„Wenn die Grün­der­vä­ter der Bun­des­re­pu­blik sehen könn­ten, was Extra‑3 mit der Part­ner­schaft zu den USA anstellt, ich glau­be, sie wür­den ziem­lich erstaunt aus der Wäsche gucken.“ Bei Ehrings Spaß­for­mat Extra‑3 lebt man näm­lich in einer extra­t­ro­cke­nen Rea­li­tät, die man sich selbst vor­gau­kelt – ich habe das Intro des Bei­trags des­halb so abge­än­dert, dass es Sinn ergibt. Lus­tig war das jeden­falls kaum, was man sich da beim NDR über Trump und Ame­ri­ka alles aus den humor­lo­sen Fin­gern sog. Es war auch kein „guter Jour­na­lis­mus“, den man dort bekommt, wo man eigent­lich „Sati­re“ erwar­tet hat­te, wie es aus einem der Kom­men­ta­re schleimt und Sati­re war es auch nur in ähn­lich selbst­ge­fäl­li­gem Maße, wie die Göb­bels-Pos­se „Das muss den ers­ten Seelord doch erschüt­tern“. Statt Sati­re kann der NDR-Zuschau­er sie­ben Minu­ten anein­an­der­ge­reih­te Lügen und rei­hen­wei­se Selbsten­blö­dun­gen der Autoren und des Mode­ra­tors erle­ben, die in einem groß­ka­li­bri­gen ras­sis­ti­schen Nar­ra­tiv gip­feln, von dem trau­ri­ger­wei­se mal wie­der kei­ner der öffent­lich-recht­li­chen „Macher“ und kaum einer der Zuschau­er etwas mit­be­kam. Aber der Rei­he nach. Über­sprin­gen wir das obli­ga­to­ri­sche „Oran­ge Man Bad“ Gemur­mel und die Ad Homi­nem Angrif­fe der Sor­te „Wie die schon spricht“, „Wie der schon guckt“ und „Wie der schon heißt“ und wen­den uns der ers­ten faust­di­cken Lüge zu.

Die Russian Collusion

Die Spar­maß­nah­men beim NDR müs­sen fürch­ter­lich sein, denn sie füh­ren offen­bar dazu, dass alte, abge­leg­te Wit­ze immer wie­der ver­wen­det wer­den müs­sen. Gibt es womög­lich längst wie­der eine See­blo­cka­de der Eng­län­der und dem Teut­schen Rrrond­fonk ist das Humo­ri­um aus­ge­gan­gen? Solan­ge die Unter­su­chun­gen zum Fall „Putin kauft Trump eine Prä­si­dent­schaft“ noch nicht abge­schlos­sen waren, war das ja noch irgend­wie lus­tig. Aber seit dem Mul­ler-Report ver­bun­den mit der see­len­tie­fen Erschüt­te­rung Rachel Mad­dows wir­ken sol­che Gags nur noch, als bräch­te der Bau­er noch am Tag der Getrei­de­ern­te die im Früh­jahr übrig­ge­blie­be­ne Gül­le aufs Feld: „Es gibt einen ent­schei­den­den Unter­schied zwi­schen Putin und Trump: Putin kann auch ohne Trump Prä­si­dent wer­den“ – ach Ehring, wie bil­lig! Aber zumin­dest gebe ich Plus­punk­te für kon­se­quen­tes Recycling.

Die Briefwahl

Trump zweif­le jetzt schon das Wahl­er­geb­nis an, Trump lässt Brief­käs­ten von US-Pos­tal abmon­tie­ren, um die Brief­wahl unmög­lich zu machen, Trump glaubt, man will ihm die Wahl steh­len, Trump, Trump, Trump… es wird unfass­ba­rer Blöd­sinn über das The­ma „US-Brief­wahl“ in Deutsch­land ver­brei­tet, also gehen wir das mal kurz durch:

Die staat­li­che „US-Pos­tal“ ist seit Jah­ren ein defi­zi­tä­rer Sanie­rungs­fall, weil der Brief­ver­kehr in den USA immer wei­ter zurück geht – war­um wohl. Im Coro­na-Lock­down sank das Volu­men noch­mals erheb­lich – war­um wohl. Seit Jah­ren passt US-Pos­tal die Anzahl der Brief­käs­ten des­halb in der Flä­che dem Bedarf an, nimmt wel­che weg oder stellt sie wie­der hin. Zudem wer­den die Brief­käs­ten regel­mä­ßig aus­ge­tauscht. Die Kon­tro­ver­se um die Brief­wahl hat nichts damit zu tun und dass Trump die Käs­ten abbau­en las­se, ist eine Geschich­te aus dem Paulanergarten.

Der von Ehring erwähn­te „Fun­fact am Ran­de“, dass der Prä­si­dent und sei­ne Frau gera­de selbst Brief­wahl in Flo­ri­da ange­mel­det hät­ten, obwohl Trump doch so dage­gen sei, führt uns mit­ten hin­ein in die jour­na­lis­ti­sche Schlam­pe­rei. Es ging nie dar­um, Brief­wahl zu ver­bie­ten. Die gibt es in Form des „Absen­tee Bal­lot“ schon immer. Die Trumps sind in Flo­ri­da als Wäh­ler regis­triert, am Wahl­tag hat Trump aller­dings in Washing­ton zu tun – kei­ne Ahnung, was das wohl sein könn­te! Es will auch nie­mand das Brief­wahl­recht abschaf­fen, selbst Trump nicht. Die Demo­kra­ten möch­ten die Brief­wahl aller­dings gern zur Norm erhe­ben, was in einem Land, in dem es kei­ne gene­rel­le Mel­de­pflicht gibt, erheb­li­che Pro­ble­me machen wür­de, was man sich mit etwas gutem Wil­len auch als NDR-Redak­teur vor­stel­len kann.

Der Staat weiß schlicht nicht hin­rei­chend genau, wo sich sei­ne wahl­be­rech­tig­ten Bür­ger auf­hal­ten, wäh­rend die Bür­ger es sehr viel leich­ter haben, zu erfah­ren, wo sie ihre Stim­me per­sön­lich abge­ben kön­nen. Der kürz­lich hoch­ge­koch­te Fall einer Wahl in New Jer­sey, die wegen Covid19 aus­schließ­lich auf dem Post­weg erfolgt war, zeigt die Mani­pu­la­ti­ons­mög­lich­kei­ten deut­lich auf. Auch der Insi­der­be­richt eines Wahl­fäl­schers, der seit Jah­ren bei ver­schie­de­nen Anläs­sen im Auf­trag sei­ner „Kun­den“ Mani­pu­la­tio­nen an Wahl­un­ter­la­gen vor­nahm, lässt das „Sys­tem Brief­wahl“ ver­wund­bar erschei­nen. Da hilft es auch wenig, wenn die Washing­ton Post ver­sucht, den Betrug von New Jer­sey, mit dem sich nach der Annul­lie­rung der Wahl nun die Gerich­te befas­sen, zur sta­tis­ti­schen Mar­gi­na­lie zu erklä­ren und nach­zu­wei­sen, das wür­de für eine Prä­si­den­ten­wahl über­haupt kei­ne Rol­le spielen.

So gern die Demo­kra­ten in dem Zusam­men­hang auch Covid19 ins Feld füh­ren, um eine gene­rel­le Brief­wahl zu begrün­den, geht die­ses Argu­ment doch nach hin­ten los. Der „ame­ri­ka­ni­sche Dros­ten“ Fau­chi sieht kein Pro­blem dar­in, auf Wunsch per­sön­lich zu wäh­len und das ame­ri­ka­ni­sche Ear­ly-Vote-Sys­tem ent­zerrt auch die Not­wen­dig­keit lan­ger Schlan­gen an den Wahl­lo­ka­len – für alle ande­ren steht natür­lich die Mög­lich­keit zum Absen­tee-Bal­lot bereit.

Den Nur-Brief­wahl-Pre­di­gern geht es aber sehr wahr­schein­lich gar nicht dar­um, die Wahl zu „steh­len“ – auch wenn Trump dies gern ver­kürzt so dar­stellt. Viel­mehr könn­te es dar­um gehen, ein vali­des Wahl­er­geb­nis so lan­ge durch wegen Unre­gel­mä­ßig­kei­ten erwart­ba­re Kla­gen, Gegen­kla­gen, Ermitt­lun­gen, Ver­däch­ti­gun­gen, „gefun­de­ne“ Bün­del von Wahl­zet­teln zu ver­zö­gern, dass das Elec­to­ral Col­le­ge 41 Tage nach der Wahl nicht wie vor­ge­se­hen zusam­men­tre­ten kann. Ab da wird es näm­lich rich­tig kom­pli­ziert. Es könn­te also durch­aus sein, dass es von Anfang an nur dar­um ging, die Legi­ti­mi­tät der nächs­ten Prä­si­dent­schaft in Zwei­fel zu brin­gen, damit auch die nächs­ten vier Jah­re mit Blo­cka­den, Impeache­ment-Ver­fah­ren und poli­ti­schen Gra­ben­kämp­fen ange­füllt sein wer­den. Ganz gleich wer die Wahl auch gewinnt, es wäre der Horror!

Dem NDR emp­feh­le ich des­halb einen flüch­ti­gen Blick in das Wahl­pro­ze­de­re der Ver­ei­nig­ten Staa­ten, denn dass sich wegen der Ver­zö­ge­rung „Trump zum Sie­ger aus­ru­fen kann“ wie Ehring behaup­tet, wäre so wirk­sam, wie wenn ich Ehring zum Kai­ser von Chi­na ernen­nen wür­de. Und wäh­rend der NDR-Kai­ser wei­ter von Din­gen schwa­felt, die Trump so alles tun könn­te, kom­men wir ganz neben­bei zur nächs­ten Dolchstoßlegende.

Trumps Armee

Trump könn­te die Natio­nal­gar­de gegen Demons­tran­ten ein­set­zen, meint Ehring. Doch stimmt das eigent­lich? Hart­nä­ckig hält sich das Gerücht, Trump hät­te „sei­ne Trup­pen“ zum Bei­spiel in Port­land auf­mar­schie­ren las­sen, um sich dort unbe­rech­tig­ter­wei­se Lasern, Stei­nen und Brand­sät­zen „fried­li­cher Demons­tran­ten“ in den gerech­ten Weg in ein Bun­des­ge­richts­ge­bäu­de zu stel­len. Wer das behaup­tet, ver­steht die föde­ra­le Struk­tur der USA nicht. Denn die „Feds“ sind unein­ge­schränkt ledig­lich für föde­ra­les Recht und föde­ra­le Infra­struk­tur zustän­dig. Es sei denn, der jewei­li­ge Gou­ver­neur for­dert föde­ra­le Unter­stüt­zung an. Das geschah etwa 2014 beim Auf­stand in Fer­gu­son, als der Staat Mis­sou­ri Oba­ma um Unter­stüt­zung bat. Trump kann die­se Hil­fe auch anbie­ten und hat dies wie­der­holt getan. Doch was, wenn die Hil­fe abge­lehnt wird?

So gesche­hen in Port­land, als Bür­ger­meis­ter Whee­ler dies sogar in einem offe­nen Brief tat und auf die­se Wei­se aller Welt vor Augen den Beweis führ­te, dass Trump par­tout nicht die Rol­le als Tyrann beset­zen will, die man im zuge­dacht hat. Zur Ein­ord­nung die­ses Vor­falls emp­feh­le ich eine klei­ne Ana­ly­se von Bret Wein­stein und Hea­ther E Heying. Trump könn­te mit­tels des soge­nann­ten „Insur­rec­tion Act“ Lan­des­recht mit Bun­des­recht bre­chen, aber die­ser unfä­hi­ge Dik­ta­tor wei­gert sich doch tat­säch­lich bis auf den heu­ti­gen Tag, so zu han­deln, wie sei­ne Geg­ner nicht müde wer­den, ihm zu unter­stel­len. How dare you, Trump!

Die Wählerregistrierung

Doch zurück zu Ehrings Mär­chen­stun­de. „Das ame­ri­ka­ni­sche Wahl­sys­tem ist vol­ler Tücken, man muss sich ja regis­trie­ren, wofür aber nur bestimm­te Doku­men­te zuläs­sig sind, die nicht alle haben. Zum Bei­spiel mit einem Füh­rer­schein.“ Nun ist der Füh­rer­schein ja nur ein Bei­spiel, aber Füh­rer­schein­lo­se deut­sche Groß­stadt-Mill­en­ni­als mit ÖPNV-Monats­kar­te bekom­men sofort wie gewünscht Schnapp­at­mung. Doch stellt sich hier zunächst die Fra­ge, wer die sein sol­len, die kei­ne Doku­men­te haben, mit denen man sich für eine Wahl legi­ti­mie­ren kann. Das führt uns sofort in die Grund­satz­de­bat­te ras­sis­ti­scher Unter­stel­lun­gen, denn natür­lich sei­en es gera­de die Min­der­hei­ten und ins­be­son­de­re die Afro­ame­ri­ka­ner, die durch das ame­ri­ka­ni­sche Wahl­sys­tem struk­tu­rell benach­tei­ligt würden.

Das geht so weit, dass beson­ders „Gut­mei­nen­de“ gar die Abschaf­fung der Wäh­ler­re­gis­trie­rung for­dern. Beson­ders lus­tig sind sol­che For­de­run­gen an die USA, wenn sie von Deut­schen vor­ge­tra­gen wer­den. Dem Land der tota­len Wäh­ler­re­gis­trie­rung. Dem Land der „Mel­de­ver­ge­hen“, wo eine nicht frist­ge­rech­te Ummel­dung nach Umzug eine zu ahn­den­de Ord­nungs­wid­rig­keit dar­stellt. Dem Land, in des­sen Wahl­lo­ka­len Lis­ten der wahl­be­rech­tig­ten Bür­ger aus­lie­gen auf denen Namen durch­ge­stri­chen wer­den, sobald jemand sein Wahl­recht in Anspruch nimmt. Bit­te ver­ste­hen Sie mich rich­tig: damit habe ich kein Pro­blem. Die Wahl als sol­ches ist ja noch geheim. Aber in einem Land ohne Mel­de­re­gis­ter wie den USA am Prin­zip der Wäh­ler­re­gis­trie­rung zu rüt­teln, zeugt von galop­pie­ren­der Blödheit.

Rassismus der gesenkten Erwartung

Doch zurück zu denen, die sich laut Extra‑3 angeb­lich nicht für die Wahl regis­trie­ren kön­nen. Bereits 2016 ging Ami Horo­witz auf sei­nem You­Tube-Kanal der Fra­ge nach, ob schwar­ze Ame­ri­ka­ner vom Wahl-ID-Sys­tem ras­sis­tisch benach­tei­ligt wären. Horo­witz frag­te am eli­tärs­ten Fleck­chen Ame­ri­kas (Uni-Cam­pus Ber­ke­ley, CA) und dem wohl „schwär­zes­ten“ Stadt­vier­tel New Yorks (Har­lem) Pas­san­ten nach ihrer Mei­nung. Die woken und sich für beson­ders pro­gres­siv und anti-ras­sis­tisch hal­ten­den Cam­pus-Kids fan­den, Schwar­ze hät­ten sel­te­ner die pas­sen­den ID’s, wüss­ten nicht, wo sie sich regis­trie­ren könn­ten, kämen mit dem Inter­net nicht zurecht oder hät­ten kein Geld für die benö­tig­ten Ser­vices und wären benach­tei­ligt, weil ver­ur­teil­te Ver­bre­cher in den USA kein Wahl­recht hätten.

Die­se „Kids“ hal­ten Schwar­ze offen­sicht­lich für dumm, des­in­ter­es­siert, rück­stän­dig, unselbst­stän­dig und kri­mi­nell – die Reak­tio­nen der mit sol­chen Aus­sa­gen kon­fron­tier­ten Bewoh­ner Har­lems wür­den die Ber­ke­ley-Stu­den­ten wohl eben­so über­ra­schen wie den fei­nen Herrn Ehring, der sich genau der glei­chen ras­sis­ti­schen Argu­men­te der gesenk­ten Erwar­tun­gen bedient. Es sind Ras­sis­ten wie Ehring und noto­ri­sche wei­ße BLM-Schrei­häl­se, deren Bild von den Fähig­kei­ten „der Afro­ame­ri­ka­ner“ eher durch „Onkel Toms Hüt­te“ als durch die Prä­si­dent­schaft Oba­mas geprägt ist. Mich über­rascht das kein Stück!

Ich glaube, ich hab‘ schon gewonnen

Nach dem sicher unbe­ab­sich­tig­ten aber umso ehr­li­che­ren ras­sis­ti­schen Geständ­nis des NDR kom­men wir noch zum schöns­ten Bei­spiel unfrei­wil­li­ger Komik: eine klei­ne Ani­ma­ti­on zum „unge­rech­ten Wahl­sys­tem in den USA“ ab Minu­te fünf im Video. Wir ler­nen, dass die Demo­kra­ten mehr „Anhän­ger“ als die Repu­bli­ka­ner haben und des­halb eigent­lich schon gewon­nen haben. Wie wir wis­sen, stellt sich unse­re SPD „Wah­len“ ähn­lich vor. Zu dumm, dass unser Wahl­sys­tem die­se Form der Gerech­tig­keit (die Mehr­heit der Par­tei­mit­glie­der bestimmt) das ein­fach nicht abbil­den will!

Wir ler­nen außer­dem: Gerech­tig­keit, lie­be Kin­der, die gibt’s nicht bei US-Wah­len „Schließ­lich gewinnt bei US-Wah­len nicht der mit den meis­ten Stim­men“ (hier Hil­la­ry-Gedächt­nis­trä­ne ein­fü­gen). Ein Blick in das Spieg­lein an der Wand im bes­ten deut­schen Wahl­sys­tem, das jemals ver­fas­sungs­wid­rig war, zeigt, dass man in Deutsch­land nicht mal als Per­son zur Wahl ste­hen und irgend­ei­ne Mehr­heit errin­gen muss, um auf einer Par­tei­lis­te ins höchs­te Par­la­ment ein­zu­zie­hen. Wahn­sin­nig demo­kra­tisch, oder?

Die Anzahl der Stim­men, die etwa für Spit­zen­po­li­ti­ker wie Göring-Eck­hard abge­ge­ben wur­den, lie­ßen sich mühe­los aus den umstrit­te­nen Lochun­gen auf Flo­ri­da-Stimm­zet­teln der Prä­si­dent­schafts­wahl des Jah­res 2000 bas­teln. Wenn Gerech­tig­keit herrsch­te in Ame­ri­ka, dann „…wäre Georg H. Bush der letz­te repu­bli­ka­ni­sche Prä­si­dent gewe­sen, Ame­ri­ka wäre vol­ler Wind­rä­der und alle hät­ten eine Kran­ken­ver­si­che­rung“. Ob der NDR die unver­zeih­li­chen letz­ten fünf Prä­si­dent­schafts­wah­len rück­gän­gig machen lässt? Ein Kanz­le­rin­nen­wort und… Ach, Schwamm drü­ber! Es gibt ja noch mehr ame­ri­ka­ni­sche Unge­rech­tig­kei­ten, die dem deut­schen Maß­stab von Demo­kra­tie ein­fach Hohn sprechen.

Etwa das von Staat zu Staat unter­schied­li­che Stimm­ge­wicht! „Im ver­rück­ten US-Wahl­sys­tem sind die Stim­men in Wyo­ming und Kali­for­ni­en unter­schied­lich viel wert. Gemes­sen an der Bevöl­ke­rungs­zahl zählt Wyo­ming 3,5 mal mehr!“ Ja, ist es denn zu fas­sen? Die­se glück­li­chen Kali­for­ni­er! Im EU-Wahl­recht zählt die Stim­me eines Wäh­lers aus Mal­ta stol­ze 12,4 mal mehr als die eines Deut­schen! Vor dem Aus­schei­den der Bri­ten war das Stimm­ver­hält­nis nur für Spa­ni­en und Frank­reich noch schlech­ter – was sich nach dem Bre­x­it für bei­de ver­bes­sert hat. Nur Deutsch­land ist nun noch „kali­for­ni­scher“ benach­tei­ligt. Gera­de­zu schrei­end komisch, nicht? Aber da sind wir lei­der auch schon am Ende des Vide­os von Extra‑3 ange­kom­men. Bleibt nur noch die Schlussfrage:

Und was, wenn Trump, des­sen Umfra­ge­wer­te schon seit Wochen auch unter den afro­ame­ri­ka­ni­schen Wäh­lern wie­der stei­gen, im Novem­ber schon wie­der gegen den Wil­len ver­wirr­ter deut­scher Anti­ame­ri­ka­ner gewin­nen soll­te? Dann sperrt sich Chris­ti­an Ehring heu­lend im Ham­bur­ger Funk­haus des NDR ein und wirft den Schlüs­sel weg. Zumin­dest solan­ge wir sei­nen Pro­pa­gan­da­sen­der mit der fest­ge­leg­ten monat­li­chen Apa­na­ge ver­sor­gen, wozu ich ange­sichts Drei-Minu­ten-Hass-Hil­fen wie die­sem ver­lo­ge­nen Extra-3-Bei­trag ehr­lich gesagt nur noch wenig Lust verspüre.

Als „Musik zum Text“ emp­feh­le ich übri­gens die Kom­men­ta­re unter dem You­Tube-Video. Dazu kräf­tig brül­len und mit einem Löf­fel auf Töp­fe und Pfan­nen schla­gen, um die pas­sen­de aggres­si­ve Pau­schalstim­mung zu erzeu­gen. So geht Hate-Speech! Aber beim NDR, ein­ge­hegt im Hal­tungs­bil­dungs­auf­trag der Öffent­lich-Gerecht­li­chen, ist Hass natür­lich etwas Positives!

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9 Kommentare

  1. „Nützt nur nichts, denn jeder bezahlt ja zwangs­weise jeden Monat für das, was ihn bloß anwidert“

    Welch wah­rer Satz.

  2. Hil­de­brandt wür­de sich im Grab umdre­hen wenn er den heu­ti­gen Lügen-Luschen zuhö­ren müß­te. Luschen des­halb weil sie weder komisch noch eine intel­li­gen­te Sati­re zustan­de brin­gen. Göp­pels zu imi­tie­ren, mit Ami- und Juden­hass , sprich heu­te als Israel­kri­tik und anti impe­ria­lis­ti­scher Kampf, zeigt nur dass es kei­nen Unter­schied zwi­schen Nazis und Kom­mu­nis­ten gibt. Die USA oder Isra­el müs­sen den Mer­kel­treu­en Sozia­lis­ten als Stoff für bil­li­ge Witz­chen die­nen. Die Palast-Eunu­chen wer­den ihren war­men Platz im End­darm ihrer Majes­tät nicht mit einer Kri­tik an deren Untä­tig­keit oder Kri­tik an dem Poli­ti­kern der Bun­des­re­pu­blik ris­kie­ren, es sei denn sie gehö­ren zur AFD.

  3. „Es gibt einen ent­schei­den­den Unter­schied zwi­schen Putin und Trump: Putin kann auch ohne Trump Prä­si­dent werden“

    apro­pos: hat­te nicht „unse­re“ Regie­rung Mer­kel der Par­tei von H.Clinton eini­ge Mil­lio­nen Wahl­kampf­hil­fe über­wei­sen? Wie­so wird DAS nicht erwähnt?

  4. Ich den­ke, Men­schen sind mit der Prä­si­den­ten­wahl schlicht­weg über­for­dert. Da lobe ich mir das deut­sche Sys­tem, wo ein SPD-Bon­ze in den Hin­ter­zim­mern der Macht aus­ge­kun­gelt und dann als Prä­si­dent gekürt wird. Total schmerz­los. Und damit das Volk auch etwas davon hat, gibt es dann die öffent­lich-recht­li­che TV-Show namens „Bun­des­ver­samm­lung, auf der gewählt wird, was schon fest­steht, und bei der auch Kiez-Grö­ßen wie die Drag­queen Oli­via Jones als „Reprä­sen­tan­tin einer bun­ten Repu­blik“ nach Ber­lin geschickt wird und mit­wäh­len darf.
    DAS NENNE ICH PRÄSIDENTENWAHL! Und davon soll­ten sich die Amis gern mal ein Stück abschneiden!

  5. Auf den Punkt gebracht – wie­der ein­mal. Die Igno­ranz vie­ler unse­rer Lands­leu­te wird nur noch von ihrer Arro­ganz ueber­trof­fen – Ueber­heb­lich­keit gege­nu­e­ber ande­ren – Kuschen gege­nu­e­ber der deut­schen Obrigkeit

  6. Tja, so siehts aus, genau so!
    Fake-news unse­rer ÖRR am lau­fen­den Band. Noch vor einem Jahr woll­te ich es nicht glau­ben. Mit der angeb­li­chen Chem­nitz-Het­ze gin­gen mir die Augen auf.
    So, wie der Reichs­tag am Sonn­tag gestürmt wur­de. Von Rechtsradikalen!
    Dazu: Ein­fach bei Goog­le nach „Coro­na Demo Bil­der“ suchen. Dann sieht man, was los war und was nicht. Die Poli­zei stand 20 Meter ent­fernt, wäh­rend etwas 50 Leu­te auf den Stu­den stan­den und sich gegen­sei­tig fotografierten.

  7. Sowas gucke ich schon über zehn Jah­re nicht mehr. Und will auch dar­über nichts mehr lesen. Seht halt zu, wie Ihr zurechtkommt…

      • Ja. Ach, es widert einen an.
        Plum­per Anti­ame­ri­ka­nis­mus; sonst nur die­ser bes­ser­wis­seln­de Israel­hass, bil­li­ger Anti­ras­sis­mus ohne Ras­sis­ten, und dump­fes Gemer­kel zwi­schen­durch, wenn kein neo­fe­mi­nis­ti­scher Tat­ort gezeigt wird. Zum dau­er­haft Abschal­ten. Nützt nur nichts, denn jeder bezahlt ja zwangs­wei­se jeden Monat für das, was ihn bloß anwidert.

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