Es wird immer als Glücks­fall betrach­tet, wenn ein laut­star­ker Geg­ner die Sei­ten wech­selt und solch ein Ereig­nis wird selbst­ver­ständ­lich pro­pa­gan­dis­tisch aus­ge­schlach­tet. Mit „wenn sogar der schon sagt, dass…“ fan­gen dann die Mel­dun­gen an und der „Über­läu­fer“ wird zum Kron­zeu­gen erklärt. Wenn also der lin­ke Fil­me­ma­cher und Akti­vist Micha­el Moo­re anläss­lich des „Ear­th­Day“ sei­nen neu­es­ten Doku­men­tar­film über die angeb­lich so heil­sa­me „Erneu­er­ba­re Ener­gie” kos­ten­los ins Netz stellt, hat das Gewicht. Der Film ist ein typisch Moore’sches Stück, in dem der Zuschau­er kei­ne Sekun­de dar­über im Zwei­fel bleibt, wel­che Sei­te die des Fil­me­ma­chers (also die rich­ti­ge) und wel­che die fal­sche ist. Moo­res neu­es­ter Film „Pla­net oft the Humans“ stellt in star­ken – oder genau­er gesagt „gestärk­ten“ – Bil­dern eine Gene­ral­ab­rech­nung mit der welt­wei­ten „Ener­gie­wen­de“ am Bei­spiel der USA dar. Moor des­il­lu­sio­niert sein grün-welt­ret­te­risch ange­hauch­tes Publi­kum, indem er hin­ter die Kulis­sen von Solar- Wind- und Bio­mas­se-Indus­trie blickt und die öko­lo­gi­schen Fol­gen des Hypes um die „rene­wa­ble ener­gy“ auf­zeigt. Über­all Schein­hei­lig­keit, egal wohin Moo­re in die­ser Bran­che schaut.

Der Film ent­hält im Grun­de jedoch kei­ne ein­zi­ge Infor­ma­ti­on, über wel­che die Kri­ti­ker der „Ener­gie­wen­de“ nicht schon seit Jah­ren ver­geb­lich spre­chen. Die Herol­de und Kobol­de der Ener­gie­wen­de sind lau­ter, bes­ser ver­netzt und finan­zi­ell so gut aus­ge­stat­tet, dass Kri­ti­ker mühe­los aus dem Dis­kurs gedrängt wer­den. Doch Moo­re ist eben nicht irgend­ein Kri­ti­ker, er hat die Sei­ten gewech­selt und ist vom Sau­lus zum Pau­lus gewor­den – so scheint es. Jedoch nur auf den ers­ten Blick.

Der Film ist wirk­lich unter­halt­sam und auch wenn Moo­re wie üblich zur Dra­ma­ti­sie­rung und ver­kürz­ter Dar­stel­lung neigt, soll­ten sie sich den Film unbe­dingt anse­hen, um sich selbst ein Urteil bil­den zu kön­nen. Aber wie sie sich natür­lich den­ken kön­nen, kann ich mir eini­ge Bemer­kun­gen mal wie­der nicht verkneifen.

Die Metamorphose grüner Ideen

So wie man den Anblick der Wei­te erst genie­ßen kann, wenn der Gip­fel des Ber­ges erklom­men ist, konn­te auch die Öko­be­we­gung erst in einem Umfeld öko­no­mi­scher Sicher­hei­ten, also „auf dem Gip­fel“ einer pro­spe­rie­ren­den Gesell­schaft ent­ste­hen. Die Grü­nen waren so betrach­tet nie die Revo­lu­tio­nä­re, für die sie sich gern hal­ten, son­dern lei­te­ten eher evo­lu­tio­nä­re Ver­än­de­run­gen und (oft) Ver­bes­se­run­gen ein. Bei­spiel: Das Auto war eine tech­ni­sche Revo­lu­ti­on, wäh­rend der Kata­ly­sa­tor – so nütz­lich die­se Neue­rung auch war – ledig­lich eine Evo­lu­ti­on dar­stell­te. Dass man bewähr­te Pro­zes­se opti­mie­ren kann und die Effi­zi­enz stei­gert, ist aber in Indus­trie­ge­sell­schaf­ten eine Binsenweisheit.

Doch in vie­len Grü­nen steckt heu­te eben auch ein lin­ker Revo­lu­ti­ons­füh­rer, der raus will, um Poli­tik zu „gestal­ten“. So kommt es, dass grü­ne, eher evo­lu­tio­nä­re Posi­tio­nen sich immer mehr lin­ken, revo­lu­tio­nä­ren Posi­tio­nen annä­hern. Öko-Bewe­gun­gen wer­den mit der Zeit stets kom­pro­miss­lo­ser, radi­ka­ler, extre­mis­ti­scher. Was als F4F-Eis­bär-Ret­tung beginnt, endet zuver­läs­sig im Nihi­lis­mus wie bei „Extinc­tion Rebel­li­on“ und damit in Fun­da­men­tal­kri­tik an der Gesell­schaft, der Wirt­schaft und dem Men­schen an sich. Der grü­nen Bewe­gung wohnt also eine Ten­denz zur Inhu­ma­ni­tät inne, weil der ver­meint­li­che Wis­sens­vor­sprung einer „ein­ge­weih­ten“ Eli­te, die sich im Besitz einer Wahr­heit wähnt, die unwis­sen­den und unwil­li­ge Mas­se zu ihrem Glück zwin­gen muss. Nicht anders sieht das Selbst­ver­ständ­nis vie­ler Lin­ken aus, die sich im Besitz einer per­fek­ten „wis­sen­schaft­li­chen Theo­rie” wäh­nen, an die es die Pra­xis anzu­pas­sen gilt.

Micha­el Moo­re stellt die CO2-Mole­kül-Zäh­le­rei nicht grund­sätz­lich in Fra­ge und befasst sich auch nicht mit tech­no­lo­gi­schen Erwä­gun­gen, Wir­kungs­gra­den und Kos­ten. Die unmit­tel­ba­ren Schä­den, wel­che die Natur durch den Öko­strom-Wahn nimmt, stellt er zwar tref­fend dar, doch macht er dafür nicht den ideo­lo­gi­schen Blind­flug ver­ant­wort­lich, in wel­chem sich Akti­vis­mus und Poli­tik befin­den. Der Lin­ke Moo­re beschul­digt den Kapi­ta­lis­mus, was sich ideo­lo­gisch per­fekt mit dem deckt, was die grü­nen Extre­mis­ten von Extinc­tion Rebel­li­on antreibt. Der Sam­mel­be­griff „links-grün” trifft also in der End­kon­se­quenz zu, obgleich ich mir eine häu­fig ergän­zend ver­wen­de­te adjek­ti­vi­sche Inju­rie nicht erlau­be. Der Punkt ist klar genug.

Die Kapitalismuskritik des Michael Moore

Für die im Film gezeig­te öko­lo­gi­sche Kata­stro­phe in Fol­ge des Ein­sat­zes von Son­ne, Wind und Bio­mas­se macht Moo­re Kapi­ta­lis­mus und Gewinn­stre­ben skru­pel­lo­ser Kon­zer­ne ver­ant­wort­lich. Doch unter wirk­lich markt­wirt­schaft­li­chen Bedin­gun­gen wür­den weder Solar- noch Wind­ener­gie in der heu­ti­gen Form gedei­hen. Jen­seits von eini­gen Spe­zi­al­an­wen­dun­gen und Off-Grid-Insel­lö­sun­gen bedarf es viel­mehr mas­si­ver poli­ti­scher Ein­fluss­nah­me, damit sich die Wirt­schaft auf der­lei unat­trak­ti­ves Gelän­de begibt.

Die Huhn-oder-Ei-Fra­ge ist, was war zuerst da: Die Sub­ven­ti­on oder die Idee, wie man das Gold der Steu­er­zah­ler und Ver­brau­cher mit­tels Öko­strom zu Stroh spin­nen kann? Man­geln­de Effi­zi­enz, Zuver­läs­sig­keit, hoher Flä­chen­ver­brauch und War­tungs­kos­ten, schlech­te Recy­cling­fä­hig­keit der ein­ge­setz­ten Mate­ria­li­en… nur wenig spricht für den mas­sen­haf­ten Ein­satz von Solar- und Wind­kraft­an­la­gen als Ersatz kon­ven­tio­nel­ler Kraft­wer­ke und deren Wei­ter­ent­wick­lung. Doch wo ein poli­ti­scher Wil­le ist und Geld winkt, fin­det die Wirt­schaft natür­lich einen Weg, es ein­zu­strei­chen. Die Inef­fi­zi­enz der „Green Ener­gy“ steht deren Aus­bau nur des­halb nicht im Weg, weil die Poli­tik alle Ein­wän­de bei­sei­te wischt und Medi­en, Akti­vis­ten die Pro­fi­teu­re ihr nach Kräf­ten dabei helfen.

Marktwirtschaft und Erneuerbare Energien

Je wei­ter ein Wirt­schafts­zweig von der Poli­tik ent­fernt ist, umso näher ist er den Prin­zi­pi­en der Markt­wirt­schaft. Die Bran­che der Erneu­er­ba­ren ist der Poli­tik jedoch sogar noch näher als die Rüs­tungs­in­dus­trie der natio­na­len Sicher­heit. Waf­fen kann man über­all kau­fen. Aber ohne poli­ti­sches Patro­nat und im ech­ten Wett­be­werb kann die „Grü­ne Ener­gie” nir­gends auf der Welt über­le­ben. Was das für wirt­schaft­li­che Fol­gen hat, begrei­fen wir erst all­mäh­lich – in Deutsch­land zum Bei­spiel beim Blick auf die Strom­kos­ten. Micha­el Moo­re begriff es, als er sah, wer pro­fi­tiert und wie die geprie­se­nen Pro­jek­te sich entwickeln.

Die öko­lo­gi­schen Fol­gen der „Grü­nen Ener­gie“ macht Moo­re in sei­nem Film ins­ge­samt sehr gut sicht­bar. Doch er ist blind für die Rol­le von Poli­tik, Medi­en und Akti­vis­ten und alle sei­ne Vor­wür­fe lau­fen am Ende dar­auf hin­aus, dass der Mensch selbst durch Hem­mungs­lo­sig­keit (Über­be­völ­ke­rung) und Gier (Kapi­ta­lis­mus) das eigent­li­che Pro­blem sei. Doch glaubt im Ernst jemand, die „grü­ne Revo­lu­ti­on“ könn­te ein Erfolg sein, wenn sie nur nicht in die Hän­de „gie­ri­ger Kapi­ta­lis­ten“ gerie­te, die sie „per­ver­tie­ren“?

Die ten­den­zi­el­le Über­be­völ­ke­rung der Erde hal­te ich – anders als Moo­re ­– auch nur für eine tem­po­rä­re Epi­so­de, die durch Bil­dung, Markt­wirt­schaft und infol­ge­des­sen durch poli­ti­sche Sta­bi­li­tät und akku­mu­lier­ten Wohl­stand über­wun­den wer­den kann. Wann eine Gesell­schaft den Punkt über­schrit­ten hat, ab dem die Bevöl­ke­rungs­zahl nicht wei­ter wächst und sogar zurück geht, kann man in der demo­gra­phi­schen Ent­wick­lung Euro­pas erken­nen. Dass unse­re Poli­ti­ker den ein­set­zen­den Rück­gang der Bevöl­ke­rung als Pro­blem betrach­ten, statt hier­in eine Chan­ce zur Kon­so­li­die­rung zu sehen, zeugt mei­ner Mei­nung nach lei­der von Unkenntnis.

Der Film lässt offen, wie sich die Autoren die Lösung des Pro­blems der Über­be­völ­ke­rung kon­kret vor­stel­len und ob der gan­ze Green-Ener­gy-Schwin­del been­det wer­den kann, bevor die Mensch­heit den trü­ge­ri­schen Ver­hei­ßun­gen noch bis über die Klip­pe folgt. Sozia­lis­ti­sche „Abkür­zun­gen“ durch (ande­re) staat­li­cher Ein­grif­fe unter der Ägi­de einer (ande­ren) Wis­sen­s­eli­te, wie sie viel­leicht jenen vor­schwe­ben, die den „grü­nen Weg” ver­las­sen und lie­ber gleich einen sozia­lis­ti­schen ein­schla­gen möch­ten, füh­ren aber mit Sicher­heit in eine (ande­re) Kata­stro­phe. Im Film tauch­te bei 1:16:00 das Logo von „Extinc­tion Rebel­li­on“ auf, was sicher kein Zufall war.

Bleibt fest­zu­stel­len, dass Moo­re mit sei­nem Film eini­ge der Lügen über die „Grü­ne Ener­gie“ gut sicht­bar gemacht hat. Beim Sturz von der Klip­pe will ich spä­ter jeden­falls nie­man­den kla­gen hören, es hät­te doch nie­mand ahnen kön­nen, dass die Ener­gie­wen­de schei­tern kön­ne, weil ja nur Spin­ner wie die­ser Klug­schei­ßer auf „unbesorgt.de” davor warn­ten. Man konn­te es wis­sen. „Wenn sogar Micha­el Moo­re sagt, dass…” na, sie wis­sen schon.

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22 Kommentare

  1. Ver­ste­he ich nicht, soll ich nen Film gucken wie in Ami­land Wind­kraft betrie­ben wird?

    Na da steht n Pro­pel­ler und dreht sich, irgend­je­mand hat ihn gebaut, bezahlt und ver­sucht den Strom zu ver­kau­fen. Den gibt es aber nur wenn der Wind weht, dann will auch der Nach­bar Strom ver­kau­fen. Funzt also nur wenn es nichts ande­res gäbe, dann wäre aber nicht genug Strom da um so´n Ding zu bauen.

    Alles bekannt, The­ma durch. Fil­me sind dann kom­plet­ter Fake durch Schnit­te etc. . Schau ich sowie­so nicht, war­um soll ich jetzt ne Aus­nah­me machen?

    • Schaut an nicht auch manch­mal einen neu­en Kri­mi, obwohl man schon in einem frü­he­ren Kri­mi gese­hen hat, wie ein Mör­der über­führt wurde? 😉

  2. Sehr geehr­ter Herr Letsch, 

    Ihren Bei­trag habe ich auf Ach­gut wahr­ge­nom­men und war dort, wie noch mehr hier, eini­ger­ma­ßen irri­tiert über die Art und Stoß­rich­tung Ihrer Kri­tik, wie der zahl­rei­cher Kommentatoren.

    M.A.n. ist dies ein immens wich­ti­ger Film ein­fach aus dem Grund, dass ein in der Wol­le gewirk­ter „Envi­ron­men­ta­list” mit einem Regis­seur der seit Kin­des­bei­nen sich als „radi­ka­ler Grü­ner” ver­steht den Nai­ven und Gut­gläu­bi­gen auf­zeigt, mit wem Sie sich ins Bett legen. Mit ihren ärgs­ten Geg­nern; Ener­gie­kon­zer­nen, Big Shots von Wall­street und z.B. den ver­hass­ten Koch-Brothers.

    Die­se Poin­te so klar her­aus­zu­ar­bei­ten ist für sich genom­men schon ein sehr gro­ßes Verdienst.

    Sie bekla­gen, dass MM nach wie vor den Kapi­ta­lis­mus dafür ver­ant­wort­lich mache, also sein altes Sche­ma bei­be­hal­te. Sowe­nig wie „die Wis­sen­schaft” gibt, gibt es „den Kapitalismus”.

    Sicher sind wir uns einig, dass K die bes­te Form ist, Wett­streit um Ideen zu füh­ren und auch die Allo­ka­ti­on von Mit­teln zu deren Ent­wick­lung und Umset­zung ist dort bes­ser gewähr­leis­tet, als in allen ande­ren bekann­ten Wirtschaftsformen.

    Nach mei­nem Ein­druck, und dafür las­sen sich in sei­nen Fil­men auch vie­le Anhalts­punk­te fin­den, kri­ti­siert Moo­re vor allem die sog. Cor­po­ra­to­cra­cy, die nun kapi­ta­lis­ti­scher Den­kungs­art gera­de nicht ent­spricht. Und nicht zu ver­ges­sen, er ist Ame­ri­ka­ner und betrach­tet, was er dort sieht.

    Wenn es Sie inter­es­siert, die ETH Zürich hat in 2011 eine inter­es­san­te Unter­su­chung zum Ein­fluss und der Wirk­mäch­tig­keit inter­na­tio­na­ler Kon­zer­ne und deren Ver­flech­tung vorgelegt:
    Vita­li, Glatt­fel­der und Bat­tis­ton sin die Autoren, fin­det sich leicht im Netz. Könn­te zum Stau­nen führen.

    Wei­ter wer­fen Sie ihm vor, dass er weder CO2‑, tech­ni­sche Mög­lich­kei­ten noch Kos­ten etc. zum Gegen­stand macht. Die Impli­ka­tio­nen des­sen, was wir seit Jah­ren, eigent­lich Jahr­zehn­ten an Wahn­sinn im Zusam­men­hang mit Öko­lo­gis­mus, Kli­ma­wan­del, Ener­gie­wen­de u.a.m. erle­ben, benö­tigt ein fil­mi­sches Werk min­des­tens vom Kali­ber der SHOA von Spiel­berg, womit ledig­lich der Umfang gemeint ist. In einem Film von 100 Minu­ten all das unter­zu­brin­gen, was Sie for­dern geht schlicht nicht.

    Moo­re hat die­sen Film so weit ersicht­lich selbst finan­ziert, er stellt ihn kos­ten­los zur Ver­fü­gung und er hat viel Erfah­rung als Fil­me­ma­cher. Ihm ist klar, dass er sich in die­sem Umfang kon­zen­trie­ren muss. Wäre das ein Aspekt ? Oder anders gefragt, wie umfang­reich ist Ihre Filmerfahrung?

    Last but (bei wei­tem) not least, sind Sie der Ansicht, dass sich der Film an die wen­det, die all das schon wis­sen oder wenigs­tens ahnen ?

    Oder doch eher an die Nai­ven aber fest Gläubigen ?.

    Ich mei­ne letz­te­res, Und wenn bei denen etwas in die­sem run­den Ding da oben in Bewe­gung gerät, wäre das schon ein tol­ler Erfolg.

    Ich fin­de es scha­de, dass Sie den Film eher madig machen. Ver­ständ­lich einer­seits, auch Sie unter­lie­gen der Öko­no­mie der Auf­merk­sam­keit. Und die gibt es natür­lich eher für Kri­tik als für Zustimmung.
    Schö­ne Grü­ße in die Runde

    • Ich kann nur für mich und nicht für die Kom­men­ta­re spre­chen. Den Film fand ich durch­aus nütz­lich und die Zusam­men­hän­ge auch gut erklärt. Aber wie ich schon sag­te, reden vie­le ande­re und sogar seriö­se Wis­sen­schaft­ler sich mit die­sen Argu­men­ten den Mund fus­se­lig, OHNE Gehör zu fin­den. Und genau des­halb wird der Film auch (lei­der) nichts bewir­ken, so leid mir das auch tut. Moo­re wird die Grü­ne Com­mu­ni­ty ein­fach „exkom­mu­ni­zie­ren” und fer­tig. Man wird ihm sagen, er sei ja kein Wis­sen­schaft­ler, nach­dem man den kri­ti­schen Wis­sen­schaft­lern seit Jah­ren vor­wirft, sie sei­en bezahl­te Agen­ten von Koh­le und Atom. Ich habe wenig Hoff­nung, dass sich das schnell ändert.
      Außer­dem blei­be ich dabei, dass der Film tat­säch­lich „Maden” hat – und zwar anti­ka­pi­ta­lis­ti­sche Maden, ganz gleich wie sehr ich sei­nen sons­ti­gen Aus­sa­gen zustim­me. Und ich habe auch dar­ge­legt, dass jede grü­ne Bewe­gung sich am Ende auf genau die­se eine Stoß­rich­tung kon­zen­triert: Kol­lek­ti­vis­mus. Es ist aber schon schlimm genug, in einer Welt vola­ti­ler und teu­er Ener­gie zu leben. Käme dazu noch eine „roman­ti­sche” sozia­lis­ti­sche Ord­nung hin­zu, wäre die Kata­stro­phe unauf­halt­sam. In der Welt des G. wür­de Moo­re sich pudel­wohl füh­len. Zumin­dest glaubt er das.
      https://unbesorgt.de/klimarevolution-ein-morgen-im-leben-des-b-und-des‑g/

  3. Was Moo­re und Kon­sor­ti­en noch nicht wis­sen: Men­schen stre­ben immer nach Sicher­heit und der Weg die zu erlan­gen ist vol­ler Fall­stri­cke. Dann sind da noch die sozia­len wie kör­per­li­chen Bedürf­nis­se. Die zu erlan­gen erfor­dert hohen Ener­gie­ein­satz – immer! Ganz egal, wie man es dreht oder wen­det, egal, wie Mensch ans Ziel zu kom­men gedenkt, sobald er ein Pro­blem gelöst hat, hat er min­des­tens zwei neue erschaf­fen. So jeden­falls in unse­rer Zivilisation.
    Der Gip­fel mensch­li­cher Evo­lu­ti­on wäre nicht Tech­no­lo­gie, Wohl­stand für alle und die per­fek­te Gerech­tig­keit, son­dern die Per­fek­ti­on in Demut und Dank­bar­keit, Beschei­den­heit und Rück­sicht­nah­me. Damit wären vie­le Pro­ble­me gelöst. Aus­ge­rech­net jene, die sich erfolg­reich aus eige­ner Kraft um die Belan­ge ihrer selbst und ihres Umfel­des bemü­hen, sind in man­cher Kate­go­rie der Evo­lu­ti­on vorangeschritten.
    Das Pala­ver der Ver­damm­nis um Kom­mu­nis­mus oder Kapi­ta­lis­mus ist auch nur ein Ablen­kungs­ma­nö­ver von eige­nen Unzu­läng­lich­kei­ten. Das Herr­schen­wol­len über ande­re Men­schen, ob Kon­sum oder sonst was, ist der Gip­fel davon.

  4. Nach dem Film habe ich das Inter­view mit Alex Eppstein ange­schaut (Eng­lisch), wo Eppstein genau wie Sie, Herr Letsch, die Grü­nen und Lin­ken als eine Anti­hu­ma­ne Bewe­gung gei­selt. Ich fin­de, dies trifft auch zu und Ihre Ana­ly­se, dass der Kapi­ta­lis­mus schuld sei nicht zutrtifft ist auch kor­rekt. Aber der Film ist doch trotz allen Män­geln sehr nötig.
    Hier das Inter­view mit Eppstein: https://www.youtube.com/watch?v=77xM1epQszg

      • Was soll not­wen­dig dar­an sein, einen Film von Micha­el Moo­re zu schau­en? Der Autor schreibt doch selbst, nichts von dem, was da „auf­ge­deckt“ wird ist neu. Und es hät­te mich auch gewun­dert, wenn Moo­re – den ich immer für die ame­ri­ka­ni­sche Inkar­na­ti­on Karl Edu­ard von Schnitz­lers gehal­ten habe – von sei­nem pri­mi­ti­ven Anti­ka­pi­ta­lis­mus abge­wi­chen wäre. Kei­ner, der noch alle Tas­sen im Schrank hat, hät­te z.B. die Land­schaft mit Stahl ver­schan­delt, hät­te der Staat (nicht irgend­wel­che „Kapi­ta­lis­ten“) ihm nicht im Raj­men der sog. Ein­spei­se­ver­gü­tung Geld für die­sen Schrott von mor­gen hinterhergeworfen.

        • Sol­che Din­ge aus den Mün­dern selbst­er­klär­ter und des­il­lu­sio­nier­ter „Tree­hug­ger” zu ver­neh­men, ist jedoch alle­mal eine amü­san­te Sache. 😉

  5. Der Staat ist der Zuhäl­ter des Kapi­ta­lis­mus (und, neben­bei, kei­nes­falls die Dir­ne des Wählers).
    Kapi­ta­lis­mus­kri­tik hal­te ich des­halb inso­fern und dann berech­tigt, wenn er sich mit gestoh­le­nem Geld (Steu­ern) vom Staat bestechen lässt. Aller­dings legst du ja immer die reins­te Form des Kapi­ta­lis­mus zu Grun­de, womit dein Text wie­der „rund“ läuft…

    • Kapi­ta­lis­mus­kri­tik ist ein fehl­ge­lei­te­ter Begriff (ähn­lich wie „Israel­kri­tik”), weil er statt kri­tisch auf Macht­miss­brauch und Kor­rup­ti­on abzu­zie­len das ein­zi­ge Wirt­schafts­sys­tem in Fra­ge stellt, wel­ches nach­weis­lich funk­tio­niert. Wenn Laden­dieb­stahl zur Kri­tik am Super­markt­be­trei­ber führt, statt den Dieb anzu­kla­gen, haben wir eine Ver­schie­bung der Ver­ant­wor­tung. Des­halb: Kapi­ta­lis­mus­krik: Nein. Kri­tik an Regeln oder deren Nicht­ein­hal­tung oder Kri­tik jenen, die betrü­gen, ver­schwen­den und bestechen: Ja, gern sogar! 

      Die Tat­sa­che, dass ein Unter­neh­mer jeden sich bie­ten­den Vor­teil aus­nutzt, der ihm das Über­le­ben sichert, spricht vor allem gegen die poli­ti­sche Gewäh­rung die­ser Vor­tei­le. Es stimmt näm­lich lei­der nicht, dass sich Unter­neh­men einen mög­lichst frei­en und har­ten Wett­be­werb wün­schen wür­den. Sub­ven­tio­nen NICHT anzu­neh­men, wenn sie von der Poli­tik so groß­zü­gig ange­bo­ten wer­den, bedeu­tet, dem Wett­be­wer­ber einen Vor­teil zu über­las­sen. Regu­lie­run­gen, solan­ge sie einem selbst Vor­tei­le ver­schaf­fen, sind gern gese­hen. Die­ser Ver­füh­rung zu wider­ste­hen und als Staat mög­lichst nur für fai­re Regeln zu sor­gen, ist die Crux. Ide­al ist also nicht ein „schwa­cher Staat”, son­dern einer, der Markt­re­geln durch­set­zen kann, die gleich­zei­tig so trans­pa­rent sind, dass sie nicht kor­rum­pier­bar sind. Um die­sem Ide­al näher zu kom­men ist der Begriff „Repu­blik” (öffent­li­che Sache) sogar noch ent­schei­den­der als „Demo­kra­tie”.

      Dein Bild vom Staat als Zuhäl­ter des Kapi­ta­lis­mus ist inso­fern recht pas­send, weil unser Staat (beson­ders des­sen poli­ti­sche Kas­te) den Zweck der Wirt­schaft dar­in sieht, die Poli­tik mit Geld und Bedeu­tung aus­zu­stat­ten. Die Poli­tik klagt gleich­zei­tig – und unbe­rech­tig­ter­wei­se – stän­dig über das „Pri­mat der Wirt­schaft” und den wach­sen­den Reich­tum sei­ner „Dir­nen”. Doch man schaue sich an, wel­che Sum­men die Poli­tik bewegt, wenn sie glaubt, han­deln zu müs­sen. Die Pro­sti­tu­ti­on der Wirt­schaft und die Zuhäl­te­rei der Poli­tik, wel­che die Wirt­schaft mit Sub­ven­tio­nen lockt, die sie letzt­lich selbst erwirt­schaf­ten muss, hat aufzuhören.

      • Sehe ich genau­so. Ich höre immer wie­der, daß die Wirt­schaft den Staat am Nasen­ring durch die Mane­ge zieht. Mar­xis­ten (derer auch M. Moo­re einer ist) nen­nen das „das Pri­mat der Wirt­schaft über die Poli­tik“. Im Zwei­fel ist es aber exakt umge­kehrt: Atom­aus­stieg, „Ener­gie­wen­de“, unge­steu­er­te Ein­wan­de­rung, die­se gan­zen unse­li­gen EU- Grenz­wer­te: Dies alles waren und sind nicht Ent­schei­dun­gen der Wirt­schaft, son­dern jene der Poli­tik. Die Ener­gie­kon­zer­ne, die durch poli­ti­sche Ent­schei­dun­gen zwei Drit­tel des Markt­wer­tes ein­ge­büßt haben, die Auto­her­stel­ler, deren bis­her funk­tio­nie­ren­des Geschäfts­mo­dell durch natio­na­le und EU-Vor­ga­ben („Dekar­bo­ni­sie­rung“) geschred­dert wird, Che­mie, Phar­ma­in­dus­trie, Land­wirt­schaft.… Ihnen allen wirft der
        S t a a t, und nur die­ser, Knüp­pel zwi­schen die Bei­ne. Daß Mana­ger wie Diess und Mül­ler dann noch unter­wür­fig dan­ke sagen und um Sub­ven­tio­nen bet­teln, ist sau­däm­lich und erbärm­lich, steht aber auf einem Blatt.

        • Ich den­ke, es ist das glei­che Blatt.
          Und, um in der Meta­pher vom Ein­gang zu blei­ben: Die Gewerk­schaf­ten sind/waren die Schutz­geld­erpres­ser der Wirtschaft.
          Auch, wenn man medi­al seit län­ge­rem nichts mehr von ihnen hört, waren sie doch die Hand­lan­ger und Wege­be­ner eines nim­mer­sat­ten und hyper­tro­phier­ten Staatsapparates.

  6. In hun­dert Jah­ren wird man fest­stel­len, dass der Mono­the­is­mus nur eine Epi­so­de war. Die Mensch­heit kehrt zum Natur­glau­ben zurück. Mut­ter Natur muss geret­tet wer­den, um sie gnä­dig zu stim­men, die Wind­kraft­an­la­ge als Fort­set­zung des Regen­tan­zes. Und wie­der liegt völ­li­ge Unkennt­nis bezüg­lich der inne­ren Zusam­men­hän­ge von Kli­ma, Flo­ra und Fau­na zu Grun­de. Die moder­ne Welt ist nur eine Hül­le, die von nie­man­dem ver­stan­den wird. Im Kern sind die Men­schen genau­so ahnungs­los und leicht­gläu­big und immer bereit, den größ­ten Quatsch zu glau­ben, wie vor tau­send Jah­ren. Damals kam der Schar­la­tan auf die Burg und ver­kauf­te Schlan­gen-Eli­xier (in dem nichts von einer Schlan­ge ent­hal­ten war) gegen alle mög­li­chen und unmög­li­chen Gebre­chen. Heu­te sind wir nur auf den ers­ten Blick wei­ter: Wis­sen­schaft­ler ent­wer­fen Sta­tis­ti­ken, um zu bewei­sen, dass der grü­ne Weg der rich­ti­ge ist. War aber damals nicht anders, auch der Schar­la­tan hat­te Mit­tel und Wege, Bewei­se zu fin­gie­ren. Der Spruch „Glau­ben heißt nicht wis­sen” war zu jeder Zeit falsch. Denn die Leu­te glau­ben zu wis­sen, und das Wis­sen wird zu ihrer Identität.
    Bei Par­tys mache ich mir immer einen Spaß und erzäh­le von der Repa­ra­tur der Zünd­fun­ken-Rück­hol­fe­der (beim Die­sel!). Zu mei­nem nicht gerin­gen Erstau­nen glau­ben die Bil­dungs­bür­ger fast alle die Geschich­te, bei den angeb­li­chen Ver­lie­rern der Bil­dungs­mi­se­re nur weni­ge. Und Men­schen mit Down-Syn­drom nie!! Gera­de die Ent­schei­dungs­trä­ger glau­ben mit­hin an Magie. Nun also, nach­dem 5000 Jah­re lang Krieg geführt wur­de, in dem stets die Klu­gen und Tap­fe­ren star­ben und immer die Ver­schla­ge­nen und Fei­gen über­leb­ten, stel­len nun die Grü­nen das Ergeb­nis die­ser natür­li­chen Aus­le­se dar. Da kön­nen sie aber stolz sein.….
    Und Herr Moo­re ist als Grü­ner das, was die SED­ler bei uns sind: Bei­de hal­ten ihre Idee für gran­di­os gut, nur bei der Umset­zung hapert es.

  7. Im Film wird klar, es ist Gibbs’ Film. Gibbs wird mehr als ein­mal persönlich.
    M. Moo­re dage­gen fin­det im Film so gut wie nicht statt. 

    Pro­du­zent heißt, wie auch in ande­ren Kunst-Berei­chen, vor allem: Geld­ge­ber und hier dazu noch: Namens-Geber. Herrn Jeff Gibbs kennt kei­ner, beach­tet kei­ner, …aber Micha­el Moo­re! q.e.d.

    (Bin aus der Musik­bran­che, ken­ne sol­che Hand­lungs­wei­se; ist auch nix Schlim­mes dabei. Es hilft oft der Sache)

    • More kann in die­ser Wei­se nicht in Inter­views oder auf der Stra­ße erschei­nen, weil er als Akti­vist „ver­brannt” ist. Wer für die­sen Film Koch und wer Kell­ner ist, wird viel­leicht klar, wenn man sich das Inter­view von The Hill ansieht, in dem Moo­re und Gibbs auf die Kri­ti­ker reagie­ren. (q.e.d. 😉 )
      https://youtu.be/Bop8x24G_o0

  8. Abso­lut rich­tig, was Sie schrei­ben. Die Lügen im Klei­nen – Die­sel­ag­gre­ga­te im Hin­ter­grund beim „Rein-Solar­strom Pro­pa­gan­da­kon­zert” oder der ja mas­sen­haft in der Wüs­te unge­nutzt lie­gen­de Sand als Grund­stoff für die Solar­pa­nels (nur lei­der völ­lig unbrauch­bar dafür) und die im Gro­ßen („Men­schen­freund” Al Gore und sei­ne ver­bün­de­ten Asym­pa­then) wer­den gut entlarvt. 

    „Die Inef­fi­zi­enz der „Green Ener­gy“ steht deren Aus­bau nur des­halb nicht im Weg, weil die Poli­tik alle Ein­wän­de bei­sei­te wischt und Medi­en, Akti­vis­ten (und) die Pro­fi­teu­re ihr nach Kräf­ten dabei helfen.” 

    Das haben Moo­re und Gibbs gut ver­mit­telt. Ja, sie­he Deutsch­land. Irre Akti­vis­ten ohne Denk­ver­mö­gen und eine Poli­tik, die dank Staats­funk und Jubel­pres­se tut, was sie will. Nur ein Black­out scheint hier noch eine Umkehr mög­lich zu machen, aller­dings wird auch das dann mehr als unge­müt­lich. Guter Film, Mr. Moo­re, und vor allem für Ihre eigent­li­che Kli­en­tel lehrreich.

  9. Der Film ist von Jeff Gibbs – Micha­el Moo­re tritt ledig­lich als bekannter(er) Name in Erscheinung.

    • Moo­re ist der Pro­du­zent. Und zwar einer, der wie üblich zu 100% zur Aus­sa­ge des Films steht. Gibbs ist Moo­res Regis­seur, mit dem er schon für Fah­ren­heit 9/11 gear­bei­tet hat. In Moo­res Fil­men läuft nichts, wenn es nicht läuft wie Moo­re es will.

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