Wie tapfere Leib­wächter sprangen die sozialen Medi­en zwis­chen eine Sto­ry der New York Post und die Öffentlichkeit und beziehen dafür nun öffentlich Prügel. Der Auf­schrei „Zen­sur“ ist dur­chaus berechtigt, denn die Ausrede von Face­book und Twit­ter, man müsse die Fak­ten erst prüfen, ist natür­lich vorgeschoben. Wäre es anders, hät­ten nicht jahre­lang und unge­hin­dert „Berichte aus anony­men Quellen“ das Netz über­schwemmt, in denen das Trump Derange­ment Syn­drom fröh­liche urständ feierte. Nie­mand prüft inves­tiga­tive Artikel auf deren Kor­rek­theit – außer bessere Recherche, die Leser­schaft, neue Zeu­gen oder der Ver­lauf von Gerichtsver­fahren. Einen TÜV für Jour­nal­is­ten gibt es nicht, so bedauer­lich man das im Einzelfall auch find­en mag. Keine Frage: dass sowohl Face­book als auch Twit­ter ihren offen­sichtlichen Ein­griff in den ersten Ver­fas­sungszusatz auch noch vertei­di­gen, ist mehr als ein Skandal.

Da wurde eine rote Lin­ie übertreten. Die Lin­ie, einen Präsi­den­ten nicht nur mit legalen Mit­teln, die mit der Ver­fas­sung in Ein­klang ste­hen, son­dern auch mit ille­galen Mit­teln aus dem Weg räu­men zu wollen. Dass etwa Twit­ter zur Erre­ichung dieses Ziels jedes Mit­tel recht ist, zeigt auch fol­gende Ver­schär­fung. Das Judi­cia­ry Com­mit­tee des Repräsen­tan­ten­haus­es, also so etwas ähn­lich­es wie der Recht­sauss­chuss des Bun­destages, stellte sich an die Seite der NYP und über­nahm den Artikel auf seine Seite. Twit­ter ver­sieht nun Links zu dieser Seite auf house.gov mit einem Warn­hin­weis. Das heißt im Klar­text: Twit­ter zen­siert eine offizielle Web­seite der gewählten Leg­isla­tive der Vere­inigten Staat­en von Ameri­ka. Neu ist solch­es Vorge­hen indes nur in den USA. Wir in Deutsch­land durften bere­its von der Gestal­tungs­macht Face­books kosten, wo Links zur „Erk­lärung 2018“ wegzen­siert wur­den, obwohl die Peti­tion auf den offiziellen Servern des Bun­destages stand. Wie der Fall aus­ging, ist bekan­nt. Wie der Fall Twit­ter vs. House.gov aus­ge­ht, entschei­det die Präsidentschaftswahl.

Eben­so inter­es­sant wie die Ver­suche, dem NYP-Artikel Reich­weite zu entziehen und damit dem Streisand-Effekt freie Bahn zu lassen, ist natür­lich der Inhalt des Artikels und die zen­trale Frage, ob man sich über­haupt 47 Jahre im Wash­ing­ton­er Poli­tik­be­trieb hal­ten kann, wenn man nicht – sym­bol­isch gesprochen – die eine oder andere Kröte geküsst oder Leiche im Keller hat.

Kleine Fische, große Geschäfte

Die Vor­würfe gegen Joe Biden, für deren Stich­haltigkeit der Artikel möglicher­weise Belege liefern kann, laut­en Vet­tern­wirtschaft und Amtsmiss­brauch. Und zwar min­destens indi­rekt, über seinen Sohn Hunter. Dessen Vater koor­dinierte in sein­er Zeit als Vizepräsi­dent der Vere­inigten Staat­en unter anderem die Außen­poli­tik mit Osteu­ropa, also auch mit der Ukraine. Fakt ist, dass Hunter Biden, ein Mann, der wed­er über ökonomis­che Kom­pe­ten­zen noch über Erfahrun­gen im Ölgeschäft noch über Ken­nt­nisse in der ukrainis­chen oder wenig­stens der rus­sis­chen Sprache ver­fügte, ab 2014 einen Job im Direk­to­ri­um der ukrainis­chen Fir­ma „Buris­ma Group“ hat­te, wo er für seine Arbeit – worin auch immer die bestanden haben mag – 50.000 Dol­lar im Monat bekam.

Inter­es­san­ter­weise nicht von Buris­ma selb­st, son­dern über eine indi­rek­te „Zuwen­dung“ durch „Rose­mont Seneca Bohai“, einen Ver­mö­gensver­wal­ter. Dor­thin kam das Geld von Buris­ma, von dort wur­den die Zahlun­gen an Hunter Biden weit­ergeleit­et, der, so ergab es der etwas miss­glück­te Ver­such eines Fak­tenchecks aus 2019, eigentlich gar keine Geschäfts­beziehung zu „Rose­mont Seneca Bohai“ hat­te. Man ver­suchte damals, die behaupteten 50.000 Dol­lar Monatssalär aus der Welt zu definieren und stieß lustiger­weise auf noch imposan­tere Sum­men und den offen­sichtlichen Ver­such, Zahlun­gen an Hunter Biden zu ver­schleiern und zu ver­steck­en. Fest ste­ht, es gab Zahlun­gen an Biden. Die Frage war stets nur: wofür eigentlich?

Die Gefälligkeit

Man muss nur zwei und zwei zusam­men­zählen, um zu der Ein­sicht zu gelan­gen, dass es der Name „Biden“ war, der den ukrainis­chen Geschäft­sleuten von zumin­d­est frag­würdi­ger Lauterkeit Herzen und Brief­taschen öffnete. Joe Biden hat allerd­ings stets und vehe­ment bestrit­ten, je in die Geschäfte seines Sohnes involviert gewe­sen zu sein „… nev­er spo­ken to my son about his over­seas busi­ness deal­ings”. Seine Anhänger glaubten Biden. Seine Geg­n­er eher nicht. Es fehlte aber irgend­wie die „smok­ing gun“, der Beweis, dass Hunter Biden tat­säch­lich das geliefert hat, was seine neuen Fre­unde sich von ihm versprachen.

Joe Bidens Bemühun­gen, die gegen Buris­ma laufend­en Ermit­tlun­gen wegen Betrugs zu been­den, hat­ten 2015 Erfolg. Wobei er es etwas anders darstellte. Der Ukrain­er Vik­tor Shokin war mit Ermit­tlun­gen betraut, die sich auch mit Buris­ma befassten. Laut Joe Biden arbeit­ete Shokin aber nicht effek­tiv genug, weshalb Biden, der zu Gesprächen in Kiew war, Präsi­dent Poroshenko unter Druck zu set­zte: ‚Entwed­er ihr feuert diesen Staat­san­walt, oder die Kred­it­garantien in Höhe von 1 Mrd. Dol­lar bleiben einge­froren‘ – so Biden im Gespräch, dessen Inhalt und Kon­se­quenz er freimütig, elo­quent und bestens gelaunt vor laufend­er Kam­era wieder­gab. Poroshenko feuerte Shokin. Doch dessen Nach­fol­ger ging nun nicht etwa mit Voll­dampf an die Ermit­tlun­gen, wie Biden ange­blich ver­langte, son­dern brachte sie ohne Ergeb­nis zu Ende – ganz ohne dass Papa Biden dies zur erneuten „or else“ Reise nach Kiew bewogen hätte.

Der ins Aus­land geflo­hene Buris­ma-Chef Slotschewskyj kam stattdessen aus der Schus­slin­ie. Eben­so natür­lich auch Bidens Sohn Hunter. Slotschewskyj kehrte schließlich mit rein­er Weste in die Ukraine zurück. Den neuen, nach Mei­n­ung Bidens „soli­den“ Ermit­tler musste er wohl nicht mehr fürcht­en. Erst 2018 set­zte sich Slotschewskyj endgültig nach Mona­co ab, aber da war ja auch Trump bere­its im Amt und erste Details über die Geschäfte der Fam­i­lie Biden geis­terten durch die wenig inter­essierte Presse. Der Politi­co-Artikel „Biden Inc.“ aus dem Jahr 2019 war es schließlich, der etwas Licht in die Sache brachte. Mit „Over his decades in office, ‘Mid­dle-Class Joe’s’ fam­i­ly for­tunes have close­ly tracked his polit­i­cal career“ war der aus­führliche Artikel unter­titelt. Und in der Tat: Es gibt reiche Men­schen, die gehen in die Poli­tik. Und es gibt Men­schen, die gehen in die Poli­tik und wer­den reich.

Das alles sind noch keine Beweise, höch­stens Indizien. Oder vielle­icht auch nur schmutzige Wäsche. Fleck­en auf der Weste schreck­en heute wed­er die Anhänger Trumps, noch die Bidens ab. Anders sieht es mit Lügen und Meinei­den aus. Das mag der Amerikan­er so gar nicht. Der krampfhafte Ver­such der Medi­en, Trump der Lüge zu über­führen und somit seine Ehre als Geschäfts­mann zu ver­nicht­en, nahm sog­ar groteske Züge an. Erstes kurios­es Beispiel – die Leser wer­den sich vielle­icht erin­nern – war eine Aus­sage Trumps im Jahr 2016, als er Clin­ton im Wahlkampf vor­warf, ihren pri­vat­en E‑Mail-Serv­er „bere­inigt“ zu haben. Seine flap­sige aber im Sinn sehr ver­ständliche For­mulierung „she acid her serv­er“ war sog­ar einen Fak­tencheck wert: „false … no chem­i­cals were used.“ Ach was! Es war bekan­ntlich nicht die let­zte Granate im „Seman­tic-War“ gegen Trump. Doch Seman­tik hil­ft im Fall Hunter Biden nicht weit­er, denn da war ja immer noch Joe Bidens abso­lut geset­zte Aus­sage, er habe „nev­er spo­ken to my son about his over­seas busi­ness dealings”.

Ein Laptop geht baden

Anfang 2018 bringt ein unbekan­nter Mann ein Mac­book Pro zu ein­er Reparatur­fir­ma in Delaware und bit­tet darum, dass man einen Wasser­schaden behebe. Auf dem Deck­el des Geräts prangt ein Aufk­le­ber der Beau-Biden-Foun­da­tion, jen­er Stiftung, die zu Ehren des ver­stor­be­nen Sohnes von Joe Biden diesen Namen trägt. Die Spur ist also gelegt oder vorhan­den, je nach­dem, welche Geschichte man glaubt. Der Tech­niker macht sich an die Arbeit und stellt die Dat­en auf der Fest­plat­te des Gerätes wieder her. Er fand Videos, Fotos und eine Menge E‑Mails. Weil das repari­erte Note­book aber nicht abge­holt, die Reparatur­rech­nung nicht beglichen wurde und der Inhalt der wieder­hergestell­ten Dateien ihm brisant vorkam, informiert der Inhab­er des Reparaturgeschäfts das FBI und über­gab diesem die wieder­hergestellte Fest­plat­te – nicht ohne vorher eine Kopie davon anzufertigen.

Diese Kopie über­gab er an den Anwalt von Rudi Giu­liani, welch­er sein­er­seits Anwalt von Don­ald Trump ist. Die NYP bekam die Dat­en wiederum von Steve Ban­non, dem gefeuerten Chef­s­trate­gen Trumps. Soweit die Beglei­tum­stände, die bis hier­her als unum­strit­ten gel­ten dür­fen. Doch was ist so brisant am Inhalt dieses Note­books? Ignori­eren wir mal die Fotos und Videos, die Hunter Biden ange­blich bei der Ein­nahme divers­er ille­galer Sub­stanzen und anderen, nicht jugend­freien Aktiv­itäten zeigen und wen­den uns den E‑Mails zu. Da schreibt ihm, also Hunter Biden, am 17. April 2015 ein gewiss­er Vadym Pozharskyi, den wir genauer als „Advi­sor to the Man­age­ment Board, Direc­tor for Inter­na­tion­al Coop­er­a­tion and Strate­gic Devel­op­ment of Buris­ma Group, Chair­man of the Board of the Asso­ci­a­tion of Gas Pro­duc­ers of Ukraine, Vadym Pozharskyi beze­ich­nen soll­ten, fol­gen­des in nicht ganz fehler­freiem Englisch:

“Dear Hunter, thank you for invit­ing me to DC and giv­ing an oppor­tu­ni­ty to meet your father and spent some time togeth­er. It’s real­ty an hon­or and pleasure.” 

Die Möglichkeit, Zeit mit Vizepräsi­dent Biden zu ver­brin­gen. Eine Ehre und Freude. Dank Hunter. Hat­te Hunter also „geliefert“ und einen Kon­takt hergestellt? Und was wurde besprochen? Joe Bidens Aus­sage, er habe nie mit seinem Sohn über dessen ukrainis­che Geschäfte gesprochen, erscheint im Licht dieser Mail natür­lich etwas heikel. Das Zusam­men­tr­e­f­fen kön­nte natür­lich auch ohne oder trotz Hunters Zutun zus­tande gekom­men sein und dessen Ein­ladung galt vielle­icht nur ganz all­ge­mein nach DC, nicht zu einem Tre­f­fen mit seinem Vater. Aber warum sollte sich Pozharskyi dann bei ihm bedanken? Das klingt merk­würdig und ist mit Sicher­heit eine Unter­suchung wert. Schließlich wis­sen wir spätestens seit der gründlichen, wenn auch erfol­glosen Unter­suchung des FBI zur „russ­ian col­lu­sion“ Trumps, wie empfind­lich Ameri­ka auf unter­stellte Ein­flüsterun­gen fremder Mächte reagiert. Doch hier…bisher keine Ermit­tlun­gen. Auch keine, die die Bidens ent­lastet hät­ten. Das FBI erhielt die Fest­plat­te nach Angaben des Inhab­ers des Com­put­er­ladens im Sep­tem­ber 2019, jet­zt ist Okto­ber 2020.

Seit über einem Jahr hat das FBI die Dat­en, die nun von der NYP veröf­fentlicht wur­den und welche die Nutzer sozialer Net­ze nicht sehen sollen, weil „unab­hängige Fak­tencheck­er“ da nochmal einen Blick drauf wer­fen sollen. Kann man noch mit Wahlkampf­tak­tik begrün­den, warum Giu­liani und Ban­non erst jet­zt die Bombe zün­de­ten, erk­lärt das doch nicht das Schweigen des FBI und das aktuell noch beredtere Schweigen des Joe Biden selbst.

Sind es nicht ger­ade solche „kleinen Gefäl­ligkeit­en“ wie die seinem Sohn unter­stell­ten, zur richti­gen Zeit, die richti­gen Leute zu tre­f­fen, die dir andere wichtige Kon­tak­te ermöglichen kön­nen und die den All­t­ag so manch­er vom Poli­tik­be­trieb dominiert­er Orte wie Wash­ing­ton DC prä­gen? Zwingt nicht „Ock­hams Rasier­mess­er“ dazu, hier zunächst das nahe­liegende zu ver­muten? Ist es nicht sehr plau­si­bel, dass es ger­ade Hunter Bidens Zugang zu seinem Vater war, der Hunter Biden inter­es­sant für Buris­ma machte? Buris­ma nimmt Sohn mit Dro­gen­prob­le­men unter die Fit­tiche, mächtiger Vater wen­det Unheil von Buris­ma ab, Sohn organ­isiert Tre­f­fen von Buris­ma mit mächtigem Vater, die Sache kommt aus Licht, mächtiger Vater bekommt Prob­leme… Ger­adezu ein Plot wie aus dem Lehrbuch der griechis­chen Tragödie und wir wollen hof­fen, dass am Ende alle noch putz­munter sind und nie­mand sich zur Wieder­her­stel­lung sein­er Ehre ins Schw­ert stürzen musste.

Ungereimtheiten

Stück für Stück, Jahr für Jahr verdichteten sich die Indizien, dass in der Buris­ma/Biden-Sache nicht alles mit recht­en Din­gen zug­ing. Im Nach­hinein kön­nte man denken, dass viele schmutzige Details nur angedeutet ans Licht gebracht wur­den, um der anderen Seite zu zeigen, dass man an der Quelle sitzt und jed­erzeit eine Flut aus­lösen könne. Immer in der Hoff­nung, die andere Seite werde bei der Reak­tion den einen entschei­den­den Fehler und sich damit lächer­lich machen. Erweisen die E‑Mails sich als echt, hat Joe Biden ein riesiges Glaub­würdigkeit­sprob­lem. Und das FBI gle­ich mit, falls sich nicht erweist, dass dort längst verdeckt gegen die Bidens ermit­telt wird.

Die Geschichte der „Auffind­ung“ der Beweise hat allerd­ings einen Hak­en, was vielle­icht der Grund ist, warum Trump nur an der Seit­en­lin­ie zu sehen ist und über Bande mit Giu­liani, Ban­non und der NYP gespielt wird. Ein Wasser­schaden an einem Mac­Book gut und schön. Auch die Sache mit der Daten­ret­tung ist plau­si­bel. Aber warum holte Hunter oder jemand anderes das Gerät nicht wieder ab? 80 Dol­lar für die Reparatur aufzubrin­gen kann ja wohl kein Prob­lem gewe­sen sein. Vergessen vielle­icht? Das ist jedoch nicht wahrschein­lich­er als die Möglichkeit, dass der Wasser­schaden absichtlich her­beige­führt wurde und jemand Hunter ver­sichert hat­te, das Gerät sei unret­tbar zer­stört und er könne es entsorgen.

Dieser Unbekan­nte hin­ter­ließ im Reparaturgeschäft jeden­falls wed­er Name noch Adresse, son­dern nur einen Aufk­le­ber am Gerät als Brotkrume und Indiz, welch­es zwin­gend zu den Bidens führte. Schweigt Joe Biden vielle­icht deshalb so behar­rlich, weil man in seinem Team nicht weiß, wer dieses Leck verur­sacht hat und weil man keine Ahnung hat, was der unbekan­nte „Whistle­blow­er“ noch alles an kleinen oder großen Geheimnis­sen hat mit­ge­hen lassen? Der Okto­ber ist ja noch nicht zu Ende, der Wahlkampf auch nicht. Und 47 Jahre in der Poli­tik hin­ter­lassen Spuren, an die sich Joe Biden vielle­icht nicht mal mehr erin­nern kann.


18.10.2020, Ergänzung

Okto­ber-Über­raschung nen­nt man die Last-Minute-Enthül­lun­gen vor Präsi­dentschaftswahlen, die immer Anfang Novem­ber stat­tfind­en. Bidens E‑Mail-Affäre darf als solche gel­ten und wie bei großen Skan­dalen üblich, rollt man den Tep­pich nur langsam aus. Das hat zur Folge, dass die Gegen­seite still­hal­ten muss, weil jedes Demen­ti, jede Erk­lärung schon am näch­sten Tag durch neue Fak­ten zur offen­sichtlichen Lüge wer­den kann – und muss, sollte an der Sache wirk­lich etwas dran sein. So ist es auch im Fall „Bidens E‑Mail-Gate“.

Auch ich hat­te im obi­gen Artikel noch Brück­en gebaut, hat­te ein alter­na­tives Szenario ent­wor­fen, das Hunter Biden ent­las­ten kön­nte. Doch das war vor zwei Tage. Mehrere NYP-Artikel – über die noch zu reden sein wird – später und nach Inter­views und Erk­lärun­gen, die Rudi Giu­liani abgegeben hat, ist nun klar, dass die E‑Mails mit sehr großer Wahrschein­lichkeit echt sein müssen. Hunter Bidens Anwalt rief näm­lich am Tag der Veröf­fentlichung des Artikels in der NYP im Reparaturladen an, um die Fest­plat­te zurück­zu­fordern. Und um zu beweisen, dass er nicht die hell­ste Kerze beim juris­tis­chen Exa­m­en war, schick­te er auch noch eine E‑Mail mit dieser Forderung hin­ter­her. Nein, hier war offen­sichtlich nie­mand im Auf­trag Trumps am Werk, der Wass­er über Hunters Note­book schüt­tete und dies dann klammheim­lich ver­schwinden ließ. Auch war es wohl tat­säch­lich Hunter selb­st, der das Gerät zur Reparatur brachte und dass er es dort offen­sichtlich ver­gaß, darf man wohl nicht zulet­zt der Wirkung jen­er „ille­galen Sub­stanzen“ zuschreiben, mit denen er fleißig Kon­takt hat­te und die sich­er auch ein­er reg­ulären, fähigkeits­be­zo­ge­nen Anstel­lung bei Buris­ma im Wege ges­tanden hätten.

Vorheriger ArtikelDenunzianten aller Länder, bewertet uns bei Yelp!
Nächster ArtikelBiden, CBS, die Russen und ein empörter Leser

4 Kommentare

  1. “Aber warum holte Hunter oder jemand anderes das Gerät nicht wieder ab?”

    Na, weil der Hunter zu viel Crack ger­aucht hat, als er seinem toten Brud­er die Frau auss­pan­nte, die er dann mit ein­er Strip­perin bet­rog, während er diese schwängerte, um dann vor Gericht die Vater­schaft abzus­tre­it­en. Der Mann lebt wie ein Rock­star, da ver­gisst man sowas schon­mal. Leute, die zu Dro­gen­ab­stürzen neigen, sind nicht unbe­d­ingt zuver­läs­sig. Du hast wohl noch nie Crack geraucht…

    Ich finde, Du betra­cht­est das mit der Poli­tik mit viel zu viel Ernst. Ich kön­nte das nicht. Ich meine, Poli­tik­er sind ne Horde dum­m­dreis­ter Spas­ten mit nem qua­sire­ligiösen Amt, wobei human­is­tis­che­lib­er­al­säku­lar­alle­men­schensind­gle­ichdemokratie oder so ein Stuss die Stelle Jeho­vahs und der Kirche ein­nimmt. Wenn es über­haupt eine tiefer­gründi­ge Erk­lärung gibt, dann ist diese, dass der liebe Gott die Clown­welt als Satire geschaf­fen hat, damit sich Außen­ste­hende über diejeni­gen lustig machen kön­nen, die darin leben. Gott ist halt der Überk­ing, und man soll sich von diesem keine Eben­bilder schaf­fen, sagen die ersten zwei Gebote.

  2. Jede Organ­i­sa­tion ist anfäl­lig für Über­läufer. Keine Beförderung, arro­gante Vorge­set­zte usw. und schon starten ent­täuschte Angestellte einen Racheakt basierend auf ihren Möglichkeit­en. Einen kaput­ten Com­put­er zur Reparatur brin­gen, wer merkt das schon.

    Der klasse Artikel zeigt nicht nur, dass Poli­tik ein sehr lukra­tives Geschäft ist, son­dern auch wie sehr staatliche Organ­i­sa­tio­nen und Presse mit dem “Deep State” ver­ban­delt sind. Die soge­nan­nte Elite gibt Anweisun­gen was ermit­telt und was berichtet wird. Das Prob­lem ist aber nicht nur Amerikanisch, Zen­sur Geset­ze, Wahlen und Bürg­er­rechte wer­den auch bei uns über die Köpfe der Wäh­ler gemacht. Glauben sie nicht? Haben sie Flinten Uschi auf einem EU Wahlzettel gese­hen und wer ist jet­zt EU Präsident?

  3. Ah ja; das Dauere­lend poli­tis­che-finanzieller Hin­ter­grund­ver­brechen der demonkratis­chen Partei zum Zweck unheim­lich per­sön­lich­er Bere­icherung, Aushe­belung der Geset­ze, Usurpa­tion poli­tis­ch­er Ämter durch eine Dor­nen­filz von Kor­rup­tion, und überhaupt.

    Zen­trales Aperçu dieses feinen Artikels ist so etwa dieser Halb­satz, “… set­zte sich Slotschewskyj endgültig nach Mona­co ab”, und damit wis­sen wir schon alles über das Fortkom­men dieser Leute, die glauben, dass ihnen alles gehöre, auch die Medi­en und die öffentliche Meinung.
    Ach, übri­gens gehören die alle geköpft, und wenn das zu aufwändig ist, gehängt. Nein?

    • Die öffentliche Mei­n­ung gehört den­jeni­gen, denen die Ver­lage gehören. Das schrieb schon ein berühmter östere­ichis­ch­er Maler in seinem Buch zu Zeit­en der Weimar­er Repub­lik. Heute würde man wohl “Medi­en” sagen. Anson­sten scheints mir aber unverändert.

      Das mit dem Köpfen oder dem Strang unter­stütze ich jedoch aus­drück­lich. Kür­zlich sah ich ein Bild von einem kor­rupten Richter, der bei lebendi­gem Leib gehäutet wurde, um aus dieser Haut einen Stuhlbezug für seinen Nach­fol­ger anzufer­ti­gen. Mir erschien das wie ein Licht­strahl aus ein­er vernün­ftigeren Zeit. Sowas fände ich sog­ar noch bess­er, weils etwas Hand­festes hin­ter­lässt, das dem­jeni­gen, der darauf sitzt, einen Denkanstoß über seine mögliche Zukun­ft liefern kön­nte, und man das Rad schließlich nicht immer wieder neu erfind­en muss.

Kommentarfunktion ist geschlossen.