In ihrer Aus­bil­dung ler­nen San­itäter einzuschätzen, welchen Ver­let­zten sie in welch­er Rei­hen­folge helfen sollen, falls sie an einem Unfal­lort mit mehreren Opfern ein­tr­e­f­fen. Wichtige Regel dabei: schau zuerst nach jenen, die reg­los sind, nicht jam­mern, nicht stöh­nen und nicht um Hil­fe bit­ten, denn denen geht es am dreck­ig­sten. Es gäbe diese Regel nicht, wenn sie selb­stver­ständlich wäre. Es ist näm­lich gar nicht so leicht, eine direk­te Bitte oder einen Hil­fer­uf zu ignori­eren, um sich zunächst um die wirk­lich schw­er Ver­let­zten zu küm­mern. Außer­dem winkt dem Beloh­nungssys­tem im Kopf des Helfers ein dur­chaus ehrlich gemeintes „Danke“, was für Ers­thelfer (aber nicht nur die) ein inner­er Antrieb sein kann. Der Men­sch ist näm­lich im Großen und Ganzen ein sol­i­darisches Wesen, das gern und selb­st­los hil­ft, nur muss er sich für die Pri­or­itäten dieser Hil­fe Regeln geben, die er son­st vielle­icht unwissentlich ver­let­zten würde, weil er die Über­sicht über die Lage und die Ursachen ein­er Katas­tro­phe aus dem Blick ver­liert. Der Überblick auf Ursachen und Symp­tome für die weltweit­en Bewe­gun­gen der Migra­tion hat Europa zur Zeit gän­zlich aus dem Blick ver­loren und die selb­st­losen Helfer stürzen sich auf jene Opfer, die am lautesten schreien.

„Big Raushole“ aus Afrika — Migration als Aufgabe ohne Verantwortlichkeiten

Seit Jahren tobt auf dem Mit­telmeer ein Krieg. Nicht zwis­chen Län­dern, son­dern zwis­chen Real­ität, Selb­ster­mäch­ti­gung und Util­i­taris­mus. Schiffe wie die „Aquar­ius“ fahren dicht an die Nordafrikanis­che Küste um dort diejeni­gen zu „ret­ten“, die sich auf den See­len­verkäufern der Men­schen­händler auf hohe See begeben und dort – wer würde dies bezweifeln – in Seenot ger­at­en. Das ist ja Sinn des Spiels und die Garantie der Ret­tung nach den vie­len Ertrunk­e­nen der let­zten Jahre und somit die einzige Möglichkeit für die Schlep­per, ihre „Kun­den“ auf die Schlauch­boote zu bekom­men. Nie­mand, nicht ein einziger der Bet­ro­ge­nen geht davon aus, es mit 600 Men­schen, ohne Nav­i­ga­tion und nur ein paar Litern Ben­zin auf einem solchen Stück Gum­mi nach Lampe­dusa oder Mal­ta zu schaf­fen. Die „Aquar­ius“ und ihre Schwest­er­schiffe sind kalkuliert­er Bestandteil dieses per­versen Spiels und diese wis­sen, dass das, was sie da tun, nicht Seenotret­tung, son­dern Notret­tung ist. Denn Seenotret­tung würde bedeuten, die geretteten nach inter­na­tionalem Seerecht in den näch­st­gele­ge­nen sicheren Hafen (Sicher­heit vor dem Ertrinken, nicht die Sicher­heit, ein besseres Leben oder Ver­sorgung zu find­en) zu befördern. Ein Taxi­di­enst ist im Seerecht nicht vorge­se­hen.

Der Notret­tung wird durch die Schlep­per somit eine Nöti­gung beige­fügt, indem man die Leute wissentlich ins Meer treibt und ihren Tod in Kauf nimmt. Das ist etwa so, als wür­den sie sich, liebe Leser, im Wartez­im­mer ihres Arztes die Pul­sadern auf­schlitzen, um die volle und pri­or­itäre Aufmerk­samkeit des Dok­tors zu erlan­gen. Ob sie diese ver­di­ent haben oder jemand anderes, der wed­er die Kraft dazu noch das nötige Werkzeug besitzt, sich der­art in Szene zu set­zten, die Hil­fe aber viel drin­gen­der benötigt, wäre ihnen egal. Sie schreien laut, das Blut sprudelt und wenn eine Kam­era vor Ort ist, haben sie die volle medi­ale Aufmerk­samkeit. Der Arzt, egal wie empört er auch wäre, würde jeden Vor­wurf der Son­der­be­hand­lung mit dem Aus­ruf “hätte ich ihn verbluten lassen sollen?” zurück­weisen. Lei­d­tra­gende sind die Patien­ten im Wartez­im­mer, die sich still ver­hal­ten.

Zurück zur „Aquar­ius“, die nach ein­er wirk­lich drama­tis­chen Ret­tungsak­tion ihre Fracht nicht wie gewöhn­lich in Ital­ien abladen kon­nte. Dies funk­tion­ierte über Jahre hin­weg automa­tisch und sorgte dafür, dass die Crews der ver­schiede­nen „Ret­tungs­fähren“ das Ergeb­nis ihrer Kol­lab­o­ra­tion mit den Men­schen­händlern ein­fach irgend­wo anderen Leuten vor die Füße kip­pen kon­nten. Das gute Gefühl, geholfen zu haben, bleibt. Doch Ital­ien spielte nicht mehr mit und die Ret­ter hat­ten plöt­zlich ein Prob­lem, an das sie nie gedacht hat­ten: Ihnen gin­gen die Vor­räte aus. Eigentlich logisch für einen Fähr­di­enst im Lin­ien­be­trieb, wenn sein Ziel­hafen plöt­zlich Quar­an­täne ver­hängt. Spanien sprang ein. Dort hat­te erst vor kurz­er Zeit die Regierung gewech­selt und die neu am Rud­er ste­hen­den Sozial­is­ten sahen die Gele­gen­heit, ihr Image aufzupolieren. Also fuhr die „Aquar­ius“ nach Ali­cante und löschte dort ihre Fracht, während dutzende Kam­eras begeis­tert den Land­fall hun­dert­er Kriegs­flüchtlinge ablichteten. Kriegs­flüchtlinge? Schauen wir doch mal in die Pas­sagierliste:

Alge­rien: 43, Afghanistan: 1, Banglade­sch: 3, Kamerun: 6, Komoren: 2, Kon­go: 1, Elfen­beinküste: 11, Eritrea: 60, Äthiopi­en: 5, Gam­bia: 11, Ghana: 3, Guinea Bis­sau: 4, Guinea: 22. Liberia: 1, Mali: 11, Marokko: 11, Niger: 1, Nige­ria: 148, Pak­istan: 11, Sene­gal: 13, Sier­ra Leone: 20, Soma­lia: 5, Sudan: 152, Süd Sudan: 49, Togo: 9

Ver­glichen mit einem Loft im Pren­zlauer Berg oder dem Ferien­haus eines linken Poli­tik­ers in der Toscana sind dies natür­lich alles Orte des Jam­mers. Und doch gibt es Abstu­fun­gen. Guinea, Marokko, Togo, Gam­bia, Ghana, Komoren, Algerien…wie kann es sein, dass von dort, wo kein Krieg herrscht, Men­schen aus­gerech­net nach Libyen fliehen. In ein Land also, in dem es im Gegen­satz zu ihren Heimatlän­dern tat­säch­lich Krieg gibt. Flieht man also jet­zt schon vor Elend und Per­spek­tivlosigkeit in Kriegs­ge­bi­ete? Es sind die Anreize und Ver­sprechen der Schlep­per und die Tat­sache, dass ein wesentlich­er Teil dieser per­versen Reise­pla­nung eben jene „Ret­tungss­chiffe“ sind, die vor der afrikanis­chen Küste patrouil­lieren. Doch zurück zur „Aquar­ius“ und der medi­alen Schluss­blende mit „Hap­py End“. Denn die Geschichte endete in unseren Medi­en beim Zeit­punkt der Anlan­dung. Die schö­nen Bilder waren im Kas­ten und die Ret­ter und deren Unter­stützer sich­er, Gutes geleis­tet zu haben. Die Stadt Ali­cante hat­te nun das Prob­lem, 600 Neuankömm­linge irgend­wo unterzubrin­gen.

Studenten raus, Migranten rein

Man entsch­ied sich für ein Wohn­heim der Uni in Ali­cante, dessen Bewohn­er man kurz­er­hand vor die Tür set­zte (siehe hier und hier). 24 Stun­den gab man ihnen Zeit, ihre Zim­mer zu ver­lassen, für die sie im Übri­gen bis zu 750 Euro Miete zahlen. Ab dem 1.7. wäre das Gebäude zwar leer gewe­sen, weil die Uni es im Som­mer als Jugend­her­berge nutzt, aber zum Zeit­punkt der Räu­mung waren es noch gut zwei Wochen bis zum Semes­ter­schluss. Ein Trep­pen­witz der Extrak­lasse ist es, wenn ein­er der geräumten Stu­den­ten berichtet, dass er sich in einem Deutschkurs auf einen Job in Deutsch­land vor­bere­it­en wollte, da er in Spanien keine Arbeit fände. Und so haben dieser Stu­dent und die Neuankömm­linge von der „Aquar­ius“ let­ztlich das­selbe Ziel, näm­lich Deutsch­land. Doch während der eine Qual­i­fika­tio­nen erwer­ben will, die er auf unserem Arbeits­markt benötigt, wer­den die anderen nichts der­gle­ichen mit­brin­gen, son­dern sich von der näch­sten Ret­tungs­man­nschaft in der Ret­tungs­kette vor die Füße der übernäch­sten Ret­ter leg­en lassen und die Wasserträger in dieser Kette wer­den mit dem guten Gefühl, geholfen zu haben, nach Hause gehen.

Nie­mand der Ret­ter stellt sich die Frage, welche Prob­leme er eigentlich wo löst oder ob er durch sein Han­deln wom­öglich mehr davon schafft. Der Modus Operan­di wird nie in Frage gestellt und wenn doch mal jemand Zweifel anmeldet, wird er mit dem Argu­ment „Willst du diese Men­schen ersaufen lassen“ zum Schweigen gebracht. Dieser Vor­wurf der Unmen­schlichkeit erstickt jedes Argu­ment, auch jenes, dass es die Schlep­per sind, die den Geretteten durch die „Über­fahrt“ in untauglichen Booten gewis­ser­maßen vor den Augen der Weltöf­fentlichkeit die Pul­sadern aufgeschlitzt haben. Ich glaube, wenn jedes der Ret­tungss­chiffe ein­mal mit sein­er Fracht Tunis oder Algi­er anliefe, hörten die Schlauch­bootren­nen schla­gar­tig auf. Wäre das nicht eigentlich das höch­ste Ziel der „Seenotret­ter“? Wenn nie­mand mehr ersöffe? Oder ver­mis­ste man das erhebende Gefühl, ganz toll geholfen zu haben, ohne sich darum zu scheren, was später aus den Men­schen wird und ob der Ver­frach­tung nach Europa unweiger­lich eine ganze Kette von kleineren und größeren Ungerechtigkeit­en und Rechts­brüchen fol­gen wird, für die dann andere ver­ant­wortlich sein sollen? Die Vor­würfe an die Schiffs­be­treiber, mit den Schlep­pern zusam­men­zuar­beit­en, sind ja nicht neu. Ich gehe aber noch einen Schritt weit­er und behaupte, dass sie durch die Art ihres Ein­satzes im Grun­des selb­st zu Schlep­pern wer­den. Nur dass als Bezahlung für diesen Dienst nicht schnödes Geld fließt, son­dern schöne Bilder und ein gutes Gefühl winken.

Nie­man­dem ist vorzuw­er­fen, für sich und seine Fam­i­lie ein besseres Leben zu suchen. Das ist in allen Zeit­en so gewe­sen und wenn der Entschluss nicht auf falschen Ver­sprechen vom Paradies oder Zwang beruht, entspricht er genau genom­men dem, was die europäis­che Aufk­lärung zum höch­sten Ziel erk­lärt hat: der wil­lentlichen und indi­vidu­ellen Entschei­dung, sein Leben selb­st in die Hand zu nehmen und Ver­ant­wor­tung für seine Zukun­ft zu übernehmen. Gerät man aber in die Fänge der europäis­chen Men­schen­händler, wird man zum Objekt der Für­sorge und eines selb­st­süchti­gen Mitlei­ds, aus dem es kein Entrin­nen mehr gibt. Die Tat­sache näm­lich, dass die aller­meis­ten der auf diesen per­versen Treck geschub­sten Men­schen in Europa nie wirk­lich reüssieren wer­den, ist den Helfern nicht nur egal, son­dern ist die unter­be­wusste Basis für deren Engage­ment. Wer in der Ret­tungs­kette am Anfang ste­ht und auf den Schif­f­en das Mit­telmeer durchkämmt, bekommt von der Verzwei­flung der Helfer am Zielort und der Res­ig­na­tion der meis­ten Migranten natür­lich nichts mit. Immer neue Schiff­s­ladun­gen kippt man den rück­wär­ti­gen Helfern vor die Füße. Erst dort entste­ht das Bewusst­sein der Verge­blichkeit, weil man fest­stellt, dass für viele der hier ges­tran­de­ten keine tragfähi­gen Per­spek­tiv­en in Europa zu find­en sind. Man wird es den Men­schen deshalb früher oder später über­lassen, sich hier bei uns eben jene Struk­turen zu schaf­fen, die sie aus ihren Heimatlän­dern ken­nen, nur, um „Ruhe“ zu haben. Zweifel­los wird man uns dies später als großen Erfolg verkaufen.

Utilitarismus der Ratlosigkeit

Mir scheint, dass der „West­en“, also Europa und Nor­dameri­ka, Afri­ka in Gänze längst ver­loren gegeben haben. Der Phase des Kolo­nial­is­mus fol­gte eine bis heute anhal­tende Phase aus Kor­rup­tion, Dik­tatur und Trib­al­isierung, der wir weitest­ge­hend ohn­mächtig zugeschaut haben. Die Entwick­lung­shil­fe diente im Großen und Ganzen als Schmiergeld, denn wirk­liche Entwick­lun­gen hat es – mit eini­gen wirk­lich löblichen Aus­nah­men – nicht geschaf­fen. Noch vor zwanzig Jahren wurde die dro­hende Bevölkerung­sex­plo­sion in Afri­ka als das größte Prob­lem für die Entwick­lung des Kon­ti­nents gese­hen, heute spricht nie­mand mehr darüber. Der fatal­is­tis­chen Fest­stel­lung, in welchem Maße sich die Bevölkerung ger­ade in den Staat­en Zen­tral- und West­afrikas entwick­eln werde, der die dor­ti­gen Volk­swirtschaften unmöglich stand­hal­ten kön­nen, fol­gten keine Pro­gramme für Bil­dung und Aufk­lärung, son­dern sehr merk­würdi­ge UN-Pläne zu „Reset­tle­ment and Relo­ca­tion“ (Glob­al Com­pact on Refugees), denen ein inhu­man­er Util­i­taris­mus ger­adezu aus jed­er Zeile tropft.

Man will den „Bevölkerungsüber­schuss“, den soge­nan­nten Youth-Bulge der afrikanis­chen Län­der dazu nutzen, um die schrumpfende Bevölkerung Japans, Rus­s­lands oder Europas „aufzufüllen“. Das Ganze hört auf den Namen „Bestand­ser­hal­tungsmi­gra­tion“ und klingt wie der Wortschatz eines Hun­dezüchter­vere­ins. Man hat Afri­ka offen­bar aufgegeben und glaubt nicht mehr daran, dass sich die Staat­en dort je in eine bessere Rich­tung entwick­eln wer­den und, auf eige­nen Füßen ste­hend, selb­st­be­wusste und tragfähige Gesellschaften entwick­eln kön­nen. Die Bevölkerung­sex­plo­sion wird vom Prob­lem zur Ressource erk­lärt, der­er man sich zur „Bestand­ser­hal­tung“ bedi­enen kann. Der Zweck heiligt die Mit­tel sagt der Util­i­tarist und die Fähr­di­en­ste im Mit­telmeer wer­den unter diesem Blick­winkel zur vorau­seilen­den Erfül­lung kün­ftiger UN-Pläne. Spin­nt man den Faden etwas weit­er, was ich mit Abscheu und unter Protest tue, kann das „Abschöpfen“ des Youth-Bulge afrikanis­ch­er Län­der jedoch nur der Anfang sein. Die „importierten Men­schen“ sind schließlich nicht opti­mal kom­pat­i­bel mit dem, was in Europa oder Japan auf sie zukommt, weil sie durch Kind­heit und Jugend in ihren Herkun­ft­slän­dern bere­its geprägt sind.

Deshalb wird man die Ressource früher „abschöpfen“ müssen und bere­its Kinder importieren – dies ist die Let­ztkon­se­quenz der Pläne, die von Spatzen­hir­nen bei der UN und ihren willi­gen Helfern bei europäis­chen NGOs erdacht und umge­set­zt wer­den. Es liefe also auf nichts weniger als legit­imierte Sklaverei hin­aus. Ich habe keine Worte, um meinem Ekel vor solchen Plä­nen Aus­druck zu geben! Das Kalkül der UN ist, dass die Migranten schon heute mehr Geld in ihre Herkun­ft­slän­der schick­en, als an Entwick­lung­shil­fe dor­thin fließt. Jedoch haben bei­de Geld­ströme eines gemein­sam: sie ver­hin­dern die Entwick­lung dort, wohin sie lan­den und zemen­tieren die Abhängigkeit von Almosen. Die Pflicht, Geld in die alte Heimat zu schick­en, ver­hin­dert zudem langfristig und gründlich die Per­spek­tiv­en auf ein selb­st­bes­timmtes Leben in der neuen Heimat. Die Kette der Abhängigkeit bliebe für die Migranten auf bei­de Seit­en fest geschmiedet.

Ultra posse nemo obligatur

Wann genau haben wir eigentlich den Überblick über die Kon­se­quen­zen unseres Han­delns ver­loren? Ich ver­mute, als wir damit began­nen, Entschei­dun­gen an Instanzen zu delegieren, denen wir eine höher ste­hende Moral und größere Kom­pe­tenz attestierten. Je weit­er weg vom Prob­lem jedoch darüber entsch­ieden wird, umso schw­er­er ist es, die entste­hen­den Belas­tun­gen richtig einzuschätzen. Der römis­che Rechts­grund­satz, dass nie­mand über seine Fähigkeit­en hin­aus verpflichtet wer­den kann, wird nur zu oft durch eine unzuläs­sige Abwä­gung erset­zt. Von Madrid aus ist es leicht, ein paar Stu­den­ten auf die Straße zu set­zen, um in deren Woh­nun­gen Migranten einzuquartieren, weil man die Not let­zter­er als größer ein­schätzt. Aus Sicht des Stu­den­ten, dessen Sol­i­dar­ität man ein­fach requiri­ert hat und der dadurch vielle­icht einen Abschluss nicht schafft, der ihm einen guten Job ermöglicht hätte, ist „ultra posse“ aber vielle­icht längst über­schrit­ten. Er wurde jedoch nicht gefragt, man entschei­det über dessen Kopf hin­weg genau­so, wie über die Köpfe der­er, die man zu hun­dert­tausenden nach Europa lockt. Man tritt die Inter­essen der einen mit Füßen, ohne damit den Inter­essen ander­er wirk­lich zu dienen und sorgt dadurch für Ärg­er und Ver­bit­terung auf allen Seit­en. Es gibt keine Gewin­ner in diesem per­versen Spiel.

Der Staat löst ein Prob­lem, schafft dadurch aber unmit­tel­bar neue. Sel­biges gilt für alle Glieder in der Kette aus Kausal­itäten der Migra­tion. Die afrikanis­che Fam­i­lie wird in Zukun­ft den Ver­lust von Söh­nen durch Auswan­derung und stra­paz­iöse Wege dor­thin durch noch mehr Kinder „aus­gle­ichen“ oder den „Mark­twert“ dieses per­versen Jugen­d­ex­ports stärk­er gewicht­en. Die erfol­gre­iche Ret­tung von 600 Men­schen durch die „Aquar­ius“ pro­duziert genau jene Bilder, die die Schlep­per ihren näch­sten Opfern zeigen. Schließlich wird der aus­bleibende Wider­stand durch die Stu­den­ten die spanis­che Regierung kün­ftig bei ähn­lich spon­ta­nen „Prob­lem­lö­sun­gen“ noch kreativ­er wer­den lassen und die Stu­den­ten das Ver­trauen in den Rechtsstaat ver­lieren lassen. Ein Teufel­skreis aus kleinen, schein­bar richti­gen Entschei­dun­gen, die in der Summe jedoch eine ver­heerende Entwick­lungsrich­tung ergeben. Solange nicht alle Beteiligten „Stop“ sagen, wird diese Kausalkette aus gefühlter Men­schlichkeit und Hil­fs­bere­itschaft das bleiben, was ich in der Head­line aus­gerufen habe: Heuchelei! Und die wird auf dem Rück­en der Völk­er Afrikas und Europas aus­ge­tra­gen.

Kom­men wir auf unser Ein­gangs­bild mit den San­itätern zurück und schauen nicht nach den schreien­den, son­dern den stillen, tiefen Prob­le­men, also den Ursachen der Erkrankun­gen der Gesellschaften in Europa und Afri­ka, die sich momen­tan in so fataler Weise gegen­seit­ig die Hände um den Hals pressen. Statt einen Frei­han­delsver­trag mit der EU, der nur der pro­duk­tiv­eren und durch Sub­ven­tio­nen bevorteil­ten europäis­chen Seite nützt, soll­ten ins­beson­dere die land­wirtschaftliche Pro­duk­tiv­ität Afrikas durch Exporthil­fen verbessert wer­den. Es ist absurd, dass Afri­ka, dessen riesige Flächen die Welt ernähren kön­nten, auf Lebens­mit­tel­spenden oder ‑importe aus Europa angewiesen ist. Es gälte außer­dem, Know-How nach Afri­ka zu brin­gen und die Unter­stützung kor­rupter Regime umge­hend einzustellen. Entwick­lung­shil­fe muss an Entwick­lung gekop­pelt wer­den und darf nicht end­los fließen. Europa sollte auch endlich damit begin­nen, sich von der Idee der ewigen Schuld zu lösen, die man während der Kolo­nialzeit ange­häuft habe, ohne zu vergessen, was damals geschehen ist. Kein afrikanis­ches Land strebt ern­sthaft danach, zurück in die Zustände vor der Kolo­nial­isierung zu gelan­gen. Straßen, Schienen, Fab­riken, Schulen und Städte will man haben, am besten solche, wie in Europa. Wer hier bei uns etwas anderes predigt und das Streben nach Entwick­lung und Wohl­stand ver­teufelt, möchte Afri­ka in Wirk­lichkeit klein hal­ten und auf ewig ali­men­tieren, um Macht über seine Men­schen zu behal­ten.

Und Europa? Unsere Prob­leme im Zusam­men­leben sind imma­nent – und das obwohl wir uns für so unglaublich fortschrit­tlich hal­ten, obwohl wir jede Menge supra-staatlich­er Organ­i­sa­tio­nen haben und Welt­meis­ter im Plä­neschmieden sind. Unser Hang zum Etatismus und der sich daraus ergeben­den immer stärk­er wer­den­den Über­grif­figkeit von Bürokratie und Poli­tik in unsere Leben sind es, die uns schrumpfen lassen. Aber das ist Stoff für einen eige­nen Artikel, ja, eine Artikelserie! Migra­tion zuzu­lassen, ist eigentlich eine logis­che Kon­se­quenz des Strebens nach Frei­heit, unsere Prob­leme jedoch kann sie nicht lösen. Im Gegen­teil.

Es wird Zeit, dass wir Afri­ka loslassen, damit es auch uns loslassen kann. Machen wir so weit­er wie bish­er, erwür­gen wir uns gegen­seit­ig.

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48 Kommentare

  1. Der Spanis­che Min­is­ter­präsi­dent kann sich einen schlanken Fuss in dieser Sache machen.
    Weiss er doch, diese nicht lange in Spanien bleiben. Für unter den Min­dest­lohn wer­den und wollen diese Ankoemm­linge auf den Obst­plan­ta­gen nicht arbeit­en. Neben­bei hat er noch eine Arbeit­slosen­quote von über 60 Prozent der Jugendlichen von 15 bis 30 Jahre an der Backe.
    Von den ersten Anlan­dun­gen in Spanien hat sich über die Hälfte Rich­tung Frankre­ich begeben.
    Mit weit­eren Ziel ist klar. Wartet doch dort das Haus, Auto, Job, etc. auf diese Gold­stücke.
    Wir haben aber jet­zt Ende Juli und Spanien hat über neue 14.000 Migranten an die Backe.
    Das Geschrei um Hil­fe Rich­tung Frankre­ich und Ger­many kam schon. Aber auch aus Brüs­sel erwartet man frische Euros.

    Ich bin viel in den Län­dern bis zur Sahel­zone unter­wegs.
    Auch der Libanon ist mir nicht unbekan­nt. Dort haben sich die Mehrheitsver­hält­nisse ver­schoben.
    Moslems sind mehr anzutr­e­f­fen, wie Chris­ten. Aber auch poli­tisch ist einiges anders gewor­den.
    Stell­ten früher die Chris­ten den Staat­spräsi­dent, kamen die Min­is­ter aus den Moslemis­chen Kreisen.
    Auch im Mil­itär haben sich die Mehrheit­en geän­dert.
    Nicht zu vergessen haben die Libane­sen einen Klotz am Bein.
    Das ist die ABAS aus Pal­isti­na die sich um Baal­beck bre­it gemacht haben.

    Mein Fre­und Joan Ziegle, langjähriger Mitar­beit­er der UNO und UNESCO hat schon vor Jahren die Indus­tri­es­taat­en um mehr Geld ange­bet­telt. Man benötigt ca. 50 Euro im Monat, um eine Per­son in Afri­ka in Schul­bil­dung, Beruf, Essen und Trinken und ein Dach über den Kopf zu besor­gen. Inbe­grif­f­en sind auch die Medi­zinis­chen Leis­tun­gen in den dor­ti­gen Län­der. Was hat man aber getan, die Hil­fe zur Selb­sthil­fe würde zurück gefahren.
    Und jet­zt wun­dert man sich, dass zum Größten Teil gescheit­erte Exis­ten­zen, ohne Schul­bil­dung und Beruf, ange­s­pornt durch die Schlep­per und hier offe­nen Gren­zen, auf in das Land wo Milch, Honig und Man­na fließt, auf­machen.
    Nach 3 Jahren kam von den Hose­nanzug ein leis­es Demen­ti, dass es nicht so ist.
    Man braucht aber auch im Jahr 2018 nur das Zauber­wort zu sprechen und man wird aufgenom­men.
    Ob es der Bevölkerung passt oder nicht. Alles am Bun­destag und Bun­desrat vor­bei.
    Danach kam dann dieser Super­spruch, “jet­zt sind sie ein­mal hier.”
    Seit 3 Jahren nur Flixschus­terei.
    Oben ste­ht etwas von Nächtlichen Brand­s­tifter und aus den Rei­hen der Feuer­wehr.
    Das kann ich als ehe­ma­li­gen L‑NA bestäti­gen. In mein­er Beschäf­ti­gungszeit kamen 5 Brand­s­tifter aus deren Rei­hen.
    Dazu muss man wis­sen,
    der Feuerwehrmann/Frau liebt das Feuer. Gel­tungssucht, Beförderung, Korps­geist, etc. spielt auch eine Rolle.
    Zum Glück hat es bei diesen Fuechteleien keine Per­so­n­en­schä­den gegeben.

    Heute am Tag ste­he ich unter anderen auf der Lohn­liste des IKRK.
    Auch in Syrien gibt es Orte, da meint man, man bum­melt über die Kö, auf den Stachus, oder den Alex.
    Ein klitzek­lein­er Unter­schied gibt es aber doch, weniger Kopf­tuch­mädels.
    Auch in Sau­di-Ara­bi­en gibt es Oasen, da gilt das Kopf­tuchver­bot.
    Und das lustige daran, das dor­tige Königshaus und die Reli­gion­spolizei weiss das.
    In Katar laufen die weib­lichen Verkehrs- Polizistin­nen, die es tra­gen kön­nen, neuerd­ings in kurzen Hosen herum.

  2. Oh, ein ver­ant­wor­tungs­geübter Ret­tungssan­itäter erk­lärt Uns tiefenpsy­chol­o­gisch die Welt der Sim­u­lanten. Sor­ry, so einen “Helfer” hat nie­mand mit Ver­stand jemals um “Hil­fe” gebeten. Dass der­ar­tige “Hil­fe” immer Geld und Leben kostet, ist son­nen­klar. Schon mal irgend­je­man­den aufge­fall­en, dass die meis­ten nächtlichen Brand­s­tifter tagsüber als Feuer­wehrleute beschäftigt sind?

  3. Das per­fide am “selb­st­süchti­gen Mitleid” der Gut­men­schen ist, dass es sie nichts kostet. Sie haben eine Woh­nung einen Job, eine Altersver­sorgung und ein Spar­buch. Sie müssen nicht mit den “Schutz­suchen­den” um Ressourcen kämpfen. Diese ver­ant­wor­tungsvolle Auf­gabe muß das zunehmende Prekari­at der schon länger hier Leben­den lösen. Damit erhält die ‘Bestandsmi­gra­tion’ den Charak­ter des: https://quillette.com/2018/06/29/the-war-on-normal-people/. Ein neolib­eraler ‘Klassenkampf’ der “Guten” gegen die “Bösen”, der “Pseudolinken” gegen die “Recht­spop­ulis­ten”, der Reichen gegen die Armen, der Moral gegen die Unmen­schlichkeit. Ver­lo­genes Pack!

    • Danke, dass Du Trot­tel von Dir selb­st aus Anführungsze­ichen set­zen musstest und damit Deinen Mist vom “selb­st­süchti­gen Mitleid” bere­its ‑wenn auch unfrei­willig- in Zweifel gezo­gen hast. Da hat sich wohl die Autoko­r­rek­tur vom PC direkt auf Dein Gehirn über­tra­gen?

      • Danke, dass ein link­er Intel­li­genzbe­fre­it­er sich hier so out­et. Es bestätigt sich ein­mal mehr, dass Linke keine Argu­mente haben und dies mit der­ben Belei­di­gun­gen auszu­gle­ichen ver­suchen. Niveau ist für Linke nichts weit­er als eine Creme.

      • “Du Trot­tel” ist eine klas­sis­che Pro­jek­tion sein­er eige­nen Per­sön­lichkeitsstruk­tur auf andere.

  4. Ach, ist das doch schön, dass man ein solchen hanebüch­ene Text schreiben darf,ohne Beach­tung von Seerecht, Völk­er­recht, Euro­parecht etc

    • Und die entsprechen­den Stellen im See‑, Europa‑, und Völk­er­recht, die bele­gen, dass alles genau so stat­tfind­en muss, wie es die Ret­ter auf der Aquar­ius und anderen Schif­f­en tun, wer­den Sie uns sich­er noch nach­liefern. Sie wer­den es doch nicht bei ein­er hanebüch­enen Behaup­tung belassen, oder?

  5. Ich bin der Mei­n­ung, dass Deutsch­land und im Prinzip jedes Land der Erde schle­u­nigst raus aus der UN sollte, und sich der Krallen, die die Agen­da 21/2030 usw. in die jew­eili­gen Rechtssys­teme der Natio­nen geschla­gen hat, entledi­gen. Wer wis­sen, möchte, wie die nach­haltige Welt dem­nächst ausse­hen soll, der braucht nur mal nach Ameri­ka zu schauen, vor allem nach Kali­fornien.

  6. Es tut gut, zu wis­sen, dass es Leute gibt, die solche gewalti­gen und klu­gen Artikel schreiben kön­nen. Danke!
    Spende fol­gt dem­nächst, bin noch neu hier 🙂

  7. Ein her­vor­ra­gen­der Artikel. Hinzufü­gen möchte ich noch, dass Europa z.B. Lebens­mit­telüber­schüsse, die in Europa “unverkäu­flich” sind, nach Afri­ka exportiert (z.B. Häh­nchen­teile, die wir Europäer nicht essen mögen, weil wir ja nur “Brust” haben wollen…) Resul­tat: afrikanis­che Bauern sind gegen die Bil­ligfleisch-Importe preis­lich nicht konkur­ren­zfähig und ver­lieren ihr Auskom­men! Mit Tex­tilien und anderen Pro­duk­ten ver­hält es sich genau­so. Europa heuchelt also ganz gewaltig! Wie soll sich in Afri­ka ein fair­er Markt entwick­eln, wenn wir es mit unseren (nicht mehr) gewoll­ten Bil­lig­pro­duk­ten über­schüt­ten und damit lokale Märk­te zer­stören, die zuvor noch funk­tion­iert und die den Men­schen ein Auskom­men ermöglicht haben?! Es erscheint, dass man sich hier “ein reines Gewis­sen” erkaufen möchte, weil man ja weiß, dass man mit den Bil­lig­ex­porten dur­chaus eine Mitschuld an der Mis­ere trägt.

  8. Die Geschichte mit den soge­nan­nten Frei­han­delsabkom­men ist eigentlich rasch erk­lärt: Wir leben weltweit mit einem Sys­tem­fehler in unserem Geldsys­tem. Dieses fehler­hafte Geldsys­tem ist die Basis für derzeit­ige gle­ich­falls fehler­hafte Wirtschaftssys­teme. Alle sind primär auf die Erzielung von Kap­i­tal aus­gerichtet. Durch den Zins­eszins­mech­a­nis­mus und einem destruk­tiv­en Gel­dum­lauf kommt es ständig zu ein­er Über­en­twick­lung von Geld­ver­mö­gen. Erzwun­gene monop­o­lis­tis­che Herrschaftssys­teme sind die Folge.
    Die Schlep­per­ban­den sind nur ein Symp­tom dieses fehler­haften Geldsys­tems.

    • Es ist nicht das Geldsys­tem, das entse­ht sekundär. Es sind die Eigen­tumsver­hält­nisse die nach Prof­it streben.

  9. Wenn sich jemand im Wartez­im­mer die Pul­sadern auf­schnei­det hat dieser Men­sch starke psy­chis­che Prob­leme. Jed­er Arzt, der seinen Job ernst nimmt, würde hier helfen. Was sollte er auch anderes tun, den Patien­ten ster­ben lassen? Und was soll Europa mit den Ertrink­enden tun, sie ertrinken lassen zwecks Abschreck­ung? Der Artikel beant­wortet diese Frage nicht, son­dern ver­weist nur darauf nicht noch Anreize zu pro­duzieren nach Europa zu gelan­gen. Als ob die paar Ret­tungss­chiffe nun der große Verur­sach­er der Flüchtlings­be­we­gun­gen wären und wenn es diese nicht mehr gibt alles super wird. Solange Europa Afri­ka mit einem Frei­han­delsabkom­men aus­beutet, mit ein­er Fis­chfangflotte die Meere leer­fis­cht vor Afri­ka, die Rohstoffe plün­dert, den Atom­müll vor Afrikas Küsten und in Afri­ka versenkt usw., wird der Zus­trom nicht abreißen! Es ist naiv zu glauben, dass eine Abschot­tung das Armut­sprob­lem löst! Vielle­icht erleben wir momen­tan den Beginn dessen was Marx voraus­ge­sagt hat. Nur das es nicht die west­lichen Pro­le­tari­er sind, son­dern Flüchtlinge, die eine Wel­trev­o­lu­tion aus­lösen! Wenn man die CSU und AfD so hört kön­nte man dies zumin­d­est glauben!

    • Es tut mir aufrichtig leid für Sie, dass Sie den Artikel nicht ver­standen haben. Dies zeigt mir die Art, wie Sie das Bild mit den aufgeschnit­te­nen Pul­sadern inter­pretieren. Aber dabei kann ich Ihnen nicht helfen.

      • Das stimmt natür­lich, Methapern lassen sich unter­schiedlich inter­pretieren und ver­ste­hen. Und auch als passend oder unpassend einord­nen. Aber hier „[…] Statt einen Frei­han­delsver­trag mit der EU, der nur der pro­duk­tiv­eren und durch Sub­ven­tio­nen bevorteil­ten europäis­chen Seite nützt, soll­ten ins­beson­dere die land­wirtschaftliche Pro­duk­tiv­ität Afrikas durch Exporthil­fen verbessert wer­den.“ stimme ich Ihnen voll­ständig zu! Scheint nur immer etwas unterzuge­hen, wie sich bei den Rück­mel­dun­gen hier in den Kom­mentaren auch bere­its sehen lässt!
        Auch das west­liche Großkonz­erne mit den Dik­taturen zusam­men die Boden­schätze Afrikas aus­beuten, Waf­fen­ex­porte forcieren oder die Atom­müll­mafia vor Afrikas Küsten usw. den Atom­müll versenkt und europäis­che Hochseefis­ch­er die Meere vor Afri­ka leer­fis­chen, scheint immer etwas ver­nach­läs­sigt zu wer­den, wo doch dies nicht ger­ade unwesentliche weit­ere Bausteine sind, die die Aus­beu­tung Afrikas u.a. auch heute noch verdeut­lichen! Solange sich das nicht ändert, wird es auch riesige Migra­tions­be­we­gun­gen geben! Und das ist die eigentliche Heuchelei, dies nicht deut­lich erken­nen zu wollen und eine angemessenere par­tizipa­ti­vere Umverteilung zu vertreten! Das wird natür­lich nur gelin­gen, wenn auch etwas gegen Steuer­flüchtlinge (u.a. nach Lux­em­burg) unter­nom­men wird!

        • Waren Südafri­ka und Rhode­sien nicht die pro­duk­tivsten Nahrung­sh­er­steller Afrikas? Ich meine, in der Ver­gan­gen­heit, bevor irgendwelche Spin­ner der Welt ein weit­eres Beispiel dafür geliefert haben, weshalb Demokratie nicht funk­tion­iert.

          Es würde mich mal inter­essieren, was dort aus Sicht von jeman­dem, der Marx erwäh­nt, ohne anschließend auszus­puck­en, falsch gelaufen ist. Wirtschaftliche Pro­duk­tiv­ität, Land­wirtschaft und gesellschaftlich­er Fortschritt waren schließlich mal da. Warum sind sie es nun nicht mehr?

        • Als Marx sein Kap­i­tal geschrieben hat, gab es noch Kinder­ar­beit in Europa. Marx war doch nur gut dafür einen gewis­sen Gegen­druck zu erzeu­gen, um die Eliten dazu zu bewe­gen gewisse soziale Zugeständ­nisse zu machen. Hat ja auch super funk­tion­iert. Und den Kom­mu­nis­mus bzw. Lenin­is­mus und den darauf­fol­gen­den Stal­in­is­mus hätte es ohne die Unter­stützung des mil­itärisch indus­triellen Kom­plex­es im Deutschen Kaiser­re­ich nie gegeben. Wer hat denn Lenin zurück­geschickt und dessen Agi­ta­tion finanziert? Das deutsche Kaiser­re­ich näm­lich!

        • Das macht Marx auch nicht mehr zum Unschuld­slamm. Sein staub­trock­enes, Mich­mäd­chen­rech­nungs­buch “das Kap­i­tal” ist nicht das einzige, was er so geschrieben hat. Er hab auch etliche anti­semi­tis­che und zur Gewalt aufwiegel­nde Briefe geschrieben.

          Und dass der Mann ein Herz für Kinder oder Arbeit­er gehabt hätte und nicht ein­fach nur psy­chopathisch war, muss man auch erst mal irgend­wie bele­gen. Arbeit­er in den Minen und Werken besucht hat er jeden­falls nicht.

        • Jet­zt ist es also dem Kaiser zurechen­bar, was in der Sovi­etu­nion passierte? Nicht schlecht. Ich hab neulich jeman­den zu einem Meet­ing gefahren, auf dem er viel Geld ver­di­ent hat. Ohne mich wäre er da nicht hingekom­men. Ist das jet­zt mein Geld? Ich meine, wenns des Kaisers Ver­ant­wor­tung ist, was in der Sovi­etu­nion passierte, ists meine Ver­ant­wor­tung, was auf dem Meet­ing passierte, und damit meine Kohle. Wie komme ich jet­zt an meine Kohle? Wäre Raub ein Plan?

          Oder ist das mit der Moralis­chen Ver­ant­wor­tung, im Bezug auf alles was links ist, nicht eher so, dass Zurechen­barkeit über­haupt keine Rolle spielt, und man die Moral sowieso ignori­ert, wenn sich damit nicht entwed­er fehlkon­stru­ierte Kopfge­burten begrün­den lassen, oder man dem Klassen­feind Vor­würfe machen kann, mit denen sich entwed­er das eigene Ver­sagen oder der eigene Hang zu Unter­drück­ung begrün­den lässt?

          Wom­it wir wieder bei Südafri­ka und Rhode­sien wären. Warum genau wur­den die Rain­bow Repub­lic und ihr Shit­hole-Neigh­bor, nach link­er Ausle­gung, von den pro­duk­tivsten Wirtschaften des schwarzen Kon­ti­nents zu Rohrkrepier­ern? Da müsste doch alles super sein. Die weißen Rassisten/Kapitalisten haben dort heute nichts mehr zu melden, und wur­den enteignet. Edle, schwarze, Sozialisten/Kommunisten haben das Sagen. Aber den­noch hal­ten die mitler­weile den Wel­treko­rd bei den auf die Ein­wohn­erzahl nor­mal­isierten Mor­den und Verge­wal­ti­gun­gen, haben ver­mei­d­bare Wasserk­nap­pheit­en, und schla­gen sich mit Pro­duk­tiv­ität­sein­bußen bei deren Leben­snotwendigkeit­en herum.

      • Vielle­icht ver­suchen Sie ihre Meta­pher mit dem Wartez­im­mer nochmals zu erk­lären, ich habe das selbe Prob­lem wie der Vorred­ner und halte seinen Ein­wand für sehr gerecht­fer­tigt, ger­ade im Hin­blick auf die weit­er­hin hohe Anzahl an im Mit­telmeer Ertrink­enden.
        Ich würde mich freuen, wenn Sie auf diesen Ein­wand einge­hen wür­den und Ihre Posi­tion nochmals klar­er zu machen: Was ist Ihre Alter­na­tive? Ertrinken lassen? Nach Lybi­en zurück­brin­gen?
        Dort beste­ht vielle­icht Gefahr für die Besatzungsmit­glieder der Ret­tungss­chiffe.

        • Wir reden nicht von einem psy­chisch Kranken, der ver­sucht, sich das Leben zu nehmen. Das Bild han­delt von jeman­dem — und zwar fik­tiv — der auf diese Weise Aufmerk­samkeit und Vor­rang erzwingt, um sich anschließend den eingewach­se­nen Zehen­nagel behan­deln zu lassen. Die Anter­na­tive: Die Schnit­twunde behan­deln, nicht den Zehen­nagel. In der Real­ität hieße dies in der Tat: zurück nach Libyen oder Alge­rien. Gefahr für die Ret­ter? Was für eine Logik! Was für ein Erpres­sungspoten­zial! Man denke dies mal zu ende, alles kön­nte man von allen fordern, weil jed­er erpress­bar wäre. Entwed­er mit dem eige­nen Tod, oder dem Elend ander­er. Wir finanzieren zwar die libysche Küstenwache, lassen unsere Ret­tungss­chiffe aber von densel­ben Leuten “in Gefahr” brin­gen? Wie wäre es stattdessen mit fol­gen­der neuen “Geschäft­sidee” der Schlep­per: ver­sam­melt die Men­schen ein­fach am Strand und dro­ht, jede Stunde einen umzubrin­gen, wenn Aquar­ius und Co. ihre Trans­portaufträge nicht erfüllen. Nur für den Fall, dass denen mal die Schlauch­boote aus­ge­hen. Klingt zynisch, ist aber im Sinne des Ret­tens kon­se­quent zu ende gedacht­es Men­schen­händler­w­erk.
          Merken Sie was? Sehen Sie, wohin das Spiel und führt? Wer Fluchtur­sachen bekämpfen will, und zwar nicht nur mit Worten, der muss den Schlep­pern das Handw­erk leg­en. Buch­stäblich! Das wird mit ver­han­deln und bitte bitte nicht zu haben sein. Aber wir wollen uns ja nicht die Hände blutig machen. Wir schreiben lieber mit dem Blut der­er, die es nicht bis in die Boote schaf­fen, “Ret­ter” auf unsere Gewis­sen. Schauen Sie sich die Men­schen an, die es an die Küsten Europas schaf­fen. Am Ver­hungern war kein­er von denen.

        • Was geht es mich an, ob jemand im Mit­telmeer ertrinkt? Was hab ich davon, wenn ers nicht tut? Ich meine, abge­se­hen davon, dass mein Geld in deren Rich­tung umverteilt wird, wenn sies nicht tun, und die Wahrschein­lichkeit mein­er Ange­höri­gen verge­waltigt oder sonst­wie trau­ma­tisiert zu wer­den steigt, wenn sie den Weg nach Europa schaf­fen. Und was hab ich davon, wenn die Besatzung eines Ret­tungss­chiffs nicht als Geiseln irgendwelch­er Jihadis­ten in Libyen enden, die ihnen wahlweise den Kopf abschnei­den, das Gehirn mit einem aufge­set­zten Kopf­schuss von einem Fün­fjähri­gen weg­pusten lassen, oder die sie in einen Käfig sper­ren, mit Ben­zin übergießen, und dieses anzün­den, oder die aus ihnen Sexsklaven machen? Warum sollte es mich inter­essieren, ob jemand, der sich frei­willig in Gefahr beg­ibt, darin umkommt, beson­ders dann, wenn es neg­a­tive Auswirkun­gen auf mich hat, falls ers nicht tut?

          Warum sollte mir das Schick­sal dieser Men­schen nicht vol­lkom­men gle­ichgültig sein, wenn man ein­mal davon absieht, dass ich sie aus den oben genan­nten Grün­den nicht in mein­er Nähe haben will? Macht es mich zu einem schlecht­en Men­schen, dass ich mich und meine Ange­höri­gen höher schätze, als die Men­schen in Afri­ka? Warum?

          Die hat­ten ihre Chance. Deren Kon­ti­nent hat mehr Platz pro Ein­wohn­er, und mehr natür­liche Ressourcen, als der Kon­ti­nent, auf dem ich lebe. Die einzige natür­liche Ressource, die es auf dem Kon­ti­nent, auf dem ich lebe, noch gibt, ist die glib­brige Masse zwis­chen den Ohren sein­er Ein­wohn­er. Diese kann leicht kaputt gehen. Warum sollte man dies riskieren, nur um Men­schen zu helfen, denen nicht zu helfen ist, weil die glib­brige Masse zwis­chen deren Köpfen kaputt ist, und das Ergeb­nis pro­duziert hat, vor dem sie fliehen, und die das selbe Ergeb­nis auch hier pro­duzieren wird, sobald dies möglich ist?

          Die sind ver­ant­wortlich für das, wovor sie fliehen. Die wer­den das, wovor sie fliehen, auch hier schaf­fen. Das Wis­sen, wie man Gesellschaften schafft, die nicht so ausse­hen, wie das, was man in Afri­ka vorfind­et, ist Open Source. Jed­er kann das umset­zen. Es gibt wed­er Lizen­zge­bühren noch Urhe­ber­rechte, die zu beacht­en sind, und wirk­lich JEDER in der zivil­isierten Welt will die auch dabei unter­stützen, es umzuset­zen. Dieses Wis­sen bekommt man nachgeschmis­sen. Wieso sollte der­jenige, der dieses Wis­sen ignori­ert hat, nicht selb­st für die Kon­se­quen­zen haften? Warum sollte man ihn davon abhal­ten, als abschreck­endes Beispiel zu dienen, an dem man demon­stri­eren kann, was besagtes Wis­sen wert ist? Welchen Ein­fluss hat es über­haupt, wenn man Men­schen davor bewahrt, zu abschreck­enden Beispie­len zu wer­den? Warum sollte jemand über­haupt noch ver­ant­wortlich han­deln, wenn er vor den Kon­se­quen­zen ver­ant­wor­tungslosen Han­delns geschützt wird? Und woran soll jemand erken­nen, was ver­ant­wor­tungs­be­wusstes Han­deln ist, wenn es keine abschreck­enden Beispiele für die Kon­se­quen­zen ver­ant­wor­tungslosen Han­delns gibt?

          Erk­lär mir das.

    • Ich glaube, es würde reichen, den Sozial­staat endlich abzuschaf­fen, um die Migra­tionsprob­lematik zu lösen. Dann kann man auch offene Gren­zen haben. Vielle­icht würde noch eine Erweiterung der Notwehr-Möglichkeit­en gegenüber Plün­der­ern notwendig wer­den, die sich auf den Sozial­staat eingestellt haben, und ohne nicht kön­nen, aber viel mehr wäre nicht nötig, und das Leben wäre wieder inter­es­sant.

      • Um den Sozial­staat abzuschaf­fen, erhal­ten Sie keine Mehrheit im Bun­destag und auch das Sozial­staat­sprinzip in unserem GG ver­hin­dert dies. Daher kein Ansatz, der sich umset­zen lässt! Es wird wohl kein Weg daran vor­beiführen eine gewisse Umverteilung vorzunehmen und die Bevölkerung in Afri­ka stärk­er an seinen Boden­schätzen und Ressourcen par­tizip­ieren zu lassen. Dafür müssen natür­lich Reg­ulierun­gen, ins­beson­dere auch den multi­na­tionalen Konz­er­nen, aufer­legt wer­den. Ansätze gibt es bere­its, bspw. dass sich alle Unternehmen im Aus­land verpflicht­en men­schen­recht­skon­forme Geschäft­sprak­tiken vorzunehmen. Deutsch­land hat diese UN Vor­gaben übri­gens bish­er nicht unter­stützt und unter­schrieben. So wer­den sich immer mehr Men­schen dor­thin auf machen, wo wenig­stens diese Min­dest­stan­dards u.a. auch gewährleis­tet wer­den.

        • Immer diese Over­ton-Win­dow-Scheuk­lap­pen…

          Wir befind­en uns auf dem Weg in eine Welt mit vie­len und sehr hohen Leichen­ber­gen.

          Sollte der West­en finanziell zusam­men­brechen — was auf­grund des kreb­sar­ti­gen Wach­s­tums west­lich­er Staat­en nur eine Frage der Zeit zu sein scheint — gibts in der drit­ten Welt Leichenge­birge, die aus den Kindern der­jeni­gen beste­hen, die die Ressourcen der Entwick­lung­shil­fe in die Pro­duk­tion von Babies investiert haben. Sobald die Entwick­lung­shil­fe weg­bricht, rot­ten die zuerst das afrikanis­che Wildleben aus, und ver­hungern danach, weil sie sich nicht selb­st ver­sor­gen kön­nen, da die Entwick­lung­shil­fe ihnen mehrere Bevölkerungsver­dop­pelun­gen ohne entsprechen­den Zuwachs der Pro­duk­tion­sleis­tung ermöglicht hat.

          Und sollte der west­lichen Bevölkerung klar wer­den, dass sie sich auf dem Weg befind­et, eine Min­der­heit in einem Dritte-Welt-Land zu wer­den, was rech­ner­isch bevorste­ht, wenn der Sozial­staat weit­er­hin seine Rolle als Dritte-Welt-Mag­net ausübt, wird es einen Punkt geben, ab dem ein Genozid eine vernün­ftige Idee ist, weil eine Vertrei­bung nicht mehr möglich ist, Apartheid auch keine langfristige Lösung ist, und man nicht möchte, dass die eige­nen Kinder in der drit­ten Welt aufwach­sen. Es sind Lügen, die einen anderen Schluss nahele­gen. Solche Dinge wer­den real­isiert wer­den, wenn die Prob­leme wach­sen. Und die Prob­leme wer­den wach­sen. Unsere Sicher­heit­spoli­tik­er ver­wan­deln das Land bere­its jet­zt schon in ein Open-Air-KZ, weil sie nicht mehr der Lage Herr wer­den, obwohl wir erst ganz am Anfang der Entwick­lung ste­hen.

          Solch­es sind Übel, denen durch “soziales Denken”, sowie durch staatlich­es Han­deln der Weg bere­it­et wird. Man sollte eigentlich von jedem anständi­gen Men­schen der Gegen­wart die Bere­itschaft erwarten, diese heili­gen Kühe zu schlacht­en. Man erwartete auch von den­jeni­gen, die 1933–45 lebten, dass sie sich gegen die dama­li­gen Übel richteten, wenn sie als anständi­ge Men­schen gel­ten woll­ten. So ists auch heute. Unsere Übel heißen Sozial­staat und Demokratie. Man erken­nt an den bere­its abse­hbaren Fol­gen, dass es Übel sind. Abge­se­hen davon sind diese Dinge auch unmoralisch. Nie­mand hat das Recht, über den Besitz und die per­sön­liche Frei­heit Ander­er zu bes­tim­men, egal ob auf demokratis­chem Weg, oder sonst­wie.

        • “Unsere Übel heißen Sozial­staat und Demokratie.” Oh je, da brauchen wir dann nicht weit­er zu disku­tieren. Ich halte Men­schen­rechte, GG, Demokratie und Sozial­staat für die größten Errun­gen­schaften der Men­schheits­geschichte, da sie ein friedlich­es Zusam­men­leben zwis­chen den Län­dern ermöglichen, die diese Errun­gen­schaften auch erre­icht haben. Mit Fein­den des Grundge­set­zes zu disku­tieren ist nicht mein Ding, das über­lasse ich dem Ver­fas­sungss­chutz! Viel Spaß mit denen! LOL

        • Oho, da hat aber ein­er hohe Ide­ale. Die höch­sten Ide­ale der Men­schheits­geschichte. Diese ste­hen so hoch, dass man sie nicht zu disku­tieren braucht, und Schwierigkeit­en mit der Geheim­polizei bekommt, wenn man sie kri­tisiert.

          Die Grundü­bel waren zu allen Zeit­en die höch­sten Ide­ale. Diejeni­gen, die tat­säch­lich daran glaubten, sind diejeni­gen, auf deren Gräber man heute spuckt, weil man sich für sie schämt. Es würde mich wun­dern, wenns dies­mal eine anders kom­men sollte. Ich sage ja, anständi­ge Deutsche hat­ten 1933–45 ein Prob­lem mit dem, was passiert. Unanständi­ge nicht. Erstere kon­nten selb­st denken, Let­ztere glaubten den Scheiß. Darin liegt der Unter­schied. So auch heute.

        • »die Bevölkerung in Afri­ka stärk­er an seinen Boden­schätzen und Ressourcen par­tizip­ieren zu lassen.«

          Was für ein gen­erös­es Ansin­nen…
          ‘zu lassen’… Klingt in meinen Ohren ein kleines biss­chen, als hätte der West­en eine Art Anspruch auf Ressourcen des afrikanis­chen Kon­ti­nents.

          Aber egal…
          Weit­er­ma­chen.

  10. Genau richtig beschrieben. Nicht zu vergessen: Jed­er, der in Europa ankommt und mit sein­er Fam­i­lie tele­foniert, bringt dort, im afrikanis­chen Dorf, eine andere Fam­i­lie dazu, das gle­iche zu tun. “Bei den Nach­barn hat’s ja auch geklappt, deren Bub ist jet­zt im reichen Europa.” Dann verkauft der Opa seine Ziege, die Tante ihr Huhn, die Eltern ein Grund­stück, das Geld bekommt ein Schlep­per, und der näch­ste macht sich auf den Weg nach Libyen. Umgekehrt: Wenn unsere “Ret­ter” ihre Fracht in Nordafri­ka abliefern müssten, weil kein europäis­ches Land sie mehr anlan­den lässt — dann gehen in den afrikanis­chen Dör­fern andere Gespräche um. Wie Letsch richtig schreibt: Die Ret­tungss­chiffe nur noch in Afri­ka anlan­den lassen, und der Flüchtlingsstrom endet. Das hat in Aus­tralien auch geklappt… Lei­der, lei­der ist der Real­w­ert nicht das gle­ich wie der Wün­schenswert. Und wir sollte endlich den Real­w­ert anerken­nen.

  11. Sehr gute Zusam­men­fas­sung Herr Letsch. Ich empfehler zur Sit­u­a­tion in Afri­ka, neben den her­vor­ra­gen­den Artikel von Her­rn Seitz bei achgut, noch das Buch von Alex Per­ry, In Afri­ka: Reise in die Zukun­ft. Wür­den wir nur einige der von ihnen genan­nten Punk­te beherzi­gen, wir hät­ten ver­mut­lich ein großes Prob­lem weniger, min­destens aber ein sehr viel kleineres Prob­lem. Die Afrikan­er müssen sich vor allem selb­st helfen. Nur sie wis­sen was für sie gut ist. Men­sch­en­ex­port sich­er nicht, damit natür­lich ein­herge­hend mit Brain Drain, denn es gehen ja nicht die ganz Armen, son­dern die Starken und die es sich leis­ten kön­nen.

    • Mein über­aus geschätzter Achgut-Kol­lege Seitz ist eine mein­er besten Quellen, wenn es um Afri­ka geht. Der weiß, wovon er redet.

  12. Ich frage mich, weshalb die Schlep­per­ban­den immer so ver­harm­losend dargestellt wer­den. Das sind diejeni­gen, die die Sklaven­märk­te in Libyen aufgemacht haben, um eine Ver­wen­dung für Leute zu haben, die gerne “flücht­en” wollen, aber die Dien­ste dieser Ban­den nicht bezahlen kön­nen. Mal abge­se­hen davon, dass die hochkrim­inell sind, ist durch langfristige Aus­land­süber­weisun­gen aus den Auf­nah­melän­dern auch genug Geld im Sys­tem, um die Sache mit kom­pe­ten­ten Krim­inellen durchzuziehen, und nicht mit dum­men Stüm­pern. Man muss auch bedenken, dass die afrikanis­chen Län­der durch­wegs kor­rupt sind, und man dort mit Bestechung weit kom­men kann, weshalb Ange­hörige der Regierun­gen min­destens mit im Boot sitzen wer­den. Ich würde auch annehmen, dass die Migranten­ströme längst von den­jeni­gen, die dem West­en gegenüber feindlich ges­timmt sind, als Waffe gebraucht wer­den, die wirkt, indem sie den West­en finanziell aus­blutet, und dessen Gesellschaftsstruk­tur schädigt, mal ganz abge­se­hen davon, dass sich auf diese Weise prob­lem­los eigene Agen­ten ein­schleusen lassen. Der Iran und die Hes­bol­lah arbeit­en auch mit den mexikanis­chen Dro­genkartellen und den Kom­mu­nis­ten in Venezuela zusam­men. Anzunehmen, dass der­ar­tige Akteure ihre Fin­ger nicht in den nach Europa gelenk­ten Flüchtlingsströ­men haben, ist schon ziem­lich naiv. Die Schlep­per­ban­den sind nicht ein­fach nur ein Paar harm­lose Reise­büros, die einen Neben­ver­di­enst haben, son­dern feindliche Krim­inelle, deren Geschäftsmod­ell bei jedem nor­mal denk­enden Men­schen als Kriegshand­lung gel­ten sollte.

  13. Großar­tig, wenn man das in diesem trau­ri­gen Kon­text sagen darf. Sel­ten solch eine kristal­lk­lare Zusam­men­fas­sung der Real­ität gele­sen.

  14. Sehr guter Artikel! Die Prob­leme klar analysiert umd auf den Punkt gebracht. Meine Hochachtung,

  15. Ein­er der besten Artikel ever…
    Für so etwas braucht unser­ere­ins min­destens einen Tag…

  16. Eigentlich kann man nur noch rein­schla­gen. Ich wette, dass das Wort Über­bevökerung in spätestens 10 Jahren Ras­sis­mus ist.

    Merkel: “Der Libanon ist ein Beispiel dafür, dass viele Reli­gio­nen friedlich zusam­men leben kön­nen.”
    https://youtu.be/IS1eq2geQ_s?t=2m20s

    So langsam hab ich fast den Ein­druck, die ist ein­fach blöd.

    • “Merkels Plan zur libanon­isierung Deutsch­land” — guter Titel für einen Artikel. Aber ich warte mal lieber noch bis Juli. Viel lieber würde ich näm­lich einen Nachruf ver­fassen.

    • Der Libanon ist vorallem ein Beispiel dafür, dass Europa der mass­los­es­te aller Welt­meis­ter im Heucheln ist. Während bei europäis­chen Psy­chopa­then aus ein paar Promille mal eben 100% wer­den (“Wir kön­nen doch nicht alle Flüchtlinge aufnehmen.”), habe ich von keinem einzi­gen Libane­sen oder Jor­danier bis­lang ein der­art asoziales Gejam­mer gehört. Dort geht es bei der Auf­nahme nicht um Promille, son­dern um bis zu 30% der Eigen­bevölkerung. Aber macht ruhig so weit­er, dann wer­den hun­dert­fach mehr Flüchtlinge als jet­zt kom­men, und Eure “Edel­gene verseuchen”. Ein funk­tions­fähiges Asyl­recht wäre langfristig mit die effek­tivste Form der Fluchtur­sachen­bekämp­fung gewe­sen, doch es existiert jet­zt schon nicht mehr. Doch Ihr Trot­tel werdet es auch dann noch nicht begreifen, wenn Trump,&Co nach Zer­set­zung des Iraks und Syrien bald auch noch in den Iran ein­marschieren und dabei eine weit grössere Flüchtlingswelle aus­lösen wer­den. Wer nur nach unten treten kann und Trump&Co in den Arsch kriechen muss, zählt zu den Hauptverur­sach­ern von Vertrei­bung und Flucht. Aber erk­lär mal einem Ossie, der Hartz4-gespon­sert 24-Stun­den-Merkel­bash­ing betreibt, warum er heute nicht mehr hin­term eis­er­nen Vorhang leben muss und welche Rolle dabei die Garantie auf volle Bürg­er­rechte für Mauer­flüchtlinge spielte. Da hat kein einziger Asozialer im West­en gekräht, dass da viele­icht lauter Stasi­a­gen­ten in die BRD eingeschleust wer­den kön­nten.

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