Wie tapfere Leib­wäch­ter spran­gen die sozia­len Medien zwi­schen eine Story der New York Post und die Öffent­lich­keit und bezie­hen dafür nun öffent­lich Prügel. Der Auf­schrei „Zensur“ ist durch­aus berech­tigt, denn die Ausrede von Face­book und Twitter, man müsse die Fakten erst prüfen, ist natür­lich vor­ge­scho­ben. Wäre es anders, hätten nicht jah­re­lang und unge­hin­dert „Berichte aus anony­men Quellen“ das Netz über­schwemmt, in denen das Trump Der­an­ge­ment Syndrom fröh­li­che urständ feierte. Niemand prüft inves­ti­ga­tive Artikel auf deren Kor­rekt­heit – außer bessere Recher­che, die Leser­schaft, neue Zeugen oder der Verlauf von Gerichts­ver­fah­ren. Einen TÜV für Jour­na­lis­ten gibt es nicht, so bedau­er­lich man das im Ein­zel­fall auch finden mag. Keine Frage: dass sowohl Face­book als auch Twitter ihren offen­sicht­li­chen Ein­griff in den ersten Ver­fas­sungs­zu­satz auch noch ver­tei­di­gen, ist mehr als ein Skandal.

Da wurde eine rote Linie über­tre­ten. Die Linie, einen Prä­si­den­ten nicht nur mit legalen Mitteln, die mit der Ver­fas­sung in Ein­klang stehen, sondern auch mit ille­ga­len Mitteln aus dem Weg räumen zu wollen. Dass etwa Twitter zur Errei­chung dieses Ziels jedes Mittel recht ist, zeigt auch fol­gende Ver­schär­fung. Das Judi­ciary Com­mit­tee des Reprä­sen­tan­ten­hau­ses, also so etwas ähn­li­ches wie der Rechts­aus­schuss des Bun­des­ta­ges, stellte sich an die Seite der NYP und über­nahm den Artikel auf seine Seite. Twitter ver­sieht nun Links zu dieser Seite auf house​.gov mit einem Warn­hin­weis. Das heißt im Klar­text: Twitter zen­siert eine offi­zi­elle Web­seite der gewähl­ten Legis­la­tive der Ver­ei­nig­ten Staaten von Amerika. Neu ist solches Vor­ge­hen indes nur in den USA. Wir in Deutsch­land durften bereits von der Gestal­tungs­macht Face­books kosten, wo Links zur „Erklä­rung 2018“ weg­zen­siert wurden, obwohl die Peti­tion auf den offi­zi­el­len Servern des Bun­des­ta­ges stand. Wie der Fall ausging, ist bekannt. Wie der Fall Twitter vs. House​.gov ausgeht, ent­schei­det die Prä­si­dent­schafts­wahl.

Ebenso inter­es­sant wie die Ver­su­che, dem NYP-Artikel Reich­weite zu ent­zie­hen und damit dem Strei­sand-Effekt freie Bahn zu lassen, ist natür­lich der Inhalt des Arti­kels und die zen­trale Frage, ob man sich über­haupt 47 Jahre im Washing­to­ner Poli­tik­be­trieb halten kann, wenn man nicht – sym­bo­lisch gespro­chen – die eine oder andere Kröte geküsst oder Leiche im Keller hat.

Kleine Fische, große Geschäfte

Die Vor­würfe gegen Joe Biden, für deren Stich­hal­tig­keit der Artikel mög­li­cher­weise Belege liefern kann, lauten Vet­tern­wirt­schaft und Amts­miss­brauch. Und zwar min­des­tens indi­rekt, über seinen Sohn Hunter. Dessen Vater koor­di­nierte in seiner Zeit als Vize­prä­si­dent der Ver­ei­nig­ten Staaten unter anderem die Außen­po­li­tik mit Ost­eu­ropa, also auch mit der Ukraine. Fakt ist, dass Hunter Biden, ein Mann, der weder über öko­no­mi­sche Kom­pe­ten­zen noch über Erfah­run­gen im Ölge­schäft noch über Kennt­nisse in der ukrai­ni­schen oder wenigs­tens der rus­si­schen Sprache ver­fügte, ab 2014 einen Job im Direk­to­rium der ukrai­ni­schen Firma „Burisma Group“ hatte, wo er für seine Arbeit – worin auch immer die bestan­den haben mag – 50.000 Dollar im Monat bekam.

Inter­es­san­ter­weise nicht von Burisma selbst, sondern über eine indi­rekte „Zuwen­dung“ durch „Rose­mont Seneca Bohai“, einen Ver­mö­gens­ver­wal­ter. Dorthin kam das Geld von Burisma, von dort wurden die Zah­lun­gen an Hunter Biden wei­ter­ge­lei­tet, der, so ergab es der etwas miss­glückte Versuch eines Fak­ten­checks aus 2019, eigent­lich gar keine Geschäfts­be­zie­hung zu „Rose­mont Seneca Bohai“ hatte. Man ver­suchte damals, die behaup­te­ten 50.000 Dollar Monats­sa­lär aus der Welt zu defi­nie­ren und stieß lus­ti­ger­weise auf noch impo­san­tere Summen und den offen­sicht­li­chen Versuch, Zah­lun­gen an Hunter Biden zu ver­schlei­ern und zu ver­ste­cken. Fest steht, es gab Zah­lun­gen an Biden. Die Frage war stets nur: wofür eigent­lich?

Die Gefälligkeit

Man muss nur zwei und zwei zusam­men­zäh­len, um zu der Ein­sicht zu gelan­gen, dass es der Name „Biden“ war, der den ukrai­ni­schen Geschäfts­leu­ten von zumin­dest frag­wür­di­ger Lau­ter­keit Herzen und Brief­ta­schen öffnete. Joe Biden hat aller­dings stets und vehe­ment bestrit­ten, je in die Geschäfte seines Sohnes invol­viert gewesen zu sein „… never spoken to my son about his over­seas busi­ness dealings”. Seine Anhän­ger glaub­ten Biden. Seine Gegner eher nicht. Es fehlte aber irgend­wie die „smoking gun“, der Beweis, dass Hunter Biden tat­säch­lich das gelie­fert hat, was seine neuen Freunde sich von ihm ver­spra­chen.

Joe Bidens Bemü­hun­gen, die gegen Burisma lau­fen­den Ermitt­lun­gen wegen Betrugs zu beenden, hatten 2015 Erfolg. Wobei er es etwas anders dar­stellte. Der Ukrai­ner Viktor Shokin war mit Ermitt­lun­gen betraut, die sich auch mit Burisma befass­ten. Laut Joe Biden arbei­tete Shokin aber nicht effek­tiv genug, weshalb Biden, der zu Gesprä­chen in Kiew war, Prä­si­dent Poro­s­henko unter Druck zu setzte: ‚Ent­we­der ihr feuert diesen Staats­an­walt, oder die Kre­dit­ga­ran­tien in Höhe von 1 Mrd. Dollar bleiben ein­ge­fro­ren‘ – so Biden im Gespräch, dessen Inhalt und Kon­se­quenz er frei­mü­tig, elo­quent und bestens gelaunt vor lau­fen­der Kamera wie­der­gab. Poro­s­henko feuerte Shokin. Doch dessen Nach­fol­ger ging nun nicht etwa mit Voll­dampf an die Ermitt­lun­gen, wie Biden angeb­lich ver­langte, sondern brachte sie ohne Ergeb­nis zu Ende – ganz ohne dass Papa Biden dies zur erneu­ten „or else“ Reise nach Kiew bewogen hätte.

Der ins Ausland geflo­hene Burisma-Chef Slot­schew­skyj kam statt­des­sen aus der Schuss­li­nie. Ebenso natür­lich auch Bidens Sohn Hunter. Slot­schew­skyj kehrte schließ­lich mit reiner Weste in die Ukraine zurück. Den neuen, nach Meinung Bidens „soliden“ Ermitt­ler musste er wohl nicht mehr fürch­ten. Erst 2018 setzte sich Slot­schew­skyj end­gül­tig nach Monaco ab, aber da war ja auch Trump bereits im Amt und erste Details über die Geschäfte der Familie Biden geis­ter­ten durch die wenig inter­es­sierte Presse. Der Poli­tico-Artikel „Biden Inc.“ aus dem Jahr 2019 war es schließ­lich, der etwas Licht in die Sache brachte. Mit „Over his decades in office, ‘Middle-Class Joe’s’ family for­tu­nes have closely tracked his poli­ti­cal career“ war der aus­führ­li­che Artikel unter­ti­telt. Und in der Tat: Es gibt reiche Men­schen, die gehen in die Politik. Und es gibt Men­schen, die gehen in die Politik und werden reich.

Das alles sind noch keine Beweise, höchs­tens Indi­zien. Oder viel­leicht auch nur schmut­zige Wäsche. Flecken auf der Weste schre­cken heute weder die Anhän­ger Trumps, noch die Bidens ab. Anders sieht es mit Lügen und Mein­ei­den aus. Das mag der Ame­ri­ka­ner so gar nicht. Der krampf­hafte Versuch der Medien, Trump der Lüge zu über­füh­ren und somit seine Ehre als Geschäfts­mann zu ver­nich­ten, nahm sogar gro­teske Züge an. Erstes kurio­ses Bei­spiel – die Leser werden sich viel­leicht erin­nern – war eine Aussage Trumps im Jahr 2016, als er Clinton im Wahl­kampf vorwarf, ihren pri­va­ten E‑Mail-Server „berei­nigt“ zu haben. Seine flap­sige aber im Sinn sehr ver­ständ­li­che For­mu­lie­rung „she acid her server“ war sogar einen Fak­ten­check wert: „false … no che­mi­cals were used.“ Ach was! Es war bekannt­lich nicht die letzte Granate im „Seman­tic-War“ gegen Trump. Doch Seman­tik hilft im Fall Hunter Biden nicht weiter, denn da war ja immer noch Joe Bidens absolut gesetzte Aussage, er habe „never spoken to my son about his over­seas busi­ness dealings”.

Ein Laptop geht baden

Anfang 2018 bringt ein unbe­kann­ter Mann ein Macbook Pro zu einer Repa­ra­tur­firma in Dela­ware und bittet darum, dass man einen Was­ser­scha­den behebe. Auf dem Deckel des Geräts prangt ein Auf­kle­ber der Beau-Biden-Foun­da­tion, jener Stif­tung, die zu Ehren des ver­stor­be­nen Sohnes von Joe Biden diesen Namen trägt. Die Spur ist also gelegt oder vor­han­den, je nachdem, welche Geschichte man glaubt. Der Tech­ni­ker macht sich an die Arbeit und stellt die Daten auf der Fest­platte des Gerätes wieder her. Er fand Videos, Fotos und eine Menge E‑Mails. Weil das repa­rierte Note­book aber nicht abge­holt, die Repa­ra­tur­rech­nung nicht begli­chen wurde und der Inhalt der wie­der­her­ge­stell­ten Dateien ihm brisant vorkam, infor­miert der Inhaber des Repa­ra­tur­ge­schäfts das FBI und übergab diesem die wie­der­her­ge­stellte Fest­platte – nicht ohne vorher eine Kopie davon anzu­fer­ti­gen.

Diese Kopie übergab er an den Anwalt von Rudi Giu­liani, welcher sei­ner­seits Anwalt von Donald Trump ist. Die NYP bekam die Daten wie­derum von Steve Bannon, dem gefeu­er­ten Chef­stra­te­gen Trumps. Soweit die Begleit­um­stände, die bis hierher als unum­strit­ten gelten dürfen. Doch was ist so brisant am Inhalt dieses Note­books? Igno­rie­ren wir mal die Fotos und Videos, die Hunter Biden angeb­lich bei der Ein­nahme diver­ser ille­ga­ler Sub­stan­zen und anderen, nicht jugend­freien Akti­vi­tä­ten zeigen und wenden uns den E‑Mails zu. Da schreibt ihm, also Hunter Biden, am 17. April 2015 ein gewis­ser Vadym Pozhars­kyi, den wir genauer als „Advisor to the Manage­ment Board, Direc­tor for Inter­na­tio­nal Coope­ra­tion and Stra­te­gic Deve­lo­p­ment of Burisma Group, Chair­man of the Board of the Asso­cia­tion of Gas Pro­du­cers of Ukraine, Vadym Pozhars­kyi bezeich­nen sollten, fol­gen­des in nicht ganz feh­ler­freiem Eng­lisch:

Dear Hunter, thank you for invi­t­ing me to DC and giving an oppor­tu­nity to meet your father and spent some time tog­e­ther. It’s realty an honor and plea­sure.”

Die Mög­lich­keit, Zeit mit Vize­prä­si­dent Biden zu ver­brin­gen. Eine Ehre und Freude. Dank Hunter. Hatte Hunter also „gelie­fert“ und einen Kontakt her­ge­stellt? Und was wurde bespro­chen? Joe Bidens Aussage, er habe nie mit seinem Sohn über dessen ukrai­ni­sche Geschäfte gespro­chen, erscheint im Licht dieser Mail natür­lich etwas heikel. Das Zusam­men­tref­fen könnte natür­lich auch ohne oder trotz Hunters Zutun zustande gekom­men sein und dessen Ein­la­dung galt viel­leicht nur ganz all­ge­mein nach DC, nicht zu einem Treffen mit seinem Vater. Aber warum sollte sich Pozhars­kyi dann bei ihm bedan­ken? Das klingt merk­wür­dig und ist mit Sicher­heit eine Unter­su­chung wert. Schließ­lich wissen wir spä­tes­tens seit der gründ­li­chen, wenn auch erfolg­lo­sen Unter­su­chung des FBI zur „russian col­lu­sion“ Trumps, wie emp­find­lich Amerika auf unter­stellte Ein­flüs­te­run­gen fremder Mächte reagiert. Doch hier…bisher keine Ermitt­lun­gen. Auch keine, die die Bidens ent­las­tet hätten. Das FBI erhielt die Fest­platte nach Angaben des Inha­bers des Com­pu­ter­la­dens im Sep­tem­ber 2019, jetzt ist Oktober 2020.

Seit über einem Jahr hat das FBI die Daten, die nun von der NYP ver­öf­fent­licht wurden und welche die Nutzer sozia­ler Netze nicht sehen sollen, weil „unab­hän­gige Fak­ten­che­cker“ da nochmal einen Blick drauf werfen sollen. Kann man noch mit Wahl­kampf­tak­tik begrün­den, warum Giu­liani und Bannon erst jetzt die Bombe zün­de­ten, erklärt das doch nicht das Schwei­gen des FBI und das aktuell noch bered­tere Schwei­gen des Joe Biden selbst.

Sind es nicht gerade solche „kleinen Gefäl­lig­kei­ten“ wie die seinem Sohn unter­stell­ten, zur rich­ti­gen Zeit, die rich­ti­gen Leute zu treffen, die dir andere wich­tige Kon­takte ermög­li­chen können und die den Alltag so mancher vom Poli­tik­be­trieb domi­nier­ter Orte wie Washing­ton DC prägen? Zwingt nicht „Ockhams Rasier­mes­ser“ dazu, hier zunächst das nahe­lie­gende zu ver­mu­ten? Ist es nicht sehr plau­si­bel, dass es gerade Hunter Bidens Zugang zu seinem Vater war, der Hunter Biden inter­es­sant für Burisma machte? Burisma nimmt Sohn mit Dro­gen­pro­ble­men unter die Fit­ti­che, mäch­ti­ger Vater wendet Unheil von Burisma ab, Sohn orga­ni­siert Treffen von Burisma mit mäch­ti­gem Vater, die Sache kommt aus Licht, mäch­ti­ger Vater bekommt Pro­bleme… Gera­dezu ein Plot wie aus dem Lehr­buch der grie­chi­schen Tra­gö­die und wir wollen hoffen, dass am Ende alle noch putz­mun­ter sind und niemand sich zur Wie­der­her­stel­lung seiner Ehre ins Schwert stürzen musste.

Ungereimtheiten

Stück für Stück, Jahr für Jahr ver­dich­te­ten sich die Indi­zien, dass in der Buris­ma/­Bi­den-Sache nicht alles mit rechten Dingen zuging. Im Nach­hin­ein könnte man denken, dass viele schmut­zige Details nur ange­deu­tet ans Licht gebracht wurden, um der anderen Seite zu zeigen, dass man an der Quelle sitzt und jeder­zeit eine Flut aus­lö­sen könne. Immer in der Hoff­nung, die andere Seite werde bei der Reak­tion den einen ent­schei­den­den Fehler und sich damit lächer­lich machen. Erwei­sen die E‑Mails sich als echt, hat Joe Biden ein rie­si­ges Glaub­wür­dig­keits­pro­blem. Und das FBI gleich mit, falls sich nicht erweist, dass dort längst ver­deckt gegen die Bidens ermit­telt wird.

Die Geschichte der „Auf­fin­dung“ der Beweise hat aller­dings einen Haken, was viel­leicht der Grund ist, warum Trump nur an der Sei­ten­li­nie zu sehen ist und über Bande mit Giu­liani, Bannon und der NYP gespielt wird. Ein Was­ser­scha­den an einem MacBook gut und schön. Auch die Sache mit der Daten­ret­tung ist plau­si­bel. Aber warum holte Hunter oder jemand anderes das Gerät nicht wieder ab? 80 Dollar für die Repa­ra­tur auf­zu­brin­gen kann ja wohl kein Problem gewesen sein. Ver­ges­sen viel­leicht? Das ist jedoch nicht wahr­schein­li­cher als die Mög­lich­keit, dass der Was­ser­scha­den absicht­lich her­bei­ge­führt wurde und jemand Hunter ver­si­chert hatte, das Gerät sei unrett­bar zer­stört und er könne es ent­sor­gen.

Dieser Unbe­kannte hin­ter­ließ im Repa­ra­tur­ge­schäft jeden­falls weder Name noch Adresse, sondern nur einen Auf­kle­ber am Gerät als Brot­krume und Indiz, welches zwin­gend zu den Bidens führte. Schweigt Joe Biden viel­leicht deshalb so beharr­lich, weil man in seinem Team nicht weiß, wer dieses Leck ver­ur­sacht hat und weil man keine Ahnung hat, was der unbe­kannte „Whist­leb­lower“ noch alles an kleinen oder großen Geheim­nis­sen hat mit­ge­hen lassen? Der Oktober ist ja noch nicht zu Ende, der Wahl­kampf auch nicht. Und 47 Jahre in der Politik hin­ter­las­sen Spuren, an die sich Joe Biden viel­leicht nicht mal mehr erin­nern kann.


18.10.2020, Ergänzung

Oktober-Über­ra­schung nennt man die Last-Minute-Ent­hül­lun­gen vor Prä­si­dent­schafts­wah­len, die immer Anfang Novem­ber statt­fin­den. Bidens E‑Mail-Affäre darf als solche gelten und wie bei großen Skan­da­len üblich, rollt man den Teppich nur langsam aus. Das hat zur Folge, dass die Gegen­seite still­hal­ten muss, weil jedes Dementi, jede Erklä­rung schon am nächs­ten Tag durch neue Fakten zur offen­sicht­li­chen Lüge werden kann – und muss, sollte an der Sache wirk­lich etwas dran sein. So ist es auch im Fall „Bidens E‑Mail-Gate“.

Auch ich hatte im obigen Artikel noch Brücken gebaut, hatte ein alter­na­ti­ves Sze­na­rio ent­wor­fen, das Hunter Biden ent­las­ten könnte. Doch das war vor zwei Tage. Mehrere NYP-Artikel – über die noch zu reden sein wird – später und nach Inter­views und Erklä­run­gen, die Rudi Giu­liani abge­ge­ben hat, ist nun klar, dass die E‑Mails mit sehr großer Wahr­schein­lich­keit echt sein müssen. Hunter Bidens Anwalt rief nämlich am Tag der Ver­öf­fent­li­chung des Arti­kels in der NYP im Repa­ra­tur­la­den an, um die Fest­platte zurück­zu­for­dern. Und um zu bewei­sen, dass er nicht die hellste Kerze beim juris­ti­schen Examen war, schickte er auch noch eine E‑Mail mit dieser For­de­rung hin­ter­her. Nein, hier war offen­sicht­lich niemand im Auftrag Trumps am Werk, der Wasser über Hunters Note­book schüt­tete und dies dann klamm­heim­lich ver­schwin­den ließ. Auch war es wohl tat­säch­lich Hunter selbst, der das Gerät zur Repa­ra­tur brachte und dass er es dort offen­sicht­lich vergaß, darf man wohl nicht zuletzt der Wirkung jener „ille­ga­len Sub­stan­zen“ zuschrei­ben, mit denen er fleißig Kontakt hatte und die sicher auch einer regu­lä­ren, fähig­keits­be­zo­ge­nen Anstel­lung bei Burisma im Wege gestan­den hätten.

4 Kommentare

  1. Aber warum holte Hunter oder jemand anderes das Gerät nicht wieder ab?”

    Na, weil der Hunter zu viel Crack geraucht hat, als er seinem toten Bruder die Frau aus­spannte, die er dann mit einer Strip­pe­rin betrog, während er diese schwän­gerte, um dann vor Gericht die Vater­schaft abzu­strei­ten. Der Mann lebt wie ein Rock­star, da ver­gisst man sowas schon­mal. Leute, die zu Dro­gen­ab­stür­zen neigen, sind nicht unbe­dingt zuver­läs­sig. Du hast wohl noch nie Crack geraucht…

    Ich finde, Du betrach­test das mit der Politik mit viel zu viel Ernst. Ich könnte das nicht. Ich meine, Poli­ti­ker sind ne Horde dumm­dreis­ter Spasten mit nem qua­si­re­li­giö­sen Amt, wobei huma­nis­ti­sche­li­be­ral­sä­ku­lar­al­lemen­schens­ind­gleich­de­mo­kra­tie oder so ein Stuss die Stelle Jeho­vahs und der Kirche ein­nimmt. Wenn es über­haupt eine tie­fer­grün­dige Erklä­rung gibt, dann ist diese, dass der liebe Gott die Clown­welt als Satire geschaf­fen hat, damit sich Außen­ste­hende über die­je­ni­gen lustig machen können, die darin leben. Gott ist halt der Über­king, und man soll sich von diesem keine Eben­bil­der schaf­fen, sagen die ersten zwei Gebote.

  2. Jede Orga­ni­sa­tion ist anfäl­lig für Über­läu­fer. Keine Beför­de­rung, arro­gante Vor­ge­setzte usw. und schon starten ent­täuschte Ange­stellte einen Rache­akt basie­rend auf ihren Mög­lich­kei­ten. Einen kaput­ten Com­pu­ter zur Repa­ra­tur bringen, wer merkt das schon.

    Der klasse Artikel zeigt nicht nur, dass Politik ein sehr lukra­ti­ves Geschäft ist, sondern auch wie sehr staat­li­che Orga­ni­sa­tio­nen und Presse mit dem „Deep State” ver­ban­delt sind. Die soge­nannte Elite gibt Anwei­sun­gen was ermit­telt und was berich­tet wird. Das Problem ist aber nicht nur Ame­ri­ka­nisch, Zensur Gesetze, Wahlen und Bür­ger­rechte werden auch bei uns über die Köpfe der Wähler gemacht. Glauben sie nicht? Haben sie Flinten Uschi auf einem EU Wahl­zet­tel gesehen und wer ist jetzt EU Prä­si­dent?

  3. Ah ja; das Dau­er­elend poli­ti­sche-finan­zi­el­ler Hin­ter­grund­ver­bre­chen der demon­kra­ti­schen Partei zum Zweck unheim­lich per­sön­li­cher Berei­che­rung, Aus­he­be­lung der Gesetze, Usur­pa­tion poli­ti­scher Ämter durch eine Dor­nen­filz von Kor­rup­tion, und über­haupt.

    Zen­tra­les Aperçu dieses feinen Arti­kels ist so etwa dieser Halb­satz, „… setzte sich Slot­schew­skyj end­gül­tig nach Monaco ab”, und damit wissen wir schon alles über das Fort­kom­men dieser Leute, die glauben, dass ihnen alles gehöre, auch die Medien und die öffent­li­che Meinung.
    Ach, übri­gens gehören die alle geköpft, und wenn das zu auf­wän­dig ist, gehängt. Nein?

    • Die öffent­li­che Meinung gehört den­je­ni­gen, denen die Verlage gehören. Das schrieb schon ein berühm­ter öste­rei­chi­scher Maler in seinem Buch zu Zeiten der Wei­ma­rer Repu­blik. Heute würde man wohl „Medien” sagen. Ansons­ten scheints mir aber unver­än­dert.

      Das mit dem Köpfen oder dem Strang unter­stütze ich jedoch aus­drück­lich. Kürz­lich sah ich ein Bild von einem kor­rup­ten Richter, der bei leben­di­gem Leib gehäu­tet wurde, um aus dieser Haut einen Stuhl­be­zug für seinen Nach­fol­ger anzu­fer­ti­gen. Mir erschien das wie ein Licht­strahl aus einer ver­nünf­ti­ge­ren Zeit. Sowas fände ich sogar noch besser, weils etwas Hand­fes­tes hin­ter­lässt, das dem­je­ni­gen, der darauf sitzt, einen Denk­an­stoß über seine mög­li­che Zukunft liefern könnte, und man das Rad schließ­lich nicht immer wieder neu erfin­den muss.

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