Alex­an­der Wendt, Der grü­ne Black­out (Hör­buch)

„Man wird doch wohl noch sagen dür­fen, dass die Ener­gie­wen­de alter­na­tiv­los ist“ las ich kürz­lich in einer nicht näher zu nen­nen­den Zei­tung. In dem Satz liegt etwas Fle­hen­des, Ver­zwei­fel­tes. Denn alter­na­tiv­los ist an der deut­schen Ener­gie­po­li­tik wohl nur, dass man es nicht schlech­ter hät­te ein­fä­deln kön­nen. Der Autor belegt nicht nur anhand von kla­ren Zah­len und über­prüf­ba­ren Fak­ten, dass der von Deutsch­land ein­ge­schla­ge­ne Son­der­weg in die Kata­stro­phe füh­ren wird, er nennt auch Gewin­ner, Mit­läu­fer, Pro­pa­gan­dis­ten und Ver­lie­rer die­ses Wahn­sinns. Die Wet­te auf die Zukunft von Deutsch­lands Ener­gie­ver­sor­gung muss wohl lau­ten, ob uns zuerst die Kos­ten oder die gesi­cher­te Ver­sor­gung in der Flä­che um die Ohren flie­gen wird. Und als wäre das alles nicht schon schlimm genug, macht die Bun­des­re­gie­rung mit Paro­len wie „Elek­tro­mo­bi­li­tät“ und „Decar­bo­ni­sie­rung“ noch zwei wei­te­re Fron­ten auf, die jeden die­ser nega­ti­ven Pro­zes­se noch ver­stär­ken. In Deutsch­land ist ein ener­ge­ti­scher Homun­cu­lus ent­stan­den, der von Jahr zu Jahr schnel­ler wächst, sich von gigan­ti­schen Sub­ven­tio­nen ernährt und jedes Jahr mehr davon braucht, um am Leben zu blei­ben. Und es ist unser aller Mons­ter, des­sen Ali­men­te wir Monat für Monat in Form immer schnel­ler stei­gen­der EEG-Umla­gen auf unse­rer Strom­rech­nung entrichten.

Ich hat­te mich im letz­ten Jahr dem Feld „Decar­bo­ni­sie­rung” und „Ener­gie­wen­de” in zwei Arti­keln auf empi­ri­sche Wei­se genä­hert (hier und hier), ohne so vie­le Daten und Fak­ten zur Ver­fü­gung zu haben, wie Alex­an­der Wendt. Waren die Schluss­fol­ge­run­gen aus mei­nen dilet­tan­ti­schen Rechen­ex­em­peln schon besorg­nis­er­re­gend, kann man die Schluss­fol­ge­run­gen von Alex­an­der Wendt nur als ver­hee­rend bezeichnen.

Soll­ten Sie also Zwei­fel haben, dass Deutsch­land in Sachen Ener­gie­po­li­tik auf einem guten Weg ist, fin­den Sie in die­sem Buch jede Men­ge Bele­ge für das erra­ti­sche und kurz­sich­ti­ge Han­deln aller Betei­lig­ten. Ange­fan­gen von den poli­ti­schen Par­tei­en, Bun­des- und Lan­des­re­gie­run­gen, zahl­rei­chen Medi­en, Her­stel­lern und Ver­mark­tern der grü­nen Ener­gie­tech­nik bis hin zu Ener­gie­ver­sor­gern, Erzeu­ger­ge­mein­schaf­ten und Pri­vat­per­so­nen deren finan­zi­el­les Enga­ge­ment in grü­nen Strom häu­fig mit Total­ver­lus­ten endet.

Falls Sie jedoch an die Ver­spre­chen der Poli­tik glau­ben und die „grü­ne Ener­gie­re­vo­lu­ti­on“ für mach­bar oder auch nur für sinn­voll hal­ten, hören Sie die­ses Buch erst recht! Ver­su­chen Sie doch, die Argu­men­te des Autors zu ent­kräf­ten und ihm das Gegen­teil zu bewei­sen – wie schwer kann das schon sein. Was haben Sie schon zu verlieren?

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