Legt eine EU-Maut den Verkehr lahm?Es geht nicht gerecht zu in der Welt. Fällt der Würfel für den einen auf die Sechs, bleibt für den anderen nur die Eins. Reich­tum, Glück, Schön­heit, Gesund­heit, Intel­li­genz, ganz zu schwei­gen vom schönen Wetter…nichts ist gerecht ver­teilt! Das schlimmste jedoch, was einer tat­säch­li­chen oder emp­fun­de­nen Unge­rech­tig­keit pas­sie­ren kann, ist, dass sie in die Mühlen der EU-Büro­kra­tie gerät, wie es zum Bei­spiel gerade dem euro­päi­schen Indi­vi­du­al­ver­kehr wider­fährt. Genauer gesagt der Frage, wie dieser sich finan­ziert. Was geht die EU der Stra­ßen­ver­kehr auf einer öster­rei­chi­schen Alpen­straße und in einem Vorort von Madrid an, werden sie sich fragen und sie haben Recht! Das tut es in der Tat nicht, denn das Prinzip der Sub­si­dia­ri­tät sorgt dafür, dass solche Dinge wie Stra­ßen­nut­zungs­ge­büh­ren Ange­le­gen­heit der Natio­nal­staa­ten oder Gemein­den sind. Theo­re­tisch! Doch sobald die Klin­gel­worte „Wett­be­werbs­ver­zer­rung“ oder „Har­mo­ni­sie­rung” fallen, sattelt die EU-Büro­kra­tie den Amts­schim­mel, taucht die Pfeile der Gesetz­ge­bung in Gift und schrei­tet zu Regu­lie­rung, Gleich­ma­che­rei und Ver­schö­ne­rung der Rea­li­tät. Dum­mer­weise geht sich sowas nie gut aus und mutet im Nach­hin­ein oft wie ein schwach­sin­ni­ger Schild­bür­ger­streich an. Erin­nern sie sich zum Bei­spiel noch an die Regu­lie­rung der Kosten fürs Geld­ab­he­ben im EU-Ausland? Mit großer Ver­schlim­bes­se­rungs­kom­pe­tenz legte die EU-Kom­mis­sion fest, dass Bargeld aus dem Auto­ma­ten im EU-Ausland nicht teurer sein dürfe, als im Hei­mat­land. Das wurde auch erreicht – mit dem Ergeb­nis, dass die Gebühr im Hei­mat­land stieg, statt im EU-Ausland zu sinken. Nun hat man sich vor­ge­nom­men, ein ein­heit­li­ches Maut­sys­tem für ganz Europa zu schaf­fen, das restlos alles regelt, beschreibt und restlos jeden zur Kasse bitten würde. Ein Hoch auf die Kom­pe­tenz der EU! Schau­feln wir also ein wenig Licht in die Eimer und schüt­ten es auf den Entwurf eines Geset­zes, initi­iert durch die EU-Kom­mis­sion und ver­schärft durch das EU-Par­la­ment.

Mautverwirrung

Nun gibt es in der EU Länder, die haben schon Maut­sys­teme. Auto­bah­nen in Frank­reich, Irland oder Öster­reich, LKW-Maut in Deutschland…die Systeme sind aber unter­schied­lich. Und genau hier sieht die EU-Kom­mis­sion Hand­lungs­be­darf und legt dem EU-Par­la­ment einen Geset­zes­ent­wurf vor, der mit dem „großen Rasier­mes­ser der Gleich­heit” – ein Begriff, den man seit dem Ende der fran­zö­si­schen Revo­lu­tion lange Zeit nicht mehr sinn­voll ver­wen­den konnte – eine Maut für sämt­li­che Straßen Europas ins Auge fasst:

Entwurf…einer Entschließung…zu dem Vor­schlag für eine Richt­li­nie des Euro­päi­schen Par­la­ments und des Rates zur Ände­rung der Richt­li­nie 1999/62/EG über die Erhe­bung von Gebüh­ren für die Benut­zung bestimm­ter Ver­kehrs­wege durch schwere Nutz­fahr­zeuge“ (Link zum EU-Server / PDF-Version mit Anmer­kun­gen, auf die sie ihren Lese­ge­nuss fokus­sie­ren können, wenn sie den Lang­text aus ver­ständ­li­chen Gründen nicht ertra­gen)

Schwere Nutz­fahr­zeuge, das betrifft mich nicht, sagen Sie? Lassen Sie sich nicht von dem Arbeits­ti­tel ver­wir­ren, der noch aus dem Jahr 1999 stammt, als es tat­säch­lich nur um den Güter­ver­kehr ging. Inzwi­schen ist viel Tinte die Senne hin­un­ter­ge­flos­sen und die Rege­lung wurde ergänzt und erwei­tert. Man kommt in den Ände­rungs­an­trä­gen des EU-Par­la­ments auch gleich zur Sache:

Eines der Haupt­ziele dieser Richt­li­nie ist es, die Wett­be­werbs­ver­zer­run­gen zwi­schen den Benut­zern zu besei­ti­gen. Aus diesem Grund sollten Klein­trans­por­ter, mit denen Güter auf der Straße beför­dert werden, in den Anwen­dungs­be­reich von Gebüh­ren für schwere Nutz­fahr­zeuge ein­be­zo­gen werden.“

Mit ein­be­zo­gen“ bedeu­tet natür­lich, dass man keinen Güter­ver­kehr mehr von der Maut ver­scho­nen will. Und zwar ganz gleich wie schwer er ist und wo er rollt:

Um ein Aus­wei­chen des Ver­kehrs auf maut­freie Straßen mit mög­li­cher­weise schwer­wie­gen­den Aus­wir­kun­gen auf die Stra­ßen­ver­kehrs­si­cher­heit und die opti­male Nutzung des Ver­kehrs­net­zes zu ver­hin­dern, müssen die Mit­glied­staa­ten auf allen unmit­tel­bar mit den trans­eu­ro­päi­schen Netzen kon­kur­rie­ren­den Straßen Maut­ge­büh­ren erheben können.“

Das könnte natür­lich auch noch den letzte Pyre­näen-Feldweg zwi­schen Frank­reich und Spanien betref­fen, was aber die Maut-Kassen nur in den Ländern mit Mit­tel­lage füllen könnte. Hier wittert die EU eine Gerech­tig­keits­lü­cke und bietet den „Rand­la­gen“ umge­hend Kom­pen­sa­tion an:

In diesem Zusam­men­hang ist die Mög­lich­keit zu prüfen, auf­grund einer Rand­lage ent­ste­hende Zusatz­kos­ten aus­zu­glei­chen… Diese kom­pen­sa­to­ri­schen Rege­lungs­mög­lich­kei­ten könnten Teil der künf­ti­gen Fazi­li­tät „Con­nec­ting Europe“ nach 2020 sein.“

Ob auch Luft von den stärker belas­te­ten Straßen in die Kar­pa­ten oder ans Kuri­sche Haff ver­bracht wird, um für Emmis­si­ons-Aus­gleich zu sorgen, sagt das Papier leider nicht. Übri­gens: Wenn sie „Fazi­li­tät“ lesen, denken sie „Behörde“! „Con­nec­ting Europe“ soll also eine Rege­lungs­in­stanz zur Ver­tei­lung vom Maut-Ein­nah­men werden und da die Maut natür­lich auto­ma­ti­siert erfasst werden soll (darauf kommen wir noch), fallen als Beifang noch wert­volle Daten an: 

Die Erhe­bung von Stra­ßen­nut­zungs­ge­büh­ren von allen Stra­ßen­nut­zern auf elek­tro­ni­schem Weg geht mit einer mas­sen­haf­ten Erhe­bung und Spei­che­rung von per­so­nen­be­zo­ge­nen Daten einher, die auch dazu ver­wen­det werden können, umfas­sende Bewe­gungs­pro­file zu erstel­len.“

Lücken­lose Bewe­gungs­pro­file aller EU-Bürger erstel­len zu können, das ist der feuchte bol­sche­wis­ti­sche Traum aller Gut­mei­ner, Bes­ser­woller und Nichts-zu-ver­ber­gen-Haber. „X über­fuhr dann und dann eine rote Ampel: Bußgeld“, „Y legte eine Strecke von 50 km Land­straße in 25 Minuten zurück: Bußgeld“, „Das Auto von Z parkt in der Nähe einer Merkel-muss-weg-Demo: Arbeit­ge­ber infor­mie­ren“. Nach Staats­tro­ja­ner und Kon­to­ein­sicht wären solche umfas­sen­den Bewe­gungs­pro­file der letzte Sarg­na­gel für die indi­vi­du­elle Anony­mi­tät des Bürgers und der Ein­stieg in die Total­über­wa­chung à la George Orwell. Und so etwas finden Abge­ord­nete klasse, die wir gewählt haben?

Kraft­fahr­zeug­steu­ern könnten ein Hin­der­nis für die Ein­füh­rung von Maut­ge­büh­ren dar­stel­len. Um die Ein­füh­rung der Maut­ge­büh­ren zu unter­stüt­zen, sollten die Mit­glied­staa­ten über mehr Spiel­raum ver­fü­gen, um die Kraft­fahr­zeug­steu­ern rasch zu senken…“

Um einer euro­päi­schen Maut auf die Beine zu helfen, sollen sich die Staaten der EU mög­lichst rasch von ihren klein­li­chen natio­na­len Steu­er­ge­set­zen ver­ab­schie­den. Die EU pfeift auch hier auf Sub­si­dia­ri­tät und Steu­er­ho­heit ihrer Mit­glieds­staa­ten! 

Um eine har­mo­ni­sierte Anwen­dung der Bestim­mun­gen dieser Richt­li­nie zu gewähr­leis­ten […], sollte die Auf­sicht über diese Inter­ope­ra­bi­li­tät einer Euro­päi­schen Agentur für Land­ver­kehr über­tra­gen werden. Dieser Agentur könnte unter anderem die Aufgabe über­tra­gen werden, die wirk­same Umset­zung der Bestim­mun­gen dieser Richt­li­nie zu beglei­ten, und sie könnte im Fall von Ver­zer­run­gen des rei­bungs­lo­sen Funk­tio­nie­rens des Stra­ßen­ver­kehrs­bin­nen­markts oder von Hin­der­nis­sen für die Frei­zü­gig­keit der beför­der­ten Per­so­nen Maß­nah­men ergrei­fen.

Noch eine „Fazi­li­tät“! Diese „Agentur für Land­ver­kehr“ soll offen­sicht­lich mit exe­ku­ti­ven und judi­ka­ti­ven Voll­mach­ten aus­ge­stat­tet werden, um „Hin­der­nisse der Frei­zü­gig­keit der beför­der­ten Per­so­nen“ zu besei­ti­gen. Dies könnte sich mit Hin­blick auf die Zeit­bombe „Clobal Compact for Migra­tion“ als ein­zig­ar­ti­ges Mittel der Rechts­durch­set­zung erwei­sen.

Es ist beson­ders wichtig, dass die Mit­glied­staa­ten ein gerech­tes Gebüh­ren­er­he­bungs­sys­tem ein­füh­ren, das die Nutzer von Per­so­nen­kraft­wa­gen, die auf­grund ihres Wohn­orts in einem länd­li­chen, schwer erreich­ba­ren oder abge­le­ge­nem Gebiet darauf ange­wie­sen sind, häu­fi­ger gebüh­ren­pflich­tige Straßen zu benut­zen, nicht benach­tei­ligt. Im Rahmen der Raum­ent­wick­lungs­po­li­tik sollten die Mit­glied­staa­ten Gebüh­ren­er­mä­ßi­gun­gen für Nutzer vor­se­hen, die in solchen Gebie­ten wohn­haft sind.“

Spä­tes­tens jetzt ist die Katze aus dem Sack! Güter­ver­kehr? Schwere Nutz­fahr­zeuge? Wo bleibt denn da die Gerech­tig­keit? Alle sollen zahlen! Auch PKW-Fahrer! Und man täusche sich nicht über die Groß­her­zig­keit gegen­über Bewoh­nern in „schwer erreich­ba­ren“ Gebie­ten. Denn wer legt denn fest, was „schwer erreich­bar“ bedeu­tet? Eine Bus­li­nie, die zweimal am Tag am Hori­zont vor­bei­fährt und schon kann es vorbei sein mit den „Pri­vi­le­gien“. Eine Region wählt noto­risch „falsch”? Aberken­nung der Bedürf­tig­keit! Im besten Fall erzeu­gen die Aus­nahme-Gesuche einen büro­kra­ti­schen Aufwand von pyra­mi­da­len Dimen­sio­nen und der Bürger ist durch einen wei­te­ren Faden der Abhän­gig­keit an Politik und ihre Büro­kra­tie gebun­den.

Um die ange­mes­sene Wei­ter­ver­wen­dung der Ein­nah­men aus der Gebühr für externe Kosten sicher­zu­stel­len, sollten diese Ein­nah­men im Bereich der Ver­kehrs­in­fra­struk­tu­ren reinves­tiert werden, um nach­hal­ti­gere Ver­kehrs­trä­ger mit gerin­ge­ren Aus­wir­kun­gen auf die Umwelt zu fördern.

Quer­fi­nan­zie­run­gen wohin man schaut! Man nutzt die Straße, finan­ziert aber die Schiene, den ÖPNV oder Wün­sch­dir­was gleich mit. Man redet zwar pau­sen­los von sozia­len Grenz­kos­ten und der Inter­na­li­sie­rung der Kosten des Stra­ßen­ver­kehrs, will dem System aber gleich­zei­tig Kosten für Pro­jekte auf­bür­den, die dessen Still­le­gung betrei­ben. Betriebs­wirt­schaft­lich ist das absurd!

Ein beträcht­li­cher Teil dieser Kosten ent­fällt auf Staus im außer­städ­ti­schen Verkehr. Deshalb sollte eine beson­dere Stau­ge­bühr unter der Bedin­gung erlaubt werden, dass sie für alle Fahr­zeug­klas­sen gilt.“

Mein abso­lu­ter Lieb­lings­punkt im ganzen Konzept ist zwei­fel­los die geplante Stau­ge­bühr. Seit den Zeiten der Raub­rit­ter hat es keine so krea­tive Idee der Beu­tel­schnei­de­rei gegeben. Wenn am Ende des Monats das Geld knapp sein sollte, werden sie es sich dreimal über­le­gen, ob sie ihre Oma im Ruhr­ge­biet besu­chen! Ein Stau auf der A2 oder A1 könnte ihnen finan­zi­ell den Rest geben. Auch wer in der Nähe von Stutt­gart oder an der A8 wohnt, sollte sich besser um eine Flug­li­zenz kümmern oder den Fahr­dienst eines unserer gene­rö­sen Par­la­mente in Anspruch nehmen. Ande­rer­seits könnten ver­armte Gemein­den in Auto­bahn-Rand­lage durch geziel­tes her­bei­füh­ren ordent­li­cher Staus die klamme Kasse auf­bes­sern. Die EU wird wohl nach­bes­sern müssen: es braucht den Tat­be­stand „Vor­täu­schen einer Steu­er­ver­an­las­sung“.

Ein­nah­men aus Infra­struk­tur­ge­büh­ren und aus Gebüh­ren für externe Kosten sollten daher wieder in den Ver­kehrs­sek­tor inves­tiert werden. Dies sollte ins­be­son­dere helfen, Finan­zie­rungs­lü­cken zu erken­nen und die Akzep­tanz von Stra­ßen­nut­zungs­ge­büh­ren in der Öffent­lich­keit zu erhöhen.

Akzep­tanz erhöhen ist eine prima Sache! Ich schlage vor, sich bei der Ver­wen­dung der Maut­gel­der an der vom Fami­li­en­mi­nis­te­rium groß­zü­gig finan­zier­ten Aktion „Demo­kra­tie leben“ zu ori­en­tie­ren. Sogar deren Slogan könnte in leicht abge­wan­del­ter Form zur Akzep­tanz­ver­bes­se­rung der EU-Kom­mis­sion ver­wen­det werden: „Plün­dern? Wer, wenn nicht wir!“ oder „Abkas­sie­ren? Wen, wenn nicht euch!“ Alter­na­tiv käme zur Ver­bes­se­rung der Akzep­tanz von finan­zi­el­len Mehr­be­las­tun­gen auch der flä­chen­de­ckende Einsatz von Psy­cho­phar­maka in Frage. Studien zu deren akzep­tanz­ver­bes­sern­der Wirkung liegen ja vor.

Aus Gründen der Trans­pa­renz sollten die Mit­glied­staa­ten den Ver­kehrs­teil­neh­mern die Resul­tate, die durch die Reinves­ti­tion der Infra­struk­tur­ge­büh­ren, der Gebüh­ren für externe Kosten und der Stau­ge­büh­ren erzielt werden konnten, öffent­lich zugäng­lich machen. Aus diesem Grund sollten auch die Vor­teile im Hin­blick auf erhöhte Ver­kehrs­si­cher­heit, gerin­gere Umwelt­be­las­tung und weniger Staus bekannt gemacht werden.“

Und so geht es weiter mit den Grau­sam­kei­ten. Cent für Cent tropft aus der Tasche der Auto­fah­rer. Auto­ma­ti­siert, Bewe­gungs­pro­file auf­zeich­nend, per­ma­nent nach­re­gu­lie­rend. Der Bürger zahlt pro Kilo­me­ter, oben­drauf kommen Maut­be­stand­teile für CO2-Ausstoß, Stick­oxide, Zuschläge für Staus oder stark fre­quen­tierte Zeiten und Stre­cken, Lärm­schutz und einiges mehr. Die Maut-Rech­nung, die dem Auto­fah­rer prä­sen­tiert wird (nur auf Ver­la­gen!), ist bald so umfang­reich und voller Posten und Pöst­chen wie eine deut­sche Strom­rech­nung in Zeiten der Ener­gie­wende. Und sicher ebenso teuer.

Es bleibt nicht mehr viel Zeit

Das Gesetz befin­det sich aktuell im Status ***I, also in der ersten Lesung. Betrach­tet man jedoch den Grad der par­la­men­ta­ri­schen Zustim­mung, muss befürch­tet werden, dass sich inhalt­lich kaum noch etwas ändern wird – und wenn, dann nicht zum Bes­se­ren. Es ist also noch Zeit, das Gesetz zu stoppen (was das beste wäre) oder zumin­dest die Anwend­bar­keit von PKW und Klein­las­tern aus der Vorlage zu strei­chen. Ansons­ten können wir uns ab 2021 auf Maut­kos­ten auf allen Straßen freuen, die irgendwo bei 7–10 Cent pro gefah­re­nem Kilo­me­ter liegen dürften. Und meine Daten, fragen Sie? Na, die sind im Preis schon mit drin und der ADAC ver­teilt im nächs­ten großen Stau nicht Tee und Decken, sondern Stau­quit­tun­gen. Schöne neue Welt in einer ver­kehrs­be­ru­hig­ten EU!

PS: Etwas Ver­söhn­li­ches zum Aus­klang habe ich auch noch gefun­den in diesem Doku­ment der Grau­sam­kei­ten. Da sage niemand, die EU würde sich nicht um die wirk­lich wich­ti­gen Dinge kümmern. Die Abge­ord­ne­ten im EU-Par­la­ment klären nämlich auch die großen Fragen der Mensch­heit, die bisher stets unbe­ant­wor­tet bleiben mussten. Zum Bei­spiel die bren­nende Frage, was ein „Fahr­zeug“ ist:

Fahr­zeug“ [ist] ein Kraft­fahr­zeug mit min­des­tens zwei Rädern oder eine Fahr­zeug­kom­bi­na­tion, das bzw. die zur Per­so­nen- oder Güter­be­för­de­rung im Stra­ßen­ver­kehr bestimmt ist oder ver­wen­det wird.

Nun wissen wir wenigs­tens endlich eines sicher: Esels­kar­ren sind Fahr­zeuge! Und da wir gelernt haben, dass die Stau­ge­bühr für alle Fahr­zeug­klas­sen gelten muss, zahlen am Ende wirk­lich alle euro­päi­schen Esel. Das schließt die Besit­zer von Esels­kar­ren aus­drück­lich mit ein! Unsere Brüs­se­ler Büro­kra­ten, sie leben hoch, hoch, hoch!


Maut, die: Methode, Auto­fah­rer für das Benut­zen von Straßen, deren Bau sie bereits durch Mine­ralöl-, Kfz-, und andere Steuern bezahlt haben, erneut zur Kasse zu bitten.

EU-Par­la­ment, das: Gleich­ge­sinnte Gruppe von Büro­kra­ten, die ihre Aufgabe darin sehen, die Geset­zes­vor­ha­ben der EU-Kom­mis­sion nicht zu kon­trol­lie­ren, sondern durch Akkla­ma­tion, Lob­ge­sänge und Hurra-Rufe zu ver­schär­fen und zu beschleu­ni­gen.

9 Kommentare

  1. Im 19. Jahr­hun­dert sahen es die Libe­ra­len als Haupt­auf­gabe des Staates an, das ganze Land flä­chen­de­ckend mit Infra­struk­tur zu ver­sor­gen: Gas, Wasser, Strom, Straßen, Eisen­bahn, Post. Dadurch sollte es möglich sein, in Metro­po­len wie Rand­la­gen glei­cher­ma­ßen Handel zu treiben und die Bevöl­ke­rung zu ver­sor­gen.

    Seit Helmut Kohl erlaubt sich der Staat, das mühsam erar­bei­tete Natio­nal­ei­gen­tum dieser Netz­werke nach Guts­her­ren­art zu ver­scher­beln und zu pri­va­ti­sie­ren. So wie die der­zei­tige Genera­tion die Sozi­al­kas­sen aus­schüt­tet über zwei Mil­lio­nen Men­schen, die nie ein­ge­zahlt haben und deren Mehr­zahl ein Leben lang keine nütz­li­chen Glieder unserer Gesell­schaft sein werden.

    Die Straßen gehören bereits uns; unsere Väter und unserer Väter Väter – genauer brau­chen wir es nicht – haben sie mit ihren Steuern finan­ziert. Keiner hat das Recht, uns für deren Benut­zung auch noch ein zweites Mal Geld abzu­pres­sen. Der Kom­mu­nis­mus, also die Selbst­be­die­nung bei dem, was andere erar­bei­tet haben, ist derzeit leider popu­lä­rer denn je.

  2. Genau so wollen es die guten Deut­schen und die noch bes­se­ren Euro­päer. Wir instal­lie­ren den Moral­to­ta­li­ta­ris­mus, eine neue Form des Faschis­mus, die links­grüne Formel zur Beherr­schung der Men­schen.
    Sie wird wieder in einem Krieg enden.

  3. …und wieder jede Menge Pro­zent­punkte für AFD, Le Pen, Orban und Co. Diese Poli­ti­ker-knall­köppe begrei­fen es wohl einfach nicht das dass die beste Wahl­wer­bung ist die sie machen können für die„Nazis”…

  4. Die ganzen hoch­be­zahl­ten Büro­kra­ten müssen doch irgend­wie beschäf­tigt werden. Das ist bei der Auto­in­dus­trie selbst auch so: Auto­no­mes Fahren, wer will oder braucht das tech­ni­sche Monster eigent­lich? Ich nicht! Die Inge­nieure und Tech­ni­ker müssen aber auch irgend­was machen.…

  5. Die EU wird wohl nach­bes­sern müssen: es braucht den Tat­be­stand „Vor­täu­schen einer Stau­ver­an­las­sung“. Der Stau­meis­ter von Sten­kel­feld an der A7 (alte NDR-Serie) könnte dann häu­fi­ger seinen 2 Fahr­spu­ren bean­spru­chen­den Mäh­dre­scher auf die Auto­bahn schi­cken und schon gibt’s Geld von der EU. Wun­der­bar!
    Danke für diesen erhei­tern­den Beitrag!

  6. Ich habe es nicht zu Ende gelesen. Das war ja auch ein Anfän­ger.

    sollten die Mit­glied­staa­ten über mehr Spiel­raum ver­fü­gen, um die Kraft­fahr­zeug­steu­ern rasch zu senken…“

    Zu „senken“, pah. Anglei­chen muß das heißen.

  7. Vielen Dank für dieses Stück aus dem Toll­haus.
    Unglaub­lich gut geschrie­ben!
    Ich musste zwi­schen­durch lachen über diesen unglaub­li­chen Aus­fluss des Brüs­se­ler Raub­rit­ter­tums, weil er so voll­kom­men absurd und gefrä­ßig ist.

    Dieses Vor­ha­ben macht eines über­deut­lich klar:
    Die EU braucht niemand.
    Ich fordere den Dexit!

  8. Wie froh waren doch jede Menge Eu-Staaten, dass sie ihre nutz­lo­sen, brei­tär­schi­gen Ses­sel­fur­zer und beam­tete Klein­kö­nige nach Brüssel ent­sor­gen konnten. Aber erstens kommt es anders und zwei­tens als man denkt.
    Pust­ku­chen nach Brüssel ent­worfgt. Sie hatten in den jewei­li­gen Hei­mat­staa­ten zwar schon jah­re­lang her­um­dil­let­tiert und nichts zustande gebracht ( Oet­tin­ger z.B. ) aber in Brüssel fanden sie ihr Beam­ten­pa­ra­dies. Durch nie­man­den gewählt, durch nichts ausser der eigenen Selbst­herr­lich­keit legi­ti­miert, mit noch weniger Hirn als in hei­mat­li­chen Behör­den und Ämtchen geingen sie ans Werk. Orgi­as­ti­sche Geset­zes­flu­ten über­schwemm­ten Europa. Tat­kräf­tig unter­stützt von deut­schen Hilfs­leh­rern ( fatty Gabriel Glüh­lam­pen ) Gur­ken­ge­ra­de­bie­gern und anderen Koni­fe­ren. Herr Nimm sie alle­samt schnell zu dir. Amen.

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