Wenn es noch so etwas wie Mei­nungs­frei­heit gibt im Land, dann gehören dazu drei Aspekte. Die Frei­heit, eine Meinung zu haben, sie gefahr­los äußern zu können sowie – und das steht natür­lich am Anfang – sich zunächst selbst eine bilden zu können! Letz­te­res gelingt umso besser und unvor­ein­ge­nom­me­ner, je näher man dem Ent­ste­hungs­ort der Infor­ma­tion kommt, was im Zeit­al­ter des Inter­net deut­lich leich­ter fällt als früher. Wer ein Ei beschrei­ben will, muss sich mit den Hühnern abgeben und sollte nicht einfach ein Omelett anstar­ren. Was für Eier gilt, gilt auch für Infor­ma­tio­nen aus der Politik, Wirt­schaft und der Poli­zei­ar­beit. Die DLF-Sendung „@Mediasres“ vom 20.9.2018 zeigt jedoch, dass unsere Medien sehr unglück­lich darüber sind, dass heute Infor­ma­tio­nen bereits am Ent­ste­hungs­ort ver­teilt und ver­brei­tet werden und nicht mehr, wie früher üblich, durch die Filter der Presse laufen. Dazu ließ man gleich zwei Prot­ago­nis­ten des „betreu­en­den Jour­na­lis­mus“ zu Wort kommen: Marina Weis­band (ehemals Pira­ten­par­tei) und den stell­ver­tre­ten­den Vor­sit­zen­den des Pres­se­ra­tes Manfred Protze (Refe­rent der katho­li­schen Jour­na­lis­ten­schule ifp).

Protze, der die „Deut­sche Jour­na­lis­ten­union“ in der Gewerk­schaft verdi ver­tritt, ist der Meinung, die Polizei müsse sich stärker der „Richt­li­nie zur Bericht­erstat­tung über Straf­ta­ten im deut­schen Pres­se­ko­dex“ ver­pflich­tet fühlen, die besagt, dass die Ermitt­lungs­be­hör­den Natio­na­li­tät und Her­kunft eines Täters nicht nennen sollen, es sei denn, es besteht ein begrün­de­tes öffent­li­ches Inter­esse. Der Deutsch­land­funk fragt: „Ist es also ein Problem, wenn die Polizei die Natio­na­li­tät von Straf­tä­tern twit­tert und gilt der Pres­se­ko­dex auch für die Poli­zis­ten?“

Das Ministerium für Wahrheit

Natür­lich…“, so Protze*. „…ein gewich­ti­ges Problem, aber nicht nur für die Presse, sondern für die Gesell­schaft. Medien müssten alles ver­mei­den, was einer Dis­kri­mi­nie­rung oder Sip­pen­haft gleich­komme, das haben die Erfah­run­gen aus dem Dritten Reich gezeigt.“

Da hat er leider nur teil­weise recht! Dis­kri­mi­nie­rung und Sip­pen­haft waren im Dritten Reich nämlich nicht von realen Ver­bre­chen indu­ziert, die jemand oder eine Gruppe began­gen hatte, sondern aus­schließ­lich von der Zuge­hö­rig­keit zu dieser Gruppe und dem Willen der Regie­rung, diese Gruppe zu dis­kre­di­tie­ren, aus­zu­gren­zen und zu ver­nich­ten. So beruh­ten bei­spiels­weise die anti­se­mi­ti­schen Ste­reo­type, die man zur Aus­gren­zung der Juden benutzte, eben gerade nicht auf Fakten oder poli­zei­li­chen Erkennt­nis­sen, sondern auf einer kruden ideo­lo­gi­schen Agenda. Die Frage muss also über­setzt in unsere Zeit zunächst lauten: stimmen die Vor­würfe? Man darf in Deutsch­land heute noch davon aus­ge­hen, dass die Polizei bei­spiels­weise zum Zweck einer Fahn­dung oder in einem Zeu­gen­auf­ruf die Wendung „süd­län­di­sches Aus­se­hen“ nicht ver­wen­den wird, weil sie für die Sip­pen­haft aller „Süd­län­der“ ist, sondern weil im Tat­zu­sam­men­hang eben jemand gesucht wird, auf den die Beschrei­bung zutrifft. Die Häufung dieser Mel­dun­gen beruht eben auf der Häufung der Vor­fälle, nicht auf Ste­reo­ty­pen und Vor­ver­ur­tei­lun­gen, ist also in keiner Weise ver­gleich­bar mit dem Vor­ge­hen der Natio­nal­so­zia­lis­ten im Dritten Reich! Ich will keine Sekunde glauben, dass Manfred Protze dieser kleine Unter­schied ent­gan­gen ist! Woher kommen dann aber seine Bauch­schmer­zen? Lassen wir ihn wei­ter­re­den:

Früher hat die Polizei ihre Öffent­lich­keits­ar­beit an die Medien adres­siert, das war ein Service…und zwar aus­schließ­lich und die Medien haben in ihrer Ver­ant­wor­tung und im Rahmen der Pflich­ten, die sich aus dem Pres­se­ko­dex ergeben, ent­schie­den, welche der gelie­fer­ten Infor­ma­tio­nen sie ver­öf­fent­li­chen und welche nicht. Das hat sich geän­dert, die Polizei adres­siert über die sozia­len Netz­werke an die all­ge­meine Öffent­lich­keit, das heißt, zwi­schen der Ver­öf­fent­li­chung durch die Polizei und dem Empfang beim Publi­kum gibt es keine …[ in diese kleine Pause hätte das Wort „Filter“ gut gepasst] …Instanz mehr, die ent­schei­det, ob es ethisch ver­tret­bar ist, die Natio­na­li­tät oder Ethnie zu nennen…“

Daher weht also der Wind! Protze möchte wie früher exklu­siv mit den Eiern belie­fert werden, die die Polizei findet, um selbst Ome­letts daraus zu braten und dem Kon­su­men­ten mit einem Schnip­sel Peter­si­lie zu kre­den­zen. Er möchte an den Mel­dun­gen feilen, möchte opti­mie­ren, ver­schö­nern, gute von gefähr­li­cher Infor­ma­tion trennen und dem Kunden leicht Ver­dau­li­ches bieten, um ihn nicht zu „ver­un­si­chern“. Die „all­ge­meine Öffent­lich­keit“ soll also prin­zi­pi­ell nur gefil­terte Infor­ma­tio­nen erhal­ten, darin sieht er die Aufgabe des Jour­na­lis­mus.

Dass es sich bei den Poli­zei­mel­dun­gen um Tat­sa­chen handelt, wie die Polizei selbst argu­men­tiert, reicht Protze ethisch „über­haupt nicht aus“. Und weiter „wir als Gesell­schaft haben auf jeden Fall zu ver­hin­dern, dass durch eine regel­mä­ßige Ver­knüp­fung zwi­schen Natio­na­li­tät und Kri­mi­na­li­tät ein dis­kri­mi­nie­ren­der Effekt ent­steht.“ Ich frage mich aller­dings, ob eine solche „regel­mä­ßige Ver­knüp­fung“ über­haupt ent­ste­hen könnte, wenn es nicht auch „regel­mä­ßige Vor­fälle“ gibt. Soll man viel­leicht auch die Schil­der „Cave Canem“ am Gar­ten­zaun gegen „Vor­sicht, Tier beißt“ tau­schen, um Hunde nicht zu dis­kri­mi­nie­ren? Protze tritt offen dafür ein, durch Weg­las­sen, Ver­fla­chen oder Ver­klau­su­lie­ren die Infor­ma­tio­nen der Polizei so zu ver­än­dern, dass diese bei den Kon­su­men­ten nicht zu Ver­hal­tens­än­de­run­gen führen können und ihm und einigen Jour­na­lis­ten­kol­le­gen wei­ter­hin einen siche­ren Job beim Durch­sie­ben des Infor­ma­ti­ons­san­des nach unan­ge­neh­men Kieseln sichert. Mit der­sel­ben Begrün­dung könnte man auch eine Sirene auf „stummen Alarm“ umstel­len, um den Schlaf der Nach­barn nicht zu stören. In einem künf­ti­gen „Minis­te­rium für Wahr­heit“ hat sich Manfred Protze mit solchen Äuße­run­gen min­des­tens für den Job eines Abtei­lungs­lei­ters emp­foh­len!

Die neue Ordnung des Journalismus

Die ex-Piratin Marina Weis­band emp­fiehlt sich mit ihrer Kolumne in der­sel­ben „@Mediasres“-Sendung eben­falls für das „Minis­te­rium für Wahr­heit“. Wir erin­nern uns: „Mehr Trans­pa­renz in der Politik“ – mit diesem ehren­wer­ten Ziel traten die längst ver­ges­se­nen Piraten einst an. Spontan fallen mir noch Begriffe wie „Wis­sens­ge­sell­schaft“, „freie Infor­ma­tion“ und „Schutz vor staat­li­cher Willkür“ ein, libe­rale Basis­ideen alle­samt. Ich will hier aber gar nicht die Wurst der Pelle hin­ter­her­wer­fen, denn die Piraten sind Geschichte – einige ihrer Front­leute schei­nen aber auch inhalt­lich ziem­lich weit von der Fahne gegan­gen zu sein.

So wie Marina Weis­band, die ehe­ma­lige elo­quente Geschäfts­füh­re­rin der Piraten. Ihre Kolumne beim DLF scheint mir so gar nicht mehr zum Prinzip der Infor­ma­ti­ons­frei­heit zu passen, die sie einst vertrat. Natür­lich kann man seine Meinung ändern, ein Stand­punkt ist schließ­lich kein Steh­punkt. Aber das Publi­kum und ich im Beson­de­ren wüsste schon ganz gern, wer die Meinung prä­sen­tiert, die Frau Weis­band im DLF fein­stim­mig vor­trägt. Es geht nämlich auch in Weis­bands Kolumne, unver­meid­lich dieser Tage, um Meinung und Jour­na­lis­mus und (wie Douglas Adams es aus­drü­cken würde) den ganzen Rest. Und natür­lich um Trump! Aber keine Sorge, der kommt nur als Meta­pher vor, der redet ja ohnehin nur Müll, mit dem sich kei­nes­falls seriö­ser Jour­na­lis­mus, sondern Comedy zu befas­sen habe. Zuhören muss dem niemand. Wozu auch, steht dessen voll­stän­di­ges Dane­ben­lie­gen doch ohnehin von Anfang an fest. Doch jetzt kommt Marina über den Teich und zur Sache.

Auch hier­zu­lande bemühen sich öffent­lich-recht­li­che Medien immer wieder, beide Seiten eines Argu­ments dar­zu­stel­len, in dem Bemühen um fiktive Objek­ti­vi­tät.“

Da frage ich mich doch, in welcher Höhle ohne WLAN und Satel­li­ten­emp­fang Frau Weiß­band die letzten Jahre ver­bracht hat. „Beide Seiten?“ Komm schon, Marina! Du musst doch auch gele­gent­lich Illner, Will, Bun­des­pres­se­kon­fe­ren­zen mit Seibert oder Lite­ra­tur­emp­feh­lun­gen der Kanz­le­rin ver­nom­men haben! „Beide Seiten“ gab es da nie, außer viel­leicht beim Braten eines Ome­letts beim Hensler. Und wenn schon „beide Seiten“, dann sind die Rollen klar ver­teilt. Es gibt die beleh­rende und die zu beleh­rende Seite, von gleich­be­rech­tig­tem Diskurs kann wohl kaum die Rede sein.

Bedin­gung, um bei Medien-Events vor­zu­kom­men, ist eine Samm­lung kano­ni­sier­ter Grund­an­nah­men, die nicht in Frage gestellt werden dürfen, sondern von denen man prin­zi­pi­ell aus­ge­hen muss, um im Diskurs bleiben zu dürfen. Dazu gehören Aus­sa­gen wie „wir müssen den Kli­ma­wan­del auf­hal­ten“, „alle AfD’ler träumen nachts vom Vierten Reich“, „Asyl ist deut­sches Leis­tungs­recht“ oder „ÖR-Rund­funk ist eine Ein­rich­tung der Demo­kra­tie“. Weis­band weiter:

Nicht umsonst haben wir uns über eine Woche damit befasst, ab welcher Distanz und Dauer man von einer „Hetz­jagd” gegen Aus­län­der spre­chen kann. Dass der ganze Streit von vorn­her­ein dumm ist, hat man prak­tisch nur in den Mei­nungs­ar­ti­keln gelesen.“

Das „ob“ und „wie“ wird also ersetzt durch „dass“ und „dumm“? Nicht, dass wir das nicht ohnehin par­al­lel hätten! Denn jeder, der auch nur das „ob“ in Frage stellte wie der säch­si­sche Minis­ter­prä­si­dent und der das „wie“ der Beweise auch nur anzwei­felte wie Maaßen, wurde als min­des­tens dumm bezeich­net und hat gefäl­ligst die Kon­se­quen­zen zu ziehen. Das „ob“ ist aber ent­schei­dend für die Lehren aus Vor­komm­nis­sen, wie wir sie in Chem­nitz gesehen haben. Das Brüllen von Nazi­sprü­chen ist nämlich auch dann abzu­leh­nen und zu bekämp­fen, wenn man nicht zu Über­trei­bun­gen greift und von Hetz­jag­den oder gar von Pogro­men spricht. Diese hyper­mo­ra­li­sche Über­stei­ge­rung rela­ti­viert wirk­li­che Hetz­jag­den und tat­säch­lich und unstrit­tig statt­ge­fun­dene Pogrome. Ich halte das für extrem gefähr­lich.

Meinung ohne Sub­stanz ist im Wesent­li­chen weißes Rau­schen und Unter­hal­tung, durch die wir auf keinen Fall unser Ver­ständ­nis von Jour­na­lis­mus erset­zen dürfen. Objek­ti­vi­tät besteht nicht darin, alle Seiten zu sehen und zuzu­las­sen. Sondern im Ein­ord­nen der Neu­ig­kei­ten in einen grö­ße­ren Kontext.“

Welch ein Dünkel! Zumal das Sub­stanz­ge­bot für gelernte Jour­na­lis­ten und Regie­rungs­spre­cher offen­bar nicht gilt. Man muss aber kein Trainer sein, um zu merken, dass eine Mann­schaft schlecht spielt und ob eine Auster schlecht ist, riecht nicht nur der Koch. Und was soll der „Größere Kontext“ sein? Sowas wie ein Fünf­jah­res­plan viel­leicht? Was Weis­band hier ver­sucht, ist, dem Nicht­jour­na­lis­ten die Befä­hi­gung abzu­spre­chen, sich über bestimmte Zusam­men­hänge ein Urteil zu bilden. Dieses müsse immer aus einem jour­na­lis­ti­schen Filter kommen. Wer das noch für einen demo­kra­ti­schen Ansatz hält, hat echt den Schuss nicht gehört.

Erstens müssen gerade sich um Objek­ti­vi­tät bemü­hende Qua­li­täts­me­dien sehr viel besser die Spirale aus Pro­vo­ka­tion und Auf­merk­sam­keit ana­ly­sie­ren und für sich Schlüsse daraus ziehen, um Fakten beim Berich­ten besser ein­zu­ord­nen. Und zwei­tens müssen wir uns drin­gend über Finan­zie­rungs­mo­delle für diese Art von Jour­na­lis­mus unter­hal­ten, die nicht auf Klicks und Auf­merk­sam­keit beruhen. Und das ist meine Meinung.“

Diese „Art von Jour­na­lis­mus“ gibt es doch bereits, Marina! Und Du befin­dest Dich mitten drin! Die Selbst­ein­schät­zung, dass es sich dabei um Qua­li­tät handelt oder ob diese Art des Jour­na­lis­mus nicht vor allem auf eine mög­lichst gleich­ge­schal­tete, unauf­ge­regte und beschwich­ti­gende Kon­sens­ge­sell­schaft der Stillen, Gut­gläu­bi­gen und Ange­pass­ten abzielt, über­lasse ich der Phan­ta­sie meiner Leser. Die Idee jedoch, für diese Art Glatt­schrei­be­rei abseits von Auf­merk­sam­keit und Klicks „Finan­zie­rungs­mo­delle“ zu finden, finden aus­ge­rech­net jene Medi­en­ver­tre­ter toll, denen gerade wegen ihrer gleich­ge­schal­te­ten und beschwich­ti­gen­den Bericht­erstat­tung die Leser und Zuschauer davon­lau­fen. Es gibt nur einen Ort in Deutsch­land, wo Auf­merk­sam­keit und Klicks im Grunde keine Rolle spielen: die öffent­lich-recht­li­chen Medien.

Die Aus­füh­run­gen von Marina Weis­band und Manfred Protze zeigen deut­lich, dass der Jour­na­lis­mus in Deutsch­land weiter diesen Traum träumt. Den Traum vom Infor­ma­ti­ons­mi­nis­te­rium mit steu­er­gelda­li­men­tier­ten Jour­na­lis­ten, die ihre Aufgabe im Glatt­bü­geln und Umsäu­men von Regie­rungs­amt­li­chen Mel­dun­gen sehen.

* Leider liegt derzeit keine Text­fas­sung des Inter­views mit Manfred Protze vor. Hier der Direkt­link zur MP3-Datei beim DLF, das Inter­view ist der erste Beitrag.

25 Kommentare

  1. Mal so am Rande: Der ÖR ist in Deutsch­land ohnehin nicht von den pri­va­ten Medien zu trennen oder besser umge­dreht gesagt.

    Jeder kennt den Recher­che­ver­bund Süd­deut­sche-NDR-WDR. Offi­zi­ell im Februar 2014 gegrün­det. Vorher wurde aber schon die Zusam­men­ar­beit von Ver­fas­sungs­schutz zur NSA von einem Maul­wurf inner­halb des deut­schen Geheim­diens­tes an den Verbund geleakt. Die Süd­deut­sche schrieb am 13. Sep­tem­ber 2013:

    Das geht aus einem Geheim­do­ku­ment der Bun­des­re­gie­rung hervor, das dem Nord­deut­schen Rund­funk und der Süd­deut­schen Zeitung vor­liegt.”
    https://​www​.sued​deut​sche​.de/​p​o​l​i​t​i​k​/​s​p​i​o​n​a​g​e​-​i​n​-​d​e​u​t​s​c​h​l​a​n​d​-​v​e​r​f​a​s​s​u​n​g​s​s​c​h​u​t​z​-​b​e​l​i​e​f​e​r​t​-​n​s​a​-​1​.​1​7​7​0​672

    Einen noch nicht öffent­lich zuge­ge­be­nen Recher­che­ver­bund gibt es aber natür­lich auch zwi­schen ARD Pan­orama und der ZEIT (Holz­brinck).
    Nach­weis­bar z.B. bei Themen: Toll-Collect, Cum-Ex und dem AfD-Deutschlandkurier-Verteilungs„skandal”.

    https://www.zeit.de/wirtschaft/2018–08/toll-collect-steuerbetrug-lkw-maut-andreas-scheuer-kritik
    https://​www​.zeit​.de/​2​0​1​7​/​2​4​/​c​u​m​-​e​x​-​s​t​e​u​e​r​b​e​t​r​u​g​-​s​t​e​u​e​r​e​r​s​t​a​t​t​u​n​g​e​n​-​e​r​m​i​t​t​l​u​n​gen
    https://​daserste​.ndr​.de/​p​a​n​o​r​a​m​a​/​a​r​c​h​i​v​/​2​0​1​7​/​M​i​l​l​i​a​r​d​e​n​-​a​u​s​-​d​e​r​-​S​t​a​a​t​s​k​a​s​s​e​-​A​u​f​-​d​e​r​-​S​p​u​r​-​d​e​r​-​S​t​e​u​e​r​r​a​e​u​b​e​r​,​c​u​m​e​x​1​1​8​.​h​tml
    https://www.zeit.de/politik/deutschland/2018–09/afd-wahlkampf-unterstuetzerverein-parteienfinanzierung-illegalitaet
    https://​www​.youtube​.com/​w​a​t​c​h​?​v​=​T​6​w​u​O​q​5​X​h0U

  2. Dieses müsse immer aus einem jour­na­lis­ti­schen Filter kommen.” Ach so, ein Jour­na­list ist der Uni­ver­sal­fach­mann für alle Fach­be­rei­che, quasi das Genie zur Fil­te­rung. Beim West­deut­schen Rotfunk macht man das anders, dort befragt man immer die selben „Exper­ten” zu den selben Themen – auch eine Art der Fil­te­rung, denn so gelangt immer nur die eine gewünschte und lini­en­treue Meinung in den Äther.

  3. Ach, ja, der Herr Protze! Nicht genug damit, daß dieser Verdi-Funk­tio­när jour­na­lis­ti­schen Nach­wuchs mit seiner Gesin­nung indok­tri­niert, auch im Deut­schen Pres­se­rat darf Protze seinem volks­päd­ago­gi­schen Impetus frönen. Etwa wenn er als Mit­glied des Beschwer­de­aus­schus­ses über die Behaup­tung des Online-Portals des „Mann­hei­mer Morgen”, die Kri­mi­nal­sta­tis­tik beweise, „dass Asyl­be­wer­ber nicht häu­fi­ger straf­fäl­lig werden als Deut­sche”, befin­det: „Eine Falsch­aus­sage” lasse „sich daraus nicht ablei­ten”.

  4. … „dann gehören dazu drei Aspekte.“ — Der Knack­punkt ist das Erkennt­nis­in­ter­esse. Nur für ein paar wenige Aus­er­wählte geht es darum, ein mög­lichst objek­ti­ves Abbild der wirk­li­chen Ereig­nisse zu bekom­men, also die Hetz­jagd gegen Daniel und seine Freunde oder ein halbes Dutzend tumbe Glatzen.

    Viele Medienschaf­fende sehen ihre Aufgabe im mög­lichst effi­zi­en­ten Beein­flus­sen der öffent­li­chen Meinung, a.k.a. Nudging. Was nicht ins Bild passt, wird weg­re­tu­schiert. Schwe­rer Land­frie­dens­bruch steht für den Ham­bur­ger G20 im Raum, all­die­weil es sich um bewaff­nete, brand­schat­zende und plün­dernde Men­schen­grup­pen han­delte. Inter­es­siert aber keine Sau. Linke Gewalt ist gute Gewalt.

    Viele Medienkon­su­men­ten sind nur am Con­fir­ma­tion Bias inter­es­siert. Selek­tiv wählen sie das, was ihre Meinung stützt, und blenden aus, was sie ver­un­si­chern könnte. Meine bessere Hälfte etwa liest nur Stern und Spiegel, ver­folgt kein Fern­se­hen, klickt sich nicht quer­beeet durch Google News, ja flüch­tet vor der Rea­li­tät in nied­li­che Kat­zen­vi­deos. Sie ist aber fel­sen­fest über­zeugt, dass ich mich in einer rechten Fil­ter­blase bewege – und nicht sie in einer Frauen-Wohl­fühl-Oase. Merkel und die Kul­ler­au­gen sind für sie eine Erfolgs­story. Dass drei Söhne ein Leben lang arbei­ten werden, um einen Fremden, seien zwei Frauen und deren neun Kinder zu ver­sor­gen, sieht sie nicht.

    • Dass drei Söhne ein Leben lang arbei­ten werden, um einen Fremden, seien zwei Frauen und deren neun Kinder zu ver­sor­gen, sieht sie nicht.”

      Ich glaube, die drei Söhne werden in Kürze neun Rentner ver­sor­gen. So war zumin­dest der in Kürze bevor­ste­hende Schlüs­sel von Bei­trags­zah­lern zu Rent­nern, als ich das letzte Mal nach­schlug. Die haben zwar mal ins System ein­ge­zahlt, aber nicht genü­gend Kinder in die Welt gesetzt, und gleich­zei­tig das umla­gen­ba­sierte Ren­ten­sys­tem nicht abge­wählt. Ich sehe irgend­wie keinen Unter­schied zwi­schen Kul­ler­au­gen­kin­dern und Rent­nern, und denke, dass es als Ras­sis­mus gewer­tet werden wird, wenn man nur gegen die Umver­tei­lung in Rich­tung von Kul­ler­au­gen­kin­dern ist, die selbe Situa­tion bei Rent­nern jedoch tole­riert. Prin­zi­pi­ell gegen Umver­tei­lung zu sein ist jedoch etwas, wovon man sogar die meisten Hippies über­zeu­gen kann. Das Argu­ment würde lauten: „He, Du willst doch auch so wenig wie möglich arbei­ten. Das ist möglich, wenn Umver­tei­lung kom­plett abge­schafft wird. Aus­län­der würden dann nicht schlech­ter behan­delt werden, als alle Anderen. Also ists auch nicht ras­sis­tisch.”. Damit hab ich gute Erfah­run­gen gemacht. Zuerst erschlei­che ich mit meiner offen­si­ven Ableh­nung sämt­li­cher Dro­gen­ver­bote ihr Ver­trauen, und dann appel­liere verrate ich, wie viele Steuern sie eigent­lich zahlen, und wie viel weniger Steuern sie arbei­ten müssten, wenns keine Umver­tei­lung gäbe, und dann appel­liere ich an ihre Faul­heit und ihren Frei­heits­drang. Klappt gut.

      • Da ist ein Unter­schied. Die real exis­tie­ren­den Rentner haben meist ein Leben lang gear­bei­tet und werden von allein weniger. Es sind unsere Ange­hö­ri­gen.

        Die real exis­tie­ren­den Kul­ler­au­gen hin­ge­gen haben zum Groß­teil kaum Schul­bil­dung, kaum Her­zens­bil­dung und eine faschis­toide Ideo­lo­gie; sagen wir geschätzte 70%. Die paar Flei­ßi­gen und Wil­li­gen sehen wir als Schüler, Aus­zu­bil­dende, Kol­le­gen; die anderen heißen in der Zeitung Ein­zel­fälle.

        Aber wer bekommt wie­derum ab Kin­des­al­ter zahl­rei­che Nach­kom­men, die wie­derum von Stütze leben? Jene, die am wenigs­ten geba­cken kriegen. Ein System, das Min­der­leis­ter anzieht, bevor­zugt, fördert ohne zu fordern, und sogar allein für die stupide Repro­duk­tion belohnt, ist nicht nach­hal­tig, sondern deka­dent und sui­zi­där.

        • Da ist ein Unter­schied. Die real exis­tie­ren­den Rentner haben meist ein Leben lang gear­bei­tet”

          Wofür sie auch bezahlt worden sind. Dass mal jemand arbei­tet, berech­tigt ihn nicht dazu, in der Zukunft Men­schen, die teil­weise noch gar nicht geboren worden sind, in die Tasche zu greifen. Die Leute haben gewählt, dass keine Rück­la­gen von ihren Ren­ten­zah­lun­gen ange­legt werden, sondern, dass Über­schüsse im eins­ti­gen Hier und Jetzt ver­prasst werden. Dies war ihr gutes Recht. Es ist jedoch nicht ihr gutes Recht, von Men­schen eben­diese Kohle zu ver­lan­gen, die, mangels Exis­tenz, kein Mit­spra­che­recht hatten, als vor ihrer Geburt beschlos­sen wurde, dass sie für die jetz­ti­gen Rentner auf­zu­kom­men haben. Und selbst, wenn die­je­ni­gen, denen in die Tasche gegrif­fen wird, damals schon exis­tiert hätten, und alt genug zum wählen waren, lässt sich Dieb­stahl nicht durch einen Mehr­heits­be­schluss legi­ti­mi­sie­ren.

          und werden von allein weniger.”

          Warum dann eigent­lich nicht über groß­an­ge­legte Ste­ri­li­sie­rungs­pro­gramme für unsere Neu­bür­ger reden? Das wäre zumin­dest mein erster Gedanke, wenn ich mir über­lege, wie man dieses Problem mit den Mitteln des Staats lösen kann, ohne den Sozi­al­staat abzu­schaf­fen. Sowas wie „Du kriegst Sozi­al­hilfe nur bewil­ligt, wenn Du ne Spritze hattest, die sicher­stellt, dass Du das nächste halbe Jahr lang zeu­gungs­un­fä­hig sein wirst, oder Du bereits per­ma­nent ste­ri­li­siert wurdest, sofern Du schon Kinder hast.”. Das wäre doch das mil­deste Mittel, um den demo­gra­fi­schen Wandel in Rich­tung von mehr Sozi­al­hil­fe­emp­fän­gern zu stoppen. Intel­li­genz ist erblich, und dumme Men­schen sind die­je­ni­gen, die am meisten von Sozi­al­hilfe pro­fi­tie­ren, weshalb dies der wohl beste Ansatz­punkt wäre, um der Welt die nächste Genera­tion von Sozi­al­hil­fe­emp­fän­gern zu erspa­ren, oder deren Zahl zumin­dest zu redu­zie­ren.

          Ohne Sozi­al­staat könnten die sich hin­ge­gen simpel und einfach keine Kinder leisten, weil sie diese nicht ernäh­ren könnten, und deshalb mit einer ziem­lich hohen Kin­des­sterb­lich­keit zu kämpfen hätten, wenn sie sich gegen die Ver­nunft ent­schei­den. Kinder erfrie­ren im Winter auch leicht, wenn man sich keine Heizung leisten kann. Deren Weiber hätten pro Kind unge­fähr eine 20% Chance wegen Kom­pli­ka­tio­nen selbst zu sterben, sollten sie sich gegen die Ver­nunft ent­schei­den. Das wäre meine voll­kom­men gewalt­freie Lösung, die nie­man­dem etwas gegen seinen Willen weg­nimmt, und die nie­man­den zu etwas zwingt. Für mich klingt das, was sich aus der Lösung ergibt, nach ziem­lich effek­ti­ven Anrei­zen, keine Kinder zu kriegen, die man sich nicht leisten kann. Die vier Frauen mit jeweils acht Kindern wären so nicht zu finan­zie­ren, wenn man nicht aus­ge­spro­chen kom­pe­tent im Geld­ver­die­nen ist, und falls mans doch ist, gehört man doch zu den Men­schen, die so viele Kinder haben sollten, weil man irgend­et­was richtig macht.

          Es sind unsere Ange­hö­ri­gen.”

          Meine Ange­hö­ri­gen sind „Die Rentner” sicher nicht. Meine Ange­hö­ri­gen kenne ich alle per­sön­lich, und selbst dar­un­ter gibts Gestal­ten, die von mir keine Hilfe zu erwar­ten hätten, weil sie in ihrem Leben Ent­schei­dun­gen getrof­fen habe, die ich ihnen übel nehme, und durch die sie ihr Elend ver­dient haben. Wenn ich schon Leuten, deren Gene ich teile, keinen Anspruch auf meine Res­sour­cen gebe, dann haben Leute, die ich nicht kenne, diesen Anspruch ganz sicher nicht. Dabei ist es mir voll­kom­men egal, was diese Leute vor meiner Geburt auf demo­kra­ti­schem Wege beschlos­sen haben. Wer Hilfe haben will, der muss diese Hilfe aus Sicht des Hel­fen­den ver­dient haben, sonst ist es keine Hilfe, sondern Skla­ve­rei. Ich sehe nicht, womit Men­schen, mit denen ich nie etwas zu tun hatte, sich einen Anspruch mir gegen­über ver­dient haben könnten. Hilfs­be­dürf­tig­keit oder demo­kra­ti­sche Beschlüsse von etwas, zu dem man kein Recht hat, reichen nicht aus. Um die­je­ni­gen, die auf mein Leben einen posi­ti­ven Ein­fluss hatten, kümmere ich mich durch­aus. Ich sehe nicht, womit der Rest es ver­dient hätte, mir etwas von den Res­sour­cen zu nehmen, die ich sonst in die­je­ni­gen, die es ver­dient haben, stecken würde.

          Ein System, das Min­der­leis­ter anzieht, bevor­zugt, fördert ohne zu fordern, und sogar allein für die stupide Reproduk­tion belohnt, ist nicht nach­hal­tig, sondern deka­dent und sui­zi­där.”

          Ich stimme darin zu, dass unser poli­ti­sches System dys­ge­ni­sche Eigen­schaf­ten hat, und es sich im Rahmen der Evo­lu­tion absolut nach­tei­lig auf die Vita­li­tät unserer Popu­la­tion aus­wirkt. Jeder Öko würde kapie­ren, dass es in freier Natur zum Lauf der Dinge gehört, dass kranke und schwa­che Tiere sterben, und man, ange­sichts der begrenz­ten Kapa­zi­tät jedes Öko­sys­tems, gesunde Exem­plare ver­drängt, wenn man die kranken und schwa­chen Exem­plare am Sterben hindert. Bring mal nen aus­ge­wach­se­nen Igel mit Lun­gen­wür­mern zur Igel­sta­tion, dann bekommst Du von nem total linken Öko gesagt, dass die das Tier nicht hoch­pep­peln werden, weil es keine Lun­gen­wür­mer hätte, wenn es nicht bereits gesund­heit­lich ange­schla­gen wäre, und man in kurzer Zeit eine schwa­che und kranke Igel­po­pu­la­tion hätte, die wegen Klei­nig­kei­ten kom­plett aus­ster­ben könnte, wenn man alle ange­schla­ge­nen Tiere rettet. Selek­tion gehört zur Evo­lu­tion hinzu, und ohne Selek­tion gibts Devo­lu­tion. Naja, und so lange wir keine Desi­gnerb­abies haben, und unser eigenes Genom schrei­ben, ist diese Betrach­tungs­weise auch auf Men­schen anzu­wen­den. Wenn es um Tiere geht, denken Ökos eigent­lich recht ver­nünf­tig. Die kapie­ren auch sofort, wo das Problem mit ein­ge­schlepp­ten Tier­ar­ten ohne natür­li­che Feinde liegt. Nur im Bezug auf Men­schen haperts mit dem klaren Denken, aber nicht nur bei den Ökos.

          Ich nehme mal an, dass ich in diesem Punkt etwas strik­ter bin, als Du. Sofern Du aber auch nur zustimmst, dass Dys­ge­nik etwas Schlech­tes ist, und unser System, wie Du selbst ja sagst, dys­ge­ni­sche Eigen­schaf­ten hat, wäre es doch nahe­lie­gend, diese dys­ge­ni­schen Eigen­schaf­ten zu iden­ti­fi­zie­ren, und abzu­schaf­fen. Ich würde behaup­ten, dass die Grund­lage dieser Dys­ge­nik darin liegt, dass Men­schen meinen, sie hätten ein Anrecht darauf, sich mittels Gewalt am Besitz Anderer zu ver­grei­fen, und Anderen vor­zu­schrei­ben, wie diese zu handeln haben. Sämt­li­che Dys­ge­nik, die ich sehe, wäre beendet, sobald keine Umver­tei­lung mehr statt­fin­det, und Men­schen frei sind, ihre eigenen Ent­schei­dun­gen zu treffen.

          Nun klingt dies kalt­her­zi­ger, als es ist. Die meisten Men­schen sind dazu in der Lage, sich selbst am Leben zu erhal­ten, wenn man sie lässt. Sofern sie prin­zi­pi­ell dazu in der Lage sind, sind Markt­zu­gangs­hür­den ihr größtes Problem. Ich würde nicht wollen, dass jemand ver­hun­gert, weil er irgend­eine Lizenz, Geneh­mi­gung, oder einen Schein nicht hat, und deshalb eine Leis­tung, zu der er fähig ist, nicht anbie­ten kann. Deshalb bin ich dafür, alles aus dem Weg zu räumen, was Men­schen daran hindert, frei­wil­lige Über­ein­künfte zu treffen. Primär aus diesem Grund ist es mir egal, welche Aus­bil­dung, Lizenz, oder Geneh­mi­gung jemand hat, so lange er zu einer ein­ver­nehm­li­chen Trans­ak­tion fähig ist, und er etwas hat, das ich haben will. Ich gebe dadurch Men­schen, die das System gegen sich haben, Chancen, was ich für eine gute Tat halte. Sofern während einer Trans­ak­tion keine Steuern gezahlt, und keine Regu­la­rien beach­tet werden, ziehe ich dies prin­zi­pi­ell vor, weil ich dadurch Geld spare, das ich in weitere solcher Chancen inves­tie­ren kann. Ich würde auch nicht wollen, dass jemand dazu ver­pflich­tet wird, Wohn­raum zu kaufen/mieten, der durch Regu­la­rien künst­lich ver­teu­ert ist, ins­be­son­dere, wenn Obdach­lo­sig­keit die Alter­na­tive wäre. Ich fände es voll­kom­men okay, wenn Leute, die sich nichts bes­se­res leisten können oder wollen, in einem Wohn­wa­gen oder einer ein­fa­chen Holz­hütte leben, die gegen sämt­li­che Bau­vor­schrif­ten ver­stößt. Dies tat ich selbst auch mal, und ich war mit einem so nied­ri­gen Stan­dard durch­aus zufrie­den. Für mein knappes Geld hatte ich damals eine bessere Ver­wen­dung, als es für eine Miete aus­zu­ge­ben, die ich mir nicht leisten konnte. Für Strom gilt das selbe. Ich sehe keine Recht­fer­ti­gung dafür, irgend­wel­che teuren Pro­duk­ti­ons­for­men mit­zu­fi­nan­zie­ren, oder Billige zu ver­bie­ten, weil ich davon ausgehe, dass Men­schen dadurch dazu gezwun­gen werden, im Winter im Dunklen zu sitzen, weil sie sich die Strom­rech­nung nicht leisten können. Ich sehe auch keinen Grund, weshalb es eine Ver­schrei­bungs­pflicht für Medi­ka­mente geben sollte. Stell Dir vor, jemand kann sich ein Medi­ka­ment leisten, aber keinen Arzt­be­such. Ver­schrei­bungs­pflich­tige Medi­ka­mente sind auch voll­kom­men über­teu­ert, weil niemand sie aus eigener Tasche bezahlt, wären aber genau so billig, wie nicht ver­schrei­bungs­pflich­tige Medi­ka­mente, wenn die Ver­schrei­bungs­pflicht weg­fiele. Die Her­stel­lung von Ace­tyl­sa­li­cyl­säure als Blut­ver­dün­ner gegen Schlag­an­fälle ist nicht teurer, als die Her­stel­lung von ASS gegen Kopf­schmer­zen, wird aber viel teurer abge­rech­net, weil niemand darauf achtet, da es sowieso die Kran­ken­kasse zahlt. MRTs sind für Hunde deut­lich bil­li­ger und mit kür­ze­ren War­te­zei­ten ver­bun­den, als für Men­schen, weil MRTs am Men­schen nicht aus eigener Tasche bezahlt werden müssen, und der Zugang zu dieser Res­source halt über War­te­schlan­gen beschränkt wird, weil es keinen Markt­preis gibt. Und so weiter. Wenn solche Dinge weg­fal­len, wäre das Über­le­ben ohne Sozi­al­staat deut­lich bil­li­ger und ein­fa­cher. Die Über­re­gu­lie­rung behin­dert arme Men­schen, die ihr Leben auf die Reihe kriegen wollen, mehr, als die Umver­tei­lung ihnen hilft.

          Die ein­zi­gen Men­schen, die ein feh­len­der Sozi­al­staat stören würde, sofern ihnen ihre Chancen und Mög­lich­kei­ten nicht verbaut werden, sind die­je­ni­gen, die keine Hilfe ver­die­nen. Man kann für abseh­bare Arbeits­un­fä­hig­keit Erspar­nisse anlegen, und sich gegen unvor­her­seh­bare Ereig­nisse ver­si­chern. Ich per­sön­lich würde über Suizid nach­den­ken, bevor meine Res­sour­cen auf­ge­zehrt sind, damit ich meinen Nach­kom­men etwas hin­ter­las­sen kann, das sie weiter bringt. Übri­gens sehe ich darin einen wei­te­ren Grund, weshalb Waffen für jeder­mann käuf­lich zu erwer­ben zu sein haben. Ich hab das Recht mich selbst umzu­brin­gen, wenn ich das will, und ich halte einen Schuss durchs Stamm­hirn für die beste Mög­lich­keit. Ein Verbot von Waffen mutet mir in diesem Fall unmä­ßige Härten zu, die mir zuzu­mu­ten niemand das Recht hat. Die Fall­tiefe beim Long-Drop-Erhän­gen ist kom­pli­ziert zu berech­nen, und dieser ist damit nur schwer rea­li­sier­bar, Gifte sind ekelig, und die unan­ge­schnallte Fahrt mit 200+ km/h gegen einen Brü­cken­pfei­ler mit Ben­zin­ka­nis­tern auf dem Bei­fah­rer­sitz birgt Risiken für Unbe­tei­ligte und schä­digt fremden Besitz. Außer­dem sind Autos teuer, weshalb das Res­sour­cen­ver­schwen­dung wäre.

          Aber selbst, wenn man auch als alter Sack am Leben hängt, würde ich erwar­ten, dass man in seinem Leben Kinder in die Welt gesetzt, und gut behan­delt hat, und man dem­zu­folge diesen Kindern lebend mehr wert ist, als die Lebens­er­hal­tung kostet. Schul­pflicht und staat­li­che Schulen sind, neben­bei bemerkt, ein großer Faktor, der die fami­liä­ren Bande so weit auf­weicht, dass dieses soziale Netz zusam­men­bricht. Wie kann ich es von meinen Kindern erwar­ten, dass sie für mich Unan­nehm­lich­kei­ten auf sich nehmen, wenn ich sie zehn Jahre lang dazu gezwun­gen habe, in eine Gehirn­wä­sche­ein­rich­tung zu gehen, in dem sie auf den Staat als ein­zi­gen Über­va­ter kon­di­tio­niert werden, und wo ihnen bei­gebracht wird, dass sie einzig diesem ver­pflich­tet sind. Falls es keine Kinder gibt, hatte man ein Leben lang Zeit, Sozi­al­kon­takte anzu­häu­fen, die als frei­wil­li­ges sozia­les Netz dienen. Men­schen, die nichts und nie­man­den haben, dem sie lebend mehr wert sind, als ihre Lebens­er­hal­tung kostet, haben es viel­leicht gar nicht ver­dient, am Leben erhal­ten zu werden. Ich kenne solche Gestal­ten aus meiner Familie. Die­je­ni­gen, die ich meine, haben es ihr Leben lang ver­säumt, irgend­je­man­dem etwas wert zu sein, und haben jeder­mann, der etwas auf sein Wohl­erge­hen hält, einen Grund gegeben, sie zu meiden. Die haben ihr gesam­tes Leben lang bewie­sen, dass sie schlechte Men­schen sind. Die haben keine Hilfe ver­dient. Es ist nichts Schlim­mes daran, wenn diese Men­schen leiden, und als abschre­cken­des Bei­spiel für Andere dienen. Viel­leicht ist das das Edelste, das sie aus ihrem Leben machen konnten. Ich würde ihnen dieses letzte Biss­chen Wert, das sie haben, nicht nehmen wollen. Ich meine das Ernst. Man nimmt solchen Men­schen jeden ver­blie­be­nen Rest von Wert, den ihre Exis­tenz hat, wenn man ihnen die Rolle des abschre­cken­den Bei­spiels nimmt, das Andere davor warnt, die selben schlech­ten Ent­schei­dun­gen zu treffen. Das ist so unethisch, wie es unethisch wäre, einem hung­ri­gen Penner den ange­fres­se­nen Döner zu nehmen, den er in der Müll­tonne neben der Park­pank gefun­den hat. Mehr noch, man erzeugt inner­halb der gesam­ten Bevöl­ke­rung mehr schlechte Ent­schei­dun­gen mit fatalen Folgen, wenn man die­je­ni­gen, die in der Ver­gan­gen­heit schlechte Ent­schei­dun­gen mit fatalen Folgen getrof­fen haben, vor den Folgen ihres Han­delns schützt.

          Meine hier dar­ge­stellte Denk­weise ist doch ratio­nal, kon­sis­tent, und rea­li­täts­be­zo­gen. Wieso sind eigent­lich so wenige Men­schen dazu in der Lage, eine Denk­weise mit diesen Eigen­schaf­ten an den Tag zu legen? Wieso können so wenige Men­schen unab­hän­gig und als Indi­vi­duum denken? Ists die Kind­heits­in­dok­tri­nie­rung, die das bewirkt?

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      • Rolf ver­steht das Umla­ge­ver­fah­ren der Rente nicht oder redet es bewußt schlecht. Durch Ein­zah­lun­gen in die Ren­ten­kasse erwirbt man sich das Recht, später daraus ver­sorgt zu werden. Von dem, was in einem Land erwirt­schaf­tet wird, wird ein Teil zur Ver­sor­gung der Rentner ver­wen­det, so wie in einer Familie die Kinder ver­sorgt werden (die aber noch nichts erwirt­schaf­tet haben, und da mault keiner das sei Umver­tei­lung).
        Solange etwas erwirt­schaf­tet wird, kann das Umla­ge­ver­fah­ren daher nicht kaputt­ge­hen, wenn man es nicht absicht­lich kaputt macht, so wie das leider derzeit geschieht.

        Ob jemand Kinder in die Welt setzt oder nicht, hat mit der Sicher­heit der Rente erst mal genau gar nichts zu tun. Denn wie man derzeit in Europa sieht, bewir­ken „mehr Men­schen,” ja sogar „viel, viel mehr Men­schen” im Land eben nicht mehr Sicher­heit der sozia­len Systeme, sondern weniger. Wer die Rente sichern will, muß viel­mehr Arbeits­plätze schaf­fen, auf denen die Rente erwirt­schaf­tet wird (egal ob Umlage- oder Kapi­tal­ba­siert).

        Auch die Zahl der Rentner, die ein Ein­zah­ler ver­sorgt, ist nicht so ent­schei­dend, weil es von der Pro­duk­ti­vi­tät abhängt, wie­viele Rentner davon ver­sorgt werden können. Die Pro­duk­ti­vi­tät der Arbeit ist aber dank Tech­no­lo­gie in den letzten Jahr­zehn­ten viel stärker gewach­sen, als die Zahl der Rentner, die von einem Ein­zah­ler ver­sorgt werden (nur ist eben der größte Teil des zusätz­lich Erwirt­schaf­te­ten fast aus­schließ­lich den Spitzen- und Kapi­tal­ein­künf­ten zugu­te­ge­kom­men, weshalb ja auch fast alle unter­halb der Ober­schicht seit Jahren, in D vor allem seit den Schrö­der-Jahren, Real­ein­kom­mens­ver­luste hin­neh­men mußten).

        Ob man durch eigene Kinder ver­sorgt werden kann, ist reine Glücks­sa­che, denn auch beim besten Willen und aller Liebe zu diesen Kindern kann das klappen oder eben nicht, zum Beipiel könnten die Kinder vor den Eltern sterben.

        Die Rentner,” denen Rolf zuruft, „seht zu wo ihr bleibt, ich will für Euch nichts zahlen”, sind die Genera­tion, die unseren der­zei­ti­gen Wohl­stand und die der­zei­tige Infra­struk­tur auf­ge­baut haben, welche Rolf heute genießt, auch wenn sich beides bereits im Verfall befin­det.

        Die geschol­tene „Umver­tei­lung” ist auch jede Zins- und Divi­den­den­zah­lung, die von Leuten kas­siert wird, die nichts, aber auch gar nichts zur Erwirt­schaf­tung dieser Gelder bei­getra­gen, außer in der Ver­gan­gen­heit Kapital zur Ver­fü­gung gestellt zu haben. Hier geht die Umver­tei­lung nach oben. Und hier hört man auch keinen Protest gegen „Umver­tei­lung”, aber die „alles-soll-der-Markt-regeln” und „Ego­is­mus/Gier-ist-gut” Ideo­lo­gie nützt ja auch den Wohl­ha­bends­ten und wurde deshalb von ihnen ent­wi­ckelt.

        Ich stimme Rolf darin zu, Kin­der­geld und soziale Leis­tun­gen sollten nicht an Migran­ten, Ein­wan­de­rer aller Art und Nicht-Staats­an­ge­hö­rige aus­ge­zahlt werden.

        Wenn aber Rolf den Sozi­al­staat abschaf­fen möchte, und jede Form von Gemein­sinn ablehnt, na dann, kann ich ihm eben­falls positiv rück­mel­den, er bekommt keinen Cent von mir, sollte er jemals auf Betteln ange­wie­sen sein. Ist bestimmt in seinem Sinne. Schönen Tag noch.

        • Ole, langsam wirds lang­wei­lig…

          Das umla­gen­ba­sierte Ren­ten­sys­tem steht kurz vorm Kollaps. Es wird bereits jetzt zum großen Teil aus Steuern finan­ziert, und nicht aus Ein­zah­lun­gen. Die größten Ein­zah­ler sind derzeit die Baby­boo­mer, die in Kürze in Rente gehen, und dann zu den größten Ren­ten­be­zie­hern aller Zeiten werden. Sobald dies pas­siert, ver­schiebt sich das Ver­hält­nis zwi­schen Ein­nah­men und Aus­ga­ben so weit, dass ein Ein­zah­ler drei Rentner durch­füt­tern muss. Ich weiß, dass Du eher in Schlag­wor­ten als in Zusam­men­hän­gen denkst, aber selbst Dir sollte klar sein, wie wenig Dir von Deinem Ein­kom­men übrig bleibt, wenn Du davon drei Rentner durch­füt­tern musst, die alle auf dem Lebens­stan­dard gehal­ten werden sollen, den Du Dir selbst als Rentner wünschst. Beson­ders, wenn Du diesen drei Rent­nern eine gewisse Ein­kom­mens­gleich­heit zuge­ste­hen willst.

          Warum sollte sich jemand, der über Fähig­kei­ten verfügt, mit denen man Geld ver­die­nen kann, so etwas bieten lassen, und nicht aus­wan­dern? Mir fällt kein Grund ein. Diese Tat­sa­che ist das Nächste, was Dir bei Deiner Renten-Utopie auf die Füße fallen wird. Find mal raus, was die Pareto-Ver­tei­lung in der Markt­wirt­schaft ist. Ums kurz zu machen: Ungleich­heit ist der natür­li­che Zustand. Der Groß­teil der Wert­schöp­fung wird von sehr wenigen Leuten voll­zo­gen. Die Gesamt­pro­duk­ti­vi­tät eines Unter­neh­mens oder einer Volks­wirt­schaft kol­la­biert über­pro­por­tio­nal schnell, wenn man die pro­duk­tivs­ten Mit­ar­bei­ter ent­fernt. Über­pro­por­tio­nal heißt: Sor­tiere die Liste der Ange­stell­ten eines Unter­neh­mens nach Pro­duk­ti­vi­tät, berechne die Qua­drat­wur­zel der Anzahl der Ange­stell­ten und nenne diese Zahl X, und ent­ferne dann die X pro­duk­tivs­ten Mit­ar­bei­ter. Anschlie­ßend hast Du einen Pro­duk­ti­vi­täts­ein­bruch von 50%. Wenn ein Unter­neh­men 100 Mit­ar­bei­ter hat, bricht die Pro­duk­ti­vi­tät um 50% ein, wenn man die 10 pro­duk­tivs­ten Mit­ar­bei­ter ent­fernt. Für Volks­wirt­schaf­ten gilt das Selbe. Genau diese pro­duk­tivs­ten Mit­ar­bei­ter ver­treibt man schon jetzt mit hohen Steu­er­sät­zen. Stich­wort Fach­kräf­te­man­gel. Wer gut ist, der wandert aus. Was ver­bleibt, sind die inkom­pe­ten­ten Leute, deren ganzes Poten­zial nur darin liegt, Hilfs­dienste für die kom­pe­ten­ten Leute zu ver­rich­ten. Die dum­mer­weise aus­wan­dern.

          Und da unsere Wirt­schaft eher sklero­tisch ist, und durch Über­re­gu­lie­rung an jeder mög­li­chen Stelle behin­dert wird, wird das Problem mit den Renten auch nicht durch Pro­duk­ti­vi­täts­zu­wächse gelöst werden, weil es diese nicht geben wird. Unsere der­zei­tige Boom-Phase spielt sich doch über­wie­gend auf den Akti­en­märk­ten ab, wo das über­schüs­sige Geld, das die EZB ständig druckt, nach Anla­ge­mög­lich­kei­ten sucht. Dieser Boom hat mehr mit Infla­tion zu tun, als mit Wachs­tum, und ich würde auch bezüg­lich des Wachs­tums lang­fris­tig eher eine Kor­rek­tur nach unten erwar­ten, als einen Zuwachs.

          Wei­ter­hin kol­la­biert das Ren­ten­sys­tem aus dem Grund, dass die Baby­boo­mer nicht genü­gend Kinder bekom­men haben, und sich dieser Trend seitdem fort­setzt. Umla­gen­ba­sierte Ren­ten­sys­teme können nur funk­tio­nie­ren, wenn die Grafik mit der Alters­ver­tei­lung wie eine Tanne aus­sieht, und nicht wie ein Schnee­mann, weil sich mit einem Schnee­mann nur ent­we­der Alters­ar­mut oder eine über­mä­ßige Belas­tung der Jugend rea­li­sie­ren lässt. Unsere Alters­gra­fik sieht jedoch wie ein fetter, miss­ge­bil­de­ter Schnee­mann aus. Eigene Kinder zu bekom­men, und diese so gut zu behan­deln, dass sie im Leben erfolg­reich werden, und einen mögen, senkt das Risiko im Alter zu ver­ar­men ganz enorm, weil eigene Kinder nicht wollen, dass es einem schlecht geht. So funk­tio­nierte die Alters­vor­sorge seit der Antike. Man kriegt Kinder, behan­delt sie gut, sorgt dafür, dass aus ihnen etwas wird, und baut darauf, dass sie später wollen, dass es einem gut geht. Du scheinst zu denken, dass das keinen Sinn ergibt, weil dabei etwas schief gehen kann, während die staat­li­che Rente garan­tiert ist. Dum­mer­weise ist diese Garan­tie nichts wert, und die Men­schen, die auf diese Garan­tie ver­trauen, ver­hal­ten sich dadurch noch ver­ant­wor­tungs­lo­ser, als ohnehin schon. Die Ren­ten­ga­ran­tie hat einen soge­nann­ten „Moral Hazard” erschaf­fen. Ursprüng­lich wurde Pflege und Alters­ab­si­che­rung von den eigenen Kindern auf direk­tem Wege erbracht. Niemand sonst bekam Zugriff auf die Leis­tungs­fä­hig­keit der eigenen Kinder, weshalb es Sinn machte, genü­gend Kinder zu haben, und sich um deren Wohl­be­fin­den zu sorgen. Die Rente ver­än­derte die Situa­tion dahin­ge­hend, dass nicht mehr die eigenen Kinder für die eigene Alters­ab­si­che­rung ver­ant­wort­lich sind, sondern die Kinder Aller sind für die Absor­gung Aller ver­ant­wort­lich. Also taten die Men­schen das, was inner­halb des Moral Hazard logisch ist: Sie bekamen keine eigenen Kinder mehr, und über­lie­ßen die Erzie­hung dieser, falls es doch welche gab, dem Staat und seinen Gehirn­wä­sche­an­stal­ten, weil das noch weniger Arbeit macht. Eigene Kinder kosten Geld und Nerven, und man lebt später ja eh von nicht vom Geld der eigenen Kindern, sondern vom Geld der Kindern Aller. Daher ist es nur logisch, das eigene Geld für sich selbst zu ver­pras­sen, und das Kin­der­krie­gen den Anderen zu über­las­sen. Und nun sind wir da, wo wir sind. Socia­lism fails again. Wie immer.

          Ansons­ten schreibst Du viel Leftie-Scheiß. Dafür, dass jemand vor X Jahren mal gear­bei­tet hat, wurde er bereits ent­lohnt. Wenn er diesen Lohn wieder ver­prasst hat, dann geht mich das nichts an. Ich ver­lange auch keine Gegen­leis­tung dafür, dass ich mit 16 mal in einem Hoch­haus, in dem ein heute wich­ti­ges Medi­ka­ment ent­wi­ckelt wurde, mal geputzt habe. Nicht mal dafür, dass ich damals die beste Putz­frau der gesam­ten Putz­ko­lonne war, und meine Putz­leis­tung jah­re­lang nicht über­trof­fen wurde. Es ist bereits lange abseh­bar, dass unser Ren­ten­sys­tem abka­cken wird, und wer sich nicht darauf vor­be­rei­tet hat, und meint, deshalb auf fremder Leute Kosten leben zu müssen, der kann mich mal. Diese Men­schen hätten sich halt nicht auf die staat­li­chen Garan­tien ver­las­sen sollen. Es ist doch überall sicht­bar, dass staat­li­che Garan­tien nichts wert sind. Ich sehe keinen Grund, weshalb die Blöd­heit mancher Men­schen es recht­fer­tigt, dass sie mir Jahr­zehnte lang als sklero­ti­sche Vampire an der Kehle hängen sollen. Du scheinst jedoch Mitleid mit solchen ver­ant­wor­tungs­lo­sen Men­schen zu haben. Viel­leicht kannst Du ja ein Paar davon auf­neh­men und durch­füt­tern. Falls nicht: Warum nicht? Zu faul und zu geizig? Zu anstren­gend? Nicht Dein Problem?

          Übri­gens wäre „Natio­nal­so­zia­lis­mus” doch eine gute Bezeich­nung für Dein nur für Inlän­der gel­ten­des Konzept des Sozia­lis­mus. Du bist ja gegen Glo­ba­lis­mus, gegen das Finanz­ka­pi­tal, dafür, dass der Staat sich ums Volk kümmert, den Pri­vat­be­sitz von vorne bis hinten durch­re­gu­liert, und dafür, dass der Staat die Pro­bleme löst, die sich aus der Anwe­sen­heit bestimm­ter „volks­frem­der” Indi­vi­duen ergeben. Ich meine das gar nicht belei­di­gend. Ich denke, dass Natio­nal­so­zia­lis­mus und Faschis­mus miss­ver­stan­den werden, und es von Beidem in unserer Welt viel mehr gibt, als man meint. Wenn man die Funk­ti­ons­weise heu­ti­ger Länder mit der Funk­ti­ons­weise des dritten Reichs ver­gleicht, haben heutige Länder mehr Ähn­lich­keit mit dem dritten Reich, als mit dessen dama­li­gen ideo­lo­gi­schen Gegen­spie­ler, dem Man­ches­ter-Kapi­ta­lis­mus. Nur den Mili­ta­ris­mus gibt es nicht mehr. Man könnte ansons­ten meinen, Hitler hätte den Krieg gewon­nen.

          Wenn aber Rolf den Sozi­al­staat abschaf­fen möchte, und jede Form von Gemein­sinn ablehnt, na dann, kann ich ihm eben­falls positiv rück­mel­den, er bekommt keinen Cent von mir, sollte er jemals auf Betteln ange­wie­sen sein. Ist bestimmt in seinem Sinne. ”

          Ich bettle nicht, also ists mir egal. Abge­se­hen davon plane ich nicht, mir das ganze Alters­e­lend anzutun, bei dem es nur bergab geht. „Stamm­hirn”, und so. Im Kino schaue ich mir auch nicht den Abspann an. Ich würde es jedoch begrü­ßen, wenn Du keinen Cent von mir siehst. Du bist wahr­schein­lich älter als ich, und klingst auch wie jemand, der kein schlech­tes Gewis­sen hätte, von Steuern zu leben. Daher ist es wahr­schein­li­cher, dass Du an meinen Arte­rien nuckelst, als umge­kehrt. Sollte dies unter­blei­ben, dann wäre das tat­säch­lich sehr in meinem Sinne.

          P.S.

          Du frag­test an anderer Stelle, wieso ich Dir Leh­rer­tum unter­stelle. Warst Du nicht der­je­nige, der sagte, er sei Lehrer, selbst kin­der­los, mit ner SPD-Trulla liiert, und halte es für eine schlechte Idee, seine Schüler zu beein­flus­sen, weil diese sich ohnehin „frei­schwim­men” müssen? Ich habs nicht so mit Namen. Falls ich da etwas ver­wech­selt habe, dann verzeih mir die Unter­stel­lung, Du seist in einer Gehirn­wä­sche­in­sti­tu­tion tätig. Kindern haupt­be­ruf­lich das Hirn zu ficken , und sie zu Steuer- und Stimm­vieh zu erzie­hen, ist eine ziem­lich ver­ächt­li­che Tätig­keit, und ich wollte Dich nicht zu Unrecht belei­di­gen, als ich Dich einen Lehrer nannte. Ich wollte auch keine unwah­ren Gerüchte ver­brei­ten.

          • Ich möchte zudem ein­wer­fen, dass dieses Blog natür­lich vor allem dem auf­ge­bla­se­nen Ego seines Betrei­bers dienen soll und dieser sich des öfteren schon leicht genervt darüber zeigt, dass in Räumen, in denen längst das Licht der Auf­merk­sam­keit erlo­schen ist, sich immer noch Gäste mit Stühlen bewer­fen. Also: ver­tragt euch! 😉

            • Aber ich brauch doch noch Stühle für meinen kleinen Schre­ber­gar­ten! Und einen Tisch! Soll ich das etwa alles alleine kaufen?!

              Ansons­ten: Nagut. Fast hätte ich jetzt *grummel* geschrie­ben. Aber ich habs nicht getan. Puh.

            • Gebe­ne­deit sei Dein Ego, O Roger, möge es mit sub­li­mier­tem Uran­he­xa­f­lou­rid prall befüllt werden, dass es schwer wie Gold sei, und ewig­lich hell­blau erstrahle. Frieden und Segen seien auf ihm.

              Ich liege nun wach in meinem Bett, und frage mich, weshalb Du keine Ver­bal­schlä­ge­reien in älteren Arti­keln haben willst. Ich ver­stehe es nicht. Hat es etwas mit den älteren Arti­keln zu tun? Das ver­stehe ich nicht. Im schlimms­ten Fall sind das einige zusätz­li­che Sei­ten­auf­rufe. Oder willst Du mir zu ver­ste­hen geben, dass Du keine Ver­bal­schlä­ge­reien auf Deiner geseg­ne­ten Flur haben willst? Aber Ver­bal­schlä­ge­reien sind doch so witzig. Dräng ich mich zu sehr in den Vor­der­grund? Duldet Dein auf­ge­bla­se­nes Ego, geseg­net sei es, keine wei­te­ren auf­ge­bla­se­nen Egos neben sich? Ist es das?

              Ich ver­beuge mich in tiefer Demut vor Deinem erha­be­nen Ego, geprie­sen sei es, und schlei­che mich, tief gebeugt, hinfort in mein Bett.

            • Als Freund des Flo­retts sind mir Schlä­ge­reien aller Art prin­zi­pi­ell zutiefst zuwider. Lass also die Demut stecken und schlaf ne Runde. Gute Nacht.

            • Okay, ich habe ver­stan­den. Flo­rett­fech­ten hab ich lange trai­niert, und ich war sogar gut darin. Hin­stel­len, Fech­ter­gruß, Paar Schritte nach vorne, um die Distanz zu schlie­ßen, falls nötig eine Riposte, dann nen schnel­len Sprung oder Aus­fall­schritt nach vorne, gleich­zei­tig zuste­chen, kurz hoffen, dass es kein Dop­pel­tref­fer wird, fertig. Nicht mehr so kom­pli­zierte Technik wie beim MMA ver­wen­den. Niemand braucht jah­re­lan­ges Trai­ning, um sich von einer Boden­kampf­po­si­tion in die Nächste zu bewegen, oder um hundert ver­schie­dene Wege zu erler­nen, jeman­dem aus den Boden­kampf­po­si­tio­nen heraus etwas zu brechen, weil man sich beim Boden­kampf dreckig macht. Statt­des­sen einfach hin­ge­hen, Gegner abste­chen, nach Hause gehen, fertig. Ein­fachste Technik ver­wen­den. Krieg ich hin.

              Du Brutalo. Ich hätte gedacht, dass Du lange, kom­plexe Matches, bei denen es an die Grenzen des kör­per­lich Mach­ba­ren geht, einem schnel­len Instant-Kill vor­zie­hen würdest. 😉

    • Person A: „Hilfe, im Kom­men­tar­be­reich meiner linken Zeitung machen sich lauter Rechte breit.”

      Auch Person A: „Die Rechten leben in einer Fil­ter­blase und bekom­men vom Nektar und Ambro­sia meiner linken Zeitung nichts mit. Ich hin­ge­gen bin auf­ge­schlos­sen und modern und meide das Inter­net, wenn möglich.”

  5. Mes­ser­schar­fer Artikel!
    Zensur via Jour­na­lis­mus. Staat­li­cher ideo­lo­gi­scher „Foie gras” Jour­na­lis­mus vom bezahl­ten Lehns­mann. Wer in solchen Gestal­ten noch demo­kra­ti­sche Bürger sieht, hat wahr­schein­lich die linke Indok­tri­na­tion und Gehirn­wä­sche erfolg­reich hinter sich.
    Dank Inter­net sind Blogger, Aus­lands­me­dien und lokale Zei­tun­gen nur einen Klick ent­fernt. Mehr­spra­chig­keit ist sehr hilf­reich. Deshalb habe ich auch eine Frage. Wenn Europa so eine heilige Aufgabe ist, wo bleibt die Bericht­erstat­tung aus den ein­zel­nen Ländern? Bisher kenne ich zwar jeden Pickel am Hintern von Trump, aber kaum etwas von den neuen EU Ländern. Auch ein­sei­tige Auswahl ist eine Form der Zensur.

  6. Guten Tag in die Runde.

    Habe die Sendung in Teilen auch gehört und mich gefragt, auf was Frau Weis­band hinaus will. Im letzten Absatz hat sie ja dann die Katze aus dem Sack gelas­sen. Das „Mädchen“ braucht einfach (mehr) Geld! Da passt im hes­si­schen Land­tags­wahl­kampf auch ein Plakat der Grünen: dort wird eine junge Frau gezeigt mit dem Hinweis, das Frauen mehr haben sollen. Im Porte­mon­naie. Solchen Leuten möchte man dann zurufen, lernt was ver­nünf­ti­ges. Geo­lo­gie statt Gen­der­ge­döns bei­spiels­weise. Im zweiten Fall (bei der jungen Frau auf dem Wahl­pla­kat der Ökofa…) hilft viel­leicht auch schon weniger shoppen.

  7. Die Arro­ganz der Staats­fun­ker äußerst sich für mich immer in dem bei­läu­fi­gen Satz, „wir ordnen das für Sie ein”. Mir reicht eine Infor­ma­tion, die Ein­ord­nung nehme ich selbst vor. Für mich ist es fast uner­träg­lich gewor­den dem Grün­land­funk zu lau­schen. Selbst die gute Wis­sen­schafts­sen­dung nähert sich immer mehr der linken flat-earth-society.

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  8. Leider finden die Rat­ten­fän­ger ihr Gefolge. Dass Jour­na­lis­ten dem Publi­kum erst „erklä­ren” müssen, welche Fakten sie zur Kennt­nis nehmen sollten, welche Meinung sie dazu zu ver­tre­ten haben und welche Bücher sie lesen müssen oder auch nicht, ist der Wunsch­traum der soge­nann­ten „Vierten Gewalt”. Deshalb rennen ihnen die Leser auch davon. Wie weit sie sich inzwi­schen vom euro­päi­schen Ausland ent­fernt haben, ist ihnen auch wei­test­ge­hend ent­gan­gen.

  9. Die hal­tungs­star­ken Medien sind doch schon erfolg­reich unter­wegs. Ist es Weis­band und Protze ent­gan­gen, wie die ein­ord­nen­den Jour­na­lis­ten in den letzten Woche aus einer Causa Seibert/Merkel erfolg­reich eine Causa Maaßem/Seehofer fabu­liert haben?
    Oder wollen sie sich ledig­lich ihr Leben noch ein­fa­cher machen, indem sie sich selbst ihr Ver­schlei­ern ihrer wirk­li­chen Agenda, der lini­en­treuen Indok­tri­na­tion, erspa­ren wollen?
    Weis­band als ehe­ma­lige Piratin sollte eigent­lich wissen, dass das WWW ihr Spiel nicht mit­spielt, es sei denn, wir nähern uns Nord­ko­rea an.

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