Ich habe nie ver­standen, warum das 2020 eingestellte For­mat „Aug­stein und Blome“ aus­gerech­net mit „Hauser und Kien­zle“ ver­glichen wurde, ger­ade was die glaub­hafte Beset­zung des kon­ser­v­a­tiv­en Parts der Duos anbe­langt. Aus dem Blick­winkel des Salon­linken Aug­stein ergab es zwar Sinn, mit Blome ein Gegenüber zu haben, das ihm rhetorisch nicht das Wass­er reichen und sel­ten einen Satz – geschweige denn einen Gedanken – been­den kon­nte. Es mag ja nur meine ganz indi­vidu­elle Ein­schätzung sein, aber für kon­ser­v­a­tiv im eigentlichen Sinne habe ich Blome nie gehal­ten. Er wirkt vielmehr wie ein zu jedem Schleck bere­it­er Oppor­tunist, solange der anvisierte Hin­tern in der Machthier­ar­chie nur weit genug über ihm schwebt. Unter ihm wabert in sein­er Wahrnehmung das, was Hillary Clin­ton einst „bas­ket of deplorables“ nan­nte, der Pöbel, über dessen Sor­gen und Nöte man sich geistre­ich erhebt. Ein Geck, der seinen Sno­bis­mus für Kon­ser­vatismus hält und die Nase rümpft, wenn der her­aus­ge­brüllte Zorn der Men­schen aus dem Nebel unter ihm nach Sauer­kraut riecht.

In einem Spiegel-Artikel macht Blome sich nun Luft gegen die Imper­ti­nenz eines Mannes und seines imag­inierten Standes gle­ich mit, weil der in ein­er Kan­zler-Fragerunde nach der Wahrschein­lichkeit des Schießbe­fehls bei zu erwartenden Demon­stra­tio­nen im Herb­st fragte. Scholzens schnip­pis­che Antwort auf eben diese Frage feiert Blome.

„Der Frager wird sich gedacht haben: was für ein arro­gan­ter Poli­tik­er-Sack (aus dem West­en). Ich dachte mir: In your face!“

Wehe, wehe, …

Nun kann man sich stilis­tisch natür­lich sehr leicht über die Frage erheben, genau wie man sich über die Antwort des Kan­zlers, die von Ulbricht’scher Dimen­sion war, aufre­gen kann oder auch nicht. Was Blome lei­der eben­so wenig begriff wie der über­rumpelte Kan­zler, war der Zweck der Frage. Jedem war doch klar, dass Scholz, selb­st wenn es einen solchen Schießbe­fehl gäbe, nicht mit „ja“ geant­wortet hätte. Die Frage sollte Scholz in erster Lin­ie erschüt­tern. Sie war ein Test, ob es da noch irgend etwas gibt, das man sein­er Regierung zutraut, was ihn aus der Fas­sung brächte. Diesen Test hat Scholz nicht bestanden, denn er ist nun sich­er der Überzeu­gung, es prinzip­iell mit radikalisierten Idioten zu tun zu haben. Stellt man die Frage aber in den Sinnzusam­men­hang mit anderen, bere­its gebroch­enen Zusicherun­gen unser­er geliebten Regierung, ist das kat­e­gorische „nein“ des Olaf Scholz allerd­ings nicht viel Wert. In der Rei­he der gebroch­enen „Nie­mand hat die Absicht eine Mauer…“-Erklärungen tum­meln sich heute schon Begriffe wie Schulde­nunion, Lock­down, Impf­pflicht, Ver­bren­nungsmo­tor, die Ver­samm­lungs­frei­heit und die Frei­heit von Jus­tiz, Forschung oder Medi­zin. Bilden Sie weit­ere Beispiele, liebe Leser.

„Der Kan­zler ver­suchte es mit Ironie gegenüber Leuten, die man früher »Pöbel« genan­nt hätte, und früher war bekan­ntlich nicht alles schlechter.“

Für Gewöhn­lich erkenne ich Ironie, weil sie vielle­icht auf Füße tritt, aber nicht ins Gesicht schlägt. Das, was Scholz benutzte, war aber eher Zynis­mus und der ist nicht ger­ade das beste Mit­tel in der Krisenkom­mu­nika­tion. Aber nun hat der Leser auch nochmal schriftlich, was Blome vom Sauer­kraut­geruch des Pöbels hält, der dro­ht, sich bald wieder auf den Straßen zu ver­sam­meln. Mehr Ver­ach­tung geht kaum.

„Das hat Stil, aber ob es hil­ft? Zum drit­ten Mal in sieben Jahren stellt sich die Frage, wie man diese Men­schen erre­icht, die alle men­schliche Mäßi­gung fahren lassen. Flüchtlinge, Coro­na und nun Infla­tion oder »Wutwin­ter«: Es mehren sich die Hin­weise, dass es stets diesel­ben sind, die da am lautesten kra­kee­len, nicht nur im Osten des Lan­des.“

Vielle­icht lässt manch­er ja zunächst alle Hoff­nung und dann erst die Mäßi­gung fahren? Es mehren sich jeden­falls die Anze­ichen, dass es immer diesel­ben Poli­tik­er sind, die ohne Man­dat oder Auf­trag ein gesellschaftlich­es Exper­i­ment nach dem anderen starten und deren Trüm­mer unge­fragt in die Leben aller kip­pen. Es ist schon bemerkenswert, dass Blome nicht erken­nt, dass es auch immer diesel­ben sind, die die Suppe auszulöf­feln haben, die ihnen die Poli­tik ein­brockt.

Zu bekla­gen, dass die Hungern­den sich mit den Frieren­den gemein machen, ist albern. Natür­lich sind es „stets diesel­ben“! Wer dank der Massen­zuwan­derung der let­zten Jahre kaum bezahlbaren Wohn­raum find­et, in dem er dann in Quar­an­täne hock­en und seinen Kindern beim Skype-Learn­ing zuse­hen darf, bekommt jet­zt auch noch Prob­leme mit den Kosten für Strom und Gas und muss sich von der Infla­tion die kaum vorhan­dene Kaufkraft wegfressen lassen, weil er sein nicht vorhan­denes Ver­mö­gen nicht rechtzeit­ig in Sicher­heit brin­gen kon­nte. Und nun dür­fen diese Men­schen auch noch im Stun­den­takt die Spar­tipps von Poli­tik­ern mit fün­f­stel­ligem Monat­seinkom­men und Zugang zu Fahr­di­en­sten und BahnCard100 ertra­gen! Wie bitte sollen das denn „andere Leute“ sein?

„Das macht es ein­fach­er und schw­er­er zugle­ich. Ein­fach­er, weil man die Pap­pen­heimer inzwis­chen ken­nt und ihr Welt­bild nicht neu kar­tografieren muss. Schw­er­er, weil die Betrof­fe­nen nach eige­nen Angaben zunächst Sorge hat­ten, »umgevolkt«, dann beim Impfen »gechipped« und jet­zt enteignet zu wer­den, obwohl die Ukraine doch Rus­s­land ange­grif­f­en habe. Wie viel Ver­fol­gungswahn geht in einen einzel­nen Kopf? Sollte man es also nicht gle­ich lassen mit der Ansprache?“

Zur Demon­stra­tion der Abwegigkeit dampft Blome die Argu­mente jedes gesellschaftlichen Kon­flik­t­feldes auf das absolute Extrem zusam­men. Die vie­len Aspek­te, die den Men­schen im All­t­ag unan­genehm nahekom­men, etwa die des­o­lat­en Sicher­heit­slage, oder Freibäder als Nahkampf­zo­nen der Willkom­men­skul­tur, oder der finanziellen Ver­aus­gabung der Sozial­sys­teme, wer­den auf die blödsin­nig­ste aller Vok­a­beln, die „Umvolkung“ reduziert. Aus der Über­grif­figkeit des Staates, der sich anmaßt, medi­zinis­che Exper­i­mente verpflich­t­end zu machen und Kri­tik­er mit allen Mit­teln zu dele­git­imieren ver­sucht, wird das irra­tional-lächer­liche „gechipped“. Nicht nur Scholz, auch Blome ist ein Zyniker, der nicht wirk­lich an Argu­menten inter­essiert ist. Oder wenig­stens an guten Pointen. Irgendw­er würde ern­sthaft glauben und behaupten, die Ukraine hätte Rus­s­land ange­grif­f­en und der­jenige hätte dann auch noch irgen­deine Rel­e­vanz? Kom­men Sie, Herr Blome, das kön­nen sog­ar Sie bess­er!

„»Bürg­er« ist kein geschützter Begriff, das ist mir klar. Jed­er kann sich »Bürg­er« nen­nen, auch wenn er mit einem schiedlich-friedlichen Gemein­we­sen, Tol­er­anz, Mehrheits­find­ung oder son­sti­gen Gepflo­gen­heit­en ein­er bürg­er­lich-zivilen Gesellschaft abso­lut nichts am Aluhut hat. Aber es gibt eben auch eine Gren­ze, jen­seits der­er sind bes­timmte Bürg­er nicht mehr besorgt, son­dern bescheuert, und es wäre an der Zeit, das ein­mal laut auszus­prechen. Ich jeden­falls bin nicht bere­it, mir von ein­er let­ztlich recht kleinen Gruppe dik­tieren zu lassen, in welchen gesamt­ge­sellschaftlichen Modus wir zu schal­ten haben. Nicht schon wieder.“

Da ist er wieder, der Aluhut. Und somit das Let­z­tar­gu­ment, dass jed­er, der den engen, erlaubten Mei­n­ungsko­r­ri­dor ver­lässt, höch­stens noch in der nicht geschützten Selb­st­darstel­lung als Bürg­er durchge­ht. Dis­rup­tio­nen des friedlich-schiedlichen Gemein­we­sens haben gefäl­ligst wie üblich plan­voll, wis­senschaftlich abgesichert von oben zu kom­men! Der Bürg­er sei friedlich, der Staat schiedlich. Wer das anders sieht, muss bescheuert sein! Und in der Min­der­heit, der die ver­meintliche Mehrheit zeigen darf, wo der Frosch die Lock­en hat.

…wenn ich auf das Ende sehe!

Ab hier schreibt Blome sich gewis­ser­maßen wieder vom Gipfel der Schn­od­derigkeit herunter und jed­er, der sich vor­eilig über das bish­er gele­sene empörte, darf sich dank des Fol­gen­den belehren lassen, schon bis zum Ende lesen zu müssen. Es kommt doch noch was Nettes! Denn legit­im sei Protest ja schon irgend­wie und nach­dem Blome dem Wut­pö­bel links und rechts eine ver­passt hat, drückt er ihm für­sor­glich die Plakate mit den stilis­tisch min­der­w­er­ti­gen Losun­gen in die Hand und klopft ihm auf­munternd auf den Rück­en. Vom „guten Recht“ ist dann gön­ner­haft die Rede und dass AfD und Linke ja einen „gemein­samen Kampf“ ums Über­leben kämpften.

Wirk­lich ums Über­leben kämpft ger­ade der Indus­tri­e­s­tandort Deutsch­land und sein Abkömm­ling, der großzügige Sozial­staat. Nicht zulet­zt dank miss­glück­ter Groß­ex­per­i­mente, deren über­spitzte und so ins absurde zie­lende Beze­ich­nun­gen „Umvolkung“ und „gechipped“ Blome so gern ver­wen­det. Dabei fällt mir auf, dass sich für die Kri­tik­er der eben­falls ger­ade krachend scheit­ern­den Energiewende kein medi­al grif­figer Euphemis­mus durchge­set­zt hat. Wie hätte der auch ausse­hen sollen? Eine Ver­schwörung, die daran glaubt, die Regierung wolle das Land ener­getisch auss­chließlich aus Licht und Luft ver­sor­gen? Für sowas ern­tet man doch keinen Spott auf Kosten des Pöbels, son­dern don­nern­den Applaus aller Hände, sofern sie nicht fest­gek­lebt sind. Blome unter­schei­det so messer­scharf zwis­chen guter und schlechter Übertrei­bung, wie zwis­chen guter und schlechter Mei­n­ung oder gutem und schlecht­en poli­tis­chen Stil – er hätte Chirurg wer­den sollen. Und arbeit­s­los.

„Aber das recht­fer­tigt nicht alles. Nicht die infame Umkehr von Ursache und Wirkung, von Täter und Opfer, von Putin und Selen­skyj. Und auch nicht die Mär von der deutschen »Mehrheits­dik­tatur« oder der Fern­s­teuerung aus Wash­ing­ton. Das ist so durch­schaubar wie degoutant, schämt euch!“

Ein Schelm, der Blome jet­zt daran erin­nert, dass er weit­er oben noch genau diese Mehrheits­dik­tatur am guten Werke sah, gegen die unbe­deu­tende Min­der­heit der Dep­pen. Doch lei­der hat die kri­tisierte Poli­tik kein Anrecht darauf, sach­lich richtig oder auf Hochdeutsch beschimpf zu wer­den. Was jedoch den Geschmack von Polit­feingeist Blome belei­digt hat, wird nicht so ganz klar. Die in Frage ste­hen­den Kan­zler­be­frager waren jeden­falls nicht gegen Selen­sky oder für Putin auf der Straße, son­dern haben schlicht Angst vor den Fol­gen ein­er erratis­chen und am ide­ol­o­gis­chen Applaus aus­gerichteten Poli­tik und weil Angst nun mal ein Gefühl ist, welch­es man nicht für ille­gal erk­lären kann, gibt Blome es ein­fach der Lächer­lichkeit preis.

Willkommen in der Zweckdemokratur

Der Rest sind Übertrei­bun­gen. Mehrheits­dik­tatur mag ein hartes Wort sein für eine Regierung, die ihr Han­deln am lieb­sten dadurch zu legit­imieren ver­sucht, dass eine her­beibefragte Mehrheit es befür­worte. Vielle­icht fällt Her­rn Blome ja ein besser­er Begriff ein. Ich würde „Zweck­demokratur“ vorschla­gen, weil eine Mehrheit näm­lich nur dann legit­imierend ist, wenn deren Wün­sche mit den Zie­len der Poli­tik übere­in­stim­men. Wäre es anders und würde tat­säch­lich eine numerische Mei­n­ungsmehrheit die Agen­da set­zen, wür­den ja beispiel­sweise die drei verbliebe­nen Kernkraftwerke ein­fach weit­er­laufen und die drei im let­zten Jahr abgeschal­teten wür­den reak­tiviert.

Ein selt­sames Stück hat Niko­laus Blome da abgeliefert, in dem er sich zunächst mal so richtig über den unver­ständi­gen Pöbel auskotzt, nur um dann in die Binse zu mün­den, dass Täter-Opfer-Umkehr aber so gar nicht gehe. Das gilt jedoch nicht nur für den Verur­sach­er des Krieges gegen die Ukraine, son­dern auch für die Frage, was zuerst da war: eine grot­ten­schlechte Poli­tik oder die wüten­den Proteste dage­gen. Es ist das Los der Poli­tik, dass die Wäh­ler ihr die Brock­en um die Ohren hauen, sobald sie fest­stellen, dass alle aus­for­mulierte und höfliche Bered­samkeit und oft sog­ar Wahlen selb­st nichts bewirken. Blome ist die Form jedoch wichtiger als der Inhalt. Er ver­misst das Dekor und ver­wirft den Kri­tik­er, weil die Kri­tik nicht atem­reinen Mundes ist und nicht mit Demut vor­ge­tra­gen wird. Und da Blome, der ausweis­lich seines Wikipedia-Ein­trages als lib­er­alkon­ser­v­a­tiv gilt, im Spiegel am Ende seines Textes noch aus­gerech­net Habeck bemüht, tue ich, der ich mich eben­so verorte, dies in abge­wan­del­ter Form auch:

Lib­er­alkon­ser­v­a­tiv, das bist du nicht, Alter!

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2 Kommentare

  1. Eigentlich hat Blome schon alles über Blome gesagt, was man über ihn wis­sen muss. Ich denke ständig, der oder der wird nach dem Win­ter eine Anschlussver­wen­dung haben. Freilich weiß ich das aber nicht. Eigentlich will ich, dass die Leute wieder zu Herz und Ver­stand kom­men. Nie­mand, der bei Sin­nen ist, will ein zweites Syrien.

    Aber mit Herz und Hirn ist das Prob­lem ja schon umris­sen. Es gibt lei­der den Straftatbe­stand “Schmähkri­tik”, also muss ich das vor­sichtig schreiben. Sehr viele Men­schen reagieren mit Aggres­sion, um die eige­nen intellek­tuelle Defizite zu über­spie­len. Das vergiftete Herz hat also etwas mit dem Hirn zu tun.

    Wenn wir heute das Wort “Aris­tokratie” hören, denken wir an Oli­garchie, an einen Kreis von Mächti­gen. Ursprünglich bedeutete das Wort aber eine “Herrschaft der Besten”, also eine Mer­i­tokratie. Laut Aris­tote­les hat eine Oli­garchie immer zwei Kon­flik­te, den einen mit den Bürg­ern und den anderen zwis­chen den Oli­garchen. Wir haben aktuell das Prob­lem, dass sich unser Parteien­poli­tik­filz zu ein­er Oli­garchie entwick­elt hat, die die Akteure nicht als solche erken­nen. Die erken­nen die gle­ichen Gesichter bei den Protesten, aber nicht ihre eige­nen immer gle­ichen Gesichter in den Hallen der Macht. Wenn wir von “den Eliten” und von “Block­parteien” sprechen, dann denken sie nur an ihre inter­nen Oli­garchie-Stre­it­ereien, aber nicht an ihre Front­bil­dung gegen die ein­fachen Bürg­er.

    Viele dieser Men­schen nehmen sich selb­st längst als Über­men­schen war, die allen anderen geistig und moralisch über­legen und damit weisungs­befugt sind. Wenn eine Ursu­la von der Leyen ein­räumt, bei ihrer Dok­torar­beit nicht gewusst zu haben, wie man richtig zitiert und damit ein noch viel größeres Schlaglicht auf die Redlichkeit ihrer vorheri­gen Stu­di­en­leis­tun­gen wirft, erschüt­tert es ihr Selb­stver­trauen nicht. Ihr Auftreten lässt ver­muten, dass sie sich selb­st nicht mal dran erin­nert. Sie ist jet­zt ein­fach ein Genie qua Amt. Göt­tlich­es Albrecht-Blut tränkt ihre Adern.

    Und dieser Typus beißt um sich. Das Prob­lem ist nicht Blome oder von der Leyen, son­dern zu viele davon in zu hohen Posi­tio­nen. Und sie schaf­fen ein aggres­sives Snob-Kli­ma. Das gesamte Trump-Derange­ment-Syn­drome kreiste darum, dass die Fam­i­lie neure­ich ist und der Vater sich erst ein­mal hochgear­beit­et hat. Trumps
    Geschmack ist kitschig und sein Englisch hol­prig. Kellyanne Con­way betonte in fast jedem Inter­view 2016, dass sie ein­se­he, dass “Worte wichtig seien”. Die “Rhetorik” war ange­blich das Prob­lem. Und Wortk­lauberei ist auch meis­tens das einzige, was Jour­nal­is­ten “kön­nen”. Sie ist näm­lich ein Hier­ar­chi­etester.

    Neulich saß der Autor und Athe­is­mus-Bewer­ber Sam Har­ris in der Youtube-Talk­show “Trig­ger­nom­e­try”. Darin schluck­te er die Kröte und stand dazu, es gut zu find­en, wenn Medi­en­in­halte, z.B. von der New York Post (ein­er der ältesten Blät­ter der USA), zen­siert wür­den, um Trump aus dem Weißen Haus zu kriegen. Er fügte hinzu, dass es im Grunde ja keine Ver­schwörung sei, weil im Grunde jed­er weiß, dass Twit­ter zur Wen­dung der Wahl in ihrem eige­nen Inter­esse einge­grif­f­en habe. Seine Begrün­dung, dass die “Sache mit der Trump Uni­ver­sität schlim­mer sei als alles, was auf dem Lap­top [des Präsi­den­ten] zu find­en sei” hab ich nicht mal ver­standen, weil ich im Tsuna­mi der Skan­dale um Biden und Clin­ton vol­lkom­men vergessen hab, was die Uni-Sache über­haupt war. Und ich wette, dass Har­ris auch nicht wirk­lich wusste, was er meint.

    Ich wette, es ist ganz ein­fach. Sam Har­ris ist stein­re­ich. Seine Mut­ter Susan Har­ris war erfol­gre­ich in Hol­ly­wood und ist v.a. bekan­nt als Pro­duzentin der Sit­com “The Gold­en Girls”. Linke sind trotz ihrer Rhetorik die Partei der Reichen. Die anderen sind Pöbel, Red­necks, Abge­hängte, Deplorables und so weit­er. Er ist reich. Das ist sein Team. Ich wün­schte, das “Sein” würde nicht das “Bewusst­sein” bes­tim­men. Aber in Erman­gelung ein­er Leis­tungs­ge­sellschaft formt es sich wohl lei­der genau­so aus. Es ist Oli­garchie, ver­hält sich wie Oli­garchie, aber sieht sich als Herrschaft der Besten.

    Ich bete, dass es gewalt­frei bleibt. Den­noch will ich, dass so einige erlauchte Per­so­n­en ihre Posi­tio­nen abtreten.

    https://www.youtube.com/watch?v=1Eg5Zv70j20

    • Fein­er Kom­men­tar.

      Ach zu Oli­garchen fällt mir noch der aller-oli­garchis­chste Spruch ein den jemals jemand gesagt hat, danach weiß man schlechthin alles übers innere wie äußere Dasein von Oli­garchen, Oli­garchin­nen und Oligär­leins. Der Spruch ging so: “Wenn sie kein Brot haben sollen sie doch Kuchen essen!”

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