Die guten und die bösen Islamisten

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Selektive Wahrnehmung und Appeasement in Europa

Noch vor wenigen Wochen wurden die Frie­dens­be­weg­ten hier­zu­lande nicht müde zu fordern, Israel müsse mit der Hamas ver­han­deln. Und das waren noch die mode­ra­tes­ten Stimmen! Andere ver­gli­chen Israels Armee schon mal mit jener der Nazis und glaub­ten an einen neuen Völ­ker­mord. Die Hamas sei schließ­lich die gewählte Regie­rung im Gaza­strei­fen, sagte man. Ver­hand­lun­gen seien unum­gäng­lich. Nun macht eine Schwalbe noch keinen Sommer und eine Wahl noch keine Demo­kra­tie – sowas lernt man auf jeder Dik­ta­to­ren­schule. Außer­dem steht und stand die Hamas auf der Ter­ror­liste des EU Minis­ter­rats und bei aller berech­tig­ten Häme und Miss­trauen gegen die Insti­tu­tio­nen der EU… auf diese Liste kommt man nicht, weil man krumme Gurken ver­kauft oder zu schnell durch Brüssel gefah­ren ist. weiter lesen

Wie man die richtigen Fragen stellt

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Wie man die richtigen Fragen stellt

Das absolut unab­hän­gige Nach­rich­ten­ma­ga­zin RT​.COM (Russia Today) besticht seit langem durch seine aus­ge­wo­gene Bericht­erstat­tung und Neu­tra­li­tät. Dieser Satz ist nicht gänz­lich frei von Ironie.

Es ist ja nicht so, dass RT seine Zuschauer und Leser nicht nach ihrer Meinung fragt – aller­dings holt man nur genau die Mei­nun­gen beim Beob­ach­ter ab, die einem in den Kram passen. Immer wieder gern werden in Online-Medien ja Umfra­gen gestar­tet. Welches Smart­phone man kaufen will, wie zufrie­den man mit einem Auto ist oder welche Partei man am Sonntag wählen würde. Eine Online-Umfrage von RT vom 10.9.2014 hat mir beson­ders gut gefal­len, weshalb ich sie hier mal kurz wie­der­gebe: weiter lesen

Ich ergreife Partei

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Ich ergreife Partei

Wir haben uns fein ein­ge­rich­tet in unserer huma­ni­tä­ren Wolke. Wir sind die guten, weil wir seit einigen Jahren unsere Nach­barn nicht mehr über­fal­len haben, Geld für Flut­op­fer, Tier­heime, kleine Afri­ka­ner mit dicken Bäuchen und paläs­ti­nen­si­sche Flücht­linge spenden. Wir gehen auf die Straße und pro­tes­tie­ren gegen Israel – haben aber natür­lich nichts gegen Juden! Ein biss­chen Protest muss schon sein, das gehört zur Empö­rungs­kul­tur. Wenn’s mal eine Weile nicht kracht im hei­li­gen Land, haben wir tolle Ideen für das fried­li­che Zusam­men­le­ben von Israe­lis und Paläs­ti­nen­sern und unsere Kinder malen in der Schule Bilder, wie die Kinder der Israe­lis und Paläs­ti­nen­ser Hand in Hand lächelnd unter dem blauen Himmel stehen.
Wir geben das Geld ja auch gern! Unsere Regie­rung, wir kleinen Leute…alle. Wir wollen auch gar nicht so genau wissen, was das UNRWA mit dem Geld so alles treibt. Es wird schon was bei den Men­schen ankom­men – Prinzip Gieß­kanne.
Nun hat das Tun­nel­netz der Hamas offen­bar Ausmaße erreicht, an die das Stra­ßen­netz in Gaza kaum noch her­an­reicht – aber die Bewoh­ner des Gaza­strei­fens nutzen diese Tunnel ja nach Meinung einiger Jour­na­lis­ten nur dazu, mal „kurz die Luft der Frei­heit“ zu schnup­pern. Aus­ge­rech­net Israe­li­sche Luft.
Krieg ist immer Scheiße. Ganz egal wie gerecht, not­wen­dig, hel­den­haft oder heilig er ist. Seit Kriege nicht mehr zwi­schen Armeen auf einem Schlacht­feld zwi­schen zwei Hügeln aus­ge­tra­gen werden, kosten sie immer zivile Opfer. Kinder, Frauen, „Unschul­dige“, Alte, Wehr­lose… Männer sterben übri­gens auch.
Wie sieht nun im Fall Gaza die Alter­na­tive aus? Ich muss ehrlich zugeben, dass ich keine Ahnung habe! Ich werde auch keine Beleh­run­gen über die Ver­hält­nis­mä­ßig­keit aus­sto­ßen, weil das von hier aus niemand beur­tei­len kann. Ich könnte resi­gniert den Kopf schüt­teln und denken, dass beide Seiten mal wieder keine Gele­gen­heit aus­las­sen, eine Chance zu ver­pas­sen. Fragt man sich aber mal, wem die aktu­elle Situa­tion nützt, kommt man zu dem Ergeb­nis, dass die Hamas nun all das hat, was sie eigent­lich will. All ihr Bestre­ben gilt dem Kampf gegen Israel. Ihre gesamte Orga­ni­sa­ti­ons- und Infra­struk­tur ist darauf gerich­tet. weiter lesen

Von Schornsteinen und Schweinen oder wie mir die Wurst ausgetrieben wurde

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Quelle: Bart1983 - Fotolia.com
Quelle: Bart1983 – Fotolia​.com

Ich will von einer Abnei­gung berich­ten. Einer ganz aus­ge­präg­ten Abnei­gung. Weil sich diese dem Außen­ste­hen­den aber sicher nicht so leicht erschließt, werde ich einige Zeit vor dem auf­tre­ten dieser Abnei­gung mit meinem Bericht begin­nen. Mit meinem Eltern­haus. Eigent­lich ist es ja das Haus meiner Groß­el­tern. 1949 steht mit kleinen Zie­gel­stein­chen am Schorn­stein geschrie­ben. Mein Groß­va­ter hat es nach dem Krieg gebaut. Die Steine dafür stamm­ten aus den Ruinen eines ein­ge­stürz­ten Fabrik­schorn­steins. Beste Klinker, kein ein­zi­ger recht­eckig, alles Trapeze. Zwar war der „Abbau“ dieser Steine illegal und es stand nur ein kleiner Bol­ler­wa­gen zur Ver­fü­gung, um die Steine vom fünf Kilo­me­ter ent­fern­ten Abbau­ge­biet zu fördern und das ging auch nur nachts – aber es wurde geschafft. So war mein Groß­va­ter schnel­ler mit dem Trans­port als die Russen, die – wenig wäh­le­risch – alles vom zer­bomb­ten Werks­ge­lände weg­schlepp­ten, was ihnen wert­voll erschien. Die Steine ließen sie meinem Opa. weiter lesen

Warum Vanilleeis mein Lieblingseis ist

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Quelle: fotolia.de
Quelle: fotolia​.de

Vor vier Tagen brachen wir von Alice Springs auf. Die som­mer­spros­sige Dame in der Miet­wa­gen­firma run­zelte zwar etwas die Stirn, als wir ihr unsere geplante Strecke auf der Rück­seite des Miet­ver­tra­ges skiz­zier­ten, sah aber letzt­lich doch von einer höheren Kaution ab. Allrad wollten wir sowieso nehmen. Noch Vorräte, Wasser und Diesel für eine Woche kaufen, beim Parkran­ger ord­nungs­ge­mäß abmel­den und los geht’s. Ich hätte mich nie darauf ein­las­sen sollen.

Es ist Novem­ber und der Sommer im vollen Gange. Vor uns liegen 500 km „Simpson desert“, eine der tro­ckens­ten Orte dieses Pla­ne­ten. Der „eyre creek“, der im Früh­ling rei­ßende, gelb­braune Schlam­m­as­sen am öst­li­chen Rand der wüste vor­bei­führt, ist im Sommer restlos aus­ge­trock­net. Diesen „Fluss­lauf“ zu finden sollte nicht schwer sein. Von dort sind es nur noch etwas weniger als 40 km bis nach Birds­ville, wo wir unser getreues Land­ro­ver-Ross auf einen Zug laden können. Die rest­li­chen 1.470 km bis Bris­bane sitzen wir dann bequem auf „einer Backe ab“. weiter lesen