Wer die Ver­gan­gen­heit nicht kennt, ist dazu ver­ur­teilt, sie zu wiederholen.
(Georg San­ta­ya­na, spa­ni­scher Philosoph)

Fra­gen sie sich auch manch­mal, war­um so wenig Kunst aus ver­gan­ge­nen Zei­ten auf die Nach­welt gekom­men ist? Zerrt man die­se nicht durch Zufall aus Jahr­tau­sen­de alten und gut ver­steck­ten ägyp­ti­schen Grä­bern wie Howard Car­ter, sind die Chan­cen gering, dass bedeu­ten­de Kunst und kaum weni­ger bedeu­ten­de Objek­te des All­tags den Weg durch die Zeit unbe­scha­det bis zu uns über­ste­hen. Geraubt, geplün­dert, ein­ge­schmol­zen, umge­formt. Ver­streut, zer­stört, ver­lo­ren. Ganz zu schwei­gen von der Gewalt durch Krie­ge und reli­giö­se Umwäl­zun­gen und der Igno­ranz der Sie­ger in bei­den Fäl­len. Die ägyp­ti­schen Pyra­mi­den wur­den ihres wei­ßen Kalk­steins ent­klei­det, um dar­aus Moscheen zu bau­en. Die gebrann­ten Zie­gel Baby­lons spei­chern heu­te die Wär­me pri­va­ter Koch­stel­len und das päpst­li­che Rom hat­te kei­ne Skru­pel, den anti­ken Tem­peln und Gebäu­den Mar­mor und Bron­ze zu rau­ben, um damit Kir­chen und Paläs­te aus­zu­stat­ten. Es ist anzu­neh­men, dass der gro­ße Berni­ni, der Archi­tekt des Peters­plat­zes, kein schlech­tes Gewis­sen hat­te, weil die Bron­ze für sein Bal­da­chin-Zibo­ri­um im Peters­dom aus der Decke der Vor­hal­le des Pan­the­ons ent­nom­men wur­de. War­um ich ihnen das alles erzäh­le? Weil wir es im Wes­ten zu einer Fra­ge von Auf­ge­klärt­heit, Bil­dung, Kul­tur, ja Zivi­li­sa­ti­on erklärt haben, die Zer­stö­rung von Geschich­te und deren Hin­ter­las­sen­schaf­ten für Bar­ba­rei und Fre­vel am Erbe der Mensch­heit zu betrach­ten und ent­setzt auf­schrei­en, wenn sol­ches heu­te irgend­wo auf der Welt geschieht. Dabei sind die Frev­ler, Zer­stö­rer und Igno­ran­ten mit­ten unter uns.

Die Archäo­lo­gie als Wis­sen­schaft und die Ange­wohn­heit, Kunst­ge­gen­stän­de oder ande­re Objek­te, die mit der Ver­gan­gen­heit und deren Gestal­tern in Berüh­rung kamen oder in Bezie­hung ste­hen, in Muse­en zu zei­gen oder auf Auk­tio­nen Höchst­prei­se dafür zu bie­ten, sind Erfin­dun­gen der Renais­sance und der Auf­klä­rung. Eine Ming-Vase, eine Guten­berg-Bibel oder ein Lou­is-sei­ze-Ses­sel sind aus heu­ti­ger Sicht unprak­tisch, ja nutz­los. Viel­leicht, weil sie sich nicht per App steu­ern las­sen. Doch ihr Wert bemisst sich ja nicht aus dem Por­zel­lan, dem ver­gilb­ten Papier oder ein paar wurm­sti­chi­gen Stü­cken Holz, son­dern aus der Geschich­te, die sie erzäh­len und der Unwahr­schein­lich­keit, es durch die Zei­ten bis zu ihren heu­ti­gen Besit­zern und Bewun­de­rern geschafft zu haben. Und doch sind wir immer noch und immer wie­der in der Lage, Zeug­nis­se der Ver­gan­gen­heit zu zer­stö­ren, wenn sie uns nichts mehr gel­ten oder wir glau­ben, uns von einer unlieb­sa­men Ver­gan­gen­heit zu befrei­en, indem wir deren Zeug­nis­se ver­nich­ten. Die­ses “wir” ist natür­lich die Mensch­heit als Gan­zes. Doch jeder mei­ner Leser ist ein­ge­la­den, sich die­ser destruk­ti­ven Grup­pe in den beschrie­be­nen Fäl­len nicht zuge­hö­rig zu fühlen.

Historisches und Aktuelles

2001 scho­ben sich die Tali­ban in Afgha­ni­stan durch eine Zer­stö­rung jäh in die Auf­merk­sam­keit des Wes­tens. Und zwar nicht erst im Sep­tem­ber, son­dern schon im März, als sie die rie­si­gen Bud­dha-Sta­tu­en von Bami­y­an spreng­ten, die bereits im 6. Jahr­hun­dert aus dem Fels gehau­en wur­den und nun der isla­mis­ti­schen Dok­trin vom Bil­der­ver­bot zum Opfer gefal­len waren. Der Auf­schrei im Wes­ten war groß und ein­hel­lig. Kunst­wer­ke zer­stö­ren, sowas geht gar nicht!

2015 spreng­te die IS-Miliz im syri­schen Pal­my­ra die Rui­nen des anti­ken Baal-Tem­pels in die Luft und ver­such­ten genau wie die Tali­ban, Tabu­la rasa mit der „heid­ni­schen“ Ver­gan­gen­heit zu machen. Das Inter­net mach­te es mög­lich, dass die Welt dabei zuse­hen muss­te, wie die selbst­er­nann­ten Got­tes­krie­ger die Zeug­nis­se Jahr­tau­sen­de alter Mensch­heits­ge­schich­te aus­lösch­ten, auch indem sie etwa in den Muse­en Syri­ens und im Irak Reli­efs und Plas­ti­ken zerschlugen.

Was man auf den ers­ten Blick erkennt, ist die ideo­lo­gi­sche Gemein­sam­keit die­ser Ereig­nis­se. In bei­den Fäl­len glaub­ten die Abriss­be­voll­mäch­ti­gen, recht­mä­ßig zu han­deln. Doch wer hat sie bevoll­mäch­tigt? Das Zer­stör­te sei schließ­lich falsch, het­ze­risch, unrein und das Böse selbst und wenn sol­che Hin­ter­las­sen­schaf­ten einer fer­nen, unver­stan­den Ver­gan­gen­heit auf Men­schen tref­fen, die sich im Besitz der Wahr­heit befin­den, geschieht zu allen Zei­ten das­sel­be. Ich gebe hier schon mal pau­schal man­gel­haf­ter Bil­dung eine Mitschuld.

Im Juni 2020 kommt es in zahl­rei­chen Städ­ten in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten zu extrem gewalt­sa­men Pro­tes­ten in Fol­ge des Todes von Georg Floyd. Aber auch in Lon­don, Brüs­sel und sogar im weit ent­fern­ten und auf Diver­si­tät, Tole­ranz und Selbst­ver­leug­nung gebürs­te­ten Deutsch­land geht die Post ab. In Lon­don wer­den Sta­tu­en beschmiert und umge­wor­fen und die Lis­te der „ras­sis­ti­schen Ehren­ma­le“, die gefäl­ligst ent­fernt gehö­ren, ist allein in Groß­bri­tan­ni­en 60 Ein­trä­ge lang. Win­s­ton Chur­chill, Oli­ver Crom­well und König Charles II (ja, bei­de!), Chris­toph Colum­bus, Fran­cis Dra­ke und Hora­tio Nel­son ste­hen auf der Lis­te, um nur eini­ge Namen zu nen­nen, die auch in Deutsch­land all­ge­mein bekannt sind.

In den USA for­dert Nan­cy Pelo­si, dass man aus dem Kon­gress die von diver­sen Bun­des­staa­ten gestif­te­ten Stand­bil­der bekann­ter Kon­fö­de­rier­ter ent­fer­ne, dar­un­ter übri­gens pikan­ter­wei­se das ihres demo­kra­ti­schen Par­tei­ge­nos­sen Jef­fer­son Davis, dem ein­zi­gen und glück­lo­sen Prä­si­den­ten der Kon­fö­de­ra­ti­on, wel­che den Ame­ri­ka­ni­schen Bür­ger­krieg 1861–1865 gegen die Uni­on ver­lor. Mot­to: kommst du in der Gegen­wart poli­tisch nicht wei­ter, ver­leug­ne, ver­dam­me und bekämp­fe öffent­lich­keits­wirk­sam dei­ne eige­ne Ver­gan­gen­heit. Sei­ne Fein­de mit Respekt und Anstand zu behan­deln, sobald sie besiegt sind, soviel Grö­ße brach­ten die Poli­ti­ker im Jahr 1865 noch auf, heu­ti­ge schrei­en nach Rache.

In Ports­mouth (Vir­gi­nia) knöpf­ten sich in der Nacht zum 11.6.2020 die Skla­ven­be­frei­er von heu­te das dor­ti­ge Bür­ger­kriegs­denk­mal vor. Die vier Sta­tu­en, dar­un­ter Robert E. Lee und Jef­fer­son Davis, wur­den erst ent­haup­tet und dann umge­sto­ßen. Die her­ab­stür­zen­de kopf­lo­se Sta­tue von Davis traf einen der Pro­test­ler, einen Afro­ame­ri­ka­ner, aus­ge­rech­net am Kopf und ver­letz­te ihn schwer. Der Zustand des Man­nes ist wohl kri­tisch und man kann nur hof­fen, dass er die Selbst­er­mäch­ti­gung sei­ner gleich­ge­sinn­ten Freun­de über­le­ben wird. Falls nicht wäre er nicht das ers­te „Kol­la­te­ralop­fer“ durch “friend­ly fire” der per­ver­sen Bestat­tungs­fei­er­lich­kei­ten zu „Ehren“ von Geor­ge Floyd.

Was genau unter­schei­det eigent­lich das Vor­ge­hen der Tali­ban in Afgha­ni­stan oder des IS in Syri­en von dem, was „Pro­test­ler“ in Lon­don oder Ports­mouth machen? In allen Fäl­len wer­den his­to­ri­sche Tat­sa­chen und wehr­lo­se Monu­men­te im Namen einer ideo­lo­gi­schen Selbst­über­hö­hung zer­stört, ohne dass dadurch der Bud­dhis­mus vom his­to­ri­schen Afgha­ni­stan fern­ge­hal­ten, das römi­sche Reich aus dem his­to­ri­schen Syri­en ver­trie­ben oder der ame­ri­ka­ni­sche Bür­ger­krieg nach­träg­lich ver­hin­dert wer­den kann. Die reli­giö­se Inbrunst, mit der die Zer­stö­rer zu Wer­ke gehen, hat also min­des­tens die Par­al­lel der Sinnlosigkeit.

Wie gute Menschen entstehen

In Seat­tle ist mitt­ler­wei­le eine meh­re­re Blocks gro­ße „befrei­te Zone“ ent­stan­den, in wel­cher Akti­vis­ten und „frei­wil­lig“ Schon-län­ger-da-woh­nen­de ein sozia­lis­ti­sches Uto­pia ohne Poli­zei und ohne Gerich­te ver­wirk­li­chen wol­len. Außer durch einen Twit­ter-Auf­ruf zu Lebens­mit­tel­spen­den (nur vegan), weil die Obdach­lo­sen den Sozia­lis­ten alle Lebens­mit­tel weg­ge­fut­tert hät­ten und einer Wiki­pe­dia-Sei­te hat die­se Com­mu­ni­ty aller­dings noch nicht mehr geschafft als zu bewei­sen, dass die Abschaf­fung der Poli­zei kei­nes­wegs zu mehr Sicher­heit führt. Wer hät­te das gedacht.

Das ers­te, was der neue “Staat” namens CHAZ inmit­ten Seat­tles ein­führ­te, ist Grenz­si­che­rung – man lässt nicht jeden rein und macht im Grun­de das­sel­be, was man dem Prä­si­den­ten an der Gren­ze zu Mexi­ko vor­wirft. Dann stellt man eine eige­ne “Poli­zei” auf, die schwer bewaff­net die Ord­nung auf­recht erhält und der Pavi­an mit dem rötes­ten Arsch schwingt sich zum Anfüh­rer auf und hofft auf Expan­si­on. Ein Hort der Feig­heit, Geil­heit und Lie­der­lich­keit, wie ihn die Welt schon so oft gese­hen hat.

Eine zen­tra­le For­de­rung die­ser „People’s Repu­blic of Capi­tol Hill“ ist übri­gens „[to] drop char­ges against the pro­tes­ters“. Über­ge­hen wir hier mal die „Unge­nau­ig­keit“, dass von Pro­test­lern die Rede ist, obwohl sich die Ermitt­lun­gen mit Plün­de­run­gen und ande­ren unan­ge­neh­men „Begleit­erschei­nun­gen“ die­ser Art von „Befrei­ung“ befas­sen. Denn hier sind wir beim Kern des Pro­blems, wel­ches sich aus der Selbst­er­mäch­ti­gung die­ser Akti­vis­ten ergibt:

Die­sel­ben Akti­vis­ten, die nun für Kör­per­ver­let­zung, Raub und Plün­de­run­gen Straf­frei­heit for­dern, schwin­gen sich gleich­zei­tig zu Scharf­rich­tern der Geschich­te auf. Man for­dert also “Gerech­tig­keit” von der Geschich­te und ent­zieht sich die­ser in der Gegen­wart. Doch wer rich­tet die Scharf­rich­ter? Die­se lau­fen mit den Maß­stä­ben ihrer schon auf­grund gerin­gen Lebens­al­ters beschränk­ten Welt­sicht zurück durch die Zeit, um his­to­ri­sche Ereig­nis­se und die dort han­deln­den Per­so­nen nach ihren eige­nen, nur bedingt auf die Ver­gan­gen­heit anwend­ba­ren Moral­vor­stel­lun­gen in „muss weg“ und „darf blei­ben“ einzuteilen.

In Lon­don heißt es nun: Chur­chill war ein Ras­sist und sei­ne Sta­tue soll ent­fernt wer­den. Die Denk­ma­le von Marx und Engels aber blei­ben unan­ge­tas­tet. Nun for­de­re ich nicht, Marx Stand­bild zu beschmie­ren, auch wenn sei­ne Theo­rien sicher deut­lich mehr Men­schen­le­ben gekos­tet haben, als alle impe­ria­len Husa­ren­stü­cke Chur­chills, von wel­chen er nicht ohne Selbst­kri­tik frei­mü­tig in sei­nen Büchern und Pres­se­be­rich­ten aus dem Sudan oder Süd­afri­ka berich­te­te. Es ist ja gene­rell nicht so, dass die Bil­der­stür­mer aus 2020 die ers­ten sind, die Ras­sis­mus im bri­ti­schen Kolo­ni­al­reich erken­nen, die Dar­stel­lung der Skla­ve­rei in “Vom Win­de ver­weht” kri­tisch sehen oder das Vor­ge­hen Kit­che­ner beim Mah­di-Auf­stand als unver­hält­nis­mä­ßig grau­sam beur­tei­len. Das taten schon die Zeit­ge­nos­sen und die kri­ti­schen Rezen­sio­nen rei­ßen nicht ab. Jeder von einer Wiki­pe­dia-Sei­te abge­schrie­be­ne Schul­auf­satz zu bekann­ten Per­so­nen der Geschich­te ent­hält heu­te mehr reflek­tier­te und fun­dier­te Kri­tik als alle Pro­test­schil­der in den Stra­ßen Lon­dons oder Seat­tles zusammen.

Chur­chills Ver­diens­te für das Über­le­ben Groß­bri­tan­ni­ens lie­gen zudem über­schwer in der Waag­scha­le, als dass er sich eine Behand­lung wie die durch sei­ne igno­ran­ten kul­tur­re­vo­lu­tio­nä­ren Urur­en­kel ver­dient hät­te, die ver­ges­sen haben oder nie wuss­ten, dass sie ihr ver­gleichs­wei­se kom­for­ta­bles Leben nicht zuletzt die­sem vor 55 Jah­ren gestor­be­nen Mann auf dem beschmier­ten Sockel verdanken.

Bürgerkrieg im LARP-Modus

Durch das Shen­an­do­ah-Val­ley in den Vir­gi­ni­as zog 1864 auf einem Ver­gel­tungs­zug Phil­ip Sheri­dans Armee. Die Tak­tik der „ver­brann­ten Erde“ wur­de hier erst­mals ange­wen­det. Man woll­te sicher­stel­len, dass die Kon­fö­de­rier­ten die­se Gegend nie wie­der nut­zen kön­nen, um sich zu ver­sor­gen. Im dar­auf­fol­gen­den Jahr kapi­tu­lier­te die Süd­staa­ten­ar­mee unter Robert E. Lee und die Nord­staa­ten hat­ten den Bür­ger­krieg gewon­nen. Die Skla­ve­rei im Süden, ein Momen­tum, das im Ver­lauf des Krie­ges immer bestim­men­der wur­de, war zwar abge­schafft, doch die Ras­sen­tren­nung dau­er­te noch bis in die 1960er Jah­re in unter­schied­li­chen Gra­den an.

Die demü­ti­gen­de Nie­der­la­ge für den am Boden lie­gen­den Süden wur­de beglei­tet von annehm­ba­ren Bedin­gun­gen, auch wenn es lan­ge dau­er­te, bis das gegen­sei­ti­ge Ver­trau­en sich wie­der bes­ser­te. Die Popu­la­ri­tät gera­de von Robert E. Lee beschränkt sich indes nicht auf den Süden. Der Prag­ma­tis­mus, ihm zuzu­ge­ste­hen, der mili­tä­risch wohl fähigs­te Befehls­ha­ber im Bür­ger­krieg gewe­sen zu sein, der lei­der aus der Sicht des Sie­gers auf der fal­schen Sei­te stand, ist im US-Mili­tär, wo man stets von fähi­gen Geg­nern zu ler­nen bereit ist, bis heu­te lebendig.

Die Kids, die heu­te in einer Art „Live Action Role Play Modus“ Lees Sta­tu­en köp­fen und sich dabei viel­leicht wie Aboli­tio­nis­ten der gefahr­vol­len ers­ten Stun­de füh­len, glau­ben sich mora­lisch dazu berech­tigt. Doch es gibt gute Grün­de, war­um man (in Demo­kra­tien) Sta­tu­en zur Erin­ne­rung an eine Per­son erst nach deren Tod auf­zu­stel­len pflegt: Alles liegt dann auf der Waa­ge. Das Gute wie das Schlech­te. Bei Lee neben sei­nen Ver­diens­ten im Mexi­ka­nisch-Ame­ri­ka­ni­schen Krieg (1846–1848) auch, dass er sei­ne Offi­zie­re davon abhielt, statt 1865 zu kapi­tu­lie­ren, in einem end­lo­sen Gue­ril­la-Krieg gegen die Uni­on weiterzukämpfen.

Wel­chen wei­te­ren Lebens­weg die­je­ni­gen vor sich haben, die heu­te die Sta­tu­en von Colum­bus umwer­fen, Robert E. Lee’s Stand­bild köp­fen oder die Bron­ze des alten, gebeug­ten Win­s­ton Chur­chill beschmie­ren, ob in 50 Jah­ren also eine Stra­ße oder ein blu­ti­ger Schul-Amok­lauf mit 50 Todes­op­fern nach ihnen benannt sein wird, ist offen.

Also hal­te man sich mit Ham­mer, Far­be und Sichel bes­ser fern von Denk­mä­lern, von deren Bedeu­tung man ledig­lich mehr zu wis­sen glaubt als jene, die sie bau­ten und jene, die die Wider­sprü­che der Dar­stel­lung sehr wohl ken­nen und sich in demo­kra­ti­schen Abstim­mun­gen immer wie­der fra­gen, ob und war­um eine Sta­tue ste­hen blei­ben darf. Wer bist du, Floy­dia­ner dass du glaubst, die­se Ent­schei­dun­gen igno­rie­ren zu dür­fen? Wer bist du, dass du dich für einen bes­se­ren Men­schen, ja, für den ers­ten wirk­lich guten und gerech­ten Men­schen der Geschich­te hältst, der über den Wert von Sym­bo­len urtei­len darf, weil er frei von Sün­de ist und “erkannt” hat, was rich­tig und was falsch ist in der Welt?

Kannst du eine Sta­tue wie­der­auf­rich­ten, wenn sich erweist, dass aus dir Bil­der­stür­mer ein noch mie­se­rer Cha­rak­ter wur­de als jener, den du noch post­hum ver­nich­ten und aus­lö­schen woll­test? Als Athe­ist kom­me ich mei­nen Lesern ja nur sel­ten mit Bibel­zi­ta­ten, aber hier passt mal eines. Näm­lich Mat­thä­us 7.2: „Denn mit wel­cher­lei Gericht ihr rich­tet, wer­det ihr gerich­tet wer­den; und mit wel­cher­lei Maß ihr mes­set, wird euch gemes­sen werden.“

Oder kür­zer und weni­ger pathe­tisch: Urtei­le nicht leicht­fer­tig über die Geschich­te, wenn dei­ne noch nicht geschrie­ben ist. Und lass die Fin­ger von Din­gen, die aus der Ver­gan­gen­heit zur Gegen­wart spre­chen. Höre ihnen lie­ber zu.

Vorheriger ArtikelGeorge Floyd – von sanften Riesen und scharfen Rissen
Nächster ArtikelCorona-App als Fesselballon

16 Kommentare

  1. Es ist alles gut gesagt, Herr Roger. Mich beun­ru­higt weni­ger die­se Kin­de­rei, son­dern dass es jetzt bereits die drit­te oder vier­te Kin­de­rei in dich­ter Abfol­ge ist. Mich beun­ru­higt der Zusam­men­hang schein­ba­rer Kin­de­rei­en. Radi­ka­ler Umwelt­schutz, radi­ka­le Zuwan­de­rungs­po­li­tik, radi­ka­le Gesund­heits­po­li­tik und radi­ka­les Gerech­tig­keits­stre­ben. Die Mus­ter der Eska­la­ti­on sind immer die glei­chen. Die Wir­kung ist jetzt nach der Abschaf­fung der Natio­nal­staats­idee, der Ein­füh­rung der Plan­wirt­schaft, der Abschaf­fung der Grund­rech­te — nun die Erschüt­te­rung der öffent­li­chen Ord­nungs­macht Poli­zei. Was ist da los, was ist die Agen­da. Kann es sein, dass dies alles in kur­zer Fol­ge zufäl­lig geschieht? Nein, hier wird sys­te­ma­tisch unse­re Zivi­li­sa­ti­on zer­stört. Es fin­det eine Revo­lu­ti­on statt. Neu ist, dass nie­mand aus­ruft, wohin die Rei­se gehen soll, nicht mal die Akti­ven Teil­neh­mer wis­sen es. Das ist nun wirk­lich neu.

  2. @Aristobulus

    Es gab noch einen wei­te­ren, 5. Bil­der- oder bes­ser Denk­mal­ver­nich­tungs­sturm: Die zum Teil rest­lo­se Zer­stö­rung kriegs­ge­schä­dig­ter Alt­städ­te in Deutsch­land. Gefor­dert von vie­len deut­schen Archi­tek­ten und zukunfts­be­geis­ter­ten Poli­ti­kern. Den Rest besorg­ten die gro­ßen Han­dels­kon­zer­ne Kar­stadt, Her­ti ua. Am slimms­ten die hei­mat­los umher­ir­ren­den Inva­so­ren- ent­schul­di­gung, es soll­te hei­ßen Inves­to­ren, oft mit ergau­ner­tem Geld ande­rer Leu­te. Nochim­mer wird abge­ris­sen, was das Zeug hält. Han­no­ver oder Köln, die Bei­spie­le sind legi­on. Was hät­te nach 1945 getan wer­den sol­len, haben uns auf beschä­men­de Wei­se die Polen vor­ge­macht. Allei­ne in War­schau wur­den etwa 740 Alt­stadt­häu­ser, von denen nur noch ein paar Trppen­stu­fen und das Fun­da­met vor­han­den waren, ori­gi­nal­ge­treu wie­der­auf­ge­baut, eben­so das Stadt­schloß. Genau­so Elbing, Dan­zig, Stet­tin; um nur eini­ge zu nen­nen. Man muß aus die­ser Per­spek­ti­ve dank­bar sein, daß Dan­zig unter pol­ni­scher Ver­wal­tung steht, sonst wür­den wir es heu­te nicht mehr wiedererkennen!

  3. Groß­ar­tig! Es gibt fast nichts, was hin­zu­fü­gen wäre. Trotz­dem möch­te ich, alte Hexe, was dazu sagen. Zwar ver­ab­scheue ich Luther als Mann der Reli­gi­on eben­so wie die Aja­tol­lahs im Iran. Aber, ob er es woll­te oder nicht, er brach die Macht der allein selig­ma­chen­den Kir­che und schuf die deutsch Hoch­spra­che. (Auch wenn er Vor­gän­ger hat­te, sein Bei­trag war ent­schei­dend). Bei­de waren/sind her­aus­ra­gen­de Ver­diens­te, die nicht nur D auf Jahr­hun­der­te beein­fluß­ten, son­dern ganz Euro­pa. (Ame­ri­ka gab es noch nicht:-))) –
    Men­schen frü­he­rer Zei­ten nach heu­ti­gen Maß­stä­ben zu beur­tei­len ist dumm, zeugt allen­falls von Unbil­dung. Statt Zer­stö­rung wäre es viel viel bes­ser, solch umstrit­ten Sta­tu­en, Bil­der, Stra­ßen­na­men mit erläu­tern­den Tex­ten zu ver­se­hen, in denen man sowohl die guten, auch für die Zukunft bedeu­ten­den Taten erklärt wie auch die schwar­zen Sei­ten der Per­so­nen. Dann hät­te man eine Chan­ce was zu ler­nen. Und womög­lich ver­hin­dern, daß Men­schen ihre mehr oder weni­ger berech­tig­te Wut an denen aus­le­ben. Was an der (ver­gan­ge­nen?) Geschich­te sowie­so nichts ändert. Die Ver­gan­gen­heit kann man nicht ändern, nur sei­ne Bewer­tung, — Hin­ge­gen könn­te man die Denk­mä­ler, Stra­ßen­na­men der zu ihrer Zeit bekann­ten, aber für die Zukunft unbe­deu­ten­den Men­schen ruhig strei­chen. Wer zu wel­cher Spar­te gehört soll­te in öffent­li­che Debat­ten ent­schie­den wer­den. Bes­ser wäre viel­leicht: Debat­te öffent­lich, Ent­schei­dung durch Fach­leu­te aller poli­ti­schen Rich­tun­gen. — Soweit die alte Quatsch­tan­te namens
    caru­so mit lg-en

  4. „Es ist wich­tig, dass wir wis­sen, woher wir kom­men, denn wenn man nicht weiß, woher man kommt, weiß man nicht, wo man ist, und wenn man nicht weiß, wo man ist, weiß man nicht, wohin man geht. Und wenn man nicht weiß, wohin man geht, geht man wahr­schein­lich in die Irre.“
    Ter­ry Prat­chett (1948–2015) bri­ti­scher Fan­ta­sy Philosoph

    Wer beim Blick über den Atlan­tik meint, wir kämen noch ein­mal davon da bei uns noch kei­ne Sta­tu­en gestürzt wur­den, irrt sich leider.
    Bei idio­ti­schen Ideen ist Deutsch­land immer vor­ne mit dabei.
    So hat bereits 2018 die Uni­ver­si­tät Greifs­wald ihren Namens­pa­tron Ernst Moritz Arndt ver­lo­ren. Arndt deutsch-natio­na­ler Schrift­stel­ler und Abge­ord­ne­ter der Frank­fur­ter Natio­nal­ver­samm­lung schrieb auch eini­ge umstrit­te­ne anti­se­mi­ti­sche Tex­te. Das reich­te der Uni­ver­si­täts­lei­tung der Namen abzu­le­gen obwohl es dage­gen viel Pro­test gab.
    Auch das RKI soll sei­nen Namen ver­lie­ren, da der Namens­ge­ber an medi­zi­ni­schen Expe­ri­men­ten in Afri­ka teilnahm.
    Und wenn man erst die juden­feind­li­chen Schrif­ten Mar­tin Luthers rich­tig auf­ge­ar­bei­tet hat, dann Gna­de ihm Gott. Dann ist die evan­ge­li­sche Kir­che aber sowas von am Arsch, daß glaubst du nicht.
    Und ob dann das Luther Denk­mal vor der Frau­en­kir­che ste­hen blei­ben kann oder in der Elbe ver­senkt wird, ist noch nicht entschieden.
    Aller­dings, Luther hat sich nicht abfäl­lig über PoC geäu­ßert (also soweit mir bekannt), hat­te kei­ne Skla­ven, viel­leicht kommt er in der gegen­wär­ti­gen Situa­ti­on noch mal mit einem blau­en Auge davon.
    Wahr­schein­lich gibt es nur einen Warn­hin­weis am Denkmalssockel. 

    Ich bin also gespannt, wel­che Per­son aus der deut­schen Geschich­te es als ers­tes trifft, wel­ches Denk­mal als ers­tes geschleift wird.

    • … nun ja, was sind “umstrit­te­ne anti­se­mi­ti­sche Tex­te”? Müs­sen sie umstrit­ten sein, um als anti­se­mi­tisch zu gel­ten? Also, Arndt hat ein­deu­tig anti­se­mi­ti­sche Tex­te geschrie­ben, da beißt die Maus nun mal kei­nen Faden ab. Zita­te erspa­re ich uns allen hier, man fin­det sie leicht; und nein, sie sind dann nicht ein­mal aus dem Zusam­men­hang geris­sen, son­dern sie beglei­ten sein gesam­tes Werk als roter Faden. Dazu hat er pathe­tisch gegen die leicht­le­bi­gen usf. Fran­zo­sen geschrie­ben, Arndts Kol­lek­tiv­hass gegen Fran­zo­sen und Juden war schon unge­heu­er — völ­kisch-kol­lek­ti­vis­ti­scher Pro­vin­zia­lis­mus in sei­ner hilf­lo­sen Unge­heu­er­lich­keit. Frei­heit galt ihm nicht als Eigen­schaft des Indi­vi­du­ums, son­dern als Eigen­schaft des Volks­gan­zen, wor­in er sich mit dem Turn­va­ter Jahn traf, der das auch so sah. Arndts Frei­heits­be­griff ist also eine natio­nal geis­tern­de Fantasie.
      War­um soll man sich dann den Namen anhef­ten, als Universität?
      Fritz Reu­ter hät­ten sie als Namens­pa­tron aus­wäh­len sol­len. Dem Reu­ter ist nun wirk­lich nichts vorzuwerfen.

  5. “Neger sind die Frau­en der Juden. Unse­rer Zeit.”
    .
    Mit die­ser ver­dreh­ten Logik ent­larv­te schon E. Hen­scheid vor 40 Jah­ren die Sprachhülsen…

  6. Es geht nicht um Inhal­te. Es geht ledig­lich um Oppo­si­ti­on. Wir sind die, die alles anders machen. Und die Alten machen einen Kotau statt ihre Kids zu erziehen.

    In Gebie­ten mit Fas­nets-Kul­tur heißt es eben­falls: „’S gôht drge­gà.“ Aber das ist nur die dia­lek­tisch gemein­te spie­le­ri­sche Umkeh­rung der Ord­nung wie einst bei den Satur­na­li­en. Hier glau­ben allen Erns­tes Kin­der und infan­ti­le See­len, sie könn­ten die Welt bes­ser orga­ni­sie­ren als Erwachsene.

    Ein Sinn­bild ist der Gemü­se­gar­ten von CHAZ, in dem zwei Dut­zend Pflänz­chen vor sich hin­mi­ckern, sowie die dor­ti­gen Appel­le: Schickt vege­ta­ri­sches Essen, schickt Schi­cki-Micki-Geträn­ke, schickt Solar-Lade­ge­rä­te, schickt „ICE (the good kind)“, also Crys­tal Meth.

  7. Sehr guter Arti­kel :-), wie­der voll auf den Punkt gezielt und mit­ten ins Schwar­ze getroffen.
    Nur der Anfang (“jedem Anfang wohnt ein Zau­ber inne”) hat ein paar Din­ge zuviel, oder ein paar Auslassungen.
    “… das päpst­li­che Rom hat­te kei­ne Skru­pel, den anti­ken Tem­peln und Gebäu­den Mar­mor und Bron­ze zu rau­ben, um damit Kir­chen und Paläs­te auszustatten…”
    Nun, war­um denn nicht?, was war dar­an falsch? Die anti­ken Gebäu­de waren alle Rui­nen außer weni­gen völ­lig umge­bau­ter Gebäu­de wie dem Tabu­la­ri­um. Die waren seit dem 5. Jahr­hun­dert geplün­dert, und der Rest war im dau­er­rui­nö­sen Zustand, sehr gut zu sehen auf Pira­ne­sis Kup­fer­sti­chen. Indem das päpst­li­che Rom seit dem 15. Jahr­hun­dert plan­mä­ßig anti­ke Sta­tu­en und Obe­lis­ken neu auf­ge­stellt hat, wur­den sie immer­hin erhal­ten und gepflegt. 

    “… Es ist anzu­neh­men, dass der gro­ße Berni­ni, der Archi­tekt des Peters­plat­zes, kein schlech­tes Gewis­sen hat­te, weil die Bron­ze für sein Bal­da­chin-Zibo­ri­um im Peters­dom aus der Decke der Vor­hal­le des Pan­the­ons ent­nom­men wurde.”
    Die Bron­ze aus die­ser Vor­hal­le war zwar römisch (2. Jahr­hun­dert), aber kei­ne gro­ße Kunst. Berni­ni hat dar­aus gro­ße Kunst gemacht, nicht? Übri­gens war das Pan­the­on seit Jahr­hun­der­ten eine Kir­che. Berni­ni hat also Bron­ze aus einer Kir­che ent­nom­men, um gro­ße Kunst für eine ande­re Kir­che zu schaf­fen. Also muss­te er alles Ande­re als ein schlech­tes Gewis­sen haben.

    “Dabei sind die Frev­ler, Zer­stö­rer und Igno­ran­ten mit­ten unter uns.”
    Ähm, nein :-), nicht in diesm Sin­ne. Die Igno­ran­ten wohl schon unter uns, und täg­lich wer­den sie mehr (Ex-Bun­des­kanz­ler Schrö­der, jetzt rus­si­scher Olig­arch, sag­te über das Ber­li­ner Holo­caust-Denk­mal, es sei ein Ort, wo man ger­ne hin­geht), aber wo sind die Frev­ler und Zer­stö­rer alter Kunst? Mer­kel zer­stört das Land, und Minis­ter Maas zer­fre­velt die Mei­nungs­frei­heit. Aber an alter Kunst ver­geht sich kei­ner. Nur an neu­er Kunst. Das Ber­li­ner Regie­rungs­vier­tel steht vol­ler prot­zi­ger Beton­klöt­ze, wo man vom Nir­gend­wo ins Nir­gend­wo gehen kann, wäh­rend der Staat scham­los den Bür­gern in die Taschen greift. Tja.

    • Die Bron­ze-Decke des Pan­the­on-Por­tals war intakt. Da lag nichts in Trüm­mern. 91 Ton­nen hat man da raus­ge­schleppt. Hät­te ich gern gese­hen, die­se Decke. Der Bal­da­chin ist ein­fach nur mons­trös und häss­lich. Aber das ist ja Geschmackssache.

      • Klar lag da nichts in Trüm­mern; das Pan­the­on wur­de ja in Bern­inins Zeit schon seit etwa tau­send Jah­ren als Kir­che benutzt, Roger. Übri­gens ist es des­we­gen so gut erhal­ten. Alles, was benutzt wur­de, ist erhal­ten — etwa auch ein römi­scher Ther­men­saal, San­ta Maria degli Ange­li e dei Mar­ti­ri seit dem Umbau durch Michel­an­ge­lo, hier ist er:
        https://it.wikipedia.org/wiki/Terme_di_Diocleziano#/media/File:3222_-_Roma_-_Santa_Maria_degli_Angeli_-_Interno_-_Foto_Giovanni_Dall’Orto_17-June-2007.jpg

        Berni­nis Bal­da­chin ist rie­sig, aber monströs?
        https://it.wikipedia.org/wiki/Gian_Lorenzo_Bernini#/media/File:Baldacchino_di_San_Pietro,_G_L_Bernini.jpg
        Luf­tig ist er :-), die Pro­por­tio­nen sind gelun­gen. Die gedreh­ten Säu­len sind ein Zitat römi­scher Säu­len, die schon als Spo­li­en in der vori­gen Peters­kir­che aus dem 4. Jahr­hun­dert stan­den (ich den­ke, das sind die aus Mar­mor in den Empo­ren an der Sei­te, ein Bei­spiel mehr von Erhal­tung durch Benut­zung). Wenn Berni­nis Bal­da­chin da nicht stän­de, wäre der Raum tat­säch­lich monströs. 

        P.S. Wie kom­men wir jetzt zurück zum The­ma des Arti­kels?, Bil­der­sturm, der Geschich­te und Kunst ersatz­los auf­frisst. Zwei, nein drei, nein vier geschicht­li­che Bil­der­stür­me­rei­en fal­len mir ein. Der ers­te Bil­der­sturm fand im Kon­stan­ti­no­pel des 8. Jahr­hun­derts statt, als Fana­ti­ker alle Sta­tu­en und Mosai­ken ver­nich­tet haben, die sie fin­den konn­ten; wes­we­gen dort kaum byzan­ti­ni­sche Mosai­ken erhal­ten sind. Den zwei­ten Bil­der­sturm am sel­ben Ort erle­dig­ten die Tür­ken ab 1453, und er war voll­stän­dig. Den nächs­ten Bil­der­sturm haben die Pro­tes­tan­ten im 16. Jahrund­ert ver­bro­chen, als sie in Frank­reich und Deutsch­land alle Kunst­wer­ke zer­stört haben, die sie fin­den konn­ten; und der vier­te pas­siert anno 2020 durch fana­ti­sche Lin­ke in den USA, die alle Denk­mä­ler umstür­zen, die ihnen nicht gefallen.

        • “Zwei, nein drei, nein vier geschicht­li­che Bil­der­stür­me­rei­en fal­len mir ein”
          Das begrei­fe ich nicht. Wie­so so weni­ge? Die Geschich­te ist voll davon und die Chris­ten haben wohl das meis­te zer­kloppt, ver­brannt, ver­nich­tet. Ange­fan­gen mit den Kop­ten, die wun­der­ba­re ägyp­ti­sche Reli­efs ver­nich­te­ten, über die Ver­nich­tung jeg­li­cher Maya­schrif­ten (bis auf fast nix), sons­ti­ger india­ni­scher Kultur(stätten) bis zu den geseg­ne­ten Wehr­machts­trup­pen, die began­nen, gna­den­los die bol­sche­wis­ti­sche Brut aus­zu­rot­ten. Auch könn­te man die pro­fa­ne Bil­der­stür­me­rei nach jeg­li­chen Krie­gen und vie­len Macht­wech­seln anfüh­ren, so wie das Schlei­fen der Denk­mä­ler im Osten der Repu­blik nach 1989, oder jetzt in Polen etc. Somit: was der­zeit in der USA von­stat­ten geht ist ein Flie­gen­schiß zu dem, was die letz­ten 30 Jah­re in Neu­fünf­land abging.

  8. Es kommt noch bes­ser: Das Denk­mal des 54sten Mas­sa­chu­setts Regi­ments wur­de wäh­rend der Demos beschmiert. 

    Was die­se Kre­tins nicht wuss­ten: Das 54ste bestand zu 100% aus “PoC”, die regel­recht dar­um bet­tel­ten, bewaff­net an die Front zu dür­fen und dort zur Ver­blüf­fung ihrer wei­ßen Kame­ra­den über­aus tap­fer und auf­op­fe­rungs­voll kämpften.

      • Ja krass, und unwis­sen­der als unwis­send. Hmmm. Nein, nicht unwis­send; es herrscht Kul­tur­re­vo­lu­ti­on à la Mao, und sie wis­sen, was sie tun. Es steht in Maos klei­nem roten Buch und in Alin­skys Pam­phle­ten, wie und war­um das sein soll.

        Wenn da eine Sta­tue von Har­riet Tubman (Skla­vin, die Skla­ven befreit hat) stän­de, hät­ten sie die auch geschän­det, weil sie sie für eine Sou­thern Bel­le hal­ten. Oder eine Sta­tue von Boo­ker T. Washing­ton (gro­ßer schwar­zer Intel­lek­tu­el­ler), der sich hun­dert Jah­re vor Al Sharp­ton über genau die­sen kor­rupt-ego­is­ti­schen und zu Gewalt ansta­cheln­den Typus des Min­der­hei­ten­an­füh­rers mokiert hat, wann ist die dran?

Comments are closed.