Erin­nert sich jemand, was Polit­ma­ga­zine wie Monitor oder Pan­orama in grauer Vorzeit auf Sendung und damit ans Licht brach­ten? Fälle von Behör­den­will­kür, Bestech­lich­keit, Betrug, Abspra­chen in Hin­ter­zim­mern, poli­ti­sche Dreh­tü­ren, Schum­me­leien und Klüngel…eigentlich immer ging es um die Aus­nut­zung eines mehr oder weniger großen Macht­ge­fäl­les zum eigenen Vorteil, zum Aus­schal­ten der Kon­kur­renz oder des poli­ti­schen Gegners. Nicht selten führten solche jour­na­lis­ti­schen Ermitt­lun­gen zu Rück­trit­ten, kar­tell­recht­li­chen Fragen, dem Ende von Poli­ti­ker­kar­rie­ren oder dem Beginn von Ermitt­lungs­ver­fah­ren. Doch eines hatten zumin­dest die spek­ta­ku­lä­ren Fälle gemein: die Kamera rich­tete sich auf ille­gale Machen­schaf­ten oder derart klaf­fende Löcher in der Gesetz­ge­bung, dass Bürger und Steu­er­zah­ler als anonyme Geschä­digte ein vitales Inter­esse an deren Been­di­gung oder Schlie­ßung haben mussten. Heute ist das offen­bar anders, denn seit einiger Zeit tut sich für öffent­lich-recht­li­che Polit­ma­ga­zine ein sehr viel grö­ße­res Betä­ti­gungs­feld auf, weil sich zwi­schen den Kate­go­rien „legal“ und „illegal“ ein drittes Feld gebil­det hat, bei dessen Bestel­lung man weder Poli­ti­kern noch Lob­by­is­ten auf die Füße treten muss: der reni­tente Bürger, dessen Haltung und Gesin­nung – und zwar ganz unab­hän­gig von seinen Leis­tun­gen und validen Ver­diens­ten.

Schwer fassbar

Dieses dritte Feld zwi­schen legal und illegal oder zwi­schen richtig und falsch hat viele Bezeich­nun­gen und ist doch kaum ein­deu­tig zu benen­nen. Es gibt keine Regeln oder Gesetze, die man zur Defi­ni­tion her­an­zie­hen kann. Auch keine Tra­di­tion oder Sitte defi­niert diese gefähr­li­che „Grau­zone“ und ob man sich durch eine Äuße­rung, Tat oder Unter­las­sung in dieser Grau­zone befin­det, kann man selbst nie wissen. Zumal die Grau­zone, dieses Dritte, der zeit­li­chen Ver­än­de­rung unter­liegt. Heute noch im Licht der Lega­li­tät kann morgen schon durch eine poli­ti­sche Neu­in­ter­pre­ta­tion ein Schat­ten dorthin fallen und man sitzt rück­wir­kend in der Unrechts­falle. Aus einem Abend­essen kann so schnell ein Kün­di­gungs­grund und aus einem Like auf Insta­gram ein Auto­dafé werden. Es ist, als gälte heute so etwas wie eine per­verse poli­ti­sche Abseits­re­gel, bei der es keine Rolle spielt, ob sich der Bestrafte tat­säch­lich im Abseits befin­det oder ob über­haupt ein Ball nach vorn gespielt wurde.

Der „Fall“ Marcel B.

Der Pfiff der Pan­orama-Schieds­rich­ter ertönte für Oberst­leut­nant Marcel B., einen Offi­zier aus dem mitt­le­ren mili­tä­ri­schen Manage­ment der Bun­des­wehr und dort für „Neuland“ Social Media zustän­dig. Pan­orama wirft ihm vor, sich via Insta­gram mit einem Anhän­ger der iden­ti­tä­ren Bewe­gung „ver­netzt“ zu haben und „rechts­ra­di­kale Publi­ka­tio­nen zu unter­stüt­zen“. Sowohl der Begriff „Ver­net­zung“ als auch „Unter­stüt­zung“ sind hier im lie­der­lichs­ten Sinn ver­wen­det, um die bestehen­den Ver­knüp­fun­gen mög­lichst solide dar­zu­stel­len, denn in Wirk­lich­keit handelt es sich weder um kon­spi­ra­tive Treffen noch subtile Wer­be­kam­pa­gnen, um den Buch­ver­kauf eines Ver­la­ges anzu­kur­beln. Es geht schlicht um eine Hand­voll Likes die B. ver­teilte und denen Pan­orama nach­schnup­perte.

Diese Likes will ich gar nicht quan­ti­ta­tiv oder inhalt­lich bewer­ten und mich dadurch auf das­selbe dünne Eis begeben wie Pan­orama. Es geht mir um die Frage, gegen welches Gesetz Marcel B. ver­sto­ßen haben könnte, um eine mediale Hatz wie die von Pan­orama zu recht­fer­ti­gen. Denn wie ich ein­gangs schon andeu­tete, ist es nicht die Aufgabe der ARD, über die Balkone ihrer Gebüh­ren­zah­ler zu steigen, um den Inhalt ihrer Bücher­re­gale zu über­prü­fen oder zu kon­trol­lie­ren, wer bei einer Geburts­tags­feier zu Besuch kommt. Auch kann man von der iden­ti­tä­ren Bewe­gung halten was man will und die Liste der Punkte, in denen ich deren Ziele ablehne, mag lang sein – aber es ist (noch) nicht ver­bo­ten, sich als iden­ti­tär zu posi­tio­nie­ren und immer wieder zeigt sich, dass es gar nicht so einfach ist, gerichts­fest gefähr­li­che Ideo­lo­gien zu ver­bie­ten. Das sollte uns die Auf­er­ste­hung und das Erstar­ken der Links­par­tei doch gezeigt haben. Nicht einmal die NPD kriegen wir rechts­staat­lich aus der Welt und das sind nun wirk­lich echte Nazis, die auch noch stolz drauf sind. Aus dem „like“ eines Bun­des­wehr­of­fi­ziers, dass man wie den buch­stäb­li­chen Furz zum Fackel­zug zur „Ver­net­zung“ auf­ge­bla­sen hat, lässt sich aber schwer­lich eine straf­bare Hand­lung ablei­ten, selbst wenn man durch die Brille der Dienst­vor­schrif­ten der Bun­des­wehr schaut.

Glei­ches gilt für die vor­geb­li­che „Unter­stüt­zung“ rechts­ra­di­ka­ler Publi­ka­tio­nen durch leicht­fer­tige Likes. Besag­ter Verlag ver­kauft Bücher und bezahlt Steuern und es hätte wohl der regie­rungs­amt­li­chen und hal­tungs­me­dia­len Anbräu­nung gar nicht bedurft – man hätte die erschie­ne­nen Bücher auch so ver­kauft. Das lief manch­mal sogar so gut, dass es eines der Bücher – kaum mehr als ein kleines grünes Büch­lein – im Juli 2017 immer­hin auf Platz sechs der Spiegel-Best­sel­ler­liste schaffte, von welcher der Spiegel es kur­zer­hand ver­schwin­den ließ. Und statt klamm­heim­lich so zu tun, als wäre da nichts, prahlte man einige Tage später auch noch damit und erklärte die Ent­wer­tung des eigenen Gold­stan­dards zur für­sorg­li­chen Hygie­ne­maß­nahme. Ver­bo­ten ist der Verlag auch heute noch nicht. Es ist gestat­tet, die Bücher seiner Autoren zu lesen, man darf sie auch igno­rie­ren, rezen­sie­ren oder von ihnen phan­ta­sie­ren, ohne sie gelesen zu haben. Aus den Seiten dieser Bücher Stricke zu drehen, an denen man deren Leser, Autoren und Ver­le­ger auf­knüpft, ist hin­ge­gen (noch) phy­sisch ver­bo­ten, psy­cho­lo­gisch aber zum Sport auf­ge­stie­gen, in dem Hal­tungs­no­ten zu gewin­nen sind.

Ich kenne die Gründe nicht, aus denen Marcel B. sich auf die beschrie­bene Weise „ver­netzt“ hat, aber auf seine Arbeit, nämlich das Ver­hal­ten der Sol­da­ten in sozia­len Medien zu „regeln“, wirkte sich das offen­bar nicht in der Weise aus, wie Pan­orama es wohl gern fest­ge­stellt hätte. Glauben Sie mir, liebe Leser, davon wüssten wir andern­falls schon. Denn erst dann wäre die Kau­sal­kette so perfekt, wie sie uns seit Jahren als Zwangs­läu­fig­keit ver­kauft werden soll: „Aus Worten werden Taten“ lautet das ima­gi­nierte Gesetz des posi­ti­ven Feed­backs. Aus „Likes“ zumin­dest werden wohl nicht unbe­dingt Taten.

Im Ministerium für Wahrheit

Wie geht man heute vor, um sich über eine Sache, eine Gruppe oder ein Buch eine Meinung zu bilden? Man kann jeman­den fragen, der sich damit beschäf­tigt hat. Doch dann über­nimmt man fast zwangs­läu­fig dessen Meinung und bildet sich eben keine eigene. In den meisten Wis­sens­ge­bie­ten fährt man aber ganz gut mit dieser Methode. Die meisten Men­schen ver­trauen einigen ele­men­ta­ren Natur­ge­set­zen und stellen deren Wirk­sam­keit nicht in Frage. Was aber, wenn man in anderen Berei­chen (etwa in der Politik) mitt­ler­weile allen miss­traut, die ihre Meinung zu Markte tragen, viel­leicht weil dort zu oft mit Lügen und Fäl­schun­gen gehan­delt wurde?

Da bleibt nur eines: Man muss selber zum Buch greifen, eine Gruppe treffen oder eine Sache recher­chie­ren. Doch immer häu­fi­ger werden die so erlang­ten Erkennt­nisse von den über­gan­ge­nen Mei­nungs­mar­ke­ten­dern zornrot als ungül­tig oder falsch dekla­riert. Man habe nicht gründ­lich genug recher­chiert, falsche Schlüsse gezogen, die Sache sei viel zu komplex, um vom Amateur durch­schaut zu werden, dessen Urteils­ver­mö­gen einfach nicht aus­rei­chend geschult sei. Über­lass‘ die Mei­nungs­bil­dung den Profis, den Jour­na­lis­ten, die ver­ste­hen was davon! Die lesen die Bücher zwar auch nicht, vor denen sie ihre Leser warnen, aber was ist schon Empirie im Ver­gleich zur Haltung!

Außer­dem geben diese Fach­kräfte die Garan­tie, dass man mit ihrer Pro­fi­sicht, wenn man sie sich nur kri­tik­los zu eigen macht, wider­stands­los durchs Leben gehen kann. Mor­gen­ma­ga­zin im ZDF, mittags Nach­rich­ten im DLF, Tages­schau um 20 Uhr und danach Robert Habeck und Kevin Kühnert bei Lanz, Illner oder Maisch­ber­ger – mehr muss man ja nicht wissen. Diese Lektion hat Marcel B. nun offen­bar gelernt, denn er erklärt:

Ich war nicht auf­merk­sam genug, habe darauf ver­traut, dass das, was mir aus meiner Com­mu­nity rein­ge­spielt wird, schon in Ordnung ist.“

Kniend gespro­chen heißt das: ‚Was habe ich mir nur dabei gedacht, spontan zu reagie­ren und die Folgen meiner Mei­nungs­äu­ße­rung nicht zu beden­ken! Wie konnte ich es wagen, meine Kon­takte bei Insta­gram nicht nach Lebens­läu­fen und Füh­rungs­zeug­nis­sen zu fragen – und zwar immer wieder! Da ich die Zeit nicht auf­brin­gen kann, all meine Schritte und Lebens­äu­ße­run­gen von den Infor­ma­ti­ons­agen­ten des Minis­te­ri­ums der Wahr­heit gegen­che­cken zu lassen, halte ich künftig lieber gleich ganz meine Klappe und ver­traue dem Infor­ma­tion-Safeway, Like Ralf Stegner und Jan Böh­mer­mann und emp­fehle Bücher, die der Böll-Stif­tung gefal­len.‘

Nichts ist privat, alles ist politisch

Dieses „Dritte“, die Grau­zone der Unsi­cher­heit zwi­schen erlaubt und ver­bo­ten, war früher dem Pri­va­ten vor­be­hal­ten. Denn nicht alles, was recht­lich erlaubt ist, ver­schafft auch Aner­ken­nung im fami­liä­ren Bereich, wo das soziale Umfeld und die Erzie­hung durch unzäh­lige unge­schrie­bene „das-tut-man-nicht“ und „das-gehört-sich-so“ mensch­li­che Inter­ak­tion auch in der Öffent­lich­keit zuver­läs­sig regeln. So habe ich noch in keiner deut­schen Kirche oder Restau­rant Schil­der mit der Auf­schrift „Nicht auf den Boden spucken“ gesehen. Bislang war das nicht nötig – und dies, obwohl es kein Gesetz gibt, welches das Spucken auf Kir­chen­bö­den ver­bie­tet. Es muss also andere Gründe geben, warum zumin­dest die meisten so etwas dennoch nicht machen.

Soziale Regeln, die wir unbe­wusst ein­hal­ten, bedür­fen kaum der Erklä­rung. Das sich „der Esel immer zuerst nennt“ oder es ver­bo­ten ist, in der Soße für Königs­ber­ger Klopse die Kapern zu ver­ges­sen, ist einfach und empi­risch offen­sicht­lich. Ver­stöße gegen unge­schrie­be­nen Benimm wurden aber stets im kleinen Rahmen geahn­det, sie betra­fen die Öffent­lich­keit nicht. Je mehr der Staat, seine nach­ge­ord­ne­ten Organe und eifrige Medien sich jedoch in private Belange ein­mi­schen, umso öffent­li­cher wird das Private. Fleisch­kon­sum, Tabak­ge­nuss, die „falsche“ Lite­ra­tur, Umgang mit „den fal­schen Leuten“… die Grenzen dessen, was noch „erlaubt“ ist, sind flie­ßend – selbst wenn sich die äußeren gesetz­li­chen Regeln eigent­lich kaum ver­än­dert haben. Immer wenn sich irgendwo jemand fragt, warum man dies und das vor zehn Jahren noch sagen oder tun durfte, stellt er oder sie ver­wun­dert fest, dass man dieses eigent­lich immer noch tun dürfte, aber dennoch nicht mehr tun kann. Hier können wir die Grau­zone des Unge­sag­ten wachsen sehen und dieses Wachs­tum ist ein Wuchern, das von oben in die Gesell­schaft hin­ein­drückt.

Wenn etwa unser Bun­des­prä­si­dent erklärt, es genüge nicht mehr, kein Rassist zu sein, man müsse viel­mehr aktiver Anti­ras­sist sein, ist dies auch nichts anderes als eine Ver­schie­bung der Grenzen des Erlaub­ten in die Zone des Zwie­lichts. Und nie kann man sicher sein, genug getan zu haben. Die Unsi­cher­heit hängt von weit mehr ab als einer Rede des Schloss­her­ren von der schönen Aus­sicht. Nicht falsch zu handeln reicht längst nicht mehr. Sich nichts „zu Schul­den“ kommen zu lassen und an die Gesetze zu halten oder das Grund­ge­setz aus­wen­dig zu wissen, ist nicht genug. Die Grenze, die man nicht über­schrei­ten darf, um heute und morgen und auch über­mor­gen noch auf siche­rem Boden stehen zu können, wird unsicht­bar. Man soll viel­mehr aktiv richtig handeln – was auch immer das im Augen­blick bedeu­ten mag. Aber wer garan­tiert, dass es richtig genug und aus­rei­chend ist und jemand anders nicht noch eil­fer­ti­ger als man selber ist? Es sind ja immer die Eiferer, die an den unsicht­ba­ren Klei­dern zerren und eh man sich’s ver­sieht, steht man ohne Hemd da.

Dieser gras­sie­rende Jako­bi­nis­mus wird immer über­grif­fi­ger, denn das ist seine Natur, die zum Pos­tu­lat des Abso­lu­ten strebt. Indif­fe­renz gegen­über dem Staat und seinen aus­ge­ge­be­nen Losun­gen wird immer mehr zur suspek­ten Hand­lung. Schon als die Steu­er­geld­ver­bren­ner bei „Demo­kra­tie leben“ ihren Akti­vis­mus unter dem Motto „Demo­kra­tie lebt vom Mit­ma­chen“ ins Werk setzten, konnte man sehen, wohin die Reise geht. Deren For­de­rung nach „demo­kra­ti­scher Bewe­gung“ kon­tras­tiert auf das prak­tischste mit der Unsi­cher­heit, ob die Rich­tung der Akti­vi­tä­ten auch oppor­tun genug ist und so bewegt man sich sicher­heits­hal­ber in jene Rich­tung, der die Mehr­heit zustrebt, weil sie sich an der kleinen, lauten, akti­vis­ti­schen Min­der­heit ori­en­tiert.

Und wo die „rich­tige Rich­tung“ jeder sehen kann, ist auch alles Falsche durch Aus­schluss defi­niert. Heute ist es viel­leicht noch die iden­ti­täre Bewe­gung und ein unbe­deu­ten­der Verlag, doch schon nach der nächs­ten unver­zeih­li­chen Wahl oder poli­ti­schen Volte kann es eine weitere Partei, eine Firma oder eine ganze Branche sein, die in die Grau­zone des abzu­leh­nen­den und mora­lisch ver­werf­li­chen gestellt wird. Gene­ral­pro­ben mit der FDP in Thü­rin­gen, Tönnies und der Kern­kraft hat es ja bereits gegeben. Alle beweg­ten sich im Rahmen der recht­li­chen Vor­ga­ben und dennoch brachte man alle mit mora­li­scher Muni­tion in der gesetz­lo­sen Grau­zone zur Strecke. Der Staat und einige Par­teien, denen er zur Beute wurde, haben sich der Deu­tungs­ho­heit dessen bemäch­tigt, was sich unde­fi­niert zwi­schen legal und illegal befin­det und die Aus­le­gung der Regeln fällt je nach Bedarf mal stren­ger, mal weniger streng aus.

So kann ein „Like“ die Kar­riere eines Offi­ziers beenden, selbst wenn er das klare Recht hatte, dieses Like zu geben, während Regie­rungs­chefs auf ille­gale Weise alle Finan­zie­rungs­ver­träge der EU auf das hef­tigste vor­sätz­lich und im Halb­dun­kel ver­let­zen können und sich dafür feiern lassen. Wich­ti­ger als die Kennt­nis und die Ein­hal­tung der Gesetze ist es heute offen­bar, die Ver­fü­gungs­ge­walt über die Grau­zone zu erlan­gen. Dort, in diesem „dritten“ Bereich zwi­schen erlaubt und ver­bo­ten liegt die wahre Macht. Die Macht der Mora­li­sie­rung und der Alter­na­tiv­lo­sig­keit. Die Macht, sich über alles hin­weg­zu­set­zen, Schul­dige zu amnes­tie­ren, Unschul­dige zu ver­nich­ten, im Namen der Wahr­heit zu lügen und im Namen der Liebe Hass zu ver­brei­ten. Tertium datur.

13 Kommentare

  1. Beur­tei­len Sie jede der fol­gen­den Aus­sa­gen mit: a) richtig, b) falsch, c) unklar!
    1. Die Auf­klä­rung ist kre­piert.
    2. Frei­heit ist Skla­ve­rei.
    3. Martin S. steht mora­lisch über dem Bun­de­s­uhu wie der Kirch­turm über der Gruft.
    4. Tota­li­täre Ten­den­zen sind in Deutsch­land 2020 nicht erlaubt.
    5. Ein Staat ohne Grenzen ist wie ein Boot ohne Planken.
    6. Die GröKaz würde eher den Hosen­an­zug wech­seln als ihre Amts­eide zu ver­ra­ten.
    7. Kein Staat der EU haftet für die Schul­den eines anderen.
    8. Die Durch­schnitts­rente in Deutsch­land beträgt etwa 880 Euro.
    9. Eine 70 qm – Wohnung im länd­li­chen Ba-Wü kostet derzeit um die 320.000 Euro.
    10. Die Ver­folg­ten der Welt streben nach Duit­schlnd, um hier den Ras­sis­mus zu bekämp­fen.

  2. Chapeau! Das nenn ich mal: Bril­li­ant. Geschlif­fen. Mes­ser­scharf. Man möchte auch diesen Artikel von Ihnen am liebs­ten einfach aus­dru­cken und an die nächste Domtüre tackern. Danke, dass es Sie gibt.

      • Keine Sorge, gibt ja Türen in Bun­des­län­dern, deren Geschichts­un­ter­richt beinhal­tete meist nur die letzten 100 Jahre-die dafür aus­wen­dig. Also da zumin­dest keine Aushang-All­er­gien zu befürch­ten. Grüße aus Hessen.

        • Herr­lich dop­pel­deu­tige Antwort. Darf ich Sie drücken;-)? Natür­lich auch, was die Qua­li­tät dieses Arti­kels angeht!
          Habe mir heute bei KenFm sein Selbst­ver­such- Video ange­schaut- indem er ergrif­fen schil­dert, dass er sich nach 7 Tagen des aus­nahms­los öffent­lich-recht­li­chen Medi­en­kon­sums wie neu­ge­bo­ren fühlte. Ohne zer­mür­bende Selbst­zwei­fel, ohne schlaf­lose Nächte. Das macht Hoff­nung- bringt es doch nach­weis­lich den See­len­frie­den wieder, so ganz ohne Kirche.
          Ich unter­stütze Sie weiter. Beschlos­sen!

  3. Zitat:”…ist es nicht die Aufgabe der ARD, über die Balkone ihrer Gebüh­ren­zah­ler zu steigen, um den Inhalt ihrer Bücher­re­gale zu über­prü­fen oder zu kon­trol­lie­ren, wer bei einer Geburts­tags­feier zu Besuch kommt.” Ich bin auf­rich­tig nei­disch, nicht selbst solch lite­ra­ri­sches Meis­ter­stück ver­fasst zu haben.

  4. Die Zustim­mung in der Breite, die dieser ein­sei­tige Hal­tungs­jour­na­lis­mus her­vor­ruft ist es, die mich ein sehr ungutes Gefühl bekom­men lässt.
    Wegen eines „Likes” für einen social media Eintrag vom Dienst­herrn in die Mangel genom­men zu werden? Also lieber nicht erwäh­nen, dass man die Arbeit im ÖR für ein­sei­tig hält? Zu Hause bestimmte Bücher ver­ste­cken wenn Arbeits­kol­le­gen zu Besuch kommen? Es wird mit jedem Tag gru­se­li­ger in DIDWGUGL.

  5. Diese schöne Regel gilt nicht mehr und muß neu gefaßt werden:
    Die Bür­ger­rechte sinken von West nach Ost -

    In Amerika ist alles erlaubt, auch das, was ver­bo­ten ist
    In England ist alles erlaubt, was nicht ver­bo­ten ist
    In Deutsch­land ist nur das erlaubt, was aus­drück­lich erlaubt ist
    Und in Rußland ist alles ver­bo­ten, auch das, was erlaubt ist.

    Ich bitte um Vor­schläge.

  6. Wegen Nich­tig­kei­ten – keine Belei­di­gung, kein Hate­speech, bei Face­book in 6 Monaten 5 mal für 30 Tage gesperrt. Das zog (natür­lich) 5 Anträge auf Unter­las­sung nach sich, die alle vom LG abge­lehnt wurden.
    Nach Beschwerde wurden sie vom OLG zuge­las­sen.
    Eine Sperre erfolgte z.B., weil ich nur den Namen Sellner, mit ein­her­ge­hen­den Erfolg beim OLG gegen eine rechts­wid­rige Haus-Durch­su­chung erwähnt hatte. Der Anwalt von Face­book schickt mitt­ler­weile Pakete! bis zu 3,6 Kilo „Beweis­ma­te­rial-Urteile” ans Gericht…
    In der Sell­ner­sa­che bean­tragte er natür­lich, meinen Antrag abzu­wei­sen, worauf das Gericht ihm in einem Beschluß u.a. ant­wor­tete:
    … die nicht dem NetzDG zuwi­der­lau­fen, bestehen keine Erfolgs­aus­sich­ten…
    … der Beschwerde gegen die auch inso­weit erfolgte Zurück­wei­sung seines Antrags, wird daher nicht abge­hol­fen…!
    Ver­kürzt bedeu­tet dies, dass das Gericht die ein­zelne Situa­tion beur­teilt hat, nicht an ander­wei­ti­gen Urtei­len teil­nimmt und bestimmt, ob etwas erlaubt sei, oder nicht.
    Immer­hin ein kleiner Licht­blick.
    Aber wehren muss man sich schon…

  7. Ja, ich erin­nere die Zeiten sehr gut, als Polit­ma­ga­zine im TV noch Wirkung hatten, als sie nicht ins Rektum der Herr­schen­den… sondern der Stachel in deren Fleisch waren. Nicht aus ideo­lo­gie, sondern weil sie die Oberen (von der schwar­zen CSU bis zu den roten Gewerk­schaf­ten) beob­ach­te­ten und kri­ti­sier­ten. Und wenn da was faul, falsch, ver­lo­gen war, das auch offen aus­spra­chen und auf­zeig­ten. Sogar mit Folgen, manches Mal.
    Ähnlich übri­gens, wie Der Spiegel, …damals.

  8. Dazu fällt mir spontan Rous­seau ein (man muss ihn nicht mögen, aber dieses Zitat ist treff­lich):

    Die Frei­heit des Men­schen liegt nicht darin, dass er tun kann, was er will, sondern, dass er nicht tun muss, was er nicht will.“

    • Auch wenn der alte Gries­gram sonst ein sehr selt­sa­mes Ver­ständ­nis von Frei­heit hatte, wenn sie sich auf die Gesell­schaft bezieht…ja, das trifft’s gut.

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