Wenn man Artikel schreibt, die nicht zu 100% der eige­nen Erfahrungs- oder Gefühlswelt entsprin­gen, beste­ht immer die Gefahr, dass man meilen­weit daneben liegt. Etwa, weil man nicht alle zugänglichen Quellen berück­sichtigt oder schlicht falsch inter­pretiert hat. Es kommt sog­ar vor, dass man sich an ein­er Stelle ver­rech­net oder falsche Schlüsse zieht. Dann ist man froh, wenn es aufmerk­same Leser gibt, die eine Kor­rek­tur anre­gen. Kein Prob­lem, man schreibt eine Kor­rek­tur, erk­lärt den Fehler und am Ende des Prozess­es ste­ht ein erkleck­lich­er Erken­nt­nis­gewinn, der dem Leser und dem Schreiber hil­ft. Mit der Zeit bekommt man zwar eine gewisse Übung darin, nicht jed­er Hor­rormel­dung blind hin­ter­her zu laufen und auf Plau­si­bil­itäten und bestäti­gende Quellen zu acht­en, aber Fehler passieren immer wieder. Je mehr man schreibt, umso mehr davon macht man. Prob­lema­tisch wird es natür­lich, wenn ein Leser den Autoren selb­st für den Fehler hält. Nach einem Artikel, in dem ich einen recht abstrak­ten Ver­gle­ich zwis­chen der Entwick­lung Deutsch­lands und Südafrikas (hier und hier) zog – und in dem ich zu dem Schluss gelangte, dass es in bei­den Län­dern nicht zum Besten ste­ht, erhielt ich fol­gende Mail von Her­rn X:

„Natür­lich gibt es ger­ade auch in Deutsch­land einige Ewiggestrige, denen das heutige Südafri­ka nicht gefällt. Darunter sind auch richtige Recht­sex­trem­is­ten. Und hier wird nun der ganze Hass auf ein Land im Umbruch raus­gekotzt. Ver­glichen mit Deutsch­land ist die RSA ein auf­streben­des Land. Und die Weißen wollen nicht weg, ja das Land hat hohe Hür­den für die vie­len poten­tiellen Zuwan­der­er. Südafrikan­er schüt­teln den Kopf ob der deutschen Zustände. Wel­tun­ternehmen wer­den aus Südafri­ka ges­teuert. Es gibt großar­tige Schulen und Uni­ver­sitäten. Und so find­et man weltweit viele tal­en­tierte Men­schen aus diesem Land. Prob­leme gibt es. Aber allein die Fre­undlichkeit und der Opti­mis­mus haben im düsteren Deutsch­land kein­er­lei Entsprechung. Has­sti­raden von ein­er Dorf­s­traße. Wer­den daran nichts ändern.“

Hasstiraden aus der Dorfstraße

„Ewiggestrig“ ist eine Adjek­tivierung, bei der ich zugegeben­er­maßen etwas aller­gisch reagiere. Ich inter­essiere mich für his­torische Ereignisse und suche oft nach Par­al­le­len in der Gegen­wart, das stimmt schon. Aber man wirft einem Zukun­fts­forsch­er ja auch nicht vor, er sei „ewig­morgig“! Der Anwurf, ich würde „Hass auf Südafri­ka rauskotzen“ in Zusam­men­hang mit dem Vor­wurf, ewiggestrig zu sein und Has­sti­raden „von ein­er Dorf­s­traße“ zu ver­bre­it­en, also gewis­ser­maßen den adres­satis­chen Beweis mein­er Prov­inzial­ität geliefert zu haben, finde ich allerd­ings aben­teuer­lich. Eben­so übri­gens wie das hingeschleud­erte Zugeständ­nis „Prob­leme gibt es“, was in etwa so zielführend und konkret ist wie „Geld ist nicht alles“ oder „Wir schaf­fen das“. Richtig ist hinge­gen, dass die Weißen aus Südafri­ka nicht weg­wollen. Warum soll­ten sie auch, ist es doch auch deren Heimat! Jedoch aus dieser Bin­sen­weisheit einen guten Entwick­lungszu­s­tand des Lan­des ableit­en zu wollen und die bluti­gen Fin­gernägel nicht zu sehen, mit denen sich manche Farmer an ihre Scholle krallen, ist ein heute lei­der nicht so seltenes Phänomen der selek­tiv­en Wahrnehmung. Im Fol­gen­den entspann sich ein rasch­er Wech­sel von Mails, in denen X. immer deut­lich­er zeigte, aus welchem Stoff er gemacht ist. Hier das weit­ere Protokoll:

Lieber Herr X,
wenn Sie meinen Text für eine Has­sti­rade hal­ten, haben Sie lei­der nicht begrif­f­en, worum es mir ging. Das geht natür­lich auf meine Kappe. Sie hal­ten die RSA für ein auf­streben­des Land und ich kann Ihnen gar nicht sagen wie sehr ich wün­schte, Sie wer­den Recht behal­ten. Ich sehe das lei­der anders. Da Sie aber andeuten, ich sei ein­er der „Ewiggestri­gen“, die wom­öglich sog­ar die Zeit der Apartheid zurück­wün­schen, muss ich Sie bit­ten, sich samt Ihrer Unter­stel­lun­gen gehackt zu legen.
Mit fre­undlichen Grüßen aus der Dorfstraße

Antwort X: „Auf der Seite achgut gibts ja jede Menge Ras­sis­mus aller Art, gestern gegen Özil, heute gegen Afrikaner.….bestimmt ken­nen Autoren solch­er schmud­del­stuecke Südafri­ka gar nicht oder von recht­sex­tremen heimatabenden.…Südafrikaner sind ungeachtet ihrer oft bedeu­ten­den inter­na­tionalen Statur eher zurückhaltend.…wenn man sieht, wie schwarze Mitar­beit­er auf Far­men im Lauf der let­zten Jahren deut­lich an Kom­pe­tenz und Ausstrahlung gewon­nen haben, kein vgl. Zu den dumpfen Men­schen aus dt. Dorf­s­traßen, ist man sehr beein­druckt, wir haben ja bei der Fußball wo gese­hen, mit welchem Hass auf andere der Nieder­gang der dt. Spiel­er erk­lärt wurde, ver­ste­ht man diesen Has­sar­tikel zu Südafrika“

Ich nehme an, Sie leben in Südafrika?

Antwort X: „Sie waren sich­er noch nie dort oder evtl. Bei weißen Gesin­nungsgenossen aus Deutsch­land auf ner Farm jwd. Sie ken­nen das mod­erne Südafri­ka nicht. Selb­st dt. Edelkonz­erne haben Südafrikanis­che vorstände ange­heuert, weil RSA in vie­len Din­gen weit­er ist. Südafri­ka ist in der ganzen Welt geachtet. Selb­st in Rus­s­land war man ohne viel Fed­er­lesen bei Strateg. Weichen­stel­lun­gen dabei, die dt. Ver­schlafen hat. Ar vors eines der größten Unternehmen Rus­s­lands, ein Südafrikan­er. Putin und der Chin. Präs. sind dem­nächst dort.“

Wür­den Sie bitte meine Frage beantworten?

Antwort X: „Sie haben sich ver­schrieben, sich­er meinen sie: wür­den sie gefäl­ligst meine Frage beant­worten, ich warte.“

Ich würde mir nie erlauben, Ihren Befehlston nachzuah­men, lieb­ster Herr X! Nichts­destotrotz haben Sie meine Frage noch nicht beant­wortet. Ich mut­maße kühn, weil die ehrliche Antwort mit ihrem her­beigeza­uberten Halb­wis­sen kor­re­liert. Aber machen Sie sich keine Mühe, ich möchte Sie nicht von wichti­gen Din­gen ablenken.
Übri­gens: Ich habe gar keine Gesin­nung, somit auch keine Gesinnungsgenossen.
Herzlichst
R.

Antwort X: „So stellt man sich in der Ost­zone, wo rechte und linke Nazis gute Nach­barn sind, die Welt vor. In Südafri­ka würde man etwa staunen oder vielle­icht nicht. Dort herrscht Mei­n­ungs­frei­heit, sog­ar für Ras­sis­ten, die in ihrem Mief leben. Jet­zt sollte es aber genug sein, hab’s nicht so mit Ost­zo­nen Dorfstraßen.
Leuten wie Ihnen fehlt eine Kleinigkeit, Anstand und Men­schlichkeit.…  das braucht man, um über Men­schen in fer­nen Län­dern zu schreiben.…das ist eben das Prob­lem bei achgut, wenn man als kl. IT Angestell­ter in der Schweiz über einen Aus­nahme­s­portler wie Özil schreiben will und nur Schaum vor der deutschen hack­fresse produziert“

Ich genieße Ihre Aufmerk­samkeit übri­gens sehr und hoffe, Sie geben jet­zt nicht auf, mich von mein­er Schlechtigkeit zu überzeu­gen. Möcht­en Sie einen Link zu dem Artikel, den ich über unseren kleinen Dis­put schreiben werde? Keine Sorge, ich werde Sie nur „Herr X.“ nennen!
Herzlichst
R.

Antwort X: „Wer schreibt so? Ein Nazi, der sich nicht an wichtige Dinge her­antraut. Aber keine Sorge, bei öff. Verunglimp­fun­gen wird’s ungemütlich für sie.“

Keine Sorge, ich bin unbe­sorgt, wie Sie wissen.
Herzlichst
R.

– Pro­tokoll Ende –

Wer so schreibt?

Diese Frage stellt sich in der Tat, fasst man die Anwürfe, Beina­he-Aus­raster und Dro­hun­gen zusam­men. Denn alle Ander­s­denk­enden und Ander­ss­chreiben­den sind Nazis, beson­ders die aus der Ost­zone, dem Herz der Fin­ster­n­is – es ist deshalb wohl anzunehmen, das X nicht östlich der Elbe das Licht der Welt erblickt hat. Überse­hen hat Herr X. übri­gens, dass er unberechtigter­weise ver­sucht, mich gle­ich für die Artikel ander­er Achgut-Autoren mit zu ver­haften. Ein Vor­gang, den man als Sip­pen­haft beze­ich­net und der schle­ichend seit einiger Zeit bei Volk und Feuil­leton wieder auf dem Vor­marsch ist.

Die regelmäßige Berichter­stat­tung in den öffentlich-rechtlichen Medi­en von den poli­tis­chen Vorgän­gen in Südafri­ka endete lei­der mit dem Tod Man­de­las. In den Köpfen deutsch­er ide­ol­o­gisiert­er Troglodyten, die Abend für Abend um 20 Uhr von der Tagess­chau mit dem Teil der Wirk­lichkeit ver­traut gemacht wer­den, der für sie rel­e­vant zu sein hat, ist dort deshalb in der Causa Südafri­ka ein unverknüpfter Infor­ma­tions­faden, der nie aktu­al­isiert und neu verknüpft wurde. Es kann nicht sein, was nicht sein darf! Auch X argu­men­tiert nicht mit den aktuellen Zustän­den, son­dern mit der Lage, wie sie sein sollte. In den Köpfen solch­er Leute find­en Verän­derun­gen nur dann statt, wenn sie in den Medi­en vorkom­men, die sie selb­st kon­sum­ieren – was kein Wun­der ist, beze­ich­nen sich diese Medi­en doch selb­st und bei jed­er Gele­gen­heit als alles, was ein Troglodyten­hirn an Infor­ma­tio­nen braucht – wozu wohl auch die Infor­ma­tion gehört, das Özil ein Aus­nahme­s­portler sei, was ich aus fußbal­lerisch­er Unken­nt­nis mal unwider­sprochen ste­hen lasse. Außer­dem ist es über­flüs­sig, in einen Teich zu pis­sen, der längst eine Kloake ist.

Vielle­icht drehe ich diese Glosse am Ende doch ins Pos­i­tive, indem ich offen und frei bekunde, dass ich mich hof­fentlich (!!) mit mein­er Prog­nose sowohl für Deutsch­land als auch für Südafri­ka geir­rt habe, weil bei­de Län­der am Ende noch die Aus­fahrt zur Frei­heit nehmen wer­den. Denn wenn Südafri­ka dies nicht schafft, ist mein­er beschei­de­nen Mei­n­ung nach ganz Afri­ka ver­loren. Was dies für Europa bedeuten würde, wäre Stoff für einen Roland-Emmerich-Block­buster. Deshalb: ein hoff­nungsvolles „Nkosi sikelel’ iAfri­ka!“, Herr X.

Vorheriger ArtikelDeutschland und Südafrika – over, the Rainbow!
Nächster ArtikelDas Mehrheitsprinzip in Lakemba

22 Kommentare

  1. Guten Abend Herr Letsch,

    wahrschein­lich ist der/die/das X ein inten­siv­er Kon­sument öffentlich-rechtlich­er Rund­funkpro­duk­te. Als vor einiger Zeit die Doku­soap über schon länger hier lebende Gut­men­schen aus­ges­trahlt wurde, die sich auf­grund poli­tis­ch­er Umstände zur Flucht aus Deutsch­land nach Südafri­ka entschlossen haben — da hat der/die/das X wohl geglaubt, es han­dle sich mit­nicht­en um eine Real­satire son­dern um einen Tat­sachen­bericht. Anders kann ich mir die Reak­tion und Argu­men­ta­tion bzgl. Ihres Artikels von dieser Per­son nicht erklären.

    In den uns allen bekan­nten und geschätzten Medi­en wird ja immer wieder mal über die Gen­er­a­tion Schneeflocke berichtet. Vielle­icht kon­nten wir — also ins­beson­dere Sie — hier ein­mal so ein Exem­plar in Aktion erleben.

  2. .… trotz­dem wäre es inter­es­sant zu wis­sen wer x ist. und wenn auch nur verk­lausuliert und anonym. die leute sind sowas von steck­en geblieben. die haben sich ein welt­bild betoniert das läßt einem nur erschrecken. 

    … übri­gends EIN ABSOLUT BRILLIANTER ARTIKEL !!!

  3. Lieber Herr Letsch,
    man kann nur ihre uner­müdliche Geduld bewun­dern, die Sie Her­rn X ent­ge­gen­brin­gen. Sie sind ein aus­gewiesen­er Men­schen­fre­und und fair­er Disku­tant, allerd­ings zeich­net sich von Beginn an eine gewisse Per­spek­tivlosigkeit ab hin­sichtlich ein­er frucht­baren Diskurs­führung. Mas­ter X ist ein unein­sichtiger, notorisch­er Besser­wiss­er, der seine Unflex­i­bil­ität und Vor­ein­genom­men­heit hin­ter ein­er Haßti­rade gegen Ander­s­denk­ende müh­sam zu ver­ber­gen sucht. Er ist meines Eracht­ens auch nicht Akteur in ein­er NGO, denn solche Men­schen sind dazu meis­tens zu bequem. Er ist ein in der Jugend links genudgder Men­sch, dessen
    Weit­er­en­twick­lung auf der Strecke blieb, und der im unre­flek­tierten, sozial­is­tis­chen Gehor­sam die ihm einst
    mit­geteil­ten Botschaften ver­bre­it­et. Ander­s­denk­ende sind- logis­cher­weise- alle seine erk­lärten Feinde.
    Vielle­icht ist er trotz­dem ein ganz Net­ter. Viele kön­nen nicht aus ihrer Haut schlüpfen. Außer­dem sind wir alle Anhänger des Plu­ral­is­mus, und jede Mei­n­ung ist es wert, gehört zu wer­den. Sie machen das sehr engagiert und sympathisch!

    • Zum Glück ent­pup­pen sich die meis­ten Men­schen im per­sön­lichen Kon­takt (allein, abgeschnit­ten von ihren Echokam­mern, Wikipedia und den Muni­tions­fab­rikan­ten ZON und SPON) als viel zivil­isiert­er, als es ihre wutschnauben­den Tiraden ver­muten lassen. Deshalb ist mir auch vor X. nicht bange. Die wahren Psy­chopa­then schick­en keine War­nung, die kom­men gle­ich mit dem Messerchen. Lei­der gibt es die aber eben auch.

      • Mal zur Ehren­ret­tung der Psychopathen:

        Ich glaube, die Linken müssen sich viel mehr Sor­gen um Psy­chopa­then in den eige­nen Rei­hen machen, als Du. Ein­fach deshalb, weil Psy­chopa­then nach ein­er naiv­en Opfer­gruppe suchen, und Linke sich auf­grund ihrer Naiv­ität und Arglosigkeit, sowie ihrer emo­tionalen Angreif­barkeit, doch aus­geze­ich­net zu diesem Zweck eignen. Warum sollte ein Psy­chopath jeman­den nehmen, an den er schw­er her­ankommt, und der sich wehren kön­nte, wenn ers auch leichter haben kann?

        Die Tol­er­anz, die Linke gegenüber Mus­li­men fordern, sagt einiges darüber aus, was inner­halb ihrer eige­nen Rei­hen nor­mal ist. Falls Du während Dein­er Jugend mal in einem beset­zten Haus Besäufnisse gefeiert hast, kön­nte Dir, neben dem all­ge­gen­wär­ti­gen Uringeruch, auch die Häu­figkeit von Dieb­stählen und sex­uellen Über­grif­f­en inner­halb dieser Grup­pen in Erin­nerung geblieben sein. Das ist das Gewaltlev­el, das leichte Opfer inner­halb dieser Grup­pen erleben. Nach außen dringt davon aber sehr wenig, son­st hät­ten Linke den sel­ben Ruf, den Mus­lime haben. Die Psy­chopa­then fühlen sich halt mit ihren linken Opfern wohl, und wollen gar keine Anderen.

        • Da ist was dran. Schaut man sich die Opfer der merkelschen Willkom­menspar­ty mal an, stellt man fest, dass es aus­gerech­net eher links eingestellte (meist) Frauen sind, denen die natür­lichen Mis­strauen­sre­flexe erfol­gre­ich abtrainiert wurden.

  4. Lieber Herr Letsch, 

    da haben Sie ein schönes Beispiel eines adoleszen­ten Jun­gen her­aus­gepickt, der im Über­schuss sein­er Kräfte die Welt ret­tet und abends in der Antifa-Beize bei ein wenig Punkmusik und einem Joint oder Bierchen abhängt und sich als Kämpfer gut fühlt. 

    Als etwas älter­er weißer Mann entsinne ich mich der Jungs vom KBW, den Beruf­s­rev­o­lu­tionären der KPD/ML usw. usf. die Sam­stags in der Fußgänger­zone ihre rev­o­lu­tionären Pos­tillen an den Mann bracht­en. Jede Diskus­sion mit den Jungs, auch Mädels, lief nach dem gle­ichen Strick­muster wie Ihre mit “X”. Einzig vielle­icht mit dem Unter­schied, dass man nicht gle­ich Prügel ange­dro­ht bekam — wenn man sich als Pro­le­tari­er ausgab.
    Ihrer rev­o­lu­tionären Hybris wur­den die aller­meis­ten durch das wirk­liche Leben und die Zeit beraubt: Um Miete zu zahlen, Brot zu kaufen oder in der Stammkneipe zu hän­gen brauchte man Geld. Und so mußten sich die meis­ten jun­gen Rev­o­lu­tionäre im Kon­takt mit dem wirk­lichen Leben und wach­sender Ver­ant­wor­tung im Lauf der Zeit von ihrem Helden­tum ver­ab­schieden. Viele aber auch nur vorüberge­hend: Wir find­en sie heute, sat­uri­ert, als Stu­di­en­räte, Richter, Ver­wal­tungs­beamte, Sozialar­beit­er oder Funk­tionäre wieder. 

    Sein­erzeit hat sich allerd­ings keine poli­tis­che Partei oder Gew­erkschaft mit den Jungs vom KBW, KPD/.…, MG.… etc. ins Bett gelegt. Etwa mit gemein­samen Ver­anstal­tun­gen, Demon­stra­tionsaufrufen, Sol­i­dar­itäts­bekun­dun­gen oder gar finanzieller Unter­stützung um den rev­o­lu­tionären Geist zu ver­längern. Heute haben SPD, CDU, Grüne die jugendlich Ver­wirrten auch als ihr poli­tis­ches Kampfin­stru­ment ent­deckt. Sie sur­fen auf dieser Welle und gebrauchen die “X” als ihre poli­tis­chen Idioten. SPD und CDU ver­suchen aus Grün­den des poli­tis­chen Machter­haltes auf dieser Welle zu mit zu sur­fen. Die Grü­nen haben es vorgemacht. Was Wun­der — find­en sich bei denen doch viele der sein­erzeit­i­gen Sek­ten­führer wieder. Man darf also unter­schei­den: Zwis­chen den “X“en als nüt­zliche Idioten und den schlaueren Ide­olo­gen. Damals und heute.

    Auch im Gegen­satz zur sein­erzeit­i­gen poli­tis­chen Land­schaft der BRD wer­den die jugendlichen Kampfeshelden heute materiell wesentlich bess­er unter­stützt. Das gegen­wär­tige Sozial­sys­tem ermöglich die end­lose Ver­längerung des jugendlichen Wahnes und ver­längernde Vere­in­sak­tiv­itäten wer­den finanziell durch Poli­tik und Ver­wal­tung gestützt. Es ist sich­er zuge­spitzt, aber nicht abwegig: Ältere Macht­poli­tik­er der ehe­mals bürg­er­lichen Parteien hal­ten sich die “X“e als bequeme poli­tis­che Schlägertruppe gewogen und pfle­gen sie. Sie sägen damit am eige­nen Ast. 

    Für die jun­gen Troglodyten eine schlimme Sache: Sie bleiben länger gefan­gen in ihrem Jugend­wahn oder find­en nie mehr aus ihm her­aus. So züchtet man, um es mit Marx zu sagen, Lumpen­pro­le­tari­at der Zukun­ft und Radikalismus.

    Lieber Herr Letsch,
    ich würde mir wün­schen, dass Sie weit­er in das Mileu der Troglodyten­zucht hinein­bohren. Vielle­icht hilfts!
    Meint und grüßt

    Johann-Thomas Trat­tner

    • “ich würde mir wün­schen, dass Sie weit­er in das Mileu der Tro­glo­dy­ten­zucht hineinbohren.”

      Ich stimme zu. 

      Ich glaube es kön­nte sehr witzig sein, mit denen ein Gespräch zu führen, wie es ELIZA, der Roge­ri­an­is­che Chat-Psy­chi­ater täte, und zu schauen, welche Abgründe sich auf­tun, wenn denen mal jemand wohlwol­lend zuhört, und das Gespräch immer wieder auf ihr Innen­leben lenkt. Damit rech­nen die doch am wenig­sten, wenn sie einen Psy­chodra­ma-Shit­storm lostreten wollen.

  5. Gestern lief auch im WDR ein Bericht über den Touris­mus in Südafrika.
    Beson­ders nah­men die Mach­er dieses Filmes den Jagd­touris­mus unter die Lupe.

    Man kann in Deutsch­land sich schon per Preis­liste aus­suchen, welch­es Tier man auf die Kimme und Korn nehmen will.
    Löwen und Ele­fan­ten wer­den extra für das Abknallen gezüchtet.
    Der Touris­mus­min­is­ter ist gegen diese Jagdform. Auch hat er durch­blick­en lassen, dass der Präsi­dent etwas gegen dieses Jagen hat.

    Ich selb­st war im Früh­jahr noch beru­flich in Südafrika.
    Die Sta­di­en der WM ver­fall­en. Weil zu groß und das Geld für den Unter­halt fehlt.
    Auch habe ich mit Farmer gesprochen. Meint x ein anderes Südafrika?
    Auch habe ich keinen Weltkonz­ern dort gese­hen, der seine Zen­trale dort hat.

    Das neben­bei die arbei­t­ende Bevölkerung immer noch vom Weißen Mann aus Europa, über den Tisch gezo­gen wird. kam in diesen Film auch zur Sprache. Die größten Plat­in­mi­nen weltweit und BASF mis­cht dort fleißig mit.
    Auf das der Aktienkurs weit­er steigt, die Div­i­dende ebenso.
    Und das Gehalt und die Boni der Man­ag­er muss auch sinken.

    Da kann es schon Mal tödliche Arbeit­sun­fälle geben. Auch die ver­sproch­enen Unterkün­fte und Löhne gibt es nicht.
    Beson­ders gefiel mir, das bei Streik die Staats­macht auf der Bild­fläche erschien.
    Um den Mob im Zaune zu hal­ten, gab es dann eben über 30 Tote auf Bergarbeiterseite.

    Schade, dass Sig­gi bei dem Pack nicht auf die Idee gekom­men ist.

  6. Well done Roger! Den hast du den Blut­druck noch höher getrieben als es schon war. Freue mich schon auf den Artikel auf AchGut…war doch ernst gemeint oder?

  7. Kri­tik ist Ras­sis­mus, so schlicht ist das Welt­bild heute. Gestern Abend lief nochmal der Streifen von 2010 mit Götz George “Zivil­courage” zur besten Sendezeit (in der ARD!), aktueller denn je — der strotzt auch vor Ras­sis­mus. Wahrschein­lich unerträglich für die links-grü­nen Gut­men­schen. Da kann Götz George dankbar sein, dass er das nicht mehr erleben muss, er würde jet­zt bes­timmt auch als Nazi bezeichnet…

  8. Lieber Roger, danke für bei­de Beiträge. Bei Her­rn X bist Du nach Mar­tin Lichtmesz einem ” Ressen­ti­mentlinken” aufge­sessen, mit denen braucht man nicht reden, die sind so ver­bohrt, dass da nicht ein­mal der sprich­wörtliche Base­ballschläger hil­ft. Die sind echt krank, und dann auch noch aus dem Westen.….

    Bei uns in Meck­len­burg heißt der Neger übri­gens ” Neegä”, unter kon­se­quenter Ver­mei­dung des ” R”. So wie bei “Ääzbääg­wääkzwääg”. Da kommt bei dem Erzberg­w­erkzw­erg auch kein einziges R vor. Dir einen schö­nen Tag, freue mich schon auf Dein näch­stes “Wääk”. Viele Grüße aus Mecklenburg.

  9. Zwei Sachen:

    1) Ich bewun­dere immer wieder Ihren Scharf­sinn. Es ist ein Genuss, jeden Blog von Ihnen zu lesen und Gedanken, die man sel­ber hat, in solch ein­er klu­gen Form wiederzufind­en. Machen Sie bitte weit­er so!

    2) Die (gefühlt) zunehmede Aggre­siv­ität manch­er Wider­sach­er macht mir immer mehr Sor­gen. Man kriegt Hass vorge­wor­fen mit einem Hass, der nicht zu überse­hen ist. Wie ein­fach es gewor­den ist, andere Mei­n­un­gen, die sich nicht mit den eige­nen deck­en, als ras­sis­tisch oder Nazi zu beze­ich­nen. Das ist für mich ein Armut­szeug­nis, das nur von der eige­nen Unfähigkeit zeugt, vernün­ftig zu disku­tieren. Denn dafür braucht man ja schlüs­sige Argu­mente. Die Situ­ta­tion erin­nert mich immer mehr an die Ver­fol­gung der Juden im drit­ten Reich. Nur ist die Ziel­gruppe jet­zt eine andere. Das deutsche Volk scheint manch­mal unverän­dert. Besorgniserregend!

    • Danke zu 1. Zu 2: Falls Foren­sik­er eines Tages meine ver­stüm­melte Leiche aus irgend einem Kessel kratzen müssen, befind­et sich der betr­e­f­fende Nachricht­e­naus­tausch in der Hoff­nung bei meinem Anwalt, dass es noch Ermit­tler gibt, die Indizien zu würdi­gen wissen. 😉

  10. Na, dann wrten wir mal ab wie es mit der entschädi­gungslosen Enteig­nung weißer Farmer weit­er geht und wieviele Farmer dieses Jahr noch ermordet werden.

  11. Ach Roger, diese Diskus­sio­nen brin­gen eigentlich nichts. Das wis­sen wir ja zur Genüge. Ich ver­mute, dass der Autor ein Weißer ist, der bei ein­er NGO, die sich der guten Welt ver­schrieben hat, beschäftigt ist. Meis­tens ken­nen die ihr Gast­land nur aus 5‑Sterne Hotels, wo sie in kli­ma­tisierten Räu­men mit anderen NGOs beratschla­gen, was sie Gutes tun kön­nen. In dieser Zeit putzt der Nääsch­er (Neger darf man ja nicht schreiben) bei laufen­d­em Motor den weißen Toy­ota 4‑Wheel Dri­ve um den Musun­gu zu seinem Anwe­sen, mit Pool und jed­er Menge Per­son­al, kli­ma­tisiert zu fahren.
    Ich erlaube mir den Kom­men­tar, da ich es selb­st erlebt habe.

Kommentarfunktion ist geschlossen.