Statt mit dem Motor­rad durch den Hüh­ner­stall fährt die „Umwelt­sau“ mit dem WDR immer noch Schlit­ten und die Ver­tei­di­ger des „harm­lo­ses­ten Satire-Songs des Uni­ver­sums“ sind immer noch empört. Vor allem über die „vor­ei­lige Ent­schul­di­gung” des WDR-Inten­dan­ten Tom Buhrow. Spiegel-Bürste Lobo spricht gar von „vor­zei­ti­gem Nach­richt­ener­guss“ durch die ver­stärkte Auf­merk­sam­keit für derlei Peti­tes­sen in den sozia­len Medien und schiebt die Reak­tio­nen somit in Rich­tung psy­cho­lo­gi­sche Dys­funk­tio­na­li­tät und Reiz­über­flu­tung. „Die #Umwelt­sau ist über­haupt nur groß gewor­den, weil NRW-Minis­ter­prä­si­dent Armin Laschet und die „Bild”-Zeitung auf den Zug der Empö­rung auf­ge­sprun­gen sind.“ Spricht da der Neid, weil BILD bei einem Kin­der­lied für mehr Auf­re­gung sorgen kann als der Spiegel mit seiner Netz-Checker-Kolumne? Aber ich will mich hier nicht in einer Analyse ver­lau­fen, wer wann und wie zu media­ler Zu-Tode-Betrach­tung neigt. Es bringt nichts, den hyper­ven­ti­lier­ten „Kampf gegen rechts“ auf­wie­gen zu wollen gegen den Frust vieler Objekte öffent­lich-recht­li­cher Hal­tungs­er­zie­hung. Viel­mehr ist es Zeit, eine Zwi­schen­bi­lanz des Kli­ma­wahn­sinns zu ziehen, in dessen Strudel „Fridays for Future”, ARD-Framing, WRD-Kin­der­chor, GEZ-Frust und Umwelt-Inju­rien des Kali­bers „SUV-Fahrer“ oder „Umwelt­sau“ die öffent­li­che Meinung immer weiter in die Tiefe ziehen.

Medieninszenierung des Klimagewissens

Denn die ganze kost­bare Medi­en­in­sze­nie­rung des GASK, des größten anzu­neh­men­den schlech­ten Kli­mage­wis­sens, hat einige Schräub­chen über­dreht. Doch das Ver­falls­da­tum für „Fridays for Future“ ist gesetzt, seit Greta 2018 auf der COP in Kat­to­witz die letzten zwölf Jahre der Mensch­heit ein­läu­tete. Und der Bewe­gung scheint schnell die Luft aus­zu­ge­hen – die Frei­tags­de­mos werden immer kleiner und selbst Greta per­sön­lich lockte bei der COP in Madrid nicht so große Massen aus der Komfort- in die Kli­ma­kampf­zone, wie behaup­tet wurde. Statt einer halben Million Demons­tran­ten kamen bekannt­lich nur 15.000.

Natür­lich ist nicht aus­zu­schlie­ßen, dass die dem­nächst anste­hende globale Erwär­mung der Nord­halb­ku­gel unseres Pla­ne­ten (alte Bezeich­nung: Früh­ling) auch an Frei­ta­gen wieder für mehr Enthu­si­as­mus bei der Welt­ret­tung sorgt. Aber spä­tes­tens dann, wenn die Zeit für den pro­gnos­ti­zier­ten Welt­un­ter­gang gekom­men ist, wird der Freitag wieder andere Ver­wen­dung finden und die Retter werden sich mög­lichst leise ver­krü­meln. Ist nämlich schon immer so gewesen. Ich rede hier nicht von den wie­der­hol­ten exakt ter­mi­nier­ten Apo­ka­lyp­sen der „Zeugen Jehovas“ oder Kin­der­kreuz­zü­gen in grauer Ver­gan­gen­heit. Wir müssen nur zehn Jahre zurück schauen, um ein weitaus fri­sche­res Bei­spiel zu finden, das sogar auf die aktu­elle Kli­ma­hys­te­rie bezogen ist. Gehen wir also zurück ins Jahr 2009. Nach Groß­bri­tan­nien.

10:10” – Wenn es dem Esel zu wohl wird, geht er aufs Eis

Eben dort, in Groß­bri­tan­nien, gründet die Doku­men­tar­fil­me­rin Franny Arm­strong* zusam­men mit Anderen eine NGO, die sich zur Aufgabe gemacht hatte, die Emis­sio­nen für jeden Men­schen Jahr für Jahr um 10% zu senken. Das Jahr 2010 stand vor der Tür und so ergab sich der Name „10:10“. In Deutsch­land gehör­ten zu den Unter­stüt­zern der „10:10“-Aktionen unter anderem der BUND, die „Klima-Allianz-Deutsch­land“ und natür­lich die Grüne Jugend, die bekannt­lich für jeden Blöd­sinn zu haben ist. Um den For­de­run­gen von „10:10“ optisch Nach­druck zu ver­lei­hen, ent­stand ein Wer­be­spot mit drei Motiven, die derart dras­tisch aus­fie­len, dass sich Spon­so­ren wie Kyocera und Sony ange­ekelt abwand­ten und die fürs Kino gedach­ten Clips schnell wieder ein­kas­siert wurden.

Nach den bri­ti­schen Steu­er­gel­dern, die auch in die Kam­pa­gne geflos­sen waren, fragte niemand. „No Pres­sure“, so der Titel des Films, war in der Tat dras­tisch. Motto der han­deln­den Kli­ma­ak­ti­vis­ten im Film: Man wolle natür­lich keinen Druck ausüben auf jene, die sich der Welt­ret­tung ver­wei­gern und nicht mit­ma­chen beim jähr­li­chen 10%-Sparen, so ließen die Macher von „10:10“ ihre Schau­spie­ler im Film ver­si­chern. Statt­des­sen wurden die Ver­wei­ge­rer per Knopf­druck und mit reich­lich Film­blut und Sound­ef­fek­ten ins Jen­seits gebla­sen.

Die Szene des Films, die in einer Schul­klasse spielt, kam beson­ders schlecht an und die Fil­me­ma­che­rin Franny Arm­strong recht­fer­tigte sich wort­reich gegen­über „The Guar­dian“. Auf die Frage, warum „10:10” mit diesem Film das Risiko eingehe, die Men­schen zu ver­är­gern und von der Bewe­gung zu ent­frem­den, ant­wor­tete Arm­strong: „Weil wir nur noch unge­fähr vier Jahre Zeit haben, um die glo­ba­len Emis­sio­nen zu sta­bi­li­sie­ren.“ Das war im Oktober 2010. Wir alle erin­nern uns noch lebhaft an den Welt­un­ter­gang von „unge­fähr 2014“, der dann irgend­wie doch nicht statt­fand.

Auch Jamie Glover, der Kin­der­schau­spie­ler, der die Rolle des in die Luft gespreng­ten Schü­lers Philip spielte, hatte keine Beden­ken: „Ich war sehr glück­lich, in die Luft gejagt zu werden, um die Welt zu retten.“ Das ist eine noble Ein­stel­lung – wenn man James Bond heißt, Super­man ist oder Politik, Wirt­schaft und Physik für einen Comic hält, in dessen Hand­lung sich Natur­ge­setze belie­big außer Kraft setzen lassen. Solche Hand­lungs­ma­xime tauch­ten bisher nur bei reli­giös gehirn­ge­wa­sche­nen Kindern in tota­li­tä­ren Regimen auf, etwa im Iran während des ersten Golf­krie­ges, als das min­der­jäh­rige Kano­nen­fut­ter Plas­tik­schlüs­sel für die Tür zum Para­dies um den Hals trug, um in Saddams Minen­fel­der zu rennen.

Das Ende ist (doch nicht) nah

Ob nun „10:10”, F4F oder Extinc­tion Rebel­lion – eine Welt­un­ter­gangs­phan­ta­sie folgt auf die nächste, deren ange­maß­tes Wissen keine Grund­lage hat, auch wenn sie vorgibt, der Wis­sen­schaft zu folgen. Die eigenen Schuld- und Wohl­stands­kom­plexe werden in die Zukunft pro­ji­ziert, „das Ende ist nah“ gerufen, und ihnen ist beinahe jedes Mittel recht, um ihr Ziel zu errei­chen. Poli­ti­ker, Schau­spie­ler und Sport­ler lassen sich mit Freude vor den Wagen spannen (Gillian Ander­son hatte im Spot von „10:10” einen fröh­li­chen Auf­tritt) und Gemein­den, Firmen und sol­vente Spon­so­ren mit hin­rei­chend schlech­tem Gewis­sen werden zur Kasse gebeten…ich breche hier ab, denn viel­leicht muss der eine oder andere Leser seine Spröss­linge heute noch zur Frei­tags­demo fahren und Sie sollen ja auf die Straße schauen, nicht ständig sor­gen­voll in den Rück­spie­gel.

Nach 2011 wurde es still um „10:10“, denn der CO2-Ausstoß wuchs, statt zu sinken. Offen­sicht­lich nützten alle Film-Mas­sa­ker nichts. Man hatte einfach zu viele Mar­ke­ting-Fehler gemacht. Eine Jah­res­zahl im Namen sug­ge­riert ein Ver­falls­da­tum und ein zu enger Zeit­plan in Rich­tung Apo­ka­lypse (nur vier Jahre) ver­kürzt die pro­fi­ta­ble Zeit, als Initia­tor den Absprung in ein lukra­ti­ves Mandat oder einen Par­tei­ver­sor­gungs­pos­ten zu ergat­tern und die Abwick­lung des NGO-Ladens an die nächste Genera­tion zu dele­gie­ren. Greta und ihr Gefolge waren da schlauer. Die zwölf Jahre bis zum Welt­un­ter­gang liegen gemäß der Vor­her­sa­gen der „Fridays for Future“-Gründerin eine halbe Genera­tion in der Zukunft und sowohl Freitag als auch Zukunft sind ja irgend­wie immer.

10:10“ exis­tiert nicht mehr. Die Web­seite der Kam­pa­gne 1010​glo​bal​.org wird heute wei­ter­ge­lei­tet an „WeAr​ePos​si​ble​.org“ und die NGO ist damit in einer der übli­chen Spen­den­samm­ler-Orga­ni­sa­tio­nen im Netz­werk der inter­na­tio­na­len Klima-Chaos-Pro­fi­teure auf­ge­gan­gen. Man gibt Tipps, berät die Politik, unter­stützt die Wind­ener­gie auf der Insel – eine Ener­gie­form, die die Bürger dort angeb­lich wollen und die Politik nicht. Bei uns ist es bekannt­lich eher umge­kehrt.

Die Parallelen

Ein roter Faden zieht sich durch Jahre und Länder von „No Pres­sure“ zur „Umwelt­sau“. Denn die Erklä­run­gen ähneln sich ver­blüf­fend. Hier die Antwort von „10:10“ auf die öffent­li­che Empö­rung: „Entschuldigung…wir wollten einen Weg finden, dieses wich­tige Thema zurück in die Schlag­zei­len zu bringen und dabei Men­schen zum Lachen bringen. Viele fanden den Film extrem witzig, einige andere aber leider nicht. Wir bitten alle, die wir belei­digt haben, auf­rich­tig um Ent­schul­di­gung. Na ja, wir leben und lernen.“

Die Reak­tio­nen auf die „Umwelt­sau“ waren – mit Aus­nahme des Inten­dan­ten – sehr ver­gleich­bar. Auch hier konnten sich die Ver­ant­wort­li­chen und jene, die jede Erzie­hungs­maß­nahme, die man dem ver­stock­ten Volk auf­zwingt, für ange­mes­sen und sinn­voll halten, die Auf­re­gung kaum ver­ste­hen. Die Kinder im Chor machten das schließ­lich frei­wil­lig – genau wie die im Film übri­gens. Und Jamie Glover war sogar stolz darauf, für die Welt­ret­tung in tausend Stücke gesprengt zu werden. Ein Schelm, der da an Kada­ver­ge­hor­sam denkt.

So expli­zit wie im Jahr 2010 sind die Umwelt­ak­ti­vis­ten heute fast wieder. Etwa wenn sie fordern, „Kli­ma­l­eug­ner“ ein­zu­sper­ren und Zweifel am hei­li­gen Klima-Konsens am liebs­ten als kri­mi­nell ver­fol­gen lassen und in den Klima-Gulag stecken möchten. Die Rolle der mani­pu­la­ti­ven Leh­re­rin im Clip zeigt übri­gens das Grund­pro­blem sehr deut­lich, mit dem wir uns zehn Jahre später auch in Deutsch­land im Bil­dungs­sys­tem her­um­pla­gen: geför­dert wird der Zwang zur Kon­for­mi­tät, für abwei­chende Mei­nun­gen ist kein Platz. Die Ent­schei­dung ist nur schein­bar frei, wenn Ächtung und Aus­gren­zung drohen. Es muss gar nicht immer gleich mit dem Tod gedroht werden, wie wir heute wissen.

Der WDR sollte sich sehr genau über­le­gen, ob er weiter kri­tik­los den Parolen von apo­ka­lyp­ti­schen Bewe­gun­gen wie „Fridays for Future” folgt und damit wie gerade erlebt ris­kiert, bei Über­span­nung des Pro­vo­ka­ti­ons­bo­gens von einer Welle der Empö­rung hin­weg­ge­fegt zu werden. Spä­tes­tens 2030 ist die Agenda der Kli­ma­kin­der ohnehin ver­schwun­den, ein Termin, der für den kom­fort­ge­wohn­ten WDR im Bereich der mit­tel­fris­ti­gen Finanz­pla­nung liegt.

Für „10:10“ lag die Kon­se­quenz einer „fal­schen Ent­schei­dung“ min­des­tens im Film in der Aus­lö­schung, frei nach Stalins Motto „Ein Mensch, ein Problem – kein Mensch, kein Problem.“ Kli­ma­ak­ti­vis­ten unserer Tage finden es oppor­tun, Skep­ti­ker mit Ächtung, Ein­schrän­kung der Mei­nungs­frei­heit oder Zer­stö­rung der bür­ger­li­chen Exis­tenz nicht nur zu drohen – und halten den Vollzug dessen auch noch für ange­wandte Mei­nungs­frei­heit. Wenn es doch nur schon 2030 wäre und wir auch den nächs­ten Welt­un­ter­gang schon erfolg­reich hinter uns hätten! Die stän­di­gen Welt­un­ter­gänge stren­gen nämlich ziem­lich an.

* Funfact: Es handelt sich übri­gens um eben jene Frau, die 2009 im Lon­do­ner Stadt­teil Camden Town von drei Jugend­li­chen atta­ckiert wurde, als ihr ein großer blonder Mann auf seinem Fahrrad zu Hilfe kam, der die Angrei­fer mit def­ti­gen Worten in die Flucht schlug. Der Mann – damals noch Bür­ger­meis­ter von London – war der heutige Pre­mier­mi­nis­ter Boris Johnson. Aus­ge­rech­net! Mit dessen Ein­stel­lung zur Kli­ma­po­li­tik war Franny Arm­strong nämlich schon damals nicht zufrie­den. Ein Jahr später sprengte Franny fil­misch unan­ge­passte Kinder in die Luft, und fand das ange­mes­sen.

15 Kommentare

  1. Unter einer Meinung wird in der Erkennt­nis­theo­rie eine von Wissen und Glauben unter­schie­dene Form des Für­wahr­hal­tens ver­stan­den.
    Nach einer ver­brei­te­ten phi­lo­so­phi­schen Begriffs­ver­wen­dung ist das Meinen ein Für­wahr­hal­ten, dem sowohl sub­jek­tiv als auch objek­tiv eine hin­rei­chende Begrün­dung fehlt. Dadurch unter­schei­det sich das Meinen vom Glauben und vom Wissen. Von Glauben spricht man, wenn jemand eine Aussage für wahr hält, ihre Wahr­heit also sub­jek­tiv als gesi­chert erscheint, obwohl der Glau­bende keine objek­tiv zurei­chende Begrün­dung dafür angeben kann. Der Unter­schied zum Wissen besteht darin, dass der Wis­sende nicht nur von der Wahr­heit der Aussage über­zeugt ist, sondern auch über eine objek­tiv zurei­chende Begrün­dung dafür verfügt.”

    (aus Wiki­pe­dia: „Meinung”)

    Wer über keine objek­tiv zurei­chende Begrün­dung für das verfügt, was er sagt, hält besser den Mund. Die all­ge­meine Mei­nungs­frei­heit ist dadurch wir­kungs­voll gesi­chert. Vor allem im Bereich der poli­ti­schen Mei­nungs­äu­ße­rung wäre endlich Ruhe, denn Politik ist nur der Versuch, etwas zu „regeln”, was nicht gere­gelt werden kann, solange es sich durch das vom Kapi­ta­lis­mus befreite Spiel der Markt­kräfte nicht selbst regelt. Dazu muss man erst einmal wissen, was Markt­wirt­schaft und was Kapi­ta­lis­mus ist. Die genaue Defi­ni­tion findet sich unter…

    https://​opium​-des​-volkes​.blog​spot​.com/​2​0​2​0​/​0​1​/​m​e​i​n​u​n​g​s​f​r​e​i​h​e​i​t​-​u​n​d​-​d​e​m​o​k​r​a​t​i​e​.​h​tml

    • Arg bedenk­li­che Volte, die hier (S.W. 12.1.) geschla­gen wird: erst Meinung als (bloßes) Für­wahr­hal­ten zu defi­nie­ren (i.e. sub­jek­tiv vom hin­rei­chend kri­tisch-ratio­na­len Äußern­den als bar *objek­ti­ver* Grund­lage erach­tet – sonst hielte er sie ja für jeden­falls vor­läu­fi­ges, Teil-Wissen) , sie alsdann aber mit der For­de­rung nach solcher, defi­ni­ti­ons­ge­mäß dem Wissen zuge­ord­ne­ter Objek­ti­vi­tät zu kon­fron­tie­ren.
      Meinung ist und darf aber schlicht unin­for­miert sein; ihre Äuße­rung zu unter­bin­den, bedürfte geson­der­ter Recht­fer­ti­gung (*aufs Maul* und *Tot­schla­gen* ginge natür­lich auch ‑quasi inqui­sa­to­risch; hätten Koper­ni­kus, Galilei, Newton, Ein­stein und Schrö­din­ger besser geschwie­gen und uns ‑so wir je indi­vi­du­ell über­haupt nach-geboren wären in mög­li­cher­weise fol­gen­der Geheim-Exper­ten­welt­ord­nung- Jahr­hun­derte an Plapper-Demo­kra­tis­mus nebst Folgen erspart?)
      Übri­gens ist das *herr­schende Mei­nungs-Klima* Abbild des (mei­net­we­gen ver­zerr­ten) Mei­nungs­Mark­tes und mithin Ergeb­nis real-exis­tie­rend kapi­ta­lis­ti­scher Ver­hält­nisse. Im (Anarcho-)Libertarismus wird dies jeden­falls immer­hin reflek­tiert von seinen Ver­tre­tern, die nicht dafür haftbar gemacht werden sollten, dass sich reak­tio­näre Narren als dessen Adepten wähnen ( = sich ggfls. irr­tüm­lich dafür halten: zu sein *meinen*)
      Ich ver­stehe ja, dass die (Selbst)Behauptung von *Objek­ti­vi­tät* einen Wall errich­ten soll gegen die Fluten ‑von auf frei fluk­tu­ie­ren­den, hor­mon­schwan­kungs­be­ding­ten Emo­tio­nen basie­ren­den Inter­es­sen moti­vier­ter- Ansich­ten (=Mei­nun­gen) und das Zuge­ständ­nis maximal erreich­ba­rer Inter­sub­jek­ti­vi­tät bereits einem Damm­bruch gleich­käme in solchem Welt­bild; Das­je­nige aber nur sich ver­wah­ren will gegen die Zumu­tun­gen der an diesem Punkt beginn­nend not­wen­di­gen Anstren­gung des Geistes, der Kunst des Denkens – eine Kunst, deren Erzeug­nis­sen bezeich­nen­der­weise zZt nur gerin­ger Markt­wert zukommt. Wohin­ge­gen mani­pu­la­tive Intel­li­genz in dieser Zeit (‚ple­be­ji­scher Geld­feu­dal­Ab­so­lu­tis­mus samt Hof­staa­ten und- schran­zen’) gera­dezu fürst­lich ent­lohnt wird, nur eben immer der jeweils gerade ange­sag­ten Mode (unter­gangsor­gi­as­ti­scher Klima-x-tismus), dem geschmack­li­chen Belie­ben des Son­nen­kö­nigs ent­spre­chend, so dass manch nicht weiter Adap­tion­fä­hi­ger qua Sta­tus­ver­lust den Fall in Ungnade (‚what *rights*, white boy?’) erleben muss…
      Es ist ja jeder zugleich relativ dumm und relativ schlau: kaum Ahnung vom Einen, dafür umso mehr *Wissen* von Anderem. Wo man dumm ist, solllte man an Fort­schritt inter­es­siert sein, am ‚Pro­gre­die­ren’ ; wo (relativ) schlau, kann man sich Kon­ser­va­tis­mus leisten (den Vorteil ziehen daraus, dass Andere dumm bleiben) . Ist Pro­gres­si­vis­mus deshalb Merkmal und Ausweis der Dumm­heit? Ja, und nein: viel dümmer wäre es, als relativ Schlauer auch alle eigenen Dumm­hei­ten zu kon­ser­vie­ren..

  2. Sehr schön auf den Punkt gebracht.
    Beson­ders gut gefällt mir: ” deren ange­maß­tes Wissen keine Grund­lage hat.”

  3. Schon richtig, aber die wich­tigs­ten Ziele haben die Jünger Gretas erreicht: Die CO2-„Bepreisung” ist beschlos­sen, die Ver­nich­tung wich­ti­ger Indus­trie­zweige (Auto, Energie, Stahl, Chemie) schrei­tet voran, Grüne in Öster­reich an der Bun­des­re­gie­rung betei­ligt (dem­nächst wohl auch im Bunt­land) und der Öko­so­zia­lis­mus breitet sich immer mehr aus: https://​tinyurl​.com/​y​y​v​9​c​v4d
    Die Apo­ka­lypse bleibt aus, aber die Gretaka­lypse ist ein­ge­tre­ten und ein Ende nicht in Sicht.

  4. o.t. (?)
    Früher sah ich gerne den Lesch. Heut les ich lieber den Letsch.
    Der ohne t ist lusch­tig, aber der mit dem t drin ist glaub­haf­ter.
    Knack­punkt:
    Als der Fernseh-Lesch allen Ernstes behaup­tete und es nach einem Vortrag erzürnt gegen­über einem fra­gen­den Stu­den­ten wie­der­holte: Über­be­völ­ke­rung sei über­haupt kein Problem. (Auf Youtube ange­schaut und ver­wun­dert die Szene noch­mals wie­der­holt)
    Dar­auf­hin wurde ich doch ein wenig kri­ti­scher ihm gegen­über.

  5. Keine Sorge, in Deutsch­land ist z.Z. Ruhe wegen Klima! Das parkt schließ­lich jetzt in Weis­sen­fels.

  6. Glän­zen­der Text. Gehört eigent­lich in die F.A.Z., in den tages­schau-Kom­men­tar oder in den abend­li­chen Kom­men­tar des Deutsch­land­funks. Danke!

  7. Herr­li­che Beschrei­bung – auch geeig­net fuer Men­schen die kein Carbon sehen koennen …

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