Tagesschau: Assad soll bestätigen, dass Israel nicht lügt

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Syrien ist für Nachrichtenagenturen und deutsche Medien mutmaßlich ein Buch mit sieben Siegeln. Mutmaßlich befindet es sich im Krieg, mutmaßlich knabberte sich der IS im Osten ein großes Stück davon ab, mutmaßlich knabbert auch Erdogan im Norden kräftig mit und mutmaßlich gibt es auch mit dem südlichen Nachbarn Israel noch immer keinen Friedensvertrag – mutmaßlich deshalb, weil nach den Angriffskriegen, welche der mutmaßliche Vater des heutigen syrischen Diktators Assad gegen den jüdischen Staat geführt hatte, keine Aussicht für die syrische Armee mehr besteht, jemals wieder die Golanhöhen zu betreten und von dort aus ganz Nordisrael wie auf einem Präsentierteller zu haben. Mutmaßlich haben die Israelis einfach die Nase voll davon, sich von ihren Nachbarn mit Auslöschung bedrohen zu lassen. Alles nur Mutmaßungen, denn wer kennt schon die Wahrheit! Unsere Journalisten jedenfalls kennen sie nicht und ergehen sich gern in vagen Andeutungen – es sei denn, man kann Israel irgendwas ans Zeug flicken, dann ist die Sache sehr viel klarer! Besatzer, Apartheid, Völkermord…kräftige Vokabeln sind schnell bei der Hand, genauer hinsehen muss man nicht, Mutmaßungen werden bei solchen Gelegenheiten zu Dogmen, die von öffentlich-rechtlichen Kanzeln gepredigt werden. weiter lesen

Lauren Southern – ein leichter Fang mit “Schedule 7”

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„Schedule 7“ ist ein Bündel von durchaus sinnvollen administrativen und polizeilichen Maßnahmen, das in Großbritannien für die Terrorbekämpfung angewendet wird – Lauren Southern weiß das nun genau. Diese Maßnahmen erlauben es der britischen Polizei, auf mögliche terroristische Bedrohungen schnell und unmittelbar zu reagieren und auch Verhaftungen und Verhöre vorzunehmen. Man hatte bei der Verabschiedung der entsprechenden Gesetze an genau jene Art von Terrorismus gedacht, der die Welt und damit auch Großbritannien seit fast 20 Jahren in Atem hält. Die für die Verabschiedung nötige Erfahrung hatte man sich in einer Jahrzehntelangen blutigen Schlacht gegen die terroristische IRA erworben. Doch auch wenn wir die aktuelle Erfolgsquote von MI5 und Scotland Yard nicht wirklich kennen, schlüpften doch noch immer so viele Attentäter durch die Maschen der Abwehrnetze, dass es im ganzen Land seit 2005 immer wieder zu islamistisch motivierten Terroranschlägen gekommen war. weiter lesen

Deus ex FAZ – Don Alphonso wird abgeschaltet

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Die einen lieben seine Texte, die anderen hassen sie – wobei ich von der letzten Gruppe erst heute wirklich Kenntnis erhielt, weil dort, wo besagte Texte zu finden waren, sich fast ausschließlich seine Bewunderer tummelten. Die Rede ist von Don Alphonso, dem selbsternannten „Steigbügelausrüster der Reiter der Apokalypse“ und seinen Blogs bei der FAZ, die zum Ende des Monats eingestellt werden. Die Begründung der FAZ kam per Twitter und es ist von „thematischer Neuordnung“ und der „Bloggerplattform als Experimentierfeld“, an anderer Stelle auch von „Platz schaffen“ die Rede. weiter lesen

Geschichtsklitterung im Dienst der Politik

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Oder: wie Kevin Spacey Hillary Clinton doch noch ins Weiße Haus bringt

Zugegeben, als vor einigen Monaten pikante Details über die Vorlieben Kevin Spaceys an die Öffentlichkeit gezerrt wurden, zog sich auch bei mir leicht angewidert eine Augenbraue hoch. Die Serie „House of cards“ jedoch, die Spacey mitentwickelt hatte und die für den internationalen Durchbruch des Streamingdienstes „Netflix“ sorgte, hielt ich für immun gegen die Anwürfe. Wenigstens in Deutschland, so dachte ich, dem Land, dessen „Kanzler der Einheit“ seine schmutzigen Koffergeheimnisse mit ins Grab nahm, werde man zwischen der künstlerischen Leistung Spaceys und dessen privaten Verfehlungen scharf unterscheiden. Dem war nicht so. Und auch als später aus den Anwürfen Anklagen wurden, wartete man mit der medialen Hinrichtung nicht ab, bis tatsächlich ein Urteil gesprochen sein würde. Das ist heute so üblich, auch in Deutschland. Wer das nicht glaubt, schaue sich die Causa Kachelmann näher an. weiter lesen

Antwort von „Team Baerbock“

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Nach dem denkwürdigen Interview der frischgebackenen grünen Parteichefin Annalena Baerbock mit dem DLF, bei dem sie in einem Halbsatz verkündete, die technischen Herausforderungen der Energiewende seien gelöst, weil „das Netz der Speicher“ sei, muss es körbeweise Anfragen an die grüne Parteizentrale gegeben haben, wie ich aus gut unterrichteter Quelle weiß. Ich wunderte mich aber schon, dass ich nach über einem Monat auf meine eMail-Anfrage, wie dies denn wohl gemeint gewesen sei, tatsächlich noch eine Antwort vom „Team Baerbock“ erhielt. Diese möchte ich meinen Lesern natürlich nicht vorenthalten, auch wenn es sich nur um eine belanglose Aneinanderreihung von Textbausteinen handelt, welche die grünen Pläne zur Energiewende um keinen Deut konkreter machen. weiter lesen

Das ZDF und “Die Anstalt” im Zeitparadox

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die-anstalt-goes-star-trek-100_1280x720Stellen sie sich vor, sie sind katholischer Priester und eines ihrer Schäfchen äußert spöttisch Zweifel am Dogma der unbefleckten Empfängnis. „Dich kriege ich, Bursche“, denken sie sich. „Ich werd’s dir beweisen, indem ich sachverständigen Expertenrat einhole.“ Kurze Zeit später werfen sie dem Zweifler drei daumendicke Gutachten auf den Tisch und verkünden, dass alle drei Gutachter zu dem Ergebnis gekommen seien, die Sache mit der „immaculata conceptio“ und wie die Kirche sie vertrete, sei korrekt. Bätschi! weiter lesen

DiEM25 – Europas Länder ohne Völker

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DiEM25 auf WiedervorlageMan darf den Humor auch dann nicht verlieren, wenn man über Politik schreibt. Besonders dann nicht, wenn man sich mit den Ideen linker Provenienz beschäftigt. Denn während man sich in Deutschland noch darüber streitet, wie weit die CDU unter Merkel nach links gerückt sei, gibt es auf internationaler Ebene seit einiger Zeit die Gelegenheit, der Geburt einer neuen linken Idee zuzusehen. Besser ausgedrückt, deren Scheitern zu beobachten. Für mich kommt verpflichtend hinzu, dass ich vor ziemlich genau zwei Jahren schon einmal über dieses Projekt berichtete und mir den Fall aufgrund einiger angeberischen Terminversprechen der Protagonisten auf Wiedervorlage gelegt habe. Zwei Jahre sind nun vorüber, der avisierte Termin verstrichen und ich schaue nach, was aus DiEM25 geworden ist. weiter lesen

Justin Trudeau, ein Held in Strumpfhosen

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Trudeau vor dem “Goldenen Tempel” der Sikh in Indien (Sean Kilpatrick/Canadian Press)

Der von den Medien hochgejazzte Premierminister Kanadas, Justin Trudeau, hat bei seinem mehrtägigen Staatsbesuch in Indien offensichtlich einen neuen Rekord im „sich zum Affen machen“ aufgestellt. Darüber findet sich leider leider mal wieder nichts in Spiegel, FAZ oder SZ. Man muss schon in die „Washington Post“ schauen. Nicht allein, dass Trudeau bei öffentlichen Auftritten im Gastland so oft in verschiedene indische Kostümierungen schlüpfte, dass es den Gastgebern schon peinlich war. Es waren wohl auch eher unangemessene Designs dabei, die man in Indien nur als Bräutigam bei einer traditionellen Hochzeit trägt. Auf den meisten Fotos sieht er allerdings eher aus wie ein Pirat, der sich am Set von „Fluch der Karibik“ verlaufen hat. Schwamm drüber, das kann man ja alles noch irgendwie lustig finden, wobei natürlich alle Trudeau-Fans darauf hoffen, dass ihr Idol demnächst nach Papua-Neuguinea reist, um dort nackt mit Baströckchen und Penisköcher in die Kameras zu lächeln. weiter lesen

Graubrot hat kein Terroir – warum Margarete Stokowski nur Bahnhof versteht

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„Zum Sonderpreis von 69 Euro kann man zum Beispiel beim Anbieter “MyHeritage” seine Spucke untersuchen lassen. Man erhält zwei Wattestäbchen, die man eingespeichelt ins Labor schickt. Nach ein paar Wochen gibt es online die Ergebnisse. […] Doch was bringt die Erkenntnis, dass man von einer Dynastie von Apothekern oder Axtmörderinnen abstammt?”, so SPON-Kolumnistin Margarete Stokowski in ihrem ArtikelAuf jeden Fall kann sie mit diesem Trend zur „genetischen Astrologie“ nichts anfangen, sie vermutet den Kapitalismus als treibende Kraft hinter dieser Art „Herkunftsromantik“ und natürlich darf auch der Hinweis auf jene finsteren deutschen Zeiten nicht fehlen, als man die Bevölkerung noch in Arier und Vierteljuden teilte. weiter lesen

Widerstand ist Alternativlos

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Mielkes Sessel im Stasi-Museum. Es muss der letzte bleiben, auf dem je der Arsch des Chefs einer deutschen Geheimpolizei saß!

Am 18.2.2018, einem Sonntag, war ich schon früh auf den Beinen. Kurz nach Sieben Uhr hatte ich Berlin schon fast hinter mir gelassen und schaltete das Radio an, um die Müdigkeit zu vertreiben. Deutschlandfunk. Ja, ich weiß, was sie jetzt denken, aber die überraschendsten Adrenalin-Schübe bekommt man in der Tat bei diesem halbamtlichen aber voll auf Regierungslinie liegenden Sender, und da ich ohnehin jeden Monat dafür zahlen muss, schalte ich ein und schreibe über meine “Horror-Trips” mit dieser staatlich verordneten Droge – mein Geld haben die ja schon, meine Aufmerksamkeit gibts gratis oben drauf. Die Nachrichten waren gerade vorbei und die Worte weiter lesen