Weltretter im Energie-Nimmerland

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Während ich noch Witze darüber riss, ob Greta Thun­berg auf ihrem Kli­ma­ret­tungs­feld­zug gegen fossile Energie nicht viel­leicht eine schweröl­ver­bren­nende Schwe­den­fähre benutzt hat, um von Stock­holm nach Kat­to­wice zu kommen, wusste ein Leser schon mehr über den tat­säch­li­chen Anrei­se­weg. Das lag wohl daran, dass ich nur selten aus­ge­rech­net den „Süd­deut­schen Beob­ach­ter“ zu Rate ziehe, wenn ich ver­läss­li­che Infor­ma­tio­nen brauche. In diesem Fall mache ich aber gern eine Aus­nahme. Die SZ erreichte Greta nämlich auf der Anreise zur COP24 mit ihrem Vater und dessen Elektro-Flie­wa­tüüt für ein tele­fo­ni­sches Inter­view. SZ: „Wo bist du im Moment?“ Greta: „Wir sind in Däne­mark und werden in elf oder zwölf Stunden in Kat­to­wice sein. Wir sind im Elek­tro­auto unter­wegs und müssen etwa alle zwei Stunden anhal­ten und auf­la­den.“ weiter lesen

Greta Thunberg: Weltrettung durch Schule schwänzen

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Der welt­weite Klima-Zirkus hat eine neue Gal­li­ons­fi­gur. Sie heißt Greta Thun­berg, kommt aus Schwe­den und ist 15 Jahre alt. Auf der Kli­ma­kon­fe­renz COP24 hatte Greta Gele­gen­heit, den laschen erwach­se­nen Kli­ma­nicht­ret­ten­kön­nern ordent­lich den Marsch zu blasen, als sie im Namen der Initia­tive „Climate Justice Now“ zu den ver­sam­mel­ten Welt­ret­tern spre­chen durfte. Die Rede war vom „Not­bremse ziehen“, von „Gerech­tig­keit in der Kli­ma­frage“ und davon, dass „unsere Zivi­li­sa­tion geop­fert wird, um Geld zu machen“. Man kann sich natür­lich nicht ernst­haft kri­tisch über die Ver­stie­gen­hei­ten von Teen­agern äußern, aber Greta agiert ja nicht im leeren Raum, sie ist das Produkt einer Sozia­li­sie­rung und eines Bil­dungs­sys­tems. Und wie das in Schwe­den – und nicht nur dort – gepolt ist, weiß man spä­tes­tens nach Gretas Aussage, dass „die Armut der Vielen den Luxus der Wenigen“ bezahle. Das ist nämlich barer Unsinn und ent­spricht exakt den Vor­stel­lun­gen linker Ideo­lo­gen, deren Denken in dumpfer Kapi­ta­lis­mus­kri­tik stecken geblie­ben ist. weiter lesen

Trau dich, anders zu sein

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Hilfe, mein Hund über­holt mich rechts!“ – Ein Buch von Dirk Maxei­ner

Ich mag Kurz­ge­schich­ten. Viel­leicht deshalb, weil ich selber welche schreibe. Ich mag Erzäh­lun­gen, die über ihr Thema mit Leich­tig­keit und Distanz hin­weg­tän­zeln. Viel­leicht deshalb, weil mir das selbst nur selten gelingt. Ich mag, wenn ein Autor treff­si­cher die komi­schen Seiten eines ernsten Themas betrach­ten kann, ohne sich selbst dabei zu wichtig zu nehmen oder sich über den Gegen­stand seines Spotts zu erheben. Viel­leicht, nein, sicher deshalb, weil ich als Leser auf diese Weise die Wahr­heit leich­ter erträg­lich finde. Wer lacht, führt. Wer zuletzt lacht, führt am längs­ten. Dirk Maxei­ner alias „Der Sonn­tags­fah­rer“, Mit­her­aus­ge­ber der „Achse des Guten“, hat in seinem neuen Buch einige seiner besten Geschich­ten zusam­men­ge­fasst. Kurze Geschich­ten, in denen er als Text-Bal­le­rina die Pro­bleme schwe­re­los über­tanzt und antippt, damit sie dann im Leser wei­ter­klin­gen und aus­zit­tern können. Kurz ist an den Texten nämlich nur die Länge, gewis­ser­ma­ßen die Zünd­schnur für den Subtext, den man im Kopf mühelos wei­ter­spin­nen und zur Explo­sion bringen kann. Wie im Slap­stick, wo der ange­deu­tete Wurf der Torte aus­reicht, sich diese zer­flie­ßend im Gesicht einer nicht im Bild befind­li­chen Person vor­zu­stel­len. weiter lesen

Die Bundesbank, das Bargeld und der 500-Euro-Schein

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Die Bun­des­ban­ken Öster­reichs und Deutsch­lands geben noch bis April 2019 weiter 500-Euro-Scheine aus, obwohl Ende Januar 2019 Schluss sein sollte mit den dicken Schei­nen. Der Spiegel begrün­det das damit, dass diese beiden Zen­tral­ban­ken nomi­nell die meisten dieser Scheine im Umlauf haben und erzählt dem Leser gleich mehr­fach einen vom Pferd. Denn es ist ja nicht so, dass die Scheine direkt unters Kon­su­men­ten­volk gestreut würden. Viel­mehr ver­sorgt man die ange­schlos­se­nen Banken damit und diese haben offen­bar einen erheb­lich grö­ße­ren Bedarf, mit den großen Schei­nen die Tresore Schwei­zer Dienst­leis­ter der Wert­auf­be­wah­rungs­bran­che zu füllen, als ihre Kol­le­gen in Italien, Spanien oder Grie­chen­land. Deutsch­land und Öster­reich sind derzeit Flucht­län­der, dort bringen die Euro­päer ihr Erspar­tes in Sicher­heit. Ein­la­gen, mit denen die Banken kaum etwas anfan­gen können ange­sichts der Nega­tiv­zin­sen. Also: ab in den Tresor damit, dann ist der Zins nur Null* und dreht nicht gleich ins Minus. So war das natür­lich nicht gedacht, als der Euro ein­ge­führt wurde. Bank­no­ten sollten im Umlauf sein und nicht zur Wert­auf­be­wah­rung im großen Stil dienen. weiter lesen

Islamkonferenz: Der Lack ist ab!

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Seit zwölf Jahren gibt es die Islam­kon­fe­renz nun schon. Es handelt sich dabei um eine Initia­tive des Innen­mi­nis­te­ri­ums, um fol­gende The­men­schwer­punkte zu bear­bei­ten: Prä­ven­ti­ons­ar­beit mit Jugend­li­chen (Stich­wort: Radi­ka­li­sie­rung, Anti­se­mi­tis­mus), Fort­bil­dung von reli­giö­sem Per­so­nal (Stich­wort: was lehren die Imame und wer bezahlt sie), Rol­len­bil­der in mus­li­mi­schen Milieus (Stich­wort: Rolle von Frauen und Mädchen, Eman­zi­pa­tion, patri­ar­chale Struk­tu­ren) und bessere Inte­gra­tion (Stich­wort: Arbeits­markt, wie­derum Eman­zi­pa­tion). Der Staat glaubte, für all dies Ansprech­part­ner zu benö­ti­gen und beging damit den Kar­di­nal­feh­ler, über das eher will­kür­li­che Grup­pen­merk­mal „mus­li­misch“ mit Pro­gram­men, Auf­merk­sam­keit und natür­lich Geld zu locken. Diesem Lockruf folgten vor allem die isla­mi­schen Ver­bände, auch wenn diese kei­nes­wegs für sich in Anspruch nehmen können, eine Mehr­heit der Muslime in Deutsch­land zu ver­tre­ten. Ich halte die ganze Kon­fe­renz für obsolet, weil ich die Insti­tu­tio­na­li­sie­rung und Ver­flech­tung der Islam­ver­bände mit der Politik für gefähr­lich halte. Zudem ist die Kon­fe­renz in meinen Augen in sämt­li­chen Schwer­punkt­the­men keinen Schritt vor­an­ge­kom­men. Aber nu isse halt da, wie die Kanz­le­rin sagen würde. Der Innen­mi­nis­ter hat keine Chance, also sollte er sie nutzen! Denn bei allem was jetzt kommt, muss immer klar sein: es ist seine Ver­an­stal­tung! Er läd ein, er bezahlt die Musik, er hat den ganzen Klimbim ins Leben gerufen. weiter lesen

Pädagogik: Ideologische Begriffe und wo sie zu finden sind

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Einfach wieder Kind sein“, das ist ein Gedanke, der wohl vielen immer mal wieder durch den Kopf geht, gerade dann, wenn der Alltag immer nur noch mehr Ver­ant­wor­tung auf unsere Rücken lädt. Kind sein, beson­ders ein kleines, spielen, träumen, sich um nichts kümmern müssen, für das Bauen eines Turms aus Lego­stei­nen gelobt werden, bespielt, bekocht, geputzt und geliebt zu werden, einfach nur dafür, dass man da ist. Der Gedanke jedoch, neben all diesen Annehm­lich­kei­ten heute wieder einem selt­sa­men Päd­ago­gik-Ver­ständ­nis des Staates und seiner Helfer-NGOs in die Hände zu fallen, ver­treibt diese Idee rasch wieder. Eine gerade her­aus­ge­ge­bene Bro­schüre der Amadeu-Antonio-Stif­tung („Ene, mene, muh – und raus bist du”) zeigt, in welche Rich­tung sich das Selbst­ver­ständ­nis unserer Kitas ent­wi­ckeln soll. In meiner Nai­vi­tät habe ich Kitas nämlich immer für eine Art unpo­li­ti­schen „Safe-Space“ für Kinder gehal­ten, wo sie spie­le­risch soziale Kom­pe­ten­zen durch Inter­ak­tion mit Gleich­alt­ri­gen erwer­ben und ansons­ten spielen und spie­lend lernen können. Pus­te­ku­chen! Es geht auch an unseren Kitas längst um Alles! Es geht um den scho­nungs­lo­sen Kampf gegen rechts, der bereits auf Töpf­chen, Tram­po­lin und Tret­rol­ler geführt werden muss! weiter lesen

Bundestag beschließt Zustimmung zum GCM

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Der Bun­des­tag hat sich mehr­heit­lich hinter den UN-Migra­ti­ons­pakt gestellt. Der gemein­same Entwurf der Regie­rungs­frak­tio­nen von CDU/CSU und SPD wurde vom Par­la­ment ange­nom­men. Mit Ja stimm­ten 372, mit Nein votier­ten 153 Abge­ord­nete. 141 Par­la­men­ta­rier ent­hiel­ten sich.“ Gibt N-TV zu Pro­to­koll.

N-TV patzt leider schon im Ein­gangs­state­ment des Arti­kels: Trotz mona­te­lan­ger Ver­hand­lun­gen nimmt die Öffent­lich­keit kaum Notiz vom UN-Migra­ti­ons­pakt. Erst durch die CDU-Regio­nal­kon­fe­ren­zen wird er bekannt – und plötz­lich umstrit­ten. Nun debat­tiert der Bun­des­tag über das Papier.“ weiter lesen

GCM: Der Fluch der guten Tat

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Eines der erklär­ten Ziele des Global Compact for Migra­tion ist es, zur „Ver­min­de­rung der Migra­ti­ons­ur­sa­chen“ bei­zu­tra­gen. Migra­ti­ons­ur­sa­chen, nicht Flucht­ur­sa­chen! Auch wenn beides im Verlauf des Doku­men­tes immer mehr zu einem glatten Teig zusam­men­ge­rührt wird. Es geht im GCM also eigent­lich nicht um Krieg, poli­ti­sche oder reli­giöse Ver­fol­gung oder eth­ni­sche Kon­flikte, sondern um die indi­vi­du­elle Suche nach einem bes­se­ren Leben – und wer wollte anzwei­feln, dass dieses Streben ein legi­ti­mes Anlie­gen ist. Auf die zu bekämp­fen­den Migra­ti­ons-Ursa­chen möchte ich nach­fol­gend etwas näher ein­ge­hen und zeigen, dass die UN-Pläne, die im GCM nie­der­ge­schrie­ben sind, schon unter diesem Aspekt ent­we­der absurd oder schrei­end naiv sind. Wahr­schein­lich sogar beides. weiter lesen

Digitalisierung: Mal was Anderes versuchen … Marktwirtschaft!

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Bun­des­for­schungs­mi­nis­te­rin Kar­li­c­zek, die bei Amts­an­tritt noch ver­kün­det hatte, sie wolle erst mal zuhören und lernen, bremst bereits vor dem Start des Netz­aus­baus des 5G-Mobil­funk­net­zes den Schaum der Erwar­tun­gen. Es mache keinen Sinn, jede „Milch­kanne“ (also den „länd­li­chen Raum“) an dieses Netz anzu­schlie­ßen, was in etwa so logisch ist, als fordere sie den flä­chen­de­cken­den Einsatz von 5 ¼ Zoll Dis­ket­ten, weil nicht jeder die Geschwin­dig­keit von Flash-Spei­chern bräuchte. Nun, durch diese selt­same Aussage bringt sich die Minis­te­rin zumin­dest in die Erin­ne­rung der Wähler, denen sie bislang in der Regie­rung kaum auf­ge­fal­len sein wird. Und diese Regie­rung hat in Sachen Digi­ta­li­sie­rung Großes vor im Lande, das kann ich ihnen sagen! Zunächst mal will sie dafür Geld ein­trei­ben. Dem­nächst steht die Ver­stei­ge­rung der 5G-Mobil­funk­li­zen­zen an und der Minis­ter mit unseren Brief­ta­schen auf Kurz­wahl­taste, Herr Scholz, freut sich schon auf fette Ein­nah­men, während unsere Digi­tal­mi­nis­te­rin Doro­thee Bär sicher schon von staat­lich sub­ven­tio­nier­ten Flug­ta­xi­stän­den träumt. Ob die dann auch noch die letzte Milch­kanne hinter Bamberg anflie­gen werden, ist frag­lich, denn Minis­te­rin Kar­li­c­zek hält das nicht für nötig. weiter lesen

Die Petition – ein Spielzeug der Mitbestimmung?

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Welcher fins­te­ren Art der Humor unserer obers­ten Legis­la­tive ist, kann man sehen, wenn man auf den Peti­ti­ons­ser­ver des Bun­des­ta­ges schaut. Die Peti­tion 85565, welche die Bun­des­re­gie­rung dazu auf­for­dert, den Global Compact for Migra­tion nicht zu unter­zeich­nen, wurde nämlich wochen­lang unter faden­schei­ni­gen Gründen zurück­ge­hal­ten – sie belaste den „inter­kul­tu­rel­len Dialog“, kalt­schnäu­zelte man zur Begrün­dung. Derart über den Mund gefah­ren fragten sich die Peten­ten nur noch resi­gniert, von welchem Dialog denn hier die Rede sei, wenn immer nur einer spreche und der andere die Klappe zu halten habe. Nun, gut Ding will Weile haben, wie das Sprich­wort sagt und nachdem die Peti­tion gut durch­ge­lüf­tet und von allen Seiten betrach­tet – oder besser: igno­riert – wurde, hat man sie heute doch noch ins Rennen gelas­sen und die Demo­kra­tie­be­flis­se­nen kommen ver­spä­tet ihrer gefühl­ten Pflicht zum Enga­ge­ment nach und zeich­nen fleißig. Und ver­spro­chen: auch ich werde dies tun, wenn die über­las­te­ten Server des Bun­des­ta­ges dies irgend­wann mal gestat­ten. Auch wenn es nur für das Pro­to­koll sein wird und nicht nur theo­re­tisch, sondern auch prak­tisch ganz und gar zweck­los ist. weiter lesen

Don’t resist! Oder wie Brüssel den Brexit doch noch abwenden will

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Theresa May laufen die Minis­ter in Scharen davon, seit klar ist, welche Qua­li­tät der „Deal“ hat, den sie mit Brüssel über den Aus­tritt Groß­bri­tan­ni­ens aus der EU ver­han­delt hat. Im Grund soll erst mal alles bleiben, wie es ist, Zoll­union, EU-Bei­träge, Frei­zü­gig­keit, nur dass London in Zukunft am Kat­zen­tisch Platz nehmen soll und abwar­ten darf, was andere am Tisch für erwach­sene Euro­päer beschlie­ßen. Ganz ehrlich: wäre ich Minis­ter in dieser Regie­rung, ich hätte Frau May auch das letzte zuerst gesagt und meinen Hut genom­men. Schuld an der ver­fah­re­nen Lage seien natür­lich aus­schließ­lich die Briten, so kon­sta­tiert die ver­sam­melte deut­sche Presse und scha­den­freut sich unge­niert über den diplo­ma­ti­schen Scher­ben­hau­fen, der sich vor der Tür von 10 Downing Street türmt. Der Spiegel eröff­net einen Artikel gleich mit einer poli­ti­schen Weis­heit, die sich andere reni­tente EU-Mit­glie­der gleich mal hinter die Ohren schrei­ben sollen: „Das Brexit-Abkom­men offen­bart eine simple Tat­sa­che: Die Euro­päer bilden längst eine Schick­sals­ge­mein­schaft, die sich nicht so einfach auf­lö­sen lässt.“ weiter lesen

Freie Medien: We few, we happy few, we band of brothers

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Es gibt nicht viele Gele­gen­hei­ten, Shake­speare zu zitie­ren und ich werde meine Leser auch nicht wie Hein­rich V. zur Schlacht bei Azin­court rufen, um sie zu einem gran­dio­sen Sieg gegen einen Feind anzu­spor­nen, der fünf zu eins in der Über­zahl ist. Es geht nicht um Schlach­ten. Es geht nicht mal um Feinde. Es geht um einen kleinen Verein, der gegrün­det wird, um für etwas mehr media­les Gleich­ge­wicht zu sorgen. „We few“, denn wenige sind wir, noch. „We happy few“, denn jeder ein­zelne von uns hat trotz aller Schwie­rig­kei­ten und Hin­der­nisse, die man uns in den Weg legt, immer noch Freude an dem, was wir tun: Schrei­ben. Das „Häuf­lein Brüder” könnte indes nicht ver­schie­de­ner sein, finden sich doch unter uns Frauen und Männer, Katho­li­ken und Athe­is­ten, Ex-Muslime und Bud­dhis­ten, Dis­si­den­ten und Whist­leb­lo­wer, Jour­na­lis­ten und Akti­vis­ten, Vege­ta­rier und Kar­ni­vo­ren und weiß der Beel­ze­bub was noch für schräge und durch­schnitt­li­che Typen. Wenn drei von uns bei­sam­men sind, sitzen fünf Mei­nun­gen am Tisch, Lage­ein­schät­zun­gen vari­ie­ren, Blick­win­kel unter­schei­den sich – und so sollte es in einer „res publica“ ja auch sein, wenn sie nicht dem Zwang zur Geheim­nis­krä­me­rei, Gleich­schal­tung und Gleich­mei­nung aus­ge­setzt ist. Das es so weit nicht kommt resp. nicht dabei bleibt, ist unser Ziel. weiter lesen

Propaganda mit Kobra-Effekt und Wandzeitung

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Die Pionier-Orga­ni­sa­tion der DDR hatte für ihre blau/rot behals­tuch­ten Knirpse wich­tige Ämter zu ver­ge­ben, wozu neben dem Grup­pen­rats­vor­sit­zen­den, einer Art Drei­kä­se­hoch-Staats­rats­vor­sit­zen­den auch ein Amt für Agi­ta­tion und Pro­pa­ganda gehörte: der Wand­zei­tungs­re­dak­teur. Das bedeu­tete, Kolum­nen aus „Junge Welt“ oder „Neues Deutsch­land“ aus­schnei­den, schmis­sige Über­schrif­ten dazu basteln…irgendwas mit Kampf, Arbei­ter­klasse und deren Feinden, den Impe­ria­lis­ten, ging immer. Dazu Nägel, zwi­schen denen Zwirns­fä­den Texte mit Bildern von Lenin, Pieck und Thäl­mann ver­ban­den und das ganze mög­lichst flä­chen­fül­lend auf dem mit rotem Fah­nen­stoff bespann­ten Brett ver­tei­len. So geht Pro­pa­ganda… Dachten Sie! So geht Pro­pa­ganda nämlich nicht, was hin­ge­gen so ging, war ver­ord­nete poli­tisch über­frach­tete Schul­po­li­tik der DDR, der sich die meisten Kinder zwar ergaben, jedoch nur die wenigs­ten einen inneren Bezug zur all­ge­gen­wär­ti­gen, lang­wei­li­gen Poli­tik­sülze hatten. Man nahm das so hin, wie man das Wetter hinnahm, zog die Kapuze über den Kopf und ließ den Regen vor­über­zie­hen. weiter lesen

GCM: Links- oder Rechtsverkehr auf der galaktischen Umgehungsstraße?

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Der Vorwurf, sich erst in letzter Sekunde auf das Thema GCM zu stürzen, bei dessen Zustan­de­kom­men aber nicht mit­ge­wirkt zu haben, wurde mehr­fach laut gegen die AfD. Und das obwohl über­haupt erst auf deren Initia­tive die Befas­sung des Bun­des­ta­ges am 8.11.2018 mit dem UN-Pakt zustande kam. Tenor: ihr hattet eure Chance, inhalt­lich etwas bei­zu­steu­ern, jetzt ist es zu spät dafür. Im Dezem­ber rücken in Douglas-Adams-Manier die galak­ti­schen Bau­trupps der Vogonen an. Der Drops ist gelutscht, der Kater gekämmt, Fei­er­abend! Peti­tio­nen, Kam­pa­gnen, vor die Bagger legen…alles ver­geb­lich. Die Pläne lagen ja schließ­lich lange genug im zustän­di­gen Bauamt auf Alpha Cen­tauri (UN-Gebäude, New York) aus und so eine galak­ti­sche Umge­hungs­straße muss eben gebaut werden, weil sie geplant ist. Nach der letzten kurzen Befas­sung des Bun­des­ta­ges im April, die auf­grund zweier kleiner Anfra­gen der AfD-Frak­tion eben­falls über­haupt erst zustande kam, hatte der GCM bis zu seiner finalen Fassung im Juli indes noch erheb­lich an Umfang und Gewicht zuge­legt. Doch wenn Ver­pflich­tun­gen, Ver­träge oder Tumore umfang­rei­cher werden, sollte man einen wei­te­ren prü­fen­den Blick darauf werfen, bevor man sie einfach so unter­schreibt oder hin­nimmt. weiter lesen

GCM: CDU-Falschfahrer senden Verkehrsnachrichten

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Bei der CDU brennt gerade die Hütte. Nicht nur wegen der Erb­folge, sondern wegen eines nach eigener Dar­stel­lung bedeu­tungs­lo­sen UN-Paktes von großer Bedeu­tung, der recht­lich nicht ver­bind­lich sei, aber Rechts­si­cher­heit schaf­fen soll. Kommt das so in etwa hin, liebe CDU? Wenn die Kanz­le­rin­nen­par­tei im Vormerz, am 2.11.2018 mit ihren „Fragen und Ant­wor­ten zum UN-Migra­ti­ons­pakt“ erst­ma­lig mit Erklä­run­gen an die Öffent­lich­keit geht, nur einen Monat bevor der Pakt in Mar­ra­kesch unter­zeich­net werden soll, darf man sich schon ver­wun­dert fragen: warum erst jetzt und warum nicht etwas aus­führ­li­cher? Und wer hat die „elf Fragen” eigent­lich gestellt, die man so groß­zü­gig beant­wor­tet? Lebende Men­schen können es kaum gewesen sein, so ober­fläch­lich und gefäl­lig sie for­mu­liert sind. Es ist wohl eher so, dass hier die „Ant­wor­ten“ den „Fragen“ vor­aus­gin­gen. Oder glaubt ernst­haft jemand, der kein Poli­ti­ker ist, dass sich die Frage des „poli­ti­schen Mehr­wer­tes“ dieses Paktes stellt? Poli­ti­scher Mehr­wert der Migra­tion? Was soll das sein? Die Antwort: Der UN-Migra­ti­ons­pakt stärkt die inter­na­tio­nale, regel­ba­sierte Ordnung“ – aber wie kann er das, wenn er doch recht­lich nicht ver­bind­lich ist, wie immer wieder betont wird? weiter lesen