In ihrer Aus­bil­dung lernen Sani­tä­ter ein­zu­schät­zen, welchen Ver­letz­ten sie in welcher Rei­hen­folge helfen sollen, falls sie an einem Unfall­ort mit meh­re­ren Opfern ein­tref­fen. Wich­tige Regel dabei: schau zuerst nach jenen, die reglos sind, nicht jammern, nicht stöhnen und nicht um Hilfe bitten, denn denen geht es am dre­ckigs­ten. Es gäbe diese Regel nicht, wenn sie selbst­ver­ständ­lich wäre. Es ist nämlich gar nicht so leicht, eine direkte Bitte oder einen Hil­fe­ruf zu igno­rie­ren, um sich zunächst um die wirk­lich schwer Ver­letz­ten zu kümmern. Außer­dem winkt dem Beloh­nungs­sys­tem im Kopf des Helfers ein durch­aus ehrlich gemein­tes „Danke“, was für Erst­hel­fer (aber nicht nur die) ein innerer Antrieb sein kann. Der Mensch ist nämlich im Großen und Ganzen ein soli­da­ri­sches Wesen, das gern und selbst­los hilft, nur muss er sich für die Prio­ri­tä­ten dieser Hilfe Regeln geben, die er sonst viel­leicht unwis­sent­lich ver­letz­ten würde, weil er die Über­sicht über die Lage und die Ursa­chen einer Kata­stro­phe aus dem Blick ver­liert. Der Über­blick auf Ursa­chen und Sym­ptome für die welt­wei­ten Bewe­gun­gen der Migra­tion hat Europa zur Zeit gänz­lich aus dem Blick ver­lo­ren und die selbst­lo­sen Helfer stürzen sich auf jene Opfer, die am lau­tes­ten schreien.

Big Raushole“ aus Afrika – Migration als Aufgabe ohne Verantwortlichkeiten

Seit Jahren tobt auf dem Mit­tel­meer ein Krieg. Nicht zwi­schen Ländern, sondern zwi­schen Rea­li­tät, Selbst­er­mäch­ti­gung und Uti­li­ta­ris­mus. Schiffe wie die „Aqua­rius“ fahren dicht an die Nord­afri­ka­ni­sche Küste um dort die­je­ni­gen zu „retten“, die sich auf den See­len­ver­käu­fern der Men­schen­händ­ler auf hohe See begeben und dort – wer würde dies bezwei­feln – in Seenot geraten. Das ist ja Sinn des Spiels und die Garan­tie der Rettung nach den vielen Ertrun­ke­nen der letzten Jahre und somit die einzige Mög­lich­keit für die Schlep­per, ihre „Kunden“ auf die Schlauch­boote zu bekom­men. Niemand, nicht ein ein­zi­ger der Betro­ge­nen geht davon aus, es mit 600 Men­schen, ohne Navi­ga­tion und nur ein paar Litern Benzin auf einem solchen Stück Gummi nach Lam­pe­dusa oder Malta zu schaf­fen. Die „Aqua­rius“ und ihre Schwes­ter­schiffe sind kal­ku­lier­ter Bestand­teil dieses per­ver­sen Spiels und diese wissen, dass das, was sie da tun, nicht See­not­ret­tung, sondern Not­ret­tung ist. Denn See­not­ret­tung würde bedeu­ten, die geret­te­ten nach inter­na­tio­na­lem See­recht in den nächst­ge­le­ge­nen siche­ren Hafen (Sicher­heit vor dem Ertrin­ken, nicht die Sicher­heit, ein bes­se­res Leben oder Ver­sor­gung zu finden) zu beför­dern. Ein Taxi­dienst ist im See­recht nicht vor­ge­se­hen.

Der Not­ret­tung wird durch die Schlep­per somit eine Nöti­gung bei­gefügt, indem man die Leute wis­sent­lich ins Meer treibt und ihren Tod in Kauf nimmt. Das ist etwa so, als würden sie sich, liebe Leser, im War­te­zim­mer ihres Arztes die Puls­adern auf­schlit­zen, um die volle und prio­ri­täre Auf­merk­sam­keit des Doktors zu erlan­gen. Ob sie diese ver­dient haben oder jemand anderes, der weder die Kraft dazu noch das nötige Werk­zeug besitzt, sich derart in Szene zu setzten, die Hilfe aber viel drin­gen­der benö­tigt, wäre ihnen egal. Sie schreien laut, das Blut spru­delt und wenn eine Kamera vor Ort ist, haben sie die volle mediale Auf­merk­sam­keit. Der Arzt, egal wie empört er auch wäre, würde jeden Vorwurf der Son­der­be­hand­lung mit dem Ausruf „hätte ich ihn ver­blu­ten lassen sollen?” zurück­wei­sen. Leid­tra­gende sind die Pati­en­ten im War­te­zim­mer, die sich still ver­hal­ten.

Zurück zur „Aqua­rius“, die nach einer wirk­lich dra­ma­ti­schen Ret­tungs­ak­tion ihre Fracht nicht wie gewöhn­lich in Italien abladen konnte. Dies funk­tio­nierte über Jahre hinweg auto­ma­tisch und sorgte dafür, dass die Crews der ver­schie­de­nen „Ret­tungs­fäh­ren“ das Ergeb­nis ihrer Kol­la­bo­ra­tion mit den Men­schen­händ­lern einfach irgendwo anderen Leuten vor die Füße kippen konnten. Das gute Gefühl, gehol­fen zu haben, bleibt. Doch Italien spielte nicht mehr mit und die Retter hatten plötz­lich ein Problem, an das sie nie gedacht hatten: Ihnen gingen die Vorräte aus. Eigent­lich logisch für einen Fähr­dienst im Lini­en­be­trieb, wenn sein Ziel­ha­fen plötz­lich Qua­ran­täne ver­hängt. Spanien sprang ein. Dort hatte erst vor kurzer Zeit die Regie­rung gewech­selt und die neu am Ruder ste­hen­den Sozia­lis­ten sahen die Gele­gen­heit, ihr Image auf­zu­po­lie­ren. Also fuhr die „Aqua­rius“ nach Ali­cante und löschte dort ihre Fracht, während dut­zende Kameras begeis­tert den Land­fall hun­der­ter Kriegs­flücht­linge ablich­te­ten. Kriegs­flücht­linge? Schauen wir doch mal in die Pas­sa­gier­liste:

Alge­rien: 43, Afgha­ni­stan: 1, Ban­gla­desch: 3, Kamerun: 6, Komoren: 2, Kongo: 1, Elfen­bein­küste: 11, Eritrea: 60, Äthio­pien: 5, Gambia: 11, Ghana: 3, Guinea Bissau: 4, Guinea: 22. Liberia: 1, Mali: 11, Marokko: 11, Niger: 1, Nigeria: 148, Paki­stan: 11, Senegal: 13, Sierra Leone: 20, Somalia: 5, Sudan: 152, Süd Sudan: 49, Togo: 9

Ver­gli­chen mit einem Loft im Prenz­lauer Berg oder dem Feri­en­haus eines linken Poli­ti­kers in der Toscana sind dies natür­lich alles Orte des Jammers. Und doch gibt es Abstu­fun­gen. Guinea, Marokko, Togo, Gambia, Ghana, Komoren, Algerien…wie kann es sein, dass von dort, wo kein Krieg herrscht, Men­schen aus­ge­rech­net nach Libyen fliehen. In ein Land also, in dem es im Gegen­satz zu ihren Hei­mat­län­dern tat­säch­lich Krieg gibt. Flieht man also jetzt schon vor Elend und Per­spek­tiv­lo­sig­keit in Kriegs­ge­biete? Es sind die Anreize und Ver­spre­chen der Schlep­per und die Tat­sa­che, dass ein wesent­li­cher Teil dieser per­ver­sen Rei­se­pla­nung eben jene „Ret­tungs­schiffe“ sind, die vor der afri­ka­ni­schen Küste patrouil­lie­ren. Doch zurück zur „Aqua­rius“ und der media­len Schluss­blende mit „Happy End“. Denn die Geschichte endete in unseren Medien beim Zeit­punkt der Anlan­dung. Die schönen Bilder waren im Kasten und die Retter und deren Unter­stüt­zer sicher, Gutes geleis­tet zu haben. Die Stadt Ali­cante hatte nun das Problem, 600 Neu­an­kömm­linge irgendwo unter­zu­brin­gen.

Studenten raus, Migranten rein

Man ent­schied sich für ein Wohn­heim der Uni in Ali­cante, dessen Bewoh­ner man kur­zer­hand vor die Tür setzte (siehe hier und hier). 24 Stunden gab man ihnen Zeit, ihre Zimmer zu ver­las­sen, für die sie im Übrigen bis zu 750 Euro Miete zahlen. Ab dem 1.7. wäre das Gebäude zwar leer gewesen, weil die Uni es im Sommer als Jugend­her­berge nutzt, aber zum Zeit­punkt der Räumung waren es noch gut zwei Wochen bis zum Semes­ter­schluss. Ein Trep­pen­witz der Extra­klasse ist es, wenn einer der geräum­ten Stu­den­ten berich­tet, dass er sich in einem Deutsch­kurs auf einen Job in Deutsch­land vor­be­rei­ten wollte, da er in Spanien keine Arbeit fände. Und so haben dieser Student und die Neu­an­kömm­linge von der „Aqua­rius“ letzt­lich das­selbe Ziel, nämlich Deutsch­land. Doch während der eine Qua­li­fi­ka­tio­nen erwer­ben will, die er auf unserem Arbeits­markt benö­tigt, werden die anderen nichts der­glei­chen mit­brin­gen, sondern sich von der nächs­ten Ret­tungs­mann­schaft in der Ret­tungs­kette vor die Füße der über­nächs­ten Retter legen lassen und die Was­ser­trä­ger in dieser Kette werden mit dem guten Gefühl, gehol­fen zu haben, nach Hause gehen.

Niemand der Retter stellt sich die Frage, welche Pro­bleme er eigent­lich wo löst oder ob er durch sein Handeln womög­lich mehr davon schafft. Der Modus Ope­randi wird nie in Frage gestellt und wenn doch mal jemand Zweifel anmel­det, wird er mit dem Argu­ment „Willst du diese Men­schen ersau­fen lassen“ zum Schwei­gen gebracht. Dieser Vorwurf der Unmensch­lich­keit erstickt jedes Argu­ment, auch jenes, dass es die Schlep­per sind, die den Geret­te­ten durch die „Über­fahrt“ in untaug­li­chen Booten gewis­ser­ma­ßen vor den Augen der Welt­öf­fent­lich­keit die Puls­adern auf­ge­schlitzt haben. Ich glaube, wenn jedes der Ret­tungs­schiffe einmal mit seiner Fracht Tunis oder Algier anliefe, hörten die Schlauch­boot­ren­nen schlag­ar­tig auf. Wäre das nicht eigent­lich das höchste Ziel der „See­not­ret­ter“? Wenn niemand mehr ersöffe? Oder ver­misste man das erhe­bende Gefühl, ganz toll gehol­fen zu haben, ohne sich darum zu scheren, was später aus den Men­schen wird und ob der Ver­frach­tung nach Europa unwei­ger­lich eine ganze Kette von klei­ne­ren und grö­ße­ren Unge­rech­tig­kei­ten und Rechts­brü­chen folgen wird, für die dann andere ver­ant­wort­lich sein sollen? Die Vor­würfe an die Schiffs­be­trei­ber, mit den Schlep­pern zusam­men­zu­ar­bei­ten, sind ja nicht neu. Ich gehe aber noch einen Schritt weiter und behaupte, dass sie durch die Art ihres Ein­sat­zes im Grundes selbst zu Schlep­pern werden. Nur dass als Bezah­lung für diesen Dienst nicht schnö­des Geld fließt, sondern schöne Bilder und ein gutes Gefühl winken.

Nie­man­dem ist vor­zu­wer­fen, für sich und seine Familie ein bes­se­res Leben zu suchen. Das ist in allen Zeiten so gewesen und wenn der Ent­schluss nicht auf fal­schen Ver­spre­chen vom Para­dies oder Zwang beruht, ent­spricht er genau genom­men dem, was die euro­päi­sche Auf­klä­rung zum höchs­ten Ziel erklärt hat: der wil­lent­li­chen und indi­vi­du­el­len Ent­schei­dung, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen und Ver­ant­wor­tung für seine Zukunft zu über­neh­men. Gerät man aber in die Fänge der euro­päi­schen Men­schen­händ­ler, wird man zum Objekt der Für­sorge und eines selbst­süch­ti­gen Mit­leids, aus dem es kein Ent­rin­nen mehr gibt. Die Tat­sa­che nämlich, dass die aller­meis­ten der auf diesen per­ver­sen Treck geschubs­ten Men­schen in Europa nie wirk­lich reüs­sie­ren werden, ist den Helfern nicht nur egal, sondern ist die unter­be­wusste Basis für deren Enga­ge­ment. Wer in der Ret­tungs­kette am Anfang steht und auf den Schif­fen das Mit­tel­meer durch­kämmt, bekommt von der Ver­zweif­lung der Helfer am Zielort und der Resi­gna­tion der meisten Migran­ten natür­lich nichts mit. Immer neue Schiffs­la­dun­gen kippt man den rück­wär­ti­gen Helfern vor die Füße. Erst dort ent­steht das Bewusst­sein der Ver­geb­lich­keit, weil man fest­stellt, dass für viele der hier gestran­de­ten keine trag­fä­hi­gen Per­spek­ti­ven in Europa zu finden sind. Man wird es den Men­schen deshalb früher oder später über­las­sen, sich hier bei uns eben jene Struk­tu­ren zu schaf­fen, die sie aus ihren Hei­mat­län­dern kennen, nur, um „Ruhe“ zu haben. Zwei­fel­los wird man uns dies später als großen Erfolg ver­kau­fen.

Utilitarismus der Ratlosigkeit

Mir scheint, dass der „Westen“, also Europa und Nord­ame­rika, Afrika in Gänze längst ver­lo­ren gegeben haben. Der Phase des Kolo­nia­lis­mus folgte eine bis heute anhal­tende Phase aus Kor­rup­tion, Dik­ta­tur und Tri­ba­li­sie­rung, der wir wei­test­ge­hend ohn­mäch­tig zuge­schaut haben. Die Ent­wick­lungs­hilfe diente im Großen und Ganzen als Schmier­geld, denn wirk­li­che Ent­wick­lun­gen hat es – mit einigen wirk­lich löb­li­chen Aus­nah­men – nicht geschaf­fen. Noch vor zwanzig Jahren wurde die dro­hende Bevöl­ke­rungs­ex­plo­sion in Afrika als das größte Problem für die Ent­wick­lung des Kon­ti­nents gesehen, heute spricht niemand mehr darüber. Der fata­lis­ti­schen Fest­stel­lung, in welchem Maße sich die Bevöl­ke­rung gerade in den Staaten Zentral- und West­afri­kas ent­wi­ckeln werde, der die dor­ti­gen Volks­wirt­schaf­ten unmög­lich stand­hal­ten können, folgten keine Pro­gramme für Bildung und Auf­klä­rung, sondern sehr merk­wür­dige UN-Pläne zu „Resett­le­ment and Relo­ca­tion“ (Global Compact on Refu­gees), denen ein inhu­ma­ner Uti­li­ta­ris­mus gera­dezu aus jeder Zeile tropft.

Man will den „Bevöl­ke­rungs­über­schuss“, den soge­nann­ten Youth-Bulge der afri­ka­ni­schen Länder dazu nutzen, um die schrump­fende Bevöl­ke­rung Japans, Russ­lands oder Europas „auf­zu­fül­len“. Das Ganze hört auf den Namen „Bestands­er­hal­tungs­mi­gra­tion“ und klingt wie der Wort­schatz eines Hun­de­züch­ter­ver­eins. Man hat Afrika offen­bar auf­ge­ge­ben und glaubt nicht mehr daran, dass sich die Staaten dort je in eine bessere Rich­tung ent­wi­ckeln werden und, auf eigenen Füßen stehend, selbst­be­wusste und trag­fä­hige Gesell­schaf­ten ent­wi­ckeln können. Die Bevöl­ke­rungs­ex­plo­sion wird vom Problem zur Res­source erklärt, derer man sich zur „Bestands­er­hal­tung“ bedie­nen kann. Der Zweck heiligt die Mittel sagt der Uti­li­ta­rist und die Fähr­dienste im Mit­tel­meer werden unter diesem Blick­win­kel zur vor­aus­ei­len­den Erfül­lung künf­ti­ger UN-Pläne. Spinnt man den Faden etwas weiter, was ich mit Abscheu und unter Protest tue, kann das „Abschöp­fen“ des Youth-Bulge afri­ka­ni­scher Länder jedoch nur der Anfang sein. Die „impor­tier­ten Men­schen“ sind schließ­lich nicht optimal kom­pa­ti­bel mit dem, was in Europa oder Japan auf sie zukommt, weil sie durch Kind­heit und Jugend in ihren Her­kunfts­län­dern bereits geprägt sind.

Deshalb wird man die Res­source früher „abschöp­fen“ müssen und bereits Kinder impor­tie­ren – dies ist die Letzt­kon­se­quenz der Pläne, die von Spat­zen­hir­nen bei der UN und ihren wil­li­gen Helfern bei euro­päi­schen NGOs erdacht und umge­setzt werden. Es liefe also auf nichts weniger als legi­ti­mierte Skla­ve­rei hinaus. Ich habe keine Worte, um meinem Ekel vor solchen Plänen Aus­druck zu geben! Das Kalkül der UN ist, dass die Migran­ten schon heute mehr Geld in ihre Her­kunfts­län­der schi­cken, als an Ent­wick­lungs­hilfe dorthin fließt. Jedoch haben beide Geld­ströme eines gemein­sam: sie ver­hin­dern die Ent­wick­lung dort, wohin sie landen und zemen­tie­ren die Abhän­gig­keit von Almosen. Die Pflicht, Geld in die alte Heimat zu schi­cken, ver­hin­dert zudem lang­fris­tig und gründ­lich die Per­spek­ti­ven auf ein selbst­be­stimm­tes Leben in der neuen Heimat. Die Kette der Abhän­gig­keit bliebe für die Migran­ten auf beide Seiten fest geschmie­det.

Ultra posse nemo obligatur

Wann genau haben wir eigent­lich den Über­blick über die Kon­se­quen­zen unseres Han­delns ver­lo­ren? Ich vermute, als wir damit began­nen, Ent­schei­dun­gen an Instan­zen zu dele­gie­ren, denen wir eine höher ste­hende Moral und größere Kom­pe­tenz attes­tier­ten. Je weiter weg vom Problem jedoch darüber ent­schie­den wird, umso schwe­rer ist es, die ent­ste­hen­den Belas­tun­gen richtig ein­zu­schät­zen. Der römi­sche Rechts­grund­satz, dass niemand über seine Fähig­kei­ten hinaus ver­pflich­tet werden kann, wird nur zu oft durch eine unzu­läs­sige Abwä­gung ersetzt. Von Madrid aus ist es leicht, ein paar Stu­den­ten auf die Straße zu setzen, um in deren Woh­nun­gen Migran­ten ein­zu­quar­tie­ren, weil man die Not letz­te­rer als größer ein­schätzt. Aus Sicht des Stu­den­ten, dessen Soli­da­ri­tät man einfach requi­riert hat und der dadurch viel­leicht einen Abschluss nicht schafft, der ihm einen guten Job ermög­licht hätte, ist „ultra posse“ aber viel­leicht längst über­schrit­ten. Er wurde jedoch nicht gefragt, man ent­schei­det über dessen Kopf hinweg genauso, wie über die Köpfe derer, die man zu hun­dert­tau­sen­den nach Europa lockt. Man tritt die Inter­es­sen der einen mit Füßen, ohne damit den Inter­es­sen anderer wirk­lich zu dienen und sorgt dadurch für Ärger und Ver­bit­te­rung auf allen Seiten. Es gibt keine Gewin­ner in diesem per­ver­sen Spiel.

Der Staat löst ein Problem, schafft dadurch aber unmit­tel­bar neue. Sel­bi­ges gilt für alle Glieder in der Kette aus Kau­sa­li­tä­ten der Migra­tion. Die afri­ka­ni­sche Familie wird in Zukunft den Verlust von Söhnen durch Aus­wan­de­rung und stra­pa­ziöse Wege dorthin durch noch mehr Kinder „aus­glei­chen“ oder den „Markt­wert“ dieses per­ver­sen Jugend­ex­ports stärker gewich­ten. Die erfolg­rei­che Rettung von 600 Men­schen durch die „Aqua­rius“ pro­du­ziert genau jene Bilder, die die Schlep­per ihren nächs­ten Opfern zeigen. Schließ­lich wird der aus­blei­bende Wider­stand durch die Stu­den­ten die spa­ni­sche Regie­rung künftig bei ähnlich spon­ta­nen „Pro­blem­lö­sun­gen“ noch krea­ti­ver werden lassen und die Stu­den­ten das Ver­trauen in den Rechts­staat ver­lie­ren lassen. Ein Teu­fels­kreis aus kleinen, schein­bar rich­ti­gen Ent­schei­dun­gen, die in der Summe jedoch eine ver­hee­rende Ent­wick­lungs­rich­tung ergeben. Solange nicht alle Betei­lig­ten „Stop“ sagen, wird diese Kau­sal­kette aus gefühl­ter Mensch­lich­keit und Hilfs­be­reit­schaft das bleiben, was ich in der Head­line aus­ge­ru­fen habe: Heu­che­lei! Und die wird auf dem Rücken der Völker Afrikas und Europas aus­ge­tra­gen.

Kommen wir auf unser Ein­gangs­bild mit den Sani­tä­tern zurück und schauen nicht nach den schrei­en­den, sondern den stillen, tiefen Pro­ble­men, also den Ursa­chen der Erkran­kun­gen der Gesell­schaf­ten in Europa und Afrika, die sich momen­tan in so fataler Weise gegen­sei­tig die Hände um den Hals pressen. Statt einen Frei­han­dels­ver­trag mit der EU, der nur der pro­duk­ti­ve­ren und durch Sub­ven­tio­nen bevor­teil­ten euro­päi­schen Seite nützt, sollten ins­be­son­dere die land­wirt­schaft­li­che Pro­duk­ti­vi­tät Afrikas durch Export­hil­fen ver­bes­sert werden. Es ist absurd, dass Afrika, dessen riesige Flächen die Welt ernäh­ren könnten, auf Lebens­mit­tel­spen­den oder -importe aus Europa ange­wie­sen ist. Es gälte außer­dem, Know-How nach Afrika zu bringen und die Unter­stüt­zung kor­rup­ter Regime umge­hend ein­zu­stel­len. Ent­wick­lungs­hilfe muss an Ent­wick­lung gekop­pelt werden und darf nicht endlos fließen. Europa sollte auch endlich damit begin­nen, sich von der Idee der ewigen Schuld zu lösen, die man während der Kolo­ni­al­zeit ange­häuft habe, ohne zu ver­ges­sen, was damals gesche­hen ist. Kein afri­ka­ni­sches Land strebt ernst­haft danach, zurück in die Zustände vor der Kolo­nia­li­sie­rung zu gelan­gen. Straßen, Schie­nen, Fabri­ken, Schulen und Städte will man haben, am besten solche, wie in Europa. Wer hier bei uns etwas anderes predigt und das Streben nach Ent­wick­lung und Wohl­stand ver­teu­felt, möchte Afrika in Wirk­lich­keit klein halten und auf ewig ali­men­tie­ren, um Macht über seine Men­schen zu behal­ten.

Und Europa? Unsere Pro­bleme im Zusam­men­le­ben sind imma­nent – und das obwohl wir uns für so unglaub­lich fort­schritt­lich halten, obwohl wir jede Menge supra-staat­li­cher Orga­ni­sa­tio­nen haben und Welt­meis­ter im Plä­ne­schmie­den sind. Unser Hang zum Eta­tis­mus und der sich daraus erge­ben­den immer stärker wer­den­den Über­grif­fig­keit von Büro­kra­tie und Politik in unsere Leben sind es, die uns schrump­fen lassen. Aber das ist Stoff für einen eigenen Artikel, ja, eine Arti­kel­se­rie! Migra­tion zuzu­las­sen, ist eigent­lich eine logi­sche Kon­se­quenz des Stre­bens nach Frei­heit, unsere Pro­bleme jedoch kann sie nicht lösen. Im Gegen­teil.

Es wird Zeit, dass wir Afrika los­las­sen, damit es auch uns los­las­sen kann. Machen wir so weiter wie bisher, erwür­gen wir uns gegen­sei­tig.

48 Kommentare

  1. Der Spa­ni­sche Minis­ter­prä­si­dent kann sich einen schlan­ken Fuss in dieser Sache machen.
    Weiss er doch, diese nicht lange in Spanien bleiben. Für unter den Min­dest­lohn werden und wollen diese Anko­emm­linge auf den Obst­plan­ta­gen nicht arbei­ten. Neben­bei hat er noch eine Arbeits­lo­sen­quote von über 60 Prozent der Jugend­li­chen von 15 bis 30 Jahre an der Backe.
    Von den ersten Anlan­dun­gen in Spanien hat sich über die Hälfte Rich­tung Frank­reich begeben.
    Mit wei­te­ren Ziel ist klar. Wartet doch dort das Haus, Auto, Job, etc. auf diese Gold­stü­cke.
    Wir haben aber jetzt Ende Juli und Spanien hat über neue 14.000 Migran­ten an die Backe.
    Das Geschrei um Hilfe Rich­tung Frank­reich und Germany kam schon. Aber auch aus Brüssel erwar­tet man frische Euros.

    Ich bin viel in den Ländern bis zur Sahel­zone unter­wegs.
    Auch der Libanon ist mir nicht unbe­kannt. Dort haben sich die Mehr­heits­ver­hält­nisse ver­scho­ben.
    Moslems sind mehr anzu­tref­fen, wie Chris­ten. Aber auch poli­tisch ist einiges anders gewor­den.
    Stell­ten früher die Chris­ten den Staats­prä­si­dent, kamen die Minis­ter aus den Mos­le­mi­schen Kreisen.
    Auch im Militär haben sich die Mehr­hei­ten geän­dert.
    Nicht zu ver­ges­sen haben die Liba­ne­sen einen Klotz am Bein.
    Das ist die ABAS aus Palis­tina die sich um Baal­beck breit gemacht haben.

    Mein Freund Joan Ziegle, lang­jäh­ri­ger Mit­ar­bei­ter der UNO und UNESCO hat schon vor Jahren die Indus­trie­staa­ten um mehr Geld ange­bet­telt. Man benö­tigt ca. 50 Euro im Monat, um eine Person in Afrika in Schul­bil­dung, Beruf, Essen und Trinken und ein Dach über den Kopf zu besor­gen. Inbe­grif­fen sind auch die Medi­zi­ni­schen Leis­tun­gen in den dor­ti­gen Länder. Was hat man aber getan, die Hilfe zur Selbst­hilfe würde zurück gefah­ren.
    Und jetzt wundert man sich, dass zum Größten Teil geschei­terte Exis­ten­zen, ohne Schul­bil­dung und Beruf, ange­spornt durch die Schlep­per und hier offenen Grenzen, auf in das Land wo Milch, Honig und Manna fließt, auf­ma­chen.
    Nach 3 Jahren kam von den Hosen­an­zug ein leises Dementi, dass es nicht so ist.
    Man braucht aber auch im Jahr 2018 nur das Zau­ber­wort zu spre­chen und man wird auf­ge­nom­men.
    Ob es der Bevöl­ke­rung passt oder nicht. Alles am Bun­des­tag und Bun­des­rat vorbei.
    Danach kam dann dieser Super­spruch, „jetzt sind sie einmal hier.”
    Seit 3 Jahren nur Flix­schus­te­rei.
    Oben steht etwas von Nächt­li­chen Brand­stif­ter und aus den Reihen der Feu­er­wehr.
    Das kann ich als ehe­ma­li­gen L-NA bestä­ti­gen. In meiner Beschäf­ti­gungs­zeit kamen 5 Brand­stif­ter aus deren Reihen.
    Dazu muss man wissen,
    der Feuerwehrmann/Frau liebt das Feuer. Gel­tungs­sucht, Beför­de­rung, Korps­geist, etc. spielt auch eine Rolle.
    Zum Glück hat es bei diesen Fuech­te­leien keine Per­so­nen­schä­den gegeben.

    Heute am Tag stehe ich unter anderen auf der Lohn­liste des IKRK.
    Auch in Syrien gibt es Orte, da meint man, man bummelt über die Kö, auf den Stachus, oder den Alex.
    Ein klit­ze­klei­ner Unter­schied gibt es aber doch, weniger Kopf­tuch­mä­dels.
    Auch in Saudi-Arabien gibt es Oasen, da gilt das Kopf­tuch­ver­bot.
    Und das lustige daran, das dortige Königs­haus und die Reli­gi­ons­po­li­zei weiss das.
    In Katar laufen die weib­li­chen Ver­kehrs- Poli­zis­tin­nen, die es tragen können, neu­er­dings in kurzen Hosen herum.

  2. Oh, ein ver­ant­wor­tungs­ge­üb­ter Ret­tungs­sa­ni­tä­ter erklärt Uns tie­fen­psy­cho­lo­gisch die Welt der Simu­lan­ten. Sorry, so einen „Helfer” hat niemand mit Ver­stand jemals um „Hilfe” gebeten. Dass der­ar­tige „Hilfe” immer Geld und Leben kostet, ist son­nen­klar. Schon mal irgend­je­man­den auf­ge­fal­len, dass die meisten nächt­li­chen Brand­stif­ter tags­über als Feu­er­wehr­leute beschäf­tigt sind?

  3. Das perfide am „selbst­süch­ti­gen Mitleid” der Gut­men­schen ist, dass es sie nichts kostet. Sie haben eine Wohnung einen Job, eine Alters­ver­sor­gung und ein Spar­buch. Sie müssen nicht mit den „Schutz­su­chen­den” um Res­sour­cen kämpfen. Diese ver­ant­wor­tungs­volle Aufgabe muß das zuneh­mende Pre­ka­riat der schon länger hier Leben­den lösen. Damit erhält die ‚Bestands­mi­gra­tion’ den Cha­rak­ter des: https://​quil​lette​.com/​2​0​1​8​/​0​6​/​2​9​/​t​h​e​-​w​a​r​-​o​n​-​n​o​r​m​a​l​-​p​e​o​p​le/. Ein neo­li­be­ra­ler ‚Klas­sen­kampf’ der „Guten” gegen die „Bösen”, der „Pseu­do­lin­ken” gegen die „Rechts­po­pu­lis­ten”, der Reichen gegen die Armen, der Moral gegen die Unmensch­lich­keit. Ver­lo­ge­nes Pack!

    • Danke, dass Du Trottel von Dir selbst aus Anfüh­rungs­zei­chen setzen muss­test und damit Deinen Mist vom „selbst­süch­ti­gen Mitleid” bereits -wenn auch unfrei­wil­lig- in Zweifel gezogen hast. Da hat sich wohl die Auto­kor­rek­tur vom PC direkt auf Dein Gehirn über­tra­gen?

      • Danke, dass ein linker Intel­li­genz­be­frei­ter sich hier so outet. Es bestä­tigt sich einmal mehr, dass Linke keine Argu­mente haben und dies mit derben Belei­di­gun­gen aus­zu­glei­chen ver­su­chen. Niveau ist für Linke nichts weiter als eine Creme.

      • Du Trottel” ist eine klas­si­sche Pro­jek­tion seiner eigenen Per­sön­lich­keits­struk­tur auf andere.

  4. Ach, ist das doch schön, dass man ein solchen hane­bü­chene Text schrei­ben darf,ohne Beach­tung von See­recht, Völ­ker­recht, Euro­pa­recht etc

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    • Und die ent­spre­chen­den Stellen im See-, Europa-, und Völ­ker­recht, die belegen, dass alles genau so statt­fin­den muss, wie es die Retter auf der Aqua­rius und anderen Schif­fen tun, werden Sie uns sicher noch nach­lie­fern. Sie werden es doch nicht bei einer hane­bü­che­nen Behaup­tung belas­sen, oder?

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  5. Ich bin der Meinung, dass Deutsch­land und im Prinzip jedes Land der Erde schleu­nigst raus aus der UN sollte, und sich der Krallen, die die Agenda 212030 usw. in die jewei­li­gen Rechts­sys­teme der Natio­nen geschla­gen hat, ent­le­di­gen. Wer wissen, möchte, wie die nach­hal­tige Welt dem­nächst aus­se­hen soll, der braucht nur mal nach Amerika zu schauen, vor allem nach Kali­for­nien.

  6. Es tut gut, zu wissen, dass es Leute gibt, die solche gewal­ti­gen und klugen Artikel schrei­ben können. Danke!
    Spende folgt dem­nächst, bin noch neu hier 🙂

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  7. Ein her­vor­ra­gen­der Artikel. Hin­zu­fü­gen möchte ich noch, dass Europa z.B. Lebens­mit­tel­über­schüsse, die in Europa „unver­käuf­lich” sind, nach Afrika expor­tiert (z.B. Hähn­chen­teile, die wir Euro­päer nicht essen mögen, weil wir ja nur „Brust” haben wollen…) Resul­tat: afri­ka­ni­sche Bauern sind gegen die Bil­lig­fleisch-Importe preis­lich nicht kon­kur­renz­fä­hig und ver­lie­ren ihr Aus­kom­men! Mit Tex­ti­lien und anderen Pro­duk­ten verhält es sich genauso. Europa heu­chelt also ganz gewal­tig! Wie soll sich in Afrika ein fairer Markt ent­wi­ckeln, wenn wir es mit unseren (nicht mehr) gewoll­ten Bil­lig­pro­duk­ten über­schüt­ten und damit lokale Märkte zer­stö­ren, die zuvor noch funk­tio­niert und die den Men­schen ein Aus­kom­men ermög­licht haben?! Es erscheint, dass man sich hier „ein reines Gewis­sen” erkau­fen möchte, weil man ja weiß, dass man mit den Bil­lig­ex­por­ten durch­aus eine Mit­schuld an der Misere trägt.

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  8. Die Geschichte mit den soge­nann­ten Frei­han­dels­ab­kom­men ist eigent­lich rasch erklärt: Wir leben welt­weit mit einem Sys­tem­feh­ler in unserem Geld­sys­tem. Dieses feh­ler­hafte Geld­sys­tem ist die Basis für der­zei­tige gleich­falls feh­ler­hafte Wirt­schafts­sys­teme. Alle sind primär auf die Erzie­lung von Kapital aus­ge­rich­tet. Durch den Zin­ses­zins­me­cha­nis­mus und einem destruk­ti­ven Geld­um­lauf kommt es ständig zu einer Über­ent­wick­lung von Geld­ver­mö­gen. Erzwun­gene mono­po­lis­ti­sche Herr­schafts­sys­teme sind die Folge.
    Die Schlep­per­ban­den sind nur ein Symptom dieses feh­ler­haf­ten Geld­sys­tems.

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    • Es ist nicht das Geld­sys­tem, das entseht sekun­där. Es sind die Eigen­tums­ver­hält­nisse die nach Profit streben.

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  9. Wenn sich jemand im War­te­zim­mer die Puls­adern auf­schnei­det hat dieser Mensch starke psy­chi­sche Pro­bleme. Jeder Arzt, der seinen Job ernst nimmt, würde hier helfen. Was sollte er auch anderes tun, den Pati­en­ten sterben lassen? Und was soll Europa mit den Ertrin­ken­den tun, sie ertrin­ken lassen zwecks Abschre­ckung? Der Artikel beant­wor­tet diese Frage nicht, sondern ver­weist nur darauf nicht noch Anreize zu pro­du­zie­ren nach Europa zu gelan­gen. Als ob die paar Ret­tungs­schiffe nun der große Ver­ur­sa­cher der Flücht­lings­be­we­gun­gen wären und wenn es diese nicht mehr gibt alles super wird. Solange Europa Afrika mit einem Frei­han­dels­ab­kom­men aus­beu­tet, mit einer Fisch­fang­flotte die Meere leer­fischt vor Afrika, die Roh­stoffe plün­dert, den Atom­müll vor Afrikas Küsten und in Afrika ver­senkt usw., wird der Zustrom nicht abrei­ßen! Es ist naiv zu glauben, dass eine Abschot­tung das Armuts­pro­blem löst! Viel­leicht erleben wir momen­tan den Beginn dessen was Marx vor­aus­ge­sagt hat. Nur das es nicht die west­li­chen Pro­le­ta­rier sind, sondern Flücht­linge, die eine Welt­re­vo­lu­tion aus­lö­sen! Wenn man die CSU und AfD so hört könnte man dies zumin­dest glauben!

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    • Es tut mir auf­rich­tig leid für Sie, dass Sie den Artikel nicht ver­stan­den haben. Dies zeigt mir die Art, wie Sie das Bild mit den auf­ge­schnit­te­nen Puls­adern inter­pre­tie­ren. Aber dabei kann ich Ihnen nicht helfen.

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      • Das stimmt natür­lich, Met­ha­pern lassen sich unter­schied­lich inter­pre­tie­ren und ver­ste­hen. Und auch als passend oder unpas­send ein­ord­nen. Aber hier „[…] Statt einen Frei­han­dels­ver­trag mit der EU, der nur der pro­duk­ti­ve­ren und durch Sub­ven­tio­nen bevor­teil­ten euro­päi­schen Seite nützt, sollten ins­be­son­dere die land­wirt­schaft­li­che Pro­duk­ti­vi­tät Afrikas durch Export­hil­fen ver­bes­sert werden.“ stimme ich Ihnen voll­stän­dig zu! Scheint nur immer etwas unter­zu­ge­hen, wie sich bei den Rück­mel­dun­gen hier in den Kom­men­ta­ren auch bereits sehen lässt!
        Auch das west­li­che Groß­kon­zerne mit den Dik­ta­tu­ren zusam­men die Boden­schätze Afrikas aus­beu­ten, Waf­fen­ex­porte for­cie­ren oder die Atom­müll­ma­fia vor Afrikas Küsten usw. den Atom­müll ver­senkt und euro­päi­sche Hoch­see­fi­scher die Meere vor Afrika leer­fi­schen, scheint immer etwas ver­nach­läs­sigt zu werden, wo doch dies nicht gerade unwe­sent­li­che weitere Bau­steine sind, die die Aus­beu­tung Afrikas u.a. auch heute noch ver­deut­li­chen! Solange sich das nicht ändert, wird es auch riesige Migra­ti­ons­be­we­gun­gen geben! Und das ist die eigent­li­che Heu­che­lei, dies nicht deut­lich erken­nen zu wollen und eine ange­mes­se­nere par­ti­zi­pa­ti­vere Umver­tei­lung zu ver­tre­ten! Das wird natür­lich nur gelin­gen, wenn auch etwas gegen Steu­er­flücht­linge (u.a. nach Luxem­burg) unter­nom­men wird!

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        • Waren Süd­afrika und Rho­de­sien nicht die pro­duk­tivs­ten Nah­rungs­her­stel­ler Afrikas? Ich meine, in der Ver­gan­gen­heit, bevor irgend­wel­che Spinner der Welt ein wei­te­res Bei­spiel dafür gelie­fert haben, weshalb Demo­kra­tie nicht funk­tio­niert.

          Es würde mich mal inter­es­sie­ren, was dort aus Sicht von jeman­dem, der Marx erwähnt, ohne anschlie­ßend aus­zu­spu­cken, falsch gelau­fen ist. Wirt­schaft­li­che Pro­duk­ti­vi­tät, Land­wirt­schaft und gesell­schaft­li­cher Fort­schritt waren schließ­lich mal da. Warum sind sie es nun nicht mehr?

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          • Als Marx sein Kapital geschrie­ben hat, gab es noch Kin­der­ar­beit in Europa. Marx war doch nur gut dafür einen gewis­sen Gegen­druck zu erzeu­gen, um die Eliten dazu zu bewegen gewisse soziale Zuge­ständ­nisse zu machen. Hat ja auch super funk­tio­niert. Und den Kom­mu­nis­mus bzw. Leni­nis­mus und den dar­auf­fol­gen­den Sta­li­nis­mus hätte es ohne die Unter­stüt­zung des mili­tä­risch indus­tri­el­len Kom­ple­xes im Deut­schen Kai­ser­reich nie gegeben. Wer hat denn Lenin zurück­ge­schickt und dessen Agi­ta­tion finan­ziert? Das deut­sche Kai­ser­reich nämlich!

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            • Das macht Marx auch nicht mehr zum Unschulds­lamm. Sein staub­tro­cke­nes, Mich­mäd­chen­rech­nungs­buch „das Kapital” ist nicht das einzige, was er so geschrie­ben hat. Er hab auch etliche anti­se­mi­ti­sche und zur Gewalt auf­wie­gelnde Briefe geschrie­ben.

              Und dass der Mann ein Herz für Kinder oder Arbei­ter gehabt hätte und nicht einfach nur psy­cho­pa­thisch war, muss man auch erst mal irgend­wie belegen. Arbei­ter in den Minen und Werken besucht hat er jeden­falls nicht.

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            • Jetzt ist es also dem Kaiser zure­chen­bar, was in der Soviet­union pas­sierte? Nicht schlecht. Ich hab neulich jeman­den zu einem Meeting gefah­ren, auf dem er viel Geld ver­dient hat. Ohne mich wäre er da nicht hin­ge­kom­men. Ist das jetzt mein Geld? Ich meine, wenns des Kaisers Ver­ant­wor­tung ist, was in der Soviet­union pas­sierte, ists meine Ver­ant­wor­tung, was auf dem Meeting pas­sierte, und damit meine Kohle. Wie komme ich jetzt an meine Kohle? Wäre Raub ein Plan?

              Oder ist das mit der Mora­li­schen Ver­ant­wor­tung, im Bezug auf alles was links ist, nicht eher so, dass Zure­chen­bar­keit über­haupt keine Rolle spielt, und man die Moral sowieso igno­riert, wenn sich damit nicht ent­we­der fehl­kon­stru­ierte Kopf­ge­bur­ten begrün­den lassen, oder man dem Klas­sen­feind Vor­würfe machen kann, mit denen sich ent­we­der das eigene Ver­sa­gen oder der eigene Hang zu Unter­drü­ckung begrün­den lässt?

              Womit wir wieder bei Süd­afrika und Rho­de­sien wären. Warum genau wurden die Rainbow Repu­blic und ihr Shi­t­hole-Neigh­bor, nach linker Aus­le­gung, von den pro­duk­tivs­ten Wirt­schaf­ten des schwar­zen Kon­ti­nents zu Rohr­kre­pie­rern? Da müsste doch alles super sein. Die weißen Rassisten/Kapitalisten haben dort heute nichts mehr zu melden, und wurden ent­eig­net. Edle, schwarze, Sozialisten/Kommunisten haben das Sagen. Aber dennoch halten die mit­ler­weile den Welt­re­kord bei den auf die Ein­woh­ner­zahl nor­ma­li­sier­ten Morden und Ver­ge­wal­ti­gun­gen, haben ver­meid­bare Was­ser­knapp­hei­ten, und schla­gen sich mit Pro­duk­ti­vi­täts­ein­bu­ßen bei deren Lebens­not­wen­dig­kei­ten herum.

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      • Viel­leicht ver­su­chen Sie ihre Meta­pher mit dem War­te­zim­mer noch­mals zu erklä­ren, ich habe das selbe Problem wie der Vor­red­ner und halte seinen Einwand für sehr gerecht­fer­tigt, gerade im Hin­blick auf die wei­ter­hin hohe Anzahl an im Mit­tel­meer Ertrin­ken­den.
        Ich würde mich freuen, wenn Sie auf diesen Einwand ein­ge­hen würden und Ihre Posi­tion noch­mals klarer zu machen: Was ist Ihre Alter­na­tive? Ertrin­ken lassen? Nach Lybien zurück­brin­gen?
        Dort besteht viel­leicht Gefahr für die Besat­zungs­mit­glie­der der Ret­tungs­schiffe.

        • Wir reden nicht von einem psy­chisch Kranken, der ver­sucht, sich das Leben zu nehmen. Das Bild handelt von jeman­dem – und zwar fiktiv – der auf diese Weise Auf­merk­sam­keit und Vorrang erzwingt, um sich anschlie­ßend den ein­ge­wach­se­nen Zehen­nagel behan­deln zu lassen. Die Anter­na­tive: Die Schnitt­wunde behan­deln, nicht den Zehen­nagel. In der Rea­li­tät hieße dies in der Tat: zurück nach Libyen oder Alge­rien. Gefahr für die Retter? Was für eine Logik! Was für ein Erpres­sungs­po­ten­zial! Man denke dies mal zu ende, alles könnte man von allen fordern, weil jeder erpress­bar wäre. Ent­we­der mit dem eigenen Tod, oder dem Elend anderer. Wir finan­zie­ren zwar die liby­sche Küs­ten­wa­che, lassen unsere Ret­tungs­schiffe aber von den­sel­ben Leuten „in Gefahr” bringen? Wie wäre es statt­des­sen mit fol­gen­der neuen „Geschäfts­idee” der Schlep­per: ver­sam­melt die Men­schen einfach am Strand und droht, jede Stunde einen umzu­brin­gen, wenn Aqua­rius und Co. ihre Trans­port­auf­träge nicht erfül­len. Nur für den Fall, dass denen mal die Schlauch­boote aus­ge­hen. Klingt zynisch, ist aber im Sinne des Rettens kon­se­quent zu ende gedach­tes Men­schen­händ­ler­werk.
          Merken Sie was? Sehen Sie, wohin das Spiel und führt? Wer Flucht­ur­sa­chen bekämp­fen will, und zwar nicht nur mit Worten, der muss den Schlep­pern das Hand­werk legen. Buch­stäb­lich! Das wird mit ver­han­deln und bitte bitte nicht zu haben sein. Aber wir wollen uns ja nicht die Hände blutig machen. Wir schrei­ben lieber mit dem Blut derer, die es nicht bis in die Boote schaf­fen, „Retter” auf unsere Gewis­sen. Schauen Sie sich die Men­schen an, die es an die Küsten Europas schaf­fen. Am Ver­hun­gern war keiner von denen.

        • Was geht es mich an, ob jemand im Mit­tel­meer ertrinkt? Was hab ich davon, wenn ers nicht tut? Ich meine, abge­se­hen davon, dass mein Geld in deren Rich­tung umver­teilt wird, wenn sies nicht tun, und die Wahr­schein­lich­keit meiner Ange­hö­ri­gen ver­ge­wal­tigt oder sonst­wie trau­ma­ti­siert zu werden steigt, wenn sie den Weg nach Europa schaf­fen. Und was hab ich davon, wenn die Besat­zung eines Ret­tungs­schiffs nicht als Geiseln irgend­wel­cher Jiha­dis­ten in Libyen enden, die ihnen wahl­weise den Kopf abschnei­den, das Gehirn mit einem auf­ge­setz­ten Kopf­schuss von einem Fünf­jäh­ri­gen weg­pus­ten lassen, oder die sie in einen Käfig sperren, mit Benzin über­gie­ßen, und dieses anzün­den, oder die aus ihnen Sex­skla­ven machen? Warum sollte es mich inter­es­sie­ren, ob jemand, der sich frei­wil­lig in Gefahr begibt, darin umkommt, beson­ders dann, wenn es nega­tive Aus­wir­kun­gen auf mich hat, falls ers nicht tut?

          Warum sollte mir das Schick­sal dieser Men­schen nicht voll­kom­men gleich­gül­tig sein, wenn man einmal davon absieht, dass ich sie aus den oben genann­ten Gründen nicht in meiner Nähe haben will? Macht es mich zu einem schlech­ten Men­schen, dass ich mich und meine Ange­hö­ri­gen höher schätze, als die Men­schen in Afrika? Warum?

          Die hatten ihre Chance. Deren Kon­ti­nent hat mehr Platz pro Ein­woh­ner, und mehr natür­li­che Res­sour­cen, als der Kon­ti­nent, auf dem ich lebe. Die einzige natür­li­che Res­source, die es auf dem Kon­ti­nent, auf dem ich lebe, noch gibt, ist die glibb­rige Masse zwi­schen den Ohren seiner Ein­woh­ner. Diese kann leicht kaputt gehen. Warum sollte man dies ris­kie­ren, nur um Men­schen zu helfen, denen nicht zu helfen ist, weil die glibb­rige Masse zwi­schen deren Köpfen kaputt ist, und das Ergeb­nis pro­du­ziert hat, vor dem sie fliehen, und die das selbe Ergeb­nis auch hier pro­du­zie­ren wird, sobald dies möglich ist?

          Die sind ver­ant­wort­lich für das, wovor sie fliehen. Die werden das, wovor sie fliehen, auch hier schaf­fen. Das Wissen, wie man Gesell­schaf­ten schafft, die nicht so aus­se­hen, wie das, was man in Afrika vor­fin­det, ist Open Source. Jeder kann das umset­zen. Es gibt weder Lizenz­ge­büh­ren noch Urhe­ber­rechte, die zu beach­ten sind, und wirk­lich JEDER in der zivi­li­sier­ten Welt will die auch dabei unter­stüt­zen, es umzu­set­zen. Dieses Wissen bekommt man nach­ge­schmis­sen. Wieso sollte der­je­nige, der dieses Wissen igno­riert hat, nicht selbst für die Kon­se­quen­zen haften? Warum sollte man ihn davon abhal­ten, als abschre­cken­des Bei­spiel zu dienen, an dem man demons­trie­ren kann, was besag­tes Wissen wert ist? Welchen Ein­fluss hat es über­haupt, wenn man Men­schen davor bewahrt, zu abschre­cken­den Bei­spie­len zu werden? Warum sollte jemand über­haupt noch ver­ant­wort­lich handeln, wenn er vor den Kon­se­quen­zen ver­ant­wor­tungs­lo­sen Han­delns geschützt wird? Und woran soll jemand erken­nen, was ver­ant­wor­tungs­be­wuss­tes Handeln ist, wenn es keine abschre­cken­den Bei­spiele für die Kon­se­quen­zen ver­ant­wor­tungs­lo­sen Han­delns gibt?

          Erklär mir das.

    • Ich glaube, es würde reichen, den Sozi­al­staat endlich abzu­schaf­fen, um die Migra­ti­ons­pro­ble­ma­tik zu lösen. Dann kann man auch offene Grenzen haben. Viel­leicht würde noch eine Erwei­te­rung der Notwehr-Mög­lich­kei­ten gegen­über Plün­de­rern not­wen­dig werden, die sich auf den Sozi­al­staat ein­ge­stellt haben, und ohne nicht können, aber viel mehr wäre nicht nötig, und das Leben wäre wieder inter­es­sant.

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      • Um den Sozi­al­staat abzu­schaf­fen, erhal­ten Sie keine Mehr­heit im Bun­des­tag und auch das Sozi­al­staats­prin­zip in unserem GG ver­hin­dert dies. Daher kein Ansatz, der sich umset­zen lässt! Es wird wohl kein Weg daran vor­bei­füh­ren eine gewisse Umver­tei­lung vor­zu­neh­men und die Bevöl­ke­rung in Afrika stärker an seinen Boden­schät­zen und Res­sour­cen par­ti­zi­pie­ren zu lassen. Dafür müssen natür­lich Regu­lie­run­gen, ins­be­son­dere auch den mul­ti­na­tio­na­len Kon­zer­nen, auf­er­legt werden. Ansätze gibt es bereits, bspw. dass sich alle Unter­neh­men im Ausland ver­pflich­ten men­schen­rechts­kon­forme Geschäfts­prak­ti­ken vor­zu­neh­men. Deutsch­land hat diese UN Vor­ga­ben übri­gens bisher nicht unter­stützt und unter­schrie­ben. So werden sich immer mehr Men­schen dorthin auf machen, wo wenigs­tens diese Min­dest­stan­dards u.a. auch gewähr­leis­tet werden.

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        • Immer diese Overton-Window-Scheu­klap­pen…

          Wir befin­den uns auf dem Weg in eine Welt mit vielen und sehr hohen Lei­chen­ber­gen.

          Sollte der Westen finan­zi­ell zusam­men­bre­chen – was auf­grund des krebs­ar­ti­gen Wachs­tums west­li­cher Staaten nur eine Frage der Zeit zu sein scheint – gibts in der dritten Welt Lei­chen­ge­birge, die aus den Kindern der­je­ni­gen bestehen, die die Res­sour­cen der Ent­wick­lungs­hilfe in die Pro­duk­tion von Babies inves­tiert haben. Sobald die Ent­wick­lungs­hilfe weg­bricht, rotten die zuerst das afri­ka­ni­sche Wild­le­ben aus, und ver­hun­gern danach, weil sie sich nicht selbst ver­sor­gen können, da die Ent­wick­lungs­hilfe ihnen mehrere Bevöl­ke­rungs­ver­dop­pe­lun­gen ohne ent­spre­chen­den Zuwachs der Pro­duk­ti­ons­leis­tung ermög­licht hat.

          Und sollte der west­li­chen Bevöl­ke­rung klar werden, dass sie sich auf dem Weg befin­det, eine Min­der­heit in einem Dritte-Welt-Land zu werden, was rech­ne­risch bevor­steht, wenn der Sozi­al­staat wei­ter­hin seine Rolle als Dritte-Welt-Magnet ausübt, wird es einen Punkt geben, ab dem ein Genozid eine ver­nünf­tige Idee ist, weil eine Ver­trei­bung nicht mehr möglich ist, Apart­heid auch keine lang­fris­tige Lösung ist, und man nicht möchte, dass die eigenen Kinder in der dritten Welt auf­wach­sen. Es sind Lügen, die einen anderen Schluss nahe­le­gen. Solche Dinge werden rea­li­siert werden, wenn die Pro­bleme wachsen. Und die Pro­bleme werden wachsen. Unsere Sicher­heits­po­li­ti­ker ver­wan­deln das Land bereits jetzt schon in ein Open-Air-KZ, weil sie nicht mehr der Lage Herr werden, obwohl wir erst ganz am Anfang der Ent­wick­lung stehen.

          Solches sind Übel, denen durch „sozia­les Denken”, sowie durch staat­li­ches Handeln der Weg berei­tet wird. Man sollte eigent­lich von jedem anstän­di­gen Men­schen der Gegen­wart die Bereit­schaft erwar­ten, diese hei­li­gen Kühe zu schlach­ten. Man erwar­tete auch von den­je­ni­gen, die 1933–45 lebten, dass sie sich gegen die dama­li­gen Übel rich­te­ten, wenn sie als anstän­dige Men­schen gelten wollten. So ists auch heute. Unsere Übel heißen Sozi­al­staat und Demo­kra­tie. Man erkennt an den bereits abseh­ba­ren Folgen, dass es Übel sind. Abge­se­hen davon sind diese Dinge auch unmo­ra­lisch. Niemand hat das Recht, über den Besitz und die per­sön­li­che Frei­heit Anderer zu bestim­men, egal ob auf demo­kra­ti­schem Weg, oder sonst­wie.

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          • Unsere Übel heißen Sozi­al­staat und Demo­kra­tie.” Oh je, da brau­chen wir dann nicht weiter zu dis­ku­tie­ren. Ich halte Men­schen­rechte, GG, Demo­kra­tie und Sozi­al­staat für die größten Errun­gen­schaf­ten der Mensch­heits­ge­schichte, da sie ein fried­li­ches Zusam­men­le­ben zwi­schen den Ländern ermög­li­chen, die diese Errun­gen­schaf­ten auch erreicht haben. Mit Feinden des Grund­ge­set­zes zu dis­ku­tie­ren ist nicht mein Ding, das über­lasse ich dem Ver­fas­sungs­schutz! Viel Spaß mit denen! LOL

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            • Oho, da hat aber einer hohe Ideale. Die höchs­ten Ideale der Mensch­heits­ge­schichte. Diese stehen so hoch, dass man sie nicht zu dis­ku­tie­ren braucht, und Schwie­rig­kei­ten mit der Geheim­po­li­zei bekommt, wenn man sie kri­ti­siert.

              Die Grund­übel waren zu allen Zeiten die höchs­ten Ideale. Die­je­ni­gen, die tat­säch­lich daran glaub­ten, sind die­je­ni­gen, auf deren Gräber man heute spuckt, weil man sich für sie schämt. Es würde mich wundern, wenns diesmal eine anders kommen sollte. Ich sage ja, anstän­dige Deut­sche hatten 1933–45 ein Problem mit dem, was pas­siert. Unan­stän­dige nicht. Erstere konnten selbst denken, Letz­tere glaub­ten den Scheiß. Darin liegt der Unter­schied. So auch heute.

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        • »die Bevöl­ke­rung in Afrika stärker an seinen Boden­schät­zen und Res­sour­cen par­ti­zi­pie­ren zu lassen.«

          Was für ein gene­rö­ses Ansin­nen…
          ‚zu lassen’… Klingt in meinen Ohren ein kleines biss­chen, als hätte der Westen eine Art Anspruch auf Res­sour­cen des afri­ka­ni­schen Kon­ti­nents.

          Aber egal…
          Wei­ter­ma­chen.

  10. Genau richtig beschrie­ben. Nicht zu ver­ges­sen: Jeder, der in Europa ankommt und mit seiner Familie tele­fo­niert, bringt dort, im afri­ka­ni­schen Dorf, eine andere Familie dazu, das gleiche zu tun. „Bei den Nach­barn hat’s ja auch geklappt, deren Bub ist jetzt im reichen Europa.” Dann ver­kauft der Opa seine Ziege, die Tante ihr Huhn, die Eltern ein Grund­stück, das Geld bekommt ein Schlep­per, und der nächste macht sich auf den Weg nach Libyen. Umge­kehrt: Wenn unsere „Retter” ihre Fracht in Nord­afrika ablie­fern müssten, weil kein euro­päi­sches Land sie mehr anlan­den lässt – dann gehen in den afri­ka­ni­schen Dörfern andere Gesprä­che um. Wie Letsch richtig schreibt: Die Ret­tungs­schiffe nur noch in Afrika anlan­den lassen, und der Flücht­lings­strom endet. Das hat in Aus­tra­lien auch geklappt… Leider, leider ist der Real­wert nicht das gleich wie der Wün­schens­wert. Und wir sollte endlich den Real­wert aner­ken­nen.

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  11. Sehr gute Zusam­men­fas­sung Herr Letsch. Ich emp­feh­ler zur Situa­tion in Afrika, neben den her­vor­ra­gen­den Artikel von Herrn Seitz bei achgut, noch das Buch von Alex Perry, In Afrika: Reise in die Zukunft. Würden wir nur einige der von ihnen genann­ten Punkte beher­zi­gen, wir hätten ver­mut­lich ein großes Problem weniger, min­des­tens aber ein sehr viel klei­ne­res Problem. Die Afri­ka­ner müssen sich vor allem selbst helfen. Nur sie wissen was für sie gut ist. Men­schen­ex­port sicher nicht, damit natür­lich ein­her­ge­hend mit Brain Drain, denn es gehen ja nicht die ganz Armen, sondern die Starken und die es sich leisten können.

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    • Mein überaus geschätz­ter Achgut-Kollege Seitz ist eine meiner besten Quellen, wenn es um Afrika geht. Der weiß, wovon er redet.

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  12. Ich frage mich, weshalb die Schlep­per­ban­den immer so ver­harm­lo­send dar­ge­stellt werden. Das sind die­je­ni­gen, die die Skla­ven­märkte in Libyen auf­ge­macht haben, um eine Ver­wen­dung für Leute zu haben, die gerne „flüch­ten” wollen, aber die Dienste dieser Banden nicht bezah­len können. Mal abge­se­hen davon, dass die hoch­kri­mi­nell sind, ist durch lang­fris­tige Aus­lands­über­wei­sun­gen aus den Auf­nah­me­län­dern auch genug Geld im System, um die Sache mit kom­pe­ten­ten Kri­mi­nel­len durch­zu­zie­hen, und nicht mit dummen Stüm­pern. Man muss auch beden­ken, dass die afri­ka­ni­schen Länder durch­wegs korrupt sind, und man dort mit Bestechung weit kommen kann, weshalb Ange­hö­rige der Regie­run­gen min­des­tens mit im Boot sitzen werden. Ich würde auch anneh­men, dass die Migran­ten­ströme längst von den­je­ni­gen, die dem Westen gegen­über feind­lich gestimmt sind, als Waffe gebraucht werden, die wirkt, indem sie den Westen finan­zi­ell aus­blu­tet, und dessen Gesell­schafts­struk­tur schä­digt, mal ganz abge­se­hen davon, dass sich auf diese Weise pro­blem­los eigene Agenten ein­schleu­sen lassen. Der Iran und die Hes­bol­lah arbei­ten auch mit den mexi­ka­ni­schen Dro­gen­kar­tel­len und den Kom­mu­nis­ten in Vene­zuela zusam­men. Anzu­neh­men, dass der­ar­tige Akteure ihre Finger nicht in den nach Europa gelenk­ten Flücht­lings­strö­men haben, ist schon ziem­lich naiv. Die Schlep­per­ban­den sind nicht einfach nur ein Paar harm­lose Rei­se­bü­ros, die einen Neben­ver­dienst haben, sondern feind­li­che Kri­mi­nelle, deren Geschäfts­mo­dell bei jedem normal den­ken­den Men­schen als Kriegs­hand­lung gelten sollte.

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  13. Groß­ar­tig, wenn man das in diesem trau­ri­gen Kontext sagen darf. Selten solch eine kris­tall­klare Zusam­men­fas­sung der Rea­li­tät gelesen.

  14. Sehr guter Artikel! Die Pro­bleme klar ana­ly­siert umd auf den Punkt gebracht. Meine Hoch­ach­tung,

  15. Einer der besten Artikel ever…
    Für so etwas braucht unse­rer­eins min­des­tens einen Tag…

    • Merkels Plan zur liba­no­ni­sie­rung Deutsch­land” – guter Titel für einen Artikel. Aber ich warte mal lieber noch bis Juli. Viel lieber würde ich nämlich einen Nachruf ver­fas­sen.

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    • Der Libanon ist vor­al­lem ein Bei­spiel dafür, dass Europa der mass­lo­seste aller Welt­meis­ter im Heu­cheln ist. Während bei euro­päi­schen Psy­cho­pa­then aus ein paar Pro­mille mal eben 100% werden („Wir können doch nicht alle Flücht­linge auf­neh­men.”), habe ich von keinem ein­zi­gen Liba­ne­sen oder Jor­da­nier bislang ein derart aso­zia­les Gejam­mer gehört. Dort geht es bei der Auf­nahme nicht um Pro­mille, sondern um bis zu 30% der Eigen­be­völ­ke­rung. Aber macht ruhig so weiter, dann werden hun­dert­fach mehr Flücht­linge als jetzt kommen, und Eure „Edel­gene ver­seu­chen”. Ein funk­ti­ons­fä­hi­ges Asyl­recht wäre lang­fris­tig mit die effek­tivste Form der Flucht­ur­sa­chen­be­kämp­fung gewesen, doch es exis­tiert jetzt schon nicht mehr. Doch Ihr Trottel werdet es auch dann noch nicht begrei­fen, wenn Trump,&Co nach Zer­set­zung des Iraks und Syrien bald auch noch in den Iran ein­mar­schie­ren und dabei eine weit grös­sere Flücht­lings­welle aus­lö­sen werden. Wer nur nach unten treten kann und Trump&Co in den Arsch krie­chen muss, zählt zu den Haupt­ver­ur­sa­chern von Ver­trei­bung und Flucht. Aber erklär mal einem Ossie, der Hartz4-gespon­sert 24-Stunden-Mer­kel­ba­shing betreibt, warum er heute nicht mehr hinterm eiser­nen Vorhang leben muss und welche Rolle dabei die Garan­tie auf volle Bür­ger­rechte für Mau­er­flücht­linge spielte. Da hat kein ein­zi­ger Aso­zia­ler im Westen gekräht, dass da vie­leicht lauter Sta­siagen­ten in die BRD ein­ge­schleust werden könnten.

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