„Ein­fach wieder Kind sein“, das ist ein Gedanke, der wohl vie­len immer mal wieder durch den Kopf geht, ger­ade dann, wenn der All­t­ag immer nur noch mehr Ver­ant­wor­tung auf unsere Rück­en lädt. Kind sein, beson­ders ein kleines, spie­len, träu­men, sich um nichts küm­mern müssen, für das Bauen eines Turms aus Legosteinen gelobt wer­den, bespielt, bekocht, geputzt und geliebt zu wer­den, ein­fach nur dafür, dass man da ist. Der Gedanke jedoch, neben all diesen Annehm­lichkeit­en heute wieder einem selt­samen Päd­a­gogik-Ver­ständ­nis des Staates und sein­er Helfer-NGOs in die Hände zu fall­en, vertreibt diese Idee rasch wieder. Eine ger­ade her­aus­gegebene Broschüre der Amadeu-Anto­nio-Stiftung (“Ene, mene, muh — und raus bist du”) zeigt, in welche Rich­tung sich das Selb­stver­ständ­nis unser­er Kitas entwick­eln soll. In mein­er Naiv­ität habe ich Kitas näm­lich immer für eine Art unpoli­tis­chen „Safe-Space“ für Kinder gehal­ten, wo sie spielerisch soziale Kom­pe­ten­zen durch Inter­ak­tion mit Gle­ichal­tri­gen erwer­ben und anson­sten spie­len und spie­lend ler­nen kön­nen. Pustekuchen! Es geht auch an unseren Kitas längst um Alles! Es geht um den scho­nungslosen Kampf gegen rechts, der bere­its auf Töpfchen, Tram­polin und Tretroller geführt wer­den muss!

Ich sage nicht, in der Broschüre stünde nur übles Zeug. Das wäre zu ein­fach. Vor allem ein­fach in Bausch und Bogen zu ver­dammen. Doch in Wirk­lichkeit ver­steckt sich unter dur­chaus sin­nvollen Aus­sagen in hoher Fre­quenz jede Menge ide­ol­o­gis­che Agen­da, die an den typ­is­chen Klin­gel­worten zu erken­nen ist. Zur Ein­stim­mung hier meine lieb­sten Sprach­perlen aus dem Pro­pa­gan­da-Labor der Stiftung, die man nicht alle Tage hört und sämtlich in der Broschüre zu find­en sind:

  • intergeschlechtliche Kinder
  • vielfalts­feindliche Ein­stel­lun­gen und Handlungen
  • demokratis­ch­er Erziehungsauftrag
  • Vielfalt­späd­a­gogik
  • inter- und trans­geschlechtliche Kinder empowern
  • Demokratiepäd­a­gogik
  • Migra­tionspäd­a­gogik
  • Demokratie ist […] Lebensform
  • Spielzeug-Pos­i­tivliste

Das ist Neusprech vom Aller­fe­in­sten. Und Neu­denk ist es oben­drauf. Was die Deutsche Umwelthil­fe im Kampf gegen den „alten Feind“ Indus­trie leis­tet, dass will die Amadeu-Anto­nio-Stiftung in den Sozial­wis­senschaften erre­ichen: Mit regierungsamtlichem Segen und steuergeldlichem Regen alles auf Links drehen und gleichschalten.

Die „Fall­beispiele“, anhand der­er die päd­a­gogisch kor­rek­ten Antworten auf „vielfalts­feindliche Ein­stel­lun­gen oder Hand­lun­gen“ illus­tri­ert wer­den, scheinen auch eher einem Panop­tikum der Durchgek­nall­ten und Bek­loppten zu entstam­men, als dass sie Kon­takt zur Real­ität hät­ten. Man muss die Wirk­lichkeit schon übel zuricht­en, um daraus einen ide­ol­o­gis­chen Auf­trag zu zim­mern. Etwa dieses hier:

„In ein­er Kindertagesstätte fällt ein Kind dadurch auf, dass es Hak­enkreuze und Runen zeich­net und dies auf Nach­frage recht­fer­tigt (»Das gibt es bei uns zu Hause. Meine Eltern find­en das gut.« »Meine Mama sagt, das Kreuz ist etwas Gutes!«). Gle­ichzeit­ig ver­weigert es, mit Kindern zu spie­len, die eine dun­klere Haut­farbe oder eine Beein­träch­ti­gung haben. Zudem spielt es sehr gern Krieg und ist gegenüber anderen Kindern aggres­siv und gewalttätig.“

Über­all Hak­enkreuze malen, aggres­siv auftreten und gern Krieg spie­len – was wie eine Stel­lenbeschrei­bung für die Antifa klingt, ist die selt­same Vorstel­lung der Kahane-Stiftung von Recht­sex­trem­is­ten. Es mag solche Leute geben, für die braucht es aber sich­er keine Han­dre­iche in Kitas. Für solche Fälle sollte aber eine Arbeit­san­leitung zum Tüten kleben, Bürsten machen und ver­gle­ich­baren JVA-Beschäf­ti­gun­gen aus­re­ichend sein. Fast so gefährlich wie hak­enkreuz­mal­ende Vier­jährige, die ihre dunkel­häuti­gen Spielka­m­er­aden dis­sen, sind Kinder aus “völkischen Fam­i­lien”, wom­it selb­stre­dend nicht die Ange­höri­gen von Volks­grup­pen wie Kur­den, Kata­la­nen oder Roma gemeint sind. Man erken­nt die gefährlichen daran, dass sie ausse­hen wie Hei­di, Rapun­zel oder Eva Braun und sich bess­er benehmen als Michel aus Lön­neber­ga. Passender kon­stru­iert­er Fall dazu? Bitte sehr:

“In ein­er Kita fall­en zwei Geschwis­ter auf, die beson­ders zurück­hal­tend sind und wenig von zu Hause, z.B. vom Woch­enende, erzählen. So ver­hal­ten sie sich im Mor­genkreis zum Wochen­be­ginn schweigsam und pas­siv. Gle­ichzeit­ig gibt es keine soge­nan­nten Diszi­plin­prob­leme, diese Kinder scheinen beson­ders‚ gut zu spuren. Außer­dem sind tra­di­tionelle Geschlechter­rollen in den Erziehungsstilen erkennbar: Das Mäd­chen trägt Klei­der und Zöpfe, es wird zu Hause zu Haus- und Han­dar­beit­en angeleitet.”

Wenn Kinder beim Tis­chdeck­en helfen und ihr Spielzeug frei­willig aufräu­men, ist das schon verdächtig für die Neo-Päd­a­gogen aus Aufpasshausen.

Die Broschüre lässt den Leser nie im Unklaren, dass man zwar auf die NPD zielt, jedoch die AfD tre­f­fen möchte. In den Beschrei­bun­gen ist sie immer mit gemeint, aber aus juris­tis­chen Grün­den nicht immer mit genan­nt. Qual­i­ta­tiv gibt es da aber keinen Unter­schied, der Kampf soll an vie­len Fron­ten geführt wer­den. Auch das oft gehörte Argu­ment “demokratis­che Wahl” lässt man im Fall AfD nicht gel­ten. “Nicht an mein­er Kita! Nicht während mein­er Wache! FCK AFD!” Und um Druck auf „solche Leute“ aufzubauen, ist Denun­zi­a­tion ein bewährtes Mit­tel. Obwohl, Denun­zi­a­tion ist so ein hässlich­es Wort! Sagen wir doch lieber: Trans­parenz und Offen­heit, das klingt progressiver.

„Im Sinne von Trans­parenz und Offen­heit emp­fiehlt es sich, die gesamte Eltern­schaft über den Fall zu informieren sowie generell über Erschei­n­ungs­for­men von Recht­sex­trem­is­mus lokal/regional aufzuk­lären. Eltern haben ein Recht darauf, zu wis­sen, wer sich recht­sex­trem engagiert und in welchen Eltern­häusern ihre eige­nen Kinder ggf. zu Gast sind. Nicht zulet­zt kann dies wichtig sein, um zu the­ma­tisieren, wer sich zur Wahl in den Eltern­rat auf­stellen lässt. Eine klare Posi­tion gegen rechts seit­ens der Ein­rich­tung kann andere Eltern ermuti­gen, sich dage­gen zu stellen. Ein Ver­schweigen des Prob­lems aus Angst und Unsicher­heit ist zu kri­tisieren und nicht hilfreich.“

Pro­pa­gan­dakrieg an der Kita-Front. Wer da nicht hil­fre­ich ist, ist ein Vaterlandsve…nee, falsch. Ein Ver­räter sein­er sozialen Klas…Mist, auch nicht! Egal…! Nicht hil­fre­ich zu sein, wäre jeden­falls ein Alb­traum! Wir erin­nern uns noch leb­haft, wie Thi­lo Sar­razins Buchverkäufe darunter lit­ten, als die Lit­er­aturkri­tik­erin Angela Merkel sein Buch „Deutsch­land schafft sich ab“ als „nicht hil­fre­ich“ brand­mark­te, ohne es gele­sen haben zu müssen. So muss das laufen! Und wenn die Kahane-Stiftung schon mal dabei ist, hil­fre­ich von nicht hil­fre­ich zu schei­den, kann sie auch gle­ich noch ein paar „Befürch­tun­gen“ zerstreuen.

„In der Prax­is kommt es häu­fig vor, dass Eltern Befürch­tun­gen darüber äußern, dass ihre Kinder weniger Bil­dung erfahren, wenn die Anzahl der Kinder mit Migra­tionsh­in­ter­grund steigt (aber zum Beispiel auch solche der sog. »Unter­schicht«). Aus der Forschung und Erken­nt­nis­sen der Migra­tionspäd­a­gogik wis­sen wir: Diese Sor­gen sind unbe­grün­det. […] Vielmehr ist eine Vielzahl von Erfahrung­sh­in­ter­grün­den und Zuge­hörigkeit­en von Kindern in ein­er päd­a­gogis­chen Ein­rich­tung ein Garant dafür, dass vielfältige Lern­möglichkeit­en für alle gegeben sind.“

Andere Erfahrung­sh­in­ter­gründe kön­nen so nüt­zlich sein für das spätere Leben! Wer prof­i­tierte nicht davon, schon als klein­er Wicht zu erfahren, wie man ein Lamm zum Opfer­fest schlachtet oder man die Schlampe von Schwest­er zurechtweist, wenn sie kein Kopf­tuch tra­gen will? Doch Spaß bei­seite, so unbe­grün­det sind die Sor­gen ja in Wirk­lichkeit nicht, zumin­d­est dann, wenn man sich nicht nur auf die Erken­nt­nisse der Migra­tionspäd­a­gogik ver­lassen möchte. Da sind zunächst mal die Eltern, die mit den Füßen abstim­men und ihre Kinder gezielt aus­gerech­net in jene Ein­rich­tun­gen brin­gen, wo der­lei „Befürch­tun­gen“ gar nicht erst aufkom­men. Immer wieder gibt es vernehm­liche Hil­fer­ufe von Päd­a­gogen, an deren Schulen das Zahlen­ver­hält­nis gekippt ist und diese Ego­is­t­en von Eltern ihre Sprösslin­gen nicht aus Sol­i­dar­ität zum Auf­füllen der schwind­süchti­gen Kartof­felbestände an den Bren­npunk­tschulen (den Begriff habe ich nicht erfun­den) zur Ver­fü­gung stellen wollen! Vielle­icht kön­nte die Migra­tionspäd­a­gogik bei der Kartof­fel-Erziehung helfen?

Und solche Zustände sind an Kitas undenkbar? Sorge unbe­grün­det? Wo ist eigentlich der Schal­ter, den man umle­gen muss, damit eine Mut­ter aufhört, sich um ihre Kinder zu sor­gen? Fra­gen über Fragen.

Soziale Experimente am “offenen Kind”

Zur Grup­pen­dy­namik bei Kindern und Jugendlichen gibt es übri­gens eine viel­beachtete Langzeit­studie, die klar dar­legte, in welche Rich­tung sich eine Gruppe entwick­elt und was soziale Exper­i­mente wert sind, die zwar gutes bezweck­en, aber stets schreck­liche Neben­wirkun­gen haben. Es han­delt sich um die „Cam­bridge Somerville Youth Study”, eine amerikanis­che krim­i­nol­o­gis­che Studie aus dem Jahr 1939, die bis 1981 weit­er­ver­fol­gt wurde. Es ging um den Effekt der “frühzeit­i­gen Bee­in­flus­sung” ungün­stiger Entwick­lun­gen von krim­inell auf­fäl­li­gen Kindern, deren Eltern man zu diesem Zweck mit aller­lei Wohltat­en der päd­a­gogisch wertvollen Art bedachte. För­der­mit­tel, Hil­festel­lung, Kurse, Betreuer, die Kinder wur­den bespaßt und in Feri­en­camps beschäftigt, mit Erfol­gser­leb­nis­sen ver­wöh­nt und vieles mehr. Also in etwa jenes Paradies der Mit­tel, Chan­cen und Möglichkeit­en, dass sich staatlich bestallte deutsche Inte­gra­tions­forsch­er heute im Zuge der Migra­tionswelle der let­zten Jahre erträumten. Immer wenn wird im Zusam­men­hang mit Migra­tion und Inte­gra­tion die Phrase “Geld in die Hand nehmen” hören, haben wir es mit solchen Leuten zu tun. Lei­der schnitt die Kon­troll­gruppe in der Studie, die all dies nicht hat­te, deut­lich bess­er ab, als die vol­lzeit­gepam­perten Rack­er, an denen sich die Sozi­olo­gen mit ihren wun­der­wirk­samen Konzepten austobten.

Man hat­te schlicht überse­hen, dass die gegen­seit­ige Bee­in­flus­sung der Kinder untere­inan­der – sie waren ja gemein­sam in Ferien­lagern und bei anderen Freizeitak­tiv­itäten – viel stärk­eren Ein­fluss hat­ten, als all die Betreu­ung und das päd­a­gogis­che Konzept der Wis­senschaftler. Kinder ler­nen eben Ver­hal­tensweisen inner­halb ihrer Peer-Group und zeigen in dieser Weise ein ger­adezu archais­ches Demokratiev­er­ständ­nis: Die Mehrheit sagt, wo’s lang geht, der stärk­ste führt – auch dann, wenn er der krim­inell­ste ist. Vor­bild­wirkung ist eine Illu­sion, wenn man davon aus­ge­ht, nur gute Vor­bilder seien auch die Vor­bilder, denen Kinder nach­streben. Ihr soziale Urteilsver­mö­gen ist schlicht noch nicht aus­ge­bildet und deshalb fällen Kinder ihre Urteile nach anderen Kri­te­rien. Offen­bar kon­nten dies im Exper­i­ment nicht ein­mal Sozi­olo­gen, Krim­i­nolo­gen und Psy­cholo­gen vorherse­hen. Gut, dass wir heute die Amadeu-Anto­nio-Stiftung haben, wo so viele kluge Leute arbeiten!

Der bes­tim­mende Aspekt der Som­merville-Studie war das voraus­ge­gan­gene krim­inelle Ver­hal­ten bei­der Grup­pen und dies erwies sich als bes­tim­mendes Merk­mal für die Ver­hal­tensaus­rich­tung jen­er Gruppe, die man aus­gewählt, zusam­men­gelegt und gefördert hat­te. Ähn­liche, wenn auch nicht diesel­ben ver­heerende Neg­a­tiv-Effek­te, kon­nten wir dieser Tage in Deutsch­land sehen, als es um das Scheit­ern der inte­gra­tiv­en Schul­form ging sowie wenn Erk­lärun­gen dafür gesucht wer­den, warum das Leis­tungsniveau an vie­len Schulen in Deutsch­land so rapi­de sinkt. Das fällt nur deshalb noch nicht allen auf, weil die Maßstäbe zur Beurteilung der Leis­tun­gen gle­ichzeit­ig immer weit­er abge­senkt wur­den. Um diese sta­tis­tis­chen Zusam­men­hänge klar und unaufgeregt dargelegt zu sehen, empfehle ich ein weit­eres nicht hil­fre­ich­es Buch von Thi­lo Sar­razin: “Der neue Tugendterror”.

Um die neg­a­tive Effek­te stüm­per­hafter sozialer Feld­ver­suche nicht so deut­lich wer­den zu lassen, soviel hat­te man aus der Som­merville-Studie gel­ernt, begleit­et man sie heute vor­sicht­shal­ber nicht mehr mit Langzeit-Stu­di­en. Stattdessen füt­tert man die Betrof­fe­nen Ver­such­skan­inchen mit schlauem, pseudowis­senschaftlichen Geschwafel. Deshalb ist auch die näch­ste Behaup­tung der Broschüre nichts als ide­ol­o­gis­ches Wun­schdenken, denn es kön­nte genau­so gut alles völ­lig anders sein, nie­mand weiß es:

„Der Über­gang Kita-Schule in mul­ti­eth­nis­chen Grup­penkon­tex­ten kann dur­chaus sehr erfol­gre­ich ver­laufen. Voraus­set­zung hier­für ist ein adäquater Per­son­alschlüs­sel, entsprechende Qual­i­fika­tio­nen und aus­re­ichende struk­turelle Ressourcen.“

Klar, dur­chaus, möglicher­weise, wenn mit Geld und Per­son­al alles zugek­leis­tert wer­den kann, dann muss sich ja Erfolg ein­stellen! Lei­der stimmt auch dies nicht, wie die Som­merville-Studie gezeigt hat. Vielle­icht sollte man der Grund­schule Köll­nis­che Hei­de ver­rat­en, wie das so geht mit dem „adäquat­en Per­son­alschlüs­sel“, wenn nur noch vere­inzelt deutschsprachige Kinder in den Klassen sind. Darüber, wer sich in diesem Fall an wen anpasst, dürfte kein Dis­sens beste­hen. Aber man kann die Eltern ja noch mit klu­gen Sprüchen abspeisen:

„In der konkreten Sit­u­a­tion auf dem Eltern­abend lassen sich diese Erken­nt­nisse aus der Wis­senschaft leicht ver­ständlich einbringen.“

Aber nur nicht zu konkret wer­den und keine Ein­wände zulassen. Die Eltern müssen nicht wis­sen, dass ein großer Teil der Psy­cholo­gen und Päd­a­gogen das gän­zlich anders sieht. Erzähl ihnen was von Wis­senschaft und sie hal­ten die Klappe.

Kita-Pädagogik und Sexualerziehung

Ein weit­er­er wichtiger Punkt der Broschüre wid­met sich dem The­men­schw­er­punkt Sex­u­alerziehung, Gen­der und der entsprechen­den Sprach­hy­giene. Es wird ein Fall kon­stru­iert, in dem sich ein Junge von anderen Kindern die Fin­gernägel lack­ieren lässt, worauf die wüten­den Eltern in der Kita vorstel­lig wer­den, um sich dies zu ver­bit­ten. Es gibt eben Eltern und kon­stru­ierte Kon­flik­t­fälle, die sind so schräg, dass man nur in der Kahane-Stiftung erfind­en kann.

„In der beschriebe­nen Sit­u­a­tion in der Kita geht es um alters­gerechte päd­a­gogis­che Ange­bote, die es Kindern ermöglichen, sich in unter­schiedlichen Rollen und Insze­nierun­gen auszupro­bieren. Dies ist Teil der kindlichen Entwick­lung. Die Annahme, Jun­gen wür­den sich nicht die Fin­gernägel lack­ieren, ver­weist auf geschlechtsspez­i­fis­che, gesellschaftliche Zuschrei­bun­gen. […] So find­en sich beispiel­sweise sex­is­tis­che Aus­sagen, stereo­type Geschlechter­vorstel­lun­gen (binäre und tra­di­tionelle Vorstel­lun­gen vom Junge- und Mäd­chen-Sein, Männlichkeit und Weib­lichkeit) in vie­len Milieus. Sie sind insofern anschlussfähig bzw. haben sie eine Brück­en­funk­tion an recht­sex­treme Ideologie.“

OK, geschenkt. Solche Dinge sind in der Tat harm­los und Bestandteil kindlichen Spiels, vergessen wir mal den ganzen ide­ol­o­gisch oben drauf geschraubten Käse von der „binären tra­di­tionellen Vorstel­lung“, der uns hier erzählt wird. Allerd­ings blendet man hier gän­zlich aus, dass in diesem Fall auch mehr als nur eine „Brück­en­funk­tion“ zu patri­ar­chalen islamis­chen Fam­i­lien­struk­turen beste­ht. Wenn das Prin­zlein von Sohn plöt­zlich mit Pup­pen spielt und die Nägel lack­iert bekommt, sind es nicht zuerst Recht­sex­treme, die wütend in den Hadithen nach­schla­gen und auch beim Kita-Per­son­al gern Nach­schlag geben wür­den. Anleitung, wie mit solchen Eltern umzuge­hen ist, find­en sich in der Broschüre selt­samer­weise nicht. Das wäre wohl kul­turell unsen­si­bel. Aber Islamis­ten und Salafis­ten sind ja auch nicht rechts, wie kon­nte ich das nur vergessen!

Ein Down­load-Link der Broschüre führt zu ein­er Liste emp­fohlen­er Kinder­büch­er. Zu dieser hätte ich dann aber schon ein paar Fra­gen. In der Inhalt­sangabe zu „I am Jazz“ (Altersempfehlung ab 4 Jahre) ste­ht: Seit sie zwei Jahre alt ist, weiß Jazz, dass sie ein Mäd­chen in einem Jun­genkör­p­er ist.“ Ich kann mich irren, denn ich bin kein Kinderpsy­chologe und meine päd­a­gogis­che Qual­i­fika­tion bezieht sich nur auf Jugendliche und Erwach­sene, aber ich halte diese Aus­sage im Kinder­buch für…sagen wir angreif­bar: Sie (also der zwei­jährige Junge Jazz, Anm. d. A.) liebt Rosa, verklei­det sich gern als Meer­jungfrau, mag Rad­schla­gen, Fußball und Tram­po­line und empfind­et Jun­gen­klei­dung für sich als unpassend.“ Ger­ade haben wir ja noch fest­gestellt, dass es nichts bedeutet, wenn sich kleine Jungs die Fin­gernägel lack­ieren lassen und nun ist eine Vor­liebe für Rosa, Rad­schla­gen und Tram­po­line ein empirisch­er Beweis dafür, dass ein Zwei­jähriger auch nur die Ahnung ein­er Idee von ein­er Vorstel­lung davon hat, was es heißt, als Mäd­chen in einem Jun­genkör­p­er zu steck­en? Mit zwei Jahren schon? Der Spock in mir, der wie ein Wach­hund zuver­läs­sig Alarm schlägt, wenn jemand unl­o­gis­chen Bull­shit redet, bellte jeden­falls wie ver­rückt, als ich diese Zeilen las.

Urteil: pädagogisch wertlos

Ich ers­pare Ihnen weit­ere Zitate, lesen Sie selb­st. Die Leitidee der ganzen Broschüre, die sich ja an das unter­bezahlte und über­forderte Kita-Per­son­al richtet, lautet in etwa wie fol­gt: der mod­erne Vorschulpäd­a­goge kahanis­ch­er Prä­gung ist ein Rit­ter im Dien­ste der bedin­gungslosen Vielfalt, der sich mit den feindlichen Drachen von Nazi-Eltern herum­schla­gen muss, um die unschuldigen Schäflein, genan­nt Kinder, aus den Fän­gen unfähiger und übelmeinen­der Eltern­häuser zu reißen. Müt­ter und Väter behel­lige man bess­er nicht mit den päd­a­gogis­chen Prinzip­i­en, mit Hil­fe der­er in den Kitas, über denen die Wach-Helikopter der Kahane-Stiftung kreisen, die neuen Kinder der kün­fti­gen Vielfaltswelt geformt oder zurecht­ge­bo­gen wer­den. Eltern, beson­ders „rechte“, sind generell zu beschränkt, die Weisheit­en der Vielfalt­späd­a­gogik ver­ste­hen zu kön­nen. Auch gilt es, den staats­bürg­erkundlichen Erziehungsvere­in namens Kita freizuhal­ten von „Kolleg*innen“, bei denen der Ver­dacht auf „Feind­schaft gegenüber Geflüchteten“ beste­ht. Das geht bis zur Denun­zi­a­tion (neusprech: „Arbeit­ge­ber informieren“).

Eine schöne neue Welt, in der die Kinder im staatlichen Auf­trag ide­ol­o­gisiert und instru­men­tal­isiert wer­den, um eines Tages als frühver­wirrte, gen­der­flu­ide, tra­di­tion­sen­twurzelte Gle­ich­stel­lungs­beauf­tragte im lokalen Moscheev­ere­in der evan­ge­lis­chen Kirche „Herz Issa“ gesellschaftlich wertvolle Arbeit zu leisten.

Ach, ehe ich’s vergesse: falls Sie sich fra­gen, wer die aufwändi­ge Broschüre der AAS finanziert hat…Sie waren das! Ihre Steuergelder flossen über den Umweg des Fam­i­lien­min­is­teri­ums und der von ihm finanzierten Aktion “Demokratie leben” in dieses Pro­jekt. Ich wun­dere mich schon, wofür Sie manch­mal Ihr sauer ver­di­entes Geld aus­geben. Aber das ist ja Ihre Sache…

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9 Kommentare

  1. Der Kreis schließt sich.
    Erst kam die Anti­au­toritäre Erziehung als Heilsver­spechen. Auf­brechen der bürg­er­lichen Erziehung durch Anar­chie und ja keine Päd­a­gogig. Wer kann sich noch an die Päderas­ten­frak­tion der Grü­nen erin­nern? Dann kam die Früh­sex­u­al­lisierung und Fem­i­nisierung. So sturm­reif geschossen, kommt jet­zt die volle ide­ol­o­gisch sozial­is­tis­che Indok­trien­ation der wehrlosen Kleinen. Es liegt in den Hän­den der Eltern und Großel­tern sich in den Kitas für die Demokr­tie einzuset­zen und auch auf dem Wahlzettel zu reagieren.
    Die Elite hat ja das Prob­lem nicht. Selb­st stramme Sozial­istin­nen schick­en ihre Kinder in pri­vat Schulen oder Internate.

  2. Ich habe mir die Broschüre angeschaut, die im Netz zu lesen ist, müsste aber nach weni­gen Seit­en erst­mal pausieren, weil mich das Aus­maß an ide­ol­o­gisiert­er Sprache schi­er erschlug. Ganz klar: hier wer­den recht­sex­trem, recht­sradikal, recht­spop­ulis­tisch und rechts als Syn­onyme behan­delt, und dies erfüllt m. E. den Tatbe­stand der Dem­a­gogie — heute sagt man Het­ze. Es ist regel­recht schlimm, dass dafuer im Namen von Demokratiefo­erderung Steuergelder aus­gegeben werden.

  3. Also, mal ganz ehrlich: Mir spukt schon seit ein­er ganzen Weile der Gedanke im Kopf rum, dass eine zügige Islamisierung eine gute Sache wäre. Wenn ich bedenke, dass ich keinen einzi­gen Musel kenne, bei dem die Gehirn­wäsche im Kinde­salter geklappt hat, kann ich mich nicht des Ein­drucks erwehren, dass die Musel etwas richtig machen, und man von ihnen ler­nen sollte. Die finanzieren solche Broschüren auch nicht mit.

  4. Beson­ders der let­zte Satz: “Ich wun­dere mich schon, wofür Sie manch­mal Ihr sauer ver­di­entes Geld aus­geben. Aber das ist ja Ihre Sache…”, gefällt mir sehr ‚sehr gut und ist ein würdi­ges Ende ein­er aufk­lären­den Zusammenfassung.

  5. Bere­its seit einiger Zeit ist ein „Out­sourc­ing“ der Repres­sion gegenüber vom soziokul­turellen Main­stream abwe­ichende Struk­turen und Auf­fas­sun­gen auf pri­vate Stiftun­gen zu beobacht­en. So etwa das Aus­forschen main­stream-dis­si­den­ter Beiträge im Inter­net durch die der Partei Bünd­nis 90/Die Grü­nen nah­este­hende Hein­rich-Böll-Stiftung ( http://www.agentin.org/index.php/Hauptseite, inzwis­chen gelöscht) oder die linksori­en­tierte Anto­nio-Amadeo-Stiftung (http://www.belltower.news/) sammel(te)n gezielt Dat­en über katholis­che Grup­pen und Einzelpersonen:
    „Alle Organ­i­sa­tio­nen und Per­so­n­en wer­den zunächst mit einem Satz kat­e­gorisiert, z.B. als (…) ultra­katholisch (…). Mit diesen Kat­e­gorisierun­gen sind jew­eils Artikel ver­linkt, die diese Begriffe näher erk­lären. Darüber hin­aus wird dargestellt, mit welchen antifem­i­nis­tis­chen Aktiv­itäten oder Posi­tio­nen die jew­eili­gen Per­so­n­en oder Organ­i­sa­tio­nen in Erschei­n­ung getreten sind. Dazu kom­men Hin­weise auf Ver­net­zun­gen mit anderen Organ­i­sa­tio­nen und Per­so­n­en. Zu allen Infor­ma­tio­nen sind Quellen und Nach­weise hin­ter­legt. Hin­weise auf weit­er­führende Infor­ma­tio­nen und Lit­er­atur run­den die Ein­träge ab.“ (http://www.gwi-boell.de/de/2017/07/17/agentin-antifeminismus-kritisches-online-lexikon)
    Beze­ich­nen­der­weise wird das Por­tal nun­mehr ohne die Böll-Stiftung fort­ge­führt, um das „Pro­jekt nicht mehr mit den Grü­nen oder ein­er möglichen Regierung in Verbindung“ (https://jungefreiheit.de/kultur/gesellschaft/2017/linker-soziologe-will-anti-gender-pranger-fortfuehren/) brin­gen zu können…

  6. Öhhhm, wir finanzieren diese “wis­senschaftliche” Lek­türe indi­rekt über das BMFam? Nicht frei­willig! Wie kann ich das Geld zurückfordern?

      • hm… ein Kun­st­pro­jekt? Intenet­seite soko-familie.de? Organ­i­gramm des Min­is­teri­ums, Name und Bild der Beamten dort mit hin­ter­legt: “diese Per­son ist ver­ant­wortlich dafür, dass ihr Kind solcher­art im Kinder­garten drangsaliert wird”?
        Mal sehen, was dann die Per­son­alvertre­tung dazu sagt. Dass zieht dann Kreise, wahrschein­lich große.

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