In ihrer Aus­bil­dung ler­nen Sani­tä­ter ein­zu­schät­zen, wel­chen Ver­letz­ten sie in wel­cher Rei­hen­fol­ge hel­fen sol­len, falls sie an einem Unfall­ort mit meh­re­ren Opfern ein­tref­fen. Wich­ti­ge Regel dabei: schau zuerst nach jenen, die reg­los sind, nicht jam­mern, nicht stöh­nen und nicht um Hil­fe bit­ten, denn denen geht es am dre­ckigs­ten. Es gäbe die­se Regel nicht, wenn sie selbst­ver­ständ­lich wäre. Es ist näm­lich gar nicht so leicht, eine direk­te Bit­te oder einen Hil­fe­ruf zu igno­rie­ren, um sich zunächst um die wirk­lich schwer Ver­letz­ten zu küm­mern. Außer­dem winkt dem Beloh­nungs­sys­tem im Kopf des Hel­fers ein durch­aus ehr­lich gemein­tes „Dan­ke“, was für Erst­hel­fer (aber nicht nur die) ein inne­rer Antrieb sein kann. Der Mensch ist näm­lich im Gro­ßen und Gan­zen ein soli­da­ri­sches Wesen, das gern und selbst­los hilft, nur muss er sich für die Prio­ri­tä­ten die­ser Hil­fe Regeln geben, die er sonst viel­leicht unwis­sent­lich ver­letz­ten wür­de, weil er die Über­sicht über die Lage und die Ursa­chen einer Kata­stro­phe aus dem Blick ver­liert. Der Über­blick auf Ursa­chen und Sym­pto­me für die welt­wei­ten Bewe­gun­gen der Migra­ti­on hat Euro­pa zur Zeit gänz­lich aus dem Blick ver­lo­ren und die selbst­lo­sen Hel­fer stür­zen sich auf jene Opfer, die am lau­tes­ten schreien.

„Big Raushole“ aus Afrika – Migration als Aufgabe ohne Verantwortlichkeiten

Seit Jah­ren tobt auf dem Mit­tel­meer ein Krieg. Nicht zwi­schen Län­dern, son­dern zwi­schen Rea­li­tät, Selbst­er­mäch­ti­gung und Uti­li­ta­ris­mus. Schif­fe wie die „Aqua­ri­us“ fah­ren dicht an die Nord­afri­ka­ni­sche Küs­te um dort die­je­ni­gen zu „ret­ten“, die sich auf den See­len­ver­käu­fern der Men­schen­händ­ler auf hohe See bege­ben und dort – wer wür­de dies bezwei­feln – in See­not gera­ten. Das ist ja Sinn des Spiels und die Garan­tie der Ret­tung nach den vie­len Ertrun­ke­nen der letz­ten Jah­re und somit die ein­zi­ge Mög­lich­keit für die Schlep­per, ihre „Kun­den“ auf die Schlauch­boo­te zu bekom­men. Nie­mand, nicht ein ein­zi­ger der Betro­ge­nen geht davon aus, es mit 600 Men­schen, ohne Navi­ga­ti­on und nur ein paar Litern Ben­zin auf einem sol­chen Stück Gum­mi nach Lam­pe­du­sa oder Mal­ta zu schaf­fen. Die „Aqua­ri­us“ und ihre Schwes­ter­schif­fe sind kal­ku­lier­ter Bestand­teil die­ses per­ver­sen Spiels und die­se wis­sen, dass das, was sie da tun, nicht See­not­ret­tung, son­dern Not­ret­tung ist. Denn See­not­ret­tung wür­de bedeu­ten, die geret­te­ten nach inter­na­tio­na­lem See­recht in den nächst­ge­le­ge­nen siche­ren Hafen (Sicher­heit vor dem Ertrin­ken, nicht die Sicher­heit, ein bes­se­res Leben oder Ver­sor­gung zu fin­den) zu beför­dern. Ein Taxi­dienst ist im See­recht nicht vorgesehen.

Der Not­ret­tung wird durch die Schlep­per somit eine Nöti­gung bei­gefügt, indem man die Leu­te wis­sent­lich ins Meer treibt und ihren Tod in Kauf nimmt. Das ist etwa so, als wür­den sie sich, lie­be Leser, im War­te­zim­mer ihres Arz­tes die Puls­adern auf­schlit­zen, um die vol­le und prio­ri­tä­re Auf­merk­sam­keit des Dok­tors zu erlan­gen. Ob sie die­se ver­dient haben oder jemand ande­res, der weder die Kraft dazu noch das nöti­ge Werk­zeug besitzt, sich der­art in Sze­ne zu setz­ten, die Hil­fe aber viel drin­gen­der benö­tigt, wäre ihnen egal. Sie schrei­en laut, das Blut spru­delt und wenn eine Kame­ra vor Ort ist, haben sie die vol­le media­le Auf­merk­sam­keit. Der Arzt, egal wie empört er auch wäre, wür­de jeden Vor­wurf der Son­der­be­hand­lung mit dem Aus­ruf „hät­te ich ihn ver­blu­ten las­sen sol­len?” zurück­wei­sen. Leid­tra­gen­de sind die Pati­en­ten im War­te­zim­mer, die sich still verhalten.

Zurück zur „Aqua­ri­us“, die nach einer wirk­lich dra­ma­ti­schen Ret­tungs­ak­ti­on ihre Fracht nicht wie gewöhn­lich in Ita­li­en abla­den konn­te. Dies funk­tio­nier­te über Jah­re hin­weg auto­ma­tisch und sorg­te dafür, dass die Crews der ver­schie­de­nen „Ret­tungs­fäh­ren“ das Ergeb­nis ihrer Kol­la­bo­ra­ti­on mit den Men­schen­händ­lern ein­fach irgend­wo ande­ren Leu­ten vor die Füße kip­pen konn­ten. Das gute Gefühl, gehol­fen zu haben, bleibt. Doch Ita­li­en spiel­te nicht mehr mit und die Ret­ter hat­ten plötz­lich ein Pro­blem, an das sie nie gedacht hat­ten: Ihnen gin­gen die Vor­rä­te aus. Eigent­lich logisch für einen Fähr­dienst im Lini­en­be­trieb, wenn sein Ziel­ha­fen plötz­lich Qua­ran­tä­ne ver­hängt. Spa­ni­en sprang ein. Dort hat­te erst vor kur­zer Zeit die Regie­rung gewech­selt und die neu am Ruder ste­hen­den Sozia­lis­ten sahen die Gele­gen­heit, ihr Image auf­zu­po­lie­ren. Also fuhr die „Aqua­ri­us“ nach Ali­can­te und lösch­te dort ihre Fracht, wäh­rend dut­zen­de Kame­ras begeis­tert den Land­fall hun­der­ter Kriegs­flücht­lin­ge ablich­te­ten. Kriegs­flücht­lin­ge? Schau­en wir doch mal in die Pas­sa­gier­lis­te:

Alge­ri­en: 43, Afgha­ni­stan: 1, Ban­gla­desch: 3, Kame­run: 6, Komo­ren: 2, Kon­go: 1, Elfen­bein­küs­te: 11, Eri­trea: 60, Äthio­pi­en: 5, Gam­bia: 11, Gha­na: 3, Gui­nea Bissau: 4, Gui­nea: 22. Libe­ria: 1, Mali: 11, Marok­ko: 11, Niger: 1, Nige­ria: 148, Paki­stan: 11, Sene­gal: 13, Sier­ra Leo­ne: 20, Soma­lia: 5, Sudan: 152, Süd Sudan: 49, Togo: 9

Ver­gli­chen mit einem Loft im Prenz­lau­er Berg oder dem Feri­en­haus eines lin­ken Poli­ti­kers in der Tos­ca­na sind dies natür­lich alles Orte des Jam­mers. Und doch gibt es Abstu­fun­gen. Gui­nea, Marok­ko, Togo, Gam­bia, Gha­na, Komo­ren, Algerien…wie kann es sein, dass von dort, wo kein Krieg herrscht, Men­schen aus­ge­rech­net nach Liby­en flie­hen. In ein Land also, in dem es im Gegen­satz zu ihren Hei­mat­län­dern tat­säch­lich Krieg gibt. Flieht man also jetzt schon vor Elend und Per­spek­tiv­lo­sig­keit in Kriegs­ge­bie­te? Es sind die Anrei­ze und Ver­spre­chen der Schlep­per und die Tat­sa­che, dass ein wesent­li­cher Teil die­ser per­ver­sen Rei­se­pla­nung eben jene „Ret­tungs­schif­fe“ sind, die vor der afri­ka­ni­schen Küs­te patrouil­lie­ren. Doch zurück zur „Aqua­ri­us“ und der media­len Schluss­blen­de mit „Hap­py End“. Denn die Geschich­te ende­te in unse­ren Medi­en beim Zeit­punkt der Anlan­dung. Die schö­nen Bil­der waren im Kas­ten und die Ret­ter und deren Unter­stüt­zer sicher, Gutes geleis­tet zu haben. Die Stadt Ali­can­te hat­te nun das Pro­blem, 600 Neu­an­kömm­lin­ge irgend­wo unterzubringen.

Studenten raus, Migranten rein

Man ent­schied sich für ein Wohn­heim der Uni in Ali­can­te, des­sen Bewoh­ner man kur­zer­hand vor die Tür setz­te (sie­he hier und hier). 24 Stun­den gab man ihnen Zeit, ihre Zim­mer zu ver­las­sen, für die sie im Übri­gen bis zu 750 Euro Mie­te zah­len. Ab dem 1.7. wäre das Gebäu­de zwar leer gewe­sen, weil die Uni es im Som­mer als Jugend­her­ber­ge nutzt, aber zum Zeit­punkt der Räu­mung waren es noch gut zwei Wochen bis zum Semes­ter­schluss. Ein Trep­pen­witz der Extra­klas­se ist es, wenn einer der geräum­ten Stu­den­ten berich­tet, dass er sich in einem Deutsch­kurs auf einen Job in Deutsch­land vor­be­rei­ten woll­te, da er in Spa­ni­en kei­ne Arbeit fän­de. Und so haben die­ser Stu­dent und die Neu­an­kömm­lin­ge von der „Aqua­ri­us“ letzt­lich das­sel­be Ziel, näm­lich Deutsch­land. Doch wäh­rend der eine Qua­li­fi­ka­tio­nen erwer­ben will, die er auf unse­rem Arbeits­markt benö­tigt, wer­den die ande­ren nichts der­glei­chen mit­brin­gen, son­dern sich von der nächs­ten Ret­tungs­mann­schaft in der Ret­tungs­ket­te vor die Füße der über­nächs­ten Ret­ter legen las­sen und die Was­ser­trä­ger in die­ser Ket­te wer­den mit dem guten Gefühl, gehol­fen zu haben, nach Hau­se gehen.

Nie­mand der Ret­ter stellt sich die Fra­ge, wel­che Pro­ble­me er eigent­lich wo löst oder ob er durch sein Han­deln womög­lich mehr davon schafft. Der Modus Ope­ran­di wird nie in Fra­ge gestellt und wenn doch mal jemand Zwei­fel anmel­det, wird er mit dem Argu­ment „Willst du die­se Men­schen ersau­fen las­sen“ zum Schwei­gen gebracht. Die­ser Vor­wurf der Unmensch­lich­keit erstickt jedes Argu­ment, auch jenes, dass es die Schlep­per sind, die den Geret­te­ten durch die „Über­fahrt“ in untaug­li­chen Boo­ten gewis­ser­ma­ßen vor den Augen der Welt­öf­fent­lich­keit die Puls­adern auf­ge­schlitzt haben. Ich glau­be, wenn jedes der Ret­tungs­schif­fe ein­mal mit sei­ner Fracht Tunis oder Algier anlie­fe, hör­ten die Schlauch­boot­ren­nen schlag­ar­tig auf. Wäre das nicht eigent­lich das höchs­te Ziel der „See­not­ret­ter“? Wenn nie­mand mehr ersöf­fe? Oder ver­miss­te man das erhe­ben­de Gefühl, ganz toll gehol­fen zu haben, ohne sich dar­um zu sche­ren, was spä­ter aus den Men­schen wird und ob der Ver­frach­tung nach Euro­pa unwei­ger­lich eine gan­ze Ket­te von klei­ne­ren und grö­ße­ren Unge­rech­tig­kei­ten und Rechts­brü­chen fol­gen wird, für die dann ande­re ver­ant­wort­lich sein sol­len? Die Vor­wür­fe an die Schiffs­be­trei­ber, mit den Schlep­pern zusam­men­zu­ar­bei­ten, sind ja nicht neu. Ich gehe aber noch einen Schritt wei­ter und behaup­te, dass sie durch die Art ihres Ein­sat­zes im Grun­des selbst zu Schlep­pern wer­den. Nur dass als Bezah­lung für die­sen Dienst nicht schnö­des Geld fließt, son­dern schö­ne Bil­der und ein gutes Gefühl win­ken.

Nie­man­dem ist vor­zu­wer­fen, für sich und sei­ne Fami­lie ein bes­se­res Leben zu suchen. Das ist in allen Zei­ten so gewe­sen und wenn der Ent­schluss nicht auf fal­schen Ver­spre­chen vom Para­dies oder Zwang beruht, ent­spricht er genau genom­men dem, was die euro­päi­sche Auf­klä­rung zum höchs­ten Ziel erklärt hat: der wil­lent­li­chen und indi­vi­du­el­len Ent­schei­dung, sein Leben selbst in die Hand zu neh­men und Ver­ant­wor­tung für sei­ne Zukunft zu über­neh­men. Gerät man aber in die Fän­ge der euro­päi­schen Men­schen­händ­ler, wird man zum Objekt der Für­sor­ge und eines selbst­süch­ti­gen Mit­leids, aus dem es kein Ent­rin­nen mehr gibt. Die Tat­sa­che näm­lich, dass die aller­meis­ten der auf die­sen per­ver­sen Treck geschubs­ten Men­schen in Euro­pa nie wirk­lich reüs­sie­ren wer­den, ist den Hel­fern nicht nur egal, son­dern ist die unter­be­wuss­te Basis für deren Enga­ge­ment. Wer in der Ret­tungs­ket­te am Anfang steht und auf den Schif­fen das Mit­tel­meer durch­kämmt, bekommt von der Ver­zweif­lung der Hel­fer am Ziel­ort und der Resi­gna­ti­on der meis­ten Migran­ten natür­lich nichts mit. Immer neue Schiffs­la­dun­gen kippt man den rück­wär­ti­gen Hel­fern vor die Füße. Erst dort ent­steht das Bewusst­sein der Ver­geb­lich­keit, weil man fest­stellt, dass für vie­le der hier gestran­de­ten kei­ne trag­fä­hi­gen Per­spek­ti­ven in Euro­pa zu fin­den sind. Man wird es den Men­schen des­halb frü­her oder spä­ter über­las­sen, sich hier bei uns eben jene Struk­tu­ren zu schaf­fen, die sie aus ihren Hei­mat­län­dern ken­nen, nur, um „Ruhe“ zu haben. Zwei­fel­los wird man uns dies spä­ter als gro­ßen Erfolg verkaufen.

Utilitarismus der Ratlosigkeit

Mir scheint, dass der „Wes­ten“, also Euro­pa und Nord­ame­ri­ka, Afri­ka in Gän­ze längst ver­lo­ren gege­ben haben. Der Pha­se des Kolo­nia­lis­mus folg­te eine bis heu­te anhal­ten­de Pha­se aus Kor­rup­ti­on, Dik­ta­tur und Tri­ba­li­sie­rung, der wir wei­test­ge­hend ohn­mäch­tig zuge­schaut haben. Die Ent­wick­lungs­hil­fe dien­te im Gro­ßen und Gan­zen als Schmier­geld, denn wirk­li­che Ent­wick­lun­gen hat es – mit eini­gen wirk­lich löb­li­chen Aus­nah­men – nicht geschaf­fen. Noch vor zwan­zig Jah­ren wur­de die dro­hen­de Bevöl­ke­rungs­ex­plo­si­on in Afri­ka als das größ­te Pro­blem für die Ent­wick­lung des Kon­ti­nents gese­hen, heu­te spricht nie­mand mehr dar­über. Der fata­lis­ti­schen Fest­stel­lung, in wel­chem Maße sich die Bevöl­ke­rung gera­de in den Staa­ten Zen­tral- und West­afri­kas ent­wi­ckeln wer­de, der die dor­ti­gen Volks­wirt­schaf­ten unmög­lich stand­hal­ten kön­nen, folg­ten kei­ne Pro­gram­me für Bil­dung und Auf­klä­rung, son­dern sehr merk­wür­di­ge UN-Plä­ne zu „Resett­le­ment and Relo­ca­ti­on“ (Glo­bal Com­pact on Refu­gees), denen ein inhu­ma­ner Uti­li­ta­ris­mus gera­de­zu aus jeder Zei­le tropft.

Man will den „Bevöl­ke­rungs­über­schuss“, den soge­nann­ten Youth-Bul­ge der afri­ka­ni­schen Län­der dazu nut­zen, um die schrump­fen­de Bevöl­ke­rung Japans, Russ­lands oder Euro­pas „auf­zu­fül­len“. Das Gan­ze hört auf den Namen „Bestands­er­hal­tungs­mi­gra­ti­on“ und klingt wie der Wort­schatz eines Hun­de­züch­ter­ver­eins. Man hat Afri­ka offen­bar auf­ge­ge­ben und glaubt nicht mehr dar­an, dass sich die Staa­ten dort je in eine bes­se­re Rich­tung ent­wi­ckeln wer­den und, auf eige­nen Füßen ste­hend, selbst­be­wuss­te und trag­fä­hi­ge Gesell­schaf­ten ent­wi­ckeln kön­nen. Die Bevöl­ke­rungs­ex­plo­si­on wird vom Pro­blem zur Res­sour­ce erklärt, derer man sich zur „Bestands­er­hal­tung“ bedie­nen kann. Der Zweck hei­ligt die Mit­tel sagt der Uti­li­ta­rist und die Fähr­diens­te im Mit­tel­meer wer­den unter die­sem Blick­win­kel zur vor­aus­ei­len­den Erfül­lung künf­ti­ger UN-Plä­ne. Spinnt man den Faden etwas wei­ter, was ich mit Abscheu und unter Pro­test tue, kann das „Abschöp­fen“ des Youth-Bul­ge afri­ka­ni­scher Län­der jedoch nur der Anfang sein. Die „impor­tier­ten Men­schen“ sind schließ­lich nicht opti­mal kom­pa­ti­bel mit dem, was in Euro­pa oder Japan auf sie zukommt, weil sie durch Kind­heit und Jugend in ihren Her­kunfts­län­dern bereits geprägt sind.

Des­halb wird man die Res­sour­ce frü­her „abschöp­fen“ müs­sen und bereits Kin­der impor­tie­ren – dies ist die Letzt­kon­se­quenz der Plä­ne, die von Spat­zen­hir­nen bei der UN und ihren wil­li­gen Hel­fern bei euro­päi­schen NGOs erdacht und umge­setzt wer­den. Es lie­fe also auf nichts weni­ger als legi­ti­mier­te Skla­ve­rei hin­aus. Ich habe kei­ne Wor­te, um mei­nem Ekel vor sol­chen Plä­nen Aus­druck zu geben! Das Kal­kül der UN ist, dass die Migran­ten schon heu­te mehr Geld in ihre Her­kunfts­län­der schi­cken, als an Ent­wick­lungs­hil­fe dort­hin fließt. Jedoch haben bei­de Geld­strö­me eines gemein­sam: sie ver­hin­dern die Ent­wick­lung dort, wohin sie lan­den und zemen­tie­ren die Abhän­gig­keit von Almo­sen. Die Pflicht, Geld in die alte Hei­mat zu schi­cken, ver­hin­dert zudem lang­fris­tig und gründ­lich die Per­spek­ti­ven auf ein selbst­be­stimm­tes Leben in der neu­en Hei­mat. Die Ket­te der Abhän­gig­keit blie­be für die Migran­ten auf bei­de Sei­ten fest geschmiedet.

Ultra posse nemo obligatur

Wann genau haben wir eigent­lich den Über­blick über die Kon­se­quen­zen unse­res Han­delns ver­lo­ren? Ich ver­mu­te, als wir damit began­nen, Ent­schei­dun­gen an Instan­zen zu dele­gie­ren, denen wir eine höher ste­hen­de Moral und grö­ße­re Kom­pe­tenz attes­tier­ten. Je wei­ter weg vom Pro­blem jedoch dar­über ent­schie­den wird, umso schwe­rer ist es, die ent­ste­hen­den Belas­tun­gen rich­tig ein­zu­schät­zen. Der römi­sche Rechts­grund­satz, dass nie­mand über sei­ne Fähig­kei­ten hin­aus ver­pflich­tet wer­den kann, wird nur zu oft durch eine unzu­läs­si­ge Abwä­gung ersetzt. Von Madrid aus ist es leicht, ein paar Stu­den­ten auf die Stra­ße zu set­zen, um in deren Woh­nun­gen Migran­ten ein­zu­quar­tie­ren, weil man die Not letz­te­rer als grö­ßer ein­schätzt. Aus Sicht des Stu­den­ten, des­sen Soli­da­ri­tät man ein­fach requi­riert hat und der dadurch viel­leicht einen Abschluss nicht schafft, der ihm einen guten Job ermög­licht hät­te, ist „ultra pos­se“ aber viel­leicht längst über­schrit­ten. Er wur­de jedoch nicht gefragt, man ent­schei­det über des­sen Kopf hin­weg genau­so, wie über die Köp­fe derer, die man zu hun­dert­tau­sen­den nach Euro­pa lockt. Man tritt die Inter­es­sen der einen mit Füßen, ohne damit den Inter­es­sen ande­rer wirk­lich zu die­nen und sorgt dadurch für Ärger und Ver­bit­te­rung auf allen Sei­ten. Es gibt kei­ne Gewin­ner in die­sem per­ver­sen Spiel.

Der Staat löst ein Pro­blem, schafft dadurch aber unmit­tel­bar neue. Sel­bi­ges gilt für alle Glie­der in der Ket­te aus Kau­sa­li­tä­ten der Migra­ti­on. Die afri­ka­ni­sche Fami­lie wird in Zukunft den Ver­lust von Söh­nen durch Aus­wan­de­rung und stra­pa­ziö­se Wege dort­hin durch noch mehr Kin­der „aus­glei­chen“ oder den „Markt­wert“ die­ses per­ver­sen Jugend­ex­ports stär­ker gewich­ten. Die erfolg­rei­che Ret­tung von 600 Men­schen durch die „Aqua­ri­us“ pro­du­ziert genau jene Bil­der, die die Schlep­per ihren nächs­ten Opfern zei­gen. Schließ­lich wird der aus­blei­ben­de Wider­stand durch die Stu­den­ten die spa­ni­sche Regie­rung künf­tig bei ähn­lich spon­ta­nen „Pro­blem­lö­sun­gen“ noch krea­ti­ver wer­den las­sen und die Stu­den­ten das Ver­trau­en in den Rechts­staat ver­lie­ren las­sen. Ein Teu­fels­kreis aus klei­nen, schein­bar rich­ti­gen Ent­schei­dun­gen, die in der Sum­me jedoch eine ver­hee­ren­de Ent­wick­lungs­rich­tung erge­ben. Solan­ge nicht alle Betei­lig­ten „Stop“ sagen, wird die­se Kau­sal­ket­te aus gefühl­ter Mensch­lich­keit und Hilfs­be­reit­schaft das blei­ben, was ich in der Head­line aus­ge­ru­fen habe: Heu­che­lei! Und die wird auf dem Rücken der Völ­ker Afri­kas und Euro­pas ausgetragen.

Kom­men wir auf unser Ein­gangs­bild mit den Sani­tä­tern zurück und schau­en nicht nach den schrei­en­den, son­dern den stil­len, tie­fen Pro­ble­men, also den Ursa­chen der Erkran­kun­gen der Gesell­schaf­ten in Euro­pa und Afri­ka, die sich momen­tan in so fata­ler Wei­se gegen­sei­tig die Hän­de um den Hals pres­sen. Statt einen Frei­han­dels­ver­trag mit der EU, der nur der pro­duk­ti­ve­ren und durch Sub­ven­tio­nen bevor­teil­ten euro­päi­schen Sei­te nützt, soll­ten ins­be­son­de­re die land­wirt­schaft­li­che Pro­duk­ti­vi­tät Afri­kas durch Export­hil­fen ver­bes­sert wer­den. Es ist absurd, dass Afri­ka, des­sen rie­si­ge Flä­chen die Welt ernäh­ren könn­ten, auf Lebens­mit­tel­spen­den oder ‑impor­te aus Euro­pa ange­wie­sen ist. Es gäl­te außer­dem, Know-How nach Afri­ka zu brin­gen und die Unter­stüt­zung kor­rup­ter Regime umge­hend ein­zu­stel­len. Ent­wick­lungs­hil­fe muss an Ent­wick­lung gekop­pelt wer­den und darf nicht end­los flie­ßen. Euro­pa soll­te auch end­lich damit begin­nen, sich von der Idee der ewi­gen Schuld zu lösen, die man wäh­rend der Kolo­ni­al­zeit ange­häuft habe, ohne zu ver­ges­sen, was damals gesche­hen ist. Kein afri­ka­ni­sches Land strebt ernst­haft danach, zurück in die Zustän­de vor der Kolo­nia­li­sie­rung zu gelan­gen. Stra­ßen, Schie­nen, Fabri­ken, Schu­len und Städ­te will man haben, am bes­ten sol­che, wie in Euro­pa. Wer hier bei uns etwas ande­res pre­digt und das Stre­ben nach Ent­wick­lung und Wohl­stand ver­teu­felt, möch­te Afri­ka in Wirk­lich­keit klein hal­ten und auf ewig ali­men­tie­ren, um Macht über sei­ne Men­schen zu behalten.

Und Euro­pa? Unse­re Pro­ble­me im Zusam­men­le­ben sind imma­nent – und das obwohl wir uns für so unglaub­lich fort­schritt­lich hal­ten, obwohl wir jede Men­ge supra-staat­li­cher Orga­ni­sa­tio­nen haben und Welt­meis­ter im Plä­ne­schmie­den sind. Unser Hang zum Eta­tis­mus und der sich dar­aus erge­ben­den immer stär­ker wer­den­den Über­grif­fig­keit von Büro­kra­tie und Poli­tik in unse­re Leben sind es, die uns schrump­fen las­sen. Aber das ist Stoff für einen eige­nen Arti­kel, ja, eine Arti­kel­se­rie! Migra­ti­on zuzu­las­sen, ist eigent­lich eine logi­sche Kon­se­quenz des Stre­bens nach Frei­heit, unse­re Pro­ble­me jedoch kann sie nicht lösen. Im Gegenteil.

Es wird Zeit, dass wir Afri­ka los­las­sen, damit es auch uns los­las­sen kann. Machen wir so wei­ter wie bis­her, erwür­gen wir uns gegenseitig.

Vorheriger ArtikelSeehofer: laden, zielen, kneifen…verbluten?
Nächster ArtikelAntwort vom Bundespräsidenten

48 Kommentare

  1. Der Spa­ni­sche Minis­ter­prä­si­dent kann sich einen schlan­ken Fuss in die­ser Sache machen.
    Weiss er doch, die­se nicht lan­ge in Spa­ni­en blei­ben. Für unter den Min­dest­lohn wer­den und wol­len die­se Anko­emm­lin­ge auf den Obst­plan­ta­gen nicht arbei­ten. Neben­bei hat er noch eine Arbeits­lo­sen­quo­te von über 60 Pro­zent der Jugend­li­chen von 15 bis 30 Jah­re an der Backe.
    Von den ers­ten Anlan­dun­gen in Spa­ni­en hat sich über die Hälf­te Rich­tung Frank­reich begeben.
    Mit wei­te­ren Ziel ist klar. War­tet doch dort das Haus, Auto, Job, etc. auf die­se Goldstücke.
    Wir haben aber jetzt Ende Juli und Spa­ni­en hat über neue 14.000 Migran­ten an die Backe.
    Das Geschrei um Hil­fe Rich­tung Frank­reich und Ger­ma­ny kam schon. Aber auch aus Brüs­sel erwar­tet man fri­sche Euros.

    Ich bin viel in den Län­dern bis zur Sahel­zo­ne unterwegs.
    Auch der Liba­non ist mir nicht unbe­kannt. Dort haben sich die Mehr­heits­ver­hält­nis­se verschoben.
    Mos­lems sind mehr anzu­tref­fen, wie Chris­ten. Aber auch poli­tisch ist eini­ges anders geworden.
    Stell­ten frü­her die Chris­ten den Staats­prä­si­dent, kamen die Minis­ter aus den Mos­le­mi­schen Kreisen.
    Auch im Mili­tär haben sich die Mehr­hei­ten geändert.
    Nicht zu ver­ges­sen haben die Liba­ne­sen einen Klotz am Bein.
    Das ist die ABAS aus Palis­ti­na die sich um Baal­beck breit gemacht haben.

    Mein Freund Joan Zieg­le, lang­jäh­ri­ger Mit­ar­bei­ter der UNO und UNESCO hat schon vor Jah­ren die Indus­trie­staa­ten um mehr Geld ange­bet­telt. Man benö­tigt ca. 50 Euro im Monat, um eine Per­son in Afri­ka in Schul­bil­dung, Beruf, Essen und Trin­ken und ein Dach über den Kopf zu besor­gen. Inbe­grif­fen sind auch die Medi­zi­ni­schen Leis­tun­gen in den dor­ti­gen Län­der. Was hat man aber getan, die Hil­fe zur Selbst­hil­fe wür­de zurück gefahren.
    Und jetzt wun­dert man sich, dass zum Größ­ten Teil geschei­ter­te Exis­ten­zen, ohne Schul­bil­dung und Beruf, ange­spornt durch die Schlep­per und hier offe­nen Gren­zen, auf in das Land wo Milch, Honig und Man­na fließt, aufmachen.
    Nach 3 Jah­ren kam von den Hosen­an­zug ein lei­ses Demen­ti, dass es nicht so ist.
    Man braucht aber auch im Jahr 2018 nur das Zau­ber­wort zu spre­chen und man wird aufgenommen.
    Ob es der Bevöl­ke­rung passt oder nicht. Alles am Bun­des­tag und Bun­des­rat vorbei.
    Danach kam dann die­ser Super­spruch, „jetzt sind sie ein­mal hier.”
    Seit 3 Jah­ren nur Flixschusterei.
    Oben steht etwas von Nächt­li­chen Brand­stif­ter und aus den Rei­hen der Feuerwehr.
    Das kann ich als ehe­ma­li­gen L‑NA bestä­ti­gen. In mei­ner Beschäf­ti­gungs­zeit kamen 5 Brand­stif­ter aus deren Reihen.
    Dazu muss man wissen,
    der Feuerwehrmann/Frau liebt das Feu­er. Gel­tungs­sucht, Beför­de­rung, Korps­geist, etc. spielt auch eine Rolle.
    Zum Glück hat es bei die­sen Fuech­te­lei­en kei­ne Per­so­nen­schä­den gegeben.

    Heu­te am Tag ste­he ich unter ande­ren auf der Lohn­lis­te des IKRK.
    Auch in Syri­en gibt es Orte, da meint man, man bum­melt über die Kö, auf den Sta­chus, oder den Alex.
    Ein klit­ze­klei­ner Unter­schied gibt es aber doch, weni­ger Kopftuchmädels.
    Auch in Sau­di-Ara­bi­en gibt es Oasen, da gilt das Kopftuchverbot.
    Und das lus­ti­ge dar­an, das dor­ti­ge Königs­haus und die Reli­gi­ons­po­li­zei weiss das.
    In Katar lau­fen die weib­li­chen Ver­kehrs- Poli­zis­tin­nen, die es tra­gen kön­nen, neu­er­dings in kur­zen Hosen herum.

  2. Oh, ein ver­ant­wor­tungs­ge­üb­ter Ret­tungs­sa­ni­tä­ter erklärt Uns tie­fen­psy­cho­lo­gisch die Welt der Simu­lan­ten. Sor­ry, so einen „Hel­fer” hat nie­mand mit Ver­stand jemals um „Hil­fe” gebe­ten. Dass der­ar­ti­ge „Hil­fe” immer Geld und Leben kos­tet, ist son­nen­klar. Schon mal irgend­je­man­den auf­ge­fal­len, dass die meis­ten nächt­li­chen Brand­stif­ter tags­über als Feu­er­wehr­leu­te beschäf­tigt sind?

    • Lin­ke und Ver­stand sind Din­ge, die sich per se hehen­sei­tig ausschließen.

  3. Das per­fi­de am „selbst­süch­ti­gen Mit­leid” der Gut­men­schen ist, dass es sie nichts kos­tet. Sie haben eine Woh­nung einen Job, eine Alters­ver­sor­gung und ein Spar­buch. Sie müs­sen nicht mit den „Schutz­su­chen­den” um Res­sour­cen kämp­fen. Die­se ver­ant­wor­tungs­vol­le Auf­ga­be muß das zuneh­men­de Pre­ka­ri­at der schon län­ger hier Leben­den lösen. Damit erhält die ‚Bestands­mi­gra­ti­on’ den Cha­rak­ter des: https://quillette.com/2018/06/29/the-war-on-normal-people/. Ein neo­li­be­ra­ler ‚Klas­sen­kampf’ der „Guten” gegen die „Bösen”, der „Pseu­do­lin­ken” gegen die „Rechts­po­pu­lis­ten”, der Rei­chen gegen die Armen, der Moral gegen die Unmensch­lich­keit. Ver­lo­ge­nes Pack!

    • Dan­ke, dass Du Trot­tel von Dir selbst aus Anfüh­rungs­zei­chen set­zen muss­test und damit Dei­nen Mist vom „selbst­süch­ti­gen Mit­leid” bereits ‑wenn auch unfrei­wil­lig- in Zwei­fel gezo­gen hast. Da hat sich wohl die Auto­kor­rek­tur vom PC direkt auf Dein Gehirn übertragen?

      • Dan­ke, dass ein lin­ker Intel­li­genz­be­frei­ter sich hier so outet. Es bestä­tigt sich ein­mal mehr, dass Lin­ke kei­ne Argu­men­te haben und dies mit der­ben Belei­di­gun­gen aus­zu­glei­chen ver­su­chen. Niveau ist für Lin­ke nichts wei­ter als eine Creme.

      • „Du Trot­tel” ist eine klas­si­sche Pro­jek­ti­on sei­ner eige­nen Per­sön­lich­keits­struk­tur auf andere.

  4. Ach, ist das doch schön, dass man ein sol­chen hane­bü­che­ne Text schrei­ben darf,ohne Beach­tung von See­recht, Völ­ker­recht, Euro­pa­recht etc

    • Und die ent­spre­chen­den Stel­len im See‑, Europa‑, und Völ­ker­recht, die bele­gen, dass alles genau so statt­fin­den muss, wie es die Ret­ter auf der Aqua­ri­us und ande­ren Schif­fen tun, wer­den Sie uns sicher noch nach­lie­fern. Sie wer­den es doch nicht bei einer hane­bü­che­nen Behaup­tung belas­sen, oder?

  5. Ich bin der Mei­nung, dass Deutsch­land und im Prin­zip jedes Land der Erde schleu­nigst raus aus der UN soll­te, und sich der Kral­len, die die Agen­da 21/2030 usw. in die jewei­li­gen Rechts­sys­te­me der Natio­nen geschla­gen hat, ent­le­di­gen. Wer wis­sen, möch­te, wie die nach­hal­ti­ge Welt dem­nächst aus­se­hen soll, der braucht nur mal nach Ame­ri­ka zu schau­en, vor allem nach Kalifornien.

  6. Es tut gut, zu wis­sen, dass es Leu­te gibt, die sol­che gewal­ti­gen und klu­gen Arti­kel schrei­ben kön­nen. Danke!
    Spen­de folgt dem­nächst, bin noch neu hier 🙂

  7. Ein her­vor­ra­gen­der Arti­kel. Hin­zu­fü­gen möch­te ich noch, dass Euro­pa z.B. Lebens­mit­tel­über­schüs­se, die in Euro­pa „unver­käuf­lich” sind, nach Afri­ka expor­tiert (z.B. Hähn­chen­tei­le, die wir Euro­pä­er nicht essen mögen, weil wir ja nur „Brust” haben wol­len…) Resul­tat: afri­ka­ni­sche Bau­ern sind gegen die Bil­lig­fleisch-Impor­te preis­lich nicht kon­kur­renz­fä­hig und ver­lie­ren ihr Aus­kom­men! Mit Tex­ti­li­en und ande­ren Pro­duk­ten ver­hält es sich genau­so. Euro­pa heu­chelt also ganz gewal­tig! Wie soll sich in Afri­ka ein fai­rer Markt ent­wi­ckeln, wenn wir es mit unse­ren (nicht mehr) gewoll­ten Bil­lig­pro­duk­ten über­schüt­ten und damit loka­le Märk­te zer­stö­ren, die zuvor noch funk­tio­niert und die den Men­schen ein Aus­kom­men ermög­licht haben?! Es erscheint, dass man sich hier „ein rei­nes Gewis­sen” erkau­fen möch­te, weil man ja weiß, dass man mit den Bil­lig­ex­por­ten durch­aus eine Mit­schuld an der Mise­re trägt.

  8. Die Geschich­te mit den soge­nann­ten Frei­han­dels­ab­kom­men ist eigent­lich rasch erklärt: Wir leben welt­weit mit einem Sys­tem­feh­ler in unse­rem Geld­sys­tem. Die­ses feh­ler­haf­te Geld­sys­tem ist die Basis für der­zei­ti­ge gleich­falls feh­ler­haf­te Wirt­schafts­sys­te­me. Alle sind pri­mär auf die Erzie­lung von Kapi­tal aus­ge­rich­tet. Durch den Zin­ses­zins­me­cha­nis­mus und einem destruk­ti­ven Geld­um­lauf kommt es stän­dig zu einer Über­ent­wick­lung von Geld­ver­mö­gen. Erzwun­ge­ne mono­po­lis­ti­sche Herr­schafts­sys­te­me sind die Folge.
    Die Schlep­per­ban­den sind nur ein Sym­ptom die­ses feh­ler­haf­ten Geldsystems.

    • Es ist nicht das Geld­sys­tem, das ent­seht sekun­där. Es sind die Eigen­tums­ver­hält­nis­se die nach Pro­fit streben.

  9. Wenn sich jemand im War­te­zim­mer die Puls­adern auf­schnei­det hat die­ser Mensch star­ke psy­chi­sche Pro­ble­me. Jeder Arzt, der sei­nen Job ernst nimmt, wür­de hier hel­fen. Was soll­te er auch ande­res tun, den Pati­en­ten ster­ben las­sen? Und was soll Euro­pa mit den Ertrin­ken­den tun, sie ertrin­ken las­sen zwecks Abschre­ckung? Der Arti­kel beant­wor­tet die­se Fra­ge nicht, son­dern ver­weist nur dar­auf nicht noch Anrei­ze zu pro­du­zie­ren nach Euro­pa zu gelan­gen. Als ob die paar Ret­tungs­schif­fe nun der gro­ße Ver­ur­sa­cher der Flücht­lings­be­we­gun­gen wären und wenn es die­se nicht mehr gibt alles super wird. Solan­ge Euro­pa Afri­ka mit einem Frei­han­dels­ab­kom­men aus­beu­tet, mit einer Fisch­fang­flot­te die Mee­re leer­fischt vor Afri­ka, die Roh­stof­fe plün­dert, den Atom­müll vor Afri­kas Küs­ten und in Afri­ka ver­senkt usw., wird der Zustrom nicht abrei­ßen! Es ist naiv zu glau­ben, dass eine Abschot­tung das Armuts­pro­blem löst! Viel­leicht erle­ben wir momen­tan den Beginn des­sen was Marx vor­aus­ge­sagt hat. Nur das es nicht die west­li­chen Pro­le­ta­ri­er sind, son­dern Flücht­lin­ge, die eine Welt­re­vo­lu­ti­on aus­lö­sen! Wenn man die CSU und AfD so hört könn­te man dies zumin­dest glauben!

    • Es tut mir auf­rich­tig leid für Sie, dass Sie den Arti­kel nicht ver­stan­den haben. Dies zeigt mir die Art, wie Sie das Bild mit den auf­ge­schnit­te­nen Puls­adern inter­pre­tie­ren. Aber dabei kann ich Ihnen nicht helfen.

      • Das stimmt natür­lich, Met­ha­pern las­sen sich unter­schied­lich inter­pre­tie­ren und ver­ste­hen. Und auch als pas­send oder unpas­send ein­ord­nen. Aber hier „[…] Statt einen Frei­han­dels­ver­trag mit der EU, der nur der pro­duk­ti­ve­ren und durch Sub­ven­tio­nen bevor­teil­ten euro­päi­schen Sei­te nützt, soll­ten ins­be­son­de­re die land­wirt­schaft­li­che Pro­duk­ti­vi­tät Afri­kas durch Export­hil­fen ver­bes­sert wer­den.“ stim­me ich Ihnen voll­stän­dig zu! Scheint nur immer etwas unter­zu­ge­hen, wie sich bei den Rück­mel­dun­gen hier in den Kom­men­ta­ren auch bereits sehen lässt!
        Auch das west­li­che Groß­kon­zer­ne mit den Dik­ta­tu­ren zusam­men die Boden­schät­ze Afri­kas aus­beu­ten, Waf­fen­ex­por­te for­cie­ren oder die Atom­müll­ma­fia vor Afri­kas Küs­ten usw. den Atom­müll ver­senkt und euro­päi­sche Hoch­see­fi­scher die Mee­re vor Afri­ka leer­fi­schen, scheint immer etwas ver­nach­läs­sigt zu wer­den, wo doch dies nicht gera­de unwe­sent­li­che wei­te­re Bau­stei­ne sind, die die Aus­beu­tung Afri­kas u.a. auch heu­te noch ver­deut­li­chen! Solan­ge sich das nicht ändert, wird es auch rie­si­ge Migra­ti­ons­be­we­gun­gen geben! Und das ist die eigent­li­che Heu­che­lei, dies nicht deut­lich erken­nen zu wol­len und eine ange­mes­se­ne­re par­ti­zi­pa­ti­ve­re Umver­tei­lung zu ver­tre­ten! Das wird natür­lich nur gelin­gen, wenn auch etwas gegen Steu­er­flücht­lin­ge (u.a. nach Luxem­burg) unter­nom­men wird!

        • Waren Süd­afri­ka und Rho­de­si­en nicht die pro­duk­tivs­ten Nah­rungs­her­stel­ler Afri­kas? Ich mei­ne, in der Ver­gan­gen­heit, bevor irgend­wel­che Spin­ner der Welt ein wei­te­res Bei­spiel dafür gelie­fert haben, wes­halb Demo­kra­tie nicht funktioniert.

          Es wür­de mich mal inter­es­sie­ren, was dort aus Sicht von jeman­dem, der Marx erwähnt, ohne anschlie­ßend aus­zu­spu­cken, falsch gelau­fen ist. Wirt­schaft­li­che Pro­duk­ti­vi­tät, Land­wirt­schaft und gesell­schaft­li­cher Fort­schritt waren schließ­lich mal da. War­um sind sie es nun nicht mehr?

          • Als Marx sein Kapi­tal geschrie­ben hat, gab es noch Kin­der­ar­beit in Euro­pa. Marx war doch nur gut dafür einen gewis­sen Gegen­druck zu erzeu­gen, um die Eli­ten dazu zu bewe­gen gewis­se sozia­le Zuge­ständ­nis­se zu machen. Hat ja auch super funk­tio­niert. Und den Kom­mu­nis­mus bzw. Leni­nis­mus und den dar­auf­fol­gen­den Sta­li­nis­mus hät­te es ohne die Unter­stüt­zung des mili­tä­risch indus­tri­el­len Kom­ple­xes im Deut­schen Kai­ser­reich nie gege­ben. Wer hat denn Lenin zurück­ge­schickt und des­sen Agi­ta­ti­on finan­ziert? Das deut­sche Kai­ser­reich nämlich!

            • Das macht Marx auch nicht mehr zum Unschulds­lamm. Sein staub­tro­cke­nes, Mich­mäd­chen­rech­nungs­buch „das Kapi­tal” ist nicht das ein­zi­ge, was er so geschrie­ben hat. Er hab auch etli­che anti­se­mi­ti­sche und zur Gewalt auf­wie­geln­de Brie­fe geschrieben.

              Und dass der Mann ein Herz für Kin­der oder Arbei­ter gehabt hät­te und nicht ein­fach nur psy­cho­pa­thisch war, muss man auch erst mal irgend­wie bele­gen. Arbei­ter in den Minen und Wer­ken besucht hat er jeden­falls nicht.

            • Jetzt ist es also dem Kai­ser zure­chen­bar, was in der Soviet­uni­on pas­sier­te? Nicht schlecht. Ich hab neu­lich jeman­den zu einem Mee­ting gefah­ren, auf dem er viel Geld ver­dient hat. Ohne mich wäre er da nicht hin­ge­kom­men. Ist das jetzt mein Geld? Ich mei­ne, wenns des Kai­sers Ver­ant­wor­tung ist, was in der Soviet­uni­on pas­sier­te, ists mei­ne Ver­ant­wor­tung, was auf dem Mee­ting pas­sier­te, und damit mei­ne Koh­le. Wie kom­me ich jetzt an mei­ne Koh­le? Wäre Raub ein Plan?

              Oder ist das mit der Mora­li­schen Ver­ant­wor­tung, im Bezug auf alles was links ist, nicht eher so, dass Zure­chen­bar­keit über­haupt kei­ne Rol­le spielt, und man die Moral sowie­so igno­riert, wenn sich damit nicht ent­we­der fehl­kon­stru­ier­te Kopf­ge­bur­ten begrün­den las­sen, oder man dem Klas­sen­feind Vor­wür­fe machen kann, mit denen sich ent­we­der das eige­ne Ver­sa­gen oder der eige­ne Hang zu Unter­drü­ckung begrün­den lässt?

              Womit wir wie­der bei Süd­afri­ka und Rho­de­si­en wären. War­um genau wur­den die Rain­bow Repu­blic und ihr Shi­t­ho­le-Neigh­bor, nach lin­ker Aus­le­gung, von den pro­duk­tivs­ten Wirt­schaf­ten des schwar­zen Kon­ti­nents zu Rohr­kre­pie­rern? Da müss­te doch alles super sein. Die wei­ßen Rassisten/Kapitalisten haben dort heu­te nichts mehr zu mel­den, und wur­den ent­eig­net. Edle, schwar­ze, Sozialisten/Kommunisten haben das Sagen. Aber den­noch hal­ten die mit­ler­wei­le den Welt­re­kord bei den auf die Ein­woh­ner­zahl nor­ma­li­sier­ten Mor­den und Ver­ge­wal­ti­gun­gen, haben ver­meid­ba­re Was­ser­knapp­hei­ten, und schla­gen sich mit Pro­duk­ti­vi­täts­ein­bu­ßen bei deren Lebens­not­wen­dig­kei­ten herum.

      • Viel­leicht ver­su­chen Sie ihre Meta­pher mit dem War­te­zim­mer noch­mals zu erklä­ren, ich habe das sel­be Pro­blem wie der Vor­red­ner und hal­te sei­nen Ein­wand für sehr gerecht­fer­tigt, gera­de im Hin­blick auf die wei­ter­hin hohe Anzahl an im Mit­tel­meer Ertrinkenden.
        Ich wür­de mich freu­en, wenn Sie auf die­sen Ein­wand ein­ge­hen wür­den und Ihre Posi­ti­on noch­mals kla­rer zu machen: Was ist Ihre Alter­na­ti­ve? Ertrin­ken las­sen? Nach Lybi­en zurückbringen?
        Dort besteht viel­leicht Gefahr für die Besat­zungs­mit­glie­der der Rettungsschiffe.

        • Wir reden nicht von einem psy­chisch Kran­ken, der ver­sucht, sich das Leben zu neh­men. Das Bild han­delt von jeman­dem – und zwar fik­tiv – der auf die­se Wei­se Auf­merk­sam­keit und Vor­rang erzwingt, um sich anschlie­ßend den ein­ge­wach­se­nen Zehen­nagel behan­deln zu las­sen. Die Anter­na­ti­ve: Die Schnitt­wun­de behan­deln, nicht den Zehen­nagel. In der Rea­li­tät hie­ße dies in der Tat: zurück nach Liby­en oder Alge­ri­en. Gefahr für die Ret­ter? Was für eine Logik! Was für ein Erpres­sungs­po­ten­zi­al! Man den­ke dies mal zu ende, alles könn­te man von allen for­dern, weil jeder erpress­bar wäre. Ent­we­der mit dem eige­nen Tod, oder dem Elend ande­rer. Wir finan­zie­ren zwar die liby­sche Küs­ten­wa­che, las­sen unse­re Ret­tungs­schif­fe aber von den­sel­ben Leu­ten „in Gefahr” brin­gen? Wie wäre es statt­des­sen mit fol­gen­der neu­en „Geschäfts­idee” der Schlep­per: ver­sam­melt die Men­schen ein­fach am Strand und droht, jede Stun­de einen umzu­brin­gen, wenn Aqua­ri­us und Co. ihre Trans­port­auf­trä­ge nicht erfül­len. Nur für den Fall, dass denen mal die Schlauch­boo­te aus­ge­hen. Klingt zynisch, ist aber im Sin­ne des Ret­tens kon­se­quent zu ende gedach­tes Menschenhändlerwerk.
          Mer­ken Sie was? Sehen Sie, wohin das Spiel und führt? Wer Flucht­ur­sa­chen bekämp­fen will, und zwar nicht nur mit Wor­ten, der muss den Schlep­pern das Hand­werk legen. Buch­stäb­lich! Das wird mit ver­han­deln und bit­te bit­te nicht zu haben sein. Aber wir wol­len uns ja nicht die Hän­de blu­tig machen. Wir schrei­ben lie­ber mit dem Blut derer, die es nicht bis in die Boo­te schaf­fen, „Ret­ter” auf unse­re Gewis­sen. Schau­en Sie sich die Men­schen an, die es an die Küs­ten Euro­pas schaf­fen. Am Ver­hun­gern war kei­ner von denen.

        • Was geht es mich an, ob jemand im Mit­tel­meer ertrinkt? Was hab ich davon, wenn ers nicht tut? Ich mei­ne, abge­se­hen davon, dass mein Geld in deren Rich­tung umver­teilt wird, wenn sies nicht tun, und die Wahr­schein­lich­keit mei­ner Ange­hö­ri­gen ver­ge­wal­tigt oder sonst­wie trau­ma­ti­siert zu wer­den steigt, wenn sie den Weg nach Euro­pa schaf­fen. Und was hab ich davon, wenn die Besat­zung eines Ret­tungs­schiffs nicht als Gei­seln irgend­wel­cher Jiha­dis­ten in Liby­en enden, die ihnen wahl­wei­se den Kopf abschnei­den, das Gehirn mit einem auf­ge­setz­ten Kopf­schuss von einem Fünf­jäh­ri­gen weg­pus­ten las­sen, oder die sie in einen Käfig sper­ren, mit Ben­zin über­gie­ßen, und die­ses anzün­den, oder die aus ihnen Sex­skla­ven machen? War­um soll­te es mich inter­es­sie­ren, ob jemand, der sich frei­wil­lig in Gefahr begibt, dar­in umkommt, beson­ders dann, wenn es nega­ti­ve Aus­wir­kun­gen auf mich hat, falls ers nicht tut?

          War­um soll­te mir das Schick­sal die­ser Men­schen nicht voll­kom­men gleich­gül­tig sein, wenn man ein­mal davon absieht, dass ich sie aus den oben genann­ten Grün­den nicht in mei­ner Nähe haben will? Macht es mich zu einem schlech­ten Men­schen, dass ich mich und mei­ne Ange­hö­ri­gen höher schät­ze, als die Men­schen in Afri­ka? Warum?

          Die hat­ten ihre Chan­ce. Deren Kon­ti­nent hat mehr Platz pro Ein­woh­ner, und mehr natür­li­che Res­sour­cen, als der Kon­ti­nent, auf dem ich lebe. Die ein­zi­ge natür­li­che Res­sour­ce, die es auf dem Kon­ti­nent, auf dem ich lebe, noch gibt, ist die glib­b­ri­ge Mas­se zwi­schen den Ohren sei­ner Ein­woh­ner. Die­se kann leicht kaputt gehen. War­um soll­te man dies ris­kie­ren, nur um Men­schen zu hel­fen, denen nicht zu hel­fen ist, weil die glib­b­ri­ge Mas­se zwi­schen deren Köp­fen kaputt ist, und das Ergeb­nis pro­du­ziert hat, vor dem sie flie­hen, und die das sel­be Ergeb­nis auch hier pro­du­zie­ren wird, sobald dies mög­lich ist? 

          Die sind ver­ant­wort­lich für das, wovor sie flie­hen. Die wer­den das, wovor sie flie­hen, auch hier schaf­fen. Das Wis­sen, wie man Gesell­schaf­ten schafft, die nicht so aus­se­hen, wie das, was man in Afri­ka vor­fin­det, ist Open Source. Jeder kann das umset­zen. Es gibt weder Lizenz­ge­büh­ren noch Urhe­ber­rech­te, die zu beach­ten sind, und wirk­lich JEDER in der zivi­li­sier­ten Welt will die auch dabei unter­stüt­zen, es umzu­set­zen. Die­ses Wis­sen bekommt man nach­ge­schmis­sen. Wie­so soll­te der­je­ni­ge, der die­ses Wis­sen igno­riert hat, nicht selbst für die Kon­se­quen­zen haf­ten? War­um soll­te man ihn davon abhal­ten, als abschre­cken­des Bei­spiel zu die­nen, an dem man demons­trie­ren kann, was besag­tes Wis­sen wert ist? Wel­chen Ein­fluss hat es über­haupt, wenn man Men­schen davor bewahrt, zu abschre­cken­den Bei­spie­len zu wer­den? War­um soll­te jemand über­haupt noch ver­ant­wort­lich han­deln, wenn er vor den Kon­se­quen­zen ver­ant­wor­tungs­lo­sen Han­delns geschützt wird? Und wor­an soll jemand erken­nen, was ver­ant­wor­tungs­be­wuss­tes Han­deln ist, wenn es kei­ne abschre­cken­den Bei­spie­le für die Kon­se­quen­zen ver­ant­wor­tungs­lo­sen Han­delns gibt?

          Erklär mir das.

    • Ich glau­be, es wür­de rei­chen, den Sozi­al­staat end­lich abzu­schaf­fen, um die Migra­ti­ons­pro­ble­ma­tik zu lösen. Dann kann man auch offe­ne Gren­zen haben. Viel­leicht wür­de noch eine Erwei­te­rung der Not­wehr-Mög­lich­kei­ten gegen­über Plün­de­rern not­wen­dig wer­den, die sich auf den Sozi­al­staat ein­ge­stellt haben, und ohne nicht kön­nen, aber viel mehr wäre nicht nötig, und das Leben wäre wie­der interessant.

      • Um den Sozi­al­staat abzu­schaf­fen, erhal­ten Sie kei­ne Mehr­heit im Bun­des­tag und auch das Sozi­al­staats­prin­zip in unse­rem GG ver­hin­dert dies. Daher kein Ansatz, der sich umset­zen lässt! Es wird wohl kein Weg dar­an vor­bei­füh­ren eine gewis­se Umver­tei­lung vor­zu­neh­men und die Bevöl­ke­rung in Afri­ka stär­ker an sei­nen Boden­schät­zen und Res­sour­cen par­ti­zi­pie­ren zu las­sen. Dafür müs­sen natür­lich Regu­lie­run­gen, ins­be­son­de­re auch den mul­ti­na­tio­na­len Kon­zer­nen, auf­er­legt wer­den. Ansät­ze gibt es bereits, bspw. dass sich alle Unter­neh­men im Aus­land ver­pflich­ten men­schen­rechts­kon­for­me Geschäfts­prak­ti­ken vor­zu­neh­men. Deutsch­land hat die­se UN Vor­ga­ben übri­gens bis­her nicht unter­stützt und unter­schrie­ben. So wer­den sich immer mehr Men­schen dort­hin auf machen, wo wenigs­tens die­se Min­dest­stan­dards u.a. auch gewähr­leis­tet werden.

        • Immer die­se Overton-Window-Scheuklappen…

          Wir befin­den uns auf dem Weg in eine Welt mit vie­len und sehr hohen Leichenbergen. 

          Soll­te der Wes­ten finan­zi­ell zusam­men­bre­chen – was auf­grund des krebs­ar­ti­gen Wachs­tums west­li­cher Staa­ten nur eine Fra­ge der Zeit zu sein scheint – gibts in der drit­ten Welt Lei­chen­ge­bir­ge, die aus den Kin­dern der­je­ni­gen bestehen, die die Res­sour­cen der Ent­wick­lungs­hil­fe in die Pro­duk­ti­on von Babies inves­tiert haben. Sobald die Ent­wick­lungs­hil­fe weg­bricht, rot­ten die zuerst das afri­ka­ni­sche Wild­le­ben aus, und ver­hun­gern danach, weil sie sich nicht selbst ver­sor­gen kön­nen, da die Ent­wick­lungs­hil­fe ihnen meh­re­re Bevöl­ke­rungs­ver­dop­pe­lun­gen ohne ent­spre­chen­den Zuwachs der Pro­duk­ti­ons­leis­tung ermög­licht hat. 

          Und soll­te der west­li­chen Bevöl­ke­rung klar wer­den, dass sie sich auf dem Weg befin­det, eine Min­der­heit in einem Drit­te-Welt-Land zu wer­den, was rech­ne­risch bevor­steht, wenn der Sozi­al­staat wei­ter­hin sei­ne Rol­le als Drit­te-Welt-Magnet aus­übt, wird es einen Punkt geben, ab dem ein Geno­zid eine ver­nünf­ti­ge Idee ist, weil eine Ver­trei­bung nicht mehr mög­lich ist, Apart­heid auch kei­ne lang­fris­ti­ge Lösung ist, und man nicht möch­te, dass die eige­nen Kin­der in der drit­ten Welt auf­wach­sen. Es sind Lügen, die einen ande­ren Schluss nahe­le­gen. Sol­che Din­ge wer­den rea­li­siert wer­den, wenn die Pro­ble­me wach­sen. Und die Pro­ble­me wer­den wach­sen. Unse­re Sicher­heits­po­li­ti­ker ver­wan­deln das Land bereits jetzt schon in ein Open-Air-KZ, weil sie nicht mehr der Lage Herr wer­den, obwohl wir erst ganz am Anfang der Ent­wick­lung stehen.

          Sol­ches sind Übel, denen durch „sozia­les Den­ken”, sowie durch staat­li­ches Han­deln der Weg berei­tet wird. Man soll­te eigent­lich von jedem anstän­di­gen Men­schen der Gegen­wart die Bereit­schaft erwar­ten, die­se hei­li­gen Kühe zu schlach­ten. Man erwar­te­te auch von den­je­ni­gen, die 1933–45 leb­ten, dass sie sich gegen die dama­li­gen Übel rich­te­ten, wenn sie als anstän­di­ge Men­schen gel­ten woll­ten. So ists auch heu­te. Unse­re Übel hei­ßen Sozi­al­staat und Demo­kra­tie. Man erkennt an den bereits abseh­ba­ren Fol­gen, dass es Übel sind. Abge­se­hen davon sind die­se Din­ge auch unmo­ra­lisch. Nie­mand hat das Recht, über den Besitz und die per­sön­li­che Frei­heit Ande­rer zu bestim­men, egal ob auf demo­kra­ti­schem Weg, oder sonstwie.

          • „Unse­re Übel hei­ßen Sozi­al­staat und Demo­kra­tie.” Oh je, da brau­chen wir dann nicht wei­ter zu dis­ku­tie­ren. Ich hal­te Men­schen­rech­te, GG, Demo­kra­tie und Sozi­al­staat für die größ­ten Errun­gen­schaf­ten der Mensch­heits­ge­schich­te, da sie ein fried­li­ches Zusam­men­le­ben zwi­schen den Län­dern ermög­li­chen, die die­se Errun­gen­schaf­ten auch erreicht haben. Mit Fein­den des Grund­ge­set­zes zu dis­ku­tie­ren ist nicht mein Ding, das über­las­se ich dem Ver­fas­sungs­schutz! Viel Spaß mit denen! LOL

            • Oho, da hat aber einer hohe Idea­le. Die höchs­ten Idea­le der Mensch­heits­ge­schich­te. Die­se ste­hen so hoch, dass man sie nicht zu dis­ku­tie­ren braucht, und Schwie­rig­kei­ten mit der Geheim­po­li­zei bekommt, wenn man sie kritisiert.

              Die Grund­übel waren zu allen Zei­ten die höchs­ten Idea­le. Die­je­ni­gen, die tat­säch­lich dar­an glaub­ten, sind die­je­ni­gen, auf deren Grä­ber man heu­te spuckt, weil man sich für sie schämt. Es wür­de mich wun­dern, wenns dies­mal eine anders kom­men soll­te. Ich sage ja, anstän­di­ge Deut­sche hat­ten 1933–45 ein Pro­blem mit dem, was pas­siert. Unan­stän­di­ge nicht. Ers­te­re konn­ten selbst den­ken, Letz­te­re glaub­ten den Scheiß. Dar­in liegt der Unter­schied. So auch heute.

        • »die Bevöl­ke­rung in Afri­ka stär­ker an sei­nen Boden­schät­zen und Res­sour­cen par­ti­zi­pie­ren zu lassen.«

          Was für ein gene­rö­ses Ansinnen…
          ‚zu las­sen’… Klingt in mei­nen Ohren ein klei­nes biss­chen, als hät­te der Wes­ten eine Art Anspruch auf Res­sour­cen des afri­ka­ni­schen Kontinents.

          Aber egal…
          Weitermachen.

  10. Genau rich­tig beschrie­ben. Nicht zu ver­ges­sen: Jeder, der in Euro­pa ankommt und mit sei­ner Fami­lie tele­fo­niert, bringt dort, im afri­ka­ni­schen Dorf, eine ande­re Fami­lie dazu, das glei­che zu tun. „Bei den Nach­barn hat’s ja auch geklappt, deren Bub ist jetzt im rei­chen Euro­pa.” Dann ver­kauft der Opa sei­ne Zie­ge, die Tan­te ihr Huhn, die Eltern ein Grund­stück, das Geld bekommt ein Schlep­per, und der nächs­te macht sich auf den Weg nach Liby­en. Umge­kehrt: Wenn unse­re „Ret­ter” ihre Fracht in Nord­afri­ka ablie­fern müss­ten, weil kein euro­päi­sches Land sie mehr anlan­den lässt – dann gehen in den afri­ka­ni­schen Dör­fern ande­re Gesprä­che um. Wie Letsch rich­tig schreibt: Die Ret­tungs­schif­fe nur noch in Afri­ka anlan­den las­sen, und der Flücht­lings­strom endet. Das hat in Aus­tra­li­en auch geklappt… Lei­der, lei­der ist der Real­wert nicht das gleich wie der Wün­schens­wert. Und wir soll­te end­lich den Real­wert anerkennen.

  11. Sehr gute Zusam­men­fas­sung Herr Letsch. Ich emp­feh­ler zur Situa­ti­on in Afri­ka, neben den her­vor­ra­gen­den Arti­kel von Herrn Seitz bei ach­gut, noch das Buch von Alex Per­ry, In Afri­ka: Rei­se in die Zukunft. Wür­den wir nur eini­ge der von ihnen genann­ten Punk­te beher­zi­gen, wir hät­ten ver­mut­lich ein gro­ßes Pro­blem weni­ger, min­des­tens aber ein sehr viel klei­ne­res Pro­blem. Die Afri­ka­ner müs­sen sich vor allem selbst hel­fen. Nur sie wis­sen was für sie gut ist. Men­schen­ex­port sicher nicht, damit natür­lich ein­her­ge­hend mit Brain Drain, denn es gehen ja nicht die ganz Armen, son­dern die Star­ken und die es sich leis­ten können.

    • Mein über­aus geschätz­ter Ach­gut-Kol­le­ge Seitz ist eine mei­ner bes­ten Quel­len, wenn es um Afri­ka geht. Der weiß, wovon er redet.

  12. Ich fra­ge mich, wes­halb die Schlep­per­ban­den immer so ver­harm­lo­send dar­ge­stellt wer­den. Das sind die­je­ni­gen, die die Skla­ven­märk­te in Liby­en auf­ge­macht haben, um eine Ver­wen­dung für Leu­te zu haben, die ger­ne „flüch­ten” wol­len, aber die Diens­te die­ser Ban­den nicht bezah­len kön­nen. Mal abge­se­hen davon, dass die hoch­kri­mi­nell sind, ist durch lang­fris­ti­ge Aus­lands­über­wei­sun­gen aus den Auf­nah­me­län­dern auch genug Geld im Sys­tem, um die Sache mit kom­pe­ten­ten Kri­mi­nel­len durch­zu­zie­hen, und nicht mit dum­men Stüm­pern. Man muss auch beden­ken, dass die afri­ka­ni­schen Län­der durch­wegs kor­rupt sind, und man dort mit Bestechung weit kom­men kann, wes­halb Ange­hö­ri­ge der Regie­run­gen min­des­tens mit im Boot sit­zen wer­den. Ich wür­de auch anneh­men, dass die Migran­ten­strö­me längst von den­je­ni­gen, die dem Wes­ten gegen­über feind­lich gestimmt sind, als Waf­fe gebraucht wer­den, die wirkt, indem sie den Wes­ten finan­zi­ell aus­blu­tet, und des­sen Gesell­schafts­struk­tur schä­digt, mal ganz abge­se­hen davon, dass sich auf die­se Wei­se pro­blem­los eige­ne Agen­ten ein­schleu­sen las­sen. Der Iran und die Hes­bol­lah arbei­ten auch mit den mexi­ka­ni­schen Dro­gen­kar­tel­len und den Kom­mu­nis­ten in Vene­zue­la zusam­men. Anzu­neh­men, dass der­ar­ti­ge Akteu­re ihre Fin­ger nicht in den nach Euro­pa gelenk­ten Flücht­lings­strö­men haben, ist schon ziem­lich naiv. Die Schlep­per­ban­den sind nicht ein­fach nur ein Paar harm­lo­se Rei­se­bü­ros, die einen Neben­ver­dienst haben, son­dern feind­li­che Kri­mi­nel­le, deren Geschäfts­mo­dell bei jedem nor­mal den­ken­den Men­schen als Kriegs­hand­lung gel­ten sollte.

  13. Groß­ar­tig, wenn man das in die­sem trau­ri­gen Kon­text sagen darf. Sel­ten solch eine kris­tall­kla­re Zusam­men­fas­sung der Rea­li­tät gelesen.

  14. Sehr guter Arti­kel! Die Pro­ble­me klar ana­ly­siert umd auf den Punkt gebracht. Mei­ne Hochachtung,

  15. Einer der bes­ten Arti­kel ever…
    Für so etwas braucht unse­rer­eins min­des­tens einen Tag…

  16. Eigent­lich kann man nur noch rein­schla­gen. Ich wet­te, dass das Wort Über­be­vö­ke­rung in spä­tes­tens 10 Jah­ren Ras­sis­mus ist. 

    Mer­kel: „Der Liba­non ist ein Bei­spiel dafür, dass vie­le Reli­gio­nen fried­lich zusam­men leben können.”
    https://youtu.be/IS1eq2geQ_s?t=2m20s

    So lang­sam hab ich fast den Ein­druck, die ist ein­fach blöd.

    • „Mer­kels Plan zur liba­no­ni­sie­rung Deutsch­land” – guter Titel für einen Arti­kel. Aber ich war­te mal lie­ber noch bis Juli. Viel lie­ber wür­de ich näm­lich einen Nach­ruf verfassen.

    • Der Liba­non ist vor­al­lem ein Bei­spiel dafür, dass Euro­pa der mass­lo­ses­te aller Welt­meis­ter im Heu­cheln ist. Wäh­rend bei euro­päi­schen Psy­cho­pa­then aus ein paar Pro­mil­le mal eben 100% wer­den („Wir kön­nen doch nicht alle Flücht­lin­ge auf­neh­men.”), habe ich von kei­nem ein­zi­gen Liba­ne­sen oder Jor­da­ni­er bis­lang ein der­art aso­zia­les Gejam­mer gehört. Dort geht es bei der Auf­nah­me nicht um Pro­mil­le, son­dern um bis zu 30% der Eigen­be­völ­ke­rung. Aber macht ruhig so wei­ter, dann wer­den hun­dert­fach mehr Flücht­lin­ge als jetzt kom­men, und Eure „Edel­ge­ne ver­seu­chen”. Ein funk­ti­ons­fä­hi­ges Asyl­recht wäre lang­fris­tig mit die effek­tivs­te Form der Flucht­ur­sa­chen­be­kämp­fung gewe­sen, doch es exis­tiert jetzt schon nicht mehr. Doch Ihr Trot­tel wer­det es auch dann noch nicht begrei­fen, wenn Trump,&Co nach Zer­set­zung des Iraks und Syri­en bald auch noch in den Iran ein­mar­schie­ren und dabei eine weit grös­se­re Flücht­lings­wel­le aus­lö­sen wer­den. Wer nur nach unten tre­ten kann und Trump&Co in den Arsch krie­chen muss, zählt zu den Haupt­ver­ur­sa­chern von Ver­trei­bung und Flucht. Aber erklär mal einem Ossie, der Hart­z4-gespon­sert 24-Stun­den-Mer­kel­ba­shing betreibt, war­um er heu­te nicht mehr hin­term eiser­nen Vor­hang leben muss und wel­che Rol­le dabei die Garan­tie auf vol­le Bür­ger­rech­te für Mau­er­flücht­lin­ge spiel­te. Da hat kein ein­zi­ger Aso­zia­ler im Wes­ten gekräht, dass da viel­eicht lau­ter Sta­sia­gen­ten in die BRD ein­ge­schleust wer­den könnten.

Comments are closed.