Ist nach dem pein­li­chen Bekannt- und Öffent­lich­wer­den des Framing-Hand­buchs, das Frau Weh­ling 2019 für die ARD zusam­men­ge­bas­telt hat­te, die Scham­frist schon abge­lau­fen? Es sieht ganz danach aus, denn Anja Reschke prä­sen­tiert die Autorin im „After Coro­na Club“ des NDR als Exper­tin, die scham­los wie schon 2019 an die Uni­ver­si­tät von Ber­ke­ley „her­an­ge­framed“ wird. „Sie lei­tet am Inter­na­tio­nal Com­pu­ter Sci­ence Insti­tu­te Ber­ke­ley For­schungs­pro­jek­te zu Ideo­lo­gie, Spra­che und unbe­wuss­ter Mei­nungs­bil­dung“, so zumin­dest stellt uns Reschke Weh­ling vor. Auf Weh­lings Web­sei­te ist aller­dings davon die Rede, dass sie dort als Post­dok­to­rand tätig ist (oder war). Von Lei­tung kann also kei­ne Rede sein. Im „Rese­arch Staff“ des Insti­tuts taucht ihr Name nicht auf. Aller­dings auch auf kei­ner der Alum­ni-Namens­lis­ten des Insti­tuts, auf denen die Namen der Post­doc-Stu­den­ten geführt wer­den, etwa auf der nahe­lie­gen­den Sei­te zum The­men­kom­plex „Spra­che“. Über die Such­funk­ti­on der Sei­te des ICSI fin­det man den neu­es­ten Ein­trag zu Eli­sa­beth Weh­ling aus dem Jahr 2015. An der Aus­sa­ge­kraft des NDR-Framings, Weh­ling sei eine irgend­wie bedeu­ten­de oder rele­van­te Wis­sen­schaft­le­rin in Ber­ke­ley, darf also zumin­dest gezwei­felt werden.

Und auch hier noch­mal der Hin­weis: das „Inter­na­tio­nal Com­pu­ter Sci­ence Insti­tu­te“ (ICSI) ist zwar in Ber­ke­ley ansäs­sig, hat mit der Uni­ver­si­tät dort jedoch nichts zu tun. Letz­te­res erklär­te die Uni bereits 2019, als das Weh­lings Framing-Hand­buch ver­se­hent­lich in die Öffent­lich­keit gelang­te. Doch ver­las­sen wir Kali­for­ni­en um uns wie­der dem NDR zuzuwenden.

Pandemie, Krise, Krieg

Nach eini­gem Geplän­kel um Begriff­lich­kei­ten wie „Kri­se“ und „Pan­de­mie“ stellt Reschke die Gret­chen­fra­ge und will Weh­lings Ein­schät­zung dazu wis­sen, wie gut oder schlecht die Regie­rung sprach­lich mit Covid-19 umge­gan­gen sei. Vor­ab: die­se Ein­schät­zung wird Reschke nicht von Weh­ling bekom­men. Für mei­nen Geschmack ver­wen­det die­se in ihrer Ant­wort auch etwas zu oft das Wort „wahn­sin­nig“. Wahn­sin­nig spon­tan, wahn­sin­nig plötzlich…all das ist vor allem eines: wahn­sin­nig inhalts­lee­rer Wortsalat.

Es sind zu Coro­na ja wirk­lich schon die unwahr­schein­lichs­ten Exper­ti­sen abge­ge­ben wor­den, aber an Irrele­vanz bis­her unüber­trof­fen ist die Weh­lings. Ich ver­mu­te, sie über­schätzt die Macht, die zum Bei­spiel die Ver­wen­dung des Begriffs „Krieg gegen Coro­na“ hat und unter­schätzt gleich­zei­tig das Abs­trak­ti­ons­ver­mö­gen der Men­schen, wel­che sich durch die­se Wort­wahl eben gera­de nicht „zusätz­lich in Panik“ ver­set­zen las­sen. Weh­ling unter­stellt offen­bar, dass der durch­schnitt­lich beschränk­te Mensch die poli­ti­sche Absicht nicht erkennt, die zu sol­cher Wort­wahl führt. Aber die­sen Feh­ler mach­te sie ja bereits, als sie für die zwangs­ge­büh­ren­fi­nan­zier­te ARD Begrif­fe wie „frei­er Rund­funk“ oder „die ARD als ver­län­ger­ter Arm des Bür­gers“ erfand. Zu dumm nur, dass die Leu­te instink­tiv merk­ten, dass ihnen der Griff in die Tasche als auf­op­fern­de Für­sor­ge ver­kauft wer­den sollte.

Der Zweck heiligt die Wortwahl

Blei­ben wir noch kurz beim Begriff „Krieg“, den Weh­ling im Zusam­men­hang mit Coro­na offen­bar kri­tisch sieht. Die „zusätz­li­che Panik“ stört sie. Aber offen­bar nur des­halb, weil sich die Panik hier nicht gegen den „Feind“, also das Virus wen­den kön­ne, son­dern in ers­ter Linie gegen jene, die die sämt­li­che regu­la­ti­ven und beschrän­ken­den Maß­nah­men letzt­lich zu ver­ant­wor­ten haben. Direkt oder an den Wahlurnen.

Der „Krieg gegen den Kli­ma­wan­del“ hin­ge­gen wird von Weh­ling posi­tiv „geframed“, die­sel­be zusätz­li­che Panik die­ne in die­sem Fall ja der leich­te­ren Durch­setz­bar­keit aller mög­li­chen Zwangs­maß­nah­men, der Feind ist in den eige­nen Rei­hen zu fin­den („tei­le und herr­sche“) und setzt sich aus „Kli­ma­l­eug­nern“ und der „Lob­by fos­si­ler Ener­gie“ zusam­men. „Kli­ma­krieg“ macht die Men­schen mür­be und gefü­gig, wäh­rend der Begriff „Kli­ma­wan­del“ kaum die Bedroh­lich­keit des Wech­sels einer Thea­ter­ku­lis­se ver­strömt. Wo blie­be denn da die gewünsch­te Angst, in der die Schäf­lein wil­lig in der Her­de mit­lau­fen, sich um die Bei­ne ihres Schä­fers drän­gen und die Hun­de anfeu­ern? Der Zweck hei­ligt also die Wort­wahl und die­ser Zweck ergibt sich aus den Zie­len derer, die Weh­lings Stu­di­en und Framing­hand­bü­cher bezah­len. Klei­ner Tipp: es sind nicht die Schafe!

In Weh­lings Kopf sind lus­ti­ger­wei­se die Begrif­fe „Krieg“ und „Mili­tär­schlag“  so fest mit­ein­an­der ver­lö­tet – viel­leicht sogar unbe­wusst – dass ich mich fra­ge, ob sie hier nicht schon an der ers­ten der Kant’schen Fra­gen („Was kann ich wis­sen?“) schei­tert. „Krieg“ mit „Abschre­ckung“ oder „Kalt“ zu ver­bin­den, ist näm­lich eben­so mög­lich. Setzt man die Aus­sa­gen, Rat­schlä­ge und Schluss­fol­ge­run­gen Weh­lings jedoch in Bezie­hung zu ihr selbst, zu ihrer Wis­sens­bla­se und ihren Auf­trag­ge­bern, erge­ben sie sogar Sinn. Doch je wei­ter die Lebens­wirk­lich­keit eines Indi­vi­du­ums sich von der Weh­lings ent­fernt, umso unge­nau­er, ja, absur­der wer­den ihre Aussagen.

„Faktenchecks helfen immer”

Das kann dann schon mal ins Gro­tes­ke umschla­gen. Etwa wenn Reschke fragt, wie man mit jeman­dem umge­hen sol­le, der die Gefahr des Virus her­un­ter­spielt oder negiert und ob es hel­fe, dage­gen zu argu­men­tie­ren und Fak­ten­checks anzubieten.

Ant­wort Weh­ling: „Fak­ten­checks hel­fen immer“.

Das ist aller­dings Unsinn, wie das OLG Karls­ru­he im Fall Tichys Ein­blick gegen Cor­rec­tiv gera­de fest­ge­stellt hat, darf eben nicht jedes Mit­tel bemüht wer­den, um ande­re Mei­nun­gen zu unter­drü­cken. Außer­dem muss man sich fra­gen, wem die Fak­ten­checks angeb­lich „immer hel­fen“. Durch Pene­tranz und gro­ße Reich­wei­te doch offen­sicht­lich vor allem jenem, der sich im Besitz der „einen“ Wahr­heit wähnt, über die „Rich­tig­keit“ des Framings ent­schei­det und die Mit­tel hat, es durchzusetzen.

Doch wir wur­den soeben schon wie­der geframed, dies­mal von Reschke. Die sprach davon, wie jemand die „Gefahr her­un­ter­spielt“, dabei wis­sen wir gar nicht, wie groß die Gefahr für den Her­un­ter­spie­ler ist. Viel­leicht ist „er” 18 Jah­re alt, kern­ge­sund, eine Frau und lebt in einer ein­sa­men Berg­hüt­te in Nor­we­gen? Da ist also einer­seits die pos­tu­lier­te Gefahr und ande­rer­seits jemand, der mit ihr „spielt“, sie also nicht mit dem gehö­ri­gen Ernst betrach­tet – aus Sicht Reschkes, wohl­ge­merkt! Aber kam uns Weh­ling kurz vor­her im Video nicht selbst mit ihrem „Käse-Bei­spiel“, dass man bei einem Gou­da sowohl von „20% Fett“ als auch von „80% fett­frei“ spre­chen kön­ne? Kann man bei einer Falls­terb­lich­keit (nur bestä­tig­te Fäl­le, laut Sta­tis­ta) von 4,64% nicht genau­so von einer Gene­sungs­ra­te von 95,36% spre­chen? Wer spielt hier also mit wel­chen Zah­len und zu wel­chem Zweck?

Nein Frau Weh­ling, Fak­ten­checks hel­fen nicht immer. Schon gar nicht dort, wo sie selek­tiv, ten­den­zi­ös und ideo­lo­gisch vor­ge­hen und sich nicht auf Tat­sa­chen­be­haup­tun­gen und Mani­pu­la­tio­nen, son­dern auf Mei­nun­gen stür­zen. Eine Gefahr zu „leug­nen“ oder sie „her­un­ter­zu­spie­len“, ist nichts ande­res als Mei­nung, der man natür­lich mit Argu­men­ten und damit ande­ren Mei­nun­gen begeg­nen darf und oft sogar soll­te. Sie mit win­di­gen „Fak­ten­checks“ letzt­in­stanz­lich wie mit einem „Bas­ta!“ tot­schla­gen zu wol­len, ist Wis­sens­an­ma­ßung und unzulässig.

Dazu kommt, dass die tat­säch­lich gesi­cher­ten Fak­ten in Fall von Covid-19 immer noch ver­dammt dünn sind und sich täg­lich ver­än­dern oder gegen­sei­tig wider­spre­chen. Dass die poli­ti­schen Maß­nah­men zur Ein­däm­mung von Covid-19 aller­dings sehr rea­le und fak­tisch gut doku­men­tier­te Schä­den ver­ur­sach­ten, ist unwi­der­spro­chen. Das in der ARD ver­wen­de­te Framing geht aller­dings immer davon aus, dass alle poli­ti­schen Ent­schei­dun­gen in der Sum­me rich­tig waren. Als Beleg wer­den uns die ver­gleichs­wei­se gerin­gen Fall­zah­len in Deutsch­land genannt. Doch all die­se poli­ti­schen Ent­schei­dun­gen beruh­ten letzt­lich nicht auf Fak­ten, son­dern ledig­lich auf Wahr­schein­lich­kei­ten, Schät­zun­gen und Annah­men. Dar­an ist prin­zi­pi­ell nichts aus­zu­set­zen, nur soll­te man es unter­las­sen, die unsi­che­ren Ent­schei­dungs­grund­la­gen nach­träg­lich in den Rang von „Fak­ten“ zu heben.

An der sprachlichen Wiederholung sollst du sie erkennen…die Lüge und die Wahrheit

Rich­tig liegt Weh­ling, als sie die „sprach­li­che Wie­der­ho­lung“ als Mit­tel zur Ver­an­ke­rung in den Köp­fen nennt. Nur gilt dies lei­der für jeden Sinn­zu­sam­men­hang, nicht nur für das ver­an­kern der „Wahr­heit“. Ihre Empfehlung,

Fak­ten­checks immer wie­der zu wie­der­ho­len, um ein gewis­ses Gleich­ge­wicht [gegen Falsch­be­haup­tun­gen] zu haben“

kann ja nicht vor­aus­set­zen, dass die „Fak­ten­checks“ tat­säch­lich Wahr­heit und unum­stöß­li­che Fak­ten ent­hal­ten kön­nen. Viel­mehr wer­den bei ARD, ZDF oder auch bei den selbst­er­nann­ten Fak­ten­che­ckern von Cor­rec­tiv häu­fig Framings und Mei­nun­gen als Fak­ten­checks getarnt.

Reich­wei­te, Wie­der­ho­lung und gleich­blei­ben­de Rich­tung sind hier Mit­tel zur Ver­an­ke­rung poli­ti­schen Wohl­ver­hal­tens und eines fes­ten Wer­te­ka­nons: Kli­ma­wan­del böse, Kapi­ta­lis­mus böse, EU gut, Ener­gie­wen­de gut. Fak­ten, wel­che die­sem Kanon im Weg ste­hen, wer­den igno­riert, lächer­lich gemacht oder geleug­net. Wäh­rend der gan­zen alber­nen „After-Coro­na-Club“ Sen­dung kam es mir vor, als hole sich Reschke Bestä­ti­gung für die aktu­el­le Sen­der­stra­te­gie von Weh­ling oder letz­te­re frag­te ers­te­re nach den Erfol­gen beim Ein­satz des Framing­hand­buchs in einer Art Video-Prü­fung ab. Das alles könn­te man zwar auch haus­in­tern bei der ARD gene­rie­ren, aber in Zei­ten von „Fol­low the Sci­ence“ gibt so eine exter­ne „Exper­ti­se“ natür­lich die Extra­por­ti­on Glaub­wür­dig­keit durch unter­stell­te Wis­sen­schaft­lich­keit. Weh­ling weiter:

„Im Prin­zip muss man so dar­über denken…ich mach’s mal ganz kurz an Donald Trump deut­lich, und zwar nicht im Sin­ne von Unwahr­hei­ten, son­dern ein­fach im Sin­ne der sprach­li­chen Wiederholung.“ 

Man muss also, ver­ste­he. Und wenn jemand stets als schlech­tes Bei­spiel dient, dann natür­lich Trump!

„Man schaf­fe es [durch Wie­der­ho­lun­gen], Ideen, die gar nicht stim­men, als wahr erschei­nen zu lassen.“

Trump mache das so, meint Weh­ling und geht hier in die­sel­be Fal­le wie Twit­ter, wo neu­lich ein Mei­nungs-Tweet Trumps zum The­ma Mani­pu­la­ti­on von Brief­wah­len mit einer abwei­chen­den Mei­nung (NYT, Arti­kel als „Opi­ni­on“ gekenn­zeich­net) „gefak­ten­checkt“ wur­de. Ein böser Feh­ler, wie sich gera­de zeigt. Ideen sind zudem nicht falsch oder rich­tig, wahr oder unwahr. Wer die Idee hat, bar­fuß über einen blub­bernd hei­ßen Lava­strom zu lau­fen, ist nicht falsch oder rich­tig, son­dern nur däm­lich. Ideen sind zunächst mal Ideen, nichts wei­ter! Wer nun wie Weh­ling Ideen mit Tat­sa­chen­be­haup­tun­gen zu einem Teig zusam­men­kne­tet, soll­te bes­ser die Fin­ger aus den Sprach­wis­sen­schaf­ten las­sen und sich dar­in schon gar nicht für einen Bäcker­meis­ter halten!

Let’s get biblical

Als Reschke fragt, war­um Trump als „Meis­ter der direk­ten Spra­che“ (Zitat Reschke, man glaubt es kaum) neu­er­dings den Begriff „Pla­ge“ so oft ver­wen­de und was er wohl damit bezwe­cke, wird Weh­ling auch noch zum Bibel-Exege­ten! Den Begriff ver­wen­de Trump nicht etwa als kul­tu­rell nahe­lie­gen­de Meta­pher, weil Covid-19 und die Gegen­maß­nah­men alle Aspek­te des Lebens, ange­fan­gen beim Gesund­heits­sys­tem über die Wirt­schaft und das Mili­tär bis hin zur men­ta­len Ver­fas­sung jedes ein­zel­nen Bür­gers buch­stäb­lich pla­gen, son­dern – so Weh­ling – wegen des höheren

„…Dis­kurs­kon­text in den USA, näm­lich der Idee, dass Donald Trump von Gott ins Amt beru­fen wur­de“.

Des­halb die Ver­wen­dung des Begriffs „Pla­ge“, meint Weh­ling. Ich hin­ge­gen bin mir ziem­lich sicher, dass Trump nicht glaubt, das Rote Meer tei­len zu kön­nen. Sol­cher Koko­lo­res mag in der durch und durch von bewuss­tem Framing durch­setz­ten Welt­sicht Weh­lings Sinn erge­ben, in mei­ner Welt klingt es ein­fach nur irre… wenn auch das nicht schon wie­der Framing vom feis­ten wäre: die reli­giö­se Kon­no­ta­ti­on des Prä­si­den­ten­am­tes sei näm­lich eine Spe­zia­li­tät der kon­ser­va­ti­ven Repu­bli­ka­ner. Aha!

Was für ein Thea­ter! Aber bes­ser wird’s dann lei­der nicht mehr, abge­se­hen von der Tat­sa­che, dass Weh­ling und Reschke die letz­ten Minu­ten im Video dar­auf ver­wen­den, das jah­re­lang müh­sam auf­ge­bau­te öffent­lich-recht­li­che Framing Trumps als unzu­rech­nungs­fä­hi­gem Voll­trot­tel kaputt zu machen, indem sie ihm fort­wäh­ren­des, dis­zi­pli­nier­tes, absichts­vol­les Ver­wen­den von Spra­che attes­tie­ren, wozu bekannt­lich eine gewis­se Intel­li­genz nötig ist. „Ja was denn nun?” möch­te man rufen!

Es dürf­te höchst amü­sant wer­den, die­sen Teil der Ana­ly­se von Weh­ling und Reschke bei nächs­ter Gele­gen­heit aus der Tasche zu zie­hen, wenn wie­der mal ein Tages­the­men-Redak­teur in sei­nem Kom­men­tar in die „Ogan­ge Man Bad“ Pfei­fe bläst und dabei vor Wut blau anläuft. Aber der hat dann wahr­schein­lich nur die neu­es­ten Erkennt­nis­se von Weh­lings Framing-Stu­di­en noch nicht ver­in­ner­licht. Eine Live-Schal­te zur bes­ten Sen­de­zeit nach Ham­burg, wo Weh­ling im Coro­na-und-Kli­ma-Krieg in der Etap­pe rum­op­fert, könn­te da sicher Abhil­fe schaffen.

Bild: Screen­shot aus dem YouTube-Video

Vorheriger ArtikelMichael Moores „Planet of the Humans“ bei YouTube gelöscht
Nächster ArtikelZwei Minuten Hass mit Sascha Lobo

5 Kommentare

  1. All die­se mani­pu­la­ti­ven Mit­tel hat Gus­tav Le Bon schon 1905 in sei­nem knap­pen, aber doch alles abde­cken­den Werk „Psy­cho­lo­gie der Mas­sen” beleuchtet.
    Dr. Goe­b­bles hat das Gan­ze zu einer nie wie­der erreich­ten Per­fek­ti­on geführt – und was wir heu­te sehen, sind pein­li­che Goe­b­bels-Wie­der­ho­lun­gen auf nied­ri­ge­rem, pein­li­chen Niveau.
    Zuge­gen­den die Wort­füh­rung, die Beto­nung und die Wort­wahl ist heut­zu­ta­ge glattgebügelt.

    Und zum Abschluss noch ein schö­ner Spruch: „Selbst einem Goe­b­bels trie­be es die Scha­mes­rö­te ins Gesicht, ob einer sol­chen Ver­dre­hung der Tatsachen”

    • „All die­se mani­pu­la­ti­ven Mit­tel hat Gus­tav Le Bon schon 1905 in sei­nem knap­pen, aber doch alles abde­cken­den Werk „Psy­cho­lo­gie der Mas­sen” beleuchtet.”

      Fal­sches Jahr. Nietz­sche hat dar­über geschrie­ben, und der starb 1900. Ent­we­der im Anti­chris­ten, oder der Genea­lo­gie der Moral, ich bin nicht sicher. Das Buch ist jeden­falls 1895 erschienen.

      „Dr. Goe­b­bles hat das Gan­ze zu einer nie wie­der erreich­ten Per­fek­ti­on geführt”

      Und die Me 109 ist das bes­te jemals gebau­te Flugzeug.

      Din­ge ent­wi­ckeln sich wei­ter. Psy­cho­lo­gie, Sozio­lo­gie, Päd­ago­gik, die Wis­sen­schaft hin­ter Wer­bung, Kom­mu­ni­ka­ti­ons­tech­nik, und so wei­ter, sind heu­te viel wei­ter ent­wi­ckelt als in den 1930ern, und des­halb ist auch die Pro­pa­gan­da­tech­nik heu­te viel wei­ter. 90% von dem, was in Dei­nem Kopf vor sich geht, ist das Resul­tat von irgend­ei­ner Form der Pro­pa­gan­da. Das wäre in den 1930ern tech­nisch gar nicht mach­bar gewesen.

      „Selbst einem Goe­b­bels trie­be es die Scha­mes­rö­te ins Gesicht, ob einer sol­chen Ver­dre­hung der Tatsachen”

      Ich den­ke auch, dass selbst der Beden­ken gehabt hät­te, es so weit zu trei­ben, wie heu­te üblich. Im Min­des­ten schon allei­ne des­halb, weil man damals eine Bevöl­ke­rung haben woll­te, mit der man einen Krieg gewin­nen kann, und kei­ne neu­ro­ti­sche Her­de kas­trier­ter Schafe.

  2. Vie­len Dank für den erst­klas­si­gen Bei­trag. Völ­lig rea­lis­tisch, mit einem gehö­ri­gen Schuss Sati­re. Bit­te jeden Mor­gen mehr davon!

  3. „Rich­tig liegt Weh­ling, als sie die „sprach­li­che Wie­der­ho­lung“ als Mit­tel zur Ver­an­ke­rung in den Köp­fen nennt. Nur gilt dies lei­der für jeden Sinn­zu­sam­men­hang, nicht nur für das ver­an­kern der „Wahr­heit“. ”

    Das mit dem stän­di­gen Wie­der­ho­len hat schon der Füh­rer gesagt. Auch, „Je grö­ßer eine Lüge ist, des­to mehr Leu­te glau­ben sie, mei­nen die Men­schen doch, dass der­je­ni­ge, der die Lüge erzählt, doch im Grun­de anstän­dig sein muss, und kei­ne so gro­ße Lüge erzäh­len wür­de, wes­halb es sich folg­lich um die Wahr­heit han­deln müs­se”. Frei zitiert. 

    „gefak­ten­checkt”

    Mit­ler­wei­le gehts beim Fak­ten­che­cken um „aut­ho­ri­ta­ti­ve Quel­len”. Auf den Dis­kus­si­ons­sei­ten eini­ger rechts­ex­tre­mer Hass-Ver­bre­cher/­Vi­deo­blog­ger gibts zu die­sem The­ma inter­es­san­te Dis­kus­sio­nen, bei denen sich eini­ge Leu­te über die Dreis­tig­keit und Ein­sei­tig­keit der Dar­stel­lun­gen auf­reg­ten, denen von den Wiki­pe­dia-Staf­fern ent­ge­gen­ge­hal­ten wird, dass Wiki­pe­dia nicht die Wahr­heit wie­der­gibt, son­dern ledig­lich zusam­men­fasst, was in „aut­ho­ri­ta­ti­ven” Quel­len geschrie­ben steht. Sprich die Sys­temm­edi­en. Wenn die­se alle­samt mei­nen, man sei ein rechts­ex­tre­mer Hass-Ver­bre­cher und zwei­ter Hit­ler, dann ist das, was Wiki­pe­dia schrei­ben wird. So unge­fähr wird es mit jedem Fak­ten­check aus­se­hen. Sys­temm­edi­en schaf­fen die gesell­schaft­li­che Realität.

    • Ja, das ist die nor­ma­ti­ve Kraft des Staats-Weh­lings­chen – denn Fak­tisch war mal. Oder es ist die fräj­ming­ma­ti­ve Kraft der Mani­pu­la­ti­on, seit­dem die­se nicht mehr ein­fach Mani­pu­la­ti­on & Schwei­ne­rei genannt wird, son­dern, so sagen ARDs säu­seln­de Damen, fak­ten­ge­scheck­ter Fak­ten­schreck ist. Staat ja auch.

      Übri­gens sind die­se Staats­kü­he wie Weh­ling, Reschke usf. ein­fach NUR NOCH wahn­sin­nig mani­pu­la­tiv, wie Weh­ling sagen wür­de, die für das Wort „wahn­sin­nig” eben­so ein Fai­ble hat wie für das Mani­pu­la­ti­ve. Hmmm. Hieß mani­pu­la­re nicht frü­her mal so was wie Hän­de­wa­schen-?, ja wohl doch schon. Also frü­her. Als man sich Zwecks Säu­be­rung die Hän­de wusch. Hin­ge­gen heut in der Staats­mei­nungs-ARD wäscht eine Hand die ande­re schmutzig.

Comments are closed.