Hass-Nachricht aus dem Klima-Paralleluniversum

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Vor Jahren schon kün­digte ich an, die meisten Beschimp­fun­gen und Dro­hun­gen gegen mich einfach igno­rie­ren zu wollen. Aber ich behielt mir vor, die schöns­ten davon zu Mar­me­lade zu ver­ar­bei­ten, wenn es mir zu bunt wird oder der Zucker­ge­halt des Mate­ri­als beson­ders hoch ist. Den nach­fol­gend in Best-of-Aus­zü­gen wie­der­ge­ge­be­nen Kom­men­tar erhielt ich auf meinen Artikel auf Achgut, in dem ich die Kli­ma­hys­te­rie der „Fridays for Future“-Bewegung mit den „Roten Garden Maos“ ver­glich und zu meinem Erstau­nen hören musste, dass selbst die Anfüh­rer dieser Bewe­gung offen von einer „Kul­tur­re­vo­lu­tion“ spre­chen, die es zu starten gälte. Lang­stre­cken-Luisas Worte, nicht meine. Hier nun der (um einige beson­dere Unap­pe­tit­lich­kei­ten gekürzte) Wort­laut der Mail an mich: weiter lesen

Orange man, not bad!

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Schlammschlacht im Vorwahlkampf der Demokraten und in Deutschland bekommt kaum jemand was davon mit.In unseren Medien laufen immer noch die­sel­ben Trans­mis­si­ons­rie­men über den Atlan­tik, die schon 2016 für große „Über­ra­schun­gen“ sorgten. Wo so plötz­lich der „orange man bad“ Trump herkam, war hier­zu­lande völlig schlei­er­haft! Aktuell läuft die Kan­di­da­ten­kür der Demo­kra­ten und die Presse in Deutsch­land scheint nur span­nend zu finden, wer Trump 2020 besie­gen wird, nicht jedoch, ob die Dems auch nur den Hauch einer Chance auf diesen „siche­ren Sieg“ haben. Denn während hier fleißig Hal­tungs­no­ten ver­ge­ben werden und die zwei Fern­seh­du­elle wohl­wol­lend beklin­gelt wurden, reiben sich die ange­stamm­ten Anhän­ger der Demo­kra­ten in den USA ent­setzt die Augen ange­sichts des extre­men Links­rucks fast alle ihrer Kan­di­da­ten, die selbst noch zu den erz-sozia­lis­tischs­ten Umver­tei­lungs­phan­ta­sien artig das Händ­chen heben. weiter lesen

Coming-Out einer Bewegung

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Als ich im Juni eine Kurz­ge­schichte über eine dys­to­pi­sche Welt ver­öf­fent­lichte, in der die Kli­ma­hys­te­ri­ker den Kampf gegen die Rea­li­tät gewon­nen haben und in einer fins­te­ren, gleich­wohl immer noch von Jah­res­zei­ten und Wettern aller Art gepräg­ten Welt eine Schre­ckens­herr­schaft der Koh­len­stoff-Moral errich­tet haben, zog ich als Blau­pause eine andere bekannte tota­li­tär gesteu­erte Jugend­be­we­gung heran: Maos Kul­tur­re­vo­lu­tion in China und die Roten Garden, die sie jauch­zend und hüpfend exe­ku­tier­ten. Auch dort zog, genau wie in meinen Alb­träu­men, eine zur Masse gebün­delte Jugend im Gleich­schritt durch die Welt. Rand­voll mit einer Ideo­lo­gie der abso­lu­ten Wahr­heit, beseelt von der Not­wen­dig­keit, das „Alte“ zu zer­schmet­tern und auf diesen Trüm­mern eine höchst vage neue Welt zu errich­ten. Die Geschichte ist außer auf meinem Blog nir­gends erschie­nen und das ist kein Wunder. Mit dieser Mischung aus Fiktion, Vor­ah­nung, his­to­ri­schen Spie­ge­lun­gen und Prosa kann niemand wirk­lich etwas anfan­gen. weiter lesen

Merkel und die Zitterpartie

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Nach drei Zit­ter­an­fäl­len vor lau­fen­der Kamera lau­schen Merkel und ihr heu­ti­ger Gast, die däni­sche Minis­ter­prä­si­den­tin Fre­de­rik­sen, den Natio­nal­hym­nen im Sitzen. Betrach­ten wir die Ange­le­gen­heit mal abseits jeder Sym­pa­thie oder Anti­pa­thie und aus­schließ­lich auf der Funk­ti­ons­ebene. Ver­nach­läs­si­gen wir auch für einen Moment die per­sön­li­che Tragik, die sich für Merkel damit ver­bin­det und das Mit­ge­fühl, dass selbst jene auf­brin­gen können, die die Kanz­le­rin am liebs­ten schon gestern ins chi­le­ni­sche Exil schi­cken würden. Es geht auch nicht darum, ob ein Regie­rungs­chef „Stärke zeigen“ müsse und von kör­per­li­cher Fitness auf Amts­eig­nung zu schlie­ßen wäre. Sitzen wäre ja ganz ok, denn selbst gestan­dene Foot­ball-Spieler wie Colin Kaeper­nick ver­folg­ten ihre Natio­nal­hymne schon mal kniend – wenn auch aus anderen Gründen. Wäre nur die Infor­ma­ti­ons­lage nicht so ver­dammt dürftig. weiter lesen

So schließt „Fridays for Future” den Stromkreis!

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Fridays for Future Köln sucht ver­zwei­felt nach Spen­dern. Aber nicht schnö­des Geld brau­chen die Demo­kids, sondern Strom, um endlich Koh­le­kraft­werke abschal­ten zu können. Genera­tion Z sorgt für Black­outs vor, indem sie um Akkus­pen­den bittet. Ganz großes Kino! Spendet reich­lich, liebe Leute!

Seenotrettung bei geschlossenen Köpfen

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Dekli­niert man juris­tisch bis zum Ende durch, wie Valen­tin Schatz in seinem Artikel „See­not­ret­tung bei geschlos­se­nen Häfen” auf LTO die Lage sieht, könnte sich daraus fol­gende zukünf­tige Situa­tion ergeben. Die „See­not­ret­ter“ ope­rier­ten völlig legal vor der afri­ka­ni­schen Küste, weil recht­lich kein Unter­schied zwi­schen „in Seenot geraten” und „sich vor­sätz­lich in Seenot begeben” besteht. Es bestünde viel­mehr die Pflicht, die Ret­te­rei noch weiter aus­zu­wei­ten. Wie wir wissen, muss dies nicht einmal staat­lich orga­ni­siert werden. Es finden sich aus­rei­chend sol­vente För­de­rer, die selbst von den Pro­ble­men nicht betrof­fen sind, die sie durch ihr Handeln pro­vo­zie­ren und unter tosen­dem Applaus der All­ge­mein­heit vor die Füße kippen können. weiter lesen

Was wäre wohl, wenn…

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…ich der Anwalt von Frau Rackete wäre und errei­chen wollte, dass meine Man­dan­tin frei­ge­spro­chen wird? Wie würde ich vor­ge­hen, was wäre mein „Ass im Ärmel“? Panik! Echt jetzt, kein Scheiß, aber anders, als sie jetzt gerade denken, liebe Leser. Es geht nicht um den Kon­flikt mit der ita­lie­ni­schen Küs­ten­wa­che oder der Finanz­po­li­zei. Es geht um die Racke­ten­crew und Rackete selbst.

Seit vielen Tagen liegen die Glücks­rit­ter untätig im Bauch der „Sea Watch 3” herum. Es kommen wie üblich nicht die Ärmsten, um sich „retten” zu lassen. Gesund sehen sie aus, stark, gut genährt, bereit, ihr neues Leben im ver­hei­ße­nen Land zu begin­nen und die Inves­ti­tion zu recht­fer­ti­gen, die Familie, Stamm oder Gönner getä­tigt und auf die große Chance gesetzt haben. Und sicher – es ist wie immer – sind auch eine Menge anstän­di­ger Leute dabei. weiter lesen

Tief, tiefer, Correctiv

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Man hat sich fast schon daran gewöhnt, dass die meisten Medien ihre Leser, Zuhörer und Zuschauer für stark zurück­ge­blie­ben, ängst­lich, unwis­send und leicht zu über­töl­peln halten, weshalb sie den Prozess der Mei­nungs­bil­dung, also die inter­na­li­sierte Ver­ar­bei­tung von auf­ge­nom­me­nen Infor­ma­tio­nen, gern abkür­zen, indem sie uns pas­sende Mei­nun­gen gleich frei Haus mit­lie­fern. Dum­mer­weise rut­schen aber immer wieder unge­fil­terte Roh­da­ten an den offi­zi­el­len Filtern vorbei und öffnen der absichts­vol­len „Fehl­in­ter­pre­ta­tion“ Tür und Tor. Für solche Fälle gibt es in der besten Welt, in der je gute Euro­päer lebten, die media­len Tat­ort­rei­ni­ger von Cor­rec­tiv. weiter lesen

Klimarevolution: Ein Morgen im Leben des B. und des G.

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B. ist spät dran an diesem 20. Novem­ber im 26. Jahr der Kli­mare­vo­lu­tion. Der zen­trale Weck­dienst hatte ihn erst geweckt, als der Wind wieder etwas stärker blies. Nachts war es fast wind­still gewesen und B.‘s Aufgabe in Zeiten grö­ße­rer Ener­gie­an­stren­gun­gen war es, sich ruhig zu ver­hal­ten, keine elek­tri­schen Geräte zu benut­zen und die Energie in wich­ti­gere Berei­che fließen zu lassen. Er konnte ja auch kaum anders, schließ­lich bestimmte das Smart­me­ter, wann Strom floss. B. gehört zur soge­nann­ten „ener­ge­ti­schen Kampf­re­serve” (früher Abwurf­last genannt), was bedeu­tete, dass er, zur Untä­tig­keit ver­pflich­tet, gele­gent­lich mit Kälte, Hunger oder dem Ver­lan­gen kämpfen musste, sich einfach etwas Wasser heiß zu machen und über ein paar Min­ze­blät­ter aus dem eigenen kleinen Garten zu gießen. Es gab eben nicht immer Strom. Nicht mehr für alle. weiter lesen

Habeck und das angebliche „China-Vorbild”

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Demokratie oder chinesische Despotie? Robert Habeck und sein Systemvergleich bei Precht.Hat er, oder hat er nicht, der Habeck? Hat er tat­säch­lich gesagt, dass er sich ein „durch­re­gier­tes System“ wie in China für Deutsch­land wünscht, weil dies schnel­ler und effi­zi­en­ter sei, als eine Demo­kra­tie? In diesem Video­schnip­sel, dass aus einer Sendung mit dem TV-Phi­lo­so­phen Richard David „Grund­ein­kom­men-für-alle“ Precht stammt, klingt es zunächst so. Habeck ver­gleicht die Hand­lungs-Effi­zi­enz beider Systeme – wogegen metho­disch aller­dings nichts ein­zu­wen­den ist und erlaubt ist es sowieso – und kommt zu dem Schluss, dass die man­gelnde demo­kra­ti­sche Legi­ti­ma­tion China einen Geschwin­dig­keits­vor­sprung bei poli­ti­schen Ent­schei­dun­gen gibt, während Abstim­mungs­pro­zesse, die in Demo­kra­tien über Par­la­mente, Aus­schüsse und Mit­be­stim­mung laufen, sehr viel träger ablau­fen. Fai­rer­weise fügt er aber auch an, dass demo­kra­ti­sche Systeme zwar lang­sa­mer, aber auch weniger feh­ler­an­fäl­lig sind. Ich möchte ergän­zen, dass Fehler in Demo­kra­tien auch weniger oft in Kata­stro­phen enden, weil neue Regie­run­gen umsteu­ern können (hier bitte nicht an Deutsch­land denken, da ist das anders). Habeck hat also prin­zi­pi­ell Recht, wenn er pos­tu­liert, man müsse sich hier zwi­schen zwei Sys­te­men ent­schei­den und sicher prä­fe­riert auch ein grüner Beel­ze­bub wie Robert die Demo­kra­tie – schließ­lich soll ihn diese in die Ber­li­ner Wasch­ma­schine am Spree­ufer spülen. Nur geht er beim Ver­gleich der beiden Systeme von völlig fal­schen Prä­mis­sen aus. weiter lesen