Ein bisschen Irre, ein bisschen Prinz Charming – die Grünen im Umfragehoch

7

Mit Erstau­nen nimmt man neu­er­dings zur Kennt­nis, dass die Grünen in den Umfra­gen aller Mei­nungs­for­scher von einem Umfra­ge­hoch zum nächs­ten schwe­ben und egal mit wem man über dieses Phä­no­men spricht, niemand kann sich das wirk­lich erklä­ren. Am wenigs­ten die Grünen selbst, auch wenn sie das gern als Erfolg ihrer Politik dar­stel­len. Nun muss man auf Umfra­gen nicht viel geben, wenn sie auf ein paar tausend Befra­gun­gen von Wählern beruhen, die bereit sind, über ihre poli­ti­schen Prä­fe­ren­zen Aus­kunft zu geben, oder diese geschickt hinter ver­meint­lich wohl­wol­len­den Ant­wor­ten ver­ber­gen. Aber man muss sich damit befas­sen, gerade weil es die Poli­ti­ker selbst tun, indem sie aus guten Umfra­gen Ambro­sia saugen und aus schlech­ten Haus­auf­ga­ben ablei­ten. Nun haben die Grünen eine Stamm­wäh­ler­schaft, die irgendwo zwi­schen knapp unter fünf und zehn Prozent der Wähler liegt. Betrach­ten müssen wir also nur den sagen­haf­ten Zuwachs von 5 % und wie er sich zusam­men­setzt. weiter lesen

Grenzwertlimbo bei der Deutschen Umwelthilfe

17

40 Mikro­gramm pro Kubik­me­ter (Außen­luft), das ist der aktu­elle Grenz­wert für NOx. Weniger als 40 bedeu­tet also „gut und zuläs­sig“, mehr als 40 bedeu­tet „könnte besser sein*“. Doch was macht man als erfolg­rei­cher deut­scher Abmahn­ver­ein, der sich auf die Fahne schreibt, auch noch das letzte Auto von der Straße zu bekom­men, wenn die Mess­werte in Deutsch­land flä­chen­de­ckend zurück gehen? Die „Deut­sche Umwelt­hilfe“ jeden­falls startet eine Aktion mit dem Namen „Deck auf, wo atmen krank macht!“. Doch bevor sie nun vor lauter Panik mit dem atmen auf­hö­ren: seien sie ver­si­chert, liebe Leser, nicht atmen macht kei­nes­falls gesund und nicht überall, wo die „Deut­sche Umwelt­hilfe” arges wittert, droht wirk­lich Gefahr. weiter lesen

Haben Sie die bestellt? Schmierentheater im ZDF

16

Eins muss man dem ZDF lassen: man gibt sich dort redlich Mühe, um nicht der Fra­ter­ni­sie­rung mit dem erklär­ten Feind oder gar der unvor­ein­ge­nom­me­nen Bericht­erstat­tung bezich­tigt werden zu können. Beim Som­mer­inter­view mit AfD-Chef Alex­an­der Gauland über­ließ man nichts dem Zufall. Mode­ra­tor Thomas Waldes Fragen endeten denn auch stets mit der plump hin­ge­zir­kel­ten Fest­stel­lung, dass die AfD vor allem eines sei – keine Alter­na­tive für Deutsch­land. Der ZDF-Fern­seh­rat wird sich fragen lassen müssen, warum der Hinweis „Dau­er­wahl­wer­be­sen­dung für alle Par­teien, außer dieser einen“ nicht ein­ge­blen­det wurde. weiter lesen

Waldemar, die Schokoladenmächte, Schlepper und der Wert von 100 Euro

9

100 Euro, Schlepper und die GlücksritterDie mora­li­schen Recht­fer­ti­gun­gen für das Geschäft der NGO’s, die vor der afri­ka­ni­schen Küste das Mit­tel­meer auf der Suche nach Schlauch­boo­ten durch­käm­men, sah bisher ver­kürzt gespro­chen fol­gen­der­ma­ßen aus: Die Men­schen fliehen vor Krieg und Ver­fol­gung aus ihren Ländern, landen dann auf den Skla­ven­märk­ten kri­mi­nel­ler liby­scher War­lords um von dort auf Gum­mi­boote ver­frach­tet zu werden, auf das sie im Mit­tel­meer ersöf­fen. Wären da nicht gut­her­zige deut­sche NGO’s mit deut­schen Pop-Opas im Lon­do­ner Edel-Exil als Gal­li­ons­fi­gu­ren, die den Schlep­pern das Leben schwer machen, indem sie die Men­schen aus eben der Seenot retten, in die die Schlep­per sie auf ihren $700-Ali-Baba-Gum­mi­boo­ten gebracht haben. Die schiff­los Brü­chi­gen zurück nach Tri­po­lis zu bringen, sei ein Ding der Unmög­lich­keit, schließ­lich drohen dort erneut Skla­ve­rei und Aus­beu­tung. Also ab nach Norden ins beste Europa, das wir je hatten. Soweit, so schlüs­sig. Aller­dings nur, wenn man die klit­ze­kleine Wahr­schein­lich­keit strikt ablehnt, das Schlep­per­ge­schäft könne womög­lich doch auf­grund der Gesetze des Marktes ganz anders laufen und viel­mehr von Angebot, Nach­frage und Chance getrie­ben sein – wenn auch in diesem Fall auf eine per­verse und men­schen­ver­ach­tende Weise. weiter lesen

Wagenknechts neue Sammelbewegung – Aufstehen oder liegen bleiben?

5

Trotz des media­len Thea­ter­don­ners und einer eher spär­lich bestück­ten Web­seite ist Sahra Wagen­knechts neue linke Sam­mel­be­we­gung „Auf­ste­hen“ noch nicht wirk­lich gestar­tet. Doch als handele es sich um das Bestell­for­mu­lar für das brand­neue iPhone, von dem noch niemand nix genaues weiß, dass man aber unbe­dingt haben muss, bietet „Auf­ste­hen“ schon mal an, „Teil der Bewe­gung“ zu werden. In welche Front man sich damit ein­rei­hen würde, kann man natür­lich nur ahnen, auch wenn es sich tech­nisch gesehen zunächst mal nur um einen News­let­ter handelt. „Teil der Bewe­gung“ klingt natür­lich besser. Ich wit­zelte neulich noch, dass dies im Gegen­satz zu dem, was in der Presse behaup­tet wird, natür­lich nicht die erste linke Sam­mel­be­we­gung in Deutsch­land sei, schließ­lich gibt es das „Duale System“ und den „Grünen Punkt“ schon seit 1990. Aber auch jen­seits des Humors gibt es bereits etwas, das als linke „Sam­mel­be­we­gung“ mit inten­si­ver deut­scher Betei­li­gung schon eine ganze Weile weit­ge­hend unbe­ach­tet vor sich hin dümpelt: DiEM25. weiter lesen

Phrasenstroh im ZDF – acht verpasste Fragen für Katrin Göring-Eckardt

10

Wenn das ZDF-Mor­gen­ma­ga­zin gesen­det wird, ist es offen­bar noch zu früh für kri­ti­sche Fragen und zu „ZDF” ist es wohl zu jeder Zeit. Doch statt als Stich­wort­ge­be­rin einer grünen Dampf­plap­per­ta­sche wie Katrin Göring-Eckardt zu assis­tie­ren, hätte die Mode­ra­to­rin ein paar Florett-Strei­che zur Abwehr des erwart­ba­ren grünen Phrasen-Dau­er­feu­ers aus­tei­len sollen. Leider blieb es bei Gefäl­lig­keits­fra­gen und es ist anzu­neh­men, dass die beiden Prot­ago­nis­tin­nen im ZDF-Studio nicht nur den­sel­ben Friseur haben. Basie­rend auf den Aus­sa­gen von Katrin Göring-Eckardt hier nun eine Auswahl von acht Fragen, die in dem vier­ein­halb Minuten langen Inter­view min­des­tens hätten gestellt werden müssen: weiter lesen

Amerikanische Energiewende oder Kalifornischer Wasserklau?

11

Das son­nen­rei­che Kali­for­nien hat bei der rege­ne­ra­ti­ven Strom­erzeu­gung die­sel­ben Pro­bleme, wie das ener­ge­tisch auf links gedrehte Deutsch­land. Es gibt unauf­fang­bare Ver­sor­gungs­spit­zen, denen ebenso unüber­brückte Eng­pässe folgen. Ange­sichts des kali­for­ni­schen Wetters kann man dort in der Solar­vol­taik von echtem Digi­tal­strom spre­chen: tags 1, nachts 0. Doch zumin­dest denken kali­for­ni­sche Ener­gie­un­ter­neh­men über geeig­nete Spei­cher nach, statt wie in Deutsch­land üblich einfach eine dop­pelte Infra­struk­tur an fos­si­len Kraft­wer­ken auf „stand by“ zu halten, und der Bevöl­ke­rung diesen „Mix” als erfolg­rei­che Ener­gie­wende zu ver­kau­fen. In Deutsch­land tun dies ins­be­son­dere die Grünen, wenn­gleich diese nur zu Ideen gelan­gen, die nach Regen­bo­gen, Einhorn und Prin­zes­sin Lil­li­fee schme­cken und die Par­tei­vor­sit­zende Baer­bock ausruft „Das Netz ist der Spei­cher”. weiter lesen

Das Mehrheitsprinzip in Lakemba

7

Wo und wann genau kippt Mul­ti­kulti eigent­lich und mutiert zu genau einer jener Mono­kul­tu­ren, die es angeb­lich immer zu bekämp­fen und abzu­leh­nen gilt? Die Frage ist berech­tigt und empi­risch beant­wort­bar. Denn das einzige, was gewisse extre­mis­ti­sche Kreise von der west­li­chen Demo­kra­tie freudig über­nom­men haben, ist das heilige Mehr­heits­prin­zip, an dem entlang sich ja auch unsere Regie­run­gen mittels „reprä­sen­ta­ti­ver Umfra­gen“ Hand­lungs­le­gi­ti­mi­tät her­bei­zau­bern. Dass die Medaille „Mehr­heits­mei­nung“ zwei Seiten hat und die andere die Auf­schrift „Min­der­heits­rechte“ trägt, über­sieht man nur zu gern. Lauren Sou­thern ist derzeit in Aus­tra­lien unter­wegs, im Raum Sydney, wo sie sich in den Kopf setzte, am hell­lich­ten Tag durch eine kleine Vor­stadt namens Lakemba zu laufen. weiter lesen

Kritik am Rande des Nervenzusammenbruchs

22

Wenn man Artikel schreibt, die nicht zu 100% der eigenen Erfah­rungs- oder Gefühls­welt ent­sprin­gen, besteht immer die Gefahr, dass man mei­len­weit daneben liegt. Etwa, weil man nicht alle zugäng­li­chen Quellen berück­sich­tigt oder schlicht falsch inter­pre­tiert hat. Es kommt sogar vor, dass man sich an einer Stelle ver­rech­net oder falsche Schlüsse zieht. Dann ist man froh, wenn es auf­merk­same Leser gibt, die eine Kor­rek­tur anregen. Kein Problem, man schreibt eine Kor­rek­tur, erklärt den Fehler und am Ende des Pro­zes­ses steht ein erkleck­li­cher Erkennt­nis­ge­winn, der dem Leser und dem Schrei­ber hilft. Mit der Zeit bekommt man zwar eine gewisse Übung darin, nicht jeder Hor­ror­mel­dung blind hin­ter­her zu laufen und auf Plau­si­bi­li­tä­ten und bestä­ti­gende Quellen zu achten, aber Fehler pas­sie­ren immer wieder. Je mehr man schreibt, umso mehr davon macht man. Pro­ble­ma­tisch wird es natür­lich, wenn ein Leser den Autoren selbst für den Fehler hält. Nach einem Artikel, in dem ich einen recht abs­trak­ten Ver­gleich zwi­schen der Ent­wick­lung Deutsch­lands und Süd­afri­kas (hier und hier) zog – und in dem ich zu dem Schluss gelangte, dass es in beiden Ländern nicht zum Besten steht, erhielt ich fol­gende Mail von Herrn X: weiter lesen

Deutschland und Südafrika – over, the Rainbow!

10

Darf man die Fehl­ent­schei­dun­gen der Politik in Wirt­schafts­fra­gen in Süd­afrika und in Deutsch­land mit­ein­an­der ver­glei­chen? Man sollte es sogar, sage ich – und bekomme sofort Zunder. „Ich weiß gar nicht, was du hast. Der Laden hier brummt doch! Im Gegen­satz zu Süd­afrika!“ Solche und ähn­li­che Aus­sa­gen bekommt man aber immer zu hören, wenn die hei­mi­sche Wirt­schaft Thema von Gesprä­chen ist und man Zweifel an der Zukunfts­fä­hig­keit Deutsch­lands äußert. Es ist in der Tat nicht so einfach, von struk­tu­rel­len Pro­ble­men zu spre­chen, wenn gleich­zei­tig von über­all­her schein­bar nur Jubel­mel­dun­gen kommen. Die Wirt­schaft sucht hän­de­rin­gend nach Fach­kräf­ten und die Politik spricht von „spru­deln­den Steu­er­ein­nah­men“. Doch ers­te­res zeigt eben nur, dass die Fach­kräfte schlicht fehlen und das zweite ist ein ziem­lich vul­gä­rer Euphe­mis­mus dafür, dass der Staat die Nadel im Arm seiner Steu­er­zah­ler hat und kräftig am Kolben zieht. Von allein spru­delt da nämlich nichts, man muss kräftig nach­hel­fen. Hinzu kommt, dass die deut­sche Politik sys­te­ma­tisch einen Indus­trie­zweig nach dem anderen erst in den Wahn­sinn und dann in die Flucht treibt. weiter lesen

Asylrecht – bei Mutti ist es am schönsten

10

Sucht man bei Google nach „Jamal Naser Mahmodi“, könnte man meinen, der Afghane, der sich nach seiner Abschie­bung aus Deutsch­land in seiner Heimat das Leben nahm, sei eine Art unent­deck­ter Ghandi gewesen. Eine trau­rige Kind­heit hinter und eine glän­zende Zukunft vor sich. Drei Seiten Google-Such­ergeb­nisse voller Trauer um den armen Jamal und Ankla­gen gegen seinen „Mörder“, der natür­lich See­ho­fer sei. Genau genom­men natür­lich See­ho­fer Senior, den Vater des Innen­mi­nis­ters. Denn hätte der sich mit der Horst­wer­dung mehr Zeit gelas­sen, wäre dieser heute erst 68 Jahre alt und Jamal als 69. in der Abschie­bungs­gruppe ver­schont geblie­ben. Denn so machen wir das hier in Deutsch­land. Wir spre­chen Abzähl­reime, zupfen Blumen die Blü­ten­blät­ter aus oder singen laut „Der Hut, der hat vier Ecken“ um die­je­ni­gen aus­zu­wäh­len, denen wir unsere Empa­thie ver­wei­gern, die wir ins Elend stürzen. Ein Geburts­tag als absichts­vol­les Omen des Todes – offen­sicht­lich sind alle Jour­na­lis­ten zu den Zeugen Jehovas über­ge­lau­fen! weiter lesen

Nachhilfestunde für Trump vom Spiegel und vom Siggi

19

Er hat es schon wieder getan, dieser Trump! Doch weil sein „Bätschi“ gegen­über der NATO und spe­zi­ell Deutsch­land eben nicht der verbale Aus­ras­ter der Vor­sit­zen­den einer kleinen deut­schen Partei ist, deren Zustim­mungs­werte Eigen­schaf­ten des Früh­lings­schnees haben, sondern vom immer­hin noch mäch­tigs­ten Mann on the whole fucking planet kommt, hat die deut­sche Medi­en­welt Schnapp­at­mung. Muss er denn immer so undi­plo­ma­tisch sein? Kann er das nicht mal ein wenig netter sagen? Wenigs­tens zur NATO? Dabei ist es gera­dezu erfri­schend zu sehen, wie die Nato-Partner und ins­be­son­dere Deutsch­land zwar lange Schat­ten werfen, sich aber ein ums andere mal auf kor­rek­tes Maß zurück­stut­zen lassen müssen. Und zwar mit ein­fa­chen Wahr­hei­ten. Ja, die USA könnte die Nato ver­las­sen. Nein, die USA haben dies nicht vor. Das ZDF, immer mit sal­bungs­vol­len Worten zur Stelle, wenn der Kanz­le­rin ein Her­ze­leid droht, seufzte am 11.7. in der Heute-Sendung von 19 Uhr auch ver­nehm­lich auf und ver­kün­dete: „Die Nato blickt in eine unge­wisse Zukunft – nach Jahren der Soli­da­ri­tät“. Womit wir beim Kern des Pro­blems sind, der Soli­da­ri­tät. Denn die ging vor allem in eine Rich­tung. Die USA schul­ter­ten den Löwen­an­teil der Ver­tei­di­gungs­aus­ga­ben und fordern ihre NATO-Partner seit Jahr­zehn­ten auf, dem abzu­hel­fen. Gesche­hen ist unter Clinton, Bush und Obama indes wenig. Erst seit die „trump­sche Art“, die Dinge einfach beim Namen zu nennen den Euro­pä­ern bis ins Mark drang, geschieht offen­sicht­lich etwas. weiter lesen

Auf jedem Schiff, das schleppt und segelt, ein Grüner den Papierkram regelt

3

Was hat die Welt doch für ein Glück, dass es deut­sche TV-Stern­chen gibt, die von Köln oder Berlin aus den maxi­ma­len Durch­blick haben über das, was gesche­hen oder unter­las­sen werden muss. Und da die NGO’s hinter den Schif­fen, die den Küs­ten­schlamm vor Afrika auf­wüh­len, durch Italien, Malta, Spanien und Frank­reich ihr Geschäfts­mo­dell in Frage gestellt sehen, wendet man sich an jene Ulk­nu­deln, die neu­er­dings im Auftrag der höheren Moral an einer media­len Front unter­wegs sind, die nur zwei Extreme zu kennen scheint: Die einen wollen die Migran­ten angeb­lich ersau­fen sehen, die anderen wollen sie im Gru­ne­wald oder an die But­ter­seite der Alster ansie­deln. Nach Jan Böh­mer­mann hat nun auch Klaas Heufer-Umlauf eine solche Aktion gestar­tet. Eine Aktion der Mensch­lich­keit, nicht der Politik, so betont der Men­schen­recht­ler. Als in der Sache kun­di­ger Staats­recht­ler wird Heufer-Umlauf den reni­ten­ten Ita­lie­nern, die, dun­kel­eu­ro­pä­isch wie sie nun gewor­den seien, schon noch die Leviten lesen! Die schlie­ßen ihre Häfen für die Ret­ter­schiffe, was die Aktion Heufer-Umlaufs doch arg in Bedräng­nis brächte. Den Einwand wischt Blo­cka­de­bre­cher Heufer-Umlauf mit einem „Das werden wir sehen“ zur Seite. Erzit­tere, Italien, ein Klaas hat geklirrt! weiter lesen

Deggendorfer XXL-Dresscode

4

Das ziehe ich nicht an“ – diesen Spruch kennt wohl jede Mutter und jeder Vater von Kindern im Alter von zwölf bis sech­zehn Jahren. Beklei­dungs­vor­schläge der Eltern werden in der Regel eher unwil­lig kom­men­tiert, nachdem diese mit dem in Stein gemei­ßel­ten Satz „So willst du doch wohl nicht aus dem Haus gehen“ ver­such­ten, beson­ders den Beklei­dungs­stil des ado­les­zen­ten Töch­ter­leins zu maß­re­geln. Für Eltern gehen solche Dis­kus­sio­nen selten gut aus. Noch weniger für Lehrer und Schul­be­hör­den, weshalb man in vielen Ländern, beson­ders wenn sie vom eng­li­schen Schul­sys­tem inspi­riert sind, Schul­uni­for­men vor­schreibt. Es ist die Bra­chi­al­me­thode, von der ich als liberal ein­ge­stell­ter Mensch jedoch nicht allzu viel halte. Die Mode ist das Betä­ti­gungs­feld der Jugend, auf dem sie sich aus­pro­biert, pro­vo­ziert und bewusst ver­sucht, Grenzen zu finden, die sie über­schrei­ten kann. An Schulen führte dies zu allen Zeiten zu Aus­ein­an­der­set­zun­gen, oft gepaart mit einer recht pau­scha­li­sier­ten Kapi­ta­lis­mus­kri­tik seitens der Lehrer, die dem Wett­rüs­ten der Mar­ken­kla­mot­ten schon auf­grund feh­len­der Fach­kennt­nis ansons­ten recht hilflos gegen­über­stan­den. Der Versuch, sich mit­hilfe der elter­li­chen Kre­dit­karte Respekt zu ver­schaf­fen, führe zu Aus­gren­zung, Mobbing und Min­der­wer­tig­keits­ge­füh­len bei den „abge­häng­ten“ Mit­schü­lern, deren Paten­on­kel oder -tante nicht Visa oder Mas­ter­Card sei, so hieß es. Hier päd­ago­gisch gegen­zu­steu­ern, gelang in unserem recht dys­funk­tio­na­len und unter­fi­nan­zier­ten Bil­dungs­sys­tem mal besser und mal schlech­ter. weiter lesen

We the people…

8

Gestern hatte einer der groß­ar­tigs­ten Texte der Mensch­heit Geburts­tag: die ame­ri­ka­ni­sche Unab­hän­gig­keits­er­klä­rung. Es darf deshalb als pein­li­che Posse betrach­tet werden, dass das Zitat einer der Pas­sa­gen dieses Textes bei Face­book – einem ame­ri­ka­ni­schen Unter­neh­men wohl­ge­merkt – als „Hass­rede“ gelöscht wurde. Pein­lich, pein­lich! Und schnell kor­ri­giert. Wer konnte auch ahnen, dass ein Algo­rith­mus, der trai­niert ist, die Worte jedes Satzes los­ge­löst vom Kontext zu einer Quer­summe der „poli­ti­cal cor­rec­t­ness“ zusam­men­zu­zie­hen, los­ge­las­sen auf his­to­ri­sche Texte, solche Ver­hee­run­gen anrich­tet! Wir hätten dies wissen können! Ja, müssen! Denn es spielt keine Rolle, wem man das Amt des Zensors über­trägt. Ent­schei­dend ist, dass es einen solchen nicht geben darf. Schlimm ist, dass es am Ver­ständ­nis für derlei „Zen­sur­pan­nen“ nicht fehlt. Denn Jef­fer­sons Wort­wahl „Indian Savages“ (india­ni­sche Wilde) zu tadeln, halten nicht wenige für richtig. Selbst bei der auf diese Weise zen­sier­ten Zeitung „The Vin­di­ca­tor*”. weiter lesen