© S. Hof­schla­e­ger / pixelio​.de

In letzter Zeit hat Deutsch­land wenig posi­tive Schlag­zei­len in Sachen inno­va­ti­ver Tech­no­lo­gien oder tech­ni­scher Groß­pro­jekte pro­du­ziert. Statt­des­sen reihen sich die Pein­lich­kei­ten wie Perlen in einer Kette anein­an­der. Stuttgart21, BER, eine miss­lun­gene Tun­nel­que­rung der Rhein­tal­bahn­stre­cke…die Liste wird länger und pein­li­cher. Ganz all­ge­mein droht Deutsch­land mit­tel­fris­tig der Anschluss im naturwissenschaftlich/technischen Bereich an die Welt­spitze ver­lo­ren zu gehen, beson­ders in den tech­ni­schen Inge­nieur­be­ru­fen gibt es mitt­ler­weile einen kaum noch zu ertra­ge­nen Mangel an Spe­zia­lis­ten. Ein Mangel, der sich durch die heute statt­fin­dende Migra­tion nicht beheben lässt. Zum Glück gibt es aber immer noch Fach­be­rei­che, in denen wir abso­lute Welt­spitze sind: zum Bei­spiel in der Migra­ti­ons­for­schung. Man könnte fast sagen, wir haben diesen Fach­be­reich erfun­den!

Deshalb kann man Andreas Pott, Pro­fes­sor am Insti­tut für Migra­ti­ons­for­schung und Inter­kul­tu­relle Studien (IMIS) der Uni­ver­si­tät Osna­brück, die leuch­ten­den Augen förm­lich ansehen, als er dem Minis­te­rium für Bildung und For­schung, seiner Honig­quelle, kürz­lich ein Inter­view gab, in dem er begeis­tert vom wach­sen­den Inter­esse an seinem Fach sprach. Das Inter­esse sei förm­lich explo­diert! Diese Kon­junk­tur seiner Exper­tise schlägt sich natür­lich auch in den For­schungs­mög­lich­kei­ten nieder. Auf die Frage, ob das wohl immer noch zu wenig sei, ant­wor­tet Pott voller Enthu­si­as­mus:

Und ob. Wir müssen die For­schung zu Migra­tion, Flücht­lings­po­li­tik und Inte­gra­tion viel enger ver­net­zen. Noch immer wissen wir zu wenig über das Ver­hält­nis von Mobi­li­tät und Immo­bi­li­tät, über die Wech­sel­be­zie­hun­gen ver­schie­de­ner Orte und Bewe­gun­gen, über den Zusam­men­hang von Gewalt und Migra­tion, über die Bedeu­tung von Kate­go­rien wie „Flucht“, „Islam“ oder „Migra­ti­ons­hin­ter­grund“. Nur wenn wir hier wei­ter­for­schen, können wir Migra­tion und ihre Folgen ver­ste­hen – und sie und den durch sie beding­ten gesell­schaft­li­chen Wandel bei uns mög­lichst auch gestal­ten.“

Ich brauchte eine Weile, um nach dieser Antwort wieder Luft zu bekom­men. Mobi­li­tät und Immo­bi­li­tät, Ort und Bewe­gung, Gewalt und Migra­tion, Ying und Yang, Hoch und Tief, Dick und Doof. Was ist das hier, ein Wett­ren­nen? Unter­sucht man auch das Ver­hält­nis von Schwim­mern zu Nicht­schwim­mern beim Über­que­ren des Mit­tel­meers und freut man sich, dass man den „Zusam­men­hang von Gewalt und Migra­tion“ nun endlich auch in Köln oder Berlin beob­ach­ten kann? Und während sich das IMIS noch an die Bedeu­tung von „Flucht“ und „Islam“ heran­de­fi­niert, schafft die unge­steu­erte aber „völlig erwart­bare“ Migra­tion Fakten. Fakten, an denen sich die Migra­ti­ons­for­scher gern empi­risch entlang pir­schen, die sie aber weder beein­flus­sen noch vor­her­se­hen können. Die Grenz­öff­nung im Jahr 2015 ließ die For­scher jeden­falls über ihr eigenes Nar­ra­tiv stol­pern. Ihre For­de­rung nämlich, endlich mehr Migra­tion zuzu­las­sen und Deutsch­land zum Ein­wan­de­rungs­land zu machen, wurde auf wun­der­same Weise schlag­ar­tig erfüllt. Was wie­derum dazu führte, dass sich die Kritik der For­scher nun vor allem auf die man­gel­hafte Vor­be­rei­tung und dem Wider­wil­len der tumben Deut­schen kapri­zierte, welche einfach ihre Chancen nicht begrei­fen wollen. Denn wer Flucht und Migra­tion zum mensch­li­chen Nor­mal­zu­stand erklärt, der muss natür­lich kri­ti­sie­ren, wenn der unwil­lige, immo­bile Nor­mal­bür­ger ohne Flucht­nei­gung nicht darauf vor­be­rei­tet ist, mal eben ein paar Dau­er­schlaf­gäste auf­zu­neh­men oder selbst bei Bedarf hastig die Flucht zu ergrei­fen.

Wer sein Fach­ge­biet jedoch gänz­lich frei machen will von den Zeit­läuf­ten, der stellt es zudem mög­lichst breit auf. Und als Prof. Pott in seiner Fest­an­spra­che zum 25-jäh­ri­gen Insti­tuts­ge­burts­tag auch die Stu­den­ten, die von außer­halb nach Osna­brück zum Studium kämen, zu Migran­ten erklärte (hier, etwa ab 1:16:00) und niemand im Audi­to­rium lachte, war spä­tes­tens jetzt das For­schungs­feld groß­zü­gig abge­steckt. Jede Bewe­gung kann man offen­bar als Migra­tion ver­ste­hen, ob man sich nun aus der Sahel­zone auf den Weg nach Finn­land macht, oder mit einem REWE-Ein­kaufs­korb in eine Aldi-Filiale fährt. So bleibt dem For­scher immer aus­rei­chend zu tun und sein For­schungs­ge­gen­stand so normal und all­ge­gen­wär­tig, wie das Wetter für den Meteo­ro­lo­gen. Wetter ist immer, Migra­tion ist immer und was immer ist, ist normal. Punkt.

Das Insti­tut für Migra­ti­ons­for­schung und Inter­kul­tu­relle Studien (IMIS) an der Uni­ver­si­tät Osna­brück, gegrün­det 1991, gehört zu den wich­tigs­ten Stich­wort­ge­bern von Staats­mi­nis­te­rin Özoğuz und diese sprach bereits 2015 in ihrem Gruß­wort anläss­lich des 25-jäh­ri­gen Bestehens des IMIS von den „Erfor­der­nis­sen eines neuen Leit­bil­des“, welches sie etwa ein Jahr später als all­seits bekann­tes „Stra­te­gie­pa­pier“ vor­legte. „Vom Ein­wan­de­rungs­land zur Ein­wan­de­rungs­ge­sell­schaft“, das sei der rich­tige Weg meinen IMIS und Minis­te­rin im Gleich­klang. Wer also wissen möchte, wer auf die Idee kam, Migra­tion sei in Deutsch­land eine Aufgabe, die jeder ein­zelne Bürger min­des­tens genauso inten­siv wie Kin­der­er­zie­hung und Kör­per­pflege aktiv zu betrei­ben habe, der lese auf­merk­same die Publi­ka­tio­nen der For­scher aus Osna­brück, deren Argu­men­ta­tion sich 1:1 in den Reden diver­ser deut­scher Poli­ti­ker wie­der­fin­det.

Einen unver­stell­ten Ein­blick in das Selbst­ver­ständ­nis ange­hen­der Migra­ti­ons­for­sche­rin­nen bietet auch ein kleiner YouTube-Film der Stu­den­ten des Insti­tuts aus dem Jahr 2015. Man fährt offen­bar viel Rad, schaut seinen Pro­fes­so­ren zu, wenn diese – als Migra­ti­ons-Exper­ten unter­ti­telt – in „Brennpunkt“-Sendungen über Ter­ro­ris­mus Aus­kunft geben und kommt erstaun­li­cher­weise zu dem Schluss, dass „Sub­jek­ti­vi­tät etwas ganz nor­ma­les“ sei und man nur „im eigenen kleinen Con­tai­ner sitze und sich die Welt anschaue“. So viel Selbst­kri­tik hätte ich gar nicht erwar­tet! Na denn, auf zur Demo „Die Festung brechen, neue Wege wagen – Demons­tra­tion gegen die euro­päi­sche Abschot­tungs­po­li­tik.“ Ein Slogan, der zwei Jahre später und ange­sichts zu Fes­tun­gen aus­ge­bau­ter Ver­an­stal­tun­gen wie ein geschmack­lo­ser Witz klingt. Dabei ist Sub­jek­ti­vi­tät tat­säch­lich etwas ganz Nor­ma­les. Normal ist aber auch, dass die meisten Men­schen auf dieser Welt Flucht und Migra­tion als abso­lu­ten Aus­nah­me­zu­stand betrach­ten und im Ein­zel­fall alles andere als erfreut darüber sind, sich auf den Weg in ein anderes Land zu machen, anstatt im Her­kunfts­land ein mög­lichst ruhiges, fried­li­ches Leben führen zu können, und nur gele­gent­lich zum Zweck eines Stu­di­ums im Ausland, eines Urlaubs oder eines Ein­kaufs bei Aldi zu „migrie­ren”. Zyniker wie ich könnten sogar mut­ma­ßen, dass der Migra­ti­ons­for­scher von heute gera­dezu ange­wie­sen ist auf aus­ge­rech­net jene Kräfte, die welt­weit die Migra­ti­ons­ströme am Laufen halten: Mangel an Libe­ra­li­tät, Kor­rup­tion, reli­giö­ser Fun­da­men­ta­lis­mus, eth­ni­sche Kon­flikte und Bür­ger­krieg. Das gesteht man sich aber nicht so gern ein und erklärt die Migra­tion statt­des­sen zum „weiten Feld” und zum Nor­mal­zu­stand mensch­li­cher Exis­tenz.

Die Jahr­hun­derte lange Erfah­rung der Feu­er­wehr mit Bränden aller Art hat zu vielen Regu­la­rien in Sachen Brand­schutz geführt, die For­schung der Migra­ti­ons­for­scher läuft in Ana­lo­gie aber darauf hinaus, sich statt mit Brand­schutz lieber damit zu befas­sen, wie warm und far­ben­froh das Stadt­bild durch die gleich­mä­ßige Ver­tei­lung bren­nen­der Dächer werden kann. Das Feuer als Chance, und Neros Vision vom „neuen Rom“ als Blau­pause einer dyna­mi­schen, mobilen, hete­ro­ge­nen Migra­ti­ons­ge­sell­schaft. Panta rhei, alles fließt, wer rastet, der rostet, oder, bezogen auf die Auf­nah­me­ge­sell­schaft: stellt euch nicht so an!

Nun ist eine gewisse Ver­liebt­heit in das eigene For­schungs­ob­jekt durch­aus nach­voll­zieh­bar, ganz gleich ob es sich um Orni­tho­lo­gie, Vul­ka­no­lo­gie oder Migra­ti­ons­for­schung handelt. Mir ist jedoch kein Vul­ka­no­loge bekannt, der etwa den Vesuv aus Fach­in­ter­esse gern mal wieder aus­bre­chen sehen würde, um die Fließ­ge­schwin­dig­keit der Lava in Bezie­hung zum Fitness-Level der Ein­woh­ner Neapels setzen zu können. Migra­ti­ons­for­scher ticken da offen­bar anders. Sie halten es für wenig hilf­reich, dass mensch­li­che Gemein­schaf­ten dazu ten­die­ren, durch Homo­ge­ni­tät halb­wegs stabile Gesell­schaf­ten zu bilden und nicht hin­neh­men wollen, dass Migra­tion ein „erwart­ba­rer Nor­mal­zu­stand“ sein soll.

Prof. Pott weiter im Inter­view mit dem Minis­te­rium: „…Insti­tu­tio­nell und mental wandelt sich Deutsch­land vom Nicht­ein­wan­de­rungs­land zu einer Migra­ti­ons­ge­sell­schaft. Inso­fern schafft Migra­ti­ons­for­schung neue Mög­lich­kei­ten der Gesell­schafts­ana­lyse. Das ist span­nend und frei­lich ein großer Anspruch.“

Die Politik nimmt diese Analyse dankbar auf, indem sie nach und nach Migra­tion zur Pflicht für das jewei­lige Auf­nah­me­land erklärt, auf EU-Ebene wird dies zumin­dest ver­sucht und die ganze Misere der Flücht­lings­krise auf man­gelnde Bereit­schaft mancher EU-Länder pro­ji­ziert. Span­nend ist das Ganze natür­lich auch für die unfrei­wil­li­gen Gast­län­der, die nun endlich die Mög­lich­keit erhal­ten, einige ihnen unver­dient zuge­wach­sene Pri­vi­le­gien zu hin­ter­fra­gen und sich für Neues zu öffnen. Abge­sagte Feste, über­bor­dende Sicher­heits­kon­zepte, auf­klap­pende Messer und kul­tu­relle „Miss­ver­ständ­nisse“ der Art „War-es-noch-Sex-oder-schon-Ver­ge­wal­ti­gung“ sorgen für eine steil stei­gende Lern­kurve, die dann von Migra­ti­ons­for­schern mit Neugier und Span­nung beglei­tet und kom­men­tiert werden kann.

Pott weiter: „…nicht erst seit dem Beginn des Anstiegs der Zahl der Asyl­su­chen­den in Deutsch­land ist die Nach­frage nach wis­sen­schaft­li­cher Exper­tise in Politik, Ver­wal­tung und Öffent­lich­keit kon­ti­nu­ier­lich gestie­gen. Migra­tion ist eines der großen Zukunfts­the­men. […] zu einer solchen Migra­ti­ons­ge­sell­schaft gehört es auch, über Migra­tion zu kom­mu­ni­zie­ren und zu reflek­tie­ren.“

Wie man sieht, ist die unschöne Ange­wohn­heit, Asyl und Migra­tion zu einem Teig zusam­men­zu­rüh­ren, auch unter Migra­ti­ons­for­schern ver­brei­tet. Was jedoch die Kom­mu­ni­ka­tion angeht, so findet diese auch ohne die Migra­ti­ons­for­scher statt und läuft deren Absicht gänz­lich ent­ge­gen. Die auf­zu­klä­rende „Migra­ti­ons­ge­sell­schaft“ emp­fin­det Migra­tion, zumin­dest wenn sie in großem Umfang und unge­steu­ert statt­fin­det, eben nicht als erstre­bens­wer­ten Nor­mal­zu­stand, sondern als bedroh­li­che Aus­nah­me­si­tua­tion, deren Ende sie gern defi­niert sähe.

Wie aus der Zeit gefal­len wirkt in diesem Zusam­men­hang ein Video aus dem Jahr 2014, dass Prof. Pott in einem Vortrag beim Osna­brü­cker Wis­sens­fo­rum zeigt. Ob Deutsch­land eine Flücht­lings­ka­ta­stro­phe drohe? Nein, sagt Herr Pott und fragt sug­ges­tiv: „Ist Deutsch­land durch die Mil­lio­nen auf­ge­nom­me­nen Flücht­linge nach dem 2. Welt­krieg etwa schwä­cher gewor­den?“ und ant­wor­tet auch gleich selbst mit „Nein!“. Auch die Tat­sa­che, dass sich der Ver­gleich der Bin­nen­mi­gra­tion im Nach­kriegs­deutsch­land mit der heu­ti­gen Situa­tion in Europa ver­bie­tet, schon weil damals nicht einmal annä­hernd so viel staat­li­che Infra­struk­tur dafür auf­ge­wen­det wurde und es sich eben um eine BINNEN-Migra­tion mit BINNEN-Kultur, BINNEN-Sprache und BINNEN-Reli­gion han­delte, schafft bei mir kein Ver­trauen in die Fähig­kei­ten der Migra­ti­ons­for­scher, die Rea­li­tät zu erken­nen oder Ver­wert­ba­res für die Zukunft bei­zu­tra­gen.

Die Migrationsindustrie macht sich unentbehrlich

Es ist an der Zeit, die Begriffe „Asyl“ und „Migra­tion“ endlich streng von­ein­an­der zu trennen, was eigent­lich Aufgabe der Migra­ti­ons­for­scher wäre – inclu­sive der Defi­ni­tion klarer Ziele. Während man die Kri­te­rien für die Gewäh­rung von zeit­wei­li­gem Asyl staat­lich regeln kann, ist Migra­tion eine zutiefst private Ent­schei­dung, die sich am Streben nach per­sön­li­chem Glück des Ein­zel­nen ori­en­tie­ren muss. Die Idee, für Migra­tion einen staat­lich orga­ni­sier­ten Zoo aus Beschwer­de­stel­len, Ombuds­leu­ten, Kon­flikt­lot­sen, For­schern und Begeg­nungs­er­mög­li­chern zu ali­men­tie­ren, ist gera­dezu absurd! In diesen Struk­tu­ren stellt sich schnell ein großes Behar­rungs­ver­mö­gen ein, was zur Eta­blie­rung einer gut geölten staat­li­chen Migra­ti­ons­in­dus­trie führt. Bereits heute gibt es „war­nende Stimmen“, die von einer Unter­be­le­gung der Erst­auf­nah­me­ein­rich­tun­gen spre­chen – ein Umstand, dem nach der Wahl abge­hol­fen werden soll, zunächst durch den Fami­li­en­nach­zug für 390.000 syri­sche Flücht­linge.

Es stellt sich aber die Frage, was die Migra­ti­ons­for­scher eigent­lich in all den Jahren vor den großen Migra­ti­ons­strö­men gemacht haben und warum sie damals auch schon in Osna­brück statt in Karthum oder Isla­ma­bad arbei­te­ten. Inzwi­schen ver­fällt die deut­sche Wett­be­werbs­fä­hig­keit in allen MINT-Berei­chen weiter und die marode Infra­struk­tur ver­fällt gleich mit. Es darf ver­mu­tet werden, dass spä­tes­tens in 100 Jahren, wenn sich bei gleich­blei­ben­der Migra­ti­ons­an­stren­gung und -for­schung die Mehr­heits­ver­hält­nisse in Europa umge­kehrt haben werden, auch der letzte Migra­ti­ons­for­scher erken­nen wird, dass die neue Mehr­heit über­haupt kein Inter­esse an einer mög­lichst hete­ro­ge­nen Gesell­schaft zeigt. Spä­tes­tens dann wird sich die Erkennt­nis durch­set­zen, man wäre doch besser Bau­in­ge­nieur oder Infor­ma­ti­ker gewor­den, denn mit diesen Fähig­kei­ten kann man jeder­zeit migrie­ren und inter­na­tio­nal reüs­sie­ren, während man als Migra­ti­ons­for­scher dazu ver­dammt sein wird, bis zum bit­te­ren Ende in Deutsch­land zu bleiben.

17 Kommentare

  1. Ein Land, dass für die Pio­nier­leis­tun­gen auf einem Gebiet wie der Migra­ti­ons­for­schung direkt oder indi­rekt (für die For­schungs­ob­jekte) mehr als für den Rest von For­schung und Ent­wick­lung ins­ge­samt ( Künst­li­che Intel­li­genz, Hirn­for­schung, Nano­tech­no­lo­gie, Bio-Genetik, Robotik, selbst­fah­rende Autos usw…) zu Ver­fü­gung hat, wird Welt­spitze auf diesem Gebiet werden. Andere Länder schei­nen da doch beträcht­lich zu schla­fen, oder haben dieses Wis­sens­ge­biet noch gar nicht für sich ent­deckt.
    Manche wis­sen­schaft­li­che Erkennt­nisse sind ja auch beein­dru­ckend:
    In „Exodus“ stellt Paul Collier z. B. dar, dass ein Zuviel an (sub­jek­tiv emp­fun­de­ner?) Zuwan­de­rung das Ver­trauen der Auf­neh­men­den Gesell­schaft unter­ein­an­der ver­rin­gert. Das ver­rin­gert u. A. zwangs­läu­fig unge­mein die Pro­duk­ti­vi­tät, mit der Folge, dass die Wirt­schafts­leis­tung sinkt, so dass die Migra­ti­ons­for­schung gut beraten ist, von den noch flie­ßen­den unge­ahn­ten Ein­nah­men etwas für später auf­zu­spa­ren.
    Gut, dass eine Gesell­schaft wählen kann, ob sie welt­spitze in Huma­ni­tät oder in der Wirt­schaft sein will.
    PS : in den USA sind CAP­T­CHAs schon out, weil die AI-Maschi­nen das schon beherr­schen, während wir über die Her­stel­lung von digi­ta­ler Infra­struk­tur dis­ku­tie­ren wie sie Estland schon seit 15 Jahren hat.

  2. Aus­ge­wählte Auf­ga­ben der Migra­ti­ons­for­schung, Chancen für Fach­über­grei­fende Inter­dis­zi­pli­näre For­schung

    1. Hat es jemals ein Volk gegeben, das sich ein­re­den ließ, alle pro­fi­tie­ren von der Migra­tion ( Geschichte)
    2. Hat es mal ein Volk gegeben, das einen Brain Drain erlit­ten hat, Leis­tungs­trä­ger, die in benach­bar­ten Ländern mehr ver­die­nen können und unter­durch­schnitt­lich Trans­fer­leis­tun­gen bezie­hen, ver­lo­ren hat (Polen, Ungarn), die nicht skep­tisch waren als sie von eben diesen Nach­barn ein­ge­la­dene Männer aus einem fremden Kul­tur­kreis, meist ohne Aus­sicht auf eine Arbeits­stelle, soli­da­risch ein­tau­schen sollen? (Geschichte, Logik EU-For­schung)
    3. Kann man eine Viel­zahl nötigen, sich den Inter­es­sen einer Min­der­heit unter­zu­ord­nen, bis diese dann die Mehr­heit dar­stellt? (Phi­lo­so­phie des Absur­den)

  3. Vielen Dank lieber Roger für diesen Text. Er bestä­tigt meinen Ein­druck, dass Pseu­do­wis­sen­schaf­ten wie Migra­ti­ons- und Gen­der­for­schung auf dem Vor­marsch sind und es binnen weniger Jahre möglich sein wird, eine ehe­ma­lige hoch­tech­ni­sierte Gesell­schaft mit echten Wis­sen­schaft­lern und Inge­nieu­ren zu einer mora­li­schen Gerech­tig­keits­ge­sell­schaft zu ent­in­tel­lek­tua­li­sie­ren, in der Min­der­hei­ten durch Über­vor­tei­lung die Mehr­heits­ge­sell­schaft ter­ro­ri­sie­ren. Die Radi­ka­li­sie­rung der Indi­vi­du­al­rechte zer­stört letzt­end­lich „jeg­li­che Idee eines Gemein­wohls; mit ihnen lässt sich die Gesell­schaft selbst zum Schuld­ner stem­peln. Man braucht bloß das Handeln von seinen kul­tu­rel­len und poli­ti­schen Bedin­gun­gen abzu­lö­sen, dann stellt sich eine sublime Bequem­lich­keit ein, ein selbst­ge­fäl­li­ges Tro­glo­dy­ten­tum, das zu Wort kommt als unauf­fäl­lige Vari­ante eine Ter­ro­ris­mus des Guten.“ (aus >Gegen den Strom< von Egon Flaig).

  4. @Herr Letsch

    Nennen wir doch ganz unge­schminkt die Haupt­ur­sa­che für die Migra­tion in die „Ein­wan­de­rungs­na­tion” Deutsch­land: Es ist unser welt­weit ein­ma­lig spen­da­bler Sozi­al­staat, der sein Porte­mon­naie für seine sich selbst ein­ge­la­de­nen Gäste frei­gie­big öffnet!

    Ohne Sozi­al­staat gäbe es bei uns auch keine Flücht­lings­krise. Die ille­ga­len Migran­ten als auch die realen Kriegs­flücht­linge aus der 3. Welt wissen genau, dass sie auf­grund ihrer erheb­li­chen Kompetenzdefizite(Sprache, Bildung, unpas­sende Sozia­li­sa­tion, Bega­bung, usw.) nicht die geringste Chance auf unserem Arbeits­markt haben. Wenn sie der deut­sche Sozi­al­staat nicht mit einen Rundum­pa­ket ver­sor­gen würde, müssten sie statt­des­sen wie bsw. in Italien auf der Strasse leben und betteln gehen. Und all die Nach­kom­men der Gast­ar­bei­ter­ge­ne­ra­tion, plus viele EU-Zuwan­de­rer aus Osteuropa(„Rumänen” und „Bul­ga­ren”), wären schon längst wieder zurück in ihren Hei­mat­län­dern, wenn der groß­zü­gige Sozi­al­staat nicht ihre Par­al­lel­exis­tenz finan­zie­ren würde. Wenn man den deut­schen Sozi­al­staat auf das Niveau der „elle­bo­gen­ka­pi­ta­lis­ti­schen” USA run­ter­schraubte, so würden anschlie­ßend 90% aller Artikel bei „Achgut” oder „Tichys Ein­blick” obsolet werden, weil die darin beschrie­be­nen Kon­flikte und Fehl­ent­wick­lun­gen sich von selbst (auf-)lösen würden. Das ist wie, als wenn man sich über seinen Nach­barn ärgert, der um 23:00 Uhr Abends ein Stock­werk höher über einem eine laut­starke Party feiert. Man sollte nicht hoch­ge­hen und sich beschwe­ren. Das würde bei dem rück­sichts­lo­sen Mieter gar keinen Sinn machen. Wenn man dem Ruhe­stö­rer statt­des­sen im Keller den Strom abstellt, dann ist seine 2000 Watt Sub­woo­fer-Ste­reo­an­lage stumm. Ohne pro­ble­mer­hal­tende Elek­tro­en­er­gie und ohne Sozi­alknete-Power auch keine Sorgen mehr.

    • Warum sollte die Migra­tion in die Sozi­al­sys­teme beendet werden?
      Solange es starke Wirk­mächte gibt, die unge­ahnt davon pro­fi­tie­ren, und die Kon­junk­tur vor einer Wahl brummt, was die Wie­der­wahl fördert, und die Rei­bungs­ver­luste unbe­merkt sozia­li­siert werden können (Deu­tungs­ho­heit ÖR), müssten die schön blöd sein, das zu ändern.

      (Meldung neulich : 200.000 Klagen von vom BAMF abge­lehn­ten Asyl­be­wer­bern. Aner­ken­nungs­quote bei 1% .)

      P.S. nun hab ich doch glatt den Amtseid ver­ges­sen.…..

  5. … und es sich eben um eine BINNEN-Migra­tion mit BINNEN-Kultur, BINNEN-Sprache und BINNEN-Reli­gion han­delte”.
    Für diesen Satz mit der Her­vor­he­bung des Wortes „Binnen” möchte ich als Tochter von ver­trie­be­nen Ost­preu­ßen ganz herz­lich danken.
    Eine alte Ost­preußin erzählte mir, ihre Enkelin habe zu ihr gesagt: „Oma, du bist doch auch geflüch­tet”. Leider fiel der Groß­mut­ter das von Ihnen genannte Argu­ment in dem Moment nicht ein.
    Ich werde nicht müde, dieses Argu­ment vor­zu­brin­gen. Schließ­lich waren die deut­schen Ost­ge­biete vom übrigen Deutsch­land nicht abge­schot­tet, oder war Lovis Corinth in Bayern viel­leicht Aus­län­der?

    • Sehr richtig. Wenn bsw. jemand auf­grund einer Nordsee-Sturm­flut, bei der die halbe Stadt Hamburg über­schwebt wurde, anschlie­ßend die Koffer packt und zu einem Ver­wand­ten nach München fährt, um dort erstmal unter­zu­kom­men, dann ist das schließ­lich auch keine Flucht im klas­si­schen(!) Sinne, sondern vor allem einmal eine Bin­nen­wan­de­rung, bzw. ein Bin­nen­um­zug. Wenn jemand einer Gefahr ent­weicht, so ist er ein zwei­fels­ohne ein Flücht­ling. Es kommt aller­dings auch immer darauf an, wie weit ihn sein Weg führt. Nur zwei Stra­ßen­blocks oder ein Dorf weiter, oder tau­sende Kilo­me­ter ent­fernt auf einem ganz anderen Kon­ti­nent.

  6. Zur Serio­si­tät solcher For­schungs­ge­biete kann ich drei kurze YT-Film­chen aus Nor­we­gen emp­feh­len: Harald Eia, Gleich­stel­lungs­pa­ra­dox. Dort kon­fron­tiert er füh­rende ein­hei­mi­sche Sozio­lo­gen mit den aktu­el­len For­schungs­er­geb­nis­sen von Psy­cho­lo­gen und Bio­lo­gen aus dem angel­säch­si­schen Raum. Jene werfen nun diesen genau die Sub­jek­ti­vi­tät und Willkür vor, unter der diese Gesell­schafts­wis­sen­schaft in ihrem Wesen leiden. Da Harald Eia im ganzen Land als Come­dian bekannt ist, hat er auch eine lan­des­weite Debatte los­ge­tre­ten. Die Folge war, dass es in Nor­we­gen nun keine Gelder mehr für den ganzen Gender-Quark mehr gibt. In Deutsch­land hätte man ihn wahr­schein­lich medial gestei­nigt; keiner darf bei uns Jehova sagen.

  7. Danke für den gesal­ze­nen Artikel!

    Erstaun­lich immer, dass jene, die bestän­dig erklä­ren, dass Deutsch­land ein Ein­wan­de­rungs­land sei, ebenso bestän­dig lügen, Zweck­be­haup­tun­gen erfin­den, Kate­go­ri­en­feh­ler begehen, Begriffe durch­ein­an­der­wer­fen und das alles mit mora­li­sie­ren­dem Schwulst zude­cken, nicht?
    Der Osna­brü­cker Staats­auf­träge-Pro­fes­sor, der von der Ver­brei­tung staats­ver­ord­ne­ter Staats­ideo­lo­gien lebt und der andere Ideo­lo­gen mit seinen Vier­tal­wahr­hei­ten und dop­pel­ten Anti­wahr­hei­ten füttert, hat in den zitier­ten Abschnit­ten mehr­fach die Unwahr­heit gesagt. Nein, aus­schließ­lich die Unwahr­heit hat er gesagt. Dauernd. Überall.
    So wie Minis­te­rin Aydan Özoguz auch immer die Unwahr­heit sagt, so bald sie über­haupt was sagt.
    So wie alle Migra­ti­ons­in­dus­tri­el­len dauernd.
    Und wie die ganze SPD.
    Und wie Merkel und die Partei, die sie geschred­dert hat.

    Dabei IST Deutsch­land kein Ein­wan­de­rungs­land. Kanada, Aus­tra­lien und die USA sind Ein­wan­de­rungs­län­der, denn (Vor­aus­set­zung!) da gibt es riesige Brach­flä­chen und gewal­tige Bin­nen­märkte und uner­schlos­sene Land­schaf­ten galore. All das hat es hin­ge­gen in Deutsch­land noch nie gegeben.

    • Ich hab ganz ver­ges­sen zu erwäh­nen, dass die beflis­se­nen Stu­den­tin­nen aus dem Video (es sind tat­säch­lich keine Stu­den­tEN dabei) vor dem Rad­fah­ren und nach dem Auf­ste­hen die „TAZ” und die „Süd­deut­sche” lesen. Da bekommt man alles, was man für den Tag an Argu­men­ten braucht.

      Doch das war selbst MIR zu viel Kli­schee, deshalb habe ich es im Text weg­ge­las­sen.

      • Wen man als weib­li­che Stu­die­rende ein gesell­schafts­wis­sen­schaft­li­ches Fach belegt (und dazu gehört die Migra­ti­ons­for­schung), dann kommt man anschlie­ßend nach seinem „Gesell­schafts­klempt­ner­di­plom” aller­meist beim Staat oder einer vom Staat finan­zier­ten Organisation/Einrichtung unter. Ob mit Vor­aus­sicht geplant oder gänz­lich unter­be­wusst gewählt: Dumm ist sowas jeden­falls nicht, denn einen bes­se­ren „Ehemann”, weil siche­re­ren Ver­sor­ger der eigenen Exis­tenz gibt es für eine berufs­tä­tige Frau schließ­lich nicht.

      • Nun das erklärt Einiges. Bettina Gaus, „Jour­na­lis­tin“ der TAZ und Befür­wor­te­rin einer RRG Regie­rung glänzte beim Pres­se­club am 27.08.2017 mit einer infan­ti­len Argu­men­ta­tion die ihres­glei­chen sucht. Gaus wört­lich: „Wer für die Umwelt ist wählt die Grünen, wer rechts­ra­di­kal ist wählt die AfD und wer keine Steuern zahlen will wählt die FDP.“ Dann lie­ferte sie noch den blö­des­ten Wort­bei­trag: „Die CDU pla­ka­tiert >Sozial ist, was Arbeit schafft< , wenn das kein Rück­schritt ist in die sozi­al­po­li­ti­sche Bar­ba­rei…. „. Ohne Worte.

    • Es geht dem Herr Prof. Andreas Pott bei seiner Migrations-„forschung” ein­deu­tig nicht um echte Erkennt­nis­ge­winne, sondern vor allem um die Durch­set­zung seiner Welt­an­schau­ung und seiner poli­ti­schen Ziele in der deut­schen Gesell­schaft. Statt Wis­sen­schaft maß­geb­lich poli­ti­sche Agi­ta­tion. So sieht’s wohl aus.

    • Kanada, Aus­tra­lien, Neu­see­land und die USA sind Ein­wan­de­rungs­län­der, deren Bevöl­ke­rung zu fast 100% von Ein­wan­de­rern abstam­men, und deren Bevöl­ke­rung auch wei­ter­hin auf­grund von Ein­wan­de­rung(!) wächst. Chile, Argen­ti­nien, Uruguay oder Bra­si­lien waren in der Ver­gan­gen­heit Ein­wan­de­rungs­län­der, die aber heute keine Neu­bür­ger mehr auf­neh­men, was aller­dings vor allem an ihrer man­geln­den Attrak­ti­vi­tät für Aus­wan­de­rer liegt. Deutsch­land war in seiner Geschichte nie ein Ein­wan­de­rungs- sondern immer ein „Wan­de­rungs­land”, wo Men­schen auf­grund zufäl­li­ger Ereig­nisse und schick­sal­haf­ter Umstände unre­gel­mä­ßig in unser Land gekom­men sind(Hugenotten, pol­ni­sche Arbei­ter im Ruhr­ge­biet des deut­schen Reichs, Gast­ar­bei­ter in der Nach­kriegs­zeit, echte(!) poli­tisch ver­folgte Asyl­su­chende und Kriegs­flücht­linge.), aber niemals auf­grund sys­te­ma­ti­scher Anwer­bung zum dau­er­haf­ten(!) Ansied­lung.

    • Haben Sie schon jemals von jemand der behaup­tet, Deutsch­land sei ein Ein­wan­de­rungs­land, gelesen oder gehört, wie er denn Ein­wan­de­rungs­land defi­niere, ich nicht. Sonst würden sich auch fast alle der Dis­kus­sio­nen erüb­ri­gen.

  8. perfekt, wie Sie die „geölte” Flücht­lings­in­dus­trie beschreiben.….ich über­schlage, was „uns” dieses Enga­ge­ment kostet, und was mit den Mil­li­ar­den Euros bei uns in ‚schland hätte bewegt werden können bzgl. Bildung, Infra­struk­tur , Inno­va­tion und..und…und…was Merkel´s „wir schaf­fen das” bewirkt hat.…unsere „Stand­haf­tig­keit” wird ent­schei­den, ob Europa in der bis­he­ri­gen Form bestehen wird oder unter­geht.….…

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