Ob die Regie­ren­den merken, dass ihnen die Zeit davon­läuft? Ist das viel­leicht der Grund, warum sie im aktuell auf mole­ku­la­rer Ebene statt­fin­den­den Bür­ger­krieg jetzt gleich mal ein paar Gänge höher schal­ten? Und wer eska­liert eigent­lich mehr, die Politik, die jetzt auch noch die letzten Kri­ti­ker in den eigenen Reihen stand­recht­lich um die Ecke bringt? Oder die Medien, die mit auf­ge­ris­se­nen Mäulern am Rand stehen, und nur mühsam ein bel­len­des „Kreu­zi­get ihn“ unter­drü­cken können? Maaßen hat der Kanz­le­rin wider­spro­chen, brüllen sie – und das darf bekannt­lich niemand. Das Auto­dafé bei „Anne Will“ am 16.9.2018 konnte ich mir nicht ansehen. Nicht wegen der Zeit, nein, ich wollte einfach nicht Zeuge eines Pro­zes­ses sein, dessen Ausgang, Urteil und Straf­maß von Beginn an fest­stand und von dessen anwe­sen­den Rich­tern ich ledig­lich Petra Pau für cha­rak­ter­lich integer halte – und die kommt aus einer ideo­lo­gi­schen Ecke, vor der mir inhalt­lich schon prin­zi­pi­ell graust. Was sagt das wohl über Habeck, Schulz und den Rest des Tri­bu­nals? Mir genüg­ten am Tag nach der Sendung einige Video-Schnip­sel von wenigen Sekun­den, um einen hin­rei­chen­den Ein­druck vom Prozess zu bekom­men. Mehr als ein paar Sekun­den hat das Antifa-Video aus Chem­nitz schließ­lich auch nicht gedau­ert und es wird offen­bar aus­rei­chen, um den Chef unseres Inlands­ge­heim­diens­tes aus dem Amt zu kegeln – wozu also über­haupt noch irgendwo genauer hin­se­hen? Maaßen hat Merkel wider­spro­chen, Maaßen muss gehen. Merkel beugt seit Jahren Recht, ist aber noch da. Aber das ist wohl etwas voll­kom­men anderes.

Das applau­die­rende und kom­men­tie­rende Medi­en­prä­ka­riat war aber nicht zufrie­den mit dem Ausgang des Pro­zes­ses bei Will. Viel zu zahm das Ganze. Denn Chris­toph Twickel, der die braunen Horden schon um den Reichs­tag tanzen sieht, schreibt auf SPON:

An dieser Stelle hätte die Debatte bei Anne Will Fahrt auf­neh­men können, man hätte sich fragen sollen: Ist das nicht ein ent­schei­den­der Durch­bruch der radi­ka­len Rechten? Wenn ein Behör­den­chef unge­straft die Hatz auf migran­tisch aus­se­hende Men­schen abstrei­tet? Dass Teile von Deutsch­land für Men­schen, die vom bio­deut­schen Phä­no­typ abwei­chen, inzwi­schen No-go-Areas sind, ist schon empö­rend genug – dass ein Ver­fas­sungssschutz­chef die Gewalt eines rechten Mobs zur Fake News erklärt und dafür minis­te­riale Deckung erhält: Das kann die neue ras­sis­ti­sche Front von AfD bis Neo­na­zis nur als sehr grund­sätz­li­che Ermu­ti­gung ver­ste­hen.“

Diese Aussage eines Leicht­ma­tro­sen auf der sin­ken­den MS „Sturm­ge­schütz“ sollte man Wort für Wort genie­ßen und gut archi­vie­ren, denn sie belegt den deut­li­chen Para­dig­men­wech­sel in der Bericht­erstat­tung, der mit dem Mord in Chem­nitz sein media­les Initial der Ver­dre­hung von Ursache und Wirkung feierte. Maaßen äußerte Zweifel, mehr nicht. Das darf, so Twickel, nicht unge­straft bleiben. Maaßen stritt nichts ab, doch die Wort­wahl Twi­ckels ist hier ver­rä­te­risch: Abstrei­ten ist nämlich etwas, dass ein Ange­klag­ter tun kann – und nichts anderes ist Maaßen. Ange­klagt der Majes­täts­be­lei­di­gung, denn er hat, oh Frevel, der Kanz­le­rin wider­spro­chen. Fake News wie behaup­tet hat er nie ver­brei­tet – anders als der Spiegel, der (und hier wird die Ver­dre­hung von Tat­sa­chen beson­ders krass) No-go-Areas kur­zer­hand zu unsi­che­ren Gebie­ten für „migran­tisch aus­se­hende Men­schen“ erklärt. Wo sind diese Areas? Reden wir hier von den No-go-Areas in Berlin, Dort­mund oder Bremen, in denen Clans und Frie­dens­rich­ter die Gesetze machen? Die kann man nämlich mit Stra­ßen­na­men und Haus­num­mern nennen. Wo sind die Viertel, wo der dumpfe Nazi in tri­ba­li­sier­ten Groß­fa­mi­lien Faust­recht ausübt, Richter ein­schüch­tert und Poli­zis­ten kran­ken­haus­reif prügelt? Adres­sen bitte! Doch schwups, hat man den Begriff „No-Go-Area“ auch noch nach rechts ver­scho­ben und in die Ver­ant­wor­tung dafür der AfD über­wie­sen! Welche Par­teien haben doch gleich Regie­rungs­ver­ant­wor­tung in Deutsch­land und wer schiebt hier wem frech die Schuld in die Schuhe? Ich komm’ grad nicht drauf…

Psychologische Erklärungen

Wobei schie­ben hier das rich­tige Wort ist. Noch besser „Ver­schie­ben”! So nennt man in der Psy­cho­ana­lyse nämlich den Abwehr­me­cha­nis­mus, bei dem eigene Regun­gen auf ein eher akzep­ta­ble oder weniger bedroh­li­che Objekte oder Men­schen ver­scho­ben werden, denn so kann man Wut in eine für sich selbst oder das eigene Welt­bild weniger gefähr­li­che Rich­tung lenken. Dazu passt auch eine andere Posse vom 17.9.2018 von Caro­line Rosales in der MoPo-Berlin. Wie sie schreibt, meldet sie ihr Kind nicht etwa deshalb bei einer Pri­vat­schule an (was ihr gutes Recht ist und der Begrün­dung nicht bedarf), weil der Anteil von Kindern mit Migra­ti­ons­vor­der­grund an vielen staat­li­chen Ber­li­ner Schulen Deutsch all­mäh­lich zur Fremd­spra­che macht, nein nein! Sie hat aus­ge­rech­net im rot-rot-grünen Berlin Angst vor den AfD-Kindern, die den ganzen Tag Haken­kreuze in den Sand malen, Alice-Weidel-Pod­casts hören und „ihr Kreuz“ bei den „Braunen“ machen.

Nun, das machen die Kinder natür­lich nicht, die dürfen ja mit 6 oder 7 noch gar nicht wählen. Aber die Eltern! Und viel­leicht tun sie das ja auch. Und man kennt diese Typen ja…wie die schon aus­se­hen, was die für Namen haben, wie die sich kleiden, reden, fluchen…alles Nazis! Und wer hätte nicht davon gehört, dass in Pankow die Krab­bel­gruppe „Mari­en­kä­fer“ längst „Memel­land“ und die Grund­schule „Rosa Luxem­burg“ in „Viertes Reich“ umbe­nannt wurde…in Chem­nitz sind sie ja wohl sogar schon einen Schritt weiter, so mutmaßt, munkelt und mene­te­kelt man! Das findet natür­lich alles nur in der ver­scho­be­nen Phan­ta­sie von Frau Rosales statt, so wie auch Katrin Göring-Eckardt Angst hat, nachts im Park auf Rechts­po­pu­lis­ten zu treffen die sie…ja was eigent­lich? Grup­pen­ver­ge­wal­ti­gung? So wie in Rimini, Velbert oder Malmö? Es ist wohl nur noch eine Frage der Zeit bis Alex­an­der Gauland erklä­ren muss, wo er in der Sil­ves­ter­nacht 2015/16 war und die Vor­fälle damals auf der Dom­platte eine erneute Über­prü­fung durch die neue Prä­si­den­tin des Ver­fas­sungs­schut­zes, Sawsan Chebli, erfor­dern.

Ver­schie­bun­gen wohin man schaut. Die Alter­na­tive, ein unge­fil­ter­ter Blick auf die Fakten, ist einfach zu schmerz­lich und wird mit jedem Tag der Unter­las­sung immer schlim­mer. Man kommt nicht mehr hinter die eigenen Bequem­lich­keits­lü­gen zurück, bis…ja, bis wohin wird das noch gehen? Rolf Peter Sie­ferle zeich­nete am Ende seines Buches „Das Migra­ti­ons­pro­blem“ fol­gende Dys­to­pie, in die wir wohl im Moment gerade mit Voll­dampf hin­ein­lau­fen:

Die letzten Men­schen [also die auto­chtho­nen Euro­päer im all­ge­mei­nen und die Deut­schen im beson­de­ren] werden erstaunt sein, wie viele All­tags­kon­flikte plötz­lich mit unge­wohn­ter Gewalt aus­ge­tra­gen werden (…) Eine Welle unfass­ba­rer blu­ti­ger Gewalt über­spült die letzten Men­schen, die von einer Ver­trei­bung aus ihrem Rent­ner­pa­ra­dies bedroht sind. Sie werden die Ver­un­si­che­rung in innere Kon­flikt­li­nien trans­for­mie­ren, sie werden in den eigenen Reihen Feinde iden­ti­fi­zie­ren, die leicht zu bekämp­fen sind, da sie aus dem glei­chen Holz geschnitzt sind wie sie selbst”

Doch es gibt dennoch etwas Hoff­nung auf ein Ende der all­ge­mei­nen Hys­te­rie, obgleich es sich bei dieser „Hoff­nung“ leider auch nur um eine Kata­stro­phe handelt. Denn ein öko­no­mi­scher Kollaps würde wohl den ganzen Spuk schlag­ar­tig beenden. Die ersten, die es wohl erwi­schen würde, wären die media­len Merkel-Cla­queure am Spiel­feld­rand, denen die Hexen­jagd derzeit nicht schnell genug „Fahrt auf­nimmt“. Die Frage ist nur, wie lange das noch dauert. Geht zuerst das Geld aus oder wird man es vorher schaf­fen, alle AfD’ler, Pegi­dis­ten, Mer­kel­wi­der­spre­cher, Antifa-Skep­ti­ker, Regie­rungs­kri­ti­ker und Nicht­mit­ma­chen­woller in die Bäume zu hängen?

Ich wette, das Geld ist schnel­ler alle.

PS: Da heute „Tag der Ver­schie­bung” ist, hier noch ein kurio­ser Fahn­dungs­auf­ruf aus dem nazib­rau­nen Berlin (Selbst­wahr­neh­mung Caro­line Rosales), das die Schüler nur noch in Pri­vat­schu­len Schutz finden lässt. Die Polizei Berlin sucht zwei „migran­tisch aus­se­hende Men­schen”, wie es der Spiegel wohl aus­drü­cken würde, weil diese vor zehn Monaten einem 16-Jäh­ri­gen durch „eine Kopf­nuss” schwer ver­letz­ten. Das sind gleich zwei Ver­schie­bun­gen: eine in der Zeit (10 Monate nach der Tatzeit kommt die Fahn­dung) und im Raum: die Kopf­nuss, (übli­cher­weise am Hin­ter­kopf appli­ziert) zer­trüm­mert eine Nase (übli­cher­weise auf der anderen Seite eines Kopfes ange­bracht).

17 Kommentare

  1. Wer schützt uns nun, wenn uns der Maaßen nicht mehr schützt? Wer gibt Merkel „Kontra“, wenn der Maaßen weg ist? Die Vera Lengs­feld hat ja noch die Initia­tive „Wir sind Maaßen” gestar­tet und mich damit zu den fol­gen­den Versen inspi­riert:

    für Hans Georg Maaßen
    Moslems mit Messern: überall!
    Es herrscht Kreig auf unseren Straßen.
    Doch hör! Ein Ruf, wie Don­ner­hall:
    „Wir sind wir und wir sind Maaßen!“
    (Sieg­fried Prütt 2018)

  2. Merkel (eine ehren­werte Fau, sie lebe hoch, hoch, hoch) hat uns, die schon vor der Wende hier lebten geraten, die Fremden auf­zu­su­chen, um sie ken­nen­zu­ler­nen. Hab ich neulich gemacht. Nachdem mir aus dem Haus nebenan immer wieder Müll und anderes wie z.B. gebrauchte Kondome über die Mauer aufs Grund­stück gewor­fen wurden hab ich die Fremden erst nach ihrem Namen gefragt und ihnen dann mit Kennt­nis des­sel­ben in per­sön­li­cher Anspra­che auf­ge­for­dert, soetwas um des Frie­dens willen zu unter­las­sen. Im wei­te­ren Verlauf der inter­kul­tu­rel­len Dis­kus­sion, welche weit­ge­hen in eng­li­scher Sprache (meine Berufs­spra­che) geführt wurde, durfte ich dann auch eine Teil des Inhalts der Kni­fe­Box des Gesprächs­part­ners ken­nen­ler­nen. Lang­wei­lig wird es hier im Viertel rund um den Islam-Reaktor, Typ schnel­ler DITIB-Brüter, in Turks­burg-Mürxlüh nie.
    Wohlan…

  3. In der Causa Maßen sind mir beson­ders auf­ge­fal­len und haben mich belus­tigt.
    Als erstes war da der SPD Poli­ti­ker (Name ent­fal­len) der meinte Herr Maaßen hätte sich gegen­über der Kanz­le­rin nicht loyal ver­hal­ten. Bisher glaubte ich Beamte leis­te­ten ihren Amtseid auf das Grund­ge­setz. Doch durch die SPD lernt man immer wieder dazu.
    Das oder besser der Zweite war Rum­pel­stilz­chen Kevin Kühnert. Am liebs­ten würde man ihm zurufen: ” Halts Maul Kevin und geh spielen.” Könnte mal bitte jemand dem kleinen Kevin im SPD Bäl­le­bad erklä­ren das es seine Partei ist, die gerade abschmiert. Sollte die GroKo platzen und es käme zu Neu­wah­len so müsste Kevin even­tu­ell etwas tun was er noch nie getan hat: nämlich arbei­ten.
    Abwar­ten wie es noch wei­ter­geht.

  4. Die Berufs-Single-Mom von der MoPo, macht auf ihrem Pro­fil­bild die Merkel-Raute: LOL… Ihr Artikel ist übri­gens höchst lesens­wert: Die freie Ber­li­ner Presse :o)

  5. >Geht zuerst das Geld aus oder wird man es vorher schaf­fen, alle AfD’ler, Pegi­dis­ten, Mer­kel­wi­der­spre­cher, Antifa-Skep­ti­ker, Regie­rungs­kri­ti­ker und Nicht­mit­ma­chen­woller in die Bäume zu hängen?<
    Irgend­wie habe ich das Gefühl an Bäume denken die da nicht, sondern, wie es Akif Pirincci aus­drückte: Offen­kun­dig scheint man bei der Macht die Angst und den Respekt vor dem eigenen Volk so restlos abge­legt zu haben, dass man ihm schul­ter­zu­ckend die Aus­reise emp­feh­len kann, wenn er gefäl­ligst nicht pariert. Es gäbe natür­lich andere Alter­na­ti­ven, aber die KZs sind ja leider derzeit außer Betrieb.“

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  6. Ich bin nicht sicher, ob ich noch solange warten will, bis das Geld alle ist um dann wieder auf NORMALITÄT auf allen Ebenen hoffen zu können.
    Diese islam­grüne, täglich sozia­lis­ti­scher und ver­lo­ge­ner wer­dende Repu­blik fordert mich gera­dezu heraus, ernst­haft über eine baldige Aus­wan­de­rung nach­zu­den­ken und auch durch­zu­zie­hen.

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  7. Die Zustände werden all­mäh­lich beängs­ti­gend. Mei­nungs­ter­ror, der auch noch hand­greif­lich von den Antifa-Schlä­ger­trup­pen unter­stützt wird, eine Umstel­lung des Bun­des­am­tes für Ver­fas­sungs­schutz in eine neue STASI- Gesin­nungs­schnüf­fel-Behörde. Wacht endlich auf!

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  8. Jetzt kommen also die großen sta­li­nis­ti­schen Säu­be­run­gen. Alle Volks­feinde müssen aus­ge­merzt werden. Oder hattet ihr gedacht das Netz­werk­säu­be­rungs­ge­setz wäre schon alles gewesen? Freuen wir uns also mit ganzem Herzen auf den großen Par­tei­tag von Adolf Erdogan in Berlin.

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  9. 1. Wenn wir schon bei Ver­schie­bung von Begrif­fen sind: Chem­nitz war kein Mord, die Staats­an­walt­schaft ermit­telt wegen Tot­schlags. Für das Opfer macht es leider keinen Unter­schied, aber recht­lich und medial sehr wohl. Indem er von Mord sprach, hat Maaßen einen beacht­li­chen Fehler gemacht und sich auch sonst erstaun­lich (oder bewuß?) ungenau und miß­ver­ständ­lich aus­ge­drückt und die Sache damit unnötig auf­ge­heizt.
    2. Den links­grün Regie­ren­den läuft die Zeit davon? Wohl eher ein frommer Wunsch: In Bayern wird es ver­mut­lich Schwarz-Grün geben, in Hessen haben wir es schon und es dürfte bestä­tigt werden. Die AfD legt in beiden Bun­des­län­dern wohl zu, bleibt aber klar Min­der­heit. Gegen­wart und Zukunft sind grün: links­grün und vor allem Islam-grün.
    3. Was wären die Leute – Linke, Rechte, Islam-Fana­ti­ker, Nazis und andere – bloß ohne ihre Feind­bil­der? Dieses Grund­pro­blem be- und ver­hin­dert jede Ver­stän­di­gung und erst recht jede Ände­rung ver­fehl­ter Politik. Die Medien machen bereit­wil­lig mit.

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    • 1. Ich kann diese Lächer­lich­keit nicht mehr hören. Mord ist umgangs­sprach­lich voll­kom­mend richtig für Tot­schlags­fälle. Er hat nicht zu einem Gericht gespro­chen. Es hat auch jeder richtig ver­stan­den, der es nicht falsch ver­ste­hen wollte. Auf Tot­schlag gibt es das gleiche Straf­maß, poten­ti­ell lebens­läng­lich, wie auf Mord. Es ist kein „Mord light”.
      2. Stimmt.
      3. Der Unter­schied ist aber, dass Linke ihr Feind­bild aus Lügen zusam­men­bas­teln. Radi­kal­mus­lims schnap­pen wegen (sozia­ler und staat­li­cher) Zensur über.

    • Den links­grün Regie­ren­den läuft die Zeit davon? Wohl eher ein frommer Wunsch”

      Das wird umschla­gen. Trump, der Brexit, die ita­lie­ni­schen Wahlen, der welt­weite Zuge­winn von Popu­lis­ten, sowie die Haltung der Ost­eu­ro­päi­schen Staaten zeigen über­deut­lich, wie die Welt das deut­sche Handeln sieht. Der Grund, weshalb die deut­sche Regie­rung handeln kann, wie sie handelt, liegt nicht darin, dass sie beson­ders viel Rücken­de­ckung von Seiten der Bevöl­ke­rung hat, sondern daran, dass sie mittels der Pro­pa­gan­da­in­stru­mente (staat­li­che Bildung, Staats­me­dien, koope­rie­rende Medien), sowie der Straf­ver­fol­gungs­in­stru­mente (Belei­di­gung, Volks­ver­het­zung, Netz­werk­durch­set­zung, ver­fas­sungs­feind­li­ches Aller­lei), sowie mittels aller­lei sons­ti­ger unlau­te­rer Mittel, die auf die beiden genann­ten Insti­tu­tio­nen zurück­grei­fen, den öffent­li­chen Diskurs steuert, und den Gegner mundtot machen kann, und so ledig­lich den Ein­druck erweckt, sie hätte Rücken­de­ckung von Seiten der Bevöl­ke­rung. Hat sie aber nicht. Unge­fähr 75% der Wähler haben etwas anderes gewählt, als Angie, und dazu kommen noch die Nicht­wäh­ler, die nicht genannt werden. Alles was die deut­sche Regie­rung vor­wei­sen kann, sind die Früchte des langen Marschs durch die Insti­tu­tio­nen. Sie kann über­haupt keine Kon­sens­lö­sung mehr anbie­ten, weil die Lager schon viel zu sehr pola­ri­siert wurden, um noch eine Kon­sens­lö­sung zu finden. Irgend­wann wird jemand daher kommen, der den einen oder den anderen Teil der Bevöl­ke­rung zu offenem Dissens inspi­riert, und dann wird das in offene Gewalt umschla­gen. Gäbe es in Deutsch­land das Grund­recht Waffen zu tragen – was ich sehr befür­wor­ten würde – gäbe es bereits Bür­ger­weh­ren, und Milizen, die den Staat in Schach halten, und die an die lokal unter­schied­li­chen Gege­ben­hei­ten ange­passte Ord­nun­gen auf­recht erhal­ten. Da man hier­zu­lande diese leichte Lösung nicht haben will, muss das Problem halt noch etwas wachsen, bis man moti­viert ist, es auf einem etwas schwe­re­ren Weg zu lösen. Staat­li­che Lösun­gen haben halt die Eigen­schaft, Kor­rek­tu­ren zu ver­hin­dern, und Pro­bleme so weit wachsen zu lassen, bis sie so groß sind, dass es keine ein­fa­chen und ver­gleichs­weise schmerz­lo­sen Lösun­gen mehr gibt, und man weitere staat­li­che Lösun­gen benö­tigt, die das Problem weiter anwach­sen lassen. „Demo­kra­tie” sollte sowas ursprüng­lich ver­hin­dern, schei­tert aber, wie wir alle sehen können, außer­halb eines Mini­mal­staats mit Zugangs- und Wahl­be­schrän­kung.

      Was wären die Leute – Linke, Rechte, Islam-Fana­ti­ker, Nazis und andere – bloß ohne ihre Feind­bil­der? Dieses Grund­pro­blem be- und ver­hin­dert jede Ver­stän­di­gung und erst recht jede Ände­rung ver­fehl­ter Politik.”

      Stell Dir vor, zwei Teams würden gegen­ein­an­der Fußball spielen. Die Spieler von Team Blau passen den Ball, wenn sie im Ball­be­sitz sind, zu den Spie­lern beider Teams, und ver­su­chen, den Spie­lern beider Teams den Ball weg­zu­neh­men. Die Spieler von Team Rot passen den Ball nur zu Spie­lern des eigenen Teams, und greifen nur die Spieler des geg­ne­ri­schen Teams an.

      Welches Team wird gewin­nen? Team Blau, das die geg­ne­ri­schen Spieler inklu­diert, oder Team Rot, das die geg­ne­ri­schen Spieler dis­kri­mi­niert?

      Es gibt Grenzen der Koope­ra­tion. Manch­mal spielt man auch ein Null­sum­men­spiel, das man nur gewin­nen kann, wenn der Andere ver­liert. Alles, was mit einem Staat zu tun hat, ist ein solches Null­sum­men­spiel, und sollte auch als dem­entspre­chend gespielt werden. So liegen die Anreize, und so ists optimal. Deshalb bin ich dafür, dass freie Märkte die Pro­bleme lösen, die kein Null­sum­men­spiel sind, sondern durch die Koope­ra­tion belohnt wird. Aber für diese Lösung ist die Bevöl­ke­rung viel zu links. Deshalb halte ich es nur für die zweit­beste Lösung, mich gegen­über den­je­ni­gen, die kon­träre Inter­es­sen haben, maximal into­le­rant zu ver­hal­ten. Das ist ins­ge­samt aber auch eine gute Stra­te­gie, weshalb alle Anderen es auch so machen. Geh mal als AfD-Nazi mit Argu­men­ten zu ner Leftie-Ver­an­stal­tung, oder als Der-Prophet-war-ein-Kin­der­fi­cker-Atheist zu einer mus­li­mi­schen Hoch­zeit. So zum inter­kul­tu­rel­len Aus­tausch. Dann siehst Du, weshalb Du mit Deiner Kumbaja-Hei­ter­keit ver­lierst. Hof­fent­lich hast Du keine Kinder, denen Du mit dieser Ein­stel­lung das Leben ver­saust.

      @Ben Gold­stein:
      Die wirk­lich radi­ka­len Musel schnap­pen eigent­lich eher selten über, habe ich den Ein­druck. Da die sich im Krieg befin­den, ist staat­li­che Zensur für die eher eine Feind­hand­lung, die man bekämpft, als etwas, worüber man sich aufregt. Stel­len­weise finde ich die wesend­lich sym­pa­thi­scher, als was die Welt sonst noch zu bieten hat, weil sie wenigs­tens ehrlich sind, und eben nicht so gefühls­ge­lei­tet. Die­je­ni­gen, die über­schnap­pen, sind eher die Wald- und Wiesen-Musel. Aber die schnap­pen ständig über, also könnte es auch einfach nur ihrem Natu­rell ent­spre­chen.

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