Als der Präsi­dent der Uni­ver­sität Prince­ton am 2. Sep­tem­ber in einem offe­nen Brief struk­turellen Ras­sis­mus in seinem Insti­tut anprangerte, hat er wohl mit vielem gerech­net, vor allem natür­lich mit bre­it­er Zus­tim­mung. Schließlich kann man in den Staat­en seit Monat­en alle erden­klichen For­men von Selb­st­bezich­ti­gun­gen und Selb­stern­iedri­gun­gen reumütiger weißer Ras­sis­ten beobacht­en, die mit mea-max­i­ma-cul­pa-Gesten Stiefel küssen oder in Ket­ten durch die Straßen laufen. Prince­tons Präsi­dent Eis­gru­ber schreibt: „Ras­sis­mus und der Schaden, den er far­bigen Men­schen zufügt, beste­hen in Prince­ton wie auch in unser­er Gesellschaft fort.“ Solche Eingeständ­nisse haben für gewöhn­lich schützende Kräfte, ähn­lich wie ein BLM-Plakat im Schaufen­ster eines Geschäfts dieses vor Plün­derun­gen und Brand­s­tiftung schützen soll. Mit wech­sel­n­dem Erfolg, wie wir mit­tler­weile wissen.

Öffentlichen Eingeständ­nisse von Ras­sis­mus haben in der Regel jedoch keine rechtlichen Fol­gen. Sie dienen lediglich der moralis­chen Selb­stüber­höhung und sig­nal­isieren genau jene Art von Selb­sthass und Selb­st­bezich­ti­gung, die man ger­ade für gesellschaftlich oppor­tun hält. Die Delin­quenten sind somit keine erweck­ten Krieger des wun­der­bun­ten Regen­bo­gens, son­dern Oppor­tunis­ten, Mitläufer und angstvolle Men­schen, die ver­suchen, sich aus der Schus­slin­ie zu brin­gen. Echte geläuterte Ras­sis­ten sind sel­ten dabei. Kein Wun­der, find­et man diese doch eher unter den Stich­wort­ge­bern auf der anderen Seite – und das ganz offen. Robin DiAn­ge­lo, Autorin des Stan­dard­w­erks des BLM-Aktivis­mus „White Fragili­ty“ schreibt in ihrem Buch ganz unbeküm­mert darüber, dass sie, selb­st weiß wie Schnee­wittchen, sich in der Gegen­wart far­biger­er Men­schen unwohl füh­le. Na, wenn das kein Ras­sis­mus ist, was dann?

Post vom Erziehungsministerium

Doch zurück nach Prince­ton, wo der Uni­ver­sität­spräsi­dent für seine Selb­stan­klage auf aktivis­tis­che Lor­beeren und BLM-Schutz hoffte. Stattdessen bekam er Post vom Erziehungsmin­is­teri­um. Man muss näm­lich wis­sen, dass struk­tureller Ras­sis­mus kein „Ver­brechen ohne Opfer“ ist. Wenn Sie nachts auf ein­er Land­straße zu schnell fahren, es aber keine Zeu­gen dafür gibt und buch­stäblich nichts passierte, lässt sich das nur schw­er strafrechtlich fassen. Anders ist es bei struk­turellem Ras­sis­mus, der naturgemäß immer Opfer haben muss, son­st gäbe es ihn ja nicht.

Der „Wash­ing­ton Exam­in­er“ meldet: „Bil­dungsmin­is­teri­um leit­et Unter­suchung gegen die Uni­ver­sität Prince­ton ein, nach­dem der Präsi­dent Ras­sis­mus in der Schule als „einge­bet­tet“ beze­ich­net hat“

Dazu muss man wis­sen – und viele, die die Vere­inigten Staat­en gern immer noch als Nation von Unter­drück­ern und Sklaven­hal­tern sehen möcht­en tun dies nicht – dass ras­sis­tis­che Prak­tiken, zumal „struk­turelle“, gegen Artikel VI des Bürg­er­rechts­ge­set­zes von 1964 ver­stoßen, in dem es heißt: „Nie­mand in den Vere­inigten Staat­en darf auf­grund sein­er Rasse, Haut­farbe oder nationalen Herkun­ft von der Teil­nahme an einem Pro­gramm oder ein­er Aktiv­ität, die finanzielle Unter­stützung des Bun­des erhält, aus­geschlossen wer­den, ihm dür­fen wed­er Vorteile ver­weigert noch darf er diskri­m­iniert wer­den“.

Die Recht­slage ist also klar: Ras­sis­tis­che Benachteili­gung, zumal wenn Bun­desmit­tel im Spiel sind, ist ein Straftatbe­stand. Der Uni­ver­sität Prince­ton, die in zahlre­ichen Pro­gram­men des Bun­des reich­lich Förderung erfuhr, dro­hen also Strafen in Höhe von mehreren Zehn Mil­lio­nen Dol­lar, sollte die Unter­suchung ergeben, dass Präsi­dent Christo­pher Eis­gru­ber mit sein­er Selb­stan­klage recht hat.

„Auf­grund seines zugegebe­nen Ras­sis­mus ist das US-Bil­dungsmin­is­teri­um besorgt, dass Prince­tons Zusicherun­gen der Nicht­diskri­m­inierung und Chan­cen­gle­ich­heit in seinen Pro­gramm­beteili­gungsvere­in­barun­gen von min­destens 2013 bis heute falsch gewe­sen sein kön­nten“, heißt es in der Antwort an Eisgruber.

„Das Min­is­teri­um ist fern­er besorgt, dass Prince­ton vielle­icht wusste oder hätte wis­sen müssen, dass diese Zusicherun­gen zu dem Zeit­punkt, als sie gemacht wur­den, falsch waren. Schließlich ist das Min­is­teri­um fern­er besorgt darüber, dass Prince­tons zahlre­iche Nicht­diskri­m­inierungs- und Chan­cen­gle­ich­heits­be­haup­tun­gen gegenüber Stu­den­ten, Eltern und Ver­brauch­ern auf dem Markt für Bil­dungsz­er­ti­fikate möglicher­weise falsche, irreführende und ein­klag­bare wesentliche Falschdarstel­lun­gen waren, die gegen 20 U.S.C. § 1094©(3)(B) und 34 CFR 668.71© ver­stießen. Daher leit­et das Office of Post­sec­ondary Edu­ca­tion des Min­is­teri­ums […] diese Unter­suchung ein.“

Vom Regen in die Traufe

Ich finde, die Unter­suchung strotzt ger­adezu vor köstlichem Sarkas­mus! Nach sein­er Selb­stan­klage wegen Ras­sis­mus muss Prince­tons Präsi­dent Christo­pher Eis­gru­ber eigentlich hof­fen, dass die offizielle Unter­suchung des Min­is­teri­ums gar schröck­liche ras­sis­tis­che Benachteili­gun­gen und struk­turelle Prak­tiken seines Insti­tuts zu Tage fördern, was der Uni einen Haufen Geld kosten und die aus­führen­den Mis­setäter (inklu­sive ihm selb­st) vor ein Bun­des­gericht brin­gen könnte.

Wenn anderen­falls am Ende fest­ste­ht, dass es in Prince­ton gar keinen „struk­turellen Ras­sis­mus“ gibt, bräche die ganze Tugend­hu­berei im Elfen­bein­turm wie ein Karten­haus in sich zusam­men und Eis­gru­ber wäre der Lüge und des Betrugs über­führt, was eben­falls in ein Gerichtsver­fahren mün­den kann. Es wird also noch span­nend wer­den, an den amerikanis­chen Elite-Unis, denen wir die desas­trösen Lauf­feuer des „virtue sig­nalling“ und die wie Pilze aus dem Boden schießen­den Selb­stan­kla­gen wegen Ras­sis­men aller Art let­ztlich verdanken.

Nachtrag

Ein Leser schrieb mir, diese Unter­suchung in Prince­ton sei doch klar poli­tisch motiviert, gehe tod­sich­er von Trump aus und sei natür­lich schon deshalb zu verurteilen. Doch so ein­fach ist es nicht. Nicht mehr! Der Vor­wurf des struk­turellen Ras­sis­mus, den Black Lives Mat­ter erhebt, ist mit­tler­weile der Poli­tik enthoben – was sich nun als Bumerang erweisen kön­nte. Sie fra­gen sich, was ich wohl meine, stimmt’s? Nun, wäre BLM eine nor­male poli­tis­che Organ­i­sa­tion, müsste man sie wie eine jede andere behan­deln. Doch das ist nicht der Fall.

Egal wer beispiel­sweise ver­langt, seine poli­tis­che Ker­naus­sage auf die Straßen New Yorks zu malen („Blue Lives Mat­ter“ hat es ver­sucht), bekommt von Bürg­er­meis­ter Di Bla­sio einen Korb. Dort darf NUR „Black Lives Mat­ter“ ste­hen. Im Juli berichtete USA Today noch „Fed­er­al agency: Sup­port­ing ‚Black Lives Mat­ter‘ isn’t par­ti­san or polit­i­cal“. Na sowas… Offizielle Ermit­tlun­gen wegen Ras­sis­mus kön­nen also gar nicht poli­tisch motiviert sein. Selb­st wenn sie vielle­icht von Belzetrump höch­st­per­sön­lich ini­ti­iert wor­den. Tja, BLM…man sollte nie einen Wun­sch zu sehr hegen. Er kön­nte in Erfül­lung gehen.

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6 Kommentare

  1. Wer man­gels IQ den Inhalt des Kopfes nicht beurteilen kann, preist eben die Ver­pack­ung. Gestern „mat­tern“ schwarze Köpfe, heute weib­liche Köpfe und mor­gen andere Buchstaben-Leute.

    Doch die Kon­stante ist, dass immer die gle­iche Gruppe die Def­i­n­i­tion­shoheit für sich in Anspruch nimmt: ver­wirrte Schwätzer ohne Väter und ohne Kinder, ohne erfol­gre­ichen Beruf­s­ab­schluss, ohne Wertschöp­fung, ohne kon­struk­tiv­en Beitrag zur Gesellschaft, einzig in der Lage die Staatsknete in Joints anzulegen.

  2. Weil hier­bei wesentliche Gemein­samkeit­en zur Einkat­e­gorisierung durch Hin­weis­reize wie etwa: Bil­dungssek­tor, eth­nis­che Kon­flik­t­be­feuerung, „Alarmierung“ durch das Man­age­ment vor Ort …, auftreten, die den Ver­such eines Ver­gle­ichs ein­fach reizvoll macht­en, stellt sich mir dieses aktuelle Ausleben linken Schwul­stes wie eine Per­si­flage zu dem Brand­brief der Rek­torin der Neuköll­ner Rütli-Hauptschule an den Berlin­er Sen­at (auf SPON doku­men­tiert in „Notruf der Rütli-Schule“, 30. März 2006) dar! 

    („Hegel bemerk­te irgend­wo, daß alle großen welt­geschichtlichen [nun ja] Tat­sachen und Per­so­n­en sich sozusagen zweimal ereignen. Er hat vergessen, hinzuzufü­gen: das eine Mal als Tragödie, das andere Mal als Farce.“)

  3. Ich fände es klasse, wenn die Uni Prince­ton Mil­lio­nen bezahlen müßte. Lehrte nicht einst Ein­stein dort? Wenn die Uni heute stattdessen einen a.… kriecherischen Schwach­mat­en an ihrer Spitze duldet, hat sie es nicht anders ver­di­ent. Im übri­gen geht mir der Rassen­wahn der Vere­inigten Inter­na­tionalen Linken gehörig auf die Ner­ven. Erin­nert mich an das dunkel­ste Kapi­tel der deutschen Geschichte. Gibt es eigentlich schon linke Pläne, das Fach „Rassenkunde“ wieder an Schulen und Unis einzuführen? Gibt doch auch „Gen­der stud­ies“. Wenn man 52 (oder 56 ?) Geschlechter definieren kann, kann man doch auch 52 Rassen definieren. Vielle­icht kann Prince­ton ja damit anfangen.

  4. Im Grunde ganz ein­fach: ob ‚ein Kopf‘ schwarz, weiß, gelb oder rot ist, ist doch völ­lig egal. Entschei­dend ist, was IN dem Kopf ist. Und das hat nichts, aber auch gar nichts mit Ras­sis­mus zu tun.

    • Frau Dr. Frigge-Hage­mann, Sie schreiben: 

      „Entschei­dend ist, was IN dem Kopf ist. Und das hat nichts, aber auch gar nichts mit Ras­sis­mus zu tun.“

      Aber mit irgen­det­was hat das „was IN dem Kopf“ sich Befind­ende trotz­dem zu tun? Muss es! Wenn lieber nicht mit der „Ras­sis­mus­the­o­rie“, vul­gär­er Tante der Evo­lu­tions­bi­olo­gie, ist ES dann behav­ior­is­tisch in den Kopf gelangt, kon­struk­tivis­tisch, … ? Wie begin­nt ein Kopfin­halt?: mit Tab­u­la rasa, geno­typ­isch, … Welche Anschau­ung begün­sti­gen Sie?

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