Es wird immer als Glücks­fall betrach­tet, wenn ein laut­star­ker Gegner die Seiten wech­selt und solch ein Ereig­nis wird selbst­ver­ständ­lich pro­pa­gan­dis­tisch aus­ge­schlach­tet. Mit „wenn sogar der schon sagt, dass…“ fangen dann die Mel­dun­gen an und der „Über­läu­fer“ wird zum Kron­zeu­gen erklärt. Wenn also der linke Fil­me­ma­cher und Akti­vist Michael Moore anläss­lich des „Ear­th­Day“ seinen neu­es­ten Doku­men­tar­film über die angeb­lich so heil­same „Erneu­er­bare Energie” kos­ten­los ins Netz stellt, hat das Gewicht. Der Film ist ein typisch Moore’sches Stück, in dem der Zuschauer keine Sekunde darüber im Zweifel bleibt, welche Seite die des Fil­me­ma­chers (also die rich­tige) und welche die falsche ist. Moores neu­es­ter Film „Planet oft the Humans“ stellt in starken – oder genauer gesagt „gestärk­ten“ – Bildern eine Gene­ral­ab­rech­nung mit der welt­wei­ten „Ener­gie­wende“ am Bei­spiel der USA dar. Moor des­il­lu­sio­niert sein grün-welt­ret­te­risch ange­hauch­tes Publi­kum, indem er hinter die Kulis­sen von Solar- Wind- und Bio­masse-Indus­trie blickt und die öko­lo­gi­schen Folgen des Hypes um die „rene­wa­ble energy“ auf­zeigt. Überall Schein­hei­lig­keit, egal wohin Moore in dieser Branche schaut.

Der Film enthält im Grunde jedoch keine einzige Infor­ma­tion, über welche die Kri­ti­ker der „Ener­gie­wende“ nicht schon seit Jahren ver­geb­lich spre­chen. Die Herolde und Kobolde der Ener­gie­wende sind lauter, besser ver­netzt und finan­zi­ell so gut aus­ge­stat­tet, dass Kri­ti­ker mühelos aus dem Diskurs gedrängt werden. Doch Moore ist eben nicht irgend­ein Kri­ti­ker, er hat die Seiten gewech­selt und ist vom Saulus zum Paulus gewor­den – so scheint es. Jedoch nur auf den ersten Blick.

Der Film ist wirk­lich unter­halt­sam und auch wenn Moore wie üblich zur Dra­ma­ti­sie­rung und ver­kürz­ter Dar­stel­lung neigt, sollten sie sich den Film unbe­dingt ansehen, um sich selbst ein Urteil bilden zu können. Aber wie sie sich natür­lich denken können, kann ich mir einige Bemer­kun­gen mal wieder nicht ver­knei­fen.

Die Metamorphose grüner Ideen

So wie man den Anblick der Weite erst genie­ßen kann, wenn der Gipfel des Berges erklom­men ist, konnte auch die Öko­be­we­gung erst in einem Umfeld öko­no­mi­scher Sicher­hei­ten, also „auf dem Gipfel“ einer pro­spe­rie­ren­den Gesell­schaft ent­ste­hen. Die Grünen waren so betrach­tet nie die Revo­lu­tio­näre, für die sie sich gern halten, sondern lei­te­ten eher evo­lu­tio­näre Ver­än­de­run­gen und (oft) Ver­bes­se­run­gen ein. Bei­spiel: Das Auto war eine tech­ni­sche Revo­lu­tion, während der Kata­ly­sa­tor – so nütz­lich diese Neue­rung auch war – ledig­lich eine Evo­lu­tion dar­stellte. Dass man bewährte Pro­zesse opti­mie­ren kann und die Effi­zi­enz stei­gert, ist aber in Indus­trie­ge­sell­schaf­ten eine Bin­sen­weis­heit.

Doch in vielen Grünen steckt heute eben auch ein linker Revo­lu­ti­ons­füh­rer, der raus will, um Politik zu „gestal­ten“. So kommt es, dass grüne, eher evo­lu­tio­näre Posi­tio­nen sich immer mehr linken, revo­lu­tio­nä­ren Posi­tio­nen annä­hern. Öko-Bewe­gun­gen werden mit der Zeit stets kom­pro­miss­lo­ser, radi­ka­ler, extre­mis­ti­scher. Was als F4F-Eisbär-Rettung beginnt, endet zuver­läs­sig im Nihi­lis­mus wie bei „Extinc­tion Rebel­lion“ und damit in Fun­da­men­tal­kri­tik an der Gesell­schaft, der Wirt­schaft und dem Men­schen an sich. Der grünen Bewe­gung wohnt also eine Tendenz zur Inhu­ma­ni­tät inne, weil der ver­meint­li­che Wis­sens­vor­sprung einer „ein­ge­weih­ten“ Elite, die sich im Besitz einer Wahr­heit wähnt, die unwis­sen­den und unwil­lige Masse zu ihrem Glück zwingen muss. Nicht anders sieht das Selbst­ver­ständ­nis vieler Linken aus, die sich im Besitz einer per­fek­ten „wis­sen­schaft­li­chen Theorie” wähnen, an die es die Praxis anzu­pas­sen gilt.

Michael Moore stellt die CO2-Molekül-Zäh­le­rei nicht grund­sätz­lich in Frage und befasst sich auch nicht mit tech­no­lo­gi­schen Erwä­gun­gen, Wir­kungs­gra­den und Kosten. Die unmit­tel­ba­ren Schäden, welche die Natur durch den Öko­strom-Wahn nimmt, stellt er zwar tref­fend dar, doch macht er dafür nicht den ideo­lo­gi­schen Blind­flug ver­ant­wort­lich, in welchem sich Akti­vis­mus und Politik befin­den. Der Linke Moore beschul­digt den Kapi­ta­lis­mus, was sich ideo­lo­gisch perfekt mit dem deckt, was die grünen Extre­mis­ten von Extinc­tion Rebel­lion antreibt. Der Sam­mel­be­griff „links-grün” trifft also in der End­kon­se­quenz zu, obgleich ich mir eine häufig ergän­zend ver­wen­dete adjek­ti­vi­sche Injurie nicht erlaube. Der Punkt ist klar genug.

Die Kapitalismuskritik des Michael Moore

Für die im Film gezeigte öko­lo­gi­sche Kata­stro­phe in Folge des Ein­sat­zes von Sonne, Wind und Bio­masse macht Moore Kapi­ta­lis­mus und Gewinn­stre­ben skru­pel­lo­ser Kon­zerne ver­ant­wort­lich. Doch unter wirk­lich markt­wirt­schaft­li­chen Bedin­gun­gen würden weder Solar- noch Wind­ener­gie in der heu­ti­gen Form gedei­hen. Jen­seits von einigen Spe­zi­al­an­wen­dun­gen und Off-Grid-Insel­lö­sun­gen bedarf es viel­mehr mas­si­ver poli­ti­scher Ein­fluss­nahme, damit sich die Wirt­schaft auf derlei unat­trak­ti­ves Gelände begibt.

Die Huhn-oder-Ei-Frage ist, was war zuerst da: Die Sub­ven­tion oder die Idee, wie man das Gold der Steu­er­zah­ler und Ver­brau­cher mittels Öko­strom zu Stroh spinnen kann? Man­gelnde Effi­zi­enz, Zuver­läs­sig­keit, hoher Flä­chen­ver­brauch und War­tungs­kos­ten, schlechte Recy­cling­fä­hig­keit der ein­ge­setz­ten Mate­ria­lien… nur wenig spricht für den mas­sen­haf­ten Einsatz von Solar- und Wind­kraft­an­la­gen als Ersatz kon­ven­tio­nel­ler Kraft­werke und deren Wei­ter­ent­wick­lung. Doch wo ein poli­ti­scher Wille ist und Geld winkt, findet die Wirt­schaft natür­lich einen Weg, es ein­zu­strei­chen. Die Inef­fi­zi­enz der „Green Energy“ steht deren Ausbau nur deshalb nicht im Weg, weil die Politik alle Ein­wände bei­seite wischt und Medien, Akti­vis­ten die Pro­fi­teure ihr nach Kräften dabei helfen.

Marktwirtschaft und Erneuerbare Energien

Je weiter ein Wirt­schafts­zweig von der Politik ent­fernt ist, umso näher ist er den Prin­zi­pien der Markt­wirt­schaft. Die Branche der Erneu­er­ba­ren ist der Politik jedoch sogar noch näher als die Rüs­tungs­in­dus­trie der natio­na­len Sicher­heit. Waffen kann man überall kaufen. Aber ohne poli­ti­sches Patro­nat und im echten Wett­be­werb kann die „Grüne Energie” nir­gends auf der Welt über­le­ben. Was das für wirt­schaft­li­che Folgen hat, begrei­fen wir erst all­mäh­lich – in Deutsch­land zum Bei­spiel beim Blick auf die Strom­kos­ten. Michael Moore begriff es, als er sah, wer pro­fi­tiert und wie die geprie­se­nen Pro­jekte sich ent­wi­ckeln.

Die öko­lo­gi­schen Folgen der „Grünen Energie“ macht Moore in seinem Film ins­ge­samt sehr gut sicht­bar. Doch er ist blind für die Rolle von Politik, Medien und Akti­vis­ten und alle seine Vor­würfe laufen am Ende darauf hinaus, dass der Mensch selbst durch Hem­mungs­lo­sig­keit (Über­be­völ­ke­rung) und Gier (Kapi­ta­lis­mus) das eigent­li­che Problem sei. Doch glaubt im Ernst jemand, die „grüne Revo­lu­tion“ könnte ein Erfolg sein, wenn sie nur nicht in die Hände „gie­ri­ger Kapi­ta­lis­ten“ geriete, die sie „per­ver­tie­ren“?

Die ten­den­zi­elle Über­be­völ­ke­rung der Erde halte ich – anders als Moore ­– auch nur für eine tem­po­räre Episode, die durch Bildung, Markt­wirt­schaft und infol­ge­des­sen durch poli­ti­sche Sta­bi­li­tät und akku­mu­lier­ten Wohl­stand über­wun­den werden kann. Wann eine Gesell­schaft den Punkt über­schrit­ten hat, ab dem die Bevöl­ke­rungs­zahl nicht weiter wächst und sogar zurück geht, kann man in der demo­gra­phi­schen Ent­wick­lung Europas erken­nen. Dass unsere Poli­ti­ker den ein­set­zen­den Rück­gang der Bevöl­ke­rung als Problem betrach­ten, statt hierin eine Chance zur Kon­so­li­die­rung zu sehen, zeugt meiner Meinung nach leider von Unkennt­nis.

Der Film lässt offen, wie sich die Autoren die Lösung des Pro­blems der Über­be­völ­ke­rung konkret vor­stel­len und ob der ganze Green-Energy-Schwin­del beendet werden kann, bevor die Mensch­heit den trü­ge­ri­schen Ver­hei­ßun­gen noch bis über die Klippe folgt. Sozia­lis­ti­sche „Abkür­zun­gen“ durch (andere) staat­li­cher Ein­griffe unter der Ägide einer (anderen) Wis­sen­s­elite, wie sie viel­leicht jenen vor­schwe­ben, die den „grünen Weg” ver­las­sen und lieber gleich einen sozia­lis­ti­schen ein­schla­gen möchten, führen aber mit Sicher­heit in eine (andere) Kata­stro­phe. Im Film tauchte bei 1:16:00 das Logo von „Extinc­tion Rebel­lion“ auf, was sicher kein Zufall war.

Bleibt fest­zu­stel­len, dass Moore mit seinem Film einige der Lügen über die „Grüne Energie“ gut sicht­bar gemacht hat. Beim Sturz von der Klippe will ich später jeden­falls nie­man­den klagen hören, es hätte doch niemand ahnen können, dass die Ener­gie­wende schei­tern könne, weil ja nur Spinner wie dieser Klug­schei­ßer auf „unbe​sorgt​.de” davor warnten. Man konnte es wissen. „Wenn sogar Michael Moore sagt, dass…” na, sie wissen schon.

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22 Kommentare

  1. Ver­stehe ich nicht, soll ich nen Film gucken wie in Amiland Wind­kraft betrie­ben wird?

    Na da steht n Pro­pel­ler und dreht sich, irgend­je­mand hat ihn gebaut, bezahlt und ver­sucht den Strom zu ver­kau­fen. Den gibt es aber nur wenn der Wind weht, dann will auch der Nachbar Strom ver­kau­fen. Funzt also nur wenn es nichts anderes gäbe, dann wäre aber nicht genug Strom da um so´n Ding zu bauen.

    Alles bekannt, Thema durch. Filme sind dann kom­plet­ter Fake durch Schnitte etc. . Schau ich sowieso nicht, warum soll ich jetzt ne Aus­nahme machen?

    • Schaut an nicht auch manch­mal einen neuen Krimi, obwohl man schon in einem frü­he­ren Krimi gesehen hat, wie ein Mörder über­führt wurde? 😉

  2. Sehr geehr­ter Herr Letsch,

    Ihren Beitrag habe ich auf Achgut wahr­ge­nom­men und war dort, wie noch mehr hier, eini­ger­ma­ßen irri­tiert über die Art und Stoß­rich­tung Ihrer Kritik, wie der zahl­rei­cher Kom­men­ta­to­ren.

    M.A.n. ist dies ein immens wich­ti­ger Film einfach aus dem Grund, dass ein in der Wolle gewirk­ter „Envi­ron­men­ta­list” mit einem Regis­seur der seit Kin­des­bei­nen sich als „radi­ka­ler Grüner” ver­steht den Naiven und Gut­gläu­bi­gen auf­zeigt, mit wem Sie sich ins Bett legen. Mit ihren ärgsten Gegnern; Ener­gie­kon­zer­nen, Big Shots von Wall­street und z.B. den ver­hass­ten Koch-Bro­thers.

    Diese Pointe so klar her­aus­zu­ar­bei­ten ist für sich genom­men schon ein sehr großes Ver­dienst.

    Sie bekla­gen, dass MM nach wie vor den Kapi­ta­lis­mus dafür ver­ant­wort­lich mache, also sein altes Schema bei­be­halte. Sowenig wie „die Wis­sen­schaft” gibt, gibt es „den Kapi­ta­lis­mus”.

    Sicher sind wir uns einig, dass K die beste Form ist, Wett­streit um Ideen zu führen und auch die Allo­ka­tion von Mitteln zu deren Ent­wick­lung und Umset­zung ist dort besser gewähr­leis­tet, als in allen anderen bekann­ten Wirt­schafts­for­men.

    Nach meinem Ein­druck, und dafür lassen sich in seinen Filmen auch viele Anhalts­punkte finden, kri­ti­siert Moore vor allem die sog. Cor­po­ra­to­cracy, die nun kapi­ta­lis­ti­scher Den­kungs­art gerade nicht ent­spricht. Und nicht zu ver­ges­sen, er ist Ame­ri­ka­ner und betrach­tet, was er dort sieht.

    Wenn es Sie inter­es­siert, die ETH Zürich hat in 2011 eine inter­es­sante Unter­su­chung zum Ein­fluss und der Wirk­mäch­tig­keit inter­na­tio­na­ler Kon­zerne und deren Ver­flech­tung vor­ge­legt:
    Vitali, Glatt­fel­der und Bat­tis­ton sin die Autoren, findet sich leicht im Netz. Könnte zum Staunen führen.

    Weiter werfen Sie ihm vor, dass er weder CO2‑, tech­ni­sche Mög­lich­kei­ten noch Kosten etc. zum Gegen­stand macht. Die Impli­ka­tio­nen dessen, was wir seit Jahren, eigent­lich Jahr­zehn­ten an Wahn­sinn im Zusam­men­hang mit Öko­lo­gis­mus, Kli­ma­wan­del, Ener­gie­wende u.a.m. erleben, benö­tigt ein fil­mi­sches Werk min­des­tens vom Kaliber der SHOA von Spiel­berg, womit ledig­lich der Umfang gemeint ist. In einem Film von 100 Minuten all das unter­zu­brin­gen, was Sie fordern geht schlicht nicht.

    Moore hat diesen Film so weit ersicht­lich selbst finan­ziert, er stellt ihn kos­ten­los zur Ver­fü­gung und er hat viel Erfah­rung als Fil­me­ma­cher. Ihm ist klar, dass er sich in diesem Umfang kon­zen­trie­ren muss. Wäre das ein Aspekt ? Oder anders gefragt, wie umfang­reich ist Ihre Film­erfah­rung?

    Last but (bei weitem) not least, sind Sie der Ansicht, dass sich der Film an die wendet, die all das schon wissen oder wenigs­tens ahnen ?

    Oder doch eher an die Naiven aber fest Gläu­bi­gen ?.

    Ich meine letz­te­res, Und wenn bei denen etwas in diesem runden Ding da oben in Bewe­gung gerät, wäre das schon ein toller Erfolg.

    Ich finde es schade, dass Sie den Film eher madig machen. Ver­ständ­lich einer­seits, auch Sie unter­lie­gen der Öko­no­mie der Auf­merk­sam­keit. Und die gibt es natür­lich eher für Kritik als für Zustim­mung.
    Schöne Grüße in die Runde

    • Ich kann nur für mich und nicht für die Kom­men­tare spre­chen. Den Film fand ich durch­aus nütz­lich und die Zusam­men­hänge auch gut erklärt. Aber wie ich schon sagte, reden viele andere und sogar seriöse Wis­sen­schaft­ler sich mit diesen Argu­men­ten den Mund fus­se­lig, OHNE Gehör zu finden. Und genau deshalb wird der Film auch (leider) nichts bewir­ken, so leid mir das auch tut. Moore wird die Grüne Com­mu­nity einfach „exkom­mu­ni­zie­ren” und fertig. Man wird ihm sagen, er sei ja kein Wis­sen­schaft­ler, nachdem man den kri­ti­schen Wis­sen­schaft­lern seit Jahren vor­wirft, sie seien bezahlte Agenten von Kohle und Atom. Ich habe wenig Hoff­nung, dass sich das schnell ändert.
      Außer­dem bleibe ich dabei, dass der Film tat­säch­lich „Maden” hat – und zwar anti­ka­pi­ta­lis­ti­sche Maden, ganz gleich wie sehr ich seinen sons­ti­gen Aus­sa­gen zustimme. Und ich habe auch dar­ge­legt, dass jede grüne Bewe­gung sich am Ende auf genau diese eine Stoß­rich­tung kon­zen­triert: Kol­lek­ti­vis­mus. Es ist aber schon schlimm genug, in einer Welt vola­ti­ler und teuer Energie zu leben. Käme dazu noch eine „roman­ti­sche” sozia­lis­ti­sche Ordnung hinzu, wäre die Kata­stro­phe unauf­halt­sam. In der Welt des G. würde Moore sich pudel­wohl fühlen. Zumin­dest glaubt er das.
      https://unbesorgt.de/klimarevolution-ein-morgen-im-leben-des-b-und-des‑g/

  3. Was Moore und Kon­sor­tien noch nicht wissen: Men­schen streben immer nach Sicher­heit und der Weg die zu erlan­gen ist voller Fall­stri­cke. Dann sind da noch die sozia­len wie kör­per­li­chen Bedürf­nisse. Die zu erlan­gen erfor­dert hohen Ener­gie­ein­satz – immer! Ganz egal, wie man es dreht oder wendet, egal, wie Mensch ans Ziel zu kommen gedenkt, sobald er ein Problem gelöst hat, hat er min­des­tens zwei neue erschaf­fen. So jeden­falls in unserer Zivi­li­sa­tion.
    Der Gipfel mensch­li­cher Evo­lu­tion wäre nicht Tech­no­lo­gie, Wohl­stand für alle und die per­fekte Gerech­tig­keit, sondern die Per­fek­tion in Demut und Dank­bar­keit, Beschei­den­heit und Rück­sicht­nahme. Damit wären viele Pro­bleme gelöst. Aus­ge­rech­net jene, die sich erfolg­reich aus eigener Kraft um die Belange ihrer selbst und ihres Umfel­des bemühen, sind in mancher Kate­go­rie der Evo­lu­tion vor­an­ge­schrit­ten.
    Das Palaver der Ver­damm­nis um Kom­mu­nis­mus oder Kapi­ta­lis­mus ist auch nur ein Ablen­kungs­ma­nö­ver von eigenen Unzu­läng­lich­kei­ten. Das Herr­schen­wol­len über andere Men­schen, ob Konsum oder sonst was, ist der Gipfel davon.

  4. Nach dem Film habe ich das Inter­view mit Alex Eppstein ange­schaut (Eng­lisch), wo Eppstein genau wie Sie, Herr Letsch, die Grünen und Linken als eine Anti­hu­mane Bewe­gung geiselt. Ich finde, dies trifft auch zu und Ihre Analyse, dass der Kapi­ta­lis­mus schuld sei nicht zutrtifft ist auch korrekt. Aber der Film ist doch trotz allen Mängeln sehr nötig.
    Hier das Inter­view mit Eppstein: https://​www​.youtube​.com/​w​a​t​c​h​?​v​=​7​7​x​M​1​e​p​Q​szg

      • Was soll not­wen­dig daran sein, einen Film von Michael Moore zu schauen? Der Autor schreibt doch selbst, nichts von dem, was da „auf­ge­deckt“ wird ist neu. Und es hätte mich auch gewun­dert, wenn Moore – den ich immer für die ame­ri­ka­ni­sche Inkar­na­tion Karl Eduard von Schnitz­lers gehal­ten habe – von seinem pri­mi­ti­ven Anti­ka­pi­ta­lis­mus abge­wi­chen wäre. Keiner, der noch alle Tassen im Schrank hat, hätte z.B. die Land­schaft mit Stahl ver­schan­delt, hätte der Staat (nicht irgend­wel­che „Kapi­ta­lis­ten“) ihm nicht im Rajmen der sog. Ein­spei­se­ver­gü­tung Geld für diesen Schrott von morgen hin­ter­her­ge­wor­fen.

        • Solche Dinge aus den Mündern selbst­er­klär­ter und des­il­lu­sio­nier­ter „Tree­hug­ger” zu ver­neh­men, ist jedoch allemal eine amü­sante Sache. 😉

  5. Der Staat ist der Zuhäl­ter des Kapi­ta­lis­mus (und, neben­bei, kei­nes­falls die Dirne des Wählers).
    Kapi­ta­lis­mus­kri­tik halte ich deshalb inso­fern und dann berech­tigt, wenn er sich mit gestoh­le­nem Geld (Steuern) vom Staat bestechen lässt. Aller­dings legst du ja immer die reinste Form des Kapi­ta­lis­mus zu Grunde, womit dein Text wieder „rund“ läuft…

    • Kapi­ta­lis­mus­kri­tik ist ein fehl­ge­lei­te­ter Begriff (ähnlich wie „Israel­kri­tik”), weil er statt kri­tisch auf Macht­miss­brauch und Kor­rup­tion abzu­zie­len das einzige Wirt­schafts­sys­tem in Frage stellt, welches nach­weis­lich funk­tio­niert. Wenn Laden­dieb­stahl zur Kritik am Super­markt­be­trei­ber führt, statt den Dieb anzu­kla­gen, haben wir eine Ver­schie­bung der Ver­ant­wor­tung. Deshalb: Kapi­ta­lis­mus­krik: Nein. Kritik an Regeln oder deren Nicht­ein­hal­tung oder Kritik jenen, die betrü­gen, ver­schwen­den und bestechen: Ja, gern sogar!

      Die Tat­sa­che, dass ein Unter­neh­mer jeden sich bie­ten­den Vorteil aus­nutzt, der ihm das Über­le­ben sichert, spricht vor allem gegen die poli­ti­sche Gewäh­rung dieser Vor­teile. Es stimmt nämlich leider nicht, dass sich Unter­neh­men einen mög­lichst freien und harten Wett­be­werb wün­schen würden. Sub­ven­tio­nen NICHT anzu­neh­men, wenn sie von der Politik so groß­zü­gig ange­bo­ten werden, bedeu­tet, dem Wett­be­wer­ber einen Vorteil zu über­las­sen. Regu­lie­run­gen, solange sie einem selbst Vor­teile ver­schaf­fen, sind gern gesehen. Dieser Ver­füh­rung zu wider­ste­hen und als Staat mög­lichst nur für faire Regeln zu sorgen, ist die Crux. Ideal ist also nicht ein „schwa­cher Staat”, sondern einer, der Markt­re­geln durch­set­zen kann, die gleich­zei­tig so trans­pa­rent sind, dass sie nicht kor­rum­pier­bar sind. Um diesem Ideal näher zu kommen ist der Begriff „Repu­blik” (öffent­li­che Sache) sogar noch ent­schei­den­der als „Demo­kra­tie”.

      Dein Bild vom Staat als Zuhäl­ter des Kapi­ta­lis­mus ist inso­fern recht passend, weil unser Staat (beson­ders dessen poli­ti­sche Kaste) den Zweck der Wirt­schaft darin sieht, die Politik mit Geld und Bedeu­tung aus­zu­stat­ten. Die Politik klagt gleich­zei­tig – und unbe­rech­tig­ter­weise – ständig über das „Primat der Wirt­schaft” und den wach­sen­den Reich­tum seiner „Dirnen”. Doch man schaue sich an, welche Summen die Politik bewegt, wenn sie glaubt, handeln zu müssen. Die Pro­sti­tu­tion der Wirt­schaft und die Zuhäl­te­rei der Politik, welche die Wirt­schaft mit Sub­ven­tio­nen lockt, die sie letzt­lich selbst erwirt­schaf­ten muss, hat auf­zu­hö­ren.

      • Sehe ich genauso. Ich höre immer wieder, daß die Wirt­schaft den Staat am Nasen­ring durch die Manege zieht. Mar­xis­ten (derer auch M. Moore einer ist) nennen das „das Primat der Wirt­schaft über die Politik“. Im Zweifel ist es aber exakt umge­kehrt: Atom­aus­stieg, „Ener­gie­wende“, unge­steu­erte Ein­wan­de­rung, diese ganzen unse­li­gen EU- Grenz­werte: Dies alles waren und sind nicht Ent­schei­dun­gen der Wirt­schaft, sondern jene der Politik. Die Ener­gie­kon­zerne, die durch poli­ti­sche Ent­schei­dun­gen zwei Drittel des Markt­wer­tes ein­ge­büßt haben, die Auto­her­stel­ler, deren bisher funk­tio­nie­ren­des Geschäfts­mo­dell durch natio­nale und EU-Vor­ga­ben („Dekar­bo­ni­sie­rung“) geschred­dert wird, Chemie, Phar­ma­in­dus­trie, Land­wirt­schaft.… Ihnen allen wirft der
        S t a a t, und nur dieser, Knüppel zwi­schen die Beine. Daß Manager wie Diess und Müller dann noch unter­wür­fig danke sagen und um Sub­ven­tio­nen betteln, ist sau­däm­lich und erbärm­lich, steht aber auf einem Blatt.

        • Ich denke, es ist das gleiche Blatt.
          Und, um in der Meta­pher vom Eingang zu bleiben: Die Gewerk­schaf­ten sind/waren die Schutz­geld­erpres­ser der Wirt­schaft.
          Auch, wenn man medial seit län­ge­rem nichts mehr von ihnen hört, waren sie doch die Hand­lan­ger und Wege­be­ner eines nim­mer­sat­ten und hyper­tro­phier­ten Staats­ap­pa­ra­tes.

  6. In hundert Jahren wird man fest­stel­len, dass der Mono­the­is­mus nur eine Episode war. Die Mensch­heit kehrt zum Natur­glau­ben zurück. Mutter Natur muss geret­tet werden, um sie gnädig zu stimmen, die Wind­kraft­an­lage als Fort­set­zung des Regen­tan­zes. Und wieder liegt völlige Unkennt­nis bezüg­lich der inneren Zusam­men­hänge von Klima, Flora und Fauna zu Grunde. Die moderne Welt ist nur eine Hülle, die von nie­man­dem ver­stan­den wird. Im Kern sind die Men­schen genauso ahnungs­los und leicht­gläu­big und immer bereit, den größten Quatsch zu glauben, wie vor tausend Jahren. Damals kam der Schar­la­tan auf die Burg und ver­kaufte Schlan­gen-Elixier (in dem nichts von einer Schlange ent­hal­ten war) gegen alle mög­li­chen und unmög­li­chen Gebre­chen. Heute sind wir nur auf den ersten Blick weiter: Wis­sen­schaft­ler ent­wer­fen Sta­tis­ti­ken, um zu bewei­sen, dass der grüne Weg der rich­tige ist. War aber damals nicht anders, auch der Schar­la­tan hatte Mittel und Wege, Beweise zu fin­gie­ren. Der Spruch „Glauben heißt nicht wissen” war zu jeder Zeit falsch. Denn die Leute glauben zu wissen, und das Wissen wird zu ihrer Iden­ti­tät.
    Bei Partys mache ich mir immer einen Spaß und erzähle von der Repa­ra­tur der Zünd­fun­ken-Rück­hol­fe­der (beim Diesel!). Zu meinem nicht gerin­gen Erstau­nen glauben die Bil­dungs­bür­ger fast alle die Geschichte, bei den angeb­li­chen Ver­lie­rern der Bil­dungs­mi­sere nur wenige. Und Men­schen mit Down-Syndrom nie!! Gerade die Ent­schei­dungs­trä­ger glauben mithin an Magie. Nun also, nachdem 5000 Jahre lang Krieg geführt wurde, in dem stets die Klugen und Tap­fe­ren starben und immer die Ver­schla­ge­nen und Feigen über­leb­ten, stellen nun die Grünen das Ergeb­nis dieser natür­li­chen Auslese dar. Da können sie aber stolz sein.….
    Und Herr Moore ist als Grüner das, was die SEDler bei uns sind: Beide halten ihre Idee für gran­dios gut, nur bei der Umset­zung hapert es.

  7. Im Film wird klar, es ist Gibbs’ Film. Gibbs wird mehr als einmal per­sön­lich.
    M. Moore dagegen findet im Film so gut wie nicht statt.

    Pro­du­zent heißt, wie auch in anderen Kunst-Berei­chen, vor allem: Geld­ge­ber und hier dazu noch: Namens-Geber. Herrn Jeff Gibbs kennt keiner, beach­tet keiner, …aber Michael Moore! q.e.d.

    (Bin aus der Musik­bran­che, kenne solche Hand­lungs­weise; ist auch nix Schlim­mes dabei. Es hilft oft der Sache)

  8. Absolut richtig, was Sie schrei­ben. Die Lügen im Kleinen – Die­sel­ag­gre­gate im Hin­ter­grund beim „Rein-Solar­strom Pro­pa­gan­da­kon­zert” oder der ja mas­sen­haft in der Wüste unge­nutzt lie­gende Sand als Grund­stoff für die Solar­pa­nels (nur leider völlig unbrauch­bar dafür) und die im Großen („Men­schen­freund” Al Gore und seine ver­bün­de­ten Asym­pa­then) werden gut ent­larvt.

    Die Inef­fi­zi­enz der „Green Energy“ steht deren Ausbau nur deshalb nicht im Weg, weil die Politik alle Ein­wände bei­seite wischt und Medien, Akti­vis­ten (und) die Pro­fi­teure ihr nach Kräften dabei helfen.”

    Das haben Moore und Gibbs gut ver­mit­telt. Ja, siehe Deutsch­land. Irre Akti­vis­ten ohne Denk­ver­mö­gen und eine Politik, die dank Staats­funk und Jubel­presse tut, was sie will. Nur ein Black­out scheint hier noch eine Umkehr möglich zu machen, aller­dings wird auch das dann mehr als unge­müt­lich. Guter Film, Mr. Moore, und vor allem für Ihre eigent­li­che Kli­en­tel lehr­reich.

  9. Der Film ist von Jeff Gibbs – Michael Moore tritt ledig­lich als bekannter(er) Name in Erschei­nung.

    • Moore ist der Pro­du­zent. Und zwar einer, der wie üblich zu 100% zur Aussage des Films steht. Gibbs ist Moores Regis­seur, mit dem er schon für Fah­ren­heit 9/11 gear­bei­tet hat. In Moores Filmen läuft nichts, wenn es nicht läuft wie Moore es will.

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