Für alles offen und nicht ganz dicht

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Die Hilfs­be­reit­schaft in München und anderen Städten schaffte es, die Welt­öf­fent­lich­keit vom so genann­ten Dun­kel­deutsch­land abzu­len­ken und wenn man andern­tags die Presse ver­folge erfuhr man, wie beein­druckt das Ausland von den Deut­schen war. Das haben wir aber auch wirk­lich endlich mal gebraucht! Schließ­lich hatten die Grie­chen und viele Kom­men­ta­to­ren welt­weit noch vor wenigen Wochen nicht ver­stan­den, wie gut wir es mit ihnen, Europa und der ganzen Welt meinen. Dabei hassen wir es wie die Pest, nicht geliebt und bewun­dert zu werden. Wir bewei­nen die Opfer des Holo­caust, sparen Energie und trennen unseren Müll. Wir können eigent­lich alles besser als alle Anderen – nicht nur Autos bauen und Fußball spielen. Nun ja, Gewehre, Flug­hä­fen und Phil­har­mo­nien können wir nicht so gut, das soziale Gefälle bei uns ist stark wie kaum in einem anderen Land und unsere Infra­struk­tur brö­ckelt bedenk­lich vor sich hin. Aber Kli­ma­ret­tung ist bei uns Chef­sa­che, genau wie nun die Flücht­lings­krise. Wir kri­ti­sie­ren Amerika, lieben es aber nach New York zum Shoppen oder nach Las Vegas zum Protzen zu fliegen und schlüp­fen Nacht für Nacht unter die schüt­zende Decke, die das böse ame­ri­ka­ni­sche Militär seit Jahr­zehn­ten über uns breitet. Die Decke kratzt etwas, hielt uns aber viele Jahre lang die Pro­bleme der Welt vom Pelz. weiter lesen

Hiobs Zimmer

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Quelle: www.talkurbex.com
Quelle: www​.tal​kurbex​.com

Ich bin ein prag­ma­ti­scher Rei­sen­der. Beson­ders wenn ich nicht zum Zweck der Erho­lung und allein unter­wegs bin, stecke ich so mache Absteige locker weg. Selbst wenn mich das Rei­se­fie­ber in ferne Länder treibt, gilt mein Inter­esse eher dem Land, seinen Men­schen und den Kul­tu­rel­len High­lights, die mich dorthin gezogen haben. Mit anderen Worten: Als pro­fes­sio­nel­ler Hotel­tes­ter würde ich elen­dig­lich ver­hun­gern! Dabei ist es natür­lich nicht so, dass ich Mängel nicht sehe, im Gegen­teil! Ich kann aber im Inter­esse von Stim­mung, Laune und den zu erwar­ten­den Aben­teu­ern lächelnd über vieles hinweg sehen. It’s not an Bug, it’s a feature! Fahr­stuhl defekt und das Zimmer liegt im fünften Stock­werk? Man soll ja sowieso mehr für seine Fitness tun. Ein Blitz hat das Wifi des Hotels außer Gefecht gesetzt? Zum Glück war ich noch nicht da! Auf der Fahrt zum abge­le­gen Hotel irgendwo in Meck­len­burg über­fahre ich fast einen Strauß? Safari hatte ich gar nicht gebucht, ein kos­ten­lo­ses Extra! Aus Dusche und Was­ser­hahn plörrt ver­schie­den­far­bi­ges Wasser? In Ägypten soll man sel­bi­ges ja sowieso nicht mal zum Zäh­ne­put­zen ver­wen­den. Sicher schickt das Hotel so eine Warnung durch die Lei­tun­gen. weiter lesen

Flucht und Verantwortung

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Unter dem Schlag­wort „Flücht­lings­krise“ wird heute gern all das zusam­men­ge­fasst, was derzeit rund um Mit­tel­meer, Europa und Öster­reich und Deutsch­land im Spe­zi­el­len an mensch­li­chem Elend zu beob­ach­ten ist. Aus meiner Familie und von Freun­den werde ich seit Wochen gefragt, warum ich denn zu diesem Thema nichts zu schrei­ben hätte und ob mich spe­zi­ell dieses Elend womög­lich nicht inter­es­sie­ren würde. Doch, das tut es. Es fällt mir in dem Zusam­men­hang nur unend­lich schwer, einen klaren Stand­punkt zu finden. Seit Wochen kämpfe ich mit diesen Zeilen, wäge ab, ver­werfe, gewichte neu. Es bleibt bei einem ver­zwei­fel­ten „keine Ahnung, was nun am besten zu tun ist“. Ich werde im Fol­gen­den ver­su­chen, mich dem Thema von ver­schie­de­nen Seiten zu nähern, muss dazu aber etwas weiter aus­ho­len. Haben Sie also bitte etwas Geduld mit mir. weiter lesen

Erst ignorieren, dann nicht ausreden lassen – so macht man Konfrontation

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Man könnte sich fragen, was die EU mit all ihrer Regu­lie­rungs- und Kon­troll­macht ver­an­lasst hat, den grie­chi­schen Pati­en­ten fünf Jahre lang aus der Ferne zuzu­se­hen, sich regel­mä­ßig aus Athen über das sin­kende Fieber infor­mie­ren zu lassen und zu glauben, das würde am Ende gut aus­ge­hen! Trotz all der wenig über­zeu­gen­den aber positiv inter­pre­tier­ten Zahlen über Wirt­schafts­wachs­tum und Pri­mär­über­schuss hat man es nicht für nötig gehal­ten (oder wurde daran gehin­dert), die Dosie­rung der Medizin zu über­prü­fen und ab und an mal nach dem Rechten zu sehen – der Patient ließ sich ja auch nur ungern unter die Röcke schauen, wer tut das schon gern. weiter lesen

Es fühlt sich schon wie Krieg an

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In einer Bezie­hung gibt es Dinge, Vor­komm­nisse, Taten oder Worte, deren Aus­spra­che jedes Stück Por­zel­lan, das viel­leicht schon den einen oder anderen Riss hat, zum Zer­bers­ten bringt. Fast uner­träg­lich ist es nach solchen Momen­ten, dass die Partner in den meisten Fällen nicht einfach ihrer Wege gehen können, weil viele Fäden sie noch lange anein­an­der fesseln. Das Haus, die Kinder, Freunde, Geld, Schul­den. Man sitzt oft noch Monate und Jahre im selben Raum, spricht noch mit­ein­an­der obwohl man sich längst nichts mehr zu sagen hat und selbst ein harm­lo­ses „Guten Morgen“ wird auf ver­bor­gene Gemein­hei­ten abge­klopft. Man miss­traut ein­an­der, jeder fühlt sich ver­ra­ten und sich selbst fast voll­kom­men unschul­dig an den Gescheh­nis­sen. weiter lesen

Das Universum in der Millisekunde

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Oder: Wer hat den Schnellsten?

Was kann man mit 100 Euro alles kaufen? Vor einigen Jahren ant­wor­tete Claudia Schif­fer auf diese Frage „100 Euro? Dafür bekomme ich ja nicht mal ein T-Shirt!“. Heute könnte man dafür je nach Talent und Bedürf­nis­sen in Europa zwi­schen einer Stunde und einem Monat leben, 5–7 mal ins Kino gehen, zweimal voll­tan­ken oder zwei Monats­kar­ten für Bus und Bahn kaufen.

Sie könnten dafür auch morgens um 9 Uhr einen Kredit über 1.000 Euro auf­neh­men, das Geld für die Anzah­lung eines 10.000 Euro Kre­di­tes ver­wen­den und zu einem schnel­len Com­pu­ter gehen, der den inter­na­tio­na­len Han­dels­plät­zen in New York, London oder Frank­furt mög­lichst nahe ist (es geht wirk­lich um jeden Meter). Sie müssen sich beeilen, denn ihre Kre­dit­ge­ber erwar­ten 1.100 Euro bzw. 11.000 Euro um 18 Uhr von Ihnen zurück. Aber der Yen steht gerade günstig, Sie haben viel­leicht einen Freund bei Toyota der Ihnen ver­ra­ten hat, dass die Gewinne in diesem Quartal besser oder schlech­ter als erwar­tet sein werden. Es kann los­ge­hen, Sie haben ja einen schnel­len Com­pu­ter. Sie kaufen und ver­kau­fen Yen und Toyota-Aktien (die Sie sich viel­leicht auch gerade gelie­hen haben), einige Mil­lio­nen mal pro Sekunde. Sie wissen Bescheid, Sie sind im Vorteil, also halten Sie sich ran! Ihr Algo­rith­mus ist ein ganz schlauer denn er sorgt dafür, dass Sie an jeder Trans­ak­tion in der 5. Stelle nach dem Komma ver­die­nen. weiter lesen

Pfeift auf Griechenland, rettet die Griechen!

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Wenn es auf­grund von Bür­ger­krie­gen, Erd­be­ben, Miss­wirt­schaft oder anderen Kata­stro­phen zu unhalt­ba­ren huma­ni­tä­ren Zustän­den in einem Land kommt, wenn die lokale Regie­rung nicht mehr in der Lage ist, ihren admi­nis­tra­ti­ven Pflich­ten nach­zu­kom­men, dann wenden sich inter­na­tio­nale Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen direkt an die Men­schen. Grie­chen­land ist auf dem Weg, ein solcher „Failed State“ zu werden. Ver­hand­lun­gen mit der grie­chi­schen Regie­rung konnten dies offen­sicht­lich nicht mehr ver­hin­dern. Die EU scheint bereits umzu­schwen­ken und sich auf die huma­ni­täre Hilfe für die Grie­chen vor­zu­be­rei­ten. Für die Grie­chen, nicht für Grie­chen­land. weiter lesen

Von der Freiheit der Interpretation

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In Schu­lun­gen für Tele­fon­mar­ke­ting lernt man Fragen zu ver­mei­den, die auf der anderen Seite schnell und ein­deu­tig mit ja oder nein beant­wor­tet werden können. Unsere täg­li­chen Ent­schei­dun­gen ver­su­chen wir nach Mög­lich­keit auf ja oder nein zu redu­zie­ren – die Hose passt, oder nicht. Das Essen schmeckt, oder eben nicht. Die Bibel ist hier auch ein­deu­tig: „Eure Rede sei ja, ja – nein, nein. Alles andere ist von übel“. Was aber, wenn man die Frage nicht ver­steht oder die Kon­se­quen­zen, die sich aus einer Antwort ergeben, allzu schreck­lich sind? weiter lesen

Bargeld ist Wahrgeld, Freiheit, unverzichtbar!

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In ver­schie­de­nen Ländern Europas wird seit einiger Zeit und immer mal wieder der Versuch unter­nom­men, ein angeb­li­ches Relikt aus der Ver­gan­gen­heit abzu­schaf­fen: Das Bargeld. Für den Euro­raum gibt es angeb­lich Über­le­gun­gen, dies bereits 2018 zu tun.

Natür­lich wird uns das nicht als Verlust ver­kauft, es werden – ähnlich wie bei der Ein­füh­rung des Euro – die Vor­teile her­vor­ge­ho­ben. Der Euro erleich­tert uns ja angeb­lich das Geld­aus­ge­ben im Urlaub, weil nichts mehr umge­rech­net werden muss und dem unbe­darf­ten Urlau­ber das Schlep­pen von Lira-Bündeln und Peseten-Haufen erspart bliebe. Nun wissen wir aber, dass es zum Urlaubs­er­leb­nis gehört, mit fremder Währung zu bezah­len und Preise zu ver­glei­chen. Und wer möchte schon bei einem Ägypten-Urlaub auf die nütz­li­chen 1$-Noten ver­zich­ten, wenn es das all überall fällige Bak­schisch zu ent­rich­ten gilt und die Ägypter nur Scheine akzep­tie­ren? Andere Wäh­run­gen sind also durch­aus nütz­lich, nicht zuletzt erzäh­len sie uns viel über das Selbst­ver­ständ­nis des aus­ge­ben­den Landes und dessen Geschichte. Aber zurück zum Versuch, uns das Bargeld als solches „madig“ zu machen. Was steckt dahin­ter? weiter lesen

Griechenland in der „Demokritie“

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Worüber sollen die Grie­chen am 5.7. eigent­lich abstim­men? Über ein Spar­pro­gramm, das nicht mehr vor­liegt? Über Ret­tungs­gel­der, die längst ver­fal­len sind? Über Reform­vor­schläge, die keiner kennt und welche die Regie­rung Grie­chen­lands ablehnt? Tsipras stellt sein Volk vor eine Wahl, die es nie hatte um Wahl­ver­spre­chen zu erfül­len, die er nie hätte machen dürfen. Wenn es eines Bewei­ses bedurfte, dass diese links/rechte Gur­ken­truppe keine Regie­rung, sondern eine Kata­stro­phe für Grie­chen­land ist, wurde er heute erbracht. weiter lesen

Rette mich wer kann!

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Nun also doch. Tsipras bringt sich in Sicher­heit, indem er ein Refe­ren­dum durch­füh­ren lässt, bei dem er das grie­chi­sche Volk über nichts weniger als den Ver­bleib im Euro abstim­men lässt. Das sagt er zwar nicht so expli­zit, er stellt die Frage anders: „Wollt ihr den totalen Spar­kurs?“ und fügt gleich noch hinzu „Also ich will den auf keinen Fall!“.

Nicht dass ich hier falsch ver­stan­den werde, das nun geplante Aus­schei­den aus dem Euro halte ich für das Beste, was Grie­chen­land derzeit tun kann. Die erra­ti­schen Hand­lun­gen der grie­chi­schen Regie­rung um das Aus­schei­den her­bei­zu­füh­ren sind es, die mich fas­sungs­los machen. Die Ankün­di­gung des Refe­ren­dums samt der Emp­feh­lung mit Nein zu stimmen hat für klare Ver­hält­nisse gesorgt. Für klar chao­ti­sche Ver­hält­nisse. Es ist als hätte der Chef­me­teo­ro­loge zur besten Sen­de­zeit einen gigan­ti­schen Sturm ange­kün­digt und anstatt die Bevöl­ke­rung zur Ruhe zu gemah­nen gesagt, er werde nun noch mal schnell einen Super­markt plün­dern, weil ja morgen eh alles kaputt sei. weiter lesen

Hoffnung und Vergeblichkeit

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Gerd Buur­mann ist wie wir alle ent­setzt über den Terror, der heute über die Men­schen in Tune­sien, Frank­reich und Kuwait gekom­men ist. In seinem Blog appel­liert er an die schwei­gende Mehr­heit der fried­lie­ben­den Muslime, sich endlich gegen solche Taten zu empören.

Lieber Gerd,

Du appel­lierst an den Huma­nis­mus der Muslime. Das ist löblich, aber ver­geb­lich. Du bist zuerst Mensch, dann Christ. Für Dich kann jemand ein Arsch­loch, Voll­idiot oder Mörder sein, ohne dass Du seine Reli­gion auch nur kennst, weil Du die Men­schen nach ihren Taten beur­teilst. Du kannst jede noch so spin­nerte Idee ertra­gen, die jemand hat, wenn diese Idee nicht das Leben anderer Men­schen ver­letzt oder zu deren Mord aufruft. weiter lesen

Dummheit-Macht-Politik

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Die Deut­schen sind ver­liebt in ihre Währung. Zwei totale Zusam­men­brü­che nach Welt­krieg Eins nebst Welt­wirt­schafts­krise der Zwan­zi­ger Jahre und dem Zweiten Welt­krieg haben hier­zu­lande die Evo­lu­tion zur „Schwä­bi­schen Haus­frau“ erst möglich gemacht. „Schaffe, schaffe: Häusle baue“ einer­seits, „Hund ver­kau­fed‘, selber belled“ auf der anderen. Kaum ein anderes Land ist so beses­sen vom Sparen und der „hohen Kante“ oder arg­wöhnt derart bei „Kredit“ und „Pump“. Zuge­ge­ben, das klappt auch hier­zu­lande nicht immer wirk­lich gut. Bund, Länder und Kom­mu­nen sind im Grunde über beide Ohren ver­schul­det und einige Kom­mu­nen – wie so manche Stadt im Ruhr­ge­biet – haben auch die Ohren nicht mehr über Wasser, aber alles in allem kann Deutsch­land seinen Schul­den­dienst pünkt­lich bedie­nen. Die Alli­ier­ten gaben den West­deut­schen die D-Mark (und schufen damit de Facto auch für die nicht so weit ent­fern­ten Ost-Deut­schen den Wäh­rungs­stan­dard, weil es eben „echte“ und „Alu­blech­mark“ gab) welche zu einer Sta­bi­len Währung wurde, der die Men­schen ver­trauen. Regie­run­gen kamen und gingen, die D-Mark blieb wie sie war. Das stetige Wirt­schafts­wachs­tum mit nur wenigen „Knicks“ sorgte dafür, dass die Deut­schen nach dem Krieg nie eine massive Abwer­tung ihres Geldes hin­neh­men mussten, wie etwa Frank­reich, Italien oder Grie­chen­land dies zu tun gezwun­gen waren. Der Sog der D-Mark machte es 1990 auch unmög­lich, einen anderen, für die marode DDR-Wirt­schaft scho­nen­de­ren Weg als die bedin­gungs­lose Kapi­tu­la­tion ein­zu­schla­gen: Die schnellst­mög­li­che Wie­der­ver­ei­ni­gung – die eigent­lich ein Bei­tritt war – erwies sich als unum­gäng­lich. weiter lesen

Die Bahn kommt nicht!

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Und es ist mir per­sön­lich kom­plett wurscht! Ich lebe auf dem platten Land und mein ein­zi­ger Kontakt zum ÖPNV besteht in einem freund­li­chen „Hallo“ zu meinem Nach­barn, der als Bus­fah­rer arbei­tet. Jeder Ort, den ich nicht zu Fuß errei­chen kann oder mangels Zula­de­ka­pa­zi­tät oder Zeit will, wird von mir auf umwelt­schäd­li­che Weise per Auto oder Flug­zeug ange­steu­ert. Solange es gesell­schaft­lich noch gedul­det wird, dass es Men­schen wie mich gibt, die weit weg von U-, S- und DieBahn leben, um ihren Lebens­un­ter­halt zu bestrei­ten aber in die große weite Stadt und Welt hinaus müssen, werde ich mich dessen auch nicht schämen. Ich schaffe es, meine Wege per Auto so genau zu timen, dass mir auch Staus, Streiks, Frost, Hagel­schlag und Masern­epe­de­mieen nicht den Tag ver­mie­sen können – was natür­lich nicht bedeu­tet, dass ich immer und überall pünkt­lich bin. Wer will das schon! weiter lesen

Die Nachtwölfe und die nicht genutzte Chance

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Putins Biker werden am 9. Mai ver­mut­lich nicht durch Berlin knat­tern, um der gefal­le­nen Rot­ar­mis­ten des zweiten Welt­krie­ges zu geden­ken und ihre „Sie­ges­fahrt“ zu krönen. Schade, dabei hätte das ein echter Spaß werden können. Man hat es von rus­si­scher Seiten aber auch wirk­lich unge­schickt vor­be­rei­tet: Einfach mal so durch Polen fahren? Wie unsen­si­bel! Warum nicht statt­des­sen eine gemein­same Stern­fahrt mit einen deut­schen Rocker­club nach War­schau um dort des unse­li­gen Hitler-Stalin-Paktes zu geden­ken, der den Polen im Sep­tem­ber 1939 einen über­ra­schen­den Zwei­fron­ten­krieg samt anschlie­ßen­der Auf­tei­lung bescherte? Statt­des­sen wählt man die Route so, dass man unwei­ger­lich an eine Reihe von Domi­no­stei­nen denkt, die vor 70 Jahren einer nach dem anderen unter Sowje­ti­sche Vor­herr­schaft gerie­ten – und es für viele Jahre der „brü­der­li­chen Freund­schaft“* auch blieben. weiter lesen