Er hat es schon wieder getan, dieser Trump! Doch weil sein „Bätschi“ gegen­über der NATO und spe­zi­ell Deutsch­land eben nicht der verbale Aus­ras­ter der Vor­sit­zen­den einer kleinen deut­schen Partei ist, deren Zustim­mungs­werte Eigen­schaf­ten des Früh­lings­schnees haben, sondern vom immer­hin noch mäch­tigs­ten Mann on the whole fucking planet kommt, hat die deut­sche Medi­en­welt Schnapp­at­mung. Muss er denn immer so undi­plo­ma­tisch sein? Kann er das nicht mal ein wenig netter sagen? Wenigs­tens zur NATO? Dabei ist es gera­dezu erfri­schend zu sehen, wie die Nato-Partner und ins­be­son­dere Deutsch­land zwar lange Schat­ten werfen, sich aber ein ums andere mal auf kor­rek­tes Maß zurück­stut­zen lassen müssen. Und zwar mit ein­fa­chen Wahr­hei­ten. Ja, die USA könnte die Nato ver­las­sen. Nein, die USA haben dies nicht vor. Das ZDF, immer mit sal­bungs­vol­len Worten zur Stelle, wenn der Kanz­le­rin ein Her­ze­leid droht, seufzte am 11.7. in der Heute-Sendung von 19 Uhr auch ver­nehm­lich auf und ver­kün­dete: „Die Nato blickt in eine unge­wisse Zukunft – nach Jahren der Soli­da­ri­tät“. Womit wir beim Kern des Pro­blems sind, der Soli­da­ri­tät. Denn die ging vor allem in eine Rich­tung. Die USA schul­ter­ten den Löwen­an­teil der Ver­tei­di­gungs­aus­ga­ben und fordern ihre NATO-Partner seit Jahr­zehn­ten auf, dem abzu­hel­fen. Gesche­hen ist unter Clinton, Bush und Obama indes wenig. Erst seit die „trump­sche Art“, die Dinge einfach beim Namen zu nennen den Euro­pä­ern bis ins Mark drang, geschieht offen­sicht­lich etwas.

Beson­ders groß war die Empö­rung in unseren Medien, als Trump einen Zusam­men­hang zwi­schen rus­si­schen Erd­gas­lie­fe­run­gen und der gleich­zei­tig gefühl­ten Bedro­hung aus Moskau ansprach. Doch hat er nicht recht, wenn er fest­stellt, dass die Russ­land-Sank­tio­nen aus­ge­rech­net jene Export­gü­ter aus­klam­mern, von denen Moskau am aller­meis­ten pro­fi­tiert? Nicht dass ich für noch härtere Sank­tio­nen wäre, aber man sollte sich der Schi­zo­phre­nie schon bewusst sein, wenn man sich einer­seits Öl und Gas liefern lässt und ande­rer­seits schnelle Ein­greif­trup­pen ins Bal­ti­kum in Marsch setzt. Das ist ein Punkt, über den man doch zumin­dest einmal nach­den­ken sollte – und zwar in aller Öffent­lich­keit. Die nass­for­sche Bemer­kung, unsere Ener­gie­po­li­tik ginge Trump und die USA doch gar nichts an, ist eine äußerst schwa­che Ver­tei­di­gung ange­sichts der Tat­sa­che, dass seit 2016 kein Tag vergeht, an dem sich nicht ein deut­scher Poli­ti­ker oder ein Jour­na­list berufen fühlte, Trump und den USA kluge Rat­schläge zu ertei­len und gerade innere Ange­le­gen­hei­ten der Ver­ei­nig­ten Staaten nase­rümp­fend bis her­ab­las­send zu kom­men­tie­ren.

Und auch der nächste Stich ging an Trump, als er Deutsch­land als „reiches Land“ bezeich­nete, das locker sofort das 2%-Ziel errei­chen könnte. Hier war die Empö­rung schon weniger konkret, führen unsere Poli­ti­ker – Merkle vor­ne­weg – dieses Bonmot doch bei anderer Gele­gen­heit fast täglich spa­zie­ren, wenn es etwa um die Kosten der Mas­sen­mi­gra­tion und deren Folgen geht. Hinter diese Aussage kommt man nun nicht mehr zurück und ich möchte wetten, dass es nicht das letzte Mal gewesen ist, dass jemand mit diesem Argu­ment (das leider nichts als die Wie­der­ho­lung eines inhalts­lee­ren Eigen­lobs der Bun­des­re­gie­rung ist) ver­sucht, den deut­schen Steu­er­zah­ler für seine Zwecke zur Kasse zu bitten. Wird man „Nein“ sagen können, ange­sichts unseres „Reich­tums“? Oder wie oft noch „ja“?

Eigentor beim Spiegel

Roland Nelles vom Spiegel erklärt dem deut­schen Leser, „warum Donald Trump falsch liegt“. Doch dafür, dass man Trump hier­zu­lande ten­den­zi­ell über­haupt nicht mehr zuhört, hört man in diesem Fall sehr genau hin. Nelles greift sich gleich mal Trumps Utopie „besser wären 4% Ver­tei­di­gungs­aus­ga­ben“, die aller­dings über­haupt nicht zur Debatte stehen. In Deutsch­land würde der Wehr­etat auf „gigan­ti­sche 140 Mil­li­ar­den“ auf­wach­sen und würde damit mehr als doppelt so groß wie der rus­si­sche und beinahe so groß wie der chi­ne­si­sche sein, orakelt Nelles.

Ange­sichts der deut­schen und euro­päi­schen Geschichte, wäre es naiv, anzu­neh­men, dass dies von den Nach­bar­staa­ten (selbst beim besten Willen) als ein Zuge­winn an Sicher­heit emp­fun­den würde. Russ­land würde wohl selbst ent­spre­chend massiv auf­rüs­ten, um sich vor einer ver­meint­li­chen west­li­chen Bedro­hung zu schüt­zen. Das Risiko eines mili­tä­ri­schen Kon­flikts würde unwei­ger­lich steigen.“

Im Moment sieht es doch wohl eher danach aus, als blick­ten unsere Nach­barn voller Sorge auf die schrump­fen­den mili­tä­ri­schen Fähig­kei­ten Deutsch­lands, als uns zur neu­er­li­chen Bedro­hung des Welt­frie­dens hoch­zu­fie­deln. Die Bedro­hung, die von Deutsch­land ausgeht, liegt nicht im mili­tä­ri­schen Bereich, sondern der über­stei­ger­ten Welt­ret­ter-Atti­tüde, für die man sich in der EU gern das Plazet holen würde. Doch unsere Nach­barn emp­fin­den diese deut­sche Eigen­heit selt­sa­mer­weise auch nicht gerade als „Zuge­winn an Sicher­heit“, haben sie ihre Grenze zu dem außer Kon­trolle gera­ten­den Deutsch­land doch sperr­an­gel­weit offen.

Als nächs­tes stellt sich Nelles eine Falle, in die er dann auch prompt selbst hin­ein­tritt. Trump spe­ku­liere doch nur darauf, „Deals“ durch Waf­fen­ver­käufe zu machen, wenn die Euro­päer ihre Wehr­etats erhöhen!

Die Euro­päer haben Trumps Taktik schon durch­schaut. Als vor allem Kanz­le­rin Merkel und Frank­reichs Prä­si­dent Emma­nuel Macron den wüten­den Trump in der gehei­men Kri­sen­sit­zung am Don­ners­tag ein­he­gen wollten, redete Macron auch Klar­text. Konkret warf er Trump vor, er wolle mit seinen absur­den For­de­run­gen zur Stei­ge­rung der euro­päi­schen Ver­tei­di­gungs­haus­hal­ten vor allem die eigene Rüs­tungs­in­dus­trie fördern, mit den vielen neuen Mil­li­ar­den­auf­trä­gen für Panzer, Hau­bit­zen oder Flug­zeu­gen aus US-Pro­duk­tion wolle er die Auf­trags­bü­cher der eigenen Kon­zerne füllen. Die USA, so Macron laut Teil­neh­mern, würden also auto­ma­tisch pro­fi­tie­ren, Trump gehe es nicht um Sicher­heit sondern um gute Deals. Mit Europas Sicher­heit hat das alles herz­lich wenig zu tun.“

Die Falle ist gestellt, jetzt nur noch beherzt hin­ein­tre­ten:

Länder wie Frank­reich oder Deutsch­land würde bei einer Auf­rüs­tung wohl kaum Waffen in den USA bestel­len. Schon seit Jahr­zehn­ten pro­du­zie­ren beide Staaten etliche Systeme selbst, dar­un­ter Hub­schrau­ber, Schiffe, Kampf­jets und Panzer. Deutsch­land befand sich im Jahr 2017 nicht einmal unter den 20 größten Waf­fen­kun­den der USA. Haupt­ab­neh­mer von US-Waffen sind Staaten wie Japan oder Saudi-Arabien. Eine massive Auf­rüs­tung in Europa würde so also auch die euro­päi­sche Rüs­tungs­in­dus­trie weiter stärken – und zu einem mas­si­ven Kon­kur­ren­ten für die US-Indus­trie machen.“

Ja, diese Waffen haben wir gesehen. Die Hub­schrau­ber am Boden, die Schiffe im Hafen und die Kampf­jets im Hangar. Beim Spiegel kann man sich offen­sicht­lich nicht ent­schei­den, ob man Trump lieber Geschäf­te­ma­che­rei oder Dumm­heit vor­wer­fen will, ver­sucht es mit beidem und macht sich lächer­lich. Trump, der alte Deal­ma­ker wolle nur Waffen ver­kau­fen, sei aber zu blöde um zu erken­nen, dass die Euro­päer seine Waffen nicht mögen, weil sie lieber die eigenen kaufen, die nicht funk­tio­nie­ren. Eine „Krä­mer­seele“ sei dieser Trump. Der Spiegel ist halt immer vorn dabei, wenn es gilt, ame­ri­ka­ni­schen Prä­si­den­ten Diplo­ma­tie bei­zu­bie­gen und einen hämi­schen Sei­ten­hieb auf die US-Rüs­tungs­in­dus­trie kann man sich auch nicht ver­knei­fen:

Hinzu kommt, dass etliche Waf­fen­de­als für die Ame­ri­ka­ner nicht immer auto­ma­tisch ein gutes Geschäft sind: Häufig müssen sie bei ärmeren Ländern hohe Preis­nach­lässe geben oder Ko-Finan­zie­run­gen anbie­ten.“

Deut­sche Waffen gibt es natür­lich nur ohne Preis­nach­lass. Aber wir tau­schen sie schon gern mal bei Dik­ta­to­ren, die in ihre Nach­bar­län­der ein­mar­schie­ren wollen, gegen ein­ge­sperrte Jour­na­lis­ten. Von dem mora­lisch hoch­ste­hen­den deut­schen „Deal­ma­ker“, der die Sache ein­fä­delte, wird gleich noch die Rede sein.

NATO-Fehler und Trumps Beitrag

Leider macht Trump an genau in der Causa „Deut­scher Wehr­etat“ einen ent­schei­den­den Denk­feh­ler. Er geht nämlich davon aus, dass Ver­tei­di­gungs­aus­ga­ben in Deutsch­land auch in ver­gleich­ba­rer Weise Ver­tei­di­gungs­fä­hig­keit gene­rie­ren, wie dies in den USA mög­li­cher­weise üblich ist. Deal­ma­ker der er ist geht er davon aus, dass Regie­run­gen bei ihren Mili­tär­aus­ga­ben keine „bad deals“ akzep­tie­ren und einem Her­stel­ler eher ein „you’re fired“ ent­ge­gen­brül­len, als sich mit Lie­fer­ver­zö­ge­run­gen, Mehr­kos­ten und Funk­ti­ons­ein­schrän­kun­gen am Nasen­ring durch die Manege führen zu lassen. Euro­figh­ter, A400M, deso­late Drohnenprogramme…ein Desas­ter jagt das nächste! Wenn man es nicht besser wüsste, könnte man glauben, die Grünen stell­ten bereits seit Jahr­zehn­ten unsere Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter. Zu teuer, zu spät, nicht durch­dacht, nicht ein­satz­be­reit – so sehen unsere Rüs­tungs­pro­gramme aus. Für Schrott einfach nur mehr Geld aus­zu­ge­ben, wird in der Tat nichts bringen. Eine Ver­dopp­lung unseres Wehr­etats hätte zur Folge, dass wir heute vier nicht ein­satz­be­reite Fre­gat­ten hätten, anstatt derer zwei.

Das Märchen von der starken NATO

Die NATO ist seit jeher eine Allianz, aller­dings nicht im Sinne einer Ver­ei­ni­gung gleich­be­rech­tig­ter Partner, sondern eher im über­tra­ge­nen Sinne, der Ver­si­che­rung glei­chen Namens ent­spre­chend. Die NATO ist eine Ver­si­che­rung, deren Police in Washing­ton aus­ge­stellt und ver­brieft wurde. Weder Geor­gien noch die Ukraine streben in die NATO, um vom Schutz der Bun­des­wehr oder den tsche­chi­schen Luft­streit­kräf­ten zu pro­fi­tie­ren. Der angeb­lich so fried­li­che und zivi­li­sierte Kon­ti­nent Europa schaffte es ohne ame­ri­ka­ni­sche Hilfe ja nicht einmal, die jugo­sla­wi­schen Erb­fol­ge­kriege zu ver­hin­dern, ein Kon­flikt, den diplo­ma­tisch ein­zu­he­gen die Laut­spre­cher in Berlin, Paris und Brüssel zwar halb­laut ver­such­ten, mangels Gewicht und Kon­se­quen­zen jedoch nicht ver­moch­ten. Dieses Ver­sa­gen spielt der bei der Ein­schät­zung der eigenen Fähig­kei­ten heute dennoch anschei­nend keine Rolle mehr. „Die USA will bei dem ein­sei­ti­gen Soli­da­ri­täts­spiel nicht mehr mit­ma­chen? Dann spielen wir eben allein!“ Beim aktu­el­len Zustand der Bun­des­wehr sollte uns die Aus­sicht, die USA als Schutz­macht kom­plett zu ver­lie­ren, min­des­tens erschre­cken.

Siggi legt noch mal nach

Nachdem der Donner sich ver­zo­gen hatte, alle Nato­part­ner sich wieder lieb haben, die Gip­fel­pa­piere unter­zeich­net waren und Trump nicht mal einen Tweed aus den Wolken schickte, der noch in letzter Sekunde das Papier anko­kelte, hätte man sich erleich­tert zurück lehnen können. Über die Tat­sa­che, dass es in der deut­schen Regie­rung auch ein­ein­halb Jahre nach dem über­ra­schen­den Auf­tre­ten des Phä­no­mens Trump noch nicht einen ein­zi­gen Poli­ti­ker gibt, der in der Lage wäre, diesen Drachen zu reiten, könnte man erneut Schwei­gen breiten. Auch die EU könnte, sofern es ihrem Kom­mis­si­ons­prä­si­den­ten nach seinem „Ischjas-Problem“ wieder besser geht, zur Tages­ord­nung übergehen…doch ach, das alte deut­sche Leiden, die Bes­ser­wis­se­rei (unter der ich ja bekann­ter­ma­ßen auch leide), brach erneut aus. Diesmal traf es den funk­ti­ons­lo­sen Siggi Gabriel, der es nicht lassen konnte, Trump einen ver­nich­ten­den Blitz hin­ter­her zu werfen. Nur zur Erin­ne­rung: das ist genau jener Siggi, der, als er noch Außen­mi­nis­ter war, die tolle Idee hatte, die deut­schen Min­der­aus­ga­ben im Militär mit den Mehr­aus­ga­ben in der Flücht­lings­po­li­tik gegen­zu­rech­nen. Sigmar Gabriel fordert heute jeden­falls eine „härtere Gangart“.

Er gibt dem nord­ko­rea­ni­schen Dik­ta­tor eine Bestands­ga­ran­tie und will gleich­zei­tig in Deutsch­land einen Regime­wech­sel. Das können wir uns schwer bieten lassen.“

Mit Bestands­ga­ran­tien für Dik­ta­to­ren kennt sich der Siggi aus, schließ­lich hat er an einer solchen Garan­tie für den Iran kräftig mit­ge­strickt. Und er wird noch deut­li­cher:

Donald Trump kennt nur Stärke. Dann müssen wir ihm zeigen, dass wir stark sind. Wenn er von uns Mil­li­ar­den zurück­for­dert für die Mili­tär­aus­ga­ben der USA, dann müssen wir von ihm Mil­li­ar­den zurück­for­dern, die wir für die Flücht­linge aus­ge­ben müssen, die geschei­terte US-Mili­tär­in­ter­ven­tio­nen zum Bei­spiel im Irak pro­du­ziert haben.“

Doch wo waren die ira­ki­schen Flücht­linge, die sich nach dem letzten Irak­krieg auf den Weg nach Deutsch­land machten? Die kamen erst, als Trumps Vor­gän­ger die Rolle der USA als Welt­po­li­zist in Syrien nicht mehr spielen wollte. Erst als Assad eine rote Linie nach der anderen über­schritt und niemand ihn stoppte – außer den Euro­pä­ern natür­lich, die Silben, Worte, ja, ganze Sätze und Sonn­tags­re­den nach ihm warfen, ihn mit For­de­run­gen bom­bar­dier­ten und sogar vor dem Einsatz schar­fer Ver­ur­tei­lun­gen nicht zurück­schreck­ten. Was für ein Schau­spiel der Ohn­macht, welche Ver­zweif­lung! Wenn doch die USA nur rechtzeitig…aber das sagen wir nicht laut, weil uns im Fall des Ernst­falls die Ver­ur­tei­lun­gen im Halse stecken bleiben müssten, wenn es darum geht, die Schutz­de­cke, die die Ame­ri­ka­ner über uns aus­brei­ten, im stillen zwar zu schät­zen, weil sie wärmt, aber laut zu ver­ur­tei­len, weil sie kratzt. Und jetzt kommt da dieser unge­ho­belte Prä­si­dent und behaup­tet, diese krat­zige Decke würde etwas kosten! Die euro­päi­schen Worte kratzen nicht, sie kosten nichts, aber sie schüt­zen uns leider auch kein Biss­chen.

Freedom is not free

Dieser Spruch, ein­gra­viert in den Washing­to­ner Gedenk­stein zu Ehren der Vete­ra­nen des Korea-Krieges, sollte im Ein­gangs­be­reich des NATO-Haupt­quar­tiers stehen. Als Erin­ne­rung daran, dass die Frei­heit, die mit dem Fall des Eiser­nen Vor­hangs möglich wurde, auch heute noch nicht zum Null­ta­rif zu haben ist. Die Idee, dass ein Land prin­zi­pi­ell in der Lage sein sollte, diese Frei­heit auch zu ver­tei­di­gen – ohne dabei immer auf eine wohl­wol­lende Schutz­macht der Super­la­tive ange­wie­sen zu sein – ist Bestand­teil dieser Frei­heit. Trumps schein­bar trot­zi­ges Pochen auf die Ein­hal­tung längst ver­ein­barte Regeln sollte man ihm nicht als Rüpelei aus­le­gen. Es soll wohl vor allem das aus­drü­cken, was Eltern ihrem 40 Jahre alten Spröss­ling sagen sollten, der immer noch im Hotel Mama lebt: „Werde endlich erwach­sen, such dir ne Wohnung…oder betei­lige dich endlich ange­mes­sen an der Miete.“

19 Kommentare

  1. Lieber Herr Letsch, ich lese Sie immer gerne und meist stimme ich Ihnen zu, aber hier liegen Sie für meine Begriffe ziem­lich daneben. Selbst­ver­ständ­lich ver­tritt Trump ame­ri­ka­ni­sche Inter­es­sen, nur haben unsere tollen Polit­schran­zen ein­schließ­lich medien noch nicht gemerkt, dass jetzt offen­bar andere ame­ri­ka­ni­sche Inter­es­sen­grup­pen als zuvor bestim­men, was ame­ri­ka­ni­sche Inter­es­sen sind.
    Klar kri­ti­siert Trump die rus­si­schen Ener­gie­lie­fe­run­gen; er will ja, dass die Euro­päer teures ame­ri­ka­ni­sches Flüs­sig­gas kaufen! Und, nicht zu ver­ges­sen, die Sank­tio­nen gab es auf Druck der USA, nament­lich der so frie­dens­be­weg­ten Obama-Admi­nis­tra­tion. Die sich im Übrigen selbst nicht dran gehal­ten hat und es ame­ri­ka­ni­schen Unter­neh­men ermög­lichte, den Platz euro­päi­scher Lie­fe­ran­ten ein­zu­neh­men.
    Klar möchte Trump auch gern ame­ri­ka­ni­sche Waffen in Europa ver­kau­fen (viel mehr kann man ja auch in Amerika nicht mehr in Welt­markt­füh­rer­schaft her­stel­len), in Polen tut er das ja bereits sehr erfolg­reich. Der neue deut­sche Luft­waf­fen­in­spek­teur will auch ein ame­ri­ka­ni­sches Flug­zeug kaufen, eins, das durch man­nig­fal­tige Problem auf sich auf­merk­sam macht. Die Problem mit der mate­ri­el­len Ein­satz­fä­hig­keit der Bun­des­wehr sind aller­dings haus­ge­macht: Ständig ändert die Politik die Para­me­ter der beauf­trag­ten Waf­fen­sys­teme und wundert sich, dass das Zeit und Geld kostet und am Ende wegen wider­sprüch­li­cher Anfor­de­run­gen gar nicht mehr funk­tio­niert. Die Ersatz­teil­ver­sor­gung ist umge­stellt worden auf Lie­fe­rung nach Bestel­lung, so dass die Indus­trie keine „Vorräte” mehr vorhält. Wie auch, das will ja keiner bezah­len. Die Sol­da­ten, die für Wartung und Instand­set­zung zustän­dig sind, werden an zivile Gesell­schaf­ten ver­lie­hen (bei lau­fen­den Bezügen), die diese Arbeits­stun­den dann der Bun­des­wehr noch­mals in Rech­nung stellen. Und Vieles mehr. Haben Sie schon mal drüber nach­ge­dacht, dass die füh­rende Luft­fahrt­na­tion Deutsch­land mome­na­tan nicht mal in der Lage ist, ein kom­plet­tes Flug­zeug selbst zu pro­du­zie­ren? Ein Schelm, der Böses dabei denkt.
    Was uns zur NATO führt. Es sollte das Bonmot bekannt sein, wonach die NATO den Zweck habe, „die Russen draußen, die Ame­ri­ka­ner drinnen und die Deut­schen unten zu halten“. Die Ame­ri­ka­ner nutzen die NATO dabei als Instru­ment ihrer Hege­mo­ni­al­po­li­tik und lassen „die Ver­bün­de­ten” dabei gern per­so­nell und mate­ri­ell die Kosten bezah­len und heimsen die Vor­teile dieser Politik vor­ran­gig ein. Soweit, so normal. Hier gehören auch die Bal­kan­kriege ein­schließ­lich der Sezes­sion des Kosovo her; auf maß­geb­li­ches Betrei­ben der Ame­ri­ka­ner wurde ein „unab­hän­gi­ger Staat” geschaf­fen, der wun­der­sa­mer Weise den Ame­ri­ka­nern die größte Mili­tär­ba­sis weit und breit zur Ver­fü­gung stellt, die es Ihnen erlaubt, bis in die Levante hinein schlag­kräf­tig handeln zu können. Was in Nahost pas­siert, sehen wir seit fast dreißig Jahren, diese Pläne sind seit langem in Büchern beschrie­ben. Ist alles nach­zu­le­sen. (Wer ist übri­gens bes­se­rer Objekt­schüt­zer in Camp Bonds­teel? Richtig, die Bun­des­wehr).
    Dass die uns Beherr­schen­den das alles nicht begrei­fen oder wahr haben wollen, ist unser großes Problem aber durch­aus erklär­bar: Niemand gelangt hier seit Jahr­zehn­ten in ein­fluss­rei­che Posi­tio­nen, der nicht trans­at­lan­ti­sche Rot­licht­be­strah­lung genos­sen und ver­in­ner­licht hat. Das erklärt auch den Wahn­sinn, an eine kleine Macht im Mit­tel­meer (die aller­dings mit einem großen Hund jen­seits des Atlan­tiks wedelt), nicht zu ortende U-Boote zu ver­schen­ken, äh, ver­kau­fen, die mit Atom­waf­fen aus­ge­rüs­tet werden können und wahr­schein­lich schon sind. Man liefert also einer fremden Macht die Waffen zur mög­li­chen eigenen Ver­nich­tung. Wahn­sin­ni­ger gehts wohl kaum. DIESE Waffe benö­tig­ten wir selbst für unseren Schutz, damit wären WIR unan­greif­bar, zumin­dest hätten wir ein Droh­po­ten­zial, dass jeden Angrei­fer mehr als einmal darüber nach­den­ken ließe, ob er sich mit uns anlegt. Wir wären auf keine NATO ange­wie­sen und wahr­haft sou­ve­rän. Dass dieser Gedanke in der hie­si­gen ver­tei­di­gungs­po­li­ti­schen Debatte nicht einmal gedacht wird, lässt wohl tief blicken. Noch­mehr aber lässt er vieles befürch­ten.

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    • Einer Studie eines bri­ti­schen Mili­tär­his­to­ri­kers zufolge würde die pol­ni­sche Armee – so sie denn müsste – die Bun­des­wehr binnen zwei Wochen an die Wand drücken. Nicht, dass ich Befürch­tun­gen in diese Rich­tung hätte, aber soviel zu ame­ri­ka­ni­schen Waffen und der Ent­schei­dung Polens, sie zu kaufen. Aber wie ich sehe, sind Sie kein Freund der Nato und haben sogar Furcht, Israel könne Deutsch­land angrei­fen. Da frage ich mich schon, ob wär­men­des Rot­licht nicht viel­leicht auch die Gegner des trans­at­lan­ti­schen Bündnisses…aber lassen wir das. Ich wäre ja sogar dafür, der Nato eine echte Neu­aus­rich­tung zu ver­pas­sen, sofern diese immer das Ziel hat, auch echte mili­tä­ri­sche Fähig­kei­ten zu ent­wi­ckeln, statt ein Ver­län­ger­ter Arm von UNICEF und UNHCR zu sein. Von der Sorte haben wir schon genug. Aller­dings sollten dazu alle Des­po­tien als Mit­glie­der weg­fal­len (Tschüss, Türkei) und demo­kra­tisch ver­fasste Staaten auf­ge­nom­men werden können (Will­kom­men Israel). Und bevor Sie jetzt Schnapp­at­mung bekom­men: ich würde sogar Russ­land gern eine Per­spek­tive zur Mit­glied­schaft ein­räu­men. In der Putin-Ära halte ich das leider für undenk­bar und was am Ende seiner Herr­schaft gesche­hen wird, wage ich kaum zu pro­gnos­ti­zie­ren, weil die mafiö­sen Staats-Struk­tu­ren voll und ganz auf dessen Person aus­ge­rich­tet sind. Aber man sollte zumin­dest damit rechnen, dass irgend­wann mal demo­kra­ti­sche Ver­hält­nisse in Russ­land ein­keh­ren können.

      • Sie miss­ver­ste­hen mich. Die Studie des bri­ti­schen Mili­tär­his­to­ri­kers (wer ist das?) kenne ich nicht, den Befund aller­dings glaube ich gern. Das liegt aber nicht an ame­ri­ka­ni­schen Waffen, sondern an der geis­ti­gen Fäule der deut­schen Armee. Alles das, was deut­sche Armeen sehr lange Zeit zu den besten der Welt gemacht hat, hat man der Bun­des­wehr aberzo­gen, letztes Bei­spiel sind die unbe­dingte Frau­en­för­de­rung und das abschnei­den jeg­li­cher Tra­di­tion bis hin zum Lie­der­buch.
        Ich bin kein Freund der NATO, weil sie eben kein Ver­tei­di­gungs­bünd­nis Gleich­be­rech­tig­ter ist, sondern mili­tä­ri­scher Arm des Hege­mons. Inso­fern wäre ich sehr für ein euro­päi­sche Ver­tei­di­gungs­bünd­nis unter Ein­schluss Russ­lands. Aber warum sollten sich die Russen darauf ein­las­sen? Die Regeln die wich­ti­gen Ange­le­gen­hei­ten mit dem, mit dem sie zu regeln sind. Nämlich mit Trump. Die beklopp­ten West­eu­ro­päer braucht dabei kein Mensch. Ich fürchte, Sie sind mit den Hand­lan­ger­diens­ten für UNICEF usw. auf dem Holzweg. Das sind nur die Tarn­vor­hänge, weil man weiß, dass man damit in Europa her­vor­ra­gend Über­ein­stim­mung erzie­len und jede Sauerei dahin­ter ver­ste­cken kann. Ihre For­de­rung, nur „demo­kra­ti­sche Staaten” dürften dabei sein, halte ich für naiv. Wenn es um Sicher­heit geht, schaue ich, wer mir hilft und wer mir nützt und nicht, ob ich seinen Schnauz­bart leiden mag. Auch nach dieser Defi­ni­tion wäre der Türke aller­dings weg. Innere Ange­le­gen­hei­ten muss der aber alleine regeln. Im Übrigen, auch wir hätten dann wohl Schwie­rig­kei­ten, dabei sein zu dürfen…
        Ich weiß, dass Sie bedin­gungs­lo­ser Israel-Freund sind. Ich kann Sie aber beru­hi­gen, ich befürchte keinen Angriff von dort. Der stünde – auf abseh­bare Zeit – ja gar nicht in deren Inter­esse. Solange man dort von hier alles bekommt, was man braucht, benö­tigt man kein Droh­mit­tel. Beginnt sich das zu ändern, ist ein solches Droh­po­ten­tial aber sehr wohl einiges wert, oder?
        Ihre Gedan­ken für die Zeit nach Putin teile ich. Um so wich­ti­ger erscheint es mir, gute Ver­bin­dun­gen dorthin zu haben und immer zu wissen, wohin sich das Land bewegt.

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          • Eine große Freude, Sie beru­higt zu haben.
            Wollten Sie nicht den Briten „nach­rei­chen”?

        • Die NATO ist übri­gens auch deshalb kein per­fek­tes Ver­tei­di­gungs­bünd­nis, weil die Teil­neh­mer keine gleich­be­rech­tig­ten Pflich­ten haben.

          • Nunja, streng genom­men gibt es gar keine Ver­pflich­tung über „… die Maß­nah­men, ein­schließ­lich der Anwen­dung von Waf­fen­ge­walt,…, die sie für erfor­der­lich erach­tet, um die Sicher­heit des nord­at­lan­ti­schen Gebiets wie-der­her­zu­stel­len und zu erhal­ten.” hinaus, Artikel 5 Wasching­to­ner Vertrag. Wer also der Auf­fas­sung ist, eine Ver­bal­note an die Pin­guine in der Ant­ark­tis reiche aus, hat seins getan.
            Das ent­sprä­che selbst­ver­ständ­lich nicht dem Geiste eines Ver­tei­di­gungs­bünd­nis­ses.

    • Klar möchte Trump auch gern ame­ri­ka­ni­sche Waffen in Europa ver­kau­fen (viel mehr kann man ja auch in Amerika nicht mehr in Welt­markt­füh­rer­schaft her­stel­len)”

      Ähm…

      Medi­zin­tech­nik? Bio­tech­no­lo­gie? Gen­tech­nik? Agrar­tech­no­lo­gie? Pro­zes­sor­tech­nik? IT und AI? Tech­no­lo­gie zur För­de­rung von Öl und Gas? Kern­re­ak­tor­tech­nik? Finanz­wirt­schaft und Bör­sen­pro­dukte? Unter­hal­tungs­me­dien wie Filme, Musik, Bücher, Serien? Bedruck­tes Papier, aka US Dollars?

      Der neue deut­sche Luft­waf­fen­in­spek­teur will auch ein ame­ri­ka­ni­sches Flug­zeug kaufen, eins, das durch man­nig­fal­tige Problem auf sich auf­merk­sam macht.”

      Die F35 fliegt wenigs­tens, erfüllt die Stealth-Spe­zi­fi­ka­tio­nen, die der Euro­figh­ter nicht erfüllt, und ist nicht so ver­al­tet, dass er die NATO Spe­zi­fi­ka­tio­nen nicht mehr erfüllt. Der Tornado funkt unver­schlüs­selt, und wurde zu einer Zeit ent­wor­fen, als man den Radar­quer­schnitt noch nicht anhand von Com­pu­ter­mo­del­len mini­mie­ren konnte. Die Zeit rückt näher, in der fünf Nerds mit einer CNC-Fräse eine radar­ge­lenkte Rakete in ihrem Keller bauen können, die das Ding vom Himmel holt, wenn es nur jemand für sie anstrahlt.

      Haben Sie schon mal drüber nach­ge­dacht, dass die füh­rende Luft­fahrt­na­tion Deutsch­land mome­na­tan nicht mal in der Lage ist, ein kom­plet­tes Flug­zeug selbst zu pro­du­zie­ren? Ein Schelm, der Böses dabei denkt.”

      Ist zu erwar­ten. Kampf­flug­zeuge sind High-Tech-Pro­dukte. Deutsch­land pro­du­ziert nicht­mal mehr brauch­bare Unter­hal­tungs­elek­tro­nik wie Smart­pho­nes.

      Die Ame­ri­ka­ner nutzen die NATO dabei als Instru­ment ihrer Hege­mo­ni­al­po­li­tik,”

      im Zuge dessen sie die Welt­meere von der Navy als Han­dels­wege offen hält, und so den Welt­han­del über­haupt erst ermög­licht, der andern­falls durch Pira­te­rie und Blo­cka­den gefähr­det wäre,

      und lassen “die Ver­bün­de­ten” dabei gern per­so­nell und mate­ri­ell die Kosten bezah­len,”

      tragen dabei aber dennoch rund 70% der Gesamt­kos­ten der Nato, und bringen gleich­zei­tig auch noch Atom­waf­fen und das mit Abstand schlag­kräf­tigste Militär mit,

      und heimsen die Vor­teile dieser Politik vor­ran­gig ein,”

      was man ins­be­son­dere daran erkennt, dass die anfal­len­den Zölle und Rechts­kos­ten für in die USA impor­tierte Pro­dukte durch­gän­gig nied­ri­ger sind, als die Zölle und Rechts­kos­ten in der rest­li­chen Welt, also jeder seinen Heim­vor­teil geltend macht, nur die USA nicht.

      Hier gehören auch die Bal­kan­kriege ein­schließ­lich der Sezes­sion des Kosovo her; auf maß­geb­li­ches Betrei­ben der Ame­ri­ka­ner wurde ein “unab­hän­gi­ger Staat” geschaf­fen, der wun­der­sa­mer Weise den Ame­ri­ka­nern die größte Mili­tär­ba­sis weit und breit zur Ver­fü­gung stellt, die es Ihnen erlaubt, bis in die Levante hinein schlag­kräf­tig handeln zu können. ”

      Es war Clinton, der gesagt hat, dass die Serben ihre urser­bi­schen Amsel­fel­der an die Nach­fah­ren einer Horde Zuge­wan­der­ter abgeben muss, oder? Man stelle sich vor, das selbe pas­siert irgend­wann in NRW oder Berlin… Scheiß Linke. Aller­dings war Bill Clinton im poli­ti­schen Spek­trum rechts von der deut­schen CDU/CSU ange­sie­delt. Der hat den Sozi­al­staat zusam­men­ge­stutzt und die Grenz­si­che­rung ver­stärkt… Hmmm…

      Niemand gelangt hier seit Jahr­zehn­ten in ein­fluss­rei­che Posi­tio­nen, der nicht trans­at­lan­ti­sche Rot­licht­be­strah­lung genos­sen und ver­in­ner­licht hat.”

      Ach, das sind die Amis? Ich dachte immer, das wären die Juden. Ein Vor­schlag zur Güte: Es sind ver­ju­dete US-Impe­ria­lis­ten. Okay?

      Das erklärt auch den Wahn­sinn, an eine kleine Macht im Mit­tel­meer (die aller­dings mit einem großen Hund jen­seits des Atlan­tiks wedelt), nicht zu ortende U-Boote zu ver­schen­ken, äh, ver­kau­fen, die mit Atom­waf­fen aus­ge­rüs­tet werden können und wahr­schein­lich schon sind.”

      Ah, also doch die Juden. Die, deren Namen nicht genannt werden darf 😉

      Einigen wir uns also darauf, dass die USA auch unter Israels Knute lebt, und Juden das Feind­bild sind. Auf diese Weise könnten wir sogar bei den Mus­li­men punkten, die eben­falls Juden hassen. Ich schlage daher vor, dass wir die Juden endlich wieder als unseren Erb­feind erken­nen, und uns mit denen, die vom Juden­tum geknech­tet wurden, ver­bün­den. Wenn die Juden erstmal weg sind, gibts bestimmt den Welt­frie­den. Das wusste schon der Führer. Ach, hätte man nur auf ihn gehört, dann würden wir jetzt im Para­dies leben, und in Afrika wäre Frieden und Wohl­stand! Statt­des­sen gibts zän­ki­sche Juden.

        • Was genau? Hab ich inhalt­li­che Fehler?

          Gehts bei den Hege­mo­ni­al­be­stre­bun­gen der USA etwa nicht um welt­weit freie Han­dels­wege, oder war die USrael-Welt­ju­den­tum-Argu­men­ta­tion nicht schon die Argu­men­ta­tion des größten Führers aller Zeiten, die nach Grün­dung von Israel nur noch minimal abge­wan­delt wurde?

          Schau, wenn Du anti­se­mi­tisch sein willst, dann machs wenigs­tens wie der hier: https://​www​.youtube​.com/​w​a​t​c​h​?​v​=​l​j​M​P​a​f​Q​p​fDU

          Der macht sich die Mühe, seine Argu­men­ta­tion mit nach­prüf­ba­ren Fakten zu unter­mau­ern, und seinem Zuhörer zu ver­mit­teln, warum das, womit er ein Problem hat, pro­ble­ma­tisch ist. Bei Dir wars eher so, dass Deine Aus­sa­gen auf den ersten Blick über­wie­gend unwahre Fakten und Fehl­ur­teile mit Schlag­wort­cha­rak­ter sind, und auf den zweiten Blick, nachdem man sich diese Fehl­ur­teile einmal weg­ge­dacht hat, nur wenig übrig bleibt, das es ver­dient hat, zer­pflückt zu werden, weil das zu viel Arbeit macht.

          Ich glaube, Dein Problem ist, dass Du gerne über große und gewich­tige Dinge spre­chen möch­test, um Ernst genom­men zu werden, Dir jedoch das Ver­ständ­nis dafür fehlt. Was Du schreibst, sind zusam­men­ge­wür­felte und ver­zerrt dar­ge­stellte Fakten. Hier ein Schlag­wort, da der Name einer Basis, dort irgend­et­was, das Poli­ti­ker vor zwanzig Jahren mal für nötig hielten, weil sie ganz wo anders Bonus­punkte ein­heim­sen wollten. Zusam­men­ge­hal­ten wird das Ganze mit einem fürs Fußvolk begreif­ba­ren Narativ, der schon vor 100 Jahren beliebt war, und der irgend­wie wichtig klingen soll. Zusam­men ergibt das eine Geschichte, mit der Du bei Leuten punkten kannst, die sich mit nichts davon beschäf­tigt haben, aber mehr auch nicht. Der einige Grund, weshalb Dir selten jemand wider­spricht, ist, dass man Dir für prak­tisch jede Aussage erstmal den Kontext erklä­ren müsste, und das zu viel Arbeit ist, weils Dir doch nur darum geht, Dich mit einer gewich­ti­gen Meinung über gewich­tige Dinge her­vor­zu­he­ben, ohne Dir die dazu not­wen­dige Mühe zu machen. Mei­nun­gen sind billig, und man kann auch ohne vor­aus­ge­hende Arbeit eine Meinung haben.

          BTW, ich hänge mich hier auch mit weit her­ge­hol­ten Aus­sa­gen aus dem Fenster, aber in der Regel kann ich diese unter­mau­ern. Daher kann ich zwi­schen Irrsinn, den man begrün­den kann, und Irrsinn, bei dem dies nicht möglich ist, unter­schei­den. Ist eine seltene Gabe.

          P.S.
          Ich kann mir das Wort­ge­schlecht des Wortes „Narativ” nicht merken, und habs auf­ge­ge­ben, brauche also keine Kor­rek­tur, falls der Münz­wurf das falsche Ergeb­nis hatte.

          • Genau das meine ich. Die Nazi­keule für Fort­ge­schrit­tene. Anfangs dachte ich, ja, nach­den­kens­wert seine Argu­mente. Warum unter­stellst Du mir psy­chi­sche Defekte und irgend­ei­nen Anti­se­mi­tis­mus? Kein Wort und kein Gedanke davon stehen in meinen Sätzen, es sei denn, man will sie darin sehen. Das wirft aber eher ein bezeich­nen­des Bild auf Dich selbst. Lass gut sein, troll jeman­den anders mit Deinen sel­te­nen Gaben.

          • Das mit der Nazi­keule ist ein Miss­ver­ständ­nis, und wahr­schein­lich das Zucken, an dem man geschla­gene Kinder erkennt. Ein Miss­ver­ständ­nis ists, weils von jeman­dem kommt, der sich regel­mä­ßig noch viel weiter aus dem Fenster lehnt, und extre­mere Dinge sagt. Die Nazi­keule wird nicht von Men­schen gebraucht, die sowas machen, sondern eher von den vielen kleinen Schmeiß­flie­gen, deren Welt das ist, was Andere von ihnen denken. Für mich gehört die Nazi­keule in die selbe Kate­go­rie wie das Kapi­ta­lis­ten-sind-rück­sichts­los-und-gierig-Nar­ra­tiv. Sowas wird von Men­schen gebraucht, denen keine andere Mög­lich­keit bleibt, als erfolg­rei­che Men­schen mit dem letzten Mittel, das am Boden krie­chen­den Würmern ver­bleibt – der Moral – anzu­schwär­zen, um ihre eigene Erfolg­lo­sig­keit und Min­der­wer­tig­keit damit zu recht­fer­ti­gen. Skla­ven­mo­ral nannte es Nietz­sche.

            Anti­se­mi­tis­mus unter­stellte ich Dir, weil Du dieses „Deutsch­land wird von den ver­ju­de­ten West­mäch­ten unterdrückt”-Narrativ gebrauchst, die selbe Geschichte spä­tes­tens seit dem ersten Welt­krieg gespon­nen wird, und Israels Rolle, bezie­hungs­weise die Rolle der Juden, in diesem Nar­ra­tiv eine so Her­aus­ra­gende ist. Dieser Anti­ka­pi­ta­lis­mus-Anti­ame­ri­ka­nis­mus-Anti­se­mi­tis­mus-Komplex spielte in der Welt­erklä­rung der Nazis eine her­aus­ra­gende Rolle.

            Zudem denke ich, dass der/die/das Nar­ra­tiv nicht aus Deiner eigenen Analyse stammt, sondern Du ihn von irgend­je­man­dem gehört hast, der ihn von irgend­wem gehört hat, der ihn von irgend­wem gehört hat, und so weiter. Ein Stille-Post-Prozess. Irgendwo in dieser Kette wird sich wahr­schein­lich auch ein Herr Göbbels befin­den, der gerne solche Nar­ra­tive ver­brei­tet hat, und von denen sich manche einfach gut ver­brei­ten, weil sie den Anfor­de­run­gen von Nar­ra­ti­ven, die sich gut ver­brei­ten, genügen. Das ist jetzt weder als Beschul­di­gung noch als Nazi­keule gemeint, sondern einfach nur etwas, das ich für wahr­schein­lich fak­tisch korrekt halte. „Wahr­schein­lich” deshalb, weil mir kein Weg ein­fällt, das Stille-Post-Spiel auf nach­weis­bare Art zurück zu Göbbels zu ver­fol­gen. Ein schlech­tes Gewis­sen erwarte ich deshalb jedoch nicht.

            Und für fak­tisch falsch halte ich die Schlüsse aus Deinem Nar­ra­tiv vor allem deshalb, weil Du die Fähig­kei­ten von Staaten über­schätzt. Bei Deinem Nar­ra­tiv geht es um Eliten und Staaten, die ihre sinis­tren Absich­ten durch­set­zen, und die dabei kom­pe­tent sind und effi­zi­ent vor­ge­hen. Und genau diese zwei Eigen­schaf­ten – Kom­pe­tenz und Effi­zi­enz – sind mit Staaten nicht machbar. Qua­li­ta­tive Hoch­wer­tig­keit – und Qua­li­tät ist amo­ra­lisch – ist mit Staaten nicht machbar. Ein kluger Mensch sagte einmal, dass es ein ein­fa­che­res Problem ist, einen guten Kühl­schrank oder ein gutes Auto zu ent­wer­fen, als ein gutes Rechts­sys­tem, und alle Staaten bisher an dem ein­fa­che­ren Problem geschei­tert sind, man ihnen jedoch, wie selbst­ver­ständ­lich, die Lösung des Schwie­ri­ge­ren zutraut. Diese Aussage trifft auch auf ver­schwöre­reri­sche Außen­po­li­tik zu.

            Wenn man alle Ver­ant­wor­tung auf Juden, Amis, Eliten schiebt, ist man zudem selbst Schuld­los. Diese Ein­stel­lung ist nicht Teil der Lösung, und wider­spricht in grober Weise dem Prinzip der Eigen­ver­ant­wor­tung. Abge­se­hen davon, würde es, selbst, wenn es wahr wäre, nur die eigene Min­der­wer­tig­keit unter­strei­chen, weil man selbst dafür ver­ant­wort­lich ist, inak­zep­ta­blen Dingen im Weg zu sein, und das Gemotze der­je­ni­gen, die dies nicht tun, doch auch nichts anderes ist, als die Nazi­keule der Schmeiß­flie­gen, wenn sie nicht mit der Rea­li­tät umgehen können.

            P.S.
            Ich brauche ein gebräuch­li­ches deut­sches Wort, das mir als Ersatz für „Nar­ra­tiv” dienen kann. Ich mag dieses ver­ju­dete Wort, das ich von Naom Chomsky habe, nicht, aber mir fällt kein Ersatz dafür ein. Ich bitte um Mit­hilfe.

  2. Sehr geehr­ter Herr Letsch,

    was haben Sie denn da für ein Bild aus­ge­wählt? Die ver­meint­li­chen Ein­schuss­lö­cher im deut­schen Stahl­helm auf der Seil­winde vom Jeep sind alle­samt Aus­schuss­lö­cher. Also wenn da jemand seinem Fahr­zeug für die nächste War-and-Peace-Show ein beson­ders mar­tia­li­sches Aus­se­hen ver­lei­hen wollte, dann ist er damit geschei­tert wie unsere Leyen- bzw. Lai­en­dar­stel­le­rin bei ihrem Versuch zu erklä­ren, was die Bun­des­wehr doch für eine tolle Truppe ist (selbst die Hair­force unter Bun­des­ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter Schmidt hatte eine bessere Repu­ta­tion).

    • Lieber Herr Altklug: es han­delte sich um das einzige Bild beim kos­ten­lo­sen Bil­der­dienst pixabay, das so halb­wegs zum Thema passte. Bessere gab es bei AFP, AP oder Reuters…aber wer soll das bezah­len, wer will das ris­kie­ren? 😉

  3. In einem Land mit einem so großen Anti­ame­ri­ka­nis­mus, stark aus­ge­präg­ten Sozia­lis­mus, liebe zur nebu­lö­sen Jour­na­lis­mus und ein­sei­ti­gen Bericht­erstat­tung a la DDR, ver­stehe ich den Ver­bleib in der Nato nicht! Es wäre doch eine Erleich­te­rung, auch die Kon­se­quen­zen selbst tragen zu dürfen. Und das mit dieser Füh­rungs­elite!
    Der kol­lek­tive Dunning-Kruger Effekt. Unheil­bar!
    Ich würde Trump einen schnel­len Aus­tritt emp­feh­len.

    • Ich würde Trump einen schnel­len Aus­tritt emp­feh­len.”

      Wozu? Der hatte kurz nach dem Nato-Treffen ein Treffen mit Putin im Ter­min­ka­len­der. Dafür wollte er natür­lich etwas Druck auf­bauen. Das ist seine Ver­hand­lungs­stra­te­gie, mit der er überaus erfolg­reich ist. Druck auf­bauen, und über­spitzt for­mu­lierte Halb­wahr­hei­ten aus­spre­chen. klappt super.

      Ich würde ihm zwar keinen schnel­len Aus­tritt emp­feh­len, wohl aber eine Kos­ten­re­du­zie­rung des US-Anteils, sowie die Wei­ge­rung im Bünd­nis­fall mit­zu­ma­chen, sollte es jeman­den treffen, der sich vorher auch nicht an Abspra­chen gehal­ten hat, oder der aus sons­ti­gen Gründen nicht bereit dazu war, ein akzep­ta­les Maß an Schlag­fer­tig­keit auf­recht zu erhal­ten.

  4. Gott sei Dank (ist das bereits eine Dis­kri­mi­nie­rung?) ist Donald mit einem uner­schüt­ter­li­chen Selbst­be­wußt­sein aus­ge­stat­tet und schert sich einen feuch­ten Keh­richt um die Wild­sauen, die ihn, die ame­ri­ka­ni­sche Eiche, von allen Seiten anpis­sen. Er sprengt den vom linken Main­stream fest­ge­leg­ten
    Wer­te­ko­dex, mit dessen naiv- kind­li­chen Inhal­ten , böse Waffen, böse Juden, böse Kli­ma­l­eug­ner, böser Brexit
    und sata­nisch- böser Trump, gegen gute Migran­ten, Paläs­ti­nen­ser, Kli­ma­schüt­zer( der Name ist schon so bescheu­ert, wie das sich dahin­ter ver­ber­gende Pro­gramm) Bre­x­it­geg­ner und Trum­phas­ser. Trump pocht
    darauf, Real­tä­ten anzu­er­ken­nen und fordert zum Handelnauf.Der ‚Spiegel’ und der Siggi empören sich in höchs­ter Alarm­be­reit­schaft. Diese ganzen pein­li­chen Argu­men­ta­tio­nen sind obsolet, denn es handelt sich bei den 2% mili­tä­ri­schen Aus­ga­ben um eine ver­trag­li­che Rege­lung, worauf man im Falle des Brexit und Frau May auch insis­tiert! Der linke Main­stream, mitt­ler­weile im fort­ge­schrit­te­nem Alter ange­kom­men, ver­sucht ‚sich und seine Kids mit einer leider mitt­ler­weile großen Medi­en­un­ter­stüt­zung in seinem Trug­bild von einer Welt zu ver­wirk­li­chen , in der alle Men­schen im Multi-Kulti-Modus unter einem Windrad sitzen , um die Vor­teile der neu­es­ten staat­lich ver­ord­ne­ten Vor­schrif­ten zu dis­ku­tie­ren. Wenn wir das zulas­sen, wird sich nicht nur Deutsch­land abschaf­fen, sondern ganz Europa. Afri­ka­ner und Muslime über­flu­ten uns mit zahl­rei­cher Nach­kom­men­schaft und die Chi­ne­sen über­neh­men die Wirt­schaft und ich wandere aus.

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