Zeichnung: Honoré_DaumierMan sollte genau zuhören, was unsere muslimische Jugend so alles zu berichten hat, wenn es um „die Juden“ und Israel geht: „Israel darf machen, was es will. Und kein Land dieser Welt verurteilt Israel…“ so zumindest „weiß“ es ein in Deutschland geborener Palästinenser (siehe dieser BILD-Artikel), der sicher mindestens so gut integriert ist wie eine gewisse Berliner Staatssekretärin. Und hat er nicht Recht? Sind Juden im einzelnen und Israel im Allgemeinen nicht allen Angriffen und Anfeindungen enthoben? Wohnen Juden nicht wie alle anderen Menschen überall dort, wo es ihnen beliebt, tragen offen Kippa, feiern ihre Feste und bauen Synagogen und Schulen, die ohne Bewachung und Sicherheitsverglasung auskommen…? Nur einige wenige Antisemiten, ja, die gibt es noch: zum Beispiel linke und rechte Spinner im Westen, BDS-Aktivisten in aller Welt, „Israelkritiker“ und „Nahostexperten“, die gesamte (offizielle) arabische Welt und deren „Humankapital“ in Europa und den USA, religiöse islamistische Fanatiker, die offen gegen Juden oder Israel hetzen sowie nicht ganz so religiöse islamische Moderate, die ihren Judenhass lieber für sich behalten. Ich würde schätzen, dass auf einen Juden weltweit „kaum mehr“ als 1.000 Antisemiten entfallen. Ach ja, fast vergessen: da ist natürlich auch noch die UNO, die macht den ganzen lieben langen Tag nichts anderes, als Israel zu verurteilen – nicht zu vergessen deutsche Politiker, die wegen Auschwitz in die Politik gehen und bei UN-Abstimmungen regelmäßig die Partei jener ergreifen, die nichts lieber sähen als die völlige Vernichtung Israels und den Tod aller Juden. Ich schalte meinen Sarkasmus an dieser Stelle ab, weil ich sonst kotzen muss und versuche, sachlicher weiter zu schreiben.

Die BILD zitiert aus Gesprächsprotokollen des Autors David Ranan, die er für sein Buch „Muslimischer Antisemitismus“ angefertigt hat. Ranan befragte Studenten und Akademiker auch in Deutschland und was er da zu hören bekam, ist in weiten Kreisen heute Mainstream. Jüdisches Kapital, jüdische Coca Cola, jüdische Medien, Springer-Presse. Aldi: gehöre Juden, Nestle, Starbucks, N24, auch MTV, McDonalds sowieso…überall Juden! Man fragt sich, warum die Juden es mit all der ihnen zugeschriebenen Power noch nicht geschafft haben, sich in Israel etwas mehr Ruhe oder zehnmal mehr Land zu verschaffen und stattdessen seit 70 Jahren einem permanenten Belagerungszustand standhalten müssen, der nur von Kriegen unterbrochen wird, mit denen es seine Nachbarn überziehen. Die Interviewten im Artikel fragen sich das natürlich nicht, sonst gäben sie ja nicht solche Antworten, die vor Antisemitismus, Vorurteilen und Dummheit nur so strotzen!

Wir haben zugesehen

Wir haben zugesehen, wie sich der Antisemitismus in der muslimischen Community verfestigte. Wir haben die Dummheit, das Vorurteil und das Gerücht ins Land gelassen und dabei zugesehen, wie diese drei apokalyptischen Reiter auf ein dysfunktionales deutsches Bildungssystem trafen, wo man sich lieber mit deutsch-europäischer Nabelschau oder allenfalls mit toten Juden befasste, als besser damit, diesen antisemitischen Stuss aus den Hirnen zu bekommen und lebende Juden kennenzulernen. Unsere Kirchen haben in der muslimischen Dogmatik einen Verbündeten gegen Säkularisierung und Atheismus sehen wollen und dafür sogar die eigene Dogmatik und ihre eigenen Glaubenslehren geopfert. Wir haben zugelassen, dass islamistischer Humbug und tribale Befindlichkeiten Anknüpfungspunkte in der deutschen Geschichte fanden und so manche Begeisterung in unserer Naivität für Integration gehalten – nur dass es eben sehr oft ein früheres, überwunden geglaubtes Deutschland ist, das „begeistert und inspiriert“.

Erst haben wir geschwiegen und uns für tolerant gehalten, nun sind wir sprachlos und ducken uns unter den Schlägen der importierten Intoleranz.

Am Anfang steht das Gerücht

Wie so oft beginnt auch diesmal alles mit der „Ahnung“, dem „gefühlten Wissen“ und den „Gewissheiten“, dem Gerücht über „die Juden“, die angeblich alles beherrschen, denen alles gehört, von denen jeder weiß, die aber niemand kennt oder zu sehen bekommt. „Das ist doch bekannt“ oder „das weiß doch jeder“ oder „Rothschild“ heißt es dann. Es wird getuschelt und gekichert, man winkt ab, man sage lieber nichts mehr, wolle keinen Ärger. Studenten und Akademiker, kurz das, was man „kluge Leute“ nennen würde, faseln davon, dass „60% aller Marken [vulgo: Firmen]“ Juden gehören und haben Angst, morgens mit einer Narbe an der Seite aufzuwachen, weil die Israelis ihnen nachts eine Niere geklaut haben.

Das ist Bildungsversagen, Staatsversagen und auch das Versagen der Antisemitismusbeauftragten in Bund und Ländern, die sich lieber auf Konferenzen zum muslimisch-christlichen Dialog feiern lassen und die Existenz des islamischen Antisemitismus glatt leugnen, als wirklich etwas gegen den grassierenden Antisemitismus zu tun. Stattdessen irrlichtert der Antisemitismusbeauftragte für das Land Baden-Württemberg sogar, der Islam befinde sich auf einem „stillen Rückzug“. Der Antisemitismus kommt heute aber eben nicht vorwiegend aus ein paar Nazi-Hohlbirnen mit Hitler-Komplex und einem IQ unter Raumtemperatur.

Diese Gestalten sind seit Jahren nur der perfekte grobe Stein, an dem Parteifunktionäre, Staatssekretäre, Beauftragte und Stiftungspersonal ihre intellektuellen Messerchen schärfen können. Der wachsende und wuchernde Antisemitismus von heute kommt unmittelbar aus dem Islam und dessen religiösen und tribalen Traditionen. Nur ist der Islam eben kein tumber Stein, sondern selbst ein großes Messer, dem man lieber aus dem Wege ginge. Das wird aber nicht funktionieren.

Die in der BILD veröffentlichen Interviews zu David Ranans Buch sollte als Weckruf verstanden werden.

Zeichnung: Honoré_Daumier, 1808-1879

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9 Kommentare

  1. Ein wahrer und gläubiger Musel wird, kann und darf kein Musel sein, wenn er nicht die Lehren und Weisungen des Korans strikt befolgt und einzig und allein die Scharia als göttlich gegebene Rechtsordnung anerkennt.
    Wer sich jemals (schon ein wenig ranzige Surensülze reicht) mit dieser Thematik auseinandergesetzt hat wird wissen, was die sogenannten Ungläubigen, Juden und Angehörigen anderer Religionsgemeinschaften sowie die nach dem Koran sexuell Entarteten von den bückbetenden Ziegenkavallieren in Zukunft zu erwarten haben.
    Wäre der Islam tatsächlich „nur“ eine friedliebende Religion, so würde er wie andere Religionen auch recht unspektakulär zelebriert und das Land wäre um einige Protzmoscheen ärmer. Es handelt sich dabei exakt um eine als Religion getarnte Ideologie, dienlich als Fundament für eine völlig verstaubte Eroberungs-, und Unterwerfungsvorstellung, die es einer mit Minderwertigkeitskomplexen behafteten Gefolgschaft von überwiegend geistig rückständigen Schwachmaten und Analphabeten erlaubt sich als einzig wahre Krone der Schöpfung zu verstehen und als von Allah auserkorene Herrenmenschen zu definieren.
    Millionen von ihnen möchten in ihren Heimatländern nicht leben, in die sie aufnehmenden Gastländer jedoch wollen sie mit aller Macht und allen Mitteln genau die kulturellen, religiösen und gesellschaftlich rückständigen Wahnvorstellungen implementieren, vor denen viele von ihnen einst getürmt sind oder angeblich türmen mussten.
    Der Islam, lt. Edowitz gibt es nur den einen und keinen gemäßigten Islam, ist für jede moderne, demokratische, rechtsstaatliche und freiheitlich orientierte Gesellschaft einem üblen und gefährlichen Schwammpilz gleichzustellen der ein gesundes Gebäude befällt, sich in diesem ungesund ausbreitet, vermehrt und das Gebäude letztendlich in eine abgewrackte, ideologisch-religiös dominierte und völlig verblödete, sich dem Fortschritt abgewandte Burka-Kalifats-Ruine verwandelt.
    Jede sich fälschlich als demokratisch und rechtsstaatlich darstellende Regierung, die eine derart pervertierte und menschenverachtende Ideologie importiert, hofiert, fördert und von Steuergeldern alimentiert begeht ein Verbrechen gegen die menschliche Würde und gegen das eigene Volk. Eine solche volksschädliche Regierung geht politisch und gesellschaftlich konform mit allen vermuselten Despoten vom Schlage eines Sultan von Brunai oder den Schlächtern aus Saudi-Arabien, Iran usw. Sie hat sich vom Wohlergehen und der Zukunft des eigenen Volkes längst verabschiedet und dient unterwürfig anderen Herren und Interessen, nur nicht mehr dem eigenen Volk.

  2. Alles richtig, was Roger Letsch zum importierten Antisemitismus schreibt, aber trotzdem zu kurz gesprungen. Denn die, die als Judenfeinde in unser von Idioten (Zeman: „Angelschein“) regiertes Land gelassen oder besser: gelockt werden, sind ebenso auch Christenfeinde. Und wenn die Atheisten unter meinen Landsleuten jetzt grinsen, dann grinsen sie zu früh. Denn für den Moslem steht der Atheist noch unter Christen und Juden. Und der Mondgott hat erst Ruhe, wenn die ganze Welt von den wahren Gläubigen beherrscht wird.

    • Ich kann Ihnen als atheistischer Agnostiker dazu nur sagen, dass das wohl den meisten Leuten meines Schlages (auch einschlaegigen Atheisten) durchaus bewusst ist. Zumindest denen, die auch die mohammedanische Judenfeindlichkeit wahrnehmen - was ja bekanntlicherweise keinerlei Selbstverstaendlichkeit fuer Leute jeglicher Weltanschaungen in diesem Land ist. Haeme ist das letzte was denen einfaellt, denn dieses zahnlose Christentum hierzulande (und nicht nur hier, auch Papa faellt z.B. in diese Kategorie), welches am liebsten jede Kirche mit einer angebauten Moschee reibungsfrei und unterwuerfig zeitgeistkompatibel gestalten will - das ist nun wirklich kein Gegner, sondern laesst nur Verachtung uebrig.

      • Hallo Michael B., wenn ich angeben müßte, wer auf dem nach oben offenen Brechreiz-Index gerade die Spitze innehat, sagen wir mal aus der Gruppe Raute, Pettfort-Str., Marks oder Pontifex, ich wäre ratlos. Gehen Sie aber ruhig davon aus, daß die Kirchenfürsten in Deutschland sich für ihre Schäfchen genau so aufopferungsvoll und selbstlos einsetzen wie die Regierung in Berlin für das eigene Volk (dessen Name nicht genannt werden darf).

  3. Danke, Roger für deine treffende und mutige Analyse!
    Du hattest mir bereits mit deinem Artikel „Vereinte Nationen gegen Israel – wie die UNO den jüdischen Staat delegitimiert“ von vor ca. drei Monaten die Augen geöffnet. Vorher war mir nicht klar, wie antijüdisch die UNO ist.
    Warum?
    Weil ich dachte, die UNO als „Weltregierung“ wird schon alles richtig machen – denn so haben wir es in der Schule gelernt und so wird es in den Medien rübergebracht. Und ich verließ mich zu sehr auf mein Gefühl, dass dort in New York bei der UNO schon alles richtig gemacht wird.
    Besonders das kurze Video mit Nikki Haley hat mich erschüttert, wie die UNO Resolutionen missbraucht.
    Zurück zu deinem obigen Artikel:
    Bei dem „dysfunktionalen deutschen Bildungssystem“ gebe ich dir Recht.
    Aber – ich zitiere: „Wir haben die Dummheit, das Vorurteil und das Gerücht ins Land gelassen […]“.
    Das ist nicht nur die Dummheit, es hat auch mit blindem Fanatismus zu tun.
    Die islamistischen Terroranschläge in Sri Lanka vor vier Tagen wurden nicht von „Dummen“ ausgeführt. Ich zitiere aus einem aktuellen Bericht der BBC:
    „Two of the nine bombers in Sri Lanka were the sons of a wealthy and well-known spice trader, local police sources have told the BBC.
    All of the nine have been identified and most came from „middle or upper middle class“ families.“
    In Sri Lanka ging es am Ostersonntag hauptsächlich gegen Christen, in deinem Artikel geht es um Antisemitismus.
    Unabhängig davon wird aber deutlich, dass es sich bei den islamischen Fanatikern nicht nur um ungebildete handelt, sondern auch um wohlhabende und gebildete Personen. Das macht das Ganze noch gefährlicher, unkontrollierbarer und nicht mehr beherrschbar.

  4. So lange die meisten Deutschen noch immer eine naiv- romantische Vorstellung vom Islam pflegen und den Inhalt des Korans mit Scheherazade´s „1001 Nacht“ verwechseln, wird sich in diesem Land auch nichts grundlegendes ändern! Irgendwann werden wir uns erneut die Frage stellen: „Wieso haben wir das zugelassen und geschwiegen?“

  5. „Aus dem Antisemitismus könnte schon was werden, wenn sich nur die Juden seiner annehmen würden.“ (Alexander Roda-Roda). Tun sie, teilweise mit beachtlichen Erfolgen: https://bit.ly/2TbgYio

  6. Wie sagte Karl Lagerfeld: Es gehe nicht, ein paar Millionen schlimmste Judenfeinde ins Land zu holen, nachdem man ein paar Millionen Juden umgebracht hat.
    Damit hat er alles gesagt.

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