Soll ich über den Krieg schrei­ben? Ich wage es kaum, denn alle Voka­beln, die mir dazu ein­fal­len, sind mit dem Fluch des Miss­trau­ens belegt. Nichts, abso­lut nichts was man dar­über schrei­ben kann, ist geeig­net, einen Kon­sens über das zu erzie­len, was in der Ukrai­ne pas­siert. Kein Datum, kein Schuss, kein Opfer. Schreibt man „Krieg“, ist man von den Ame­ri­ka­nern bezahlt, schreibt man „Opfer“ ver­höhnt man die ver­letz­ten Sicher­heits­in­ter­es­sen der Rus­sen und ver­brei­tet ukrai­ni­sche Pro­pa­gan­da. Schreibt man „Frie­den“, ist man ein Träu­mer, sagt man „Waf­fen“ ist man ein Kriegs­trei­ber. Und doch muss ich das alles mal auf­schrei­ben, denn alle die­se Wider­sprü­che tra­ge ich auch in mir. In die Welt getra­gen wird es dann schnell unge­müt­lich, weil die Zer­ris­sen­heit offen­sicht­lich quer durch alle Mei­nungs­teil­men­gen in die­sem Lan­de geht. Ein wei­te­rer kom­pro­miss­lo­ser Groß­kon­flikt, ein wei­te­rer Riss.

Glaubt man den Apo­lo­ge­ten Putins, recht­fer­tigt kei­ne Pro­vo­ka­ti­on jemals in der Geschich­te ein ame­ri­ka­ni­sches Ein­grei­fen, jedoch jede auch nur emp­fun­de­ne Krän­kung oder Bedro­hung einen rus­si­schen Ein­marsch. Ame­ri­ka­ni­sche Krie­ge sei­en stets kolo­nia­lis­ti­sche Land­nah­men, wäh­rend rus­si­sche Pan­zer nur Ord­nung erzwin­gen, wo Cha­os droht. Ver­mut­lich, weil sie direkt zum Ziel rol­len kön­nen und nicht per Schiff ankom­men, wie sich das für Kolo­nia­lis­ten seit je her geziemt, aber was weiß ich schon. Doch wäh­rend der rus­si­sche Prä­si­dent, der für die Kame­ra mit frei­em Ober­kör­per rei­tet, im Allein­gang anti­ke Schät­ze im Meer fin­det und nahe Sot­chi eine streng bewach­te Rie­sen­dat­scha samt Flug­ver­bots­zo­ne besitzt, vie­len immer noch als ado­ra­bel gilt, ver­der­ben sei­nem ukrai­ni­schen Gegen­über Come­dy-Kar­rie­re, Mali­bu-Vil­la und eine Nase voll Koks nicht nur jede Legi­ti­mi­tät, son­dern es erlischt sogar wie selbst­ver­ständ­lich sein Recht auf Selbst­ver­tei­di­gung und das aller ande­ren Ukrai­ner gleich mit.

Nun, zumin­dest über eines darf sich der deut­sche Putin­freund sicher sein: ihr Idol sieht das genau­so. Schließ­lich gehört der Rück­tritt des „Selen­skyj-Regimes“ zu den unver­han­del­ba­ren „Frie­dens­for­de­run­gen“ des Kreml­fürs­ten. Im ver­un­si­cher­ten Deutsch­land man­gelt es nicht an guten Rat­schlä­gen für bei­de Kriegs­par­tei­en, wobei die Band­brei­te der Emp­feh­lun­gen von sofor­ti­ger bedin­gungs­lo­ser Kapi­tu­la­ti­on der Ukrai­ne bis zur For­de­rung nach direk­tem NATO-Kampf­ein­satz im Don­bass reicht. Auch bei der Fra­ge der Legi­ti­mi­tät des rus­si­schen Ein­mar­sches ist alles ver­tre­ten, wenn auch nur weni­ge so weit wie Putin selbst gehen wür­den und der Ukrai­ne das Exis­tenz­recht glatt absprechen.

Meist läuft die Ver­tei­di­gung auf ein wort­rei­ches „sel­ber Schuld, Ukrai­ne!“ hin­aus, weil Putin gar nichts ande­res übrig­ge­blie­ben sei, als gegen die „bis an die Zäh­ne bewaff­ne­te“ Ukrai­ne vor­zu­ge­hen, die sogar erwog, sich ato­mar zu bewaff­nen und durch ihre Affi­ni­tät für NATO und EU zur Bedro­hung Russ­lands gewor­den sei. Es klingt ganz so, als empö­re sich der Fuchs über die Sta­cheln des Igels, denn die Fra­ge, was zuerst da war, die Bedro­hung oder das Bedürf­nis, sich vor ihr zu schüt­zen, ist nicht ganz so leicht zu beant­wor­ten wie der Kreml es darstellt.

Es ist zu spät, Hen­ne-Ei-Para­do­xien zu erör­tern, denn seit zwei Mona­ten kommt nie­mand mehr an dem ein­zig rele­van­ten Fakt vor­bei: nicht die Ukrai­ne hat Russ­land über­fal­len, es war genau umge­kehrt. Und egal über wel­chen Aspekt der Recht­fer­ti­gung oder über wel­chen mög­li­chen Aus­gang die­ses Krie­ges wir auch reden: Russ­land ist der Aggres­sor und nichts recht­fer­tigt einen Angriffs­krieg. Schrei­ben wir das den Ame­ri­ka­nern nicht seit 50 Jah­ren bei jeder Gele­gen­heit ins Stammbuch?

Grundsätzliches

Bei der Betrach­tung der Ukrai­ne gehen mei­ner Mei­nung nach sowohl Russ­land als auch die EU von fal­schen Annah­men aus. Über die fal­sche Annah­me Putins, er wür­de mit offe­nen Armen emp­fan­gen, ist viel geschrie­ben wor­den. Auch Vor­aus­ei­len­des in der eige­nen Pro­pa­gan­da­ab­tei­lung, wie wir belus­tigt zur Kennt­nis nah­men. Ob Putins Dar­stel­lung, die Ukrai­ne sei in Toto ein vom Wes­ten gepäp­pel­tes faschis­ti­sches Auf­marsch­ge­biet gegen Mos­kau, wirk­lich so in sei­nem Kopf steckt oder nichts als ein Casus Bel­li der Sor­te „Gulf of Ton­kin“ ist, um von der Kreml-Pro­pa­gan­da zweck­mä­ßig ver­wen­det zu wer­den, wis­sen wir natür­lich nicht. Die Illu­sio­nen des Wes­tens lie­gen jeden­falls in fal­schen Vor­stel­lun­gen davon, wie die Ukrai­ner so ticken. EU-Bei­tritt, NATO-Bei­tritt und was alles sonst noch in Aus­sicht gestellt oder gar beschleu­nigt wer­den soll, kon­tras­tie­ren stark mit dem umfang­rei­chen Kata­log an Vor­aus­set­zun­gen, die ein Land erfül­len muss, um in die­sen Orga­ni­sa­tio­nen Mit­glied wer­den zu kön­nen. Kei­ne unge­klär­ten Gebiets­kon­flik­te mit den Nach­barn zu haben, ist nur eine davon. Eine Kor­rup­ti­ons- und Olig­ar­chen­wirt­schaft, die selbst eini­ge der noto­rischs­ten EU-Mit­glie­dern zur Schan­de gerei­chen wür­de, kommt noch oben drauf auf die Lis­te der prin­zi­pi­el­len Hindernisse.

An die­ser Stel­le rächt sich die schlech­te Ange­wohn­heit des Wes­tens, es im ideo­lo­gi­schen „Not­fall“ mit der Wahr­heit nicht all­zu genau zu neh­men. (Sowas könn­te man zur Erin­ne­rung an EZB-Chef Draghi auch „Wha­te­ver It Takes-Moment“ nen­nen.) Denn wer heu­te zur Ver­tei­di­gung der Ukrai­ne vor­bringt, NATO und EU-Bei­tritt lägen für Kiew abseits aller Ver­spre­chen und Ankü­di­gun­gen rein fak­tisch noch wei­ter weg als eine dau­er­haf­te Besie­de­lung des Mars, dem wird ent­ge­gen­ge­hal­ten, dass es die NATO mit ihrem rei­nen Selbst­ver­tei­di­gungs­zweck eben­so wenig genau nimmt, wie die EU mit ihren Kon­ver­genz­kri­te­ri­en und Ver­trä­gen, wenn eine Lüge der ver­meint­lich guten Sache der expan­si­ven Brüs­se­ler Büro­kra­tie dien­lich sei.

Im sel­ben Dilem­ma befin­den sich die Medi­en, die seit Jah­ren für jede Panik zu begeis­tern sind, wenn sie nur dem „Cur­rent Thing“ durch absichts­vol­les Ver­bie­gen oder Ver­schwei­gen von uner­wünsch­ten Fak­ten dient. Die­sel­ben Medi­en, die ihre Leser seit Jah­ren mit Kli­ma und Coro­na durch Alb­träu­me jagen, sol­len es nun mit der Kreml-Kriegs­pro­pa­gan­da nach dem Mot­to „Ehr­lich, dies­mal wirk­lich! Gro­ßes Akti­vis­ten­eh­ren­wort!“ auf­neh­men? Das­sel­be Bild des Jam­mers bie­tet unse­re Polit­kas­te in Ber­lin und Brüs­sels und ich muss schon tief in die Kis­te mit den Kalau­ern grei­fen, um die Wider­sprü­che aus­zu­hal­ten: Es ist alle­mal bes­ser, eine unfä­hi­ge Regie­rung zu haben als eine, die zu allem fähig ist.

Doch all­zu leicht soll­te man es der „Wir-sind-ja-auch-nicht-besser-als-die-Russen“-Fraktion nicht machen, die genüss­lich und nicht zu Unrecht dar­auf ver­weist, wie sich etwa die Fami­lie von US-Prä­si­dent Biden in der Ukrai­ne berei­chert hat, als lie­ße sich dar­aus irgend­ei­ne Recht­fer­ti­gung ablei­ten, war­um eine von allen Sei­ten aus­ge­plün­der­te Ukrai­ne nun zu Recht unter das rus­si­sche Modell der Olig­ar­chie gezwun­gen wer­den dür­fe. Wäre das denn auch nur einen Deut bes­ser? Ein gan­zes Land als Spiel­ball, als Wan­der­po­kal, als Die­bes­beu­te, die nur der eine dem ande­ren Gangs­ter abja­gen wür­de? Die Ukrai­ner jeden­falls wer­den nicht gefragt, ihre Inter­es­sen nicht in Rech­nung gestellt und doch erhe­ben sie die Stim­me um zu rufen: „Hal­lo? Geht’s noch? Kön­nen wir bit­te spä­ter klä­ren, ob wir zu kon­ser­va­tiv, zu homo­phob, zu kor­rupt oder sonst was sind? Die Rus­sen ste­hen näm­lich gera­de in unse­rem Land und schie­ßen auf uns. Wir brau­chen Hilfe!“

Putin, gekommen, um zu bleiben

Gön­nen Sie sich das zwei­fel­haf­te Ver­gnü­gen und lesen Sie auf­merk­sam den Arti­kel „Was soll Russ­land mit der Ukrai­ne machen?“ von Tim­ofey Ser­geyts­ev in der Riu Novos­ti, lie­be Leser. Er ist inzwi­schen gera­de­zu klas­sisch, denn er zeich­net ein sehr kla­res Bild des­sen, was Putin die Rus­sen unbe­dingt wis­sen las­sen woll­te. Mein Rus­sisch ist zu ein­ge­ros­tet, um dem Ori­gi­nal fol­gen zu kön­nen, doch dank Goog­le-Über­set­zer und kla­rer rus­si­scher Gram­ma­tik haucht einen auch in der Über­tra­gung ins Deut­sche das Abso­lu­te an. Auf der einen Sei­te steht für Ser­geyts­ev das „abso­lut Gute“, natür­lich Russ­land. Auf der andern die Frat­ze des Welt­fa­schis­mus, der es nur in Russ­land nicht schafft, Fuß zu fas­sen. Auf die­ser Sei­te ste­hen Sie, lie­be Leser, und ich und über­haupt alle, die auch nur lei­se Zwei­fel am rus­si­schen „Früh­jahrs­putz“ vor dem 9. Mai äußern.

Wer also den Putin eigent­lich ganz knor­ke fin­det und viel­leicht ledig­lich kri­ti­siert, dass er sei­ne Pan­zer statt mit dem latei­ni­schen „Z“ doch bes­ser mit einem kyril­li­schen Buch­sta­ben hät­te kenn­zeich­nen sol­len, ist schon Feind und muss inter­niert, bestraft und umer­zo­gen wer­den. Man möge sich nicht dar­über täu­schen, wel­ches Maß an Wider­spruch Putin gera­de noch tole­rie­ren kann, um jeman­den in Ruhe zu las­sen. Appease­ment funk­tio­niert hier nicht. Im Kreml ist man auch nicht besorgt, ver­är­gert oder sogar ver­ängs­tigt dar­über, was der Wes­ten tut oder unter­lässt. Man stört sich nur dar­an, dass es ihn in all sei­ner Wider­sprüch­lich­keit und brü­chi­gen Alli­anz über­haupt noch gibt. Was könn­te denn fol­gen auf die „Ent­na­zi­fi­zie­rung“ der Ukrai­ne, die nichts als ein Her­zens­pro­jekt des urfa­schis­ti­schen Wes­tens sei? Ich den­ke, da kom­men Sie sel­ber drauf, lie­be Leser. Den 9. Mai fei­ert man in Mos­kau jedes Jahr mit einer Parade.

Was heißt das nun für die Ukrai­ne? Ich bin kein Mili­tär­ex­per­te und will auch nicht so tun, als könn­te ich auch nur im Ansatz beur­tei­len, wie die Chan­cen der Ukrai­ne ste­hen, aus die­sem Krieg mit­tel­fris­tig als funk­tio­nie­ren­der Staat her­aus­zu­kom­men. Doch sind mir in letz­ter Zeit eini­ge Flos­keln auf­ge­fal­len, die von unse­ren Medi­en, Poli­ti­kern und auch eini­gen Groß­spre­chern auf Face­book und Twit­ter immer wie­der ver­wen­den wer­den, ohne dass jemand den Gehalt die­ser Rede­wen­dun­gen in Fra­ge zu stel­len wagt. Viel­mehr sind sie stets gedacht als fina­les Argu­ment, eine unbe­que­me Dis­kus­si­on zu been­den. Hier eini­ge Beispiele:

„Wann haben Waf­fen­lie­fe­run­gen je einen Krieg beendet?“

Die Gegen­pro­be der pazi­fis­ti­schen Vor­stel­lung, dass Krie­ge nicht von Staa­ten, son­dern von Waf­fen geführt wer­den, lässt sich mit einem ein­zi­gen Hin­weis füh­ren. Iro­ni­scher­wei­se betrifft das his­to­ri­sche Bei­spiel aus­ge­rech­net die Sowjet­uni­on, deren Unter­gang Putin bekannt­lich für die größ­te Kata­stro­phe des 20. Jahr­hun­derts hält. Denn es war das 1941 unter Roo­se­velt ein­ge­führ­te „Leih- und Pacht­ge­setz“, dass es den USA erlaub­te, Mili­tär­tech­nik und Aus­rüs­tung in rie­si­gen Men­gen an Sta­lin zu schi­cken, damit der im Kampf gegen Hit­lers Arme­en wie­der Boden unter Füße bekam. Fahr­ba­rer Unter­satz der soge­nann­ten „Sta­lin­or­geln“ waren bei­spiels­wei­se ame­ri­ka­ni­sche Stu­de­baker-Lkw.

„Putin muss­te ein­fach han­deln und für den Schutz der ver­folg­ten rus­si­schen Min­der­heit in der Ukrai­ne sorgen.“

Das Für­sor­ger-Argu­ment hal­te ich für beson­ders per­fi­de. Doch auch hier haben wir ein Hen­ne-Ei-Pro­blem, für das es auf jeder Sei­te eine ande­re Erklä­rung gibt. Was war wohl zuerst da, der Ver­such der Abgren­zung gegen­über einer Bevöl­ke­rungs­grup­pe, die als „unsi­che­rer Kan­to­nist“ gilt, oder das Wer­ben, Umschmei­cheln und die „ihr gehört zu uns“ und „ihr seid bes­ser als die“ Lock­ru­fe einer frem­den Macht, die gern eine „drit­te Kolon­ne“ hät­te, zu deren Ret­tung her­bei­ge­eilt wer­den kann? Und bevor sie jetzt sagen, die ukrai­ni­sche Poli­tik gegen­über der rus­si­schen Min­der­heit sei kurz­sich­tig und dumm gewe­sen, weil man zum Bei­spiel dar­auf bestand, dass Ukrai­nisch die ein­zi­ge offi­zi­el­le Lan­des­spra­che sei und nun bekä­me man eben die Quit­tung dafür, über­le­gen Sie kurz.

Wür­den Sie das auch gel­ten las­sen, wenn Recep Tayy­ip „Inte­griert euch nicht“ Erdoğan die freie tür­ki­sche Repu­blik Köln-Ehren­feld aus­ruft oder die liba­ne­si­sche Armee ein Batail­lon Hei­mat­schüt­zer ohne Hoheits­zei­chen zum Schutz der Bevöl­ke­rung in Ber­lin-Neu­kölln sta­tio­nier­te? Könn­te sich die Insel Rügen ent­schei­den, wie­der schwe­disch zu wer­den, weil 51,9% bei einer Umfra­ge so votiert haben? Oder noch bes­ser: las­sen wir doch die Süd­ti­ro­ler abstim­men, ob sie wie­der zu Öster­reich gehö­ren wol­len! Ist doch egal, was die Ita­lie­ner davon hal­ten, die spre­chen ja kein Deutsch! Und was ist mit der Repu­blik Mol­dau, deren Prä­si­den­tin aus Mos­kau schon mal zu hören bekommt, sie gehö­re in den „Müll­ei­mer der Geschich­te“? Es gibt immer irgend­wo eine Min­der­heit zu ver­tei­di­gen, wenn man das will. Es kommt auf die Defi­ni­ti­on der „Unter­drü­ckung“ an, die man zu besei­ti­gen wünscht.

„Die gan­zen Nach­rich­ten über Gräu­el und Kriegs­ver­bre­chen der rus­si­schen Armee sind nichts als Fäl­schun­gen und Lügen!“

Rich­tig ist, dass im Krieg auf bei­den Sei­ten gelo­gen wird. Wir haben allen Grund, skep­tisch gegen­über Mel­dun­gen zu sein, nicht nur gegen­über den rus­si­schen. Über die Zeit betrach­tet kann man jedoch schon durch die Anzahl der Mel­dun­gen und Quel­len eines mit Sicher­heit sagen: 1) Den Preis für die rus­si­sche Inva­si­on bezahlt die ukrai­ni­sche Zivil­be­völ­ke­rung mit Leben und Gesund­heit. 2) Die Zer­stö­rung der Infra­struk­tur erreicht ört­lich das Aus­maß von 1945 zer­bomb­ten deut­schen Städ­ten. 3) Es gibt Kriegs­ver­bre­chen, auch auf der Sei­te der Ukrai­ne. 4) Man kann nicht gleich­zei­tig vor drit­tem Welt­krieg und der ato­ma­ren Apo­ka­lyp­se war­nen und den Ukrai­nern vor­wer­fen, sie wären vor­wie­gend damit befasst, Thea­ter­auf­füh­run­gen von Kriegs­ver­bre­chen in Sze­ne zu set­zen. Wäre es so, wür­de man nicht die Lie­fe­rung von Waf­fen, son­dern von Schmin­ke und Thea­ter­blut for­dern. 5) Ceter­um cen­seo… Russ­land hat die Ukrai­ne über­fal­len, nicht umgekehrt.

„Waf­fen­lie­fe­run­gen an die Ukrai­ne ver­län­gern den Krieg“

Eine belang­lo­se Bin­se. Man könn­te auch sagen, wer frü­her kapi­tu­liert, ist län­ger besetzt. Oder: „Ent­schär­fe dich!“, sprach der Kon­flikt zur Mine. „Du zuerst“, ant­wor­te­te die Mine. Wie so vie­le die­ser Spie­gel­fech­te­rei­en wird auch in die­ser Phra­se völ­lig aus­ge­blen­det, was die Ukrai­ner eigent­lich wol­len. Damit mei­ne ich aus­drück­lich nicht deren Prä­si­den­ten, son­dern die Sol­da­ten und Frei­wil­li­gen, die sich in aus­sichts­lo­ser Lage ver­bar­ri­ka­die­ren oder wie gera­de heu­te in einem Stahl­werk nahe Mariu­pol aus­har­ren. Die war­ten selt­sa­mer­wei­se auf Nach­schub und nicht auf den Ruf „Ihr dürft jetzt nach Hau­se gehen, die Deut­schen schi­cken end­lich kei­ne Waf­fen mehr!“

„Wenn wir schwe­re Waf­fen lie­fern, pro­vo­zie­ren wir Putin zum Atomschlag!“ 

Man sieht es nicht gleich, aber hier eine typisch west­li­che Arro­ganz am Werk. Gera­de bei jenen, die ver­su­chen, ihre tief sit­zen­de Angst vor den Rus­sen in Ver­ständ­nis und Zustim­mung zu ver­wan­deln. Die Gefahr des Ein­sat­zes tak­ti­scher Atom­waf­fen ist tat­säch­lich gestie­gen, doch selt­sa­mer­wei­se funk­tio­niert Putins Abschre­ckung im Gegen­satz zu unse­rer. Die innen­po­li­ti­schen Fol­gen des Ein­sat­zes sol­cher Waf­fen in einem Kon­flikt, der nach eige­ner Dar­stel­lung nicht mal ein Krieg ist und dann auch noch gegen eine Regi­on, die Putin selbst zum „Herz Russ­lands“ erklärt hat, wären jedoch kaum aus­zu­den­ken. Vom direk­ten ato­ma­ren Angriff auf die NATO wol­len wir lie­ber schweigen.

Doch die typisch deut­sche Fra­ge, wel­che Waf­fen man gera­de noch lie­fern kön­ne, ohne von den Rus­sen aus Kriegs­par­tei behan­delt zu wer­den, ist gera­de­zu infan­til! Macht es für Putin einen qua­li­ta­ti­ven Unter­schied, ob eine sei­ner Pan­zer­be­sat­zun­gen von einer deut­schen Pan­zer­gra­na­te aus einem Leo­pard-Pan­zer oder einer RPG am Schul­ter­gurt aus­ge­löscht wird? Ist das eine bes­ser, huma­ner, weni­ger krie­ge­risch als das ande­re? Macht eine ame­ri­ka­ni­sche RPG Putin weni­ger wütend als eine deutsche?

Und woher kamen eigent­lich all die Waf­fen, die in den Krie­gen in Korea, Viet­nam oder Irak gegen die USA ein­ge­setzt wur­den? Ist nicht Russ­land einer der größ­ten Waf­fen­ex­por­teu­re der Welt und sei­ne Waf­fen über­all auch auf Ame­ri­ka­ner, Bri­ten, Fran­zo­sen oder auch deut­sche Sol­da­ten gerich­tet? Ich kann mich ja täu­schen und dann müs­sen Sie mir das sagen, lie­be Leser. Aber mal abge­se­hen von bös­ar­ti­gen jour­na­lis­ti­schen Unter­stel­lun­gen hat­te doch selbst unter Trump nie­mand wirk­lich Angst davor, die USA wür­den aus gekränk­ter Ehre, Angst vor Umzin­ge­lung oder weil einer ihrer Krie­ge nicht so gut lief und sie dort mit rus­si­schen Waf­fen ange­grif­fen wur­den, die Atom­kar­te spielen.

Der alte, starr­sin­ni­ge und kolo­nia­lis­ti­sche Wes­ten, der angeb­lich stets falsch, über­stürzt und ego­is­tisch han­delt, lässt sich von sowas selt­sa­mer­wei­se nie beein­dru­cken. Wir streu­en unse­re Waf­fen (wie neu­lich Prä­si­dent Biden in Afgha­ni­stan) sogar der­art groß­zü­gig unter unse­ren Fein­den aus, dass wir die Chan­cen ver­bes­sern, von unse­ren erklär­ten Fein­den mit unse­ren eige­nen Waf­fen getö­tet zu wer­den! In der über­stei­ger­ten Angst vor offe­ner Unter­stüt­zung der Ukrai­ne wirkt das Vor­ur­teil der gesenk­ten Erwar­tun­gen, selbst bei denen, die gro­ßes Ver­ständ­nis für die Kriegs­zie­le Putins haben. Ich ver­mu­te des­halb, dass sich die Zustim­mung zur rus­si­schen Inva­si­on bei eini­gen mei­ner Lands­leu­te weni­ger aus ech­ter Ver­eh­rung oder dem Wunsch nach „aus­glei­chen­der Gerech­tig­keit“, als viel­mehr aus der gerin­ge­ren Erwar­tung an die Impuls­kon­trol­le der Rus­sen speist.

Und nun?

Habe ich schon erwähnt, wie rat­los ich bin? Es ist Krieg und da sind all mei­ne klei­nen Ana­ly­sen und schlau daher­re­den­den Ana­ly­sen nichts mehr wert. Ich ver­mu­te mehr als ich weiß, ken­ne weder die Lage vor Ort noch Plä­ne der Angrei­fer und Ver­tei­di­ger genau, sehe aber die Bestre­bun­gen der Rus­sen, die wah­ren Aus­ma­ße des ange­rich­te­ten Schre­ckens zu ver­tu­schen, wie es alle Aggres­so­ren schon zu allen moder­nen Zei­ten getan haben. Die­ser Krieg könn­te mor­gen vor­bei sein oder noch Jah­re dau­ern. Ent­schie­den wird dar­über ein­zig und allein in der Ukrai­ne, nicht in Mos­kau, nicht in Berlin.

„Der Wes­ten ist bereit, bis zum letz­ten Ukrai­ner zu kämp­fen und nach der Nie­der­la­ge Kiews“ , Bild und Text: Riu Novosti

Die Zyni­ker unter den Putin­freun­den spre­chen gern davon, dass „der Wes­ten die Ukrai­ne bis zum letz­ten Ukrai­ner ver­tei­di­gen“ wer­de – ein Satz, der wört­lich aus dem Pro­pa­gan­da­stück der Riu Novos­ti stammt und die Ukrai­ner zu wil­len­lo­sen Hand­lan­gern erklärt, die sie aber offen­sicht­lich nicht sind. Für den Anfang wäre es schön, wenn man die­ses auch über die deut­schen Appea­ser Mos­kaus sagen könnte.

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13 Kommentare

  1. > „Putin muss­te ein­fach han­deln und für den Schutz der ver­folg­ten rus­si­schen Min­der­heit in der Ukrai­ne sorgen.“

    Ich woll­te mal etwas aus zwei­ter Hand berich­ten. Ich ken­ne da einen ITler, der ursprüng­lich aus der öst­lichs­ten Ost­ukrai­ne stammt, nach den Sezes­si­ons­be­stre­bun­gen in Mariu­pol lan­de­te, und nun in Donetsk fest­sitzt. Der Die­ser sag­te in etwa Folgendes:

    1. Die­je­ni­gen, die zuerst einen Anschluss an Russ­land woll­ten, und immer noch die Mehr­heit der­je­ni­gen bil­den, sind alte Säcke, die in der Ukrai­ne kei­ne Ren­te beka­men, und des­halb die Gibs woll­ten, die sie in Russ­land bekä­men. Hin­zu kamen Kom­mu­nis­ten und psy­chisch Kran­ke, der gan­ze Aus­satz der Gesell­schaft, die von rus­si­schen Geheim­dienst­lern mit Waf­fen und Zwie­tracht sähen­den Ein­flüs­te­run­gen ver­sorgt wur­den, und kom­mu­nis­ti­sche Spin­ner aus der gan­zen Welt, die ohne jede Befä­hi­gung Revo­luz­zer spie­len wol­len. Azov sind Hel­den, die ihre Hei­mat verteidigen.

    2. Donetsk war vor 2014 eine der wohl­ha­bends­ten Städ­te der Ukrai­ne, aber nach­dem die Sepa­ra­tis­ten über­nom­men haben, gab es kei­nen Han­del mehr, und die Wirt­schaft ging berg­ab. Vor Aus­bruch des aktu­el­len Krie­ges leb­ten die Leu­te dort von unge­fähr $80 pro Monat.

    3. Mariu­pol war mit Azov­s­tal mehr oder weni­ger das Indus­trie­zen­trum der gan­zen Soviet­uni­on, und war auch in der Ukrai­ne dem­entspre­chend wich­tig, und die Wirt­schaft der gesam­ten Regi­on um Mariu­pol her­um hängt davon ab. Nun wur­de das Werk zer­stört, und damit die Wirt­schaft der gan­zen Region.

    4. Im Augen­blick (Stand vor einer Woche) geht der­je­ni­ge von dem ich das habe nicht vor die Tür, und hält sich ver­steckt, weil da Greif­kom­man­dos her­um­lau­fen, die jeden für ihren Volks­sturm ein­zie­hen, des­sen sie hab­haft wer­den kön­nen. Aller­dings geschieht dies sehr chao­tisch, und die gehen nicht von Haus zu Haus, und wis­sen nicht, wer wo ist.

    5. Ein nen­nens­wer­ter Teil der rus­si­schen Armee sind kei­ne Sol­da­ten, son­dern „Riot Poli­ce“ Ein­hei­ten aus Russ­land, die nur wis­sen wie man Zivi­lis­ten her­um­schubst, wel­che vor ihrer gesetz­li­chen Aut­ho­ritäh kuschen, die nun jedoch von rich­ti­gen Sol­da­ten zusam­men­ge­schos­sen werden.

    6. Maxi­mal die Hälf­te der rus­si­schen Sol­da­ten wür­den als „Wei­ße“ durch­ge­hen. Die Mehr­heit sind Asia­ten oder „Chur­kas“, sprich sind auch optisch Landfremde.

    Ist jetzt nur ne sub­jek­ti­ve Aus­sa­ge aus zwei­ter Hand, aber ich hal­te sie für rele­vant, weil ich es stark bezweif­le, dass die Bevöl­ke­rung in die­sen Gebie­ten und unter die­sen Umstän­den sehr viel Sym­pa­thie für die Russkis hat. Übri­gens hal­te ich Punkt 4 für ein Argu­ment gegen Mel­de­pflicht und sehe Punkt 5 als Argu­ment dafür, dem Staat so weit die Res­sour­cen zu ent­zie­hen, dass er sei­nen Auf­ga­ben nicht mehr nach­kom­men kann. Nur mal so an die Recht&Ordnung Frak­ti­on gerichtet. 

    Dar­über hinaus:

    > Wür­den Sie das auch gel­ten las­sen, wenn Recep Tayy­ip „Inte­griert euch nicht“ Erdoğan die freie tür­ki­sche Repu­blik Köln-Ehren­feld aus­ruft oder die liba­ne­si­sche Armee ein Batail­lon Hei­mat­schüt­zer ohne Hoheits­zei­chen zum Schutz der Bevöl­ke­rung in Ber­lin-Neu­kölln sta­tio­nier­te? Könn­te sich die Insel Rügen ent­schei­den, wie­der schwe­disch zu wer­den, weil 51,9% bei einer Umfra­ge so votiert haben? Oder noch bes­ser: las­sen wir doch die Süd­ti­ro­ler abstim­men, ob sie wie­der zu Öster­reich gehö­ren wol­len! Ist doch egal, was die Ita­lie­ner davon hal­ten, die spre­chen ja kein Deutsch!

    Das wür­de ich alles unter­stüt­zen, und zwar des­halb, weil Selbst­be­stim­mung vor­zu­zie­hen ist, wäh­rend Zwangs­in­te­gra­ti­on dazu führt, dass die Leu­te ihre Kul­tur und eth­ni­sche Zuge­hö­rig­keit auf­ge­ben müs­sen, was ohne­hin nicht klappt, des­halb nur zu einem Poli­zei­staat führt, der mit Gewalt die Pro­ble­me über­tün­chen soll, nur damit die Bevor­mun­dungs­wich­ser ihre Allü­ren wei­ter unge­hin­dert aus­üben kön­nen. Inte­gra­ti­on ist impe­ria­lis­tisch und geno­zi­dal, und Russ­land ist das bes­te Bei­spiel eines impe­ria­lis­ti­schen und mul­ti­kul­tu­rel­len Drecks­lochs in dem nie­mand leben will.

    Außer­dem gehört Ber­lin zu den Städ­ten, von denen ich hof­fe, dass sie im kom­men­den Welt­krieg mit Neu­tro­nen­bom­ben weg­ge­putzt wer­den (um die Archi­tek­tur zu erhal­ten). Köln übri­gens auch. Und Bre­men, Ham­burg, Mün­chen, und auch sonst alles was Links und Divers ist. Nichts von Wert gin­ge ver­lo­ren. Tel Aviv jedoch nicht, denn das ist weit weg, und geht mich nichts an. Ich möch­te das unter­strei­chen, weil ich den­ke, dass da in jün­ge­rer Ver­gan­gen­heit ein Miss­ver­ständ­nis aufkam.

    Abge­se­hen davon hät­te ich ne Fra­ge: Kann ich, als Nazi, mich nicht all­mäh­lich auch als unter­drück­te Min­der­heit füh­len, den Opfer­bo­nus in Anspruch neh­men, und Ent­schä­di­gun­gen für erleb­ten Hass und erlit­te­nes Unrecht mei­ner welt­an­schau­li­chen Grup­pe for­dern? Und natür­lich auch das Recht, nicht wegen mei­ner Welt­an­schau­ung dis­kri­mi­niert zu wer­den? Russ­lands Vor­ge­hen, das übri­gens in vie­ler­lei Hin­sicht an Russ­lands Vor­ge­hen im zwei­ten Welt­krieg erin­nert, legt die­se For­de­rung ja nahe, da kann man das ja schon­mal ansprechen.

    P.S.

    > Die innen­po­li­ti­schen Fol­gen des Ein­sat­zes sol­cher Waf­fen in einem Kon­flikt, der nach eige­ner Dar­stel­lung nicht mal ein Krieg ist

    Doch, das ist mit­ler­wei­le ein Krieg, bezie­hungs­wei­se wird wahr­schein­lich am 9. Mai zu einem erklärt wer­den, wofür die Medi­en der­zeit die pro­pa­gan­dis­ti­schen Vor­be­rei­tun­gen tref­fen. Mehr dazu hier: https://static.rusi.org/special-report-202204-operation-z-web.pdf

    > „der Wes­ten die Ukrai­ne bis zum letz­ten Ukrai­ner ver­tei­di­gen“ wer­de – ein Satz, der wört­lich aus dem Pro­pa­gan­da­stück der Riu Novos­ti stammt

    Zumin­dest die Rede­wen­dung, dass „Isra­el bis zum letz­ten ame­ri­ka­ni­schen Sol­da­ten ver­tei­digt“ wer­de, ist schon sehr viel viel älter, und ist gän­gi­ger Kon­sens in den Chans, und ich den­ke, dass in die­sem Spruch der Ursprung liegt. Abge­se­hen davon war der Spruch, wie ich ihn ken­ne, auch von Anfang an, dass „der Jude Zelen­sky die Ukrai­ne bis zum letz­ten Ukrai­nier ver­tei­di­gen“ wer­de, und nicht die ent­schärf­te Ver­si­on, die Du zitiertest.

    Die Pro­pa­gan­da der Rus­sen ist ne Mischung aus der Boo­mer-Pro­pa­gan­da der Neo­cons und der Meme­tik der Chans, die die rus­si­schen Staats­me­di­en und Bezahl­schrei­ber nur kopie­ren, und zwar schlecht. 

    Die haben in den Chans übri­gens schon vor ihrem Über­fall die Ukrai­ner als klei­ne Schwein­chen geframed, hat­ten, neben „Poc­c­ner Stronk Poc­c­ner guut“ Mem­bil­dern auch jede Men­ge Neue und spe­zi­fi­sche Meme vor­rä­tig, in denen gän­gi­ge Meme so abge­wan­delt wur­den, dass Nicht-Ver­rä­ter-West­ler als NPCs dar­ge­stellt wur­den, die naht­los von Covid auf Russ­land­feind­schaft umpro­gram­miert wur­den, und der­glei­chen. Und es gab ne rie­si­ge PsyOp, bei der sämt­li­che Chans und der­glei­chen bis zur Unbe­nutz­bar­keit von Rus­sen­bots geflu­tet wur­den, die alle gleich­zei­tig so ziem­lich jedes mög­li­che Nar­ra­tiv push­ten, so lan­ge es nur Russ­land als gut, und den Wes­ten als schwach/böse dar­stell­te, und die Ukrai­ner soll­ten halt dank­bar sein, sind kei­ne rich­ti­ge Nati­on, und müs­sen ent­na­zi­fi­ziert wer­den. Egal was, egal wie wider­sprüch­lich, es wur­de gepusht. Die­ses Ent­na­zi­fi­zie­rungs-Zeug kam sogar von Bots, die sich selbst als Nazis oder wei­ße Natio­na­lis­ten aus­ga­ben, und die sag­ten, dass Putin ein gehei­mer Nazi ist, der nur des­halb die Akten, die bewei­sen, dass der Holo­caust Fake News ist, zurück­hält, weil dies in Russ­land poli­ti­scher Sui­zid wäre, da das Land sei­ne gan­ze Iden­ti­tät dar­um auf­ge­baut hat, im zwei­ten Welt­krieg die Guten gewe­sen zu sein, die von den bösen Faschis­ten ange­grif­fen wur­den. Aber der Wes­ten ists, der im Begriff ist die wei­ße Ras­se aus­zu­lö­schen, und gegen hat Putin nun den Kampf auf­ge­nom­men! Und der Krieg ist dazu da, um die Ukrai­ne von Grup­pen wie Azov zu befrei­en, weil die­se dafür kämp­fen, dass die Ukrai­ne vom Wes­ten mit Asy­lan­ten geflu­tet wird. Die wer­den auch von Isra­el mit Waf­fen ver­sorgt, und von jüdi­schen Olig­ar­chen finanziert.

    Naja, ich neh­me mal an, dass die psy­chisch Kran­ken in Donetsk ähn­li­che Pro­pa­gan­da zu hören beka­men. Soviet­pa­trio­ten, Rent­ner die Sozi­al­staat woll­ten, und Kaput­te, die auf Ein­flüs­te­run­gen hör­ten, sowie land­frem­de Revo­luz­zer aus der gan­zen Welt, waren die Mischung, die vom FSB zu einer Sepa­ra­tis­ten­be­we­gung gemacht wurden.

  2. Ich glau­be Putin kann die­sen Krieg nicht gewin­nen. Nur ein rascher „Blitz­sieg“ wie auf der Krim hät­te als Sieg gel­ten kön­nen. Der zwei­te Angriff, der jetzt anläuft ist Putin auf­ge­zwun­gen, da für ihn die Alter­na­ti­ve Auf­ga­be des Krie­ges und Rück­zug nicht in Fra­ge kommt. Die Ukrai­ner wer­den wei­ter kämp­fen und die Zeit läuft für sie. In Wirk­lich­keit, und das wird tun­lichst geheim vor sich gehen, wird die Ukrai­ne gewal­tig auf­ge­rüs­tet. Die­ser Krieg stellt viel­leicht einen Wen­de­punkt in der Kriegs­tech­nik dar. Die Rake­ten domi­nie­ren das Gesche­hen. Der Pan­zer beherrscht nicht mehr das Schlacht­feld und kann aus gros­ser Ent­fer­nung von ein­zel­nen Sol­da­ten oder einem klei­nen Team aus­ge­schal­tet wer­den. Wahr­schein­lich kommt daher auch der zwei­te Angriff bald zum ste­hen. Ein Stel­lungs­krieg wird fol­gen. Einen sol­chen Abnut­zungs­krieg kann Putin auch nicht gewin­nen. Die USA kön­nen lie­fern und lie­fern und lie­fern. Russ­land steht das wirt­schaft­lich nicht durch. Am Ende wird Putin vor der Ent­schei­dung ste­hen, ob er sei­ne müh­sam auf­ge­bau­te Armee auf­rei­ben lässt und dann womög­lich im fer­nen Osten völ­lig ohne Schutz dasteht, oder eben doch den Rück­zug antritt. Grau­sam für alle Betei­lig­ten, aber realistisch.

    • >Am Ende wird Putin vor der Ent­schei­dung ste­hen, ob er sei­ne müh­sam auf­ge­bau­te Armee auf­rei­ben lässt und dann womög­lich im fer­nen Osten völ­lig ohne Schutz dasteht, oder eben doch den Rück­zug antritt. Grau­sam für alle Betei­lig­ten, aber realistisch.

      Nuklea­re Eska­la­ti­on wär doch auch ne Opti­on, oder halt den Wes­ten so weit zu desta­bi­li­sie­ren, dass die­ser mit sich selbst beschäf­tigt ist, und sich nicht mehr in frem­de Ange­le­gen­hei­ten ein­mi­schen kann.

      Ich hör­te einen US Diplo­ma­ten bereits sagen, dass der schläf­ri­ge Joe nicht mili­tä­risch dar­auf reagie­ren wür­de, wenn der Putin ein Nato-Land nuked, so lan­ge es bei einer ein­zel­nen Explo­si­on bleibt. Man ist ja nicht wahn­sin­nig. Statt­des­sen wür­de man mit Sank­tio­nen ant­wor­ten. Und Sank­tio­nen jucken jetzt auch nie­man­den mehr. Also ist MAD außer Kraft gesetzt, und einer gesun­den Eska­la­ti­on steht nichts mehr im Weg.

      Eben­falls ist abseh­bar, dass Afri­ka bald die Nah­rungs­im­por­te aus der Ukrai­ne feh­len wer­den, die eher nicht aus Odes­sa raus kom­men, wenn sie denn über­haupt ange­baut wer­den. Und wenn Nah­rung teu­er wird, gibt es in Afri­ka Unru­hen. Und auf Unru­hen fol­gen Flücht­lings­strö­me Und hey, weiß noch jemand, was vor kur­zem an der Weiß­rus­sisch-pol­ni­schen Gren­ze war? Ich fra­ge mich ja, ob die sich dies­mal lie­ber wei­ter desta­bi­li­sie­ren las­sen, oder obs MG-Nes­ter gibt, und was die­je­ni­gen, die jetzt nun­mal da sind, in West­eu­ro­pa zu den MG-Nes­tern sagen wer­den, und wie sie auf diver­se Ein­flüs­te­run­gen reagie­ren, wenn sie sich auf­grund der Infla­ti­on (Dol­lar und Euro ver­lie­ren gera­de ihren Sta­tus als Han­dels­wäh­run­gen) nichts mehr von ihrem hart ver­dien­ten HIV leis­ten können.

      Naja. Mein Nar­ra­tiv für die­ses Jahr: 

      Der Kriegs­gott ist wütend, weil in Euro­pa schon für zu lan­ge Zeit kein Blut mehr geflos­sen ist. Er ver­langt jetzt nach dem Blut der Pazi­fis­ten­schwei­ne. Opfert ihm das Blut der Pazi­fis­ten­schwei­ne! Tötet die Pazi­fis­ten­schwei­ne! Blut für den Blut­gott! Schä­del für den Schädelthron!

      • Ich bin mir nicht ganz sicher, ob Du mit dem Nar­ra­tiv bes­ser für Mar­vel oder für DC Dreh­bü­cher schrei­ben soll­test. Das Schlim­me ist aber, dass auch in den ver­rück­tes­ten Comics oft ein Körn­chen Wahr­heit steckt. Denn wenn der Wes­ten den ärme­ren Län­dern das Getrei­de vom Welt­markt weg­kauft, steigt Afri­ka in die Schiffe.

  3. Ihr Arti­kel ist sehr gut. Das The­ma emo­tio­na­li­siert mich natur­ge­mäß auch und ent­spre­chend fin­de ich es ganz schwie­rig, Leu­te, die es anders sehen als ich, zu ver­ste­hen. Sie haben natür­lich recht, dass die Spal­tung durch alle Milieus geht, aber ich fürch­te, dass im Moment die kon­ser­va­ti­ve Sei­te bei dem The­ma öfter falsch liegt als die linke.

    In Deutsch­land ist das weni­ger stark aus­ge­prägt als im eng­lisch­spra­chi­gen Raum. Und ich den­ke, dass das der frü­hen Geis­tes­ge­gen­wart von „Ach­gut“ und „Tichys Ein­blick“ zu ver­dan­ken ist.

    Man muss wis­sen, dass für ame­ri­ka­ni­sche Kom­men­ta­to­ren die Ukrai­ne im Grun­de nur wie­der so ein wei­te­rer Wüs­ten­staat im Nahen Osten ist, den man schon wie­der irgend­wo auf der Land­kar­te suchen müss­te. Und „Frie­de“ ist deut­lich weni­ger recher­che­auf­wän­dig, zumal ja der You­Tube-Algo­rith­mus zur Dis­kri­mi­nie­rung klei­ner Accounts gegen­über gro­ßen Medi­en­häu­sern häu­fi­ge Uploads sicht­ba­rer macht. Auf dem Schreib­tisch liegt auch noch die Empö­rung über die ein oder ande­re Gift­mi­sche­rin, die im Knast von einer Trans­se­xu­el­len ver­ge­wal­tigt wur­de, und das ist ja auch irgend­wie kriegs­ent­schei­dend oder so. 

    Sie haben den Tim­ofey-Ser­geyts­ev-Schrieb ver­linkt und das ist es auch, was mir bei vie­len fehlt: der Blick auf das, was die ande­re Sei­te tat­säch­lich sagt. Es ist schon im eng­lisch­spra­chi­gen Raum, wie erwähnt, schwie­rig, Leu­te zu fin­den, die sich alle Sei­ten anhö­ren und in die Kon­flikt­la­ge ein­ar­bei­ten. Im deut­schen Raum gibt es — mit Aus­nah­me von Ach­gut und Tichy — die Pole Zelen­sky-Der­an­ge­ment-Syn­dro­me und Schluchz-Sto­ry-Mara­thon. Da gibt es erschre­ckend gerin­ges intel­lek­tu­el­les Inter­es­se, die Lage zu ver­ste­hen. Vie­le hier schei­nen das Land auch nicht auf der Kar­te zu fin­den. Tipp: Es ist nah.

    Ich möch­te noch einen You­Tube-Kanal empfehlen.
    https://www.youtube.com/channel/UC6-33VO9eerq9MXFaivi0gg
    Vlad Vex­ler ist Rus­se, spricht aus­ge­zeich­net eng­lisch und hat einen sehr infor­ma­ti­ven, nüch­ter­nen Blick auf die Lage. 

    Prof. Chris­ti­an Rieck hat­te neu­lich auch ein groß­ar­ti­ges Inter­view (in zwei Tei­len) mit Anna Wend­land geführt. Die Frau ist His­to­ri­ke­rin, Ost­eu­ro­pa-Exper­tin und Spe­zia­lis­tin für Kern­tech­nik. Es sagt alles über die­ses uns­ri­ge Land aus, dass sie bis­lang ver­gleichs­wei­se unbe­kannt geblie­ben ist.
    https://www.youtube.com/watch?v=HpfovZqQoeE
    https://www.youtube.com/watch?v=1rU7tFICFg4

    Ich selbst hab ein Inter­view von US-Gene­ral H. R. McMas­ter mit Vla­di­mir Mil­ov nach Kern­aus­sa­gen durch­sucht und Illus­tra­tio­nen drauf­ge­setzt, um es gewis­ser­ma­ßen zusammenzufassen.
    https://www.youtube.com/watch?v=p4j6Dc7tP6s
    Mil­ov mode­riert eine Sen­dung auf dem You­Tube-Kanal von Ale­xei Nawal­ny. Er war in bes­se­ren Zei­ten in ver­schie­de­nen Rol­len für das rus­si­sche Ener­gie­mi­nis­te­ri­um tätig.

  4. Als jemand, der sowohl ukrai­ni­schen Ortho­do­xen als auch rus­si­schen Ortho­do­xen sehr viel zu ver­dan­ken hat, sehe ich mei­nen Platz zwi­schen den Stüh­len. Lang­fris­tig wird sich in der Ukrai­ne die Erkennt­nis durch­set­zen, dass es bes­ser ist, jeden nach sei­ner Kon­fes­si­on und Spra­che leben zu las­sen. Die Schweiz ist ein sehr gutes Vor­bild in Sachen Demo­kra­tie und Toleranz.Bei der EU habe ich da grö­ße­re Zwei­fel. Poli­ti­ker, Kir­chen und Medi­en in Deutsch­land soll­te auf Grund der Greu­el­ta­ten im 2. Welt­krieg und und die in Öster­reich auf Grund der Mas­sen­hin­rich­tun­gen in der heu­ti­gen West­ukrai­ne im 1. Welt­krieg beim The­ma Ukrai­ne am bes­ten die Klap­pe halten.

  5. Offen­sicht­lich muss man sich in die­sem Kon­flikt posi­tio­nie­ren, und Herr Letsch tut das trotz des „Ich bin rat­los“ sehr ein­deu­tig bei denen, die an die Ukrai­ne Angriffs­waf­fen (Kampf­pan­zer) lie­fern wol­len, auf dass sie die Rus­sen aus ihren Land vertreiben.

    Das hal­te ich für eine legi­ti­me Posi­ti­on, die aller­dings — auch — eini­ge Haken hat: Der größ­te ist wohl dass die Ukrai­ne nicht genug Sol­da­ten haben, um die Rus­sen zu ver­trei­ben. Russ­land wird sich nicht ver­trei­ben las­sen, son­dern sein Poten­ti­al aus­schöp­fen. Es wür­de also einen sehr lan­gen Krieg geben.

    Da gibt es den sar­kas­ti­schen Satz „Die USA wer­den die west­li­chen Wer­te bis zum letz­ten Ukrai­ner ver­tei­di­gen las­sen.“ Ohne erheb­li­che per­so­nel­le und mili­tä­ri­sche Ver­stär­kung durch die NATO (- also durch Luft­an­grif­fe und zusätz­li­che Boden­trup­pen), wäre die rus­si­sche Armee nicht zu ver­trei­ben. Das könn­te dann sehr schnell zu einem Atom­krieg umschlagen.

    (Ich höre jetzt die Stim­men derer, die sich über sol­che Feig­heit vor einem Atom­krieg mokieren.)

    • Mal schau­en, ob sich die Rus­sen nicht doch ver­trei­ben las­sen. Sie sind sich ja angeb­lich sehr sicher.

      Mei­ne mokie­ren­de Stim­me: Was haben Sie denn gegen so einen mini­mal­in­va­si­ven poli­zei­li­chen Atom­bom­ben­ab­wurf im eige­nen rus­si­schen Land?

    • .… dass die Ukrai­ne Sol­da­ten aus der Gene­ral­mo­bil­ma­chung schöp­fen kann ist ihnen entgangen?
      Die Trup­pen­stär­ke der Rus­sen in der Ukra­ni­ne klei­ner. Die Rus­sen haben so ziem­lich jede ver­füg­ba­re Kraft in den Kampf gewor­fen, bet­teln bei jedem ihrer ver­bün­de­ten Satel­li­ten um man­power. Und auch auf der Mate­ri­al­sei­te siehts düs­ter aus, die Vor­rä­te an Lenk­waf­fen sind nahe­zu erschöpft, man leert die Depos mit ein­ge­la­ger­tem, kaum ein­satz­fä­hi­gem Mate­ri­al. Auf der ukrai­ni­schen Sei­te schwillt der Zufluß an über­le­ge­nen Waf­fen und Mate­ri­al täg­lich an. Die tak­ti­sche Lage und ope­ra­ti­ve Situa­ti­on am Boden favo­ri­siert klar die ukrai­ni­sche Sei­te, auch wenn das in den unqua­li­fi­zier­ten Mas­sen­me­di­en anders dar­ge­stellt wird. Letz­ten Endes wird die­ser Krieg so kata­stro­phal rui­nös, dass Ruß­land für lan­ge Zeit kei­nen Krieg mehr füh­ren kön­nen wird.

      Links:
      pes­si­mis­ti­scher Gene­ral der rus­si­chen Seite:
      https://twitter.com/mdmitri91/status/1516796704816832512?s=20&t=ZxaJxHY0QhXVIyY9pnuUgw

      https://threadreaderapp.com/thread/1517856534293848065.html

      … Ana­ly­se der öko­no­mi­schen Situation:
      The Pri­ce of War — Can Rus­sia afford a long conflict?
      https://youtu.be/aEpk_yGjn0E

      erst­klas­si­ge Lageberichte:
      https://www.youtube.com/channel/UC9kZ6FlOQfusBV8LS2x2fAA

      geo­stra­te­gi­sche Einschätzung:
      https://twitter.com/JordanHarbinger/status/1506327602939801600?s=20&t=uRWpXhuN8j1JJ2fTw3nHWg

    • Äh, die Rus­sen sind tech­no­lo­gisch unter­le­gen, deren Mili­tär­bud­get ist unge­fähr 50% höher als das der Bun­des­wehr, und deren Wirt­schafts­leis­tung ent­spricht der von Mexi­co. Deren „Marsch­flug­kör­per“ nut­zen noch Tech­nik aus den 1970ern, von denen sie die Hälf­te immer noch nicht ohne west­li­che Tech­nik her­stel­len kön­nen. Der Mythos der der mili­tä­ri­schen Leis­tungs­fä­hig­keit der Russkis wur­de im letz­ten Monat gründ­lichst widerlegt.

      Das größ­te Pro­blem ist, dass Euro­pa sei­ne Kriegs­wirt­schaft Jahr­zehn­te lang ver­nach­läs­sigt hat, und jetzt die Kapa­zi­tät zur Mas­sen­pro­duk­ti­on von High-Tech-Waf­fen feh­len, mit wel­chen sich die rus­si­schen Trup­pen pro­blem­los abschlach­ten lie­ßen. Bei tech­no­lo­gisch unter­le­ge­nen Geg­nern sind Kill-Rati­os zwi­schen 1:10 und 1:100 üblich. 

      Mei­ner Mei­nung nach soll­te man mal für eine Wei­le auf Kriegs­pro­duk­ti­on umstel­len, dadurch den Zom­bie-Teil der west­li­chen Wirt­schaft mit einem Schlag cras­hen, und sämt­li­che Nach­barn Russ­lands, die ein Pro­blem mit Russ­land haben, also so ziem­lich alle, mit Waf­fen ver­sor­gen. Nicht nur die Ukrai­ne, son­dern alle, damit über­all gleich­zei­tig Kräf­te gebun­den wer­den. Und sobald das Anti­fa-Impe­ri­um kol­la­biert, bal­ka­ni­siert man es, und teilt es unter­ein­an­der auf. Dann hät­te man die eige­nen inter­nen Pro­ble­me gelöst, mas­sig Roh­stof­fe und Lebens­raum im Osten gesi­chert, und einen feind­li­chen Gegen­spie­ler ausgeschaltet.

      Abge­se­hen davon wer­den Atom­waf­fen über­schätzt, nen nuklea­ren Win­ter gäbe es auch nicht, und wenn man sich mal so die Mei­nungs­un­ter­schie­de zwi­schen Stadt und Land ansieht, wird eben­falls klar, dass nach einem Atom­krieg wie man ihn sich vor­stellt das Lef­tie­pro­blem gelöst wäre. Außer­dem will ich auch im ech­ten Leben Fall­out spie­len, und in Stadt­rui­nen Safa­ri auf Spi­te­ful Mutants machen.

  6. Eine exzel­len­te Zusam­men­fas­sung der Situa­ti­on! Die bes­te, die ich bis­her gele­sen habe!
    Exakt so sehe ich es auch — mit einer Ausnahme: 

    „…Ent­schie­den wird dar­über ein­zig und allein in der Ukrai­ne, nicht in Mos­kau, nicht in Berlin.…“

    Es wird allein von Putin ent­schie­den. Nie­mand sonst kann das entscheiden.
    Die Ukrai­ner könn(t)en ent­schei­den auf­zu­ge­ben, aber das bedeu­tet noch nicht, dass der Krieg dann zu Ende ist.
    Ein­zig Putin kann/könnte das inner­halb von ein paar Minu­ten ent­schei­den und umsetzen.
    Lei­der han­delt der jedoch kom­plett irra­tio­nal und unvorhersehbar.

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