Welt-Kor­re­spon­dent Daniel Friedrich Sturm spricht vom „His­torischen Ver­sagen der Grand Old Par­ty“, Jörg Wimalase­na von der Zeit meint „Es [das Impeach­ment] hat sich den­noch gelohnt“ und bei­der Kol­lege Roland Nelles vom Spiegel spricht gar vom „Tri­umph des Wahnsinns“. Alle drei sind sich einig in ihrem Urteil, dass das Scheit­ern des Impeach­ment-Ver­fahrens gegen Trump ein Armut­szeug­nis für die Repub­likan­er und eine Schande für die amerikanis­che Demokratie darstelle. Die Ent­täuschung sitzt tief im deutschen Jour­nal­is­mus, wo man tra­di­tionell immer bess­er weiß, wie amerikanis­che Poli­tik eigentlich funk­tion­ieren müsste. Denn wenn es bei Wahlen mit recht­en Din­gen zug­in­ge, wür­den seit Jahrzehn­ten nur noch die Demokrat­en den Präsi­den­ten stellen.

Zunächst musste man im US-Sen­at (poli­tisch, nicht rechtlich) die Frage klären, ob jemand nach dem Auss­chei­den aus seinem Amt über­haupt noch aus dem Amt gejagt wer­den könne. Diese seman­tis­che Spitzfind­igkeit umging man let­ztlich mit der Behaup­tung, könne man dies nicht, wäre das ein Freifahrtschein für jeden Präsi­den­ten in den let­zten Wochen sein­er Amt­szeit. Doch das trifft ja nicht nur auf Trump zu, der die Zeit wie fast jed­er Präsi­dent vor ihm dazu nutze, per Beg­nadi­gung ihm genehmer rechtsstaatlich Verurteil­ter dem Gesetz in den Arm zu fall­en. Nach der Lesart der Demokrat­en und einiger Repub­likan­er geht jede let­zte Amt­szeit gewis­ser­maßen „aufs Haus“, was jedoch noch nie stimmte. Inter­na­tionales oder Zivil­recht kann jeden Ex-Irgend­was ein­holen, ob er nun Slo­bo­dan Miloše­vić, Charles Tay­lor oder Augus­to Pinocet heißt. Wichtig ist jedoch, dass man die Anschuldigun­gen vor einem ordentlichen Gericht beweisen kann, statt sie vor einem poli­tis­chen Tri­bunal durch die poli­tis­che Konkur­renz nur „her­beizufühlen“. Ergeb­nisof­fen natür­lich. Freis­pruch und Beru­fung nicht ausgeschlossen.

Aus Wort wird Tat wird Attentat

Ein sicheres Anze­ichen dafür, dass wir uns längst und ohne es zu bemerken in ein­er Art dig­i­tal­en Bürg­erkrieg befind­en, ist die Ange­wohn­heit viel­er Poli­tik­er und ihrer Medi­en­claqeure, Worte mit Tat­en gle­ichzuset­zen, wenn es ihnen passt. Äußerun­gen wie „X hat mit­geschossen, mit­gestochen, mit­ge­bombt“, „Die Rhetorik von Y bere­it­et das Feld für Z“ oder „Die Rede von Z stiftete A an“ sind seit Jahren all­ge­gen­wär­tig. Es han­delt sich hier­bei um eine Art gut antrainierten Reflex, der jedoch auf bei­den Seit­en des Atlantiks (noch) nicht gerichts­fest ist.

Und genau aus diesem Grund fand das Ver­fahren gegen den Pri­vat­mann Trump auf poli­tis­ch­er Bühne statt, um nicht vor einem ordentlichen Gericht zu scheit­ern. Die vie­len Flunk­ereien und absichtsvollen Aus­las­sun­gen und Videozusam­men­schnitte oder gefälscht­en Twit­ter-Ver­i­fika­tio­nen der Ankläger hät­ten son­st unter Eid stat­tfind­en müssen. Die Unter­stel­lung der „Ans­tiftung zum Aufruhr“ ist etwas, das amerikanis­che Gerichte wieder­holt und zuver­läs­sig ver­han­del­ten und die Ver­fahren gin­gen nie so aus, wie die Demokrat­en sich das im Fall Trumps gewün­scht hätten.

Ganz ehrlich, als ich am 6. Jan­u­ar die Bilder von der Erstür­mung des Kapi­tols sah, war ich fas­sungs­los. Und wie die meis­ten anderen brachte auch ich die Ereignisse sofort in kausalen Zusam­men­hang mit der Rede Trumps am sel­ben Tag. Doch wir wis­sen nun, dass die Rede noch lief, als der durchge­drehte Mob die Absper­run­gen durch­brach und selb­st die Ankläger Trumps in der Sen­at­san­hörung bezo­gen sich nur sehr vor­sichtig auf die zeitliche Abfolge. Ver­han­delt wurde nicht mehr, was Trump tat­säch­lich sagte, son­dern was er damit zweifel­los gemeint habe. Doch hier ver­lässt man das juris­tisch sichere Ter­rain der Fak­ten und beg­ibt sich auf das Feld von Speku­la­tion, Unter­stel­lung und Hören­sagen. So etwas wurde und wird regelmäßig und kon­se­quent von US-Gericht­en abgeschmettert. Im Sen­at wurde es jedoch trä­nen­re­ich beackert.

Das Argu­ment, Trumps Rhetorik sei fast schon die Tat und müsse genau wie eine solche oder min­destens wie Ans­tiftung behan­delt wer­den, wäre juris­tisch jedoch kaum halt­bar. Hier zwei Beispiele aus der näheren amerikanis­chen Geschichte.

Bernie Sanders und das Baseball-Attentat

Als im Jahr 2017 der repub­likanis­che Abge­ord­nete Steve Scalise beim soge­nan­nten „Base­ball Atten­tat“ von James Hodgkin­son um ein Haar erschossen wurde – es gab mehrere Ver­let­zte –, stellte sich der Täter als Unter­stützer von Bernie Sanders her­aus, in dessen Präsi­dentschaft­skam­pagne Repub­likan­er immer wieder als „fehlgeleit­et“ oder gar als „Ver­räter“ beze­ich­net wur­den. Hodgkin­son zählte in einem kranken Hirn zwei und zwei zusam­men und entsch­ied, sich mehrerer dieser „Ver­räter“ mit Hil­fe von Schuss­waf­fen zu entledi­gen. Die poli­tis­che Rhetorik bei der Kam­pagne von Sanders mag hier vielle­icht eine Rolle gespielt haben, die Ver­ant­wor­tung für seine Tat musste Hodgkin­son jedoch allein tra­gen und trug sie auch – er wurde beim anschließen­den Schuss­wech­sel mit der Polizei erschossen. Eine weit­erge­hende Ver­ant­wor­tung von Bernie Sanders für die Radikalisierung des Mannes unter­stellte nie­mand. Zumin­d­est nicht vor Gericht oder im Sen­at. 2019 durfte sich Sen­a­tor Sanders wieder in den Vor­wahlen um das höch­ste Amt in den Vere­inigten Staat­en bewerben.

Clairborne gegen NAACP

Die 1960er Jahre waren beson­ders die Süd­staat­en der USA geprägt von Rasse­nun­ruhen und Bürg­er­protesten. Die Bürg­er­rechts­be­we­gung „Nation­al Asso­ci­a­tion for the Advance­ment of Col­ored Peo­ple“ (NAACP) rief auf ihren Kundge­bun­gen immer wieder zum Boykott „weißer Geschäfte“ und unver­hohlen zur Gewalt gegen Weiße auf. In der Folge kam es immer wieder zu Brand­s­tiftun­gen und Plün­derun­gen von Geschäften, auch in Mis­sis­sip­pi. Mehrere betrof­fene Geschäftsin­hab­er verk­lagten daraufhin nicht nur die unmit­tel­bar an den Zer­störun­gen beteiligte Per­so­n­en, son­dern auch die NAACP selb­st, weil die Organ­i­sa­tion hier als Ans­tifter aufge­treten sei. Der Supreme Court von Mis­sis­sip­pi wies die Klage gegen die NAACP jedoch ein­stim­mig mit 8:0 Stim­men ab und berief sich in der Urteils­be­grün­dung klar auf den ersten Ver­fas­sungszusatz: Meinungsfreiheit!

So etwas wie das, was deutsche Medi­en gern als „geistige Brand­s­tiftung“ beze­ich­nen, gibt es vor amerikanis­chen Gericht­en nicht.

Das Wort ist nicht die Tat

Selb­st eine von Gewalt­phrasen nur so strotzende Rhetorik ini­ti­iert keine Ans­tiftung zur Tat, wenn sie nicht kon­spir­a­tiv erfol­gt. Jedes Gericht urteilt entsprechend. Trump hätte seinen Anhängern schon direk­te Befehle der Art „Du nimmst das Ben­zin und du die Stre­ich­hölz­er und dann geht ihr dort hin und fack­elt alles ab“ geben müssen. Dass die Demokrat­en diesen Beweis vor Gericht nicht hät­ten führen kön­nen, war sicher­lich ein Grund für das hastige poli­tis­che Tri­bunal im Kongress. Doch dort wurde es knif­fe­lig. Denn wie Michael Van Der Veen in sein­er Vertei­di­gung dar­legte, ist es in der poli­tis­chen Rhetorik auf bei­den Seit­en seit Jahren üblich, jede Art von Kriegs­vok­ab­u­lar als Meta­pher zu verwenden.

Auch wer in Deutsch­land eine Wahlkampfver­anstal­tung der SPD oder der Linken besucht, sieht sich ver­bal schnell von Kampf, Fack­eln, Fäusten, Gewal­tan­dro­hun­gen und Bar­rikaden umgeben. Nie­mand käme auf die Idee, dies zu krim­i­nal­isieren und wer Hand­lungsan­weisun­gen daraus ableit­et, der kommt, wie jed­er der „Stim­men“ hört, die ihm Befehle erteilen, in die Jacke mit den lan­gen Ärmeln, die auf dem Rück­en zusam­menge­bun­den wer­den. Die Frage ist also nur, wer sich solch­er Rhetorik bedi­ent, wer ihr zuhört und wer warum unter­stellt, dass diese Worte wie Befehle zu behan­deln seien.

Es ist sog­ar die Frage aller Fra­gen, die Frage, wie die mit Macht jene ohne Macht so missver­ste­hen kön­nen, dass die Schlussfol­gerun­gen ins eigene Welt­bild und zu den geplanten Maß­nah­men passen. Wenn Worte aus dem Mund von sagen wir Max­ine Waters harm­los, diesel­ben aus dem Mund von Don­ald Trump jedoch aufrührerisch sind, haben sich Wahrnehmung und Urteil­skraft in den Vere­inigten Staat­en wom­öglich unwieder­bringlich auseinandergelebt.

Die gespaltenen Staaten von Amerika

Ich betra­chte die poli­tis­che Spal­tung der vere­inigten Staat­en mit­tler­weile nicht mehr als Menetekel, son­dern als vol­l­zo­gen, auch wenn ich wie nie zuvor hoffe, mich zu irren. Zumal der Prozess der Spal­tung noch nicht abgeschlossen ist und wir nicht wis­sen, wie tief er noch schnei­den kann. Trumps Präsi­dentschaft war Aus­druck dieser Spal­tung, nicht dessen Ursache. Das erken­nt man auch daran, dass die Gräben seit der Amt­se­in­führung von Joe Biden noch tiefer gewor­den sind, obgle­ich dieser das Pro­jekt „Ver­söh­nung“ bekan­ntlich zu seinen vornehm­sten Auf­gaben zählt und er sich kluger­weise aus dem Impeach­ment-Ver­fahren her­aus­ge­hal­ten hat.

Jede Nachricht, jede Gericht­sentschei­dung, jede Exec­u­tive Order des Präsi­den­ten find­et jedoch zwei völ­lig unter­schiedliche Inter­pre­ta­tio­nen. Biden ist gewis­ser­maßen der Gegen­trump, das Ladungsäquiv­a­lent, das Positron anstelle des Elek­trons. Dieselbe Hand­lung ist für die einen die Ret­tung der Demokratie, für die anderen deren Besei­t­i­gung. Genau­so ver­hält es sich mit dem gescheit­erten Impeach­ment, in dem die einen das Ende der GOP erblick­en wollen und die anderen deren let­zte Hoff­nung. Mein Tribe, dein Tribe. Meine Wahrheit, deine Wahrheit. Mein Ameri­ka, du hast deines ver­wirkt! Wir sind im Recht, dein Anspruch ist ille­git­im! Im Grund wie bei den Rosenkriegen, nur nicht im Eng­land des 15. Jahrhun­derts, son­dern heute in Ameri­ka. Jedes Inter­view ein Schw­erthieb, jed­er Tweet ein Pfeil. Rot gegen Weiß, Rot gegen Blau.

Die Rettung der Wahl

Exem­plar­isch für den offenkundi­gen und kri­tik­losen Trib­al­is­mus und die all­ge­meine Wahrnehmungsstörung ist Mol­ly Balls „Time“-Artikel „The Secret His­to­ry of the Shad­ow Cam­paign That Saved the 2020 Elec­tion“ vom 4. Feb­ru­ar 2021, in dem sie voller Stolz (die Gegen­seite würde sagen: ohne Scham) darüber berichtet, welche „geheimen Maß­nah­men“ im Vor­feld ergrif­f­en wur­den, um die Präsi­dentschaftswahl 2020 zu „ret­ten“. Ein Trump-Unter­stützer wird, wenn er den Artikel liest, sich­er zu ganz anderen Schlussfol­gerun­gen gelan­gen. All die Maß­nah­men, die grund­lose Ausweitung des „absen­tee Bal­lot“ zur all­ge­meinen Briefwahl, die Absenkung oder Aus­set­zung der Sicher­heits­stan­dards, das buch­stäbliche „Ern­ten“ von Stim­men, das Rekru­tieren ganz bes­timmter Wahlhelfer, die Änderung von Wahlge­set­zen auf dem Verord­nungsweg, …all die tausend kleinen Nadel­stiche, von denen der Artikel stolz berichtet und angesichts der­er ein Trump-Unter­stützer sich fra­gen muss „Warum geben die das alles jet­zt offen zu, obwohl sie es doch monate­lang geleugnet haben?“, wie kann man nur so naiv darüber berichten?

Die Antwort ist so ein­fach wie erschreck­end: Man hält es nicht für Betrug, son­dern für das genaue Gegen­teil. Wozu auch etwas ver­ber­gen, worauf man stolz ist? Man gibt nichts zu, son­dern an. Man sagt, zur Ver­hin­derung von Betrug ist „Betrug“ erlaubt, ja, geboten. Es gab eben nur einen legit­i­men Kan­di­dat­en und einen, der um jeden Preis zu ver­hin­dern war. Wo ist da „Vot­er fraud“? Betrug ist ehren­voll, so wie Ver­rat ehren­voll ist, wenn er Ver­räter oder die „vom anderen Stamm“ trifft. Tyran­nen­mord ist ja auch kein Mord, son­dern Bürgerpflicht!

Wichtig ist jedoch, dass der Tyrann immer Tyrann bleibt. Ein Tyrann kann sich nicht wie einst Dik­ta­tor Sul­la ins Pri­vatleben zurückziehen oder wie Trump in Flori­da Golf spie­len. Der ganze aufge­blasene Hype von der Gefahr für die Demokratie (die ja eigentlich eine Repub­lik mit demokratis­chen Wahlen ist) fiele son­st wie ein Karten­haus in sich zusammen.

Das schlimm­ste, was Trump den Wort­führern der Demokrat­en jet­zt antun kann, wäre ein­fach nichts zu machen oder zu sagen. Gar nichts. Für lange Zeit. Und das kön­nte ihm sog­ar gelin­gen, denn kurzsichtiger­weise – und nie­mand bedauert das mehr als die Medi­en, die ein­fach nicht von Trump lassen kön­nen – hat man ihm sein Lieblings­feuerzeug Twit­ter weggenom­men, ohne das er so gar nicht mehr wie Nero wirkt. Ander­er­seits: hätte man das schon im Juni 2019 getan, wäre er jet­zt wohl noch Präsi­dent. Das Estab­lish­ment, zu dem Trump zunächst als Pausen­clown und später als Präsi­dent nie gehörte, hat­te offen­bar nur die Wahl zwis­chen schlechtem und ganz schlechtem Timing.

Betriebsunfall

Oba­mas Wieder­wahl 2012 war die Folge des ersten erfol­gre­ichen Social-Media-Wahlkampfes in den USA. Die Wahl im Jahr 2016 darf hinge­gen als „Unfall aus Über­he­blichkeit“ betra­chtet wer­den, denn Clin­ton glaubte, es mit der schw­er­fäl­li­gen, unbe­weglichen GOP zu tun zu haben. Stattdessen traf sie auf einen Geg­n­er, der die Medi­en deut­lich bess­er bespie­len kon­nte als jed­er Kan­di­dat zuvor und nicht nur Clin­ton, son­dern auch die eigene Partei über­rumpelt hat­te. Seit 20 Jahren machte Trump schließlich nichts anderes als medi­ales Feuer­w­erk. Für 2020 wollte man auf „Num­mer sich­er“ gehen. Der Wahlkampf begann deshalb auch schon im Jan­u­ar 2017, erste Anläufe zur Amt­sen­the­bung gab es bere­its vor der Inau­gu­ra­tion und da ist es nur kon­se­quent, nicht damit aufzuhören, als Trump bere­its aus dem Amt war. Auf diese Idee waren die Demokrat­en nicht mal bei Nixon gekommen!

„Kleine Schräubchen“ wie die im Time-Artikel beschriebe­nen, mit deren Hil­fe das Estab­lish­ment die Wahl bee­in­flussen kann, gab es natür­lich schon immer. Lange Zeit wur­den beispiel­sweise gern die Wahlkreise ent­lang des Wahlver­hal­tens neu zugeschnit­ten. Neue Tech­niken der Wäh­lerbindung kamen hinzu und heute haben wir mit Aus­nahme weniger „Swing-States“ eine fest etablierte Tren­nung in Blue (Demokrat­en) und Red (Repub­likan­er) Areas. Doch wo die Bewe­gung fehlt, ver­härtet der Filz, egal welche Farbe er hat.

Eine Art vor­sichtiger „Reset der Hoff­nun­gen“ ist deshalb ger­ade nach Präsi­dentschaftswahlen mit Machtwech­sel uner­lässlich. Doch der kon­nte, ja durfte 2017 nicht stat­tfind­en. Dafür sorgten die Medi­en. Nach Bidens Mach­tantritt 2021 ist nun noch weniger auf solch einen „Reset“ zu hof­fen. Die Zus­tim­mungswerte Bidens unter den Wäh­lern des unter­lege­nen Kan­di­dat­en (zweite Tabelle im Link) sind die schlecht­esten, die wohl je gemessen wur­den. Auch hier kann man das „Pro­jekt Ver­söh­nung“ nicht erblick­en, son­dern das genaue Gegen­teil: die Trib­al­isierung geht weit­er. Wenn von Ver­söh­nung gesprochen, aber Unter­w­er­fung gefordert wird, ist das eigentlich kein Wunder.

Das Impeach­ment-Ver­fahren, das man Trump nach­w­er­fen wollte, wird als poli­tisch motiviert­er Ver­such im Gedächt­nis bleiben, einen unlieb­samen oder unbe­que­men Konkur­renten den Zugang zu Ämtern zu ver­wehren. Doch so etwas wie „moralis­che Ver­ant­wor­tung“ gibt es nun mal nicht in der Poli­tik. Nicht bei den Ergeb­nis­sen und lei­der auch nicht bei den Mit­teln. Nie­mand brachte die Gefahr des Miss­brauchs solch­er Tri­bunale bess­er zum Aus­druck als aus­gerech­net die Satirik­er von Baby­lon­Bee: Warum nicht ein pro­phy­lak­tis­ches Impeach­ment gegen die Kon­ser­v­a­tive Can­dace Owens, um deren mögliche Kan­di­datur 2024 zu ver­hin­dern? Ein Scherz, gewiss! Noch.

Ob Trump 2024 wieder antritt? Ehrlich gesagt wün­sche ich mir das nicht. Es gibt dann sich­er bessere Kan­di­dat­en. Vielle­icht ja endlich mal wieder jemand, der oder die wirk­lich geeignet ist? Allerd­ings kön­nten Trumps Chan­cen aus einem ganz bes­timmten Grund gar nicht so schlecht sein: er ist bei Twit­ter lebenslänglich ges­per­rt und wie groß die Chan­cen für einen Kan­di­dat­en sind, der im Keller sitzt und gar nichts sagt, hat Joe Biden bere­its hin­re­ichend bewiesen. Es müsste sich nur eine große Gruppe engagiert­er „Wahlret­ter“ find­en, die still und effizient die „Vorar­beit“ leistet.

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6 Kommentare

  1. D. Trump schick­te keinen Men­schen in einen Krieg, im Gegen­teil, er holte Trup­pen nach Hause; er schaffte neue Arbeit­splätze, z.T. dadurch, daß er Arbeit­splätze (ganze Fir­men) nach Hause holte; damit zeigte er, daß er sich um den soge­nan­nte „kleinen Mann“ küm­mert, die von den demokrats ver­achtet bzw. nicht beachtet wur­den; dabei sind es ger­ade jene, die das Reich­tum der USA erar­beit­en; er begann Frieden zu schaf­fen zwis­chen ara­bis­chen Staat­en und Israel, den die EU in Jahrzehn­ten nicht geschafft hat wegen ihre nie zugegebene Anti­semitismus, sowie wegen ihrer Angst von der „ara­bis­chen Straße“. Vom Öl nicht zu reden. Und trotz dieser Leis­tun­gen wurde er nur ver­teufelt. Oder ger­ade wegen dieser? Ich denke ja. Denn so kon­nte man klar sehen die Unfähigkeit der EU-Poli­tik, ihre Unflex­i­bil­ität, um nicht Ver­steinerung zu sagen. Sowie ihre Heuchelei, ihre Dop­pelzüngigkeit. Meine Mei­n­ung über die Poli­tik der EU hat sich nicht in der Zeit von Trump gebildet, son­dern viel früher. Diese Zeit hat sie nur noch bess­er unter­mauert und ver­stärkt. Ich wäre zufrieden­er, kön­nte ich was Besseres schreiben. Lei­der… Ich wäre jeden­falls fro­her, wenn noch immer Trump US-Präsi­dent wäre. — Wenn ich dem gegenüber daran denke, wie die Leute der iranis­chen Führung in der EU emp­fan­gen wer­den, diese tat­säch­liche oder Schreibtis­chmörder, dreht sich mein Magen um. So freudig, so zuvork­om­mend, fast ihre Ä****e leck­end… EU-Poli­tik­er müssen einen Magen aus Eisen haben,
    um solch­es ohne Geschwüre zu über­ste­hen. Oder, was wahrschein­lich­er ist, besitzen sie kein Gewis­sen. Und solche Poli­tik­er führen die EU. In was für eine schöne Welt wir leben! Pfuj! kann ich nur
    sagen. Pfuj!!!
    lg
    caruso

  2. „Wenn Worte aus dem Mund von sagen wir Max­ine Waters harm­los, diesel­ben aus dem Mund von Don­ald Trump jedoch aufrührerisch sind, haben sich Wahrnehmung und Urteil­skraft in den Vere­inigten Staat­en wom­öglich unwieder­bringlich auseinandergelebt.“

    Bester Satz. Dieses Messen mit zweier­lei Maß ist es, was Men­schen in den USA etwas fas­sungs­los zurück­lässt. Es hat­te ja neulich jemand die Waters-Worte unter anderem Namen gegen Demokrat­en gepostet. Da war aber was los. Und als dann her­auskam, dass es Waters war, die diese gesagt hat­te, nun, Schwamm drüber.

    Die CBS-Repor­terin gese­hen, die Don­ald Trumps Anwalt ern­sthaft weis­machen wolle, dass geän­derte Authen­tifizierung­shak­en bei Twit­ter, frisierte Dat­en bei Post­ings und noch mehr doch nur Lap­palien seien, die die Schwere der Tat nicht min­dern wür­den? Der hat dann erk­lären wollen, warum man doch bitte bei der Wahrheit bleiben möge, wurde dann per­ma­nent von der Repor­terin „überre­det“, bis er zwei Minuten alleine sagen kon­nte, was Tat­sache ist: Die Medi­en divi­dieren die US-Bürg­er auseinan­der, um Geld zu machen. Und die Bürg­er sind so dumm, dass mit sich machen zu lassen, möchte ich hinzufügen.

    Wo war die Inves­tiga­tivre­portage, die prüft, ob Cuo­mo tat­säch­lich kranke Men­schen in Altenheime geschickt hat und dort ein Massen­ster­ben aus­gelöst hat? Gab es keine, Cuo­mo bekam einen Emmy. Über­raschung: Nach der Wahl wird auf ein­mal geforscht und gepostet. Das ist ja ein Ding.

    Ich höre auf, kön­nte aber noch tage­lang weit­er­schreiben. Allein: Es bringt nichts (mehr).

  3. Das wäre ja der Ober­ham­mer wenn aus­gerech­net eine GOP Afroamerikaner­in Präsi­dentin der USA würde. Ich lach mich jet­zt schon schief über die Gesichter bei den Demokrat­en und bei Spiegel Online.

  4. Gute Sicht auf die Dinge! Wenn der Parteien­staat sich so richtig ein­gerichtet hat, ken­nt er kein Volk mehr, son­dern nur noch Geg­n­er. Und die sind mit allen Mit­teln zu bekämpfen. In den USA dauert der Kampf Blau gegen Rot nun schon ein­hun­dert Jahre. Dass dabei das Gemein­wohl auf der Strecke bleibt, scheint keinen zu inter­essieren. Nun, vielle­icht liegt es ein­fach an der Per­spek­tive: Aus einem gepanz­erten Luxu­s­mo­bil mit fünf Body­guards sieht die Welt nun mal anders aus. Dumm nur, dass auch die ganzen Luxu­s­restau­rants in Wash­ing­ton nun geschlossen haben. Wo geht man hin? Aber, Opfer müssen halt gebracht werden.

  5. Nachtreten ist ein eigentlich ekel­haftes Ver­hal­ten und deutet auf tief­sitzende Has­s­ge­füh­le mit Rachegelüsten hin. Der alte Mann Jo(seph) spricht von Ver­söh­nung und dahin­ter har­rrrt Kamala
    der White Suprema­cy den Todesstoß zu ver­set­zen. Deshalb ist sie auch nicht schwarz, son­dern chi­ne­sisch Gelb .

    • Ich glaube eher, dass dahin­ter Oba­ma steckt und dirigiert, das hat­te er im Pres­sein­ter­view mal gesagt: Er würde lieber aus der heimis­chen Woh­nung steuernd ein­greifen, als das poli­tis­che Par­kett erneut zu betreten. Er ist auch der einzige Präsi­dent, der nach dem Ende sein­er Dien­stzeit nicht aus D.C. wegge­zo­gen ist.

      Und Kamala Har­ris, ganz ehrlich? Die um die zwei Prozent (!) aller Vor­wahlstim­men bekom­men hat? Die eine Affäre mit dem Bürg­er­meis­ter von San Fran­cis­co hat­te und mit ihm auf dessen Geburt­stagspar­ty aufge­treten ist, auf der auch die Frau Bürg­er­meis­ter am Start war?

      Ohne­hin: Alle haben Trumps Viele­hen gegeißelt. Wussten Sie, dass Joe Biden eine Affäre mit der ver­heirateten Jill hat­te, die heute seine Frau ist? Hat das je ein deutsches Medi­um berichtet?

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