Er hat es schon wieder getan, dieser Trump! Doch weil sein „Bätschi“ gegenüber der NATO und speziell Deutsch­land eben nicht der ver­bale Aus­raster der Vor­sitzen­den ein­er kleinen deutschen Partei ist, deren Zus­tim­mungswerte Eigen­schaften des Früh­lingss­chnees haben, son­dern vom immer­hin noch mächtig­sten Mann on the whole fuck­ing plan­et kommt, hat die deutsche Medi­en­welt Schnap­pat­mung. Muss er denn immer so undiplo­ma­tisch sein? Kann er das nicht mal ein wenig net­ter sagen? Wenig­stens zur NATO? Dabei ist es ger­adezu erfrischend zu sehen, wie die Nato-Part­ner und ins­beson­dere Deutsch­land zwar lange Schat­ten wer­fen, sich aber ein ums andere mal auf kor­rek­tes Maß zurück­stutzen lassen müssen. Und zwar mit ein­fachen Wahrheit­en. Ja, die USA kön­nte die Nato ver­lassen. Nein, die USA haben dies nicht vor. Das ZDF, immer mit sal­bungsvollen Worten zur Stelle, wenn der Kan­z­lerin ein Herzeleid dro­ht, seufzte am 11.7. in der Heute-Sendung von 19 Uhr auch vernehm­lich auf und verkün­dete: „Die Nato blickt in eine ungewisse Zukun­ft – nach Jahren der Sol­i­dar­ität“. Wom­it wir beim Kern des Prob­lems sind, der Sol­i­dar­ität. Denn die ging vor allem in eine Rich­tung. Die USA schul­terten den Löwenan­teil der Vertei­di­gungsaus­gaben und fordern ihre NATO-Part­ner seit Jahrzehn­ten auf, dem abzuhelfen. Geschehen ist unter Clin­ton, Bush und Oba­ma indes wenig. Erst seit die „trump­sche Art“, die Dinge ein­fach beim Namen zu nen­nen den Europäern bis ins Mark drang, geschieht offen­sichtlich etwas.

Beson­ders groß war die Empörung in unseren Medi­en, als Trump einen Zusam­men­hang zwis­chen rus­sis­chen Erdgasliefer­un­gen und der gle­ichzeit­ig gefühlten Bedro­hung aus Moskau ansprach. Doch hat er nicht recht, wenn er fest­stellt, dass die Rus­s­land-Sank­tio­nen aus­gerech­net jene Export­güter ausklam­mern, von denen Moskau am aller­meis­ten prof­i­tiert? Nicht dass ich für noch härtere Sank­tio­nen wäre, aber man sollte sich der Schiz­o­phre­nie schon bewusst sein, wenn man sich ein­er­seits Öl und Gas liefern lässt und ander­er­seits schnelle Ein­greiftrup­pen ins Baltikum in Marsch set­zt. Das ist ein Punkt, über den man doch zumin­d­est ein­mal nach­denken sollte – und zwar in aller Öffentlichkeit. Die nass­forsche Bemerkung, unsere Energiepoli­tik gin­ge Trump und die USA doch gar nichts an, ist eine äußerst schwache Vertei­di­gung angesichts der Tat­sache, dass seit 2016 kein Tag verge­ht, an dem sich nicht ein deutsch­er Poli­tik­er oder ein Jour­nal­ist berufen fühlte, Trump und den USA kluge Ratschläge zu erteilen und ger­ade innere Angele­gen­heit­en der Vere­inigten Staat­en naserümpfend bis her­ablassend zu kom­men­tieren.

Und auch der näch­ste Stich ging an Trump, als er Deutsch­land als „reich­es Land“ beze­ich­nete, das lock­er sofort das 2%-Ziel erre­ichen kön­nte. Hier war die Empörung schon weniger konkret, führen unsere Poli­tik­er – Merkle vorneweg – dieses Bon­mot doch bei ander­er Gele­gen­heit fast täglich spazieren, wenn es etwa um die Kosten der Massen­mi­gra­tion und deren Fol­gen geht. Hin­ter diese Aus­sage kommt man nun nicht mehr zurück und ich möchte wet­ten, dass es nicht das let­zte Mal gewe­sen ist, dass jemand mit diesem Argu­ment (das lei­der nichts als die Wieder­hol­ung eines inhalt­sleeren Eigen­lobs der Bun­desregierung ist) ver­sucht, den deutschen Steuerzahler für seine Zwecke zur Kasse zu bit­ten. Wird man „Nein“ sagen kön­nen, angesichts unseres „Reich­tums“? Oder wie oft noch „ja“?

Eigentor beim Spiegel

Roland Nelles vom Spiegel erk­lärt dem deutschen Leser, „warum Don­ald Trump falsch liegt“. Doch dafür, dass man Trump hierzu­lande ten­den­ziell über­haupt nicht mehr zuhört, hört man in diesem Fall sehr genau hin. Nelles greift sich gle­ich mal Trumps Utopie „bess­er wären 4% Vertei­di­gungsaus­gaben“, die allerd­ings über­haupt nicht zur Debat­te ste­hen. In Deutsch­land würde der Wehre­tat auf „gigan­tis­che 140 Mil­liar­den“ aufwach­sen und würde damit mehr als dop­pelt so groß wie der rus­sis­che und beina­he so groß wie der chi­ne­sis­che sein, orakelt Nelles.

„Angesichts der deutschen und europäis­chen Geschichte, wäre es naiv, anzunehmen, dass dies von den Nach­barstaat­en (selb­st beim besten Willen) als ein Zugewinn an Sicher­heit emp­fun­den würde. Rus­s­land würde wohl selb­st entsprechend mas­siv aufrüsten, um sich vor ein­er ver­meintlichen west­lichen Bedro­hung zu schützen. Das Risiko eines mil­itärischen Kon­flik­ts würde unweiger­lich steigen.“

Im Moment sieht es doch wohl eher danach aus, als blick­ten unsere Nach­barn voller Sorge auf die schrumpfend­en mil­itärischen Fähigkeit­en Deutsch­lands, als uns zur neuer­lichen Bedro­hung des Welt­friedens hochzu­fiedeln. Die Bedro­hung, die von Deutsch­land aus­ge­ht, liegt nicht im mil­itärischen Bere­ich, son­dern der über­steigerten Wel­tret­ter-Attitüde, für die man sich in der EU gern das Plazet holen würde. Doch unsere Nach­barn empfind­en diese deutsche Eigen­heit selt­samer­weise auch nicht ger­ade als „Zugewinn an Sicher­heit“, haben sie ihre Gren­ze zu dem außer Kon­trolle ger­a­ten­den Deutsch­land doch sper­rangel­weit offen.

Als näch­stes stellt sich Nelles eine Falle, in die er dann auch prompt selb­st hinein­tritt. Trump spekuliere doch nur darauf, „Deals“ durch Waf­fen­verkäufe zu machen, wenn die Europäer ihre Wehre­tats erhöhen!

„Die Europäer haben Trumps Tak­tik schon durch­schaut. Als vor allem Kan­z­lerin Merkel und Frankre­ichs Präsi­dent Emmanuel Macron den wüten­den Trump in der geheimen Krisen­sitzung am Don­ner­stag ein­hegen woll­ten, redete Macron auch Klar­text. Konkret warf er Trump vor, er wolle mit seinen absur­den Forderun­gen zur Steigerung der europäis­chen Vertei­di­gung­shaushal­ten vor allem die eigene Rüs­tungsin­dus­trie fördern, mit den vie­len neuen Mil­liar­de­naufträ­gen für Panz­er, Haub­itzen oder Flugzeu­gen aus US-Pro­duk­tion wolle er die Auf­trags­büch­er der eige­nen Konz­erne füllen. Die USA, so Macron laut Teil­nehmern, wür­den also automa­tisch prof­i­tieren, Trump gehe es nicht um Sicher­heit son­dern um gute Deals. Mit Europas Sicher­heit hat das alles her­zlich wenig zu tun.“

Die Falle ist gestellt, jet­zt nur noch beherzt hinein­treten:

„Län­der wie Frankre­ich oder Deutsch­land würde bei ein­er Aufrüs­tung wohl kaum Waf­fen in den USA bestellen. Schon seit Jahrzehn­ten pro­duzieren bei­de Staat­en etliche Sys­teme selb­st, darunter Hub­schrauber, Schiffe, Kampf­jets und Panz­er. Deutsch­land befand sich im Jahr 2017 nicht ein­mal unter den 20 größten Waf­fenkun­den der USA. Haupt­ab­nehmer von US-Waf­fen sind Staat­en wie Japan oder Sau­di-Ara­bi­en. Eine mas­sive Aufrüs­tung in Europa würde so also auch die europäis­che Rüs­tungsin­dus­trie weit­er stärken — und zu einem mas­siv­en Konkur­renten für die US-Indus­trie machen.“

Ja, diese Waf­fen haben wir gese­hen. Die Hub­schrauber am Boden, die Schiffe im Hafen und die Kampf­jets im Hangar. Beim Spiegel kann man sich offen­sichtlich nicht entschei­den, ob man Trump lieber Geschäftemacherei oder Dummheit vor­w­er­fen will, ver­sucht es mit bei­dem und macht sich lächer­lich. Trump, der alte Deal­mak­er wolle nur Waf­fen verkaufen, sei aber zu blöde um zu erken­nen, dass die Europäer seine Waf­fen nicht mögen, weil sie lieber die eige­nen kaufen, die nicht funk­tion­ieren. Eine „Krämerseele“ sei dieser Trump. Der Spiegel ist halt immer vorn dabei, wenn es gilt, amerikanis­chen Präsi­den­ten Diplo­matie beizu­biegen und einen hämis­chen Seit­en­hieb auf die US-Rüs­tungsin­dus­trie kann man sich auch nicht verkneifen:

„Hinzu kommt, dass etliche Waf­fend­eals für die Amerikan­er nicht immer automa­tisch ein gutes Geschäft sind: Häu­fig müssen sie bei ärmeren Län­dern hohe Preis­nach­lässe geben oder Ko-Finanzierun­gen anbi­eten.“

Deutsche Waf­fen gibt es natür­lich nur ohne Preis­nach­lass. Aber wir tauschen sie schon gern mal bei Dik­ta­toren, die in ihre Nach­bar­län­der ein­marschieren wollen, gegen einges­per­rte Jour­nal­is­ten. Von dem moralisch hochste­hen­den deutschen „Deal­mak­er“, der die Sache ein­fädelte, wird gle­ich noch die Rede sein.

NATO-Fehler und Trumps Beitrag

Lei­der macht Trump an genau in der Causa „Deutsch­er Wehre­tat“ einen entschei­den­den Denk­fehler. Er geht näm­lich davon aus, dass Vertei­di­gungsaus­gaben in Deutsch­land auch in ver­gle­ich­bar­er Weise Vertei­di­gungs­fähigkeit gener­ieren, wie dies in den USA möglicher­weise üblich ist. Deal­mak­er der er ist geht er davon aus, dass Regierun­gen bei ihren Mil­itäraus­gaben keine „bad deals“ akzep­tieren und einem Her­steller eher ein „you’re fired“ ent­ge­gen­brüllen, als sich mit Liefer­verzögerun­gen, Mehrkosten und Funk­tion­sein­schränkun­gen am Nasen­ring durch die Manege führen zu lassen. Eurofight­er, A400M, des­o­late Drohnenprogramme…ein Desaster jagt das näch­ste! Wenn man es nicht bess­er wüsste, kön­nte man glauben, die Grü­nen stell­ten bere­its seit Jahrzehn­ten unsere Vertei­di­gungsmin­is­ter. Zu teuer, zu spät, nicht durch­dacht, nicht ein­satzbere­it – so sehen unsere Rüs­tung­spro­gramme aus. Für Schrott ein­fach nur mehr Geld auszugeben, wird in der Tat nichts brin­gen. Eine Ver­dopplung unseres Wehre­tats hätte zur Folge, dass wir heute vier nicht ein­satzbere­ite Fre­gat­ten hät­ten, anstatt der­er zwei.

Das Märchen von der starken NATO

Die NATO ist seit jeher eine Allianz, allerd­ings nicht im Sinne ein­er Vere­ini­gung gle­ich­berechtigter Part­ner, son­dern eher im über­tra­ge­nen Sinne, der Ver­sicherung gle­ichen Namens entsprechend. Die NATO ist eine Ver­sicherung, deren Police in Wash­ing­ton aus­gestellt und ver­brieft wurde. Wed­er Georgien noch die Ukraine streben in die NATO, um vom Schutz der Bun­deswehr oder den tschechis­chen Luft­stre­itkräften zu prof­i­tieren. Der ange­blich so friedliche und zivil­isierte Kon­ti­nent Europa schaffte es ohne amerikanis­che Hil­fe ja nicht ein­mal, die jugoslaw­is­chen Erb­fol­gekriege zu ver­hin­dern, ein Kon­flikt, den diplo­ma­tisch einzuhe­gen die Laut­sprech­er in Berlin, Paris und Brüs­sel zwar hal­blaut ver­sucht­en, man­gels Gewicht und Kon­se­quen­zen jedoch nicht ver­mocht­en. Dieses Ver­sagen spielt der bei der Ein­schätzung der eige­nen Fähigkeit­en heute den­noch anscheinend keine Rolle mehr. „Die USA will bei dem ein­seit­i­gen Sol­i­dar­itätsspiel nicht mehr mit­machen? Dann spie­len wir eben allein!“ Beim aktuellen Zus­tand der Bun­deswehr sollte uns die Aus­sicht, die USA als Schutz­macht kom­plett zu ver­lieren, min­destens erschreck­en.

Siggi legt noch mal nach

Nach­dem der Don­ner sich ver­zo­gen hat­te, alle Natopart­ner sich wieder lieb haben, die Gipfel­pa­piere unterze­ich­net waren und Trump nicht mal einen Tweed aus den Wolken schick­te, der noch in let­zter Sekunde das Papi­er ankokelte, hätte man sich erle­ichtert zurück lehnen kön­nen. Über die Tat­sache, dass es in der deutschen Regierung auch einein­halb Jahre nach dem über­raschen­den Auftreten des Phänomens Trump noch nicht einen einzi­gen Poli­tik­er gibt, der in der Lage wäre, diesen Drachen zu reit­en, kön­nte man erneut Schweigen bre­it­en. Auch die EU kön­nte, sofern es ihrem Kom­mis­sion­spräsi­den­ten nach seinem „Isch­jas-Prob­lem“ wieder bess­er geht, zur Tage­sor­d­nung übergehen…doch ach, das alte deutsche Lei­den, die Besser­wis­serei (unter der ich ja bekan­nter­maßen auch lei­de), brach erneut aus. Dies­mal traf es den funk­tion­slosen Sig­gi Gabriel, der es nicht lassen kon­nte, Trump einen ver­nich­t­en­den Blitz hin­ter­her zu wer­fen. Nur zur Erin­nerung: das ist genau jen­er Sig­gi, der, als er noch Außen­min­is­ter war, die tolle Idee hat­te, die deutschen Min­der­aus­gaben im Mil­itär mit den Mehraus­gaben in der Flüchtlingspoli­tik gegen­zurech­nen. Sig­mar Gabriel fordert heute jeden­falls eine „härtere Gan­gart“.

„Er gibt dem nord­ko­re­anis­chen Dik­ta­tor eine Bestands­garantie und will gle­ichzeit­ig in Deutsch­land einen Regimewech­sel. Das kön­nen wir uns schw­er bieten lassen.“

Mit Bestands­garantien für Dik­ta­toren ken­nt sich der Sig­gi aus, schließlich hat er an ein­er solchen Garantie für den Iran kräftig mit­gestrickt. Und er wird noch deut­lich­er:

„Don­ald Trump ken­nt nur Stärke. Dann müssen wir ihm zeigen, dass wir stark sind. Wenn er von uns Mil­liar­den zurück­fordert für die Mil­itäraus­gaben der USA, dann müssen wir von ihm Mil­liar­den zurück­fordern, die wir für die Flüchtlinge aus­geben müssen, die gescheit­erte US-Mil­itärin­ter­ven­tio­nen zum Beispiel im Irak pro­duziert haben.“

Doch wo waren die irakischen Flüchtlinge, die sich nach dem let­zten Irakkrieg auf den Weg nach Deutsch­land macht­en? Die kamen erst, als Trumps Vorgänger die Rolle der USA als Welt­polizist in Syrien nicht mehr spie­len wollte. Erst als Assad eine rote Lin­ie nach der anderen über­schritt und nie­mand ihn stoppte – außer den Europäern natür­lich, die Sil­ben, Worte, ja, ganze Sätze und Son­ntagsre­den nach ihm war­fen, ihn mit Forderun­gen bom­bardierten und sog­ar vor dem Ein­satz schar­fer Verurteilun­gen nicht zurückschreck­ten. Was für ein Schaus­piel der Ohn­macht, welche Verzwei­flung! Wenn doch die USA nur rechtzeitig…aber das sagen wir nicht laut, weil uns im Fall des Ern­st­falls die Verurteilun­gen im Halse steck­en bleiben müssten, wenn es darum geht, die Schutzdecke, die die Amerikan­er über uns aus­bre­it­en, im stillen zwar zu schätzen, weil sie wärmt, aber laut zu verurteilen, weil sie kratzt. Und jet­zt kommt da dieser unge­ho­belte Präsi­dent und behauptet, diese kratzige Decke würde etwas kosten! Die europäis­chen Worte kratzen nicht, sie kosten nichts, aber sie schützen uns lei­der auch kein Biss­chen.

Freedom is not free

Dieser Spruch, ein­graviert in den Wash­ing­ton­er Gedenkstein zu Ehren der Vet­er­a­nen des Korea-Krieges, sollte im Ein­gangs­bere­ich des NATO-Haup­tquartiers ste­hen. Als Erin­nerung daran, dass die Frei­heit, die mit dem Fall des Eis­er­nen Vorhangs möglich wurde, auch heute noch nicht zum Null­tarif zu haben ist. Die Idee, dass ein Land prinzip­iell in der Lage sein sollte, diese Frei­heit auch zu vertei­di­gen – ohne dabei immer auf eine wohlwol­lende Schutz­macht der Superla­tive angewiesen zu sein – ist Bestandteil dieser Frei­heit. Trumps schein­bar trotziges Pochen auf die Ein­hal­tung längst vere­in­barte Regeln sollte man ihm nicht als Rüpelei ausle­gen. Es soll wohl vor allem das aus­drück­en, was Eltern ihrem 40 Jahre alten Sprössling sagen soll­ten, der immer noch im Hotel Mama lebt: „Werde endlich erwach­sen, such dir ne Wohnung…oder beteilige dich endlich angemessen an der Miete.“

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19 Kommentare

  1. Lieber Herr Letsch, ich lese Sie immer gerne und meist stimme ich Ihnen zu, aber hier liegen Sie für meine Begriffe ziem­lich daneben. Selb­stver­ständlich ver­tritt Trump amerikanis­che Inter­essen, nur haben unsere tollen Politschranzen ein­schließlich medi­en noch nicht gemerkt, dass jet­zt offen­bar andere amerikanis­che Inter­es­sen­grup­pen als zuvor bes­tim­men, was amerikanis­che Inter­essen sind.
    Klar kri­tisiert Trump die rus­sis­chen Energieliefer­un­gen; er will ja, dass die Europäer teures amerikanis­ches Flüs­sig­gas kaufen! Und, nicht zu vergessen, die Sank­tio­nen gab es auf Druck der USA, namentlich der so friedens­be­wegten Oba­ma-Admin­is­tra­tion. Die sich im Übri­gen selb­st nicht dran gehal­ten hat und es amerikanis­chen Unternehmen ermöglichte, den Platz europäis­ch­er Liefer­an­ten einzunehmen.
    Klar möchte Trump auch gern amerikanis­che Waf­fen in Europa verkaufen (viel mehr kann man ja auch in Ameri­ka nicht mehr in Welt­mark­t­führerschaft her­stellen), in Polen tut er das ja bere­its sehr erfol­gre­ich. Der neue deutsche Luft­waf­fenin­spek­teur will auch ein amerikanis­ches Flugzeug kaufen, eins, das durch man­nig­faltige Prob­lem auf sich aufmerk­sam macht. Die Prob­lem mit der materiellen Ein­satzfähigkeit der Bun­deswehr sind allerd­ings haus­gemacht: Ständig ändert die Poli­tik die Para­me­ter der beauf­tragten Waf­fen­sys­teme und wun­dert sich, dass das Zeit und Geld kostet und am Ende wegen wider­sprüch­lich­er Anforderun­gen gar nicht mehr funk­tion­iert. Die Ersatzteil­ver­sorgung ist umgestellt wor­den auf Liefer­ung nach Bestel­lung, so dass die Indus­trie keine “Vor­räte” mehr vorhält. Wie auch, das will ja kein­er bezahlen. Die Sol­dat­en, die für Wartung und Instand­set­zung zuständig sind, wer­den an zivile Gesellschaften ver­liehen (bei laufend­en Bezü­gen), die diese Arbeitsstun­den dann der Bun­deswehr nochmals in Rech­nung stellen. Und Vieles mehr. Haben Sie schon mal drüber nachgedacht, dass die führende Luft­fahrt­na­tion Deutsch­land mom­e­natan nicht mal in der Lage ist, ein kom­plettes Flugzeug selb­st zu pro­duzieren? Ein Schelm, der Bös­es dabei denkt.
    Was uns zur NATO führt. Es sollte das Bon­mot bekan­nt sein, wonach die NATO den Zweck habe, „die Russen draußen, die Amerikan­er drin­nen und die Deutschen unten zu hal­ten“. Die Amerikan­er nutzen die NATO dabei als Instru­ment ihrer Hege­mo­ni­alpoli­tik und lassen “die Ver­bün­de­ten” dabei gern per­son­ell und materiell die Kosten bezahlen und heim­sen die Vorteile dieser Poli­tik vor­rangig ein. Soweit, so nor­mal. Hier gehören auch die Balkankriege ein­schließlich der Sezes­sion des Koso­vo her; auf maßge­blich­es Betreiben der Amerikan­er wurde ein “unab­hängiger Staat” geschaf­fen, der wun­der­samer Weise den Amerikan­ern die größte Mil­itär­ba­sis weit und bre­it zur Ver­fü­gung stellt, die es Ihnen erlaubt, bis in die Lev­ante hinein schlagkräftig han­deln zu kön­nen. Was in Nahost passiert, sehen wir seit fast dreißig Jahren, diese Pläne sind seit langem in Büch­ern beschrieben. Ist alles nachzule­sen. (Wer ist übri­gens besser­er Objek­tschützer in Camp Bond­steel? Richtig, die Bun­deswehr).
    Dass die uns Beherrschen­den das alles nicht begreifen oder wahr haben wollen, ist unser großes Prob­lem aber dur­chaus erk­lär­bar: Nie­mand gelangt hier seit Jahrzehn­ten in ein­flussre­iche Posi­tio­nen, der nicht transat­lantis­che Rotlichtbe­strahlung genossen und verin­ner­licht hat. Das erk­lärt auch den Wahnsinn, an eine kleine Macht im Mit­telmeer (die allerd­ings mit einem großen Hund jen­seits des Atlantiks wedelt), nicht zu ortende U‑Boote zu ver­schenken, äh, verkaufen, die mit Atom­waf­fen aus­gerüstet wer­den kön­nen und wahrschein­lich schon sind. Man liefert also ein­er frem­den Macht die Waf­fen zur möglichen eige­nen Ver­nich­tung. Wahnsin­niger gehts wohl kaum. DIESE Waffe benötigten wir selb­st für unseren Schutz, damit wären WIR unan­greif­bar, zumin­d­est hät­ten wir ein Droh­poten­zial, dass jeden Angreifer mehr als ein­mal darüber nach­denken ließe, ob er sich mit uns anlegt. Wir wären auf keine NATO angewiesen und wahrhaft sou­verän. Dass dieser Gedanke in der hiesi­gen vertei­di­gungspoli­tis­chen Debat­te nicht ein­mal gedacht wird, lässt wohl tief blick­en. Nochmehr aber lässt er vieles befürcht­en.

    • Ein­er Studie eines britis­chen Mil­itärhis­torik­ers zufolge würde die pol­nis­che Armee — so sie denn müsste — die Bun­deswehr bin­nen zwei Wochen an die Wand drück­en. Nicht, dass ich Befürch­tun­gen in diese Rich­tung hätte, aber soviel zu amerikanis­chen Waf­fen und der Entschei­dung Polens, sie zu kaufen. Aber wie ich sehe, sind Sie kein Fre­und der Nato und haben sog­ar Furcht, Israel könne Deutsch­land angreifen. Da frage ich mich schon, ob wär­mendes Rotlicht nicht vielle­icht auch die Geg­n­er des transat­lantis­chen Bündnisses…aber lassen wir das. Ich wäre ja sog­ar dafür, der Nato eine echte Neuaus­rich­tung zu ver­passen, sofern diese immer das Ziel hat, auch echte mil­itärische Fähigkeit­en zu entwick­eln, statt ein Ver­längert­er Arm von UNICEF und UNHCR zu sein. Von der Sorte haben wir schon genug. Allerd­ings soll­ten dazu alle Despo­tien als Mit­glieder weg­fall­en (Tschüss, Türkei) und demokratisch ver­fasste Staat­en aufgenom­men wer­den kön­nen (Willkom­men Israel). Und bevor Sie jet­zt Schnap­pat­mung bekom­men: ich würde sog­ar Rus­s­land gern eine Per­spek­tive zur Mit­glied­schaft ein­räu­men. In der Putin-Ära halte ich das lei­der für undenkbar und was am Ende sein­er Herrschaft geschehen wird, wage ich kaum zu prog­nos­tizieren, weil die mafiösen Staats-Struk­turen voll und ganz auf dessen Per­son aus­gerichtet sind. Aber man sollte zumin­d­est damit rech­nen, dass irgend­wann mal demokratis­che Ver­hält­nisse in Rus­s­land einkehren kön­nen.

      • Sie missver­ste­hen mich. Die Studie des britis­chen Mil­itärhis­torik­ers (wer ist das?) kenne ich nicht, den Befund allerd­ings glaube ich gern. Das liegt aber nicht an amerikanis­chen Waf­fen, son­dern an der geisti­gen Fäule der deutschen Armee. Alles das, was deutsche Armeen sehr lange Zeit zu den besten der Welt gemacht hat, hat man der Bun­deswehr aber­zo­gen, let­ztes Beispiel sind die unbe­d­ingte Frauen­förderung und das abschnei­den jeglich­er Tra­di­tion bis hin zum Lieder­buch.
        Ich bin kein Fre­und der NATO, weil sie eben kein Vertei­di­gungs­bünd­nis Gle­ich­berechtigter ist, son­dern mil­itärisch­er Arm des Hege­mons. Insofern wäre ich sehr für ein europäis­che Vertei­di­gungs­bünd­nis unter Ein­schluss Rus­s­lands. Aber warum soll­ten sich die Russen darauf ein­lassen? Die Regeln die wichti­gen Angele­gen­heit­en mit dem, mit dem sie zu regeln sind. Näm­lich mit Trump. Die bek­loppten Wes­teu­ropäer braucht dabei kein Men­sch. Ich fürchte, Sie sind mit den Hand­langer­di­en­sten für UNICEF usw. auf dem Holzweg. Das sind nur die Tarn­vorhänge, weil man weiß, dass man damit in Europa her­vor­ra­gend Übere­in­stim­mung erzie­len und jede Sauerei dahin­ter ver­steck­en kann. Ihre Forderung, nur “demokratis­che Staat­en” dürften dabei sein, halte ich für naiv. Wenn es um Sicher­heit geht, schaue ich, wer mir hil­ft und wer mir nützt und nicht, ob ich seinen Schnauzbart lei­den mag. Auch nach dieser Def­i­n­i­tion wäre der Türke allerd­ings weg. Innere Angele­gen­heit­en muss der aber alleine regeln. Im Übri­gen, auch wir hät­ten dann wohl Schwierigkeit­en, dabei sein zu dür­fen…
        Ich weiß, dass Sie bedin­gungslos­er Israel-Fre­und sind. Ich kann Sie aber beruhi­gen, ich befürchte keinen Angriff von dort. Der stünde — auf abse­hbare Zeit — ja gar nicht in deren Inter­esse. Solange man dort von hier alles bekommt, was man braucht, benötigt man kein Drohmit­tel. Begin­nt sich das zu ändern, ist ein solch­es Droh­po­ten­tial aber sehr wohl einiges wert, oder?
        Ihre Gedanken für die Zeit nach Putin teile ich. Um so wichtiger erscheint es mir, gute Verbindun­gen dor­thin zu haben und immer zu wis­sen, wohin sich das Land bewegt.

        • Eine große Freude, Sie beruhigt zu haben.
          Woll­ten Sie nicht den Briten “nachre­ichen”?

        • Die NATO ist übri­gens auch deshalb kein per­fek­tes Vertei­di­gungs­bünd­nis, weil die Teil­nehmer keine gle­ich­berechtigten Pflicht­en haben.

        • Nun­ja, streng genom­men gibt es gar keine Verpflich­tung über “… die Maß­nah­men, ein­schließlich der Anwen­dung von Waf­fenge­walt,…, die sie für erforder­lich erachtet, um die Sicher­heit des nor­dat­lantis­chen Gebi­ets wie-der­herzustellen und zu erhal­ten.” hin­aus, Artikel 5 Wasching­ton­er Ver­trag. Wer also der Auf­fas­sung ist, eine Ver­bal­note an die Pin­guine in der Antark­tis reiche aus, hat seins getan.
          Das entspräche selb­stver­ständlich nicht dem Geiste eines Vertei­di­gungs­bünd­niss­es.

    • “Klar möchte Trump auch gern amerikanis­che Waf­fen in Europa verkaufen (viel mehr kann man ja auch in Ameri­ka nicht mehr in Welt­mark­t­führerschaft her­stellen)”

      Ähm…

      Medi­z­in­tech­nik? Biotech­nolo­gie? Gen­tech­nik? Agrartech­nolo­gie? Prozes­sortech­nik? IT und AI? Tech­nolo­gie zur Förderung von Öl und Gas? Kern­reak­tortech­nik? Finanzwirtschaft und Börsen­pro­duk­te? Unter­hal­tungsme­di­en wie Filme, Musik, Büch­er, Serien? Bedruck­tes Papi­er, aka US Dol­lars?

      “Der neue deutsche Luft­waf­fenin­spek­teur will auch ein amerikanis­ches Flugzeug kaufen, eins, das durch man­nig­faltige Prob­lem auf sich aufmerk­sam macht.”

      Die F35 fliegt wenig­stens, erfüllt die Stealth-Spez­i­fika­tio­nen, die der Eurofight­er nicht erfüllt, und ist nicht so ver­al­tet, dass er die NATO Spez­i­fika­tio­nen nicht mehr erfüllt. Der Tor­na­do funkt unver­schlüs­selt, und wurde zu ein­er Zeit ent­wor­fen, als man den Radar­quer­schnitt noch nicht anhand von Com­put­er­mod­ellen min­imieren kon­nte. Die Zeit rückt näher, in der fünf Nerds mit ein­er CNC-Fräse eine radarge­lenk­te Rakete in ihrem Keller bauen kön­nen, die das Ding vom Him­mel holt, wenn es nur jemand für sie anstrahlt.

      “Haben Sie schon mal drüber nachgedacht, dass die führende Luft­fahrt­na­tion Deutsch­land mom­e­natan nicht mal in der Lage ist, ein kom­plettes Flugzeug selb­st zu pro­duzieren? Ein Schelm, der Bös­es dabei denkt.”

      Ist zu erwarten. Kampf­flugzeuge sind High-Tech-Pro­duk­te. Deutsch­land pro­duziert nicht­mal mehr brauch­bare Unter­hal­tungse­lek­tron­ik wie Smart­phones.

      “Die Amerikan­er nutzen die NATO dabei als Instru­ment ihrer Hege­mo­ni­alpoli­tik,”

      im Zuge dessen sie die Welt­meere von der Navy als Han­del­swege offen hält, und so den Welthandel über­haupt erst ermöglicht, der andern­falls durch Pira­terie und Block­aden gefährdet wäre,

      “und lassen “die Ver­bün­de­ten” dabei gern per­son­ell und materiell die Kosten bezahlen,”

      tra­gen dabei aber den­noch rund 70% der Gesamtkosten der Nato, und brin­gen gle­ichzeit­ig auch noch Atom­waf­fen und das mit Abstand schlagkräftig­ste Mil­itär mit,

      “und heim­sen die Vorteile dieser Poli­tik vor­rangig ein,”

      was man ins­beson­dere daran erken­nt, dass die anfal­l­en­den Zölle und Recht­skosten für in die USA importierte Pro­duk­te durchgängig niedriger sind, als die Zölle und Recht­skosten in der restlichen Welt, also jed­er seinen Heimvorteil gel­tend macht, nur die USA nicht.

      “Hier gehören auch die Balkankriege ein­schließlich der Sezes­sion des Koso­vo her; auf maßge­blich­es Betreiben der Amerikan­er wurde ein “unab­hängiger Staat” geschaf­fen, der wun­der­samer Weise den Amerikan­ern die größte Mil­itär­ba­sis weit und bre­it zur Ver­fü­gung stellt, die es Ihnen erlaubt, bis in die Lev­ante hinein schlagkräftig han­deln zu kön­nen. ”

      Es war Clin­ton, der gesagt hat, dass die Ser­ben ihre urs­er­bis­chen Amselfelder an die Nach­fahren ein­er Horde Zuge­wan­dert­er abgeben muss, oder? Man stelle sich vor, das selbe passiert irgend­wann in NRW oder Berlin… Scheiß Linke. Allerd­ings war Bill Clin­ton im poli­tis­chen Spek­trum rechts von der deutschen CDU/CSU ange­siedelt. Der hat den Sozial­staat zusam­menges­tutzt und die Gren­zsicherung ver­stärkt… Hmmm…

      “Nie­mand gelangt hier seit Jahrzehn­ten in ein­flussre­iche Posi­tio­nen, der nicht transat­lantis­che Rotlichtbe­strahlung genossen und verin­ner­licht hat.”

      Ach, das sind die Amis? Ich dachte immer, das wären die Juden. Ein Vorschlag zur Güte: Es sind ver­judete US-Impe­ri­al­is­ten. Okay?

      “Das erk­lärt auch den Wahnsinn, an eine kleine Macht im Mit­telmeer (die allerd­ings mit einem großen Hund jen­seits des Atlantiks wedelt), nicht zu ortende U‑Boote zu ver­schenken, äh, verkaufen, die mit Atom­waf­fen aus­gerüstet wer­den kön­nen und wahrschein­lich schon sind.”

      Ah, also doch die Juden. Die, deren Namen nicht genan­nt wer­den darf 😉

      Eini­gen wir uns also darauf, dass die USA auch unter Israels Knute lebt, und Juden das Feind­bild sind. Auf diese Weise kön­nten wir sog­ar bei den Mus­li­men punk­ten, die eben­falls Juden has­sen. Ich schlage daher vor, dass wir die Juden endlich wieder als unseren Erbfeind erken­nen, und uns mit denen, die vom Juden­tum geknechtet wur­den, ver­bün­den. Wenn die Juden erst­mal weg sind, gibts bes­timmt den Welt­frieden. Das wusste schon der Führer. Ach, hätte man nur auf ihn gehört, dann wür­den wir jet­zt im Paradies leben, und in Afri­ka wäre Frieden und Wohl­stand! Stattdessen gibts zänkische Juden.

        • Was genau? Hab ich inhaltliche Fehler?

          Gehts bei den Hege­mo­ni­albe­stre­bun­gen der USA etwa nicht um weltweit freie Han­del­swege, oder war die USrael-Weltju­den­tum-Argu­men­ta­tion nicht schon die Argu­men­ta­tion des größten Führers aller Zeit­en, die nach Grün­dung von Israel nur noch min­i­mal abge­wan­delt wurde?

          Schau, wenn Du anti­semi­tisch sein willst, dann machs wenig­stens wie der hier: https://www.youtube.com/watch?v=ljMPafQpfDU

          Der macht sich die Mühe, seine Argu­men­ta­tion mit nach­prüf­baren Fak­ten zu unter­mauern, und seinem Zuhör­er zu ver­mit­teln, warum das, wom­it er ein Prob­lem hat, prob­lema­tisch ist. Bei Dir wars eher so, dass Deine Aus­sagen auf den ersten Blick über­wiegend unwahre Fak­ten und Fehlurteile mit Schlag­wortcharak­ter sind, und auf den zweit­en Blick, nach­dem man sich diese Fehlurteile ein­mal weggedacht hat, nur wenig übrig bleibt, das es ver­di­ent hat, zerpflückt zu wer­den, weil das zu viel Arbeit macht.

          Ich glaube, Dein Prob­lem ist, dass Du gerne über große und gewichtige Dinge sprechen möcht­est, um Ernst genom­men zu wer­den, Dir jedoch das Ver­ständ­nis dafür fehlt. Was Du schreib­st, sind zusam­mengewür­felte und verz­er­rt dargestellte Fak­ten. Hier ein Schlag­wort, da der Name ein­er Basis, dort irgen­det­was, das Poli­tik­er vor zwanzig Jahren mal für nötig hiel­ten, weil sie ganz wo anders Bonus­punk­te ein­heim­sen woll­ten. Zusam­menge­hal­ten wird das Ganze mit einem fürs Fußvolk begreif­baren Nar­a­tiv, der schon vor 100 Jahren beliebt war, und der irgend­wie wichtig klin­gen soll. Zusam­men ergibt das eine Geschichte, mit der Du bei Leuten punk­ten kannst, die sich mit nichts davon beschäftigt haben, aber mehr auch nicht. Der einige Grund, weshalb Dir sel­ten jemand wider­spricht, ist, dass man Dir für prak­tisch jede Aus­sage erst­mal den Kon­text erk­lären müsste, und das zu viel Arbeit ist, weils Dir doch nur darum geht, Dich mit ein­er gewichti­gen Mei­n­ung über gewichtige Dinge her­vorzuheben, ohne Dir die dazu notwendi­ge Mühe zu machen. Mei­n­un­gen sind bil­lig, und man kann auch ohne voraus­ge­hende Arbeit eine Mei­n­ung haben.

          BTW, ich hänge mich hier auch mit weit herge­holten Aus­sagen aus dem Fen­ster, aber in der Regel kann ich diese unter­mauern. Daher kann ich zwis­chen Irrsinn, den man begrün­den kann, und Irrsinn, bei dem dies nicht möglich ist, unter­schei­den. Ist eine sel­tene Gabe.

          P.S.
          Ich kann mir das Wort­geschlecht des Wortes “Nar­a­tiv” nicht merken, und habs aufgegeben, brauche also keine Kor­rek­tur, falls der Münzwurf das falsche Ergeb­nis hat­te.

        • Genau das meine ich. Die Nazikeule für Fort­geschrit­tene. Anfangs dachte ich, ja, nach­denkenswert seine Argu­mente. Warum unter­stellst Du mir psy­chis­che Defek­te und irgen­deinen Anti­semitismus? Kein Wort und kein Gedanke davon ste­hen in meinen Sätzen, es sei denn, man will sie darin sehen. Das wirft aber eher ein beze­ich­nen­des Bild auf Dich selb­st. Lass gut sein, troll jeman­den anders mit Deinen sel­te­nen Gaben.

        • Das mit der Nazikeule ist ein Missver­ständ­nis, und wahrschein­lich das Zuck­en, an dem man geschla­gene Kinder erken­nt. Ein Missver­ständ­nis ists, weils von jeman­dem kommt, der sich regelmäßig noch viel weit­er aus dem Fen­ster lehnt, und extremere Dinge sagt. Die Nazikeule wird nicht von Men­schen gebraucht, die sowas machen, son­dern eher von den vie­len kleinen Schmeißfliegen, deren Welt das ist, was Andere von ihnen denken. Für mich gehört die Nazikeule in die selbe Kat­e­gorie wie das Kap­i­tal­is­ten-sind-rück­sicht­s­los-und-gierig-Nar­ra­tiv. Sowas wird von Men­schen gebraucht, denen keine andere Möglichkeit bleibt, als erfol­gre­iche Men­schen mit dem let­zten Mit­tel, das am Boden kriechen­den Würmern verbleibt — der Moral — anzuschwärzen, um ihre eigene Erfol­glosigkeit und Min­der­w­er­tigkeit damit zu recht­fer­ti­gen. Sklaven­moral nan­nte es Niet­zsche.

          Anti­semitismus unter­stellte ich Dir, weil Du dieses “Deutsch­land wird von den ver­jude­ten West­mächt­en unterdrückt”-Narrativ gebrauchst, die selbe Geschichte spätestens seit dem ersten Weltkrieg gespon­nen wird, und Israels Rolle, beziehungsweise die Rolle der Juden, in diesem Nar­ra­tiv eine so Her­aus­ra­gende ist. Dieser Antikap­i­tal­is­mus-Anti­amerikanis­mus-Anti­semitismus-Kom­plex spielte in der Wel­terk­lärung der Nazis eine her­aus­ra­gende Rolle.

          Zudem denke ich, dass der/die/das Nar­ra­tiv nicht aus Dein­er eige­nen Analyse stammt, son­dern Du ihn von irgend­je­man­dem gehört hast, der ihn von irgendwem gehört hat, der ihn von irgendwem gehört hat, und so weit­er. Ein Stille-Post-Prozess. Irgend­wo in dieser Kette wird sich wahrschein­lich auch ein Herr Göbbels befind­en, der gerne solche Nar­ra­tive ver­bre­it­et hat, und von denen sich manche ein­fach gut ver­bre­it­en, weil sie den Anforderun­gen von Nar­ra­tiv­en, die sich gut ver­bre­it­en, genü­gen. Das ist jet­zt wed­er als Beschuldigung noch als Nazikeule gemeint, son­dern ein­fach nur etwas, das ich für wahrschein­lich fak­tisch kor­rekt halte. “Wahrschein­lich” deshalb, weil mir kein Weg ein­fällt, das Stille-Post-Spiel auf nach­weis­bare Art zurück zu Göbbels zu ver­fol­gen. Ein schlecht­es Gewis­sen erwarte ich deshalb jedoch nicht.

          Und für fak­tisch falsch halte ich die Schlüsse aus Deinem Nar­ra­tiv vor allem deshalb, weil Du die Fähigkeit­en von Staat­en über­schätzt. Bei Deinem Nar­ra­tiv geht es um Eliten und Staat­en, die ihre sin­istren Absicht­en durch­set­zen, und die dabei kom­pe­tent sind und effizient vorge­hen. Und genau diese zwei Eigen­schaften — Kom­pe­tenz und Effizienz — sind mit Staat­en nicht mach­bar. Qual­i­ta­tive Hochw­er­tigkeit — und Qual­ität ist amoralisch — ist mit Staat­en nicht mach­bar. Ein kluger Men­sch sagte ein­mal, dass es ein ein­facheres Prob­lem ist, einen guten Kühlschrank oder ein gutes Auto zu entwer­fen, als ein gutes Rechtssys­tem, und alle Staat­en bish­er an dem ein­facheren Prob­lem gescheit­ert sind, man ihnen jedoch, wie selb­stver­ständlich, die Lösung des Schwierigeren zutraut. Diese Aus­sage trifft auch auf ver­schwör­ererische Außen­poli­tik zu.

          Wenn man alle Ver­ant­wor­tung auf Juden, Amis, Eliten schiebt, ist man zudem selb­st Schuld­los. Diese Ein­stel­lung ist nicht Teil der Lösung, und wider­spricht in grober Weise dem Prinzip der Eigen­ver­ant­wor­tung. Abge­se­hen davon, würde es, selb­st, wenn es wahr wäre, nur die eigene Min­der­w­er­tigkeit unter­stre­ichen, weil man selb­st dafür ver­ant­wortlich ist, inakzept­ablen Din­gen im Weg zu sein, und das Gemotze der­jeni­gen, die dies nicht tun, doch auch nichts anderes ist, als die Nazikeule der Schmeißfliegen, wenn sie nicht mit der Real­ität umge­hen kön­nen.

          P.S.
          Ich brauche ein gebräuch­lich­es deutsches Wort, das mir als Ersatz für “Nar­ra­tiv” dienen kann. Ich mag dieses ver­judete Wort, das ich von Naom Chom­sky habe, nicht, aber mir fällt kein Ersatz dafür ein. Ich bitte um Mith­il­fe.

  2. Sehr geehrter Herr Letsch,

    was haben Sie denn da für ein Bild aus­gewählt? Die ver­meintlichen Ein­schus­s­löch­er im deutschen Stahlhelm auf der Seil­winde vom Jeep sind alle­samt Auss­chus­s­löch­er. Also wenn da jemand seinem Fahrzeug für die näch­ste War-and-Peace-Show ein beson­ders mar­tialis­ches Ausse­hen ver­lei­hen wollte, dann ist er damit gescheit­ert wie unsere Leyen- bzw. Laien­darstel­lerin bei ihrem Ver­such zu erk­lären, was die Bun­deswehr doch für eine tolle Truppe ist (selb­st die Hair­force unter Bun­desvertei­di­gungsmin­is­ter Schmidt hat­te eine bessere Rep­u­ta­tion).

    • Lieber Herr Altk­lug: es han­delte sich um das einzige Bild beim kosten­losen Bilder­di­enst pix­abay, das so halb­wegs zum The­ma passte. Bessere gab es bei AFP, AP oder Reuters…aber wer soll das bezahlen, wer will das riskieren? 😉

  3. In einem Land mit einem so großen Anti­amerikanis­mus, stark aus­geprägten Sozial­is­mus, liebe zur neb­ulösen Jour­nal­is­mus und ein­seit­i­gen Berichter­stat­tung a la DDR, ver­ste­he ich den Verbleib in der Nato nicht! Es wäre doch eine Erle­ichterung, auch die Kon­se­quen­zen selb­st tra­gen zu dür­fen. Und das mit dieser Führungselite!
    Der kollek­tive Dun­ning-Kruger Effekt. Unheil­bar!
    Ich würde Trump einen schnellen Aus­tritt empfehlen.

    • “Ich würde Trump einen schnellen Aus­tritt empfehlen.”

      Wozu? Der hat­te kurz nach dem Nato-Tre­f­fen ein Tre­f­fen mit Putin im Ter­minkalen­der. Dafür wollte er natür­lich etwas Druck auf­bauen. Das ist seine Ver­hand­lungsstrate­gie, mit der er über­aus erfol­gre­ich ist. Druck auf­bauen, und über­spitzt for­mulierte Halb­wahrheit­en aussprechen. klappt super.

      Ich würde ihm zwar keinen schnellen Aus­tritt empfehlen, wohl aber eine Kostenre­duzierung des US-Anteils, sowie die Weigerung im Bünd­nis­fall mitzu­machen, sollte es jeman­den tre­f­fen, der sich vorher auch nicht an Absprachen gehal­ten hat, oder der aus son­sti­gen Grün­den nicht bere­it dazu war, ein akzep­tales Maß an Schlagfer­tigkeit aufrecht zu erhal­ten.

  4. Gott sei Dank (ist das bere­its eine Diskri­m­inierung?) ist Don­ald mit einem uner­schüt­ter­lichen Selb­st­be­wußt­sein aus­ges­tat­tet und schert sich einen feucht­en Kehricht um die Wild­sauen, die ihn, die amerikanis­che Eiche, von allen Seit­en anpis­sen. Er sprengt den vom linken Main­stream fest­gelegten
    Wertekodex, mit dessen naiv- kindlichen Inhal­ten , böse Waf­fen, böse Juden, böse Kli­maleugn­er, bös­er Brex­it
    und satanisch- bös­er Trump, gegen gute Migranten, Palästi­nenser, Kli­maschützer( der Name ist schon so bescheuert, wie das sich dahin­ter ver­ber­gende Pro­gramm) Brex­it­geg­n­er und Trumphas­s­er. Trump pocht
    darauf, Realtäten anzuerken­nen und fordert zum Handelnauf.Der ‘Spiegel’ und der Sig­gi empören sich in höch­ster Alarm­bere­itschaft. Diese ganzen pein­lichen Argu­men­ta­tio­nen sind obso­let, denn es han­delt sich bei den 2% mil­itärischen Aus­gaben um eine ver­tragliche Regelung, worauf man im Falle des Brex­it und Frau May auch insistiert! Der linke Main­stream, mit­tler­weile im fort­geschrit­ten­em Alter angekom­men, ver­sucht ‚sich und seine Kids mit ein­er lei­der mit­tler­weile großen Medi­enun­ter­stützung in seinem Trug­bild von ein­er Welt zu ver­wirk­lichen , in der alle Men­schen im Mul­ti-Kul­ti-Modus unter einem Win­drad sitzen , um die Vorteile der neuesten staatlich verord­neten Vorschriften zu disku­tieren. Wenn wir das zulassen, wird sich nicht nur Deutsch­land abschaf­fen, son­dern ganz Europa. Afrikan­er und Mus­lime über­fluten uns mit zahlre­ich­er Nachkom­men­schaft und die Chi­ne­sen übernehmen die Wirtschaft und ich wan­dere aus.

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