen, Zweck­be­haup­tun­gen erfind­en, Kat­e­gorien­fehler bege­hen, Begriffe durcheinan­der­w­er­fen und das alles mit moral­isieren­dem Schwulst zudeck­en, nicht?
    Der Osnabrück­er Staat­saufträge-Pro­fes­sor, der von der Ver­bre­itung staatsverord­neter Staat­side­olo­gien lebt und der andere Ide­olo­gen mit seinen Vier­tal­wahrheit­en und dop­pel­ten Anti­wahrheit­en füt­tert, hat in den zitierten Abschnit­ten mehrfach die Unwahrheit gesagt. Nein, auss­chließlich die Unwahrheit hat er gesagt. Dauernd. Über­all.
    So wie Min­is­terin Aydan Özoguz auch immer die Unwahrheit sagt, so bald sie über­haupt was sagt.
    So wie alle Migra­tionsin­dus­triellen dauernd.
    Und wie die ganze SPD.
    Und wie Merkel und die Partei, die sie geschred­dert hat.

    Dabei IST Deutsch­land kein Ein­wan­derungs­land. Kana­da, Aus­tralien und die USA sind Ein­wan­derungslän­der, denn (Voraus­set­zung!) da gibt es riesige Brach­flächen und gewaltige Bin­nen­märk­te und uner­schlossene Land­schaften galore. All das hat es hinge­gen in Deutsch­land noch nie gegeben.

    • Ich hab ganz vergessen zu erwäh­nen, dass die beflis­se­nen Stu­dentin­nen aus dem Video (es sind tat­säch­lich keine Stu­den­tEN dabei) vor dem Rad­fahren und nach dem Auf­ste­hen die “TAZ” und die “Süd­deutsche” lesen. Da bekommt man alles, was man für den Tag an Argu­menten braucht.

      Doch das war selb­st MIR zu viel Klis­chee, deshalb habe ich es im Text wegge­lassen.

      • Wen man als weib­liche Studierende ein gesellschaftswis­senschaftlich­es Fach belegt (und dazu gehört die Migra­tions­forschung), dann kommt man anschließend nach seinem “Gesellschaft­sklempt­nerdiplom” aller­meist beim Staat oder ein­er vom Staat finanzierten Organisation/Einrichtung unter. Ob mit Voraus­sicht geplant oder gän­zlich unter­be­wusst gewählt: Dumm ist sowas jeden­falls nicht, denn einen besseren “Ehe­mann”, weil sicher­eren Ver­sorg­er der eige­nen Exis­tenz gibt es für eine beruf­stätige Frau schließlich nicht.

      • Nun das erk­lärt Einiges. Bet­ti­na Gaus, „Jour­nal­istin“ der TAZ und Befür­wor­terin ein­er RRG Regierung glänzte beim Presse­club am 27.08.2017 mit ein­er infan­tilen Argu­men­ta­tion die ihres­gle­ichen sucht. Gaus wörtlich: „Wer für die Umwelt ist wählt die Grü­nen, wer recht­sradikal ist wählt die AfD und wer keine Steuern zahlen will wählt die FDP.“ Dann lieferte sie noch den blödesten Wort­beitrag: „Die CDU plakatiert >Sozial ist, was Arbeit schafft< , wenn das kein Rückschritt ist in die sozialpoli­tis­che Bar­barei…. „. Ohne Worte.

    • Es geht dem Herr Prof. Andreas Pott bei sein­er Migrations-“forschung” ein­deutig nicht um echte Erken­nt­nis­gewinne, son­dern vor allem um die Durch­set­zung sein­er Weltan­schau­ung und sein­er poli­tis­chen Ziele in der deutschen Gesellschaft. Statt Wis­senschaft maßge­blich poli­tis­che Agi­ta­tion. So sieht’s wohl aus.

    • Kana­da, Aus­tralien, Neusee­land und die USA sind Ein­wan­derungslän­der, deren Bevölkerung zu fast 100% von Ein­wan­der­ern abstam­men, und deren Bevölkerung auch weit­er­hin auf­grund von Ein­wan­derung(!) wächst. Chile, Argen­tinien, Uruguay oder Brasilien waren in der Ver­gan­gen­heit Ein­wan­derungslän­der, die aber heute keine Neubürg­er mehr aufnehmen, was allerd­ings vor allem an ihrer man­gel­nden Attrak­tiv­ität für Auswan­der­er liegt. Deutsch­land war in sein­er Geschichte nie ein Ein­wan­derungs- son­dern immer ein “Wan­derungs­land”, wo Men­schen auf­grund zufäl­liger Ereignisse und schick­sal­hafter Umstände unregelmäßig in unser Land gekom­men sind(Hugenotten, pol­nis­che Arbeit­er im Ruhrge­bi­et des deutschen Reichs, Gas­tar­beit­er in der Nachkriegszeit, echte(!) poli­tisch ver­fol­gte Asyl­suchende und Kriegs­flüchtlinge.), aber niemals auf­grund sys­tem­a­tis­ch­er Anwer­bung zum dauer­haften(!) Ansied­lung.

    • Haben Sie schon jemals von jemand der behauptet, Deutsch­land sei ein Ein­wan­derungs­land, gele­sen oder gehört, wie er denn Ein­wan­derungs­land definiere, ich nicht. Son­st wür­den sich auch fast alle der Diskus­sio­nen erübri­gen.

  8. per­fekt, wie Sie die “geölte” Flüchtlingsin­dus­trie beschreiben.….ich über­schlage, was “uns” dieses Engage­ment kostet, und was mit den Mil­liar­den Euros bei uns in ‘sch­land hätte bewegt wer­den kön­nen bzgl. Bil­dung, Infra­struk­tur , Inno­va­tion und..und…und…was Merkel´s “wir schaf­fen das” bewirkt hat.…unsere “Stand­haftigkeit” wird entschei­den, ob Europa in der bish­eri­gen Form beste­hen wird oder unterge­ht.….…

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