Dädalus warnte seinen Sohn Ikarus davor, mit der unvol­lkomme­nen Kon­struk­tion auf seinem Rück­en zu hoch aufzusteigen und kon­nte doch ahnen, dass dieser seine War­nung in den Wind schla­gen würde. Ikarus glaubte an seine Kraft und an die Flügel aus Wachs und Fed­ern auf seinem Rück­en, die sein Vater gebaut hat­te, und stieg und stieg und stieg. Die Ikarusse der Mod­erne tre­f­fen sich ger­ade in Bonn, wo sie sich für 70 Mil­lio­nen Euro zwölf Tage lang gegen­seit­ig der Fes­tigkeit des Wach­ses in ihren Flügeln ver­sich­ern. Jour­nal­is­ten, die neugierig und mit bren­nen­den Fra­gen ihren Ideen und Flügeln zu nahe kom­men kön­nten, mögen sie nicht. Jedoch glauben sie fest daran, fliegen zu kön­nen, wie hoch auch immer sie wollen.

Manch­mal bin ich nur noch müde. Bin ich es leid, immer diesel­ben kurzsichti­gen Jube­largu­mente zu lesen und immer wieder wie Dädalus auf die Prob­leme in der schö­nen The­o­rie der Energiewende hinzuweisen. Heute ist wieder so ein Tag und ich möchte sagen: „Fliegt doch endlich los, ent­flieht eur­er Gefan­gen­schaft in der fos­silen Energie, hört nicht auf die Zwei­fler, Dädalus und andere Bedenken­träger. Wir ste­hen euch nicht mehr im Weg. Gebt uns bitte ein­fach nur eine Woche Vor­warnzeit bei der Abschal­tung aller Kohle- und Atom­kraftwerke, damit wir rechtzeit­ig ein paar hun­dert Liter Wass­er bunkern, die Brief­tauben in Stel­lung brin­gen, einen Kaminofen neb­st reich­lich Brennholz anschaf­fen und uns mit Lebens­mit­telkon­ser­ven ein­deck­en kön­nen, um auf einen größeren und län­geren Zusam­men­bruch der Net­ze vor­bere­it­et zu sein. Dann legt den Schal­ter um, genießt den Zusam­men­bruch des Indus­tri­e­s­tandortes Deutsch­land und hofft das Beste.“ Hen­rik Müller, Kolum­nist beim Spiegel, spricht euch anlässlich des Klimagipfels in Bonn jeden­falls Mut zu: „Wir sind viel zu pessimistisch!“

In einem Land, das bei jed­er neuen Tech­nolo­gie nach Tech­nikfol­ge­ab­schätzun­gen ruft, Atom­en­ergie in jed­er Form ablehnt (außer im Iran, ver­ste­ht sich) und Ethik-Kom­mis­sio­nen aus Sozi­olo­gen und The­olo­gen für Furz & Feuer­stein Bedenken sam­meln lässt…in einem solchen Land erscheint es mir jedoch sehr selt­sam, dass Poli­tik, Lob­by­or­gan­i­sa­tio­nen und Medi­en aus­gerech­net beim The­ma Kli­mawan­del und Energiewende einen der­art blind­en Opti­mis­mus an den Tag leg­en, wie sie ihn sich und anderen in keinem weit­eren Bere­ich ges­tat­ten. Und so strotzt Müllers Kolumne auch nur so von Zirkelschlüssen, falschen Annah­men, Aus­las­sun­gen und Gebeten, dass meine Müdigkeit ger­ade wie wegge­blasen ist. Doch der Rei­he nach, sehen wir mal, was Herr Müller so schreibt:

„Aber so rasch kommt auch ein US-Präsi­dent nicht aus beste­hen­den Verträ­gen heraus.“

Um den Hauch der Verge­blichkeit, welch­er das ganzen Paris­er Kli­maabkom­men umwe­ht, zu bemän­teln, wird auch von SPON immer und immer wieder das Märchen vom Ausstieg der USA aus dem Abkom­men erzählt. Dabei waren die USA nie „drin“, weil das Gesetz nie dem Kongress vor­lag. Oba­ma war klug genug, es nicht vorzule­gen, weil er wusste, dass dies mit sein­er Nieder­lage geen­det hätte. Doch nun definiert man die in den USA den­noch hier und dort angestrebten Verbesserun­gen in Sachen Emis­sio­nen und Energieef­fizienz ein­fach als Wider­stand gegen Trump, hof­fend, dass der näch­ste Präsi­dent wieder konzilianter sein möge und die Paris­er Kli­malüge wieder mit­trüge. Fakt ist aber, dass sin­nvolle Pro­gramme zur Ressourcenscho­nung und zur Luftrein­hal­tung des Paris­er Kli­maabkom­mens über­haupt nicht bedür­fen, weil es andere, bessere und nachvol­lziehbare Gründe dafür gibt. Und dass ein heiliger Eid auf die Paris­er Kli­ma-Bibel noch lange kein Garant für adäquate Poli­tik ist, zeigt das Beispiel Deutsch­land ger­adezu exem­plar­isch! Der Allein­vertre­tungsanspruch der IPCC kommt einem heili­gen Gebot gle­ich, demgemäß man „keine Umwel­trel­e­van­ten Ziele neben ihm“ haben darf. Deutsch­land ist deshalb nur ein „Sün­der“, wenn es die Kli­maziele nicht ein­hält und wie wir wis­sen, kann eine Sünde in der Reli­gion vergeben wer­den. Wir kön­nten Buße tun, Besserung geloben und eine fromme Spende leis­ten – doch bleibt unsere Absicht rein. Wer sich jedoch außer­halb des Abkom­mens stellt, es anzweifelt oder ver­wirft, ist ein Ket­zer und kann wed­er auf Nach­sicht, noch auf Erlö­sung hof­fen. Dass aus­gerech­net die USA dieses Sakri­leg beg­in­gen, sich außer­halb der Kli­makirche zu stellen, ist natür­lich wegen ihrer Größe und Bedeu­tung prob­lema­tisch. Deshalb wird mit aller­lei Tricks so getan, als sei sie noch Teil der Gemeinde und wenn der böse Antik­li­ma­tist Trump erst gestürzt sei, kehrten die Kräfte des Guten zurück an die Macht. Was für eine ver­lo­gene, ein­fältige Heuchelei!

„Erneuer­bare Energien wer­den rapi­de wet­tbe­werb­s­fähig. Massen­mo­bil­ität mit Elek­troantrieb ist, dank der Fortschritte in der Akkutech­nolo­gie, inzwis­chen denkbar.“

Tech­nol­o­gisch hat Deutsch­land seine ehe­ma­lige Führungsrolle in Sachen Energieerzeu­gung allerd­ings längst ver­loren. Nacheinan­der büßten wir unseren Vor­sprung erst in der kon­ven­tionellen Kraftwerk­stech­nik, dann der in der Atom­en­ergie und anschließend die im Bere­ich Sonne und Wind ein. Geblieben sind in ALLEN Bere­ichen nur die Seg­mente, die durch Sub­ven­tio­nen am Leben gehal­ten wer­den. „Denkbar“ ist außer­dem ein gefährlich­er Begriff! Es ist zum Beispiel denkbar, dass ich heute Lot­to spiele und daraufhin denkbar, dass ich am Sam­stag den Jack­pot abräume. Für meine und des Lan­des nähere wirtschaftliche Zukun­ft, sollte aber eher das „mach­bar“ entschei­dend sein. Derzeit ist es das nur insofern, als dass ich kein Lot­to spiele.

„Dazu kommt eine Eigen­schaft der Erneuer­baren, die eine gün­stige Dynamik aus­lösen kön­nte: Ein­mal instal­liert, pro­duzieren Win­dräder und Solarpan­els Strom zu äußerst niedri­gen Kosten. Anders als Öl, Kohle oder Gas, die bei jed­er zusät­zlichen Kilo­wattstunde in immer größer­er Menge einge­set­zt wer­den müssen, sind Wind und Son­nen­licht umson­st. Entsprechend bil­lig ist der auf diese Weise pro­duzierte Strom. Ein Effekt, der sich heute schon an der Leipziger Strom­börse beobacht­en lässt, wo die Großhan­del­spreise zeitweise gegen null fall­en (was aber, so wie die deutsche Energiewende funk­tion­iert, bei den Ver­brauch­ern nicht ankommt).“

Sowohl Sonne als auch Wind sind in ihrer massen­haften Ver­wen­dung tech­nol­o­gisch ver­hält­nis­mäßig junge Energi­eträger. Aber bere­its heute ist klar, dass es auch bei diesen Tech­niken einen Leben­szyk­lus, Wartungsar­beit­en und Entsorgungskosten gibt. Das geht soweit, dass auch irgend­wann die tausende Ton­nen schw­eren Fun­da­mente jedes Win­drades rück­ge­baut wer­den müssen – Kosten, die bis­lang nur wenige „Wind­bauern“ bei der Frucht­folge auf dem Zettel haben. Die man­gel­nde Energiedichte von Sonne und Wind erkaufen wir uns mit entsprechen­dem Flächen­ver­brauch. Der Traum von Hen­rik Müller vom Ökostrom für „koste fast gar­nix“ ist somit nicht mehr wert, als das Bastel­ergeb­nis eines Siebtk­lässlers, der seinem Physik­lehrer stolz ein „Per­petu­um Mobile“ vor­führt, das an ein­er Auto­bat­terie hängt. Außer­dem hat Müller nicht begrif­f­en, wie die niedri­gen Preise an der Leipziger Strom­börse zus­tande kom­men. Dort wer­den Überka­paz­itäten gehan­delt, die immer dann mas­siv auftreten, wenn das Netz den zu viel pro­duzierten Son­nen- und Wind­strom nicht aufnehmen kann, weil ihn kein­er braucht! Diese Börsen­preise basieren nicht auf Erzeuger­preisen. Die garantierten Vergü­tun­gen der Erzeuger durch das staatliche Sub­ven­tion­ssys­tem kom­men ja noch oben drauf, denn die Betreiber der Anla­gen wer­den nicht aus den Verkauf­ser­lösen der Strom­börse bezahlt.

Auf­grund der bere­its heute instal­lierten Nennleis­tung der Öko-Stromer kommt es an Sonne- und Win­dre­ichen Tagen an der Börse sog­ar immer wieder zu neg­a­tiv­en Preisen, die nichts anderes darstellen, als Entsorgungskosten. Der „Fisch“ liegt auf dem Tre­sen und kein­er will ihn kaufen, weil alle satt und ver­sorgt sind. Was machen also die „Fis­chhändler“ an der Börse mit dem Überange­bot an schnell verderblichem Fisch? Weg­w­er­fen kann man ihn nicht, weil er in Echtzeit anfällt und ungeduldig in die Net­ze drängt. Also ver­schenkt man den Fisch oder gibt jedem Kun­den am Ende sog­ar noch Geld, damit er welchen mit­nimmt. Wie kann man nun den Kun­den, der seinen Fisch über einen fes­ten Liefer­ver­trag beim Fis­chhändler kauft, „angemessen“ am Ver­lust­geschäft beteili­gen? Schauen Sie ein­fach auf Ihre Strom­rech­nung, dann wis­sen sie, dass die Großhan­del­spreise sehr wohl beim Ver­brauch­er ankom­men, näm­lich als Summe aus Energie- Sub­ven­tions- und Entsorgungskosten. Auf dem Strom­markt sind Ange­bot und Nach­frage durch den extrem schwank­enden Ökostrom mit seinen Ein­speisegarantien längst nicht mehr im Gle­ichgewicht und dem Ver­brauch­er erzählt man seit Jahren, die Preistreiber seien die kon­ven­tionellen Kraftwerke, die jedoch als einzige in der Lage sind, den „Fisch“ immer in genau der Menge bere­itzustellen, wie der Kunde es wün­scht. Der Fis­chhan­del „Energiewende“ stinkt, und zwar vom Kopfe her!

„Natür­lich ist dieses Ums­teuern nicht zum Null­tarif zu haben. Gängige Schätzun­gen gehen von einem glob­alen Investi­tionsvol­u­men in Höhe von etwa ein­er Bil­lion US-Dol­lar jährlich aus. Gelder, die angesichts niedriger Zin­sen und der inten­siv­en Suche nach Anlagemöglichkeit­en eigentlich mobil­isier­bar sein soll­ten. Es wird darauf ankom­men, weltweit Rah­menbe­din­gun­gen zu schaf­fen, die es Inve­storen ermöglichen, trotz niedriger Absatzpreise für Strom auskömm­liche Ren­diten zu erwirtschaften. Und zwar möglichst auch in Schwellen- und Entwick­lungslän­dern, wo die Energiein­fra­struk­tur noch im Entste­hen begrif­f­en ist. Und wo die Bevölkerun­gen teils nach wie vor stark wachsen.“

Es ist eine echte Meis­ter­leis­tung der Energiewen­der in Sachen Mar­ket­ing, dem Ver­brauch­er zwei kom­plett unver­söhn­liche Par­a­dig­men als eine einzige, grandiose Idee zu verkaufen. Da ist zunächst das Gerede von der „qua­si kosten­losen Energie“, die uns ger­adezu end­los von Sonne und Wind zur Ver­fü­gung gestellt wird. Ander­er­seits betont man stets sehr offen, dass der Umbau unser­er Energiesys­teme eine gewaltige Kraftanstren­gung darstellen werde, mit anderen Worten: es wird richtig teuer. Null­tarif? Natür­lich nicht! Aber keine Sorge, das Geld ist ger­ade bil­lig, auch das “koste fast gar­nix”, wegen der Nul­lzin­sphase! Wie’s das Schick­sal so fügt, ist immer etwas „umson­st“. Ob Draghi im Sinn hat­te, durch die Zin­spoli­tik der EZB die Energiewende anzukurbeln? Oder ob er vielmehr sieht, dass es Län­dern wie Ital­ien oder Griechen­land nur so möglich ist, ihre Schulden zu bedi­enen und weit­ere zu machen? Die „Rah­menbe­din­gun­gen“, von denen Müller spricht, sind jeden­falls nichts anderes als Sub­ven­tion­spro­gramme mit kred­it­fi­nanziertem Koste­fast­nixgeld der Steuerzahler in Europa, genauer Nordeu­ropa, oder noch genauer: Deutschland.

„Mit ein­er rasch steigen­den Bevölkerungszahl wäre dieses Ziel ver­mut­lich unerr­e­ich­bar. Derzeit wächst die Kopfzahl auf dem Plan­eten jährlich um 83 Mil­lio­nen Men­schen: ein­mal Deutsch­land zusät­zlich, Jahr für Jahr. Aber wom­öglich sind wir derzeit auch an dieser Stelle zu pes­simistisch. Die UN-Forsch­er haben ein hoff­nungsvolles Szenario durchgerech­net. Es ist dur­chaus möglich, dass die Men­schheit um 2050 ihre max­i­male Größe erre­icht. Die Zahl der Erd­be­wohn­er läge dann bei 8,8 Mil­liar­den Men­schen, 1,2 Mil­liar­den mehr als heute. In den Jahrzehn­ten danach würde die Welt­bevölkerung allmäh­lich schrumpfen.“

Dur­chaus möglich ist aber auch, dass die UN-Forsch­er falsch liegen mit ihrem hoff­nungsvollen Szenario. Und ist es nicht merk­würdig, dass die ange­bliche Haup­tur­sache für die Kli­maer­wär­mung, der Men­sch und ins­beson­dere die Anzahl der­er, die sich auf der Erde tum­meln, erst nachrangig in die Kli­maret­tungsmod­elle Einzug find­en soll? Die let­zte große Welt­bevölkerungskon­ferenz der UN fand 1994 in Kairo statt. Man hat es nicht so eilig wie die Kli­maret­ter, die eige­nen hochfahren­den Beschlüsse regelmäßig zu kor­rigieren, wohl weil sich das Ver­sagen der Bevölkerungs­plan­er nicht so leicht auf Wet­ter­phänomene und kom­plexe physikalis­che Zusam­men­hänge schieben lässt. Ein­er der Beschlüsse der Kon­ferenz, „…Fam­i­lien­pla­nung für alle bis spätestens 2015 zugänglich zu machen, darf heute, 23 Jahre später, angesichts der unge­brem­sten Bevölkerung­sex­plo­sion ger­ade in Afri­ka als krachend gescheit­ert ange­se­hen wer­den. Der unmit­tel­bare kausale Zusam­men­hang zwis­chen Ressourcenver­brauch, CO2-Emis­sion, Energiebe­darf und Bevölkerungsen­twick­lung ist seit jeher klar, spätestens seit Kairo’94. Und nun erk­lärt uns Herr Müller vom Spiegel, dass man ERST mal den Kli­mawan­del aufhal­ten wolle und sich DANACH um eine 8,8 Mrd. große Welt­bevölkerung küm­mern werde, die dann aber wahrschein­lich sowieso von ALLEIN schrumpfe?

Tun wir für einen Moment mal so, als gäbe es tat­säch­lich einen lin­earen Zusam­men­hang zwis­chen Erder­wär­mung und CO2-Außs­toß der Men­schheit. Tun wir außer­dem so, als wären die Bil­liar­den-Investi­tio­nen gegen den Kli­mawan­del nicht bess­er aufge­hoben bei der Bewäl­ti­gung der Fol­gen von Kli­maverän­derun­gen und glauben, wir müssen den CO2-Ausstoß um 60% verringern…läuft dann bei ein­er aktuellen Welt­bevölkerung von 7,47 Mil­liar­den Men­schen – was einem Zuwachs von etwa 1,5 Mrd. seit Inkraft­treten des Kyoto-Pro­tokolls 1997 entspricht – nicht irgend­was grund­sät­zlich falsch? Und lügt sich Hen­rik Müller nicht selb­st die Taschen voll, wenn er glaubt, das Wach­s­tum würde bei 8,8 Mil­liar­den qua­si von selb­st enden, während sein Blatt, der Spiegel, für 2100 bere­its von 11,2 Mil­liar­den Men­schen ausgeht?

Ich habe wed­er etwas gegen Elek­troau­tos, noch hängt mein Herz am Ver­bren­nungsmo­tor. Auch bin ich gän­zlich frei von Aktien der „üblichen Verdächti­gen“ aus der „Lob­by“ der Erder­wärmer, Kohle­ver­bren­ner und Ben­zin­schleud­ern. Im Gegen­teil, ich bin ger­adezu ein Tech­nolo­gief­reak und würde mich ehrlich freuen, wenn dieses ener­getisch unschuldige Schlaraf­fen­land tat­säch­lich funk­tion­ieren kön­nte! Aber die Welt, die sich Hen­rik Müller erträumt, halte ich für einen gefährlichen Betrug. Weil die zen­trale Frage, deren Beant­wor­tung erst all die Blü­ten­träume von bil­liger Energie für jed­er­mann möglich machen würde, in seinem Artikel mit keinem einzi­gen Wort erwäh­nt ist, weil bish­er NIEMAND sie je beant­worten kon­nte: wo ist die Spe­ichertech­nolo­gie, mit der wir im indus­triellen Maßstab die volatile grüne Energie spe­ich­ern und somit puffern können?

Statt also mit Wachs in den Flügeln abzuheben und das Beste zu hof­fen, sollte Ikarus vielle­icht mit dem Abheben solange warten, bis sein Vater das Flugzeug erfun­den hat. Schon angesichts der Tat­sache, dass Wachs und Kli­maer­wär­mung denkbar schlecht zusammenpassen.

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16 Kommentare

  1. Alle bösen Kohlekraftwerke mal GLEICHZEITIG für eine Woche zu Wartungszweck­en vom Netz nehmen — das wäre eine heil­same Erfahrung für alle grü­nen Visionäre. Man kann den grü­nen Tee auch kalt trinken.

    • Dafür müssten ALLE vernün­fti­gen Kräfte ihren Wider­stand aufgeben — und es ist sooo schw­er, die Ver­nun­ft aus vernün­fti­gen Men­schen zu ent­fer­nen. Noch schw­er­er, die Dummheit aus Dummen. 😉

  2. Danke. Wie Sie bin ich von den unaufhör­lichen, nie ver­siegen­den Ergüssen natur­wis­senschaftlich­er und tech­nis­ch­er Anal­pha­beten ermüdet, gle­ich­wohl dankbar, wenn sachkundi­ge Gegenrede nicht ein­schläft. Was bewegt diese Predi­ger außer dem mit ihren Liturgien erziel­ten Einkom­men? Es ist lei­der auch eine von wis­senschafts­fer­nen Medi­en verblödete Masse, die ihnen applaudiert — und so ver­stärken sich Traumtänz­er ide­ol­o­gisch ver­brämter Plan­wirtschaft und ihnen fol­gen­des medi­ales Heils­ge­dudel. Jedem, der Physik, Math­e­matik, Chemie, Biolo­gie frühzeit­ig abgewählt hat, wird das Herz warm und das Auge feucht vor eigen­er Besser­men­schlichkeit. Gern nimmt er die Sub­ven­tion für die Solarpan­els auf dem Dach oder den steuer­begün­stigten Prof­it aus dem Wind­park mit, der Rest ist ihm egal.
    Erheben Sie weit­er mit guten Argu­menten Ein­spruch — es wird nichts alter­na­tiv­los bleiben.

    • Was mich stets verblüfft ist, wenn eigentlich natur­wis­senschaftlich gebildete Leute, die bes­timmt auch klüger sind als ich und auch nicht unbe­d­ingt moralisch kor­rumpiert, den­noch diesem Wahn anhän­gen. Denn auch bei wohlwol­len­der Betra­ch­tung ver­mag ich nichts als Wahn zu erken­nen. Ich denke, dass Ide­olo­gie mächtig in Sachen Verblendung wirken kann.

      • “Kinder, ich will, dass es Euch ein­mal bess­er geht, als es uns ergan­gen ist!”

        Und es ging den Kindern bess­er, und sie hat­ten dadurch die Möglichkeit, in ein­er immer homo­gen­er wer­den­den Geschallschaft schle­ichend zu verblö­den…, und über das Resul­tat disku­tieren wir gerade.

        Voila.

  3. Die ganze Wind- und PV-Geschichte wird sich erstens niemals finanziell rech­nen, und zweit­ens niemals in der Lage sein, den Energiebe­darf der Welt zu deck­en. Das ist schon so oft nach- und vorg­erech­net wor­den, dass es in der Tat ermü­dend ist, immer wieder die Bas­tion der ide­ol­o­gis­chen Traumtänz­er mit den physikalis­chen Real­itäten zu bepudern.

    Was uns allen, weltweit, in der Tat aus der Mis­ere helfen würde, das sind Tho­ri­um­reak­toren nach dem Molten-Salt-Prinzip:

    https://en.wikipedia.org/wiki/Molten_salt_reactor

    Wer mag, kann sich das ein­mal auch noch gerne die deutsche “Über­set­zung” des obi­gen Artikels durch­le­sen. Selb­st bei ober­fläch­lichem Über­fliegen des Artikels ist die anti-nuk­lear-ide­ol­o­gis­che Durch­set­zung unverkennbar:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Fl%C3%BCssigsalzreaktor

    Die USA hat­ten jeden­falls einen solchen Ver­such­sreak­tor für 6000h unter Vol­l­last laufen, bere­its in den 60ern (siehe Details im obi­gen Link). Da dieser Reak­tortyp allerd­ings kein Plu­to­ni­um erbrütet, war er für die Regierung wohl nicht sehr interessant.

    Diese Tech­nolo­gie kön­nte uns die näch­sten paar Hun­dert­tausend Jahre lang mit Energie ver­sor­gen, bei min­i­malem Risiko. Die Chi­ne­sen forschen momen­tan daran, und wie ich die ein­schätze, wer­den wir bald die ersten Reak­toren sehen.

    Made in Chi­na, not Made in Ger­many, of course…

    • Die Tech­nolo­gie des Flüs­sigsalzreak­tors ist in der Tat hochin­ter­es­sant. Beson­ders, weil es ein prinzip­iell pas­siv-sicheres Sys­tem ist, dass im Fall ein­er Havarie schlicht “aus­ge­ht”. Nuk­lear-Experten und Physik­er (die echt­en, nicht die auf Kan­zlers­es­seln) wis­sen das. Nuk­lear-Experten hört man in Deutsch­land aber längst nicht mehr zu.

      • Exakt.

        Deutsch­land wird — im Gross­maßstab — als Resul­tat in der Welt der Zukun­ft wohl keine grosse Rolle mehr spie­len werden.

        Erschreck­end, wie in 2–3 Gen­er­a­tio­nen eine ein­st­mals solch diverse Tech­nolo­gieführerschaft, und die damit ein­herge­hende wirtschaftliche Blüte, ver­spielt wird!

        • Das kommt, wenn das Bauch­denken die medi­ale Ober­ho­heit über­nom­men hat. Wenn die Angst vor Spin­nen und Mäusen, sor­ry: Molekülen und Staub­par­tikeln präsen­ter ist als die Furcht vor wirtschaftlichem und kul­turellen Zusam­men­bruch. Wenn die Kür wichtiger wird als die Pflicht, die gute Gesin­nung wichtiger als das Überleben.

          Die Ver­sorgung durch die fleißi­gen weißen, alten Män­ner wird selb­stver­ständlich weit­er­hin erwartet, während Leis­tung, Wis­sen und Tech­nolo­gie als Feinde weib­lichen Wohlfüh­lens dif­famiert werden.

          Es ist wie bei Pubertieren­den, die selb­stver­ständlich davon aus­ge­hen, dass die Erwach­se­nen den Laden am Laufen hal­ten und ihnen ihre Rebel­lion finanzieren.

  4. Die besten Elek­tro­fahrzeuge hat­te Deutsch­land schon ein­mal, näm­lich die “Elek­to­boote” vom Typ XXI: https://de.wikipedia.org/wiki/U‑Boot-Klasse_XXI

    Zitat:

    “Die Bat­teriean­lage bestand aus 2× (3× 62) = 372 Bleiakku­mu­la­torzellen des Typs AFA 44 MAL 740W mit je 620 kg Masse und ein­er Gesamt­masse von 236 Tonnen.

    => 236 Ton­nen Bat­te­rien. Pro Boot.

    Hier die Fahrbere­iche (nach Mes­sun­gen auf U 3507 im endgülti­gen Zustand):

    Mit Schle­ich-E-Maschi­nen Unterwasserfahrt:
    487 Seemeilen bei 3 Knoten
    333 Seemeilen bei 5 Knoten
    256 Seemeilen bei 6 Knoten
    mit Haupt-E-Maschi­nen, Unterwasserfahrt
    120 Seemeilen bei 8 Knoten
    79 Seemeilen bei 10 Knoten
    26 Seemeilen bei 15 Knoten
    mit Diesel­mo­toren, Überwasserfahrt
    15.700 Seemeilen bei 9 Knoten
    14.100 Seemeilen bei 10 Knoten
    10.600 Seemeilen bei 12 Knoten
    5.200 Seemeilen bei 15,6 Knoten
    mit Diesel­mo­toren, Schnorchelfahrt
    15.100 Seemeilen bei 6 Knoten
    10.300 Seemeilen bei 8 Knoten

    1944 also bere­its das­selbe “Preis-/Leis­tungsver­hält­nis” in Sachen Batterie/Diesel wie heute.

  5. Es gibt zwar sehr wohl eine Spe­ichertech­nolo­gie, die kostengün­stig ist: Man nen­nt sie fos­sile Brennstoffe. Diese stellt die Natur bere­it. Die Kosten waren die Absenkung des CO2 Gehaltes der Atmo­sphäre auf unter 300 ppm. Das führte zu ern­sten Man­gel­erkrankun­gen der einst so üppi­gen Pflanzen­welt. Zum Glück nor­mal­isiert sich das nun so langsam wieder.

    • Fos­sile Brennstoffe binden das C, das in frühen Zeit­en ein­mal als CO2 in der Atmo­sphäre war und aus dem die mächti­gen Urwälder her­vorgin­gen, bis diese dann durch mächtige tek­tonis­che Ver­w­er­fun­gen unter die Erde gepflügt wor­den, wo sie zu fos­silen Brennstof­fen wur­den. Wir befreien einen Teil dieses C wieder während der Energiegewin­nung. Offen­bar ist der Plan­et auch zu Zeit­en der Urwälder nicht an Über­hitzung verglüht.

  6. Ganz erschüt­tert frage ich in welch­er Lot­terie , Hen­drik Müller seinen ange­blichen Pro­fes­soren Titel gewon­nen hat. Seine Kli­ma Glosse ist Schwachsinn pur

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