Klimarettung als Staatsaufgabe, Schüler als Cheerleader der Macht

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Was genau beklatschte Prä­si­dent Stein­meier eigent­lich, als er in Berlin in den Flieger stieg, nach Neu­müns­ter jettete, nur um dort die Frei­tags­schul­schwän­zer unter schwe­di­scher Flagge zu besu­chen? Und was genau findet die Kanz­le­rin gut, wenn sie die Jugend­li­chen für ihr Enga­ge­ment lobt? Ganz einfach: die Jugend­li­chen pro­tes­tie­ren ja nicht gegen die aktu­elle Politik, sie feuern sie wie Cheer­lea­der vom Spiel­feld­rand an! Demons­tra­tio­nen gegen die Politik unserer Regie­rung treffen nicht auf derart viel Wohl­wol­len. Das fast ein­hel­lige Poli­ti­ker­lob für „Fridays for Future” steht in starkem Kon­trast zu den spöt­ti­schen Bemer­kun­gen der Kri­ti­ker, deren prak­ti­sche Ver­nunft vor den Folgen des Schule Schwän­zens warnt und die nega­ti­ven Effekte höher gewich­tet als den prak­ti­schen Nutzen der Demons­tra­tio­nen. Die aner­zo­gene deut­sche Sen­si­bi­li­tät in Bezug auf den Umwelt­schutz – einer der wenigen begrü­ßens­wer­ten Folgen grüner Politik längst ver­gan­ge­ner Zeiten – erkennt die Brüche im Handeln der Kli­ma­ret­ter von heute sehr klar. Denn unter­stel­len wir für einen Moment, dass Kli­ma­schutz als ins Gigan­to­ma­ni­sche über­stei­ger­ter Umwelt­schutz tat­säch­lich machbar wäre, dann sind doch letzt­lich fast alle in diesem Sinne getrof­fe­nen Maß­nah­men aus der Werk­zeug­kiste der alten, grünen Umwelt­schüt­zer ent­lehnt: Kon­sum­ver­zicht, Indus­trie­um­bau, Verbote, Grenz­werte, Strafen. Kon­sum­ver­zicht jedoch ist, wie der Name schon verrät, eine indi­vi­du­elle Ent­schei­dung, die keiner staat­li­chen Regu­la­rien bedarf. Zur Diät bei Flug­rei­sen, Kla­mot­ten, Kom­mu­ni­ka­ti­ons­tech­nik und anderen lieb­ge­won­ne­nen und selbst­ver­ständ­li­chen Kom­mo­di­tä­ten mit großer CO2-Affi­ni­tät ist jedoch (außer der hei­li­gen Greta) offen­bar niemand bereit, auch die Frei­tags demons­trie­ren­den Schüler nicht. weiter lesen

Ich weiß, was du letzten Samstag getan hast!

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Mat­thias Matus­sek feierte seinen 65. Geburts­tag und Jan Böh­mer­mann würde vom Chef des zur Party ein­ge­la­de­nen Spiegel-Autors Jan Fleisch­hauer gern wissen, ob dieser ahne, was sein Kolum­nist in seiner Frei­zeit so treibe. Gab es eine Erlaub­nis? Wurde die Fuß­kette gelo­ckert? Nicht doch! Spiegel-Autoren dürfen in ihrer Frei­zeit tun und lassen, was sie wollen – solange sie von dieser Frei­heit keinen fal­schen Gebrauch machen! Findet Jus­ti­ziar und Geheim­agent Böh­mer­mann. Zum Plazet dieser uner­laub­ten Fra­ter­ni­sie­rung mochte der Spiegel sich aber nicht durch­rin­gen, viel­leicht sucht ja die Rechts­ab­tei­lung noch nach einem Passus in den Ver­trä­gen, der das Abhören von Feind­sen­dern unter Hoch­ver­rat stellt. Nur pau­schale Distanz gab es reich­lich und auf Bestel­lung. Dass Matus­sek selbst mal beim Spiegel schrieb und Res­sort­chef war, bedeu­tet nämlich noch lange nicht, dass er nach seinem Weggang dort noch Freunde haben darf! weiter lesen

Die Flugbereitschaft hebt doppelt ab

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Ein dreifaches "Hoch" auf die Redundanz!Red­un­danz ist die tech­nik­ge­wor­dene Ver­nunft und Aner­kennt­nis der Fehl­bar­keit aller tech­ni­schen Systeme. Das Wissen, dass es keine feh­ler­freien und absolut zuver­läs­si­gen Systeme gibt, führte im Inge­nieur­we­sen zu der Erkennt­nis, dass man die Zuver­läs­sig­keit von Sys­te­men ver­bes­sern kann, wenn man Red­un­dan­zen einbaut. Ein drei­fa­ches „Hoch“ auf die Red­un­danz! Drei­fach, damit noch was oben ankommt, wenn zwei „Hoch’s“ kaputt gehen. Red­un­danz ist was Feines, das wissen Inge­nieure nicht erst, seit sie Flug­zeuge bauen – dort ist das Prinzip „Sicher­heit“ nur auf die Spitze getrie­ben. Alle wich­ti­gen tech­ni­schen Systeme sind doppelt und drei­fach vor­han­den. Das hilft natür­lich nur, wenn das Gesamt­sys­tem durch Inkom­pe­tenz, Schlam­pe­rei und Poli­tik­ver­sa­gen nicht schon so feh­ler­an­fäl­lig ist, dass auch drei­fa­che Sicher­heits­netze nicht mehr wirken. So ist es leider um die Maschi­nen der deut­schen Flug­be­reit­schaft bestellt, die in der Ver­ant­wor­tung der Bun­des­wehr und damit in den Händen der besten Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rin liegen, die wir je hatten. Nun soll also für Kanz­le­rin und Prä­si­dent eine zweite Maschine leer mit­flie­gen und falls eine wie üblich den Geist aufgibt, wech­selt man einfach das Flug­zeug. Nicht ver­mel­det wurde, ob der Wechsel gleich in der Luft erfol­gen soll. So albern und zu berech­tig­tem Spott ein­la­dend diese Meldung auch sein mag, ver­bin­det sich für mich damit eine leise Hoff­nung auf Rest­ver­nunft in der Politik – und sei es auch nur zum Zweck der Selbst­er­hal­tung. weiter lesen

Sailing for a smile

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Als Andy und Joanna in der Schweiz ihre Jobs an den Nagel hängten, sich einen 50 Jahre alten eng­li­schen Kata­ma­ran kauften, ihn „Bamba Maru“ nannten um sich darauf um die Welt treiben zu lassen, hatten sie noch keine Ahnung, was sie in der Karibik erwar­ten würde. Wir erin­nern uns: 2017 rich­tete der Hur­ri­kan „Maria“ beträcht­li­che Schäden an, ganz beson­ders auf Domi­nica. Ein Land, das ohnehin nicht gerade für seine Pro­spe­ri­tät bekannt ist. Auch für Haiti kam nach dem ver­hee­ren­den Erd­be­ben 2010 und dem Hur­ri­cane „Matthew“ 2016 schon der nächste Nacken­schlag. weiter lesen

Süßkartoffeln und die Hoffnung der Demokraten

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Alexandria Ocasio-Cortez Alex­an­dria Ocasio-Cortez heißt die tele­gene Groß­hoff­nung der Demo­kra­ti­schen Partei der USA, einer Partei, in der es im Moment an geeig­ne­ten Per­sön­lich­kei­ten einen erschre­cken­den Mangel gibt. Schlitz­ohr Joe Biden läuft sich für 2020 warm, hoffend, dass seine bio­gra­fi­schen Lügen bis dahin ver­ges­sen wurden, ebenso die 2%-ige Che­ro­kee-India­ne­rin Eliza­beth Warren, die ein ebenso eigen­wil­li­ges Ver­hält­nis zur Wahr­heit hat. Der Erz-Sozia­list Bernie Sanders will’s auch noch mal wissen, ebenso höchst­wahr­schein­lich die unver­meid­li­che und unver­bes­ser­li­che Hillary Clinton – alles in allem bisher ein Cast, wie ihn sich Trump für ein „The Appren­tice – DC” zusam­men­stel­len würde, um den aus­ge­lob­ten Job selbst zu behal­ten. Medial jedoch werden alle Kan­di­da­ten derzeit von Alex­an­dria Ocasio-Cortez in den Schat­ten gestellt, obwohl diese auf­grund ihres jugend­li­chen Alters 2020 als Kan­di­da­tin für das Prä­si­den­ten­amt noch gar nicht in Frage kommt. AOC, ihr inof­fi­zi­el­les Namens­kür­zel, hat den Begriff, der sich für mich mit dieser Abkür­zung ver­bin­det – das fran­zö­si­sche Schutz­sie­gel „Appel­la­tion d’Origine Con­trô­lée“ – bei Google bereits hinter sich gelas­sen. weiter lesen

Zurückgehen, wo sie herkommen

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Beim Neu­jahrs­emp­fang der AfD in Münster gab es die ritu­elle Gegen­demo vor den Toren des Rat­hau­ses. Es fielen dabei unter anderem Bemer­kun­gen wie: “Ich habe nichts gegen Aus­län­der, aber…” und „…sollen dorthin zurück­ge­hen, wo sie her­kom­men“.

Nicht von den AfD-Mit­glie­dern, sondern von einer Gegen­de­mons­tran­tin, fest­ge­hal­ten auf Video. Die sehr enga­giert ins Mikro­fon schrei­ende Frau sprach nämlich über einen Arbeits­kol­le­gen, der aus Kasach­stan stamme und AfD wähle. Deshalb würde sie ihn gern in Mit­tel­asien ent­sor­gen. weiter lesen

Ökostrom verbrauchen oder sparen – ja was denn nun?

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Für alle Strom­kun­den, die nicht wissen, ob sich nach der nächs­ten Preis­er­hö­hung die Zähler bei ihnen noch wei­ter­dre­hen werden oder ob sie zu der wach­sen­den Zahl der­je­ni­gen gehören, denen der Ver­sor­ger den Saft abdreht, hat der Spiegel heute eine Ursa­chen­for­schung à la Nahles parat: und zwar gibt es richtig auf die Fresse. Die Ver­brau­cher sind nämlich das Problem, nicht die Strom­kos­ten, die auf­grund zahl­rei­cher staat­li­cher Ein­griffe infolge des EEG immer weiter steigen. „Ver­brau­cher ver­schwen­den neun Mil­li­ar­den Euro pro Jahr“ ohr­feigt der Spiegel und der so erschreckte Strom­ver­schwen­der möchte am liebs­ten sofort seinen Toaster dimmen. „Private Haus­halte ver­geu­den laut einer Erhe­bung der Bun­des­re­gie­rung mas­sen­haft Strom und zahlen jähr­lich Mil­li­ar­den drauf“ – aber nicht etwa auf­grund der Sub­ven­ti­ons­mil­li­ar­den, die die Ver­brau­cher zahlen, sondern weil sie Energie ver­schwen­den, indem sie etwa nicht die neu­es­ten Geräte ein­set­zen, sich die Hände mit warmem Wasser waschen, Geräte im Stand-by-Modus laufen lassen oder den Back­ofen wie vom Rezept gefor­dert vor­hei­zen. All diese kleinen All­tags­hacks hat der Autor Stefan Schultz bereits 2015 in einem „großen Strom­spar-Spiel“ zusam­men­ge­fasst, welches er für seinen aktu­el­len Artikel nochmal aus der Mot­ten­kiste infan­ti­ler Bürger-Erzie­hung holt. weiter lesen

Der Klima-Alarmismus als Spielart des Kulturpessimismus

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Greta Thun­berg hat wieder zuge­schla­gen, diesmal bei ihrer Rede auf der Zukunfts­kon­fe­renz in Brüssel. Wieder einmal zeigt sich, dass die Welt neben den Indif­fe­ren­ten, denen es völlig egal ist, was poli­ti­sierte Teen­ager von sich geben, in drei Gruppen ein­ge­teilt ist. Da sind die Bewun­de­rer, nicht nur die gleich­alt­ri­gen Mit-Schul­schwän­zer, die ihre Hoff­nun­gen auf Greta pro­ji­zie­ren. Dann natür­lich die Spötter, die das alles für einen Mar­ke­ting-Gag halten und dem lauten aber ober­fläch­li­chen Akti­vis­mus einen Vogel zeigen und dann noch die Mit­füh­len­den, die die Ein­di­men­sio­na­li­tät von Gretas Agenda und ihre Instru­men­ta­li­sie­rung unter dem Aspekt des Kin­der­schut­zes bekla­gen. Ich selbst bin schon auf die reli­giöse Kom­po­nente in Greta Thun­bergs Bewe­gung und die Selbst­er­mäch­ti­gung ein­ge­gan­gen, die ent­fernt an Jeanne d’Arcs erin­nert. Doch rich­tete sich deren Wirken auf die Restau­ra­tion eines Herr­scher­tums, während Greta heutige Herr­schafts­struk­tu­ren in Toto abwatscht und mit ihren For­de­run­gen nach schlag­ar­ti­ger voll­stän­di­ger Decar­bo­ni­sie­rung keine restau­ra­tive, sondern in der Kon­se­quenz eine kul­tur­pes­si­mis­ti­sche Grund­hal­tung zeigt: Alles ist schlecht, alles muss enden. Die Abgründe, in die solches Denken führen kann, kamen mir schlag­ar­tig bekannt vor, als ich bei der Rede in Brüssel sah, was für einen auf­merk­sa­men Zuhörer Greta in dem hinter ihr sit­zen­den Jean Claude Juncker hatte. Es gibt wohl neben Igno­ran­ten, Jüngern, Spöt­tern und Beschüt­zern Gretas noch eine weitere Gruppe – und der wird langsam Angst und Bange. weiter lesen

Die ARD-Generalsekretärin spricht nicht gern vom Framing

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Es hat eine Weile gedau­ert, bis die ARD geruhte, auf die Empö­rung des framing-gewöhn­ten Publi­kums zu reagie­ren, welches erst nur vom Hören­sa­gen, dann aber durch aus­führ­lich gewür­digte Zitate (etwa hier, hier und hier [Teil 3, wird nach­ge­reicht]) von einer Studie erfuhr, welche die ARD-Geschäfts­füh­rung (damals unter dem Vorsitz von Karola Wille, MDR) bei der Lin­gu­is­tin Dr. Eli­sa­beth Wehling in Auftrag gab. Nun meldete sich am Sonntag, den 17.2.2019 um 14 Uhr die aktu­elle ARD-Gene­ral­se­kre­tä­rin Dr. Susanne Pfab zu Wort, was an sich schon ein unge­wöhn­li­cher Vorgang ist, aber die Dring­lich­keit nahm keine Rück­sicht auf das Wochen­ende. Teil zwei des drei­tei­li­gen Arti­kels in der Welt erschien schließ­lich nur wenige Stunden später, es war also Eile geboten. weiter lesen

Rechenfehler im Speicherwunderland

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Feh­ler­kor­rek­tur und Kor­rek­tur der Kor­rek­tur Ok, das war ein Verstoß gegen meine eigene Regel Nr. 2 (Schreib keinen Scheiß). Die 3.000 MWh Kapa­zi­tät, die ich hier im Artikel anhand eines ver­gleich­ba­ren Spei­cher­kraft­werks in Aus­tra­lien für ein deut­sche Mil­li­ar­den­pro­jekt herbei rech­nete, stimmen so nicht ganz. Die ange­nom­mene Zeit, mit der man den Spei­cher unter 900 MW Vollast betrei­ben könnte, ist aller­dings richtig falsch.

In Aus­tra­lien bekom­men wir (laut SPON, siehe Artikel oben im Link) für 42 Mil­lio­nen Euro 100 MW Leis­tung und 129 MWh Kapa­zi­tät. Für das deut­sche Projekt kennen wir nur Kosten und Leis­tung, die Kapa­zi­tät nicht. Setzen wir voraus, dass die Kosten für Leis­tung oder Kapa­zi­tät jeweils linear steigen – was natür­lich nur eine Annahme ist – bekom­men wir für 1 Mil­li­arde die 23,8-fache Spei­cher­menge wie in Aus­tra­lien, nämlich 3.070 MWh. Diese Menge ist drin im Spei­cher, wenn wir ihn geladen haben. Punkt. Die Leis­tung von 900 MW sagt ja ledig­lich, wie schnell wir den Spei­cher leeren würden. Das geht bei Vollast dann schon in drei­ein­halb Stunden, bei weniger Bedarf ent­spre­chend länger. weiter lesen

Das Netz ist nicht nur der Speicher, der Speicher ist auch das Netz!

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Um zu unter­su­chen, in welchem Zustand die deut­sche Ener­gie­wende und der Netz­aus­bau sind, muss man den Reden ihrer poli­ti­schen Herolde lau­schen. Anna­lena Baer­bocks Aus­spruch im Inter­view mit dem DLF, als sie das Netz zum Spei­cher erklärte und behaup­tete, „das ist alles aus­ge­rech­net“, war bislang nur die ver­rück­teste Äuße­rung. Damit schaffte sie es kurz­fris­tig, an Jürgen Trit­tins Aussage vor­bei­zu­zie­hen, der einst behaup­tete, die Ener­gie­wende werde den Bürger monat­lich nicht mehr kosten als eine Kugel Eis. Mitt­ler­weile wissen wir, dass der Preis für das Eis immer heißer wird und Baer­bocks nach­ge­scho­bene Begrün­dung, mit „das Netz“ sei das Stadt­gas­netz gemeint, weit weniger lus­ti­gere Effekte als Knall­gas-Expe­ri­mente im Chemie-Unter­richt zur Folge hätte. Doch nun folgt die nächste Volte, indem man einen Strom­spei­cher mal eben zum Netz-Ersatz erklärt. Das glauben Sie nicht? Dann lesen Sie mal hier bei Spiegel-Online nach! weiter lesen

Ute, Malte, Klaus, Luise: Mangelnde Multikulti-Diversität in der Redaktion der „taz“

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Im deut­schen Hand­ball tummeln sich „weiße Recken“, beklagt die „taz“ und dia­gnos­ti­ziert dem Sport­ver­band man­gelnde Diver­si­tät. Der Fußball habe Özil, Boateng und Khedira, doch im Hand­ball suche man die wun­der­bare Bunt­heit ver­geb­lich, an der sich heute die Wertung „fort­schritt­lich-gut“ oder „natio­na­lis­tisch-böse“ ent­schei­det. Der Vorwurf lautet, dass im Hand­ball ein soge­nann­ter Migra­ti­ons­hin­ter­grund hin­der­lich sein könnte, dass die Hand­ball-Vereine Mesuts, Ahmeds oder Alis „drau­ßen­hal­ten“ wollten. Ein „kon­ser­va­ti­ves Pro­vinz­ver­gnü­gen“ ohne Street-Credi­bi­lity sei Hand­ball eben. weiter lesen

Das Märchen von der unsolidarischen Industrie – eine EEG-Relotiade

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Indus­trie spart acht Mil­li­ar­den Euro an Strom­kos­ten“ schreibt Stefan Schultz auf SPON und dem Leser wird schnell klar, gegen wen die Fackel der Empö­rung geschwun­gen wird. Schon der Titel lässt ver­mu­ten, die Indus­trie sitze auf einem Batzen gespar­ten Geldes, dass sie im Grunde den „ein­fa­chen Ver­brau­chern“ weg­ge­nom­men habe. Der Hinweis, dass der Koh­le­aus­stieg dieses „Ungleich­ge­wicht“ noch ver­stär­ken werde, lässt die Fackel gleich noch höher steigen. Die Gerech­tig­keit ist in Gefahr! Die Politik muss handeln! Die Pri­vi­le­gien, mit denen die Ener­gie­kos­ten der Unter­neh­men gedrückt werden, bezeich­net Oliver Kri­scher von den Grünen als „Sub­ven­ti­ons­dschun­gel“ und damit auch dem letzten Leser klar werde, wem er angeb­lich seine hohe Strom­rech­nung ver­dankt, werden Namen genannt: Thys­sen­Krupp, Exxon­Mo­bil, Knauf, Hei­del­berg­Ce­ment und die Deut­sche Bahn – also Pan­zer­stahl, Diesel, Bau­stoffe und Beton für Miethaie sowie Zug­ver­spä­tung. Da hört das Ver­ständ­nis des Spiegel-Lesers aber auf! weiter lesen

Energie sparen ist gesund, Win-Win-Win für Düsseldorfer Schule

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Lese­dauer drei Minuten steht über einem Artikel auf RP-Online. Sinn­vol­ler wäre es oft, die Leser zu infor­mie­ren, wie lange sie am Gele­se­nen zu knab­bern haben werden. Für den Artikel „Kein Kind erfriert, wenn mal die Heizung run­ter­ge­dreht wird“ von Helene Paw­litzki kommt nämlich einiges an Ver­dau­ungs­an­stren­gung zu den drei Lese­mi­nu­ten hinzu. Hin­ter­grund der Beleh­rung war die kleine Empö­rungs­welle, die im Inter­net auf die Ankün­di­gung eines eigen­wil­li­gen Pro­jekt­tags an einer Düs­sel­dor­fer Schule folgte. Die Eltern der Kinder sollten ihren Spröss­lin­gen am „Warmer-Pulli-Tag“ am 8. Februar dicke Sachen anzie­hen, weil „die Heizung an diesem Tag aus­ge­schal­tet bleibe“ – das bringe der Schule Hei­zer­spar­nis und Extra­punkte im moder­nen Klima-Fünf­kampf aus Ener­gie­spa­ren, Flach atmen, Bio essen, Müll trennen und Auto ver­mei­den. Von „Ener­gie­be­wusst­sein“ und „umwelt­be­wuss­ter Lebens­weise“ war auch die in infan­ti­lem Comic-Sans gedruckte Rede. Auf Recy­cling­pa­pier, will ich hoffen. weiter lesen

Ein Schiff wird kommen – mit der CEIBA zurück in die Vergangenheit

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Es könnte ein wirk­lich schönes Schiff werden, wenn es in zwei bis vier Jahren fertig ist: das Holz- Segel­fracht­schiff „CEIBA“, dessen Bau letztes Jahr in Costa Rica begann. Die schönste Art, einen Ozean zu berei­sen, ist ohnehin das Segeln und warum nicht das Ange­nehme mit dem Gewinn­brin­gen­den ver­bin­den und Fracht trans­por­tie­ren? Die sich auf der Reise ein­stel­lende Ent­schleu­ni­gung und Unmit­tel­bar­keit ist eine wahre Wonne und wenn man sich Riss und Segel­plan der „CEIBA“ ansieht, findet man das Schiff für seine Zwecke aus­ge­spro­chen taug­lich. Einige Rah­se­gel am Fock­mast, um Pas­sat­winde gut nutzen zu können, ansons­ten Gaf­fel­se­gel, die sich auch mit wenig Per­so­nal und von Deck aus bedie­nen lassen. Alles sehr schön und mit viel Vintage-Appeal. Das fertige Schiff wird eine Zierde aller sieben Meere sein, da bin ich mir sicher. Ganz ernst­haft! Selbst die avi­sier­ten Bau­kos­ten von 3,2 Mil­lio­nen Euro sehen ange­sichts der aus dem Ruder lau­fen­den Kosten für die kariöse „Gorch Fock“ der Bun­des­ma­rine wie Taschen­geld aus. Unsere Kanonen-Ursel sollte einen ihrer exter­nen Berater auf die Helling in Costa Rica schi­cken. weiter lesen