Wenn man Artikel schreibt, die nicht zu 100% der eigenen Erfah­rungs- oder Gefühls­welt ent­sprin­gen, besteht immer die Gefahr, dass man mei­len­weit daneben liegt. Etwa, weil man nicht alle zugäng­li­chen Quellen berück­sich­tigt oder schlicht falsch inter­pre­tiert hat. Es kommt sogar vor, dass man sich an einer Stelle ver­rech­net oder falsche Schlüsse zieht. Dann ist man froh, wenn es auf­merk­same Leser gibt, die eine Kor­rek­tur anregen. Kein Problem, man schreibt eine Kor­rek­tur, erklärt den Fehler und am Ende des Pro­zes­ses steht ein erkleck­li­cher Erkennt­nis­ge­winn, der dem Leser und dem Schrei­ber hilft. Mit der Zeit bekommt man zwar eine gewisse Übung darin, nicht jeder Hor­ror­mel­dung blind hin­ter­her zu laufen und auf Plau­si­bi­li­tä­ten und bestä­ti­gende Quellen zu achten, aber Fehler pas­sie­ren immer wieder. Je mehr man schreibt, umso mehr davon macht man. Pro­ble­ma­tisch wird es natür­lich, wenn ein Leser den Autoren selbst für den Fehler hält. Nach einem Artikel, in dem ich einen recht abs­trak­ten Ver­gleich zwi­schen der Ent­wick­lung Deutsch­lands und Süd­afri­kas (hier und hier) zog – und in dem ich zu dem Schluss gelangte, dass es in beiden Ländern nicht zum Besten steht, erhielt ich fol­gende Mail von Herrn X:

Natür­lich gibt es gerade auch in Deutsch­land einige Ewig­gest­rige, denen das heutige Süd­afrika nicht gefällt. Dar­un­ter sind auch rich­tige Rechts­ex­tre­mis­ten. Und hier wird nun der ganze Hass auf ein Land im Umbruch raus­ge­kotzt. Ver­gli­chen mit Deutsch­land ist die RSA ein auf­stre­ben­des Land. Und die Weißen wollen nicht weg, ja das Land hat hohe Hürden für die vielen poten­ti­el­len Zuwan­de­rer. Süd­afri­ka­ner schüt­teln den Kopf ob der deut­schen Zustände. Welt­un­ter­neh­men werden aus Süd­afrika gesteu­ert. Es gibt groß­ar­tige Schulen und Uni­ver­si­tä­ten. Und so findet man welt­weit viele talen­tierte Men­schen aus diesem Land. Pro­bleme gibt es. Aber allein die Freund­lich­keit und der Opti­mis­mus haben im düs­te­ren Deutsch­land kei­ner­lei Ent­spre­chung. Hass­ti­ra­den von einer Dorf­straße. Werden daran nichts ändern.“

Hasstiraden aus der Dorfstraße

Ewig­gest­rig“ ist eine Adjek­ti­vie­rung, bei der ich zuge­ge­be­ner­ma­ßen etwas all­er­gisch reagiere. Ich inter­es­siere mich für his­to­ri­sche Ereig­nisse und suche oft nach Par­al­le­len in der Gegen­wart, das stimmt schon. Aber man wirft einem Zukunfts­for­scher ja auch nicht vor, er sei „ewig­mor­gig“! Der Anwurf, ich würde „Hass auf Süd­afrika raus­kot­zen“ in Zusam­men­hang mit dem Vorwurf, ewig­gest­rig zu sein und Hass­ti­ra­den „von einer Dorf­straße“ zu ver­brei­ten, also gewis­ser­ma­ßen den adres­sa­ti­schen Beweis meiner Pro­vin­zia­li­tät gelie­fert zu haben, finde ich aller­dings aben­teu­er­lich. Ebenso übri­gens wie das hin­ge­schleu­derte Zuge­ständ­nis „Pro­bleme gibt es“, was in etwa so ziel­füh­rend und konkret ist wie „Geld ist nicht alles“ oder „Wir schaf­fen das“. Richtig ist hin­ge­gen, dass die Weißen aus Süd­afrika nicht weg­wol­len. Warum sollten sie auch, ist es doch auch deren Heimat! Jedoch aus dieser Bin­sen­weis­heit einen guten Ent­wick­lungs­zu­stand des Landes ablei­ten zu wollen und die blu­ti­gen Fin­ger­nä­gel nicht zu sehen, mit denen sich manche Farmer an ihre Scholle krallen, ist ein heute leider nicht so sel­te­nes Phä­no­men der selek­ti­ven Wahr­neh­mung. Im Fol­gen­den ent­spann sich ein rascher Wechsel von Mails, in denen X. immer deut­li­cher zeigte, aus welchem Stoff er gemacht ist. Hier das weitere Pro­to­koll:

Lieber Herr X,
wenn Sie meinen Text für eine Hass­ti­rade halten, haben Sie leider nicht begrif­fen, worum es mir ging. Das geht natür­lich auf meine Kappe. Sie halten die RSA für ein auf­stre­ben­des Land und ich kann Ihnen gar nicht sagen wie sehr ich wünschte, Sie werden Recht behal­ten. Ich sehe das leider anders. Da Sie aber andeu­ten, ich sei einer der „Ewig­gest­ri­gen“, die womög­lich sogar die Zeit der Apart­heid zurück­wün­schen, muss ich Sie bitten, sich samt Ihrer Unter­stel­lun­gen gehackt zu legen.
Mit freund­li­chen Grüßen aus der Dorf­straße

Antwort X: „Auf der Seite achgut gibts ja jede Menge Ras­sis­mus aller Art, gestern gegen Özil, heute gegen Afrikaner.….bestimmt kennen Autoren solcher schmud­dels­tu­ecke Süd­afrika gar nicht oder von rechts­ex­tre­men heimatabenden.…Südafrikaner sind unge­ach­tet ihrer oft bedeu­ten­den inter­na­tio­na­len Statur eher zurückhaltend.…wenn man sieht, wie schwarze Mit­ar­bei­ter auf Farmen im Lauf der letzten Jahren deut­lich an Kom­pe­tenz und Aus­strah­lung gewon­nen haben, kein vgl. Zu den dumpfen Men­schen aus dt. Dorf­stra­ßen, ist man sehr beein­druckt, wir haben ja bei der Fußball wo gesehen, mit welchem Hass auf andere der Nie­der­gang der dt. Spieler erklärt wurde, ver­steht man diesen Hass­ar­ti­kel zu Süd­afrika“

Ich nehme an, Sie leben in Süd­afrika?

Antwort X: „Sie waren sicher noch nie dort oder evtl. Bei weißen Gesin­nungs­ge­nos­sen aus Deutsch­land auf ner Farm jwd. Sie kennen das moderne Süd­afrika nicht. Selbst dt. Edel­kon­zerne haben Süd­afri­ka­ni­sche vor­stände ange­heu­ert, weil RSA in vielen Dingen weiter ist. Süd­afrika ist in der ganzen Welt geach­tet. Selbst in Russ­land war man ohne viel Feder­le­sen bei Strateg. Wei­chen­stel­lun­gen dabei, die dt. Ver­schla­fen hat. Ar vors eines der größten Unter­neh­men Russ­lands, ein Süd­afri­ka­ner. Putin und der Chin. Präs. sind dem­nächst dort.“

Würden Sie bitte meine Frage beant­wor­ten?

Antwort X: „Sie haben sich ver­schrie­ben, sicher meinen sie: würden sie gefäl­ligst meine Frage beant­wor­ten, ich warte.“

Ich würde mir nie erlau­ben, Ihren Befehls­ton nach­zu­ah­men, liebs­ter Herr X! Nichts­des­to­trotz haben Sie meine Frage noch nicht beant­wor­tet. Ich mutmaße kühn, weil die ehr­li­che Antwort mit ihrem her­bei­ge­zau­ber­ten Halb­wis­sen kor­re­liert. Aber machen Sie sich keine Mühe, ich möchte Sie nicht von wich­ti­gen Dingen ablen­ken.
Übri­gens: Ich habe gar keine Gesin­nung, somit auch keine Gesin­nungs­ge­nos­sen.
Herz­lichst
R.

Antwort X: „So stellt man sich in der Ostzone, wo rechte und linke Nazis gute Nach­barn sind, die Welt vor. In Süd­afrika würde man etwa staunen oder viel­leicht nicht. Dort herrscht Mei­nungs­frei­heit, sogar für Ras­sis­ten, die in ihrem Mief leben. Jetzt sollte es aber genug sein, hab’s nicht so mit Ost­zo­nen Dorf­stra­ßen.
Leuten wie Ihnen fehlt eine Klei­nig­keit, Anstand und Mensch­lich­keit.… das braucht man, um über Men­schen in fernen Ländern zu schreiben.…das ist eben das Problem bei achgut, wenn man als kl. IT Ange­stell­ter in der Schweiz über einen Aus­nah­me­sport­ler wie Özil schrei­ben will und nur Schaum vor der deut­schen hack­fresse pro­du­ziert“

Ich genieße Ihre Auf­merk­sam­keit übri­gens sehr und hoffe, Sie geben jetzt nicht auf, mich von meiner Schlech­tig­keit zu über­zeu­gen. Möchten Sie einen Link zu dem Artikel, den ich über unseren kleinen Disput schrei­ben werde? Keine Sorge, ich werde Sie nur „Herr X.“ nennen!
Herz­lichst
R.

Antwort X: „Wer schreibt so? Ein Nazi, der sich nicht an wich­tige Dinge her­an­traut. Aber keine Sorge, bei öff. Ver­un­glimp­fun­gen wird’s unge­müt­lich für sie.“

Keine Sorge, ich bin unbe­sorgt, wie Sie wissen.
Herz­lichst
R.

– Pro­to­koll Ende –

Wer so schreibt?

Diese Frage stellt sich in der Tat, fasst man die Anwürfe, Beinahe-Aus­ras­ter und Dro­hun­gen zusam­men. Denn alle Anders­den­ken­den und Anders­schrei­ben­den sind Nazis, beson­ders die aus der Ostzone, dem Herz der Fins­ter­nis – es ist deshalb wohl anzu­neh­men, das X nicht östlich der Elbe das Licht der Welt erblickt hat. Über­se­hen hat Herr X. übri­gens, dass er unbe­rech­tig­ter­weise ver­sucht, mich gleich für die Artikel anderer Achgut-Autoren mit zu ver­haf­ten. Ein Vorgang, den man als Sip­pen­haft bezeich­net und der schlei­chend seit einiger Zeit bei Volk und Feuil­le­ton wieder auf dem Vor­marsch ist.

Die regel­mä­ßige Bericht­erstat­tung in den öffent­lich-recht­li­chen Medien von den poli­ti­schen Vor­gän­gen in Süd­afrika endete leider mit dem Tod Man­de­las. In den Köpfen deut­scher ideo­lo­gi­sier­ter Tro­glo­dy­ten, die Abend für Abend um 20 Uhr von der Tages­schau mit dem Teil der Wirk­lich­keit ver­traut gemacht werden, der für sie rele­vant zu sein hat, ist dort deshalb in der Causa Süd­afrika ein unver­knüpf­ter Infor­ma­ti­ons­fa­den, der nie aktua­li­siert und neu ver­knüpft wurde. Es kann nicht sein, was nicht sein darf! Auch X argu­men­tiert nicht mit den aktu­el­len Zustän­den, sondern mit der Lage, wie sie sein sollte. In den Köpfen solcher Leute finden Ver­än­de­run­gen nur dann statt, wenn sie in den Medien vor­kom­men, die sie selbst kon­su­mie­ren – was kein Wunder ist, bezeich­nen sich diese Medien doch selbst und bei jeder Gele­gen­heit als alles, was ein Tro­glo­dy­ten­hirn an Infor­ma­tio­nen braucht – wozu wohl auch die Infor­ma­tion gehört, das Özil ein Aus­nah­me­sport­ler sei, was ich aus fuß­bal­le­ri­scher Unkennt­nis mal unwi­der­spro­chen stehen lasse. Außer­dem ist es über­flüs­sig, in einen Teich zu pissen, der längst eine Kloake ist.

Viel­leicht drehe ich diese Glosse am Ende doch ins Posi­tive, indem ich offen und frei bekunde, dass ich mich hof­fent­lich (!!) mit meiner Pro­gnose sowohl für Deutsch­land als auch für Süd­afrika geirrt habe, weil beide Länder am Ende noch die Aus­fahrt zur Frei­heit nehmen werden. Denn wenn Süd­afrika dies nicht schafft, ist meiner beschei­de­nen Meinung nach ganz Afrika ver­lo­ren. Was dies für Europa bedeu­ten würde, wäre Stoff für einen Roland-Emme­rich-Block­bus­ter. Deshalb: ein hoff­nungs­vol­les „Nkosi sikelel’ iAfrika!“, Herr X.

22 Kommentare

  1. Guten Abend Herr Letsch,

    wahr­schein­lich ist der/die/das X ein inten­si­ver Kon­su­ment öffent­lich-recht­li­cher Rund­funk­pro­dukte. Als vor einiger Zeit die Doku­soap über schon länger hier lebende Gut­men­schen aus­ge­strahlt wurde, die sich auf­grund poli­ti­scher Umstände zur Flucht aus Deutsch­land nach Süd­afrika ent­schlos­sen haben – da hat der/die/das X wohl geglaubt, es handle sich mit­nich­ten um eine Real­sa­tire sondern um einen Tat­sa­chen­be­richt. Anders kann ich mir die Reak­tion und Argu­men­ta­tion bzgl. Ihres Arti­kels von dieser Person nicht erklä­ren.

    In den uns allen bekann­ten und geschätz­ten Medien wird ja immer wieder mal über die Gene­ra­tion Schnee­flo­cke berich­tet. Viel­leicht konnten wir – also ins­be­son­dere Sie – hier einmal so ein Exem­plar in Aktion erleben.

  2. .… trotz­dem wäre es inter­es­sant zu wissen wer x ist. und wenn auch nur ver­klau­su­liert und anonym. die leute sind sowas von stecken geblie­ben. die haben sich ein welt­bild beto­niert das läßt einem nur erschre­cken.

    … übri­gends EIN ABSOLUT BRILLIANTER ARTIKEL !!!

  3. Lieber Herr Letsch,
    man kann nur ihre uner­müd­li­che Geduld bewun­dern, die Sie Herrn X ent­ge­gen­brin­gen. Sie sind ein aus­ge­wie­se­ner Men­schen­freund und fairer Dis­ku­tant, aller­dings zeich­net sich von Beginn an eine gewisse Per­spek­tiv­lo­sig­keit ab hin­sicht­lich einer frucht­ba­ren Dis­kurs­füh­rung. Master X ist ein unein­sich­ti­ger, noto­ri­scher Bes­ser­wis­ser, der seine Unfle­xi­bi­li­tät und Vor­ein­ge­nom­men­heit hinter einer Haß­ti­rade gegen Anders­den­kende mühsam zu ver­ber­gen sucht. Er ist meines Erach­tens auch nicht Akteur in einer NGO, denn solche Men­schen sind dazu meis­tens zu bequem. Er ist ein in der Jugend links genudgder Mensch, dessen
    Wei­ter­ent­wick­lung auf der Strecke blieb, und der im unre­flek­tier­ten, sozia­lis­ti­schen Gehor­sam die ihm einst
    mit­ge­teil­ten Bot­schaf­ten ver­brei­tet. Anders­den­kende sind- logi­scher­weise- alle seine erklär­ten Feinde.
    Viel­leicht ist er trotz­dem ein ganz Netter. Viele können nicht aus ihrer Haut schlüp­fen. Außer­dem sind wir alle Anhän­ger des Plu­ra­lis­mus, und jede Meinung ist es wert, gehört zu werden. Sie machen das sehr enga­giert und sym­pa­thisch!

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    • Zum Glück ent­pup­pen sich die meisten Men­schen im per­sön­li­chen Kontakt (allein, abge­schnit­ten von ihren Echo­kam­mern, Wiki­pe­dia und den Muni­ti­ons­fa­bri­kan­ten ZON und SPON) als viel zivi­li­sier­ter, als es ihre wut­schnau­ben­den Tiraden ver­mu­ten lassen. Deshalb ist mir auch vor X. nicht bange. Die wahren Psy­cho­pa­then schi­cken keine Warnung, die kommen gleich mit dem Mes­ser­chen. Leider gibt es die aber eben auch.

      • Mal zur Ehren­ret­tung der Psy­cho­pa­then:

        Ich glaube, die Linken müssen sich viel mehr Sorgen um Psy­cho­pa­then in den eigenen Reihen machen, als Du. Einfach deshalb, weil Psy­cho­pa­then nach einer naiven Opfer­gruppe suchen, und Linke sich auf­grund ihrer Nai­vi­tät und Arg­lo­sig­keit, sowie ihrer emo­tio­na­len Angreif­bar­keit, doch aus­ge­zeich­net zu diesem Zweck eignen. Warum sollte ein Psy­cho­path jeman­den nehmen, an den er schwer her­an­kommt, und der sich wehren könnte, wenn ers auch leich­ter haben kann?

        Die Tole­ranz, die Linke gegen­über Mus­li­men fordern, sagt einiges darüber aus, was inner­halb ihrer eigenen Reihen normal ist. Falls Du während Deiner Jugend mal in einem besetz­ten Haus Besäuf­nisse gefei­ert hast, könnte Dir, neben dem all­ge­gen­wär­ti­gen Urin­ge­ruch, auch die Häu­fig­keit von Dieb­stäh­len und sexu­el­len Über­grif­fen inner­halb dieser Gruppen in Erin­ne­rung geblie­ben sein. Das ist das Gewalt­le­vel, das leichte Opfer inner­halb dieser Gruppen erleben. Nach außen dringt davon aber sehr wenig, sonst hätten Linke den selben Ruf, den Muslime haben. Die Psy­cho­pa­then fühlen sich halt mit ihren linken Opfern wohl, und wollen gar keine Anderen.

        • Da ist was dran. Schaut man sich die Opfer der mer­kel­schen Will­kom­mens­party mal an, stellt man fest, dass es aus­ge­rech­net eher links ein­ge­stellte (meist) Frauen sind, denen die natür­li­chen Miss­trau­ens­re­flexe erfolg­reich abtrai­niert wurden.

  4. Muss bei Leuten, wie Herr X immer an diese Szene denken:
    https://​www​.youtube​.com/​w​a​t​c​h​?​v​=​x​Z​u​v​_​F​0​3​m​u​E​&​i​n​d​e​x​=​4​&​l​i​s​t​=​P​L​p​A​o​M​7​6​B​D​t​g​g​v​_​a​6​H​J​0​C​K​L​F​z​m​3​B​K​J​1​U​H​X​#​t​=​1​m​52s
    wobei mir Peppone aller­dings 1000X lieber ist…
    Ansons­ten gab es doch mal bei Tichy einen (aller­dings später gelösch­ten )Artikel mit dem Titel: “Warum Sie mit psy­cho­pa­tho­lo­gisch gestör­ten Gut­men­schen nicht dis­ku­tie­ren sollten“!

  5. Lieber Herr Letsch,

    da haben Sie ein schönes Bei­spiel eines ado­les­zen­ten Jungen her­aus­ge­pickt, der im Über­schuss seiner Kräfte die Welt rettet und abends in der Antifa-Beize bei ein wenig Punk­mu­sik und einem Joint oder Bier­chen abhängt und sich als Kämpfer gut fühlt.

    Als etwas älterer weißer Mann ent­sinne ich mich der Jungs vom KBW, den Berufs­re­vo­lu­tio­nä­ren der KPD/ML usw. usf. die Sams­tags in der Fuß­gän­ger­zone ihre revo­lu­tio­nä­ren Pos­til­len an den Mann brach­ten. Jede Dis­kus­sion mit den Jungs, auch Mädels, lief nach dem glei­chen Strick­mus­ter wie Ihre mit „X”. Einzig viel­leicht mit dem Unter­schied, dass man nicht gleich Prügel ange­droht bekam – wenn man sich als Pro­le­ta­rier ausgab.
    Ihrer revo­lu­tio­nä­ren Hybris wurden die aller­meis­ten durch das wirk­li­che Leben und die Zeit beraubt: Um Miete zu zahlen, Brot zu kaufen oder in der Stamm­kneipe zu hängen brauchte man Geld. Und so mußten sich die meisten jungen Revo­lu­tio­näre im Kontakt mit dem wirk­li­chen Leben und wach­sen­der Ver­ant­wor­tung im Lauf der Zeit von ihrem Hel­den­tum ver­ab­schie­den. Viele aber auch nur vor­über­ge­hend: Wir finden sie heute, satu­riert, als Stu­di­en­räte, Richter, Ver­wal­tungs­be­amte, Sozi­al­ar­bei­ter oder Funk­tio­näre wieder.

    Sei­ner­zeit hat sich aller­dings keine poli­ti­sche Partei oder Gewerk­schaft mit den Jungs vom KBW, KPD/.…, MG.… etc. ins Bett gelegt. Etwa mit gemein­sa­men Ver­an­stal­tun­gen, Demons­tra­ti­ons­auf­ru­fen, Soli­da­ri­täts­be­kun­dun­gen oder gar finan­zi­el­ler Unter­stüt­zung um den revo­lu­tio­nä­ren Geist zu ver­län­gern. Heute haben SPD, CDU, Grüne die jugend­lich Ver­wirr­ten auch als ihr poli­ti­sches Kampf­in­stru­ment ent­deckt. Sie surfen auf dieser Welle und gebrau­chen die „X” als ihre poli­ti­schen Idioten. SPD und CDU ver­su­chen aus Gründen des poli­ti­schen Macht­er­hal­tes auf dieser Welle zu mit zu surfen. Die Grünen haben es vor­ge­macht. Was Wunder – finden sich bei denen doch viele der sei­ner­zei­ti­gen Sek­ten­füh­rer wieder. Man darf also unter­schei­den: Zwi­schen den „X„en als nütz­li­che Idioten und den schlaue­ren Ideo­lo­gen. Damals und heute.

    Auch im Gegen­satz zur sei­ner­zei­ti­gen poli­ti­schen Land­schaft der BRD werden die jugend­li­chen Kamp­fes­hel­den heute mate­ri­ell wesent­lich besser unter­stützt. Das gegen­wär­tige Sozi­al­sys­tem ermög­lich die endlose Ver­län­ge­rung des jugend­li­chen Wahnes und ver­län­gernde Ver­eins­ak­ti­vi­tä­ten werden finan­zi­ell durch Politik und Ver­wal­tung gestützt. Es ist sicher zuge­spitzt, aber nicht abwegig: Ältere Macht­po­li­ti­ker der ehemals bür­ger­li­chen Par­teien halten sich die „X„e als bequeme poli­ti­sche Schlä­ger­truppe gewogen und pflegen sie. Sie sägen damit am eigenen Ast.

    Für die jungen Tro­glo­dy­ten eine schlimme Sache: Sie bleiben länger gefan­gen in ihrem Jugend­wahn oder finden nie mehr aus ihm heraus. So züchtet man, um es mit Marx zu sagen, Lum­pen­pro­le­ta­riat der Zukunft und Radi­ka­lis­mus.

    Lieber Herr Letsch,
    ich würde mir wün­schen, dass Sie weiter in das Mileu der Tro­glo­dy­ten­zucht hin­ein­boh­ren. Viel­leicht hilfts!
    Meint und grüßt

    Johann-Thomas Tratt­ner

    • ich würde mir wün­schen, dass Sie weiter in das Mileu der Tro­glo­dy­ten­zucht hin­ein­boh­ren.”

      Ich stimme zu.

      Ich glaube es könnte sehr witzig sein, mit denen ein Gespräch zu führen, wie es ELIZA, der Roge­ria­ni­sche Chat-Psych­ia­ter täte, und zu schauen, welche Abgründe sich auftun, wenn denen mal jemand wohl­wol­lend zuhört, und das Gespräch immer wieder auf ihr Innen­le­ben lenkt. Damit rechnen die doch am wenigs­ten, wenn sie einen Psy­cho­drama-Shit­s­torm los­tre­ten wollen.

  6. Gestern lief auch im WDR ein Bericht über den Tou­ris­mus in Süd­afrika.
    Beson­ders nahmen die Macher dieses Filmes den Jagd­tou­ris­mus unter die Lupe.

    Man kann in Deutsch­land sich schon per Preis­liste aus­su­chen, welches Tier man auf die Kimme und Korn nehmen will.
    Löwen und Ele­fan­ten werden extra für das Abknal­len gezüch­tet.
    Der Tou­ris­mus­mi­nis­ter ist gegen diese Jagd­form. Auch hat er durch­bli­cken lassen, dass der Prä­si­dent etwas gegen dieses Jagen hat.

    Ich selbst war im Früh­jahr noch beruf­lich in Süd­afrika.
    Die Stadien der WM ver­fal­len. Weil zu groß und das Geld für den Unter­halt fehlt.
    Auch habe ich mit Farmer gespro­chen. Meint x ein anderes Süd­afrika?
    Auch habe ich keinen Welt­kon­zern dort gesehen, der seine Zen­trale dort hat.

    Das neben­bei die arbei­tende Bevöl­ke­rung immer noch vom Weißen Mann aus Europa, über den Tisch gezogen wird. kam in diesen Film auch zur Sprache. Die größten Pla­tin­mi­nen welt­weit und BASF mischt dort fleißig mit.
    Auf das der Akti­en­kurs weiter steigt, die Divi­dende ebenso.
    Und das Gehalt und die Boni der Manager muss auch sinken.

    Da kann es schon Mal töd­li­che Arbeits­un­fälle geben. Auch die ver­spro­che­nen Unter­künfte und Löhne gibt es nicht.
    Beson­ders gefiel mir, das bei Streik die Staats­macht auf der Bild­flä­che erschien.
    Um den Mob im Zaune zu halten, gab es dann eben über 30 Tote auf Berg­ar­bei­ter­seite.

    Schade, dass Siggi bei dem Pack nicht auf die Idee gekom­men ist.

  7. Well done Roger! Den hast du den Blut­druck noch höher getrie­ben als es schon war. Freue mich schon auf den Artikel auf AchGut…war doch ernst gemeint oder?

  8. Kritik ist Ras­sis­mus, so schlicht ist das Welt­bild heute. Gestern Abend lief nochmal der Strei­fen von 2010 mit Götz George „Zivil­cou­rage” zur besten Sen­de­zeit (in der ARD!), aktu­el­ler denn je – der strotzt auch vor Ras­sis­mus. Wahr­schein­lich uner­träg­lich für die links-grünen Gut­men­schen. Da kann Götz George dankbar sein, dass er das nicht mehr erleben muss, er würde jetzt bestimmt auch als Nazi bezeich­net…

  9. Lieber Roger, danke für beide Bei­träge. Bei Herrn X bist Du nach Martin Licht­mesz einem ” Res­sen­ti­ment­lin­ken” auf­ge­ses­sen, mit denen braucht man nicht reden, die sind so ver­bohrt, dass da nicht einmal der sprich­wört­li­che Base­ball­schlä­ger hilft. Die sind echt krank, und dann auch noch aus dem Westen.….

    Bei uns in Meck­len­burg heißt der Neger übri­gens ” Neegä”, unter kon­se­quen­ter Ver­mei­dung des ” R”. So wie bei „Ääz­bääg­wääk­zwääg”. Da kommt bei dem Erz­berg­werk­zwerg auch kein ein­zi­ges R vor. Dir einen schönen Tag, freue mich schon auf Dein nächs­tes „Wääk”. Viele Grüße aus Meck­len­burg.

  10. Zwei Sachen:

    1) Ich bewun­dere immer wieder Ihren Scharf­sinn. Es ist ein Genuss, jeden Blog von Ihnen zu lesen und Gedan­ken, die man selber hat, in solch einer klugen Form wie­der­zu­fin­den. Machen Sie bitte weiter so!

    2) Die (gefühlt) zuneh­mede Aggre­si­vi­tät mancher Wider­sa­cher macht mir immer mehr Sorgen. Man kriegt Hass vor­ge­wor­fen mit einem Hass, der nicht zu über­se­hen ist. Wie einfach es gewor­den ist, andere Mei­nun­gen, die sich nicht mit den eigenen decken, als ras­sis­tisch oder Nazi zu bezeich­nen. Das ist für mich ein Armuts­zeug­nis, das nur von der eigenen Unfä­hig­keit zeugt, ver­nünf­tig zu dis­ku­tie­ren. Denn dafür braucht man ja schlüs­sige Argu­mente. Die Situ­ta­tion erin­nert mich immer mehr an die Ver­fol­gung der Juden im dritten Reich. Nur ist die Ziel­gruppe jetzt eine andere. Das deut­sche Volk scheint manch­mal unver­än­dert. Besorg­nis­er­re­gend!

    • Danke zu 1. Zu 2: Falls Foren­si­ker eines Tages meine ver­stüm­melte Leiche aus irgend einem Kessel kratzen müssen, befin­det sich der betref­fende Nach­rich­ten­aus­tausch in der Hoff­nung bei meinem Anwalt, dass es noch Ermitt­ler gibt, die Indi­zien zu wür­di­gen wissen. 😉

  11. Na, dann wrten wir mal ab wie es mit der ent­schä­di­gungs­lo­sen Ent­eig­nung weißer Farmer weiter geht und wie­viele Farmer dieses Jahr noch ermor­det werden.

  12. Ach Roger, diese Dis­kus­sio­nen bringen eigent­lich nichts. Das wissen wir ja zur Genüge. Ich vermute, dass der Autor ein Weißer ist, der bei einer NGO, die sich der guten Welt ver­schrie­ben hat, beschäf­tigt ist. Meis­tens kennen die ihr Gast­land nur aus 5-Sterne Hotels, wo sie in kli­ma­ti­sier­ten Räumen mit anderen NGOs berat­schla­gen, was sie Gutes tun können. In dieser Zeit putzt der Nää­scher (Neger darf man ja nicht schrei­ben) bei lau­fen­dem Motor den weißen Toyota 4-Wheel Drive um den Musungu zu seinem Anwesen, mit Pool und jeder Menge Per­so­nal, kli­ma­ti­siert zu fahren.
    Ich erlaube mir den Kom­men­tar, da ich es selbst erlebt habe.

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