Hilfe, die „Jetzt-erst-recht-Jahre“ kommen!

6

Je näher die Bundestagswahl rückte, desto schlechter wurde meine Laune. Zwar war zu erwarten, dass es einige Überraschungen geben wird, doch durch das Ergebnis wird sich am bestehenden Status Quo leider nichts ändern: Deutschland wird weiterhin von Angela Merkel regiert werden, was die nächsten vier zähen Jahre unter der Begleitmusik der Trillerpfeife geschehen wird. Als Begründung und Rechtfertigung für die zu erwartende gesellschaftliche Kakophonie bietet sich die AfD geradezu an und sie wird diese Rolle als zahlenmäßig starke Oppositionspartei spielen. Nicht bereitwillig, aber das wird sie. Dünnhäutig, reizbar, mit berechenbarem Explosionsradius und verbaler Subkultur – ein willkommenes Fressen für die „saubere“ Seite der Politik und ihre medialen Stichwortgeber und Lippenleser. Schon allein aufgrund der Tatsache, dass deren Abgeordnete im Gegensatz zu denen vieler anderer Parteien oft nicht durch jahrzehntelanges Schleifen im Politikfluss glatt und rund geworden sind, sondern unschöne, verletzende Kanten haben, sich deshalb häufiger als andere in Wortwahl und Tonfall vergreifen, beschuldigen, statt zu beweisen und zuschlagen, statt zu sticheln. Das ist nichts feines, zivilisiertes und der deutsche Michel wird denken „was sollen die Nachbarn denken“. Doch denen ist so etwas längst schnurzpiepegal, bei ihnen geht es oft noch deftiger zu, und der Vorwurf, im Grund nicht mal mit Messer und Gabel essen zu können und deshalb fehl bei Tische zu sein, ist bekanntlich auch nicht zum ersten Mal erhoben worden. weiter lesen

Rechenfehler im Subventionswunderland

8

Die Steinzeit endete nicht, weil der Menschheit die Steine ausgegangen waren. Man hatte einfach etwas Besseres gefunden: Kupfer, später Bronze. Doch gilt diese Binsenweisheit auch für jenen Technologiewechsel, den wir im Moment gerade erleben? Weg vom Verbrennungsmotor hin zur Elektromobilität? Spiegel-Online ist sich sicher und lässt einen deutschen Physiker im Leitartikel zu Wort kommen, der das mal ganz genau durchgerechnet hat. 2022 komme der Durchbruch, 2026 sei es vorbei mit dem Verbrennungsmotor! Der interviewte Richard Randoll hat diesem Thema immerhin seine Promotion gewidmet. weiter lesen

Eine Frage an “Die Zeit”

21
Ursprünglichet Antwort vom ZON-Team

Es ist nicht das erste Mal, dass Zeit-Online durch Artikel auf sich aufmerksam macht, deren Absicht zwar schon im Titel sichtbar ist, die dann beim Weiterlesen aber nichts als heiße Luft, unhaltbare Vorwürfe, unzulässige Schlussfolgerungen oder gar Lügen enthalten. Und ehrlich, ich bin nicht im Mindesten enttäuscht! Ich würde in den Kopfnoten „Betragen“ und „Mitarbeit“ ohne Zögern die Wertung „Erwartungen erfüllt“ vergeben.

Der Artikel bei Zeit-Online über die angeblich illegal beschäftigte Putzhilfe bei Alice Weidel reiht sich denn auch nahtlos in die Galerie besagter Zeit-Artikel ein: „Alice Weidel ließ Asylbewerberin schwarz für sich arbeiten“ – eine Headline, die so weit vom hier eigentlich angebrachten Konjunktiv entfernt ist, wie es nur möglich ist. Aber lassen wir für einen Moment die Möglichkeit beiseite, dass Weidels Handeln an deren Schweizer Wohnsitz womöglich vollkommen legal sein könnte. weiter lesen

Ich zähle die Tage

6
pixelio.de (Uwe Wagschal)

Ich halte ihn nämlich kaum noch aus, diesen “Bundestagswahlkampf”. Zunehmend werden Bilder und Töne produziert, die mir physische Schmerzen bereiten. Der farb- und chancenlose Herausforderer bedankt sich im „Kanzlerduell“ vor laufenden Kameras bei seiner Kontrahentin und bietet ihr wenige Tage später sogar generös die Vizekanzlerschaft an – Erde an “Fred vom Jupiter”, jemand zu hause? Öffentlich rechtliche Bedürfnisanstalten senden epische Kanzlerinnengesänge mit handverlesenem Publikum über die Erfolge der Regierung, wie es selbst Putin in seinem “Direkten Draht” nicht besser hinbekommt. Peter Altmaier feuert unterdessen weiter wirre Tweets wie berstende Hemdenknöpfe ab und alle Parteien, Kommentatoren und Kaffeesatzleser sind sich darüber einig, dass das einzig Richtige, was die zur Paria erklärte AfD tun könnte, die komplette eigenhändige Ersäufung der ganzen Partei samt Anhängerschaft im Mittelmeer sei, damit sich an ihren sonst nutzlosen Leibern die wirklich Schutzbedürftigen und guten Menschen solange festhalten können, bis sie von selbstlosen Rettern nach Europa gebracht werden können. (Wer bei diesem Bild innerlich jubiliert, dem ist allerdings längst die mentale Steuerkette gerissen.) weiter lesen

EuGH erzwingt Solidarität

5
Quelle: fotolia.de

Stellen Sie sich vor, ihr kleines Häuschen liegt in eine Flussaue. Ganz idyllisch steht es dort und hat eine ganze Reihe von Nachbarn. Nun zieht eine Flut heran und Sie stapeln Nächtelang Sandsäcke, verbarrikadieren die Türen und hoffen, dass der Wasserspiegel bald wieder sinken möge. Ihre Nachbarn sind empört! Denn weil Sie ihren Keller nicht volllaufen lassen wollen, entlasten Sie ihre Nachbarn nicht, deren Keller gerade am absaufen sind. Das sei unsolidarisch, ihre Nachbarn verklagen Sie und das Gericht entscheidet, dass Sie die Sandsäcke und Barrikaden wegräumen müssen, um dem Wasser den Weg in ihren Keller zu bahnen. Ihr Keller ist klein, es passt nur wenig Wasser hinein und am Wasserstand in den Nachbarkellern ändert sich durch ihren überfluteten Keller überhaupt nichts, aber dem Gericht und ihren Nachbarn geht es ja auch nicht um die Abwehr der Flut, sondern ums Prinzip. weiter lesen

Nostalgie, Ideologie und ein wenig Feenstaub

2
Wahlplakat der Linken in Hannover

Noch knapp drei Wochen bis zur Gewissheit werden wird, was für unser politisch paralysiertes Land längst feststeht. Merkel 4.0, alles andere ist entweder kaum vorstellbar oder von vergleichbarer Tristesse. Man geht durch die Innenstädte und sieht oder hört die Statements der um unsere Stimmen werbenden Parteien und fragt sich, ob man selbst einfach nur zu blöd ist, die frohe Botschaft zu verstehen, oder ob der von den Parteien geführte Wahlkampf nur deshalb so unecht wirkt, weil er nicht echt, sondern gefälscht ist. Nicht in etwa in der Absicht, die Wähler dem politischen Gegner zuzutreiben oder wie im Fall der FDP scheinbar für „Lindner – pour l’homme. The new frangance.“ zu werben. In diesem Fall handelt es sich ja zumindest formell mal um eine neue Idee – nämlich selbstzugeschriebene liberale Inhalte durch eine Komponente eines narzistischen Personenkultes zu ergänzen. Aber vielleicht hat die FDP ihre Wahlkampfagentur ja bei „Elite-Partner“ ausgeliehen. weiter lesen

Konjunktur durch Migrationsforschung

17
© S. Hofschlaeger / pixelio.de

In letzter Zeit hat Deutschland wenig positive Schlagzeilen in Sachen innovativer Technologien oder technischer Großprojekte produziert. Stattdessen reihen sich die Peinlichkeiten wie Perlen in einer Kette aneinander. Stuttgart21, BER, eine misslungene Tunnelquerung der Rheintalbahnstrecke…die Liste wird länger und peinlicher. Ganz allgemein droht Deutschland mittelfristig der Anschluss im naturwissenschaftlich/technischen Bereich an die Weltspitze verloren zu gehen, besonders in den technischen Ingenieurberufen gibt es mittlerweile einen kaum noch zu ertragenen Mangel an Spezialisten. Ein Mangel, der sich durch die heute stattfindende Migration nicht beheben lässt. Zum Glück gibt es aber immer noch Fachbereiche, in denen wir absolute Weltspitze sind: zum Beispiel in der Migrationsforschung. Man könnte fast sagen, wir haben diesen Fachbereich erfunden! weiter lesen

Government by Actionism

2

Ich gebe zu, eine gewisse, stille Schadenfreude stieg auch in mir auf, als ich vom Verbot der Linksextremen Medienplattform indymedia.org las. „Endlich trifft es auch mal diese Extremisten“ schadenfreute es sich überall im Netz und der Innenminister beeilte sich, die Nacht-und-Nebel-Aktion in ein angenehmes weil fürsorgliches Licht zu rücken, und sich als Beschützer der Demokratie zu gerieren. Indymedia ist abgeschaltet. Aus Gründen. Guten sogar. Mal ganz abgesehen davon, dass die Razzia beim Betreiber letztlich sogar illegale Waffen zu Tage förderte, war die Verherrlichung von Gewalt, die dort – auch noch anonym – verbreitet wurde, einfach nicht zu tolerieren. Doch es gibt ein „aber“, dass sich meldet, wenn man etwas länger über die Sache nachdenkt. weiter lesen

Der pastorale Textbaustein oder „das Leben ist ein Kirchentag“

28

Eine Rezension wider Willen

© http://gelb.net/gelblog

Da liegt es nun auf meinem Schreibtisch, Katrin Göring-Eckardts neuestes Werk „Ich entscheide mich für Mut“. Bevor Sie jetzt denken, ich hätte in letzter Zeit eine seltsame Leidenschaft zu Buchrezensionen entwickelt, muss ich Ihnen erklären, wie es zu dieser (unwillkommenen) Aufgabe kam.

Ich fand es geradezu verblüffend, dass viele unserer Politiker trotz ihres erwiesenermaßen vollen Tagesplanes neuerdings immer wieder die Zeit finden, ihre Gedanken zwischen zwei Buchdeckel zu pressen. Dabei fragte ich mich gerade angesichts eines Videos von Martin Schulz, der aus seinem neuen Buch „Was mir wichtig ist“ vorlas, ob er es an diesem Tag vielleicht zum ersten Mal gesehen hatte und somit wohl eher schreiben ließ, als dies selbst zu tun. Heiko Maas hatte für seine radikalen Ideen zumindest einen Coautor, mit dem er sich die zahlreichen Verrisse und hämischen Kommentare nun brüderlich teilen kann. Aber was war mit dem Buch von Katrin Göring-Eckardt los? Ende Mai erschienen, bislang nur eine einzige Bewertung, die dem Buch allerdings hervorragende Eigenschaften bei der Reparatur eines kippelnden Tisches bescheinigte. Scheinbar will es niemand lesen, was ich angesichts der schillernden Person der Autorin und deren Weltbedeutung für die schrulligen Anhänger einer schrulligen Partei in ihrem kleinen Wahlkreis in Thüringen so gar nicht nachvollziehen konnte. Also, dachte ich mir, frag doch mal beim Verlag nach und drei Tage später lag das Buch tatsächlich vor mir. Damit hatte ich nicht gerechnet! Nun muss ich wohl das tun, was ich sicher nie vorhatte: es tatsächlich lesen und ein paar ehrliche Worte darüber verlieren. weiter lesen

Oxytocin oder Oxymoron – Hauptsache Merkel regiert!

11

Der Ort für unser Treffen ist klug gewählt: Ein abgelegenes Café, wenig Kundschaft, wie verabredet wartet Harald Schön-Reder (Name geändert), einen Spiegel lesend, an einem der Ecktische. Schön-Reder ist Chef einer europaweit tätigen PR-Agentur, die eher im Verborgenen arbeitet und die außer deren illustren Kundschaft kaum jemand kennt.

Ich bestelle Kaffee, Reder nippt an dem Tee, den er bereits bestellt hat. Es ist unser zweites Treffen. Als wir uns vor vier Jahren zum ersten Mal genau in diesem Café begegneten, berichtete er mir noch stolz, dass seine Firma es endlich geschafft habe, für alle großen Parteien gleichzeitig zu arbeiten. Man steuere ihre Kommunikation, berate bei den Wahlprogrammen und hätte endlich auch mit der Initiative „Kampf gegen rechts“ den perfekten Grund dafür gefunden, warum die Parteien sich inhaltlich immer nähergekommen seien. Alles laufe perfekt, denn da man für alle arbeite, setze man automatisch immer auf den Sieger. Die Euphorie dauerte nicht lange. Vor zwei Jahren rief Reder mich an und stammelte, es sei da etwas gründlich schief gelaufen. Die Wähler hätten gemerkt, dass sie von allen dasselbe bekommen und würden anfangen, sich abseits der großen Parteien zu organisieren und dumme Fragen zu stellen. Seine Kunden würden ihn anrufen und verlangen, er solle dafür sorgen, dass die Wähler wieder Vertrauen in die Politik hätten. Reder wirkte gehetzt, erschöpft und überfordert, jedoch hörte ich danach zwei Jahre nichts mehr von ihm. Bis gestern. Wann wir uns treffen könnten, es sei dringend, lautete die Nachricht. Er habe die Lösung für das Dilemma, in das ihn seine Kunden gebracht hätten. Gerade noch rechtzeitig, so kurz vor der Wahl. Er müsse dringend eine Idee für ein Produkt haben, um das sich alle Deutschen reißen würden. Wir können uns treffen, antwortete ich. Morgen, bekannter Ort. weiter lesen

Alpen, Almen, Antisemitismus

9

Die Nazizeit hat besonders für Hollywood eine morbide Faszination, weshalb es nicht an filmischen Reminiszenzen mangelt, auch an solchen der durchgeknallten Art. Die Faschisten besiedeln im Film heute die Rückseite des Mondes oder das Innere der Erde, oder sie versuchen in Marvel-Comics als genetisch verbesserte Zombies die Weltherrschaft an sich zu reißen. Am liebsten glauben die Deutschen aber, dass die paar übrig gebliebenen Irren Weltansichreißer und Rassereinhalter nach Argentinien ausgewandert sind, oder sich in der “Colonia Dignidad” ihren pädophilen Gelüsten nachgehen – ihre kruden Ideen, zu denen man auch gern den Antisemitismus in Gänze zählt, haben sie selbstverständlich mitgenommen! Hier und heute gibt es sowas nicht! weiter lesen

Ein Requiem für den Diesel?

7

„Die Bestrebungen, die zur Einschränkung des Wettbewerbs in einzelnen Produktionszweigen führen, sind in letzter Linie darauf gerichtet, das kapitalistische System der Marktwirtschaft durch ein sozialistisches System der Gemeinwirtschaft zu ersetzen. Es ist dabei ohne Belang, ob dieses Ziel von denen, die es anstreben, als Sozialismus angesehen wird oder nicht.“ (Ludwig von Mises)

Unser Chemielehrer schwenkte den Halbliterkolben bedächtig vor seinem Gesicht. Gelb-Braune Schlieren stiegen an der dünnen Glaswand hoch und kleine Bläschen blieben auf der Oberfläche der zähen, dunkelbraunen Flüssigkeit zurück, als er das Gefäß vor uns auf den Tisch stellte. „Das ist Rohöl. Aus Sibirien, um genau zu sein.“ waren seine Worte. In dieser Flüssigkeit war also der Stoff enthalten, den wir in unsere frisierten Mofas schütteten, wenn wir illegalerweise und noch ohne Führerschein über die Feldwege jagten. Manche Lehrer schaffen es, durch Leidenschaft und Expertise auch langfristig Fakten sogar in die Hirne pubertierender Jugendlicher zu löten und an diese Unterrichtsstunde kann ich mich noch gut erinnern. Da war zunächst der Fakt, dass Erdöl einer der wenigen Rohstoffe sei, die man zu 100% verwertet. Genügend technisches Know-How vorausgesetzt, gibt es bei der Verarbeitung von Erdöl keinerlei Abfälle. Und da war der Fakt, dass all die nützlichen Dinge, die im Erdöl enthalten sind, bei seiner Verarbeitung auch immer anfallen. Laienhaft ausgedrückt macht man unter dem braunen Gebräu ordentlich Feuer und lässt die Dämpfe von oben nach unten, von leicht nach schwer, an unterschiedlich temperierten Stellen kondensieren. So bekommt man Gas, Leichtbenzin, Benzin, das sogenannte Mitteldestillat (Kerosin, Diesel, Heizöl), Schweröle und zuletzt Bitumen. Da die Menschheit deutlich höheren Bedarf an den leichten Komponenten wie Benzin, Kerosin und Dieselöl hat, werden außerdem verschiedene Verfahren angewendet, um durch Druck, Katalyse und Zugabe von weiteren Stoffen die schweren, langkettigen Komponenten aufzubrechen (Cracking), und in leichtere zu verwandeln. So weit, so klar. weiter lesen

The Times, They Are a Changing…

8

Als ich im März dieses Jahres über die Grünen schrieb, und sie als “Partei des schlechten Gewissens” bezeichnete, hatte ich eigentlich vor, eine ganze Artikelreihe über sämtliche relevanten politischen Parteien folgen zu lassen, die in den nächsten Bundestag einziehen wollen. Es erwies sich aber als fast unmöglich, hinreichend viele Unterschiede zu finden, die mehrere Artikel gerechtfertigt hätten und ich wollte nicht absichtlich gegen meine Regel Nummer 1 – “langweile die Leute nicht” – verstoßen. Deshalb habe ich letztlich alle Gedanken zu diesem einen Artikel zusammengefasst und vieles weggelassen. Zudem lässt sich das, was ich selbst mir von dieser Bundestagswahl erhoffe, auf diese Weise am besten darstellen. weiter lesen

Liberté, fraternité, …diversité!

8

Die „Große Furcht“ im Frankreich des Jahres 1789 fiel in eine Zwischenzeit, ein politisches Vakuum. Der „dritte Stand“ hatte sich erhoben und die Nationalversammlung gebildet. Die Bastille war bereits erstürmt, der König aber noch an der Macht. Wohin die Reise ging, war noch nicht abzusehen. Die Stimmung heute ist eine ähnliche und auch die Rollen aller Protagonisten sind besetzt. Da wäre zum einen eine dysfunktionale Regierung, deren Handeln sich auf mehr oder weniger sinnvolle Reaktionen auf große und kleine Katastrophen beschränkt – Ludwig XVI handelte kaum anders. Dann ein ausgemachter Feind, dem man den Willen zur Vernichtung des Landes unterstellt (AfD) und selbst die Rolle des verpönten Adels, der auf Kosten von Leben und Gesundheit der Bevölkerung die Reichtümer des Landes verprasst, ist vergeben: Es sei der „Kapitalismus“ ganz allgemein und aktuell die Automobilindustrie im Besonderen, deren Vertreter man gern geteert und gefedert durch die Gassen treiben würde ­– Banker und Hedge-Fund-Manager sind da ja auch schon durchgekommen. weiter lesen

X. Thermidor, Ende des Terrors im Namen der Tugend

1
Exekution von Robespierre. (c) Wikipedia

X. Thermidor 1794: Charles Henri Sanson, der Henker von Paris, waltet seines Amtes und exekutiert in schneller Folge die Brüder Robespierre, Saint-Just, Couthon und einige weitere Vertreter des “Grande Terreur” auf dem Place de la Concorde. Man hatte die Guillotine zu diesem Zweck wieder in mitten der Stadt aufgebaut, nachdem man sie kurz vorher erst an den Rand der Stadt verlegt hatte. Die Anwohner konnten den Anblick und besonders die Geräusche nicht mehr ertragen: drei kurze metallene Schläge schnell hintereinander, die das herunterklappen des Brettes mit dem Delinquenten, das schließen der eisernen Halbmode um den Hals und der herabsausende Stahl verursachte. Der ganze Vorgang dauert pro Person eine halbe Minute, Sanson ist ein geübter Mechaniker des Todes. weiter lesen

Agentin mit Herz

13

Liebe Heinrich-Böll-Stiftung,
Eure Idee, eine Anti-Gender-etworks Information-Seite (agentin.org) einzurichten, auf der man nachlesen kann, wer sich der allgegenwärtigen Genderitis verweigert, ist eine tolle Idee! Diese wenigen Typen – angesichts des Mainstream sind sie ja eine kleine Minderheit – müssen sich ohnehin besser vernetzen, warum sollen sie das nicht mit Hilfe der Grünen und Geldern aus deren Parteistiftung tun?

Deshalb möchte ich mich selbst anzeigen, um auch auf diese Liste zu kommen. Was muss ich tun, damit das auch wirklich klappt? Sagen sie nicht, dass ich jemanden beleidigen muss, denn ich habe generell nichts gegen Lesben, Schwule oder Leute, die sich im falschen Körper gefangen fühlen. Ich werde aber fuchsteufelswild, wenn ich das verkopfte Gelaber von Genderforschern und Gleichstellungspropheten der sexuellen Beliebigkeit je nach Tagesform ertragen muss. Also, wie komme ich auf diese Liste, was muss ich tun? Etwa „Mitglied der CDU“ werden oder Klaus Kelle heiraten, wie Birgit Kelle? Soll ich katholisch werden, wie der „Ultrakatholizist“ Alexander Kissler oder gar wie er für den Cicero schreiben? weiter lesen

Ein Buch, ein Problem – kein Buch, ein Skandal

31
Die Liste bei “Thalia”

Papiertaschentücher sind „Tempos“, glutamatverranzte Speisewürze heißt „Maggi“ und wer wissen will, wie sich ein Buch verkauft, nutzt den jahrzehntealten Goldstandard für Bestsellerlisten: die des Spiegels. Bisher zumindest war das so. Aber dann klaffte aktuell an Platz 6 der Online-Version der Hardcover-Sachbuch-Bestseller plötzlich eine unerklärliche Lücke, ein White-Out und man überlegt, warum der Seitenzimmermann hier wohl ein Loch gelassen hat. Bis man dahinterkommt, dass es da ja dieses eine Buch gibt, das nach seiner versehentlichen Empfehlung durch einen Spiegel-Redakteur, der sich erdreistete, eine eigene Meinung zu haben, in den Blick der Öffentlichkeit gelangte. Ein Buch, so schlimm und ungezogen, dass es in Deutschland kluge Menschen gibt, die behaupten, weiter lesen

Finis Germania – die These ist nur das Vorzimmer der Gewissheit

6

Ein gestandener Veterinär verriet mir vor Jahren auf einer Party anlässlich seiner Pensionierung, dass er in seiner beruflichen Laufbahn nur vor zwei Arten Tieren wirklich Angst hatte. Ich tippte natürlich sofort auf wilde Hengste und Elefanten mit Zahnweh, doch er winke nur ab: kleine Hunde und Schweine, das seien seine gefährlichsten Patienten gewesen!

An diese Episode musste ich denken, als ich mit mehreren Wochen Verzögerung vor einigen Tagen ein Buch in den Händen hielt, dass diese veterinären Phobien angeblich wie kein zweites in sich vereinen könnte. Zunächst einmal ist es klein. Sehr klein. 104 postkartengroße Seiten. Und dann soll es, glaubt man dem Feuilleton, auch noch ein richtiges Schwein sein. Ein antisemitisches Schwein! „Finis Germania“ heißt es und stellt gewissermaßen das Vermächtnis des Historikers Rolf Peter Sieferle dar, der das Manuskript vor seinem Freitod so auf seinem Computer platzierte, dass kein Zweifel daran bestehen kann, dass er es veröffentlicht haben wollte. weiter lesen

Denk ich an Deutschland in der Nacht, dann bin ich um den Vers gebracht!

1

Es ist noch nicht mal eine Woche her, dass Hamburg den größten Polizeieinsatz in der Geschichte der Bundesrepublik überlebte. Während des G20-Gipfels war das Entsetzen groß und es war nicht sehr schwierig, die Verwüstungen in der Hansestadt den kranken Auswüchsen ganz praktisch einer sehr bestimmten Ideologie zuzurechnen, gerade weil die Täter es in gewissen Hamburger Quartieren leicht hatten, sich in einer indifferenten Masse aus Unterstützern, Tolerierern und Bewunderern zu bewegen, wie der berühmte Mao’sche Fisch im proletarischen Fruchtwasser. weiter lesen

Einfach mal „Danke“ sagen

5

Liebe Polizistinnen und Polizisten, es ist an der Zeit, dass sich die Bürger dieses Landes bei Euch bedanken, was ich hiermit, Stellvertretung anmaßend, einfach mal tun möchte. Danke, dass ihr uns unter Einsatz eurer Gesundheit beschützt, auch wenn eure Arbeit uns kaum 2.000 Euro pro Monat wert ist. Danke, dass ihr Zig-Millionen Überstunden vor euch herschiebt, weil wir euch einfach nicht genügend Kollegen an die Seite stellen wollen. Danke auch, dass ihr trotz mangelhafter Ausrüstung auch dorthin geht, wo es „weh tut“ – und zwar meistens euch selbst. Danke dafür, dass ihr wahlweise die Vorwürfe ertragt, entweder zu hart vorzugehen oder nicht genügend Härte zu zeigen. Danke auch dafür, dass die Presse euch abwechselnd die Schuld für „Polizeistaat“ oder „No-Go-Areas“ zuschieben darf und ihr euch nicht beklagt. Zudem müssen wir euch für die Geduld danken, mit der ihr ausgerechnet die linken Chaoten in Schach zu halten versucht, deren „Skills“ von den Ministerien gefördert und finanziert werden, die euch dann an die Brennpunkte schicken. Abschließend auch noch danke dafür, dass ihr in einer gigantischen Sisyphusarbeit ebensolche Chaoten der Justiz übergebt, welche sie dann meist ungestraft wieder frei und erneut auf euch loslässt. Danke, danke, danke! weiter lesen