Er hat es schon wie­der getan, die­ser Trump! Doch weil sein „Bät­schi“ gegen­über der NATO und spe­zi­ell Deutsch­land eben nicht der ver­ba­le Aus­ras­ter der Vor­sit­zen­den einer klei­nen deut­schen Par­tei ist, deren Zustim­mungs­wer­te Eigen­schaf­ten des Früh­lings­schnees haben, son­dern vom immer­hin noch mäch­tigs­ten Mann on the who­le fuck­ing pla­net kommt, hat die deut­sche Medi­en­welt Schnapp­at­mung. Muss er denn immer so undi­plo­ma­tisch sein? Kann er das nicht mal ein wenig net­ter sagen? Wenigs­tens zur NATO? Dabei ist es gera­de­zu erfri­schend zu sehen, wie die Nato-Part­ner und ins­be­son­de­re Deutsch­land zwar lan­ge Schat­ten wer­fen, sich aber ein ums ande­re mal auf kor­rek­tes Maß zurück­stut­zen las­sen müs­sen. Und zwar mit ein­fa­chen Wahr­hei­ten. Ja, die USA könn­te die Nato ver­las­sen. Nein, die USA haben dies nicht vor. Das ZDF, immer mit sal­bungs­vol­len Wor­ten zur Stel­le, wenn der Kanz­le­rin ein Her­ze­leid droht, seufz­te am 11.7. in der Heu­te-Sen­dung von 19 Uhr auch ver­nehm­lich auf und ver­kün­de­te: „Die Nato blickt in eine unge­wis­se Zukunft – nach Jah­ren der Soli­da­ri­tät“. Womit wir beim Kern des Pro­blems sind, der Soli­da­ri­tät. Denn die ging vor allem in eine Rich­tung. Die USA schul­ter­ten den Löwen­an­teil der Ver­tei­di­gungs­aus­ga­ben und for­dern ihre NATO-Part­ner seit Jahr­zehn­ten auf, dem abzu­hel­fen. Gesche­hen ist unter Clin­ton, Bush und Oba­ma indes wenig. Erst seit die „trump­sche Art“, die Din­ge ein­fach beim Namen zu nen­nen den Euro­pä­ern bis ins Mark drang, geschieht offen­sicht­lich etwas.

Beson­ders groß war die Empö­rung in unse­ren Medi­en, als Trump einen Zusam­men­hang zwi­schen rus­si­schen Erd­gas­lie­fe­run­gen und der gleich­zei­tig gefühl­ten Bedro­hung aus Mos­kau ansprach. Doch hat er nicht recht, wenn er fest­stellt, dass die Russ­land-Sank­tio­nen aus­ge­rech­net jene Export­gü­ter aus­klam­mern, von denen Mos­kau am aller­meis­ten pro­fi­tiert? Nicht dass ich für noch här­te­re Sank­tio­nen wäre, aber man soll­te sich der Schi­zo­phre­nie schon bewusst sein, wenn man sich einer­seits Öl und Gas lie­fern lässt und ande­rer­seits schnel­le Ein­greif­trup­pen ins Bal­ti­kum in Marsch setzt. Das ist ein Punkt, über den man doch zumin­dest ein­mal nach­den­ken soll­te – und zwar in aller Öffent­lich­keit. Die nass­for­sche Bemer­kung, unse­re Ener­gie­po­li­tik gin­ge Trump und die USA doch gar nichts an, ist eine äußerst schwa­che Ver­tei­di­gung ange­sichts der Tat­sa­che, dass seit 2016 kein Tag ver­geht, an dem sich nicht ein deut­scher Poli­ti­ker oder ein Jour­na­list beru­fen fühl­te, Trump und den USA klu­ge Rat­schlä­ge zu ertei­len und gera­de inne­re Ange­le­gen­hei­ten der Ver­ei­nig­ten Staa­ten nase­rümp­fend bis her­ab­las­send zu kommentieren.

Und auch der nächs­te Stich ging an Trump, als er Deutsch­land als „rei­ches Land“ bezeich­ne­te, das locker sofort das 2%-Ziel errei­chen könn­te. Hier war die Empö­rung schon weni­ger kon­kret, füh­ren unse­re Poli­ti­ker – Merk­le vor­ne­weg – die­ses Bon­mot doch bei ande­rer Gele­gen­heit fast täg­lich spa­zie­ren, wenn es etwa um die Kos­ten der Mas­sen­mi­gra­ti­on und deren Fol­gen geht. Hin­ter die­se Aus­sa­ge kommt man nun nicht mehr zurück und ich möch­te wet­ten, dass es nicht das letz­te Mal gewe­sen ist, dass jemand mit die­sem Argu­ment (das lei­der nichts als die Wie­der­ho­lung eines inhalts­lee­ren Eigen­lobs der Bun­des­re­gie­rung ist) ver­sucht, den deut­schen Steu­er­zah­ler für sei­ne Zwe­cke zur Kas­se zu bit­ten. Wird man „Nein“ sagen kön­nen, ange­sichts unse­res „Reich­tums“? Oder wie oft noch „ja“?

Eigentor beim Spiegel

Roland Nel­les vom Spie­gel erklärt dem deut­schen Leser, „war­um Donald Trump falsch liegt“. Doch dafür, dass man Trump hier­zu­lan­de ten­den­zi­ell über­haupt nicht mehr zuhört, hört man in die­sem Fall sehr genau hin. Nel­les greift sich gleich mal Trumps Uto­pie „bes­ser wären 4% Ver­tei­di­gungs­aus­ga­ben“, die aller­dings über­haupt nicht zur Debat­te ste­hen. In Deutsch­land wür­de der Wehr­etat auf „gigan­ti­sche 140 Mil­li­ar­den“ auf­wach­sen und wür­de damit mehr als dop­pelt so groß wie der rus­si­sche und bei­na­he so groß wie der chi­ne­si­sche sein, ora­kelt Nelles.

„Ange­sichts der deut­schen und euro­päi­schen Geschich­te, wäre es naiv, anzu­neh­men, dass dies von den Nach­bar­staa­ten (selbst beim bes­ten Wil­len) als ein Zuge­winn an Sicher­heit emp­fun­den wür­de. Russ­land wür­de wohl selbst ent­spre­chend mas­siv auf­rüs­ten, um sich vor einer ver­meint­li­chen west­li­chen Bedro­hung zu schüt­zen. Das Risi­ko eines mili­tä­ri­schen Kon­flikts wür­de unwei­ger­lich steigen.“

Im Moment sieht es doch wohl eher danach aus, als blick­ten unse­re Nach­barn vol­ler Sor­ge auf die schrump­fen­den mili­tä­ri­schen Fähig­kei­ten Deutsch­lands, als uns zur neu­er­li­chen Bedro­hung des Welt­frie­dens hoch­zu­fie­deln. Die Bedro­hung, die von Deutsch­land aus­geht, liegt nicht im mili­tä­ri­schen Bereich, son­dern der über­stei­ger­ten Welt­ret­ter-Atti­tü­de, für die man sich in der EU gern das Pla­zet holen wür­de. Doch unse­re Nach­barn emp­fin­den die­se deut­sche Eigen­heit selt­sa­mer­wei­se auch nicht gera­de als „Zuge­winn an Sicher­heit“, haben sie ihre Gren­ze zu dem außer Kon­trol­le gera­ten­den Deutsch­land doch sperr­an­gel­weit offen.

Als nächs­tes stellt sich Nel­les eine Fal­le, in die er dann auch prompt selbst hin­ein­tritt. Trump spe­ku­lie­re doch nur dar­auf, „Deals“ durch Waf­fen­ver­käu­fe zu machen, wenn die Euro­pä­er ihre Wehr­etats erhöhen!

„Die Euro­pä­er haben Trumps Tak­tik schon durch­schaut. Als vor allem Kanz­le­rin Mer­kel und Frank­reichs Prä­si­dent Emma­nu­el Macron den wüten­den Trump in der gehei­men Kri­sen­sit­zung am Don­ners­tag ein­he­gen woll­ten, rede­te Macron auch Klar­text. Kon­kret warf er Trump vor, er wol­le mit sei­nen absur­den For­de­run­gen zur Stei­ge­rung der euro­päi­schen Ver­tei­di­gungs­haus­hal­ten vor allem die eige­ne Rüs­tungs­in­dus­trie för­dern, mit den vie­len neu­en Mil­li­ar­den­auf­trä­gen für Pan­zer, Hau­bit­zen oder Flug­zeu­gen aus US-Pro­duk­ti­on wol­le er die Auf­trags­bü­cher der eige­nen Kon­zer­ne fül­len. Die USA, so Macron laut Teil­neh­mern, wür­den also auto­ma­tisch pro­fi­tie­ren, Trump gehe es nicht um Sicher­heit son­dern um gute Deals. Mit Euro­pas Sicher­heit hat das alles herz­lich wenig zu tun.“

Die Fal­le ist gestellt, jetzt nur noch beherzt hineintreten:

„Län­der wie Frank­reich oder Deutsch­land wür­de bei einer Auf­rüs­tung wohl kaum Waf­fen in den USA bestel­len. Schon seit Jahr­zehn­ten pro­du­zie­ren bei­de Staa­ten etli­che Sys­te­me selbst, dar­un­ter Hub­schrau­ber, Schif­fe, Kampf­jets und Pan­zer. Deutsch­land befand sich im Jahr 2017 nicht ein­mal unter den 20 größ­ten Waf­fen­kun­den der USA. Haupt­ab­neh­mer von US-Waf­fen sind Staa­ten wie Japan oder Sau­di-Ara­bi­en. Eine mas­si­ve Auf­rüs­tung in Euro­pa wür­de so also auch die euro­päi­sche Rüs­tungs­in­dus­trie wei­ter stär­ken - und zu einem mas­si­ven Kon­kur­ren­ten für die US-Indus­trie machen.“

Ja, die­se Waf­fen haben wir gese­hen. Die Hub­schrau­ber am Boden, die Schif­fe im Hafen und die Kampf­jets im Han­gar. Beim Spie­gel kann man sich offen­sicht­lich nicht ent­schei­den, ob man Trump lie­ber Geschäf­te­ma­che­rei oder Dumm­heit vor­wer­fen will, ver­sucht es mit bei­dem und macht sich lächer­lich. Trump, der alte Deal­ma­ker wol­le nur Waf­fen ver­kau­fen, sei aber zu blö­de um zu erken­nen, dass die Euro­pä­er sei­ne Waf­fen nicht mögen, weil sie lie­ber die eige­nen kau­fen, die nicht funk­tio­nie­ren. Eine „Krä­mer­see­le“ sei die­ser Trump. Der Spie­gel ist halt immer vorn dabei, wenn es gilt, ame­ri­ka­ni­schen Prä­si­den­ten Diplo­ma­tie bei­zu­bie­gen und einen hämi­schen Sei­ten­hieb auf die US-Rüs­tungs­in­dus­trie kann man sich auch nicht verkneifen:

„Hin­zu kommt, dass etli­che Waf­fen­de­als für die Ame­ri­ka­ner nicht immer auto­ma­tisch ein gutes Geschäft sind: Häu­fig müs­sen sie bei ärme­ren Län­dern hohe Preis­nach­läs­se geben oder Ko-Finan­zie­run­gen anbieten.“

Deut­sche Waf­fen gibt es natür­lich nur ohne Preis­nach­lass. Aber wir tau­schen sie schon gern mal bei Dik­ta­to­ren, die in ihre Nach­bar­län­der ein­mar­schie­ren wol­len, gegen ein­ge­sperr­te Jour­na­lis­ten. Von dem mora­lisch hoch­ste­hen­den deut­schen „Deal­ma­ker“, der die Sache ein­fä­del­te, wird gleich noch die Rede sein.

NATO-Fehler und Trumps Beitrag

Lei­der macht Trump an genau in der Cau­sa „Deut­scher Wehr­etat“ einen ent­schei­den­den Denk­feh­ler. Er geht näm­lich davon aus, dass Ver­tei­di­gungs­aus­ga­ben in Deutsch­land auch in ver­gleich­ba­rer Wei­se Ver­tei­di­gungs­fä­hig­keit gene­rie­ren, wie dies in den USA mög­li­cher­wei­se üblich ist. Deal­ma­ker der er ist geht er davon aus, dass Regie­run­gen bei ihren Mili­tär­aus­ga­ben kei­ne „bad deals“ akzep­tie­ren und einem Her­stel­ler eher ein „you’re fired“ ent­ge­gen­brül­len, als sich mit Lie­fer­ver­zö­ge­run­gen, Mehr­kos­ten und Funk­ti­ons­ein­schrän­kun­gen am Nasen­ring durch die Mane­ge füh­ren zu las­sen. Euro­figh­ter, A400M, deso­la­te Drohnenprogramme…ein Desas­ter jagt das nächs­te! Wenn man es nicht bes­ser wüss­te, könn­te man glau­ben, die Grü­nen stell­ten bereits seit Jahr­zehn­ten unse­re Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter. Zu teu­er, zu spät, nicht durch­dacht, nicht ein­satz­be­reit – so sehen unse­re Rüs­tungs­pro­gram­me aus. Für Schrott ein­fach nur mehr Geld aus­zu­ge­ben, wird in der Tat nichts brin­gen. Eine Ver­dopp­lung unse­res Wehr­etats hät­te zur Fol­ge, dass wir heu­te vier nicht ein­satz­be­rei­te Fre­gat­ten hät­ten, anstatt derer zwei.

Das Märchen von der starken NATO

Die NATO ist seit jeher eine Alli­anz, aller­dings nicht im Sin­ne einer Ver­ei­ni­gung gleich­be­rech­tig­ter Part­ner, son­dern eher im über­tra­ge­nen Sin­ne, der Ver­si­che­rung glei­chen Namens ent­spre­chend. Die NATO ist eine Ver­si­che­rung, deren Poli­ce in Washing­ton aus­ge­stellt und ver­brieft wur­de. Weder Geor­gi­en noch die Ukrai­ne stre­ben in die NATO, um vom Schutz der Bun­des­wehr oder den tsche­chi­schen Luft­streit­kräf­ten zu pro­fi­tie­ren. Der angeb­lich so fried­li­che und zivi­li­sier­te Kon­ti­nent Euro­pa schaff­te es ohne ame­ri­ka­ni­sche Hil­fe ja nicht ein­mal, die jugo­sla­wi­schen Erb­fol­ge­krie­ge zu ver­hin­dern, ein Kon­flikt, den diplo­ma­tisch ein­zu­he­gen die Laut­spre­cher in Ber­lin, Paris und Brüs­sel zwar halb­laut ver­such­ten, man­gels Gewicht und Kon­se­quen­zen jedoch nicht ver­moch­ten. Die­ses Ver­sa­gen spielt der bei der Ein­schät­zung der eige­nen Fähig­kei­ten heu­te den­noch anschei­nend kei­ne Rol­le mehr. „Die USA will bei dem ein­sei­ti­gen Soli­da­ri­täts­spiel nicht mehr mit­ma­chen? Dann spie­len wir eben allein!“ Beim aktu­el­len Zustand der Bun­des­wehr soll­te uns die Aus­sicht, die USA als Schutz­macht kom­plett zu ver­lie­ren, min­des­tens erschrecken.

Siggi legt noch mal nach

Nach­dem der Don­ner sich ver­zo­gen hat­te, alle Nato­part­ner sich wie­der lieb haben, die Gip­fel­pa­pie­re unter­zeich­net waren und Trump nicht mal einen Tweed aus den Wol­ken schick­te, der noch in letz­ter Sekun­de das Papier anko­kel­te, hät­te man sich erleich­tert zurück leh­nen kön­nen. Über die Tat­sa­che, dass es in der deut­schen Regie­rung auch ein­ein­halb Jah­re nach dem über­ra­schen­den Auf­tre­ten des Phä­no­mens Trump noch nicht einen ein­zi­gen Poli­ti­ker gibt, der in der Lage wäre, die­sen Dra­chen zu rei­ten, könn­te man erneut Schwei­gen brei­ten. Auch die EU könn­te, sofern es ihrem Kom­mis­si­ons­prä­si­den­ten nach sei­nem „Isch­jas-Pro­blem“ wie­der bes­ser geht, zur Tages­ord­nung übergehen…doch ach, das alte deut­sche Lei­den, die Bes­ser­wis­se­rei (unter der ich ja bekann­ter­ma­ßen auch lei­de), brach erneut aus. Dies­mal traf es den funk­ti­ons­lo­sen Sig­gi Gabri­el, der es nicht las­sen konn­te, Trump einen ver­nich­ten­den Blitz hin­ter­her zu wer­fen. Nur zur Erin­ne­rung: das ist genau jener Sig­gi, der, als er noch Außen­mi­nis­ter war, die tol­le Idee hat­te, die deut­schen Min­der­aus­ga­ben im Mili­tär mit den Mehr­aus­ga­ben in der Flücht­lings­po­li­tik gegen­zu­rech­nen. Sig­mar Gabri­el for­dert heu­te jeden­falls eine „här­te­re Gangart“.

„Er gibt dem nord­ko­rea­ni­schen Dik­ta­tor eine Bestands­ga­ran­tie und will gleich­zei­tig in Deutsch­land einen Regime­wech­sel. Das kön­nen wir uns schwer bie­ten lassen.“

Mit Bestands­ga­ran­tien für Dik­ta­to­ren kennt sich der Sig­gi aus, schließ­lich hat er an einer sol­chen Garan­tie für den Iran kräf­tig mit­ge­strickt. Und er wird noch deutlicher:

„Donald Trump kennt nur Stär­ke. Dann müs­sen wir ihm zei­gen, dass wir stark sind. Wenn er von uns Mil­li­ar­den zurück­for­dert für die Mili­tär­aus­ga­ben der USA, dann müs­sen wir von ihm Mil­li­ar­den zurück­for­dern, die wir für die Flücht­lin­ge aus­ge­ben müs­sen, die geschei­ter­te US-Mili­tär­in­ter­ven­tio­nen zum Bei­spiel im Irak pro­du­ziert haben.“

Doch wo waren die ira­ki­schen Flücht­lin­ge, die sich nach dem letz­ten Irak­krieg auf den Weg nach Deutsch­land mach­ten? Die kamen erst, als Trumps Vor­gän­ger die Rol­le der USA als Welt­po­li­zist in Syri­en nicht mehr spie­len woll­te. Erst als Assad eine rote Linie nach der ande­ren über­schritt und nie­mand ihn stopp­te – außer den Euro­pä­ern natür­lich, die Sil­ben, Wor­te, ja, gan­ze Sät­ze und Sonn­tags­re­den nach ihm war­fen, ihn mit For­de­run­gen bom­bar­dier­ten und sogar vor dem Ein­satz schar­fer Ver­ur­tei­lun­gen nicht zurück­schreck­ten. Was für ein Schau­spiel der Ohn­macht, wel­che Ver­zweif­lung! Wenn doch die USA nur rechtzeitig…aber das sagen wir nicht laut, weil uns im Fall des Ernst­falls die Ver­ur­tei­lun­gen im Hal­se ste­cken blei­ben müss­ten, wenn es dar­um geht, die Schutz­de­cke, die die Ame­ri­ka­ner über uns aus­brei­ten, im stil­len zwar zu schät­zen, weil sie wärmt, aber laut zu ver­ur­tei­len, weil sie kratzt. Und jetzt kommt da die­ser unge­ho­bel­te Prä­si­dent und behaup­tet, die­se krat­zi­ge Decke wür­de etwas kos­ten! Die euro­päi­schen Wor­te krat­zen nicht, sie kos­ten nichts, aber sie schüt­zen uns lei­der auch kein Bisschen.

Freedom is not free

Die­ser Spruch, ein­gra­viert in den Washing­to­ner Gedenk­stein zu Ehren der Vete­ra­nen des Korea-Krie­ges, soll­te im Ein­gangs­be­reich des NATO-Haupt­quar­tiers ste­hen. Als Erin­ne­rung dar­an, dass die Frei­heit, die mit dem Fall des Eiser­nen Vor­hangs mög­lich wur­de, auch heu­te noch nicht zum Null­ta­rif zu haben ist. Die Idee, dass ein Land prin­zi­pi­ell in der Lage sein soll­te, die­se Frei­heit auch zu ver­tei­di­gen – ohne dabei immer auf eine wohl­wol­len­de Schutz­macht der Super­la­ti­ve ange­wie­sen zu sein – ist Bestand­teil die­ser Frei­heit. Trumps schein­bar trot­zi­ges Pochen auf die Ein­hal­tung längst ver­ein­bar­te Regeln soll­te man ihm nicht als Rüpe­lei aus­le­gen. Es soll wohl vor allem das aus­drü­cken, was Eltern ihrem 40 Jah­re alten Spröss­ling sagen soll­ten, der immer noch im Hotel Mama lebt: „Wer­de end­lich erwach­sen, such dir ne Wohnung…oder betei­li­ge dich end­lich ange­mes­sen an der Miete.“

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19 Kommentare

  1. Lie­ber Herr Letsch, ich lese Sie immer ger­ne und meist stim­me ich Ihnen zu, aber hier lie­gen Sie für mei­ne Begrif­fe ziem­lich dane­ben. Selbst­ver­ständ­lich ver­tritt Trump ame­ri­ka­ni­sche Inter­es­sen, nur haben unse­re tol­len Polit­schran­zen ein­schließ­lich medi­en noch nicht gemerkt, dass jetzt offen­bar ande­re ame­ri­ka­ni­sche Inter­es­sen­grup­pen als zuvor bestim­men, was ame­ri­ka­ni­sche Inter­es­sen sind.
    Klar kri­ti­siert Trump die rus­si­schen Ener­gie­lie­fe­run­gen; er will ja, dass die Euro­pä­er teu­res ame­ri­ka­ni­sches Flüs­sig­gas kau­fen! Und, nicht zu ver­ges­sen, die Sank­tio­nen gab es auf Druck der USA, nament­lich der so frie­dens­be­weg­ten Oba­ma-Admi­nis­tra­ti­on. Die sich im Übri­gen selbst nicht dran gehal­ten hat und es ame­ri­ka­ni­schen Unter­neh­men ermög­lich­te, den Platz euro­päi­scher Lie­fe­ran­ten einzunehmen.
    Klar möch­te Trump auch gern ame­ri­ka­ni­sche Waf­fen in Euro­pa ver­kau­fen (viel mehr kann man ja auch in Ame­ri­ka nicht mehr in Welt­markt­füh­rer­schaft her­stel­len), in Polen tut er das ja bereits sehr erfolg­reich. Der neue deut­sche Luft­waf­fen­in­spek­teur will auch ein ame­ri­ka­ni­sches Flug­zeug kau­fen, eins, das durch man­nig­fal­ti­ge Pro­blem auf sich auf­merk­sam macht. Die Pro­blem mit der mate­ri­el­len Ein­satz­fä­hig­keit der Bun­des­wehr sind aller­dings haus­ge­macht: Stän­dig ändert die Poli­tik die Para­me­ter der beauf­trag­ten Waf­fen­sys­te­me und wun­dert sich, dass das Zeit und Geld kos­tet und am Ende wegen wider­sprüch­li­cher Anfor­de­run­gen gar nicht mehr funk­tio­niert. Die Ersatz­teil­ver­sor­gung ist umge­stellt wor­den auf Lie­fe­rung nach Bestel­lung, so dass die Indus­trie kei­ne „Vor­rä­te“ mehr vor­hält. Wie auch, das will ja kei­ner bezah­len. Die Sol­da­ten, die für War­tung und Instand­set­zung zustän­dig sind, wer­den an zivi­le Gesell­schaf­ten ver­lie­hen (bei lau­fen­den Bezü­gen), die die­se Arbeits­stun­den dann der Bun­des­wehr noch­mals in Rech­nung stel­len. Und Vie­les mehr. Haben Sie schon mal drü­ber nach­ge­dacht, dass die füh­ren­de Luft­fahrt­na­ti­on Deutsch­land mome­na­tan nicht mal in der Lage ist, ein kom­plet­tes Flug­zeug selbst zu pro­du­zie­ren? Ein Schelm, der Böses dabei denkt.
    Was uns zur NATO führt. Es soll­te das Bon­mot bekannt sein, wonach die NATO den Zweck habe, „die Rus­sen drau­ßen, die Ame­ri­ka­ner drin­nen und die Deut­schen unten zu hal­ten“. Die Ame­ri­ka­ner nut­zen die NATO dabei als Instru­ment ihrer Hege­mo­ni­al­po­li­tik und las­sen „die Ver­bün­de­ten“ dabei gern per­so­nell und mate­ri­ell die Kos­ten bezah­len und heim­sen die Vor­tei­le die­ser Poli­tik vor­ran­gig ein. Soweit, so nor­mal. Hier gehö­ren auch die Bal­kan­krie­ge ein­schließ­lich der Sezes­si­on des Koso­vo her; auf maß­geb­li­ches Betrei­ben der Ame­ri­ka­ner wur­de ein „unab­hän­gi­ger Staat“ geschaf­fen, der wun­der­sa­mer Wei­se den Ame­ri­ka­nern die größ­te Mili­tär­ba­sis weit und breit zur Ver­fü­gung stellt, die es Ihnen erlaubt, bis in die Levan­te hin­ein schlag­kräf­tig han­deln zu kön­nen. Was in Nah­ost pas­siert, sehen wir seit fast drei­ßig Jah­ren, die­se Plä­ne sind seit lan­gem in Büchern beschrie­ben. Ist alles nach­zu­le­sen. (Wer ist übri­gens bes­se­rer Objekt­schüt­zer in Camp Bonds­teel? Rich­tig, die Bundeswehr).
    Dass die uns Beherr­schen­den das alles nicht begrei­fen oder wahr haben wol­len, ist unser gro­ßes Pro­blem aber durch­aus erklär­bar: Nie­mand gelangt hier seit Jahr­zehn­ten in ein­fluss­rei­che Posi­tio­nen, der nicht trans­at­lan­ti­sche Rot­licht­be­strah­lung genos­sen und ver­in­ner­licht hat. Das erklärt auch den Wahn­sinn, an eine klei­ne Macht im Mit­tel­meer (die aller­dings mit einem gro­ßen Hund jen­seits des Atlan­tiks wedelt), nicht zu orten­de U-Boo­te zu ver­schen­ken, äh, ver­kau­fen, die mit Atom­waf­fen aus­ge­rüs­tet wer­den kön­nen und wahr­schein­lich schon sind. Man lie­fert also einer frem­den Macht die Waf­fen zur mög­li­chen eige­nen Ver­nich­tung. Wahn­sin­ni­ger gehts wohl kaum. DIESE Waf­fe benö­tig­ten wir selbst für unse­ren Schutz, damit wären WIR unan­greif­bar, zumin­dest hät­ten wir ein Droh­po­ten­zi­al, dass jeden Angrei­fer mehr als ein­mal dar­über nach­den­ken lie­ße, ob er sich mit uns anlegt. Wir wären auf kei­ne NATO ange­wie­sen und wahr­haft sou­ve­rän. Dass die­ser Gedan­ke in der hie­si­gen ver­tei­di­gungs­po­li­ti­schen Debat­te nicht ein­mal gedacht wird, lässt wohl tief bli­cken. Noch­mehr aber lässt er vie­les befürchten.

    • Einer Stu­die eines bri­ti­schen Mili­tär­his­to­ri­kers zufol­ge wür­de die pol­ni­sche Armee - so sie denn müss­te - die Bun­des­wehr bin­nen zwei Wochen an die Wand drü­cken. Nicht, dass ich Befürch­tun­gen in die­se Rich­tung hät­te, aber soviel zu ame­ri­ka­ni­schen Waf­fen und der Ent­schei­dung Polens, sie zu kau­fen. Aber wie ich sehe, sind Sie kein Freund der Nato und haben sogar Furcht, Isra­el kön­ne Deutsch­land angrei­fen. Da fra­ge ich mich schon, ob wär­men­des Rot­licht nicht viel­leicht auch die Geg­ner des trans­at­lan­ti­schen Bündnisses…aber las­sen wir das. Ich wäre ja sogar dafür, der Nato eine ech­te Neu­aus­rich­tung zu ver­pas­sen, sofern die­se immer das Ziel hat, auch ech­te mili­tä­ri­sche Fähig­kei­ten zu ent­wi­ckeln, statt ein Ver­län­ger­ter Arm von UNICEF und UNHCR zu sein. Von der Sor­te haben wir schon genug. Aller­dings soll­ten dazu alle Des­po­tien als Mit­glie­der weg­fal­len (Tschüss, Tür­kei) und demo­kra­tisch ver­fass­te Staa­ten auf­ge­nom­men wer­den kön­nen (Will­kom­men Isra­el). Und bevor Sie jetzt Schnapp­at­mung bekom­men: ich wür­de sogar Russ­land gern eine Per­spek­ti­ve zur Mit­glied­schaft ein­räu­men. In der Putin-Ära hal­te ich das lei­der für undenk­bar und was am Ende sei­ner Herr­schaft gesche­hen wird, wage ich kaum zu pro­gnos­ti­zie­ren, weil die mafiö­sen Staats-Struk­tu­ren voll und ganz auf des­sen Per­son aus­ge­rich­tet sind. Aber man soll­te zumin­dest damit rech­nen, dass irgend­wann mal demo­kra­ti­sche Ver­hält­nis­se in Russ­land ein­keh­ren können.

      • Sie miss­ver­ste­hen mich. Die Stu­die des bri­ti­schen Mili­tär­his­to­ri­kers (wer ist das?) ken­ne ich nicht, den Befund aller­dings glau­be ich gern. Das liegt aber nicht an ame­ri­ka­ni­schen Waf­fen, son­dern an der geis­ti­gen Fäu­le der deut­schen Armee. Alles das, was deut­sche Arme­en sehr lan­ge Zeit zu den bes­ten der Welt gemacht hat, hat man der Bun­des­wehr aberzo­gen, letz­tes Bei­spiel sind die unbe­ding­te Frau­en­för­de­rung und das abschnei­den jeg­li­cher Tra­di­ti­on bis hin zum Liederbuch.
        Ich bin kein Freund der NATO, weil sie eben kein Ver­tei­di­gungs­bünd­nis Gleich­be­rech­tig­ter ist, son­dern mili­tä­ri­scher Arm des Hege­mons. Inso­fern wäre ich sehr für ein euro­päi­sche Ver­tei­di­gungs­bünd­nis unter Ein­schluss Russ­lands. Aber war­um soll­ten sich die Rus­sen dar­auf ein­las­sen? Die Regeln die wich­ti­gen Ange­le­gen­hei­ten mit dem, mit dem sie zu regeln sind. Näm­lich mit Trump. Die beklopp­ten West­eu­ro­pä­er braucht dabei kein Mensch. Ich fürch­te, Sie sind mit den Hand­lan­ger­diens­ten für UNICEF usw. auf dem Holz­weg. Das sind nur die Tarn­vor­hän­ge, weil man weiß, dass man damit in Euro­pa her­vor­ra­gend Über­ein­stim­mung erzie­len und jede Saue­rei dahin­ter ver­ste­cken kann. Ihre For­de­rung, nur „demo­kra­ti­sche Staa­ten“ dürf­ten dabei sein, hal­te ich für naiv. Wenn es um Sicher­heit geht, schaue ich, wer mir hilft und wer mir nützt und nicht, ob ich sei­nen Schnauz­bart lei­den mag. Auch nach die­ser Defi­ni­ti­on wäre der Tür­ke aller­dings weg. Inne­re Ange­le­gen­hei­ten muss der aber allei­ne regeln. Im Übri­gen, auch wir hät­ten dann wohl Schwie­rig­kei­ten, dabei sein zu dürfen…
        Ich weiß, dass Sie bedin­gungs­lo­ser Isra­el-Freund sind. Ich kann Sie aber beru­hi­gen, ich befürch­te kei­nen Angriff von dort. Der stün­de - auf abseh­ba­re Zeit - ja gar nicht in deren Inter­es­se. Solan­ge man dort von hier alles bekommt, was man braucht, benö­tigt man kein Droh­mit­tel. Beginnt sich das zu ändern, ist ein sol­ches Droh­po­ten­ti­al aber sehr wohl eini­ges wert, oder?
        Ihre Gedan­ken für die Zeit nach Putin tei­le ich. Um so wich­ti­ger erscheint es mir, gute Ver­bin­dun­gen dort­hin zu haben und immer zu wis­sen, wohin sich das Land bewegt.

          • Eine gro­ße Freu­de, Sie beru­higt zu haben.
            Woll­ten Sie nicht den Bri­ten „nach­rei­chen“?

        • Die NATO ist übri­gens auch des­halb kein per­fek­tes Ver­tei­di­gungs­bünd­nis, weil die Teil­neh­mer kei­ne gleich­be­rech­tig­ten Pflich­ten haben.

          • Nun­ja, streng genom­men gibt es gar kei­ne Ver­pflich­tung über „… die Maß­nah­men, ein­schließ­lich der Anwen­dung von Waf­fen­ge­walt,…, die sie für erfor­der­lich erach­tet, um die Sicher­heit des nord­at­lan­ti­schen Gebiets wie-der­her­zu­stel­len und zu erhal­ten.“ hin­aus, Arti­kel 5 Wasching­to­ner Ver­trag. Wer also der Auf­fas­sung ist, eine Ver­bal­no­te an die Pin­gui­ne in der Ant­ark­tis rei­che aus, hat seins getan.
            Das ent­sprä­che selbst­ver­ständ­lich nicht dem Geis­te eines Verteidigungsbündnisses.

    • „Klar möch­te Trump auch gern ame­ri­ka­ni­sche Waf­fen in Euro­pa ver­kau­fen (viel mehr kann man ja auch in Ame­ri­ka nicht mehr in Welt­markt­füh­rer­schaft herstellen)“

      Ähm…

      Medi­zin­tech­nik? Bio­tech­no­lo­gie? Gen­tech­nik? Agrar­tech­no­lo­gie? Pro­zes­sor­tech­nik? IT und AI? Tech­no­lo­gie zur För­de­rung von Öl und Gas? Kern­re­ak­tor­tech­nik? Finanz­wirt­schaft und Bör­sen­pro­duk­te? Unter­hal­tungs­me­di­en wie Fil­me, Musik, Bücher, Seri­en? Bedruck­tes Papier, aka US Dollars?

      „Der neue deut­sche Luft­waf­fen­in­spek­teur will auch ein ame­ri­ka­ni­sches Flug­zeug kau­fen, eins, das durch man­nig­fal­ti­ge Pro­blem auf sich auf­merk­sam macht.“

      Die F35 fliegt wenigs­tens, erfüllt die Ste­alth-Spe­zi­fi­ka­tio­nen, die der Euro­figh­ter nicht erfüllt, und ist nicht so ver­al­tet, dass er die NATO Spe­zi­fi­ka­tio­nen nicht mehr erfüllt. Der Tor­na­do funkt unver­schlüs­selt, und wur­de zu einer Zeit ent­wor­fen, als man den Radar­quer­schnitt noch nicht anhand von Com­pu­ter­mo­del­len mini­mie­ren konn­te. Die Zeit rückt näher, in der fünf Nerds mit einer CNC-Frä­se eine radar­ge­lenk­te Rake­te in ihrem Kel­ler bau­en kön­nen, die das Ding vom Him­mel holt, wenn es nur jemand für sie anstrahlt.

      „Haben Sie schon mal drü­ber nach­ge­dacht, dass die füh­ren­de Luft­fahrt­na­ti­on Deutsch­land mome­na­tan nicht mal in der Lage ist, ein kom­plet­tes Flug­zeug selbst zu pro­du­zie­ren? Ein Schelm, der Böses dabei denkt.“

      Ist zu erwar­ten. Kampf­flug­zeu­ge sind High-Tech-Pro­duk­te. Deutsch­land pro­du­ziert nicht­mal mehr brauch­ba­re Unter­hal­tungs­elek­tro­nik wie Smartphones.

      „Die Ame­ri­ka­ner nut­zen die NATO dabei als Instru­ment ihrer Hegemonialpolitik,“

      im Zuge des­sen sie die Welt­mee­re von der Navy als Han­dels­we­ge offen hält, und so den Welt­han­del über­haupt erst ermög­licht, der andern­falls durch Pira­te­rie und Blo­cka­den gefähr­det wäre,

      „und las­sen “die Ver­bün­de­ten” dabei gern per­so­nell und mate­ri­ell die Kos­ten bezahlen,“

      tra­gen dabei aber den­noch rund 70% der Gesamt­kos­ten der Nato, und brin­gen gleich­zei­tig auch noch Atom­waf­fen und das mit Abstand schlag­kräf­tigs­te Mili­tär mit,

      „und heim­sen die Vor­tei­le die­ser Poli­tik vor­ran­gig ein,“

      was man ins­be­son­de­re dar­an erkennt, dass die anfal­len­den Zöl­le und Rechts­kos­ten für in die USA impor­tier­te Pro­duk­te durch­gän­gig nied­ri­ger sind, als die Zöl­le und Rechts­kos­ten in der rest­li­chen Welt, also jeder sei­nen Heim­vor­teil gel­tend macht, nur die USA nicht.

      „Hier gehö­ren auch die Bal­kan­krie­ge ein­schließ­lich der Sezes­si­on des Koso­vo her; auf maß­geb­li­ches Betrei­ben der Ame­ri­ka­ner wur­de ein “unab­hän­gi­ger Staat” geschaf­fen, der wun­der­sa­mer Wei­se den Ame­ri­ka­nern die größ­te Mili­tär­ba­sis weit und breit zur Ver­fü­gung stellt, die es Ihnen erlaubt, bis in die Levan­te hin­ein schlag­kräf­tig han­deln zu können. “

      Es war Clin­ton, der gesagt hat, dass die Ser­ben ihre urser­bi­schen Amsel­fel­der an die Nach­fah­ren einer Hor­de Zuge­wan­der­ter abge­ben muss, oder? Man stel­le sich vor, das sel­be pas­siert irgend­wann in NRW oder Ber­lin… Scheiß Lin­ke. Aller­dings war Bill Clin­ton im poli­ti­schen Spek­trum rechts von der deut­schen CDU/CSU ange­sie­delt. Der hat den Sozi­al­staat zusam­men­ge­stutzt und die Grenz­si­che­rung ver­stärkt… Hmmm… 

      „Nie­mand gelangt hier seit Jahr­zehn­ten in ein­fluss­rei­che Posi­tio­nen, der nicht trans­at­lan­ti­sche Rot­licht­be­strah­lung genos­sen und ver­in­ner­licht hat.“

      Ach, das sind die Amis? Ich dach­te immer, das wären die Juden. Ein Vor­schlag zur Güte: Es sind ver­ju­de­te US-Impe­ria­lis­ten. Okay?

      „Das erklärt auch den Wahn­sinn, an eine klei­ne Macht im Mit­tel­meer (die aller­dings mit einem gro­ßen Hund jen­seits des Atlan­tiks wedelt), nicht zu orten­de U-Boo­te zu ver­schen­ken, äh, ver­kau­fen, die mit Atom­waf­fen aus­ge­rüs­tet wer­den kön­nen und wahr­schein­lich schon sind.“

      Ah, also doch die Juden. Die, deren Namen nicht genannt wer­den darf 😉

      Eini­gen wir uns also dar­auf, dass die USA auch unter Isra­els Knu­te lebt, und Juden das Feind­bild sind. Auf die­se Wei­se könn­ten wir sogar bei den Mus­li­men punk­ten, die eben­falls Juden has­sen. Ich schla­ge daher vor, dass wir die Juden end­lich wie­der als unse­ren Erb­feind erken­nen, und uns mit denen, die vom Juden­tum geknech­tet wur­den, ver­bün­den. Wenn die Juden erst­mal weg sind, gibts bestimmt den Welt­frie­den. Das wuss­te schon der Füh­rer. Ach, hät­te man nur auf ihn gehört, dann wür­den wir jetzt im Para­dies leben, und in Afri­ka wäre Frie­den und Wohl­stand! Statt­des­sen gibts zän­ki­sche Juden.

        • Was genau? Hab ich inhalt­li­che Fehler? 

          Gehts bei den Hege­mo­ni­al­be­stre­bun­gen der USA etwa nicht um welt­weit freie Han­dels­we­ge, oder war die USra­el-Welt­ju­den­tum-Argu­men­ta­ti­on nicht schon die Argu­men­ta­ti­on des größ­ten Füh­rers aller Zei­ten, die nach Grün­dung von Isra­el nur noch mini­mal abge­wan­delt wurde?

          Schau, wenn Du anti­se­mi­tisch sein willst, dann machs wenigs­tens wie der hier: https://www.youtube.com/watch?v=ljMPafQpfDU

          Der macht sich die Mühe, sei­ne Argu­men­ta­ti­on mit nach­prüf­ba­ren Fak­ten zu unter­mau­ern, und sei­nem Zuhö­rer zu ver­mit­teln, war­um das, womit er ein Pro­blem hat, pro­ble­ma­tisch ist. Bei Dir wars eher so, dass Dei­ne Aus­sa­gen auf den ers­ten Blick über­wie­gend unwah­re Fak­ten und Fehl­ur­tei­le mit Schlag­wort­cha­rak­ter sind, und auf den zwei­ten Blick, nach­dem man sich die­se Fehl­ur­tei­le ein­mal weg­ge­dacht hat, nur wenig übrig bleibt, das es ver­dient hat, zer­pflückt zu wer­den, weil das zu viel Arbeit macht.

          Ich glau­be, Dein Pro­blem ist, dass Du ger­ne über gro­ße und gewich­ti­ge Din­ge spre­chen möch­test, um Ernst genom­men zu wer­den, Dir jedoch das Ver­ständ­nis dafür fehlt. Was Du schreibst, sind zusam­men­ge­wür­fel­te und ver­zerrt dar­ge­stell­te Fak­ten. Hier ein Schlag­wort, da der Name einer Basis, dort irgend­et­was, das Poli­ti­ker vor zwan­zig Jah­ren mal für nötig hiel­ten, weil sie ganz wo anders Bonus­punk­te ein­heim­sen woll­ten. Zusam­men­ge­hal­ten wird das Gan­ze mit einem fürs Fuß­volk begreif­ba­ren Nara­tiv, der schon vor 100 Jah­ren beliebt war, und der irgend­wie wich­tig klin­gen soll. Zusam­men ergibt das eine Geschich­te, mit der Du bei Leu­ten punk­ten kannst, die sich mit nichts davon beschäf­tigt haben, aber mehr auch nicht. Der eini­ge Grund, wes­halb Dir sel­ten jemand wider­spricht, ist, dass man Dir für prak­tisch jede Aus­sa­ge erst­mal den Kon­text erklä­ren müss­te, und das zu viel Arbeit ist, weils Dir doch nur dar­um geht, Dich mit einer gewich­ti­gen Mei­nung über gewich­ti­ge Din­ge her­vor­zu­he­ben, ohne Dir die dazu not­wen­di­ge Mühe zu machen. Mei­nun­gen sind bil­lig, und man kann auch ohne vor­aus­ge­hen­de Arbeit eine Mei­nung haben.

          BTW, ich hän­ge mich hier auch mit weit her­ge­hol­ten Aus­sa­gen aus dem Fens­ter, aber in der Regel kann ich die­se unter­mau­ern. Daher kann ich zwi­schen Irr­sinn, den man begrün­den kann, und Irr­sinn, bei dem dies nicht mög­lich ist, unter­schei­den. Ist eine sel­te­ne Gabe.

          P.S.
          Ich kann mir das Wort­ge­schlecht des Wor­tes „Nara­tiv“ nicht mer­ken, und habs auf­ge­ge­ben, brau­che also kei­ne Kor­rek­tur, falls der Münz­wurf das fal­sche Ergeb­nis hatte.

          • Genau das mei­ne ich. Die Naz­i­keu­le für Fort­ge­schrit­te­ne. Anfangs dach­te ich, ja, nach­den­kens­wert sei­ne Argu­men­te. War­um unter­stellst Du mir psy­chi­sche Defek­te und irgend­ei­nen Anti­se­mi­tis­mus? Kein Wort und kein Gedan­ke davon ste­hen in mei­nen Sät­zen, es sei denn, man will sie dar­in sehen. Das wirft aber eher ein bezeich­nen­des Bild auf Dich selbst. Lass gut sein, troll jeman­den anders mit Dei­nen sel­te­nen Gaben.

          • Das mit der Naz­i­keu­le ist ein Miss­ver­ständ­nis, und wahr­schein­lich das Zucken, an dem man geschla­ge­ne Kin­der erkennt. Ein Miss­ver­ständ­nis ists, weils von jeman­dem kommt, der sich regel­mä­ßig noch viel wei­ter aus dem Fens­ter lehnt, und extre­me­re Din­ge sagt. Die Naz­i­keu­le wird nicht von Men­schen gebraucht, die sowas machen, son­dern eher von den vie­len klei­nen Schmeiß­flie­gen, deren Welt das ist, was Ande­re von ihnen den­ken. Für mich gehört die Naz­i­keu­le in die sel­be Kate­go­rie wie das Kapi­ta­lis­ten-sind-rück­sichts­los-und-gie­rig-Nar­ra­tiv. Sowas wird von Men­schen gebraucht, denen kei­ne ande­re Mög­lich­keit bleibt, als erfolg­rei­che Men­schen mit dem letz­ten Mit­tel, das am Boden krie­chen­den Wür­mern ver­bleibt - der Moral - anzu­schwär­zen, um ihre eige­ne Erfolg­lo­sig­keit und Min­der­wer­tig­keit damit zu recht­fer­ti­gen. Skla­ven­mo­ral nann­te es Nietzsche. 

            Anti­se­mi­tis­mus unter­stell­te ich Dir, weil Du die­ses „Deutsch­land wird von den ver­ju­de­ten West­mäch­ten unterdrückt“-Narrativ gebrauchst, die sel­be Geschich­te spä­tes­tens seit dem ers­ten Welt­krieg gespon­nen wird, und Isra­els Rol­le, bezie­hungs­wei­se die Rol­le der Juden, in die­sem Nar­ra­tiv eine so Her­aus­ra­gen­de ist. Die­ser Anti­ka­pi­ta­lis­mus-Anti­ame­ri­ka­nis­mus-Anti­se­mi­tis­mus-Kom­plex spiel­te in der Welt­erklä­rung der Nazis eine her­aus­ra­gen­de Rolle. 

            Zudem den­ke ich, dass der/die/das Nar­ra­tiv nicht aus Dei­ner eige­nen Ana­ly­se stammt, son­dern Du ihn von irgend­je­man­dem gehört hast, der ihn von irgend­wem gehört hat, der ihn von irgend­wem gehört hat, und so wei­ter. Ein Stil­le-Post-Pro­zess. Irgend­wo in die­ser Ket­te wird sich wahr­schein­lich auch ein Herr Göb­bels befin­den, der ger­ne sol­che Nar­ra­ti­ve ver­brei­tet hat, und von denen sich man­che ein­fach gut ver­brei­ten, weil sie den Anfor­de­run­gen von Nar­ra­ti­ven, die sich gut ver­brei­ten, genü­gen. Das ist jetzt weder als Beschul­di­gung noch als Naz­i­keu­le gemeint, son­dern ein­fach nur etwas, das ich für wahr­schein­lich fak­tisch kor­rekt hal­te. „Wahr­schein­lich“ des­halb, weil mir kein Weg ein­fällt, das Stil­le-Post-Spiel auf nach­weis­ba­re Art zurück zu Göb­bels zu ver­fol­gen. Ein schlech­tes Gewis­sen erwar­te ich des­halb jedoch nicht.

            Und für fak­tisch falsch hal­te ich die Schlüs­se aus Dei­nem Nar­ra­tiv vor allem des­halb, weil Du die Fähig­kei­ten von Staa­ten über­schätzt. Bei Dei­nem Nar­ra­tiv geht es um Eli­ten und Staa­ten, die ihre sinis­tren Absich­ten durch­set­zen, und die dabei kom­pe­tent sind und effi­zi­ent vor­ge­hen. Und genau die­se zwei Eigen­schaf­ten - Kom­pe­tenz und Effi­zi­enz - sind mit Staa­ten nicht mach­bar. Qua­li­ta­ti­ve Hoch­wer­tig­keit - und Qua­li­tät ist amo­ra­lisch - ist mit Staa­ten nicht mach­bar. Ein klu­ger Mensch sag­te ein­mal, dass es ein ein­fa­che­res Pro­blem ist, einen guten Kühl­schrank oder ein gutes Auto zu ent­wer­fen, als ein gutes Rechts­sys­tem, und alle Staa­ten bis­her an dem ein­fa­che­ren Pro­blem geschei­tert sind, man ihnen jedoch, wie selbst­ver­ständ­lich, die Lösung des Schwie­ri­ge­ren zutraut. Die­se Aus­sa­ge trifft auch auf ver­schwö­rereri­sche Außen­po­li­tik zu.

            Wenn man alle Ver­ant­wor­tung auf Juden, Amis, Eli­ten schiebt, ist man zudem selbst Schuld­los. Die­se Ein­stel­lung ist nicht Teil der Lösung, und wider­spricht in gro­ber Wei­se dem Prin­zip der Eigen­ver­ant­wor­tung. Abge­se­hen davon, wür­de es, selbst, wenn es wahr wäre, nur die eige­ne Min­der­wer­tig­keit unter­strei­chen, weil man selbst dafür ver­ant­wort­lich ist, inak­zep­ta­blen Din­gen im Weg zu sein, und das Gemot­ze der­je­ni­gen, die dies nicht tun, doch auch nichts ande­res ist, als die Naz­i­keu­le der Schmeiß­flie­gen, wenn sie nicht mit der Rea­li­tät umge­hen können.

            P.S.
            Ich brau­che ein gebräuch­li­ches deut­sches Wort, das mir als Ersatz für „Nar­ra­tiv“ die­nen kann. Ich mag die­ses ver­ju­de­te Wort, das ich von Naom Chom­sky habe, nicht, aber mir fällt kein Ersatz dafür ein. Ich bit­te um Mithilfe.

  2. Sehr geehr­ter Herr Letsch,

    was haben Sie denn da für ein Bild aus­ge­wählt? Die ver­meint­li­chen Ein­schuss­lö­cher im deut­schen Stahl­helm auf der Seil­win­de vom Jeep sind alle­samt Aus­schuss­lö­cher. Also wenn da jemand sei­nem Fahr­zeug für die nächs­te War-and-Peace-Show ein beson­ders mar­tia­li­sches Aus­se­hen ver­lei­hen woll­te, dann ist er damit geschei­tert wie unse­re Ley­en- bzw. Lai­en­dar­stel­le­rin bei ihrem Ver­such zu erklä­ren, was die Bun­des­wehr doch für eine tol­le Trup­pe ist (selbst die Hair­for­ce unter Bun­des­ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter Schmidt hat­te eine bes­se­re Reputation).

    • Lie­ber Herr Alt­klug: es han­del­te sich um das ein­zi­ge Bild beim kos­ten­lo­sen Bil­der­dienst pixabay, das so halb­wegs zum The­ma pass­te. Bes­se­re gab es bei AFP, AP oder Reuters…aber wer soll das bezah­len, wer will das riskieren? 😉

  3. In einem Land mit einem so gro­ßen Anti­ame­ri­ka­nis­mus, stark aus­ge­präg­ten Sozia­lis­mus, lie­be zur nebu­lö­sen Jour­na­lis­mus und ein­sei­ti­gen Bericht­erstat­tung a la DDR, ver­ste­he ich den Ver­bleib in der Nato nicht! Es wäre doch eine Erleich­te­rung, auch die Kon­se­quen­zen selbst tra­gen zu dür­fen. Und das mit die­ser Führungselite!
    Der kol­lek­ti­ve Dun­ning-Kru­ger Effekt. Unheilbar!
    Ich wür­de Trump einen schnel­len Aus­tritt empfehlen.

    • „Ich wür­de Trump einen schnel­len Aus­tritt empfehlen.“

      Wozu? Der hat­te kurz nach dem Nato-Tref­fen ein Tref­fen mit Putin im Ter­min­ka­len­der. Dafür woll­te er natür­lich etwas Druck auf­bau­en. Das ist sei­ne Ver­hand­lungs­stra­te­gie, mit der er über­aus erfolg­reich ist. Druck auf­bau­en, und über­spitzt for­mu­lier­te Halb­wahr­hei­ten aus­spre­chen. klappt super.

      Ich wür­de ihm zwar kei­nen schnel­len Aus­tritt emp­feh­len, wohl aber eine Kos­ten­re­du­zie­rung des US-Anteils, sowie die Wei­ge­rung im Bünd­nis­fall mit­zu­ma­chen, soll­te es jeman­den tref­fen, der sich vor­her auch nicht an Abspra­chen gehal­ten hat, oder der aus sons­ti­gen Grün­den nicht bereit dazu war, ein akzepta­les Maß an Schlag­fer­tig­keit auf­recht zu erhalten.

  4. Gott sei Dank (ist das bereits eine Dis­kri­mi­nie­rung?) ist Donald mit einem uner­schüt­ter­li­chen Selbst­be­wußt­sein aus­ge­stat­tet und schert sich einen feuch­ten Keh­richt um die Wild­sau­en, die ihn, die ame­ri­ka­ni­sche Eiche, von allen Sei­ten anpis­sen. Er sprengt den vom lin­ken Main­stream festgelegten
    Wer­te­ko­dex, mit des­sen naiv- kind­li­chen Inhal­ten , böse Waf­fen, böse Juden, böse Kli­ma­l­eug­ner, böser Brexit
    und sata­nisch- böser Trump, gegen gute Migran­ten, Paläs­ti­nen­ser, Kli­ma­schüt­zer( der Name ist schon so bescheu­ert, wie das sich dahin­ter ver­ber­gen­de Pro­gramm) Bre­x­it­geg­ner und Trumpha­s­ser. Trump pocht
    dar­auf, Real­tä­ten anzu­er­ken­nen und for­dert zum Handelnauf.Der ‚Spie­gel‘ und der Sig­gi empö­ren sich in höchs­ter Alarm­be­reit­schaft. Die­se gan­zen pein­li­chen Argu­men­ta­tio­nen sind obso­let, denn es han­delt sich bei den 2% mili­tä­ri­schen Aus­ga­ben um eine ver­trag­li­che Rege­lung, wor­auf man im Fal­le des Bre­x­it und Frau May auch insis­tiert! Der lin­ke Main­stream, mitt­ler­wei­le im fort­ge­schrit­te­nem Alter ange­kom­men, ver­sucht ‚sich und sei­ne Kids mit einer lei­der mitt­ler­wei­le gro­ßen Medi­en­un­ter­stüt­zung in sei­nem Trug­bild von einer Welt zu ver­wirk­li­chen , in der alle Men­schen im Mul­ti-Kul­ti-Modus unter einem Wind­rad sit­zen , um die Vor­tei­le der neu­es­ten staat­lich ver­ord­ne­ten Vor­schrif­ten zu dis­ku­tie­ren. Wenn wir das zulas­sen, wird sich nicht nur Deutsch­land abschaf­fen, son­dern ganz Euro­pa. Afri­ka­ner und Mus­li­me über­flu­ten uns mit zahl­rei­cher Nach­kom­men­schaft und die Chi­ne­sen über­neh­men die Wirt­schaft und ich wan­de­re aus.

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