Auf einigen wenigen deut­schen Auto­bah­nen gele­gent­lich Vollgas geben zu können, gehört sicher in die Reihe natio­na­ler Eigen­ar­ten wie islän­di­scher Gam­mel­hai oder ame­ri­ka­ni­sche Waf­fen­ge­setze und es lassen sich natür­lich für jede Abwei­chung von einer nicht defi­nier­ten „inter­na­tio­na­len Norm“ Gründe finden, diese Marot­ten zu regu­lie­ren und zu ver­bie­ten. Das feh­lende gene­relle Tem­po­li­mit auf unseren Auto­bah­nen gehört bislang zu den inter­na­tio­nal bekann­te­ren deut­schen Mythen, bekann­ter noch als fins­tere deut­sche Wälder, Kuckucks-Uhren oder Leder­ho­sen und dient nicht selten als Erklä­rung für die Zuver­läs­sig­keit deut­schen Auto­mo­bil­baus. Doch da sich letz­te­rer ohnehin auf dem Weg der ideo­lo­gi­schen Abschaf­fung befin­det, braucht man die „freie Fahrt für freie Bürger“ wohl auch nicht mehr. In schöner Regel­mä­ßig­keit wird folg­lich das „Ende der Raserei“ gefor­dert. Die jüngste Debat­ten­auffri­schung kam von der „Natio­na­len Platt­form Zukunft der Mobi­li­tät – für eine bezahl­bare, nach­hal­tige und kli­ma­freund­li­che Mobi­li­tät“, einer per­so­nal­star­ken regie­rungs­amt­li­chen Fazi­li­tät, welche reich an Wich­tig­keit und arm an Selbst­zwei­feln und direkt dem Koali­ti­ons­ver­trag der Regie­rungs­par­teien ent­sprun­gen ist. Seit einem Jahr schauen die Exper­ten dieser Regie­rungs­kom­mis­sion nun schon in ihre Kris­tall­ku­gel und haben her­aus­ge­fun­den, was gesche­hen müsse in Deutsch­land, um die Ver­kehrs­wende ein­zu­lei­ten: Tem­po­li­mits auf Auto­bah­nen und Steu­er­erhö­hun­gen auf Diesel – kleine Grau­sam­kei­ten sind erlaubt, weil man sonst die „Wende” nicht schafft…wer hätte das gedacht!

Energiewende, Ernährungswende, Verkehrswende, Gerechtigkeitswende

Nun hat Ver­kehrs­mi­nis­ter Scheuer zwar schon erklärt, dass er eine gene­relle Geschwin­dig­keits­be­gren­zung für über­flüs­sig hält und die Rest­be­stände der Auto­re­pu­blik atmen erleich­tert auf. Doch die Ent­war­nung war nur von kurzer Dauer, denn kommt der Stein erst mal ins Rollen, gibt es bekannt­lich kein Halten mehr. Ver­kehrs­ex­per­ten der SPD nehmen den Vor­schlag schon begeis­tert auf und igno­rie­ren in Todes­ver­ach­tung das, was ihre Rest­wäh­ler von derlei Ein­schrän­kun­gen halten. Auch die Deut­sche Umwelt­hilfe, dieser umtrie­bige Kla­ge­ver­ein aus Han­no­ver, dankt für die Steil­vor­lage und fordert gleich ein Tem­po­li­mit von 120 km/h auf Auto­bah­nen und 80 km/h auf Bun­des­stra­ßen.

Nicht geäu­ßert hat sich Scheuer jedoch zu den anderen schlauen Ideen der Regie­rungs­kom­mis­sion, etwa der For­de­rung, das „Steu­er­pri­vi­leg“ für Diesel abzu­schaf­fen – im Namen der Gerech­tig­keit, ver­steht sich. Als wenn sich die Worte „Diesel“ und „Pri­vi­leg“ heute noch sinn­voll in einem deut­schen Satz unter­brin­gen ließen! Dieses „Steu­er­pri­vi­leg“ könnte man ja auch besei­ti­gen, indem man die Steuern für Benzin senkte, aber, nun ja, Sie erken­nen selbst, liebe Auto­fah­rer, das geht natür­lich nicht! Immer wenn man in die Tasche greift, stellt man fest, dass die öffent­li­che Hand schon da ist und die bekommt man auch nicht so leicht wieder raus aus den Taschen der Bürger.

Höchs­tens aus Ver­se­hen, so wie zwi­schen Han­no­ver und Braun­schweig auf der gut und sechs­spu­rig aus­ge­bau­ten A2, wo vor einigen Jahren für viel Geld mehrere voll­au­to­ma­ti­sche Blitzer auf­ge­stellt wurden, die jedoch nicht kas­sie­ren dürfen, weil die erlaubte Geschwin­dig­keit auf der gesam­ten Strecke auto­ma­ti­siert gere­gelt wird, inklu­sive der Auf­he­bung jeder Geschwin­dig­keits­be­gren­zung – was die meiste Zeit der Fall ist. Der Auto­fah­rer freut sich die­bisch, mit 180 km/h an den schwei­gen­den Blit­zern vor­bei­zu­ra­sen, dabei sollte er sich eigent­lich immer noch darüber ärgern, dass er die Instal­la­tion dieser nutz­lo­sen Anlagen mit Steu­er­gel­dern finan­ziert hat. Aber ich schweife ab, wir wollten ja nicht über Steu­er­ver­schwen­dung reden, sondern über die Regu­li­tis und Ver­bo­te­rie, welche in Deutsch­land gras­sie­ren. Oder hängt das viel­leicht am Ende sogar irgend­wie zusam­men? Gibt es über­haupt einen qua­li­ta­ti­ven Unter­schied zwi­schen der Res­sour­cen­ver­schwen­dung, derer man sich mit Vollgas auf der Auto­bahn schul­dig macht und der Ver­schwen­dung von Steu­er­mit­teln, um dem bei­zu­kom­men? Doch da ist der Deut­sche Michel duldsam! Bevor er selbst sein Geld zum Fenster hin­aus­wirft, kann das ja auch gleich der Staat für ihn machen.

Paradigmenwechsel an der Tachonadel

Bemühte man bei frü­he­ren Ver­su­chen, in Deutsch­land ein gene­rel­les Tem­po­li­mit durch­zu­set­zen, gern noch Ver­nunft und Unfall-Sta­tis­tik, zieht man heute ange­sichts sin­ken­der Todes­ra­ten gern die Klima-Karte und winkt mit der CO2-Bilanz. Doch was für ein schwa­ches Argu­ment ist das! Und wie will­kür­lich die gefor­der­ten Höchst­ge­schwin­dig­kei­ten! Warum nur 130 oder 120 fordern, wenn man noch viel mehr regeln, steuern und be-steuern könnte? Warum nicht gleich Tempo 90? Jeder weiß doch, dass der Ver­brauch im höchs­ten Gang bei diesem Tempo noch gerin­ger ist. Und auch dort ist Regu­lie­rers Traum noch nicht zu Ende: Wer sagt denn, dass jeder gefah­rene Auto­ki­lo­me­ter über­haupt nötig ist, selbst wenn er unter opti­ma­len Bedin­gun­gen und mit Bio­sprit aus eigener Ernte zurück­ge­legt wurde? Warum keine Zutei­lung von Benzin (Diesel wird ja ohnehin nicht mehr gebraucht) pro Kopf und Monat oder eine beim Ver­kehrs­mi­nis­ter ange­sie­delte Stre­cken-App, mit der man pri­va­ten Trans­port­be­darf anmel­det und je nach Bewer­tung durch das Minis­te­rium eine Geneh­mi­gung erhält – oder diese „aus Gründen“ ver­wei­gert wird?

Es muss ja schließ­lich niemand aus­ge­rech­net an einer regie­rungs­kri­ti­schen Demo teil­neh­men, das ist nur Ener­gie­ver­schwen­dung! Warum deckeln wir nicht gleich den CO2-Ausstoß pro Kopf und wer sein Jah­res­bud­get erreicht hat, der darf nur noch Fahrrad fahren. Man könnte sich ja durch das Fahren einer Fahrrad-Rikscha nach Fei­er­abend CO2-Gut­scheine erstram­peln oder im Fall von Katha­rina Schulze mit heißer Luft ein Jahr lang den bay­ri­schen Landtag heizen, um einen Trans­at­lan­tik­flug zu kom­pen­sie­ren.

Ölhei­zung? Ver­bie­ten! Über­haupt heizen über 17°C. Pull­over anzie­hen muss ver­pflich­tend werden! SUV? Ver­bie­ten! Du wohnst in einer Stadt mit Stadt- und U-Bahn? Du musst kein Auto haben! Alles, was heute als heroi­scher Ver­zicht und selbst­ge­wählte Lebens­weise daher­kommt, also als hipp, urban und pro­gres­siv gilt und damit den leuch­ten­den Pfad ins Morgen weist, könnte doch Gesetz werden und endlich ALLE glück­lich machen! Vegan, glu­ten­frei, rauch­frei, auto­frei, ener­gie­arm, bio und den „Fuß­ver­kehr“ stär­kend, wie die „Platt­form Zukunft Mobi­li­tät“ das seit der Erfin­dung des auf­rech­ten Gangs bekannte Laufen nennt – so geht Frei­heit heute! So sagt man.

Freiheit: vom Abwehrrecht zum Staatsziel

Um den Staat aus Häusern und Köpfen seiner Bürger her­aus­zu­hal­ten, gaben sich die repu­bli­ka­nisch-demo­kra­ti­schen Natio­nal­staa­ten Ver­fas­sun­gen, in welchen sie ele­men­tare Abwehr­rechte der Bürger gegen­über dem Staat defi­nier­ten. Man nennt diese Rechte auch Frei­hei­ten. Heute scheint es oft, als sehe sich der Staat eher als Akteur bei Aus­ge­stal­tung und Inter­pre­ta­tion dieser Frei­hei­ten. Er tut so, als schenke er sie den Bürgern und erwarte im Gegen­zug, dass diese Frei­hei­ten „ver­ant­wor­tungs­be­wusst“ genutzt würden, also am besten gar nicht. Ein Selbst­er­mäch­ti­gung ist da nicht vor­ge­se­hen und wird mit mora­li­scher Ent­mün­di­gung und „wohl­wol­len­der Bevor­mun­dung“ geahn­det.

Deshalb kommt mit der Infor­ma­tion im öffent­lich-recht­li­chen TV gleich die Erzie­hung mit. Deshalb muss die Größe einer Tief­kühl­pizza regu­liert werden, deshalb braucht es drin­gend eine Lebens­mit­tel-Ampel und deshalb fordern sogar schon deut­sche Jour­na­lis­ten, Zwang anzu­wen­den, um die Men­schen zu guten „Ent­schei­dun­gen“ in Sachen Ernäh­rung zu bringen oder, am anderen Ende der Ver­dau­ungs­kette, endlich das Klo­pa­pier abzu­schaf­fen! Von selbst sind die Leute einfach nicht schlau genug und zu bequem und putzen sich womög­lich ihre Hintern, ohne darüber nach­zu­den­ken, wie es besser ginge, weshalb der Staat es ihnen leicht machen muss und sie zur rich­ti­gen Ent­schei­dung zwingen soll. Bloß nichts selbst ent­schei­den lassen, der Bürger könnte Fehler machen. One size fits all – bei Ernäh­rung, Ver­kehrs­mit­teln und Gedan­ken. Das geht leider manch­mal schief, wie man im Fall der Leis­tungs­be­gren­zung von Staub­saugern auf EU-Ebene aktuell sehen kann. Die Ver­ord­nung wurde gericht­lich auf­ge­ho­ben, was in der Kon­se­quenz natür­lich nur bedeu­ten kann, dass man irgend­wann auch Gerichte ver­bie­ten muss. Im Namen der Gerech­tig­keit!

Gerechtigkeit: von der Theorie zum Staatsziel

Für private Ent­schei­dun­gen im Leben, die man selbst zu ver­ant­wor­ten hat, spielt der Begriff der Gerech­tig­keit eher eine theo­re­tisch oder im wei­tes­ten Sinn reli­giöse Rolle. Unter­schied­li­che Lebens­wege, Her­kunft, Geburts­ort und -zeit, Bildung, kör­per­li­che oder geis­tige Fähig­kei­ten, Schön­heit und Gebre­chen – von Gerech­tig­keit kann man hier kaum spre­chen. Der Zufall, Schick­sal, Gott, die Evo­lu­tion oder der große Ram­bazamba sind unfaire Gegner im Arm­drü­cken. Aber „Gerech­tig­keit“ ist hier ja auch nicht die rich­tige Kate­go­rie, weil am Tisch die Mit­spie­ler „Glück“, „Pech“, „Fleiß“, „Talent“ und „Bequem­lich­keit“ sitzen.

Anders liegt die Sache, wenn wenn man den Blick in die „Gesell­schaft” wirft und der Staat auf allen Ebenen mehr als nötig in das Zusam­men­spiel ein­greift und behaup­tet, er werde für Gerech­tig­keit sorgen. Hier fragt sich der beschenkte Bürger natür­lich schon, ob die staat­li­che Auf­merk­sam­keit auch tat­säch­lich „gerecht“ ver­teilt wird – denn jeder Bürger zählt! Das sagen uns die Poli­ti­ker bei jeder Gele­gen­heit. Ist es etwa gerecht, dass in der Groß­stadt die Busse und Bahnen im Fünf­mi­nu­ten-Takt fahren, während man auf vielen Dörfern nach 19 Uhr ohne Auto nir­gends mehr hin­kommt? Ist es gerecht, dass sich ein Haus­be­sit­zer sub­ven­tio­nierte Solar-Panele auf das Dach schrau­ben kann, während dessen Mieter die EEG-Umlage bezah­len muss? Ist es gerecht, dass den Stutt­gar­ter Theater- und Kon­zert­häu­sern Abon­nen­ten aus dem Umland ver­lo­ren gehen, weil diese befürch­ten, bei Fahr­ver­bo­ten irgend­wann nicht mehr anrei­sen zu können? Ist es gerecht, wenn SPD-Poli­ti­ker eine 50%-ige Frau­en­quote für Abge­ord­nete fordern, in ihrer Par­tei­ba­sis selbst aber nur auf 32% Frau­en­an­teil kommen und ist es nicht höchst unge­recht, dass die Gruppe der funk­tio­na­len und echten Analpha­be­ten, die in Deutsch­land ca. 14% der Bevöl­ke­rung stellen, so schwach in den Par­la­men­ten ver­tre­ten ist?

Die Liste der gefühl­ten Gerech­tig­keits­lü­cken, die nach staat­li­cher Regu­lie­rung, Ver­bo­ten und Ver­hal­tens­ge­bo­ten ver­lan­gen, wird immer länger und teil­weise auch immer absur­der. Es vergeht kein Tag, an dem nicht irgend­eine neue Unge­rech­tig­keit ent­deckt würde, die es drin­gend abzu­stel­len gälte. Der Blick für das große Ganze geht immer mehr ver­lo­ren, weil sich die Politik heillos in Iden­ti­täts­po­li­tik ver­fan­gen hat und uns alle in den Wahn­sinn regu­liert. Alles, was schnel­len Erfolg ver­spricht und eine mög­lichst exakt defi­nier­bare Gruppe bes­ser­stellt, wird auf die Agenda gesetzt. Die Währung für diesen poli­ti­schen Over­kill heißt „Gesetz“, das Klein­geld „Regu­lie­rung“ und davon möchte jeder Poli­ti­ker mög­lichst eines erfun­den, geladen und ent­si­chert haben. So folgt Murks auf Stück­werk auf Regu­lie­rung auf Neu­fas­sung auf Ver­schär­fung. Ludwig von Mises nannte dieses zwangs­läu­fige Ergeb­nis staat­li­cher Ein­griffe tref­fend „Inter­ven­ti­ons­spi­rale“ und ver­mut­lich hätte er seine Freude daran, zu beob­ach­ten, wie diese Spirale sich in der heu­ti­gen Zeit immer schnel­ler dreht, da die Politik Men­schen in immer klei­nere Gruppen und Unter­grup­pen auf­teilt und über grup­pen­spe­zi­fi­sche Merk­male anspricht.

Was dabei her­aus­kommt, ist oft das genaue Gegen­teil dessen, was man errei­chen wollte. Die gera­dezu kris­tall­reine Idee der „Ener­gie­wende“ bei­spiels­weise schuf nicht das effi­zi­ente, resi­li­ente Strom­netz von morgen, sondern zwei inef­fi­zi­ente, fragile und hoch­sub­ven­tio­nierte Par­al­lel­sys­teme mit unge­wis­ser Zukunft. Die zahl­rei­chen und oft wohl­be­grün­de­ten von den Bau­her­ren Berlin und Bran­den­burg vor­ge­nom­me­nen Ände­run­gen an den Plänen zum BER hatten zur Folge, dass der Flug­ha­fen nicht besser, sondern nie fertig wurde. Die Erfah­rung mit Fahr­ver­bo­ten in deut­schen Innen­städ­ten wie­derum zeigte, dass sich die Luft in Sachen NOx und Fein­staub nicht ver­bes­serte, dafür aber durch Umwege und den Umstieg der Fahrer auf Ben­zi­ner der CO2-Ausstoß erhöht wurde ­– und gerade den glaubt man ja von staat­li­cher Seite auch redu­zie­ren zu müssen – Stich­wort „Kli­ma­ge­rech­tig­keit“.

Tempolimit und Steuererhöhung auf Diesel?

Otto-Nor­mal­ver­bren­ner wird sich noch eine Weile darüber auf­re­gen, dass die Lob­by­ver­bände und der Staat ihm schon wieder an die Wäsche wollen und sich am Ende freuen, wenn nur eine der ange­kün­dig­ten Grau­sam­kei­ten ein­tritt – Steu­er­erhö­hung oder Tem­po­li­mit. Und wenn die Empö­rung dann immer noch nicht nach­lässt, hilft es sicher, Deutsch­land als rück­stän­di­ges, inter­na­tio­nal iso­lier­tes Land hin­zu­stel­len. „Freie Fahrt für freie Bürger nur in Deutsch­land und Tan­sa­nia?“ fragt Stegner und ver­sucht den deut­schen Gemein­sinn dort zu packen, wo er am emp­find­lichs­ten ist: bei der Angst, in einer Sache allein gegen die ganze Welt zu stehen und sich nicht hinter einer wie auch immer zusam­men­ge­klin­gel­ten Mehr­heit ver­schan­zen zu können. Wenn wir jedoch das einzige Land auf der Welt sind, das seine Grenzen nicht schüt­zen zu dürfen glaubt, stört uns die Ein­sam­keit selt­sa­mer­weise nicht! Von unserem drei­fa­chen Ritt­ber­ger aus Ener­gie­wende, Ver­kehrs­wende und Deindus­tria­li­sie­rung auf sehr dünnem Eis wollen wir gar nicht erst spre­chen, denn diesen Sprung macht uns ja klu­ger­weise auch keiner nach.

Es wird wohl so wei­ter­ge­hen mit irr­wit­zi­gen Ver­bo­ten und Regu­lie­rungs­ideen aus der Politik, denn die Gesetz­mä­ßig­kei­ten der staat­li­chen Inter­ven­ti­ons­spi­rale sorgen dafür, dass sich sofort drei neue Gerech­tig­keits­lü­cken auftun, sobald eine geschlos­sen ist. So hat man immer was zu tun.

17 Kommentare

  1. Mit diesen Verbots-Themen wird das Volk doch immer wieder gut abge­lenkt. Ich frage mich, wer das letzt­end­lich alles kon­trol­lie­ren soll? Oder läuft es darauf hinaus, dass jeder jeden kon­trol­liert, denun­ziert und gleich danach auch noch die Bestra­fung betreibt? Dann lasst uns doch endlich über diesen Chi­ne­sen-Chip und das soziale Punk­te­sys­tem dis­ku­tie­ren.

  2. Über­flüs­sige kon­ser­va­tive Polemik. Rechtes Gut­men­schen­tum.

    In Öster­reich liegt die Todes­rate pro Auto­bahn­ki­lo­me­ter ca. 30 Prozent (?), jeden­falls signi­fi­kant nied­ri­ger als in Deutsch­land. Das sind hun­derte Tote weniger pro Jahr. Viele Auto­fah­rer berich­ten von ent­spann­te­rem Auto­fah­ren in Tem­po­li­mit-Ländern.

    Das Tem­po­li­mit wäre eine Inno­va­tion. Es ist pervers, daß wir die dere­gu­lier­ten Auto­bah­nen und somit erhöhte Unfall­zah­len und mehr Staus ver­tei­di­gen, weil dies angeb­lich zu unserer Kultur gehöre.

    Ich spreche von rechtem Gut­men­schen­tum, da wir nicht der Illu­sion ver­fal­len dürfen, daß die Rechten nicht genauso doof sein können wie die Linken. Sie haben natür­lich eben­falls ihre typi­schen Ver­leug­nungs­zu­stände und eine ent­spre­chende Gesin­nungs­ethik. Dazu zählen die Frei­heits­ideo­lo­gie, das Gefasel vom „Wett­be­werb”, der in dieser Inten­si­tät angeb­lich unab­ding­bar sei, das per­verse, for­ma­lis­ti­sche Leis­tungs­ethos und der rein mate­ri­ell defi­nierte „Wohl­stand”. Alles jeweils sehr reduk­tio­nis­tisch defi­niert unter Aus­blen­dung aller mög­li­chen Destruk­ti­vi­tä­ten, die die hehren Ideale kor­rum­pie­ren und ad absur­dum führen.

    Ich würde ver­mut­lich ein Tem­po­li­mit von 140 Km/h ein­füh­ren, um die Gemüter zu besänf­ti­gen. Das wäre ein guter Kom­pro­miß.

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    • Warum ist Ihr Tem­po­li­mit besser als das der DUH oder der Grünen? Bei 140 km/h werden mit Sicher­heit einige Men­schen mehr sterben, als bei 100 km/h. Wie pervers ist es wohl von Ihnen, die paar Toten in Kauf zu nehmen? Ihr Vor­schlag ist somit auch nichts weiter an ange­maß­tes Wissen, dass Sie uns als Kom­pro­miss ver­kau­fen, um Gemüter zu besänf­ti­gen. Wozu über­haupt besänf­ti­gen, wenn der Nutzen von Ver­bo­ten doch so offen­sicht­lich ist und niemand sterben soll? Ent­schei­dend ist offen­bar, dass regu­liert wird – wie ist eigent­lich egal. Haupt­sa­che, man folgt einem „guten“ Kom­pro­miss – die Vor­schläge der anderen sind nämlich doof oder über­flüs­sig.
      Es bleibt uns wohl beiden nichts anderes übrig, als zu beob­ach­ten, was die Politik aus unseren Ideen machen wird.

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      • Also ich kann den Einwand von „Hate Spee­ches” durch­aus nach­voll­zie­hen.
        Und was er zu Öster­reich schreibt , könnte man auch bei­spiels­weise auf Holland aus­deh­nen usw. Wir sind eines der wenigen Ländern, in denen es kein Tem­po­li­mit gibt.
        Warum? Die Antwort ver­steht sich doch von selbst, wenn man sich die Auto­lobby in Deutsch­land anschaut. Und genau gegen die sollte man endlich mal vor­ge­hen. Genau so wie man gegen die Nikotin Lobby vor­gan­gen ist. Denn schnel­les Fahren oder besser Rasen, wie es meist aus­ge­rech­net von denen prak­ti­ziert wird, die das Vehikel unter ihrem Ar.. noch nicht mal bezahlt haben, schadet der Gesund­heit min­des­tens genauso wie Pas­siv­rau­chen. Vor allem wenn man sich mal vor Augen hält, daß der Raser in seinem über­teu­er­ten, aber dadurch auch wesent­lich siche­re­rem „Sta­tus­sym­bol”, den armen Mann in seinem mühsam abge­spar­ten Klein­wa­gen über den Haufen fährt, wenn nicht gar zu Tode.
        Sorry, ich hab für der­glei­chen Ego­is­mus nix übrig. Und wer unbe­dingt einen Schwanz­ver­gleich auf der Straße braucht, der soll sich am Nür­burg­ring seinen Min­der­wei­tig­keits­kom­plex aus der Seele fahren, aber doch bitte all die , die sicher und ent­spannt von A nach B kommen wollen in Ruhe lassen!

        P.S:
        Schon mal in Holland Auto­bahn gefah­ren? Da kommt man schnel­ler und ent­spann­ter vor­wärts als in Deutsch­land, weil es keinen Stop-and-go Verkehr gibt. Ich frag mich jedes­mal wenn ich dann wieder in Deutsch­land bin, wer die Irren alles raus­ge­las­sen hat..;-)
        Und wem 100–120 km/h zu langsam ist, weil er am Steuer ein­schläft, der sollte man seinen gene­rel­len Schlaf/Wach Rhyth­mus über­prü­fen..;-)

        • Als beken­nen­der Pole­mi­ker lasse ich Ihre Polemik natür­lich durch­ge­hen, zumal sie ja einem guten Zweck dient. Nein, nicht dem Schwanz­ver­gleich, sondern unserem all­ge­mei­nen Wohl. Ich frage mich aber schon, ob nicht doch noch ein paar andere Kri­te­rien als eine Geschwin­dig­keits­be­gren­zung dafür ver­ant­wort­lich sind, ob man ent­spannt oder lebend von A nach B kommt. In Tsche­chien, den USA und Süd­ko­rea gibt es übri­gens Geschwin­dig­keits­be­gren­zun­gen.
          https://​de​.sta​tista​.com/​s​t​a​t​i​s​t​i​k​/​d​a​t​e​n​/​s​t​u​d​i​e​/​1​6​3​4​1​1​/​u​m​f​r​a​g​e​/​u​n​f​a​l​l​r​a​t​e​n​-​a​u​f​-​a​u​t​o​b​a​h​n​e​n​-​n​a​c​h​-​a​u​s​g​e​w​a​e​h​l​t​e​n​-​l​a​e​n​d​e​rn/

          • Solche Sta­tis­ti­ken sind nicht hilf­reich, da aus meiner Sicht zu viele Para­me­ter wie medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung, Infra­struk­tur usw. außen vor sind. Letzt­lich ist mir auch egal, wie es in anderen Ländern aus­schaut. Wichtig ist doch nur, daß es hier bei uns mög­li­cher­weise besser gehen kann. Und das ist defi­nitv der Fall. Der Schwanz­ver­gleich war nur ein Auf­hän­ger..;-) Das Bei­spiel Holland würde aber allen zu gute kommen und ich spreche aus Erfah­rung.
            Diese Höher-Schnel­ler-Weiter Krank­heit betrifft eben auch den Stra­ßen­ver­kehr und es hat dann nix mehr mit per­sön­li­cher Frei­heit zu tun, wenn ich andere damit gefährde.

            • Nicht hilf­reich” ist aller­dings das Klin­gel­wort der Kanz­le­rin, um Bücher zu dis­qua­li­fi­zie­ren, die sie nie gelesen hat – ein hin­rei­chen­der Beleg dafür, dass solche Sta­tis­ti­ken prin­zi­pi­ell nichts aus­sa­gen, ist er nicht. Es gibt übri­gens keine Sta­tis­tik darüber, wie­viele Ver­kehrs­tote in Deutsch­land auf das schlam­pige Bau­stel­len­ma­nage­ment, Dau­er­bau­stel­len, all­ge­mein hohes Ver­kehrs­auf­kom­men, Auf­fahr­un­fälle durch LKW usw. zurück­zu­füh­ren sind. Auch die Frage, auf welchen Stre­cken und wann man in D über­haupt noch Vollgas fahren KANN, wird aus­ge­blen­det. Die in schöner Regel­mä­ßig­keit erho­bene For­de­rung nach gene­rel­lem Tem­po­li­mit wird immer hoch emo­tio­nal dis­ku­tiert, statt zu unter­su­chen, was das wirk­lich brächte. Es geht um Regu­lie­rung um der Regu­lie­rung willen, obwohl bereits fast überall Geschwin­dig­keits­be­gren­zun­gen aus­ge­schil­dert sind oder ver­kehrs­ab­hän­gig und durch Mes­sun­gen fest­ge­legt sind.Aber um die Wirkung des Verbots geht es ja auch gar nicht. Es geht darum, dass es sich leicht umset­zen ließe und somit der per­fekte poli­ti­sche Aktio­nis­mus ist.

    • Nach „Hate Spee­ches” hätte ich eigent­lich auf­hö­ren sollen wei­ter­zu­le­sen. Na ja, wieder etwas dazu­ge­lernt.

      Free Speech & Life is Good!”

      – Holger Jahn, 2018 (trage ich sogar auf einem meiner T-Shirts)

      Eure Armut belei­digt meinen Sinn für Ästhe­tik!”

      – Holger Jahn, 2019 (um Links­dik­ta­tur­ler wie den obigen zu ver­spot­ten)

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      • Rhe­to­ri­sche Frage. Warum kom­men­tiere ich eigent­lich den Beitrag einer anony­men, snow­fla­key Pussy, die noch nicht einmal die Eier in der Hose hat, unter ihrem eigenen Namen zu schrei­ben?

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    • Also, ich stimme dem Schrei­ber zu. Verbote helfen, und Leben gilt es um jeden Preis zu schüt­zen.

      Um dies zu ver­wirk­li­chen, plä­diere ich dafür, dem Staat die Kon­trolle über alles und jeden zu über­tra­gen, und mich zum Führer zu wählen. Ich werde dann mein Leben der Erfin­dung neuer Verbote widmen. Zum Bei­spiel erscheint es mir wider­sin­nig, es nur bei einer Geschwin­dig­keits­be­schrän­kung zu belas­sen, wenn doch ein kom­plet­tes KfZ-Verbot noch viel mehr Leben retten würde. Eben­falls Fahr­rä­der gehören streng regu­liert. Bei mir wird man ohne Füh­rer­schein, TÜV-Geprüf­ter Rit­ter­rüs­tung, sowie einer elek­tro­ni­schen Geschwin­dig­keits­be­gren­zung nicht­mal Fahrrad fahren dürfen, und min­des­tens drei Mal in der Woche beim amtlich geprüf­ten Zwei­ra­d­in­ge­nieur auf eigene Kosten die Bremsen ein­stel­len, und die Pro­fil­tiefe prüfen lassen müssen! Tat­säch­lich wäre sogar restrik­tiv erteilte Fuß­gän­ger­er­laub­nis ange­bracht! Man denke an die ganzen Rowdies, die, völlig erlaub­nis­frei, arme Rentner anrem­peln, und die ganzen armen Men­schen, die sich auf­grund eines Falls auf ver­eis­ten Geh­we­gen teils schwerste Ver­let­zun­gen zuzie­hen! Dies ist ein uner­träg­li­cher Zustand, der mit der ganzen Härte des natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Volks­staats bekämpft werden muss!

      Oh, Mist, nun hab ich beim Gedan­ken an die Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger, in die ich die dann mas­sen­haft auf­tre­ten­den aso­zia­len Volks­schäd­linge ein­sper­ren werde, eja­ku­liert. Dabei hab ich doch ein Date mit meiner Nichte.

  3. Tat­säch­lich lässt die Dynamik der Verbots- und Regu­lie­rungs­ap­pa­rate – ange­trie­ben von der Anspruchs­be­rech­ti­gung ihrer Appa­rat­schiks – keine Hoff­nung, dass auf erkenn­bare Krisen und eska­lie­rende Kon­flikte mit Umsteu­ern reagiert würde. Ich erwarte – ehrlich gesagt – den unab­wend­ba­ren Kollaps. Es wird kein Ver­gnü­gen, aber nur wer Ver­spre­chun­gen und Plänen der Polit­bü­ro­kra­tie nebst media­ler Gefolg­schaft glaubt, denkt über die Folgen nicht nach.

    • Doch, die passen. Man muss die Dinge in Zusam­men­hän­gen sehen. Schon der Artikel macht es schön deut­lich.

  4. Fragt sich jetzt nur, wo sie Ihren Weih­nachts­ur­laub ver­bracht hat. Ich würde auf Neu­see­land tippen…

      • Naja, da diese Dame quasi der Anti-Tump ist (jung, weib­lich, Demo­kra­tin, Migra­ti­ons­hin­ter­grund) muss diese Wahr­heit aus ihrem Mund die reinste aller Wahr­hei­ten sein.

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