Heute mal die Emp­feh­lung einer Doku­men­ta­tion von Arte: „Duter­tes Metho­den im Schat­ten des Virus“. Und natür­lich ein wenig abschwei­fende Inter­pre­ta­tion dazu. Es geht im Video zwar um die Phil­ip­pi­nen, aber man muss unwei­ger­lich an Europa denken. Natür­lich sind wir hier in jeder Weise besser dran, ich will die Lage der Phil­ip­pi­nen rund um Lock­down und wirt­schaft­li­chen Crash gar nicht mit der Situa­tion in Deutsch­land ver­glei­chen. Aber in wie­vie­len Schwel­len­län­dern sind die Maß­nah­men der Regie­run­gen wohl ähnlich ver­hee­rend? Wie sieht es in Indien, Indo­ne­sien, Süd­afrika, Bra­si­lien oder anderswo aus? Warum hört fast niemand mehr auf die WHO, jetzt, wo sie drin­gend von erneu­ten oder gene­rell län­ge­ren Lock­downs abge­ra­ten hat, weil bei der WHO jedem klar ist, dass die „Heilung“ schlim­mer sein kann als die Krank­heit? Die Maß­nah­men in Manila sind ähnlich wie unsere, nur die Mittel unter­schei­den sich deut­lich. Noch. Hoffen wir, dass es so bleibt.

Und falls sich jemand fragt, wer nach der Krise der Wirt­schaft am Boden lie­gen­den Ländern wie den Phil­ip­pi­nen unter die Arme greifen wird, der muss nur nach China und zur neu gegrün­dete RCEP (Regio­nal Com­pre­hen­sive Eco­no­mic Part­ners­hip) schauen. Und diese Hilfe wird mit For­de­run­gen nach wirt­schaft­li­chem Ent­ge­gen­kom­men ver­bun­den sein, das ist so klar wie eine Wan-Tan-Suppe.

Welches Land wird sich leisten können, diese Hilfe dann aus­zu­schla­gen? Soll man anderswo um Hilfe bitten? In der EU viel­leicht? Zer­strit­ten und mit sich selbst beschäf­tigt, bekommt es die EU nicht mal hin, Groß­bri­tan­nien ein Abkom­men mit ähn­li­chen Kon­di­tio­nen wie Kanada anzu­bie­ten und wird nach der Krise erst recht mit sich selbst und damit beschäf­tigt sein, seine Währung vor dem Kollaps zu bewah­ren und das Zen­tral­bank­geld wieder ein­zu­fan­gen, was aktu­elle vor allem in Akti­en­märkte und Immo­bi­lien fließt. Die USA, poli­tisch zer­ris­sen und eben­falls mit sich selbst beschäf­tigt, haben gerade (wahr­schein­lich) einen Fan, ja, viel­leicht gera­dezu ein Asset der Chi­ne­sen zum neuen Prä­si­den­ten gewählt und die Russen ziehen gerade die Zug­brü­cken hoch und ver­su­chen, ihr Pulver trocken zu halten, um ihren Ein­fluss in den Lücken zu fes­ti­gen, die China, die USA und die EU an seiner Peri­phe­rie offen lassen.

Wenn Staub und Pul­ver­dampf dieses nicht­er­klär­ten und als nur kol­la­te­ral wahr­ge­nom­me­nen Covid-Wirt­schafts­welt­krie­ges ver­zo­gen sind, wird es – wie es scheint – wohl nur einen Sieger geben: China. Die Theorie, das Virus sei eigent­lich aus einem Labor in Wuhan ent­kom­men oder gar absicht­lich frei­ge­setzt worden, halte ich ja immer noch für unwahr­schein­lich. Für einen Kampf­stoff, so das Gegen­ar­gu­ment, tötet es zu wenig und schadet aus­ge­rech­net alten und kranken Men­schen, statt Armeen dezi­mie­ren zu können.

Doch spinnen wir diesen Faden in der Phan­ta­sie mal etwas weiter: wollte man so etwas wie eine „Bio­lo­gi­sche Neu­tro­nen­bombe*“ ent­wi­ckeln, die nicht wirk­lich umfas­send tötet, sondern vor allem Ver­läss­lich­keit zer­stört und Han­dels­ket­ten unter­bricht aber die Haupt­ziel­grup­pen der Kon­su­men­ten ver­schont, wäre Corona eine ver­dammt taug­li­che Waffe, wenn am Ende von zwei, drei oder fünf Jahren und Wellen und Impf­stoff-Hoff­nun­gen nur noch ein großer Player dasteht, der sagen kann „Lie­fer­zeit sieben Tage bis drei Wochen“.

Und das Covid-Virus kam ja nicht allein. Es hat einen digi­ta­len Vetter, mit dem es sich die Wirkung teilt. Covid ist für die medi­zi­ni­sche Über­for­de­rung und für die Angst zustän­dig. Das andere Virus ver­brei­tet sich durch Bilder, Gerüchte, Mel­dun­gen und Maß­nah­men über das Inter­net und wird in erster Linie per Copy & Paste durch Medien und Poli­ti­ker über­tra­gen, die ängst­lich über die Grenzen schauen und nach­ah­men, was andere Medien und Poli­ti­ker ihnen vor­ma­chen. Das halte ich für die Haupt­ur­sa­che für den vor­herr­schen­den Gleich­schritt der Natio­nen, ebenso wie für die oft erra­ti­schen Anpas­sungs­pro­zesse der Maßnahmen.

Covid-19 hat uns die erste Pan­de­mie beschert, deren Zer­stö­rungs­kraft sich über Face­book, Twitter und Insta­gram schnel­ler aus­brei­tet als durch tat­säch­li­che Infek­tio­nen auf einer Clan-Hoch­zeit. Geht man raus steckt man sich an. Bleibt man drin, steckt man sich im Inter­net mit der digi­ta­len Vari­ante an, weil ent­we­der nach den neu­es­ten Aluhut-News, der neu­es­ten Ver­laut­ba­rung aus Kanz­le­rin­nen­nähe oder dem heu­ti­gen, noch warmen Dros­ten­re­port gesucht wird. Was bleibt auch, wenn Netflix leer­ge­guckt ist und die nächste Qua­ran­täne – jetzt frei­wil­lig wegen Erkäl­tungs­sym­pto­men – droht.

Die ori­gi­na­len Bedro­hun­gen, die bio­lo­gi­sche wie die pro­pa­gan­dis­ti­sche, wurde auf ihrem Weg aus China um die Welt so oft ver­än­dert und mutiert, dass wir heute selt­sa­mer­weise nur einen weißen Fleck auf der Covid-Land­karte haben, von dem wir buch­stäb­lich nicht wissen, wie die Lage dort ist: China. Und das obwohl uns klar ist, dass die Angst, die Panik und auch das echte, das Corona-Virus dort ihren Anfang hatte. Ebenso die auto­kra­ti­schen Maß­nah­men, wie sie uns in der Arte-Doku auf den Phil­ip­pi­nen begegnen.

Das Video lohnt sich, wenn man es mit etwas Phan­ta­sie betrach­tet und dabei die Hoff­nung nicht verliert.

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* Man muss solch eine „Waffe” übri­gens nicht tat­säch­lich ent­wi­ckelt haben oder absicht­lich oder ver­se­hent­lich in Anwen­dung gebracht haben, um fak­tisch von ihrer Wirkung zu profitieren.

6 Kommentare

  1. Nehmen wir mal an, die Führung der KPC hat die Psy­cho­lo­gie und die psy­cho­so­ziale Ver­fas­sung des „Westens” ebenso tief und detail­liert ana­ly­siert und ver­stan­den wir unser öko­no­mi­sches System. Dann musste sie sich die Frage stellen, ob und wie man in diesem wirt­schaft­lich starken, aber sozial extrem anfäl­li­gen System eine Krise pro­vo­zie­ren kann, die zu lang­an­hal­ten­der wirt­schaft­li­cher und poli­ti­scher Schwä­che führt. Eine Pan­de­mie ist ein guter Zünder für eine Gesell­schaft, die anfäl­lig ist für Angst­psy­cho­sen, die aus ein­ge­bil­de­ten exis­ten­ti­el­len Bedro­hun­gen resul­tie­ren (Kli­mawn­del, Ras­sis­mus…). Wäre einen Versuch wert, auch bei gewis­sen eigenen Ver­lus­ten… Was heisst jetzt auf Man­da­rin: „Ver­flixt, hätte nicht gedacht, dass das SO gut funktioniert!”
    O.k., ich setze meinen Aluhut wieder ab…

  2. Das würde noch mehr Sinn machen, wenn China als Erste mit einem zuver­läs­si­gen Impf­stoff oder wirk­sa­men Medi­ka­ment auf den Welt­markt gekom­men wäre. Konnten sie’s nicht oder wäre das zu auffällig?

  3. Kein Wunder,dass hier alles vor­be­halt­los dem Volk an Mass­nah­men auf­ge­bür­det wird gegen das „pöhse Virus”,genauso vor­be­halt­lose Bewun­de­rung herrscht in der Polit-Elite der EU gegen­über der „China-Elite”, anstatt kon­struk­ti­ver Zusam­men­ar­beit gepaart mit gesun­dem Misstrauen,die „Demo­kra­tie” des Westens kennt nur noch Manie pro oder kontra ohne Reflexion!

  4. Die Theorie, das Virus sei eigent­lich aus einem Labor in Wuhan ent­kom­men oder gar absicht­lich frei­ge­setzt worden, halte ich ja immer noch für unwahrscheinlich.”

    Hm. War neben dem Fisch­markt, von dem es ursprüng­lich stammen soll, nicht einige hundert Meter weiter, das einzige Bio­la­bor in China, das sich mit der­ar­ti­gen Viren beschäf­tigt, während die ver­ant­wort­lich gemachte Fle­der­maus hun­derte Kilo­me­ter weiter in Berg­höh­len lebt, Städte meidet, und auch nicht auf dem ver­ant­wort­lich gemach­ten Fisch­markt gehan­delt wurde? Das könnte natür­lich ein Zufall sein, aber für wie wahr­schein­lich hältst Du die Theorie, dass Dir die chi­ne­si­sche Regie­rung die Wahr­heit erzählt?

    Ich glaube, jeder legt sich die Welt so zurecht, wie es ihm ins Welt­bild passt. Der Regie­rung die Schuld zu geben wäre ein Kriegs­grund, und würde dras­ti­sche Kon­se­quen­zen erfor­dern, während man bequem weiter leben kann, wenn niemand Schuld ist. Irgend­wie scheint mir die ganze Reak­tion auf das Virus rein psy­cho­lo­gi­scher Natur zu sein. Mas­ken­pflicht und Lock­down ver­än­dern die Ver­laufs­kurve über­haupt nicht, wie man erkennt, wenn man die Sta­tis­ti­ken unter­schied­li­cher Länder mit­ein­an­der ver­gleicht, und es gibt bereits nen Mutan­ten, gegen den der Impf­stoff nicht wirkt, der nach Einsatz des Impf­stoffs halt zum domi­nie­ren­den Stamm werden wird. Bringt also alles nichts.

    Ich weiß auch, wie es in China ist. Da gibts keine Krank­heit, und Leute, die ohnehin schon von geborg­ter Zeit leben, sterben halt. Vor ner Weile sah Corona-Chan gefähr­lich aus, da war Härte ange­bracht, aber nun weiß man mehr, und man kann sie igno­rie­ren. Was ich auch für die frei­heit­lichste aller mög­li­chen Her­an­ge­hens­wei­sen halte. Und was auch das ist, wofür man sich in den Teilen des Inter­nets ein­setzt, in denen man sich die NPCs mit Haken­kreu­zen, Gore-Videos, und auch sonst jeder Form des Extre­mis­mus, vom Leibe hält. Von dort kommt ja die Pro­pa­ganda her. Ich kann Dich also beru­hi­gen. Die ein­zi­gen, die jetzt noch Pro­pa­ganda machen, sind die Regie­run­gen, und denen glaubt eh kein Mensch der nicht sowieso unter allen Umstän­den vor der Glotze sitzen bliebe.

    • Dazu kommt ja, dass in Wuhan schon vor einer Weile ein großer Open-Air-Rave statt­ge­fun­den hat, nix mit social distancing. Die brauch­ten schein­bar nur einen Lock­down, keine zwei.

      Wie ging der Meme? Wenn der erste Lock­down gehol­fen hat, warum dann der zweite? Und wenn der erste nicht gehol­fen hat, warum dann ein zweiter? 😉

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