Robert Habeck fordert SolidaritätDie Träumereien von „Coro­na-Bonds“, was ja nur ein anderes Wort für „Euro-Bonds“ ist, finde ich ziem­lich ober­fläch­lich. Und zwar nicht in dem bekan­nten Sinn, dass dies eine laut EU-Verträ­gen ver­botene Verge­mein­schaf­tung von Schulden führen würde, son­dern weil Coro­na-Bond-Muezzins wie Robert Habeck die verän­derten glob­alen Bedin­gun­gen kom­plett ignori­eren, in denen wir uns ger­ade befind­en. Habecks Gast­beitrag im Spiegel möchte ich deshalb einige Bemerkun­gen anfügen.

„Wir Deutschen haben nach dem Zweit­en Weltkrieg in beson­derem Maß davon prof­i­tiert, dass die USA und unsere Nach­barstaat­en uns beim finanziellen und insti­tu­tionellen Auf­bau inten­siv unter­stützt haben — trotz der Ver­gan­gen­heit. Im Grund­satz wis­sen wir Deutschen seit­dem, was Europa für uns bedeutet — das gilt für alle demokratis­chen Parteien im Land.“

Hier bezieht sich Habeck natür­lich auf den Mar­shall-Plan, der – neben den eben­falls gern genan­nten türkischen Gas­tar­beit­ern – immer wieder als die Ursache der wirtschaftlichen Wieder­bele­bung (West)Deutschlands genan­nt wird. Und natür­lich kann der Beitrag der USA kaum hoch genug eingeschätzt wer­den. Doch die Gelder des Mar­shall-Plans dien­ten dem Wieder­auf­bau ganz Europas, nicht allein Deutsch­lands! Wir prof­i­tierten nicht ein­mal beson­ders stark davon. Ins­ge­samt gin­gen an die Bun­desre­pub­lik (also den West­teil) etwa 10% der Mit­tel, während Großbri­tan­nien etwa 25% und Frankre­ich 20% davon erhiel­ten. Von ein­er prinzip­iellen Ver­bun­den­heit mit den USA ist bei den Grü­nen indes nur noch in Spiegel-Gast­beiträ­gen zu lesen. Und selb­st dort bekommt Habeck noch die Kurve. Denn eigentlich müsste sein Satz ja laut­en: „Im Grund­satz wis­sen wir Deutschen seit­dem, was die USA für uns bedeuten.“ – so lautet er aber nicht.

„Wenn wir also hier über europäis­che Sol­i­dar­ität sprechen, dann geht es nicht um das “Ob”, son­dern um das “Wie” und “Wie viel”“

Das ist albern. Natür­lich geht es immer zunächst um das „Ob“. Egal, ob es sich um Sol­i­dar­ität oder die Erhöhung des Taschen­geldes für die Kinder han­delt. Sol­i­dar­ität als Forderung ste­ht jedoch immer dann im Raum, wenn jemand ander­er Leute Geld will. Sol­i­dar­ität ist allerd­ings ein Begriff, der Frei­willigkeit ver­langt. Insti­tu­tion­al­isiert man ihn, macht ihn verpflich­t­end und gießt ihn in Geset­ze und Finanz­mark­twerkzeuge, sollte man ehrlicher­weise nicht mehr von Sol­i­dar­ität reden. Das Bild der Brief­marke oben ist da ein gutes Beispiel. Die Marke kostete 15 Pfen­nige, war aber nur 10 Pfen­nige wert. Man kon­nte auch “echte” 10pf-Marken kaufen, wenn man nicht sol­i­darisch sein wollte. Habeck hebt die Hostie „Sol­i­dar­ität durch Coro­na-Bonds“ in die Höhe und nach­dem das Glöckchen bim­melt, hat es sich in einen Haf­tungszwang ver­wan­delt. Er sollte so ehrlich sein, dass wir alle davon essen wer­den müssen. Mit der Frei­willigkeit von Sol­i­dar­ität ist es dann vorbei.

„Es geht nicht mehr darum, früher gemachte Schulden etwa Spaniens oder Ital­iens umzu­verteilen, son­dern akut die aktuelle Krise zu bewälti­gen. Das Virus hat diese Län­der mit voller Härte getrof­fen — auch uns kön­nte es so gehen, und wir in Deutsch­land fed­ern die Wirtschaft­skrise ger­ade mit Mil­liar­den an Kred­iten ab.“

Wie tren­nt man sauber „früher gemachte“ Schulden von der aktuellen Krise? Es gibt eine gewisse Kor­re­la­tion zwis­chen dem all­ge­meinen Zus­tand der Wirtschaft und der Härte, mit welch­er das Virus die EU-Län­der traf. Denn der Zus­tand der Wirtschaft ist mein­er Mei­n­ung nach ein starkes Indiz für den Zus­tand des jew­eili­gen Gesund­heitssys­tems. Daraus dürfte sich auch die Kor­re­la­tion ergeben, von der Markus Krall hier berichtet.

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Habeck appel­liert aber erneut an unsere Sol­i­dar­ität und an dieser Stelle kann ich ihm sog­ar zus­tim­men. Hil­fe tut sich­er Not. Auch für Spanien und Ital­ien. Nur braucht es dafür keine Coro­na-Bonds. Reden wir doch mal über die Mit­tel, welche die EU im Rah­men des „Green Deal“ verteilen möchte. Reden wir über direk­te Kred­ite und reden wird vor allem über die Unfähigkeit der EU, in der Krise für ihre Mit­glieder eine sin­nvolle, helfende oder auch nur koor­dinierende Rolle zu spielen…und aus­gerech­net mit einem Finanz­mark­twerkzeug soll das nun bess­er klappen?

Spekulative Attacke und spekulative Uneigennützigkeit

„Zweit­ens geht es nicht darum, welche Anreize Coro­na-Bonds set­zen: Ital­ien wird ja kein neues Virus erfind­en, nur damit die anderen Län­der in Zukun­ft wieder ein­mal mithaften. Nie­mand möchte, dass zukün­ftig jedes Land Geld ver­plem­pert und die Rech­nung in Brüs­sel oder Berlin abgeben kann. Es ist aber erst recht nicht in unserem eige­nen Inter­esse, dass die ital­ienis­che oder spanis­che Wirtschaft durch speku­la­tive Attack­en in die Knie gehen.“

Doch auch nach all dem Geplap­per darüber, was andere Län­der sich­er nicht wollen und dass nie­mand gern Geld „ver­ple­mere“ wis­sen wir immer noch nicht, welche Anreize Coro­na-Bonds denn nun wirk­lich set­zen, Herr Habeck. Wis­sen Sie es etwa auch nicht? Und wer will durch speku­la­tive Attack­en die spanis­che Wirtschaft „in die Knie“ zwin­gen? Übri­gens: dass nie­mand gern Rech­nun­gen nach Brüs­sel oder Berlin schick­en oder ander­swie exter­nal­isieren möchte, halte ich für ein Gerücht, welch­es die men­schliche Natur kom­plett ignori­ert! Mit Rech­nungsadres­sat­en ist das wie mit Sub­ven­tio­nen — sie wer­den genutzt, weil sie da sind und weil man schön blöde wäre, sie nicht zu nutzen. Brüs­sel muss mich nur darum bit­ten oder mir einen ver­steck­ten Wink geben, schon sende ich meine Rech­nun­gen dort hin. Mit Schleife und Glitzer, wenn gewün­scht! Ich wäre auch sehr dankbar für die “Sol­i­dar­ität”, für die dann natür­lich alle anderen aufkom­men müssen, ohne gefragt zu werden.

„Es dro­hen in den angeschla­ge­nen Volk­swirtschaften tiefe Rezes­sion und hohe Arbeit­slosigkeit, zusam­men ein Kon­junk­tur­pro­gramm für den Pop­ulis­mus, der sich ohne­hin schon wie ein Gift in Europa aus­ge­bre­it­et hat.“

Nur zur Erin­nerung, Herr Habeck: auch die Volk­swirtschaften Deutsch­lands, Öster­re­ichs oder der Nieder­lande sind ger­ade angeschla­gen. Und was den Pop­ulis­mus ange­ht, scheint der selt­samer­weise umso größer zu wer­den, je bess­er die Kon­junk­tur­pro­gramme zu dessen Bekämp­fung aus­ges­tat­tet sind. Vielle­icht wären die Coro­na-Bonds ja selb­st das beste “Kon­junk­tur­pro­gramm des Pop­ulis­mus”, schließlich sitzen alle pro­fes­sionellen Pop­ulis­ten in NGOs und Parteien sehr dicht an den Quellen der EZB-Gelder und kön­nen in großen Schluck­en trinken. Poli­tik­er sind nun wirk­lich die let­zten, die zwis­chen sin­nvollen Investi­tio­nen in Wirtschaft­spro­gramme und poli­tis­ch­er Land­schaft­spflege sauber unter­schei­den kön­nen! Im Fall der EZB macht mir deshalb der Ein­fluss der (Zentral)Banker weit weniger Sor­gen als der der Politik.

Der Euro als politischer Selbstzweck

„Die dur­chaus legit­ime Sorge der Union um Sta­bil­ität, die sich in der Ablehnung gemein­samer Ver­schul­dung man­i­festiert, gefährdet selb­st die Sta­bil­ität, und zwar des Euro­raums und damit auch Deutsch­lands. Die Ablehnung gemein­samer Anlei­hen ist damit zu einem Selb­stzweck geworden.“

Wir kom­men dem Kern des Prob­lems näher! Selb­st Habeck anerken­nt hier – sich­er ohne es zu wollen – dass es nicht um die Ret­tung Spaniens oder Ital­iens geht. Das wären ja Ziele, denen man sich moralisch und nach­barschaftlich verpflichtet fühlen kann. Wer will schon, dass es Spanien und Ital­ien dreck­ig geht! Es geht jedoch auss­chließlich um die Ret­tung des Euro­raums, also die Ret­tung ein­er poli­tis­chen Idee, die schon seit ihrer Grün­dung Schlag­seite hat. Habecks Satz müsste also eigentlich so laut­en: Die Forderung nach gemein­samen Anlei­hen ist damit zum Selb­stzweck des Erhalts des Euro gewor­den. Wenn eine Währung – die ja nie Selb­stzweck, son­dern immer nur Werkzeug sein sollte – die Wirtschaft­skraft ihres Gel­tungs­bere­ich­es jedoch nicht abbilden kann, wenn sie hier bremst und dort verz­er­rt, wenn sie also vom poli­tis­chen Selb­stzweck über­formt wird, welchen Wert hat sie dann noch?

„Das ist umso prob­lema­tis­ch­er, als Deutsch­land und die EU ja nicht allein auf der Welt sind, son­dern sich in einem inter­na­tionalen Kon­text bewe­gen. So hat die US-Finanz- und Geld­poli­tik in den let­zten Wochen entschlossen und umfassend reagiert. Die Fed­er­al Reserve Bank, also die Zen­tral­bank der USA, hat am 23. März unbe­gren­zte Anlei­hekäufe von US-Staat­san­lei­hen angekündigt und am 1. April Banken erlaubt, US-Staat­san­lei­hen unbe­gren­zt und ohne Eigenkap­i­tal auf die Bilanz zu nehmen. Die Fed­er­al Reserve sig­nal­isiert damit: Ger­ade wenn Wirtschaft, Arbeit­splätze und der Wohl­stand der Nation bedro­ht sind, braucht es einen Sta­bil­ität­sanker, den die Noten­bank vertei­digt: eine gemein­same Sta­bil­ität­san­lei­he des Währungsraums.“

Und wieder ist Habeck näher an der Wahrheit, als ihm lieb sein kann. Natür­lich sind Deutsch­land und die EU nicht allein auf der Welt. Und unsere Prob­leme sind ger­ade weltweite Prob­leme. Es han­delt sich ja um eine Krise, die beste­hende lokale Krisen noch über­lagert und ver­stärkt – weltweit! Man darf also fra­gen, wer um alles in der Welt diese „Coro­na-Bonds“ über­haupt kaufen soll? Und was die Anlei­hekäufe der FED ange­ht: nichts anderes tut die EZB doch seit mehr als zehn Jahren! Erst unbe­gren­zt, dann auf 30 Mil­liar­den pro Monat gedeck­elt! Die FED kon­nte den Zins noch auf Null senken, während die EZB ihn schon auf Null erhöhen müsste! Der Euro ist kein Sta­bil­ität­sanker für Län­der wie Griechen­land, Spanien, Por­tu­gal oder Ital­ien. Er ist Pro­duk­tiv­itäts­bremse in Ital­ien oder Spanien und Fluchtwährung in Deutsch­land. Es gibt also nicht mal mehr den einen Euro, was sollen da gemein­schaftliche Euro-Anlei­hen bewirken?

„Eine solche Klarheit und [wie die der FED] bräuchte es auch aus der Euro­zone: Wir wer­den die Angriffe von Speku­lanten abwehren und unsere Wirtschaft, Arbeit­splätze und unseren Wohl­stand sichern.“

Wie schon gesagt, die EZB macht im Grunde nichts anderes, als „Angriffe“ abzuwehren, die es nicht gibt! In Wirk­lichkeit betreibt sie seit Jahren direk­te Staats­fi­nanzierung, etwas, das ihr eigentlich von den Grün­dungsstatuten unter­sagt ist.

„Mit der Ansage, dass Staat­san­lei­hen auch aus­fall­en kön­nen, hat sich Europa selb­st geschwächt und die Finanzmärk­te insta­bil gemacht.“

Ver­bre­it­et Habeck hier Fake-News? Welche Staat­san­lei­hen fall­en denn ger­ade aus? Die EZB kauf alles auf, was diejeni­gen, die Eurolän­dern Geld geliehen haben, nicht in den Büch­ern haben wollen. Hier fällt über­haupt nichts aus! Das genau ist doch das Prob­lem. Gäbe es Aus­fall­risiken, gäbe es einen echt­en Mark­tzins. Weil die EZB aber im Not­fall immer ein­springt und „what­ev­er it takes“ ruft, öffnet man der Speku­la­tion erst Tür und Tor, weil man das Mark­trisiko auss­chal­tet. De fac­to haben wir also bere­its Eurobonds: über die Haf­tungs­beteili­gun­gen der Eurolän­der an der EZB!

Robert Habeck wünscht mehr Einfluss

„Damit ver­spielt Europa die Chance, an geopoli­tis­chem Ein­fluss zu gewin­nen. Euros machen nur etwa 20 Prozent der glob­alen Währungsre­ser­ven aus, der Dol­lar hinge­gen liegt bei 60 Prozent. Und das, obwohl unsere Wirtschaft­sleis­tung ver­gle­ich­bar ist.“

Da ist sie wieder, die Sucht nach Weltbe­deu­tung und „geopoli­tis­chem Ein­fluss“. Bedeu­tung wobei? Ein­fluss worauf? Dass nur 20% der glob­alen Währungsre­ser­ven auf Euro laut­en, kön­nte ja auch daran liegen, dass der Euro so grot­ten­schlecht kon­stru­iert ist und man sich in Krisen­zeit­en nicht aus­gerech­net auf ein solch­es Kon­strukt ver­lassen möchte. Den Dol­lar gibt es (geset­zlich) seit 1792, den Euro seit 1999 bzw. 2002. Man muss schon ziem­lich eurozen­tris­tisch sein, um zu glauben, Ver­trauen wachse in Europa prinzip­iell schneller als ander­swo. Es ist sich­er kein Zufall, dass sich Habeck auch in seinem Spiegel-Artikel aus­gerech­net auf Ökonomen wie Ken­neth Rogoff beruft, einen der führen­den Ver­fechter der Bargeld­ab­schaf­fung. Ger­ade in der Krise zeigt sich näm­lich, dass die Men­schen ihre Geld­w­erte instink­tiv vor dem staatlichen Zugriff in Sicher­heit brin­gen möcht­en. Wer es sich leis­ten kann, verteilt sein Ver­mö­gen auf viele Körbe, kauft Fremd­währun­gen, Sach­w­erte und Gold.

Zu glauben, gemein­same Anlei­he­p­ro­gramme wür­den an der Weltbe­deu­tung des Euro etwas ändern, ist naiv. Das Ver­trauen in die Sta­bil­ität ein­er Währung lässt sich nicht dadurch verbessern, dass man die Regeln lock­ert, auf die sich alle Teil­nehmer ver­ständigt haben. Schaut man sich die Ren­diten für 10-jährige Staat­san­lei­hen an, also die Kosten, zu denen sich Staat­en aktuell mit­tel­fristig Geld lei­hen kön­nen, fällt auf, dass die USA, deren FED Habeck ja aus­drück­lich lobt, sog­ar höhere Zin­sen zahlen müssen als Spanien. Man fragt sich also schon wieder, wo die „Speku­lanten“ sitzen mögen, die Spanien „in die Knie“ zwin­gen wollen.

Der Abstand zwis­chen griechis­chen (2,05%) und deutschen (-0,52%) Anlei­hen (Stand: März 2020) zeigt aber vor allem eines: Inve­storen glauben nicht an einen tat­säch­lichen „gemein­samen Euro­raum“. Trotz der bere­its eng ver­flocht­e­nen Haf­tun­gen ver­lieren sie lieber Geld an den deutschen Staat, als mit den Staat­en Griechen­land oder Ital­ien welch­es zu ver­di­enen. Kämen „Coro­na-Bonds“, wie Habeck es sich wün­scht, fän­den Inve­storen andere Mit­tel, die Risiken inner­halb der Euro-Staat­en zu gewicht­en. Was der grüne Parte­ichef propagiert, ist in der Lebens­mit­telin­dus­trie aus guten Grün­den ver­boten: Fleisch mit abge­laufen­em Halt­barkeits­da­tum mit frischem zu mis­chen, neu zu ver­pack­en und als „Mélange de mai­son“ erneut anzu­bi­eten. Vor dem Verzehr ist in jedem Fall abzuraten.

PS: Wer übri­gens wis­sen möchte, wie „Coro­na-Bonds“ oder „Euro-Bonds“ funk­tion­ieren kön­nten, der muss sich nur daran erin­nern, wie MBS (mort­gage-backed secu­ri­ties) in den USA vor der Finanzkrise 2007/2008 funk­tion­ierten. Es geht auch bei “Euro-Bonds” um das Rat­ing, nichts weit­er! Man möchte erre­ichen, dass Euro-Bonds das­selbe pos­i­tive Rat­ing erhal­ten, wie etwa deutsche Anlei­hen, damit die Zin­sen für den Emit­ten­ten niedrig bleiben. In den MBS steck­ten jede Menge Immo­bilien­hy­potheken unter­schiedlich­ster Güte, die Pakete erhiel­ten jedoch fast immer Best­noten von den Rat­ing-Agen­turen, selb­st wenn sich unter ein­er dün­nen Sah­neschicht vor allem stark aus­fall­ge­fährdete oder gar „notlei­dende“ Hypotheken verbargen.

Am Ende ris­sen diese selb­st die guten Werte mit in den Abgrund. Es ist kein Zufall, dass die Befür­worter von „Euro-Bonds“ oft auch die Ein­rich­tung ein­er europäis­chen Rat­ing-Agen­tur fordern, die dann mit der Risiko­analyse der „Euro-Bonds“ beauf­tragt wer­den kön­nte. Ein Schelm, der da an Gefäl­ligkeitsgutacht­en und poli­tis­che Ein­flussnahme denkt! Denn sowas machen natür­lich nur gierige Banker! Staat­en und deutsche Parteien han­deln stets richtig, ratio­nal und uneigen­nützig! Ich für meinen Teil hielt Euro-Bonds schon vor zwei Jahren für eine blöde Idee und dabei bleibe ich.

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8 Kommentare

  1. > Den Dol­lar gibt es (geset­zlich) seit 1792

    Eher seit 1971. Nixon-Schock und die Aufhe­bung der Gold­preis­bindung. Beim Dol­lar davor hat­te eine Unze Gold exakt 35$ wert zu sein, und kon­nte einge­tauscht wer­den. Dies wurde eingestellt, nach­dem die Amis Geld­poli­tik betrieben, mehr Geld gedruckt hat­ten, als sie Gol­dreser­ven hatten. 

    Der Dol­lar nach 1971 ist fak­tisch ne andere Währung als der Dol­lar davor.

    Abge­se­hen davon ist die Regres­sion­slin­ie des Her­rn Dr. Markus Kralls von eini­gen Extremw­erten dominiert. Würde man die Extremw­erte auf bei­den Seit­en raus­nehmen, würde die Lin­ie anders aussehen. 

    Mein­er Mei­n­ung nach ist die beste Größe, die man hat, die Ster­ber­ate, und von da an kann man auf den Durch­seuchungs­grad schließen, der bes­timmt, inwieweit das Medi­zin­sys­tem über­fordert ist. Wenns nach dem Aus­bau des Medi­zin­sys­tems gin­ge, dürfte Eng­land nicht unter den Top5 sein, und Tschechien/Polen/Estland und so weit­er nicht so weit unten.

    Abge­se­hen davon: Die Ster­ber­ate bei ARDS, was die medi­zinis­che Beze­ich­nung für Coro­na-Chans Wirk­mech­a­nis­mus ist, liegt unbe­han­delt bei 35% und 50%. Behan­delt liegt die Ster­ber­ate bei 40%. Wenn man die Lunge lähmt und kün­stlich beat­met — wobei dabei im Prinzip die ganze Zeit ein darauf spezial­isiert­er Arzt neben dem Auto­mat­en ste­hen muss — kommt man auf 35%. Auf-dem-Bauch-liegen vs. Auf-dem-Rück­en-liegen hat einen größeren Ein­fluss. Der Ein­fluss der medi­zinis­chen Ver­sorgung wird über­schätzt. Die Frage, welch­er Stamm irgend­wo im Umlauf ist, spielt eine größere Rolle auf die Ster­ber­ate, und der Durch­seuchungs­grad, mul­ti­pliziert mit der Letal­ität des Stammes, bes­timmt die Gesamtzahl. Und der Durch­seuchungs­grad scheint, auf den ersten Blick betra­chtet, mit Mul­ti­kul­ti und poli­tis­ch­er Kor­rek­theit zu kor­re­lieren. Hug-a-Chi­nese-Day und Masken­ver­schenken mit dem schwulen Jens

    Immer diese Betrieb­samkeit. Man kön­nte auch was aus der Sit­u­a­tion ler­nen, aber stattdessen stram­pelt man sich lieber ab, damit bloß nicht klar wird, wie bedeu­tungs­los dieser gesellschaftliche Scheiß eigentlich ist. Das biss­chen Steigerung der Über­lebenswahrschein­lichkeit ist den ganzen Stress doch nicht wert. Eigentlich gehts nur darum, dass die Leute schiss vor der Erken­nt­nis haben, dass ihr Ver­trauen in Staat und Gesellschaft fehl am Platz ist. Gottver­trauen führt zu ähn­lichen Ergeb­nis­sen, kostet aber weniger, und schränkt auch weniger ein.

    Naja, freuen wir uns auf die zweite Welle. Und die dritte. Und den ganzen Scheiß, der danach passiert, wenn der Scheiß scheit­ert, den man gemacht hat, um zu ver­hin­dern, dass das Uni­ver­sum einem endlich den ver­di­en­ten Schlag in die Fresse gibt. Elen­des Herumgezappele.

  2. Erst Robert “Ich kenne kein Vater­land” Habeck bei SPON, einen Tag später durfte dann Jür­gen “Eine Eiskugel” Trit­tin bei WO ins selbe Horn blasen.
    Aber hier wie dort keine Nach­frage, ob es z.B. auch Teil der europäis­chen Sol­i­dar­ität ist, dass alle im sel­ben Alter in Rente gehen. Oder ob auch in Zukun­ft einige Fran­zosen beispiel­sweise bere­its mit Mitte 50 das Rentenal­ter erre­icht haben, während Deutsche möglichst bis 70 arbeit­en sollen.
    Ob in Griechen­land Immo­bilien in Zukun­ft ordentlich ver­s­teuert wer­den oder ob noch immer die Regel gilt, wir bauen nicht fer­tig dann müssen wir auch keine Steuern zahlen. 

    Seien wir ehrlich, wir wür­den das natür­lich auch alle in Anspruch nehmen, wenn der Staat uns ließe.
    Aber frühere Rente und weniger Steuern und dann von anderen mehr Sol­i­dar­ität erwarten ist ein wenig unverschämt.
    Das ganze läuft aber offen­sichtlich unter dem Mot­to: Verärg­ert ihr eure Wäh­ler, dann müssen wir es nicht mit den unseren tun.

  3. … Herr Land­grebe, Sie haben natür­lich uneingeschränkt Recht… nur:

    Auch (oder ger­ade…) Dem­a­gogen sind Idi.… ! 

    Daß die, die ihnen nach­laufen, die noch größeren Idi… sind, ist die Kehr­seite der Medaille!

  4. Herr Hobeck ist kein Idiot son­dern ein Ide­ologe und Dem­a­goge. Mit seinem Dre­itage­bart und Schlafz­im­mer­gesicht ver­bre­it­et er eine ver­schla­gene Harmlosigkeit.

    • Also ein Merke­list und würdi­ger Nach­fol­ger. Baby­face und faust­dick hin­ter den Ohren.

  5. Sor­ry … „Herr“ Habeck „denkt“…, „Herr“ Habeck wün­scht…, „Herr“ Habeck meint…
    Ich meine, der „Herr“ Habeck ist ein Idi.….. !

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