Neue Verwendung für Leuchtmittel nach der Energiewende nach Art Ingrid Nestle?Hans-Wer­ner Sinn ist Volks­wirt und Sozi­al­de­mo­krat, was wie ein Ana­chro­nis­mus klin­gen mag, bedeu­tet letzt­lich, dass wenn man ihn von den Vor­tei­len der Ener­gie­wen­de über­zeu­gen könn­te, wel­che ja die all­ge­mei­ne und all­um­fas­sen­de Kli­ma­ge­rech­tig­keit auf Erden brin­gen und Mut­ter Natur ein Wohl­ge­fal­len sein soll, dann soll­te er doch zu über­zeu­gen sein, oder? War­um nur klappt das nicht, wo doch alles „durch­ge­rech­net“ ist und alle Pro­ble­me längst „weg­ge­lä­chelt“ sind? Kli­ma ret­ten, Öko­no­mie auf nach­hal­tig dre­hen, Armut bekämp­fen – das klingt wie Kin­der­über­ra­schung und drei Din­ge auf ein­mal, also war­um sträubt sich aus­ge­rech­net Pro­fes­sor Sinn, den Plä­nen der Grü­nen Welt­ver­ste­her und ‑ver­bes­se­rer sein Pla­zet zu ertei­len? In der Phoe­nix-Sen­dung „Unter den Lin­den“ und im Gespräch mit der Spre­che­rin der Grü­nen im Bun­des­tag in Sachen Ener­gie­wirt­schaft, Ingrid Nest­le, wird das sehr klar. Ich muss Sie war­nen, lie­be Leser. Die­se Sen­dung ist nicht leicht zu ertra­gen und ich muss Pro­fes­sor Sinn für sei­nen Lang­mut den Orden „Floh­zir­kus­di­rek­tor ers­ter Klas­se“ ver­lei­hen. Der Text, der nun folgt, for­dert Ihren Langmut.

Es mag sein, dass die Zustim­mung zur The­se, der Mensch und sein CO2 sei­en das Pro­blem der Mensch­heit schlecht­hin, mitt­ler­wei­le die Zugangs­kar­te zum öffent­lich-recht­li­chen Medi­en­uni­ver­sum ist. Aber das ist im Fall der Per­son Hans-Wer­ner Sinn uner­heb­lich. Sei­ne Kri­tik an der Ener­gie­wen­de hat Weg und Ziel im Auge, nicht das Pos­tu­lat, war­um sie über­haupt nötig sei. Ob und wenn ja war­um und in wel­chem Umfang er der The­se zustimmt, ist hier nebensächlich.

Anders Ingrid Nest­le von den Grü­nen, deren Hal­tung ist völ­lig ein­deu­tig und frei von Zwei­feln. Sie beklagt sofort den zu lang­sa­men Aus­bau der Erneu­er­ba­ren, ohne den der Koh­le­aus­stieg nicht gelin­gen kön­ne. Unter dem Mot­to „rede viel und schnell und in vie­len Schlei­fen“ bürs­tet sie bei ihrem fünf­und­vier­zig­mi­nü­ti­gen Wör­ter­boar­ding zunächst Sinns Oskar-Fischer-Zitat vom Tisch, bei gleich­zei­ti­gem Aus­stieg aus Koh­le und Atom hät­ten die Grü­nen ein Pro­blem. Das trä­fe so gar nicht zu, meint sie, denn 2022 sei man ja schon aus der Atom­ener­gie drau­ßen. Mit ande­ren Wor­ten, weil man sich bei dem einen Aus­stieg beson­ders beei­le, sei der ande­re ja nur noch halb so schlimm. Auch wo Ingrid Nest­le die „gro­ßen öko­no­mi­schen Chan­cen der Erneu­er­ba­ren“ sieht, wenn die­sen doch sofort die Pus­te aus­geht, sobald die Zwangs­be­atmung mit Sub­ven­tio­nen weg­fällt, bleibt ihr Geheim­nis. Man muss schon Spre­che­rin für Ener­gie­wirt­schaft bei den Grü­nen sein, um die­se Logik zu verstehen.

Sinn gegen Unsinn

Auf die kon­kre­te Fra­ge Sinns, wo denn unser Strom her­kom­men soll, wenn Son­ne und Wind gera­de mal nichts lie­fern, kommt der übli­che Phra­sen­sa­lat, den ich ver­su­che, kurz in Klam­mern zu erwi­dern. „Eins haben sie schon genannt. Es ist sel­ten, dass Son­ne und Wind gleich­zei­tig aus­fal­len“ (Das hat Sinn gera­de nicht gesagt!)

„Wir haben heu­te mehr Spei­cher in Deutsch­land, als wir brau­chen kön­nen. Tat­säch­lich ist es schwie­rig, die bestehen­den Pump­spei­cher im Markt zu hal­ten“ (Kom­plet­ter Blöd­sinn! Das Geschäfts­mo­dell von Pump­spei­chern funk­tio­niert in der Ener­gie­wen­de nicht mehr und die Kraft­wer­ke wer­den des­halb zu per­ma­nen­ten Sub­ven­ti­ons­ob­jek­ten, weil sie nur als vola­ti­ler Ange­bots-Lücken­bü­ßer bei gleich­blei­ben­den Betriebs­kos­ten in Fra­ge kom­men. Jeder Bäcker, der jeden Tag Teig vor­be­rei­tet, aber nur backen darf, wenn dem Bio­bä­cker von neben­an gera­de das Mehl aus­geht, ist nach einem Monat Pleite.)

„Und es gibt Fle­xi­bi­li­tä­ten. Und ich glau­be wir müs­sen anfan­gen es umzu­be­nen­nen in vir­tu­el­le Spei­cher, weil es gibt ganz ganz vie­le Tech­no­lo­gien, die kön­nen genau das, was Spei­cher machen. Tri­met Alu­mi­ni­um, kon­kre­tes Bei­spiel, die kön­nen ihre Pro­duk­ti­on um 48 Stun­den ver­schie­ben und spei­chern damit so viel wie zwei mitt­le­re Pump­spei­cher“ (Auch das ist Koko­lo­res, denn gespei­chert wird da gar nichts, statt­des­sen wird die Pro­duk­ti­on ver­scho­ben, wofür man sich als Abwurf­last natür­lich bezah­len lässt. In die­sen 48 Stun­den pro­du­ziert Tri­met auch kein Alu­mi­ni­um, son­dern ledig­lich „vir­tu­ell Strom“, wäh­rend der ech­te anders­wo ver­wen­det wird. Im umge­kehr­ten Fall kann Tri­met die Anla­ge übri­gens nicht dop­pelt so schnell lau­fen las­sen, falls mal beson­ders viel Strom „vir­tu­ell gespei­chert“ wer­den soll. Wie die vola­ti­le Ener­gie­trä­ger Son­ne und Wind, deren Ver­füg­bar­keit und Last nicht nur im Stun­den- oder Tages­be­reich schwan­ken, son­dern ganz erheb­lich jah­res­zeit­lich, über­haupt zum Geschäft einer Alu­mi­ni­um­hüt­te bei­tra­gen soll, lächelt Ingrid Nest­le ein­fach weg. Die Kun­den von Tri­met wer­den sich kaum mit Geld abspei­sen las­sen, wenn sie doch eigent­lich Alu­mi­ni­um kau­fen wol­len. Man kauft kein Metall bei „vir­tu­el­len Kraft­wer­ken“. Oder, um einen alten Flot­ten­spruch über Will­helmz­wo leicht abzu­wan­deln: Und wäh­rend Island schon Alu raus­haut, hat Tri­met noch an der Ener­gie­wen­de gebaut.

Dann wird es rich­tig absurd. Nest­le wirft Sinn vor, er grif­fe sich immer nur eine ein­zi­ge tech­ni­sche Mög­lich­keit her­aus, um zu bewei­sen, dass die­se nicht funk­tio­niert. Das gera­de mach­te Sinn in sei­ner Rech­nung aber nicht. Er bezog aus­drück­lich all das mit ein, was Ingrid Nest­le euphe­mis­tisch als „ganz ganz vie­le Tech­no­lo­gien“ bezeich­ne­te. In der Rech­nung ver­schiebt und glät­tet Sinn den Bedarf, sogar um Mona­te, nicht nur um 48 Stun­den. Er unter­stellt sogar, dass alle Ver­brau­cher das immer so tun könn­ten! Er nimmt auch idea­le Spei­cher ohne Ver­lus­te an. Er bezieht für den Spei­cher­be­darf ganz Euro­pa mit ein…es reicht den­noch nicht. Nicht mal für die Ener­gie­wen­de der Strom­ver­sor­gung. Von ande­ren Sek­to­ren, dem Ver­kehr, der Land­wirt­schaft, der Wär­me­ver­sor­gung und indus­tri­el­len Pro­zes­sen ganz zu schwei­gen! Wie weit soll man als Öko­nom den Grü­nen denn noch idea­le mathe­ma­ti­sche Brü­cken bau­en, bis sie es begreifen?

Auch Nest­les wie­der­hol­te Hin­wei­se auf die Sek­tor­kopp­lung sind gera­de­zu absurd! Denn die ande­ren Sek­to­ren kämp­fen ja mit den­sel­ben irr­sin­ni­gen CO2-Aus­stiegs­sze­na­ri­en wie der Strom­sek­tor. Nest­le macht das Pro­blem also erst ein­mal grö­ßer und glaubt, es dadurch zu lösen. Die „Spit­zen aus der Strom­pro­duk­ti­on aus Son­ne und Wind“ will Ingrid Nest­le in Wär­me­er­zeu­gung und Ver­kehr drü­cken. „Wär­me lässt sich sehr gut spei­chern“ – ja, aber wo? Und Wofür? Wär­me spei­chert man für Wär­me und kurz­fris­tig. Will man sie in Elek­tri­zi­tät umwan­deln, schlägt die Car­not-Schwel­le zu. Wo sind die Spei­cher, mit denen sich bei­spiels­wei­se die Juli­son­ne in won­ni­ge Janu­ar­wär­me ver­wan­deln lie­ße? Oder die April­stür­me, die im März ein Elek­tro­au­to auf­la­den? In Stra­te­gie­pa­pie­ren spei­chert man lei­der nur Hirn­ge­spins­te, jedoch kei­ne Energie!

Sol­che Sek­tor­kopp­lun­gen gibt es abseits der bewähr­ten Kraft-Wär­me-Kopp­lung die weit vor der Ener­gie­wen­de erfun­den wur­de, gera­de nicht – außer natür­lich in Bezug auf die bekann­ten, neue­ren Las­ten, wie sie mit dem Pro­jekt „Elek­tro­mo­bi­li­tät“ ent­ste­hen. Jeder Tes­la, der irgend­wo im Land an einen Super­char­ger ange­schlos­sen wird, bringt uns dem ener­ge­ti­schen Black­out ein klei­nes Stück­chen näher. Der Umstieg auf Erneu­er­ba­re im Strom­sek­tor rückt also in Wirk­lich­keit in immer wei­te­re Fer­ne, weil der Ener­gie­be­darf im Ver­kehrs­sek­tor auch noch zur Elek­tro­en­er­gie hin­über­wech­selt. Es ist, als brül­le man Sisy­phos unge­dul­dig an, weil er den Stein zu lang­sam den Berg hin­auf rollt. Und um ihm Bei­ne zu machen, hängt man ihm noch einen Mühl­stein um den Hals.

Egozentrisches grünes Weltbild

Sinn ver­weist auf die EU-wei­te geo­lo­gi­sche eSto­rage-Stu­die, wel­che 2017 fest­ge­stellt hat, dass mit dem maxi­ma­len Poten­zi­al für den Aus­bau von Pump­spei­chern 54% des euro­pa­wei­ten Spei­cher­be­darfs im End­aus­bau der Erneu­er­ba­ren abge­puf­fert wer­den könn­ten. Theo­re­tisch! Dann stün­de aber euro­pa­weit über­all dort ein Spei­cher­kraft­werk, wo der Geo­lo­gen­ham­mer nie­der­saust. Kaum aus­zu­den­ken und auch nicht ohne mas­si­ve Anwoh­ner­pro­tes­te und Umsied­lun­gen mach­bar – letz­te­res ist bekannt­lich ein Tot­schlag­ar­gu­ment gegen die Braun­koh­le­ta­ge­baue, die uns nach ihrer Rena­tu­rie­rung zumin­dest inter­es­san­te Land­schaf­ten hinterlassen.

Die „Rena­tu­rie­rung“, wie sie Fol­ge der ver­korks­ten Ener­gie­wen­de sein wird, ist aber eher nicht von der Kate­go­rie „Nah­erho­lung“, son­dern „Ener­gie­man­gel­wirt­schaft“. Ingrid Nest­le zeigt an die­ser Stel­le, wie ego­zen­trisch und klein die Welt der Grü­nen wirk­lich ist, indem sie die 54% mit einer ande­ren Zahl weg­zu­wi­schen ver­sucht. „Ich glau­be die­se Zah­len [die der EU-Stu­die] nicht. Ich kann sol­che Din­ge rech­nen. Wir haben heu­te 40 und sie sagen, mehr als 50 geht gar nicht?“

Sie hat­te über­haupt nicht begrif­fen, wor­um es Sinn ging. Fixiert auf den hero­isch her­bei­ge­rech­ne­ten Anteil Erneu­er­ba­rer, der irgend­wie bei 40% in der Sum­me liegt, aber im Jah­res­ver­lauf jetzt schon zwi­schen nahe Null und weit über 100% schwankt, begreift sie ein­fach nicht, dass sich so kei­ne Ver­sor­gungs­si­cher­heit her­stel­len lässt. Und die eSto­rage-Stu­die war sogar auf der Suche nach einer euro­päi­schen Lösung und kann sie den­noch, sogar was die theo­re­ti­sche Spei­cher­ka­pa­zi­tät angeht, nicht finden.

Sind norwegische Speicher anders als deutsche?

Frau Ober­schlau denkt jedoch nur an deut­sche Befind­lich­kei­ten, für die sie gern die Nach­barn mit ein­spannt. Nor­we­gen etwa hat in die­sem Plan kei­ne ande­re Auf­ga­be, als deut­sche Ener­gie­spit­zen abzu­puf­fern, darf sich also bei Fer­tig­stel­lung des 2 Mil­li­ar­den Euro teu­ren Unter­see­ka­bels schon mal als elek­trisch besetzt anse­hen. Übri­gens ist es sicher kein Zufall, dass die Kapa­zi­tät die­ses Kabels etwa der Leis­tung eines Atom­kraft­werks ent­spricht, und gera­de dann fer­tig wer­den soll, wenn Phil­ipps­burg II vom Netz geht. Höchs­te Zeit, möch­te man meinen.

Nor­we­gi­sche Spei­cher schei­nen also drin­gend benö­tigt zu wer­den, wäh­rend deut­sche Spei­cher einer­seits „kaum benö­tigt” wer­den und ande­rer­seits „kaum im Netz zu hal­ten sind“. Fin­den Sie das nicht auch etwas merk­wür­dig, lie­be Leser?

Man wird sehen, wie belast­bar die Koope­ra­ti­on mit nor­we­gi­schen Lauf­was­ser­kraft­wer­ken sein wird, denn um sol­che han­delt es sich. Wozu soll­ten die Nor­we­ger auch Pump­spei­cher bau­en, Was­ser­kraft aus Stau­stu­fen reich­te ja für ihren Eigen­be­darf bis­her aus. Im Win­ter, wenn in Nor­we­gen und auch bei uns erhöh­ter Ener­gie­be­darf besteht, füh­ren übri­gens auch nor­we­gi­sche Flüs­se weni­ger Was­ser, wes­halb im Ernst­fall wohl eher in Ham­burg als in Oslo die Lich­ter aus­ge­hen werden.

Die „Unsicherheit der Märkte“

Nest­les Ver­such, die Debat­te durch eine Art „Bas­ta“ der Fach­frau wie­der an sich zu rei­ßen, kommt mit einer Über­heb­lich­keit daher, wie sie nur Men­schen auf­brin­gen kön­nen, denen die Son­ne ihrer eige­nen Ideo­lo­gie förm­lich aus jedem Knopf­loch scheint. „Wir Tech­ni­ker haben die­se Optio­nen alle durch­ge­rech­net und natür­lich funk­tio­niert das“ – ähn­lich hät­ten sich wohl auch Tep­co-Tech­ni­ker aus Fuku­shi­ma am 10.3.2011 über die Tsu­na­mi-Sicher­heit ihres Kraft­werks geäu­ßert. Aber ich wür­de doch zu gern Nest­les Rech­nung sehen, genau wie ich Baer­bocks Rech­nung sehen woll­te (und nie zu Gesicht bekam). Beson­ders inter­es­sie­ren mich die Varia­blen im Ver­brauch (Last) und unter wel­chen Umstän­den man­che davon mit Null Ener­gie aus­kom­men müssen.

Auch wol­len die Grü­nen die „Unsi­cher­heit aus den Märk­ten neh­men“ – Unsi­cher­hei­ten, die erst durch grü­ne Poli­tik in die Märk­te kamen! Man zer­schlägt mit dem ideo­lo­gi­schen Ham­mer eine funk­tio­nie­ren­de Ener­gie­ver­sor­gung und bie­tet dann sei­ne Exper­ti­se beim Wie­der­auf­bau an. Das ist schon dreist. Nest­le dazu: „Damals, als die Erneu­er­ba­ren wirk­lich teu­er waren, da haben wir ganz viel zuge­baut in Deutsch­land“ – Exakt. Zum ungüns­tigs­ten Zeit­punkt und zum ungüns­tigs­ten Preis. Aber Geld spiel­te ja kei­ne Rol­le, weil das EEG aus­ge­rech­net die teu­ers­ten Ener­gie­for­men bevor­zug­te. „…und wir haben es damit geschafft als Deutsch­land die Ener­gie­ent­wick­lungs­kos­ten zu über­neh­men“ – Auch rich­tig! Wir haben die Lern­kur­ve der gan­zen Welt bezahlt. Nur dass die Chi­ne­sen das alles am Ende eben um eini­ges güns­ti­ger konn­ten als alle deut­schen Anbieter!

Die deut­sche Solar­bran­che kam schon kom­plett unter die Räder des Welt­mark­tes, als die Sub­ven­tio­nen noch kräf­tig spru­del­ten. „…des­halb tra­gen wir noch den Ruck­sack EEG-Umla­ge mit uns her­um. Aber jetzt, wo wir ern­ten kön­nen, hören wir auf, zuzu­bau­en“ – Doch der Zubau stockt vor allem, weil man mit dem ver­än­der­ten EEG dazu über­ge­gan­gen ist, Anla­gen wirk­lich aus­zu­schrei­ben und nicht jedes Wind­rad auf Teu­fel komm raus über den gesam­ten Inves­ti­ti­ons­zeit­raum zu fördern.

Der Markt hat (teil­wei­se) über­nom­men und der sagt im Namen der Ver­brau­cher: wer­det bil­li­ger! Vor allem des­halb wer­den kaum noch neue Anla­gen mehr gebaut. Mit den zu erzie­len­den Strom­prei­sen las­sen sich die Anla­gen ein­fach nicht betrei­ben. Gewin­ner im Sys­tem sind nicht die ehe­ma­li­gen Strom­gi­gan­ten – gehen Sie mal auf eine Haupt­ver­samm­lung von Eon oder RWE, wenn sie Elend und Ver­fall sehen wol­len – son­dern die Sub­ven­ti­ons­emp­fän­ger, die kein Risi­ko tra­gen müssen.

Rucksack EEG

Und wäh­rend sich Ingrid Nest­le über die tol­le „Ern­te“ des jahr­zehn­te­lan­gen Sub­ven­ti­ons­wahn­sinns freu­en möch­te, müs­sen die ers­ten der Anla­gen bereits wie­der abge­baut und ver­schrot­tet wer­den. Die Res­te fin­den beim Ver­bren­nen oder dem „Zweit­markt“ in Ander­land eine ähn­lich sinn­vol­le grü­ne Anschluss­ver­wen­dung, wie das Ver­schüt­ten von Alt­öl in Natur­schutz­ge­bie­ten oder der Export von Elek­tro­schrott nach Afri­ka. Aus dem Auge, aus dem Umwelt­sinn. Den „Ruck­sack“ EEG tru­gen und tra­gen näm­lich die Ver­brau­cher, wäh­rend den „Inves­to­ren“ siche­rer Gewinn und Risi­ko­lo­sig­keit garan­tiert wur­de. Das gibt Ingrid Nest­le sogar expli­zit zu wenn sie sagt „Was das EEG macht ist, es nimmt das Risi­ko aus der Inves­ti­ti­on raus“. Eine gigan­ti­sche Umver­tei­lung von unten nach oben ist da im Gan­ge, aber wen juckt das schon, wenn das grü­ne Gewis­sen nicht greint.

Ist die Sache denn wirk­lich so risi­ko­los? Lei­der auch nicht, weil das Risi­ko dann eben bei jenen liegt, die es den Betrei­bern der Anla­gen abneh­men – also beim regelnd und bevor­mun­dend ein­grei­fen­den Staat, hin­ter dem der wehr­lo­se Steu­er­zah­ler steht. Dass die Betrei­ber des Zubaus der „Erneu­er­ba­ren“ nun plötz­lich einem Preis­ri­si­ko aus­ge­setzt sein sol­len, weil die Sub­ven­tio­nen aus­lau­fen wer­den, gefällt der Wind- und Solar­lob­by ver­ständ­li­cher­wei­se nicht.

Und weil Frau Nest­le gera­de in der ideo­lo­gi­schen Acker­fur­che ist, bringt sie das Ham­mer­ar­gu­ment des Abends: „Tut man das Risi­ko rein, ver­die­nen die Ban­ken einen Hau­fen Geld“ – und das sol­len sie natür­lich nicht! Denn statt dass die Betrei­ber sol­cher Anla­gen, die ja laut Aus­sa­ge Ingrid Nest­les so bil­lig pro­du­zie­ren kön­nen wie nie, eine ange­mes­se­ne Risi­ko­be­prei­sung in Form von Zin­sen zah­len müs­sen, möch­te man die Gewin­ne mit Steu­er­geld sub­ven­tio­niert las­sen und das Risi­ko verstaatlichen.

Ingrid Nestle, die perfekte Besetzung für eine DDR-Plankommission

Es dürf­te genau die­ser Moment gewe­sen sein, in dem Pro­fes­sor Sinn das Wort „Wis­sens­an­ma­ßung“ erst­mals durch den Kopf ging, wel­ches aus­zu­spre­chen er sich lei­der fast bis zum Schluss ver­kniff. Die Grü­nen maßen sich an, der gro­ße, hell­sich­ti­ge Pla­ner und Len­ker der Wirt­schaft zu sein. Ange­sichts der Hybris, Plä­ne bis ins Jahr 2030 und dar­über hin­aus fest­schrei­ben zu wol­len, wür­de jeder Chef der DDR-Plan­kom­mis­si­on wohl blass wer­den vor Ehr­furcht und Neid.

Ein wich­ti­ger posi­ti­ver Effekt, der dem EEG letzt­lich eigen sei, ist nach Nest­le offen­bar die Aus­schal­tung der Ban­ken, weil die Betrei­ber die Koh­le direkt vom Staat bekom­men. Dass Ban­ken die Din­ger ohne­hin kaum noch anfas­sen, weil gan­ze Plei­te­wel­len von Bür­ger­wind­parks und ande­ren win­di­gen Anla­gen durch die Repu­blik und Euro­pa gelau­fen sind mal bei­sei­te. Da setzt man doch lie­ber auf das dum­me poli­tisch ver­teil­te Geld der Steuerzahler.

Doch wenn Grü­ne Poli­ti­ker fest­le­gen, wel­che Finan­zie­run­gen durch Geschäfts­ban­ken und wel­che durch Steu­er­kne­te zu erfol­gen hat, wie sol­len sich da über­haupt Märk­te und Prei­se bil­den? Das Geld, dass der Strom­kun­de angeb­lich spart, weil er es nicht den „gie­ri­gen Ban­kern“ in den Rachen wirft, zieht der Staat dem Steu­er­zah­ler doch vor­her aus der­sel­ben Tasche! Irgend­wer muss Nest­le und ihren grü­nen Spieß­ge­sel­len doch mal ver­kli­ckern, dass „Strom­kun­de“ und „Steu­er­zah­ler“ nur zwei Pseud­ony­me für ein und den­sel­ben Beu­tel sind!

Und es kommt noch besser…

Frau Nest­le, das alles klingt, mit Ver­laub, völ­lig über­ge­schnappt! Und mir gehen schon nach zwei Drit­teln der Sen­dung die patho­lo­gi­sie­ren­den Über­spit­zun­gen aus. Noch eine Schip­pe drauf legt Nest­le näm­lich mit ihrer Begrün­dung, war­um die EEG-För­de­run­gen unbe­dingt bei­be­hal­ten wer­den müs­sen. War­um, fragt der ver­wirr­te Leser, muss aber noch Geld flie­ßen, wenn die Trans­for­ma­ti­on einer micke­ri­gen Indus­trie in eine Vor­zei­ge-Indus­trie von Welt­rang längst gelun­gen sei?  Das kommt daher – und ich muss hier etwas ein­damp­fen – weil der Öko­strom jetzt so bil­lig ist und Ingrid Nest­le end­lich „die Ern­te ein­fah­ren“ will. Geld ist offen­bar ein wil­li­ger Ern­te­hel­fer – die­se The­se zumin­dest darf mitt­ler­wei­le als bestä­tigt betrach­tet werden.

War­um man aber Öko­strom zuerst sub­ven­tio­niert, weil es sonst zu teu­er wäre, dann aber die­se Sub­ven­tio­nen bei­be­hal­ten wer­den muss, weil der Strom jetzt angeb­lich bil­li­ger gewor­den sei, erschließt sich wohl nur einen Jun­kie, der auf der Suche nach dem nächs­ten Schuss ist. Grün­de eben! Frag‘ nicht so blöd, EEG-Zah­ler! Es han­delt sich hier­bei nur nicht um Hero­in, son­dern um die Nadel vol­ler Steu­er­geld. Falls es noch nie­man­dem auf­ge­fal­len ist: Die Solar­in­dus­trie in Deutsch­land ist längst an einer Über­do­sis Sub­ven­ti­on ver­en­det und bei der Windin­dus­trie kön­nen wir gera­de das Deli­ri­um eines kal­ten Ent­zugs bestaunen.

Verbote? Ach nicht doch!

Und so geht es wei­ter und wei­ter. Mein Kopf sinkt mal um mal ver­zwei­fel­ter und mit einem völ­lig un-athe­is­ti­schen „Oh mein Gott“ in mei­ne Hän­de. Die Ener­gie­wen­de ist eben Kan­zel- und Glau­bens­sa­che, wobei Ver­bo­te ihr schon hier und da auf die Sprünge…

Ein­spruch von Sei­ten Nest­les! Ver­bo­te sei­en die Plä­ne der Grü­nen näm­lich nicht, meint sie. Man wol­le nur Prei­se „gera­de­rü­cken“, an „gewis­sen Stel­le Leit­plan­ken ein­zie­hen“ sowie Wirt­schaft und Ver­brau­chern die „viel­fäl­ti­gen Instru­men­te“ zei­gen – ein Begriff, der fatal an mit­tel­al­ter­li­che Ver­hör­me­tho­den erin­nert. Das sei doch kein Verbot!

Doch, genau das ist es. Aber wir kön­nen uns auf den Begriff „Ver­un­mög­lich­ma­chung“ ver­stän­di­gen, wenn „Ver­bot“ zu hart klingt. Was spä­ter unmög­lich gemacht wird, das kann man zwar noch wol­len (es lebe der freie Wil­le), aber eben nicht mehr umset­zen. Selbst in der DDR war es nicht ver­bo­ten, sich vor­zu­stel­len, nach Aus­tra­li­en aus­zu­wan­dern. Ver­un­mög­licht war es schon. Wo poli­ti­scher und finan­zi­el­ler Druck aus­ge­übt wird, soll­te man heu­te schon ein Ver­sor­gungs­amt oder Bun­des­tags­man­dat in der Hin­ter­hand haben, um dem Kon­for­mi­täts­druck stand­hal­ten zu kön­nen und als Fir­ma auch der Ver­lo­ckung der Bestechung durch Sub­ven­tio­nen wider­ste­hen. Letz­te­ren macht die Poli­tik näm­lich Ange­bo­te, die sie nur schwer ableh­nen kön­nen. Die Beto­nung die­ses Sat­zes ler­nen wir in „Der Pate”. Ich fin­de ja ohne­hin, dass im Zusam­men­hang mit der Ener­gie­wen­de die Begrif­fe „Erpres­sung“ und „Mafia” viel zu sel­ten ver­wen­det werden.

Letzt­lich ver­sucht Ingrid Nest­le sogar – und merkt es wohl nicht ein­mal selbst – am Bei­spiel der Ener­gie­wirt­schaft nach­zu­wei­sen, dass die Markt­wirt­schaft prin­zi­pi­ell nicht funk­tio­nie­ren kann „weil nicht die rich­ti­gen Inves­ti­tio­nen in die Zukunft getrof­fen wer­den.“ Die Unsi­cher­heit sei zu hoch. Ach was! Der ver­blüff­te Zuschau­er erfährt also, dass Poli­ti­ker, zumin­dest die Grü­nen, rich­ti­ger und bes­ser inves­tie­ren kön­nen – die Grü­nen Gar­den ken­nen näm­lich nur Gewiss­hei­ten, Unsi­cher­hei­ten sind ihnen gänz­lich fremd! Das ist Wis­sens­an­ma­ßung wie aus einem Bil­der­buch über poli­ti­sche Mons­tro­si­tä­ten. Spä­tes­tens jetzt müss­te eine zit­tern­de Faust mit Zigar­re aus dem Grab Lud­wig Erhards her­vor­ra­gen. Doch nichts pas­sier­te, Nest­le plap­per­te noch fast 20 Minu­ten wei­ter und Pro­fes­sor Sinn ver­mit­tel­te den Ein­druck, als sei er als Farb­be­ra­ter in eine Klas­se Taub-Blin­der AHDS-Kin­der geraten.

Fazit

Wenn Grü­ne von „Instru­men­ten“ oder „Leit­plan­ken“ reden, braucht man ein schnel­les Pferd. Auto geht ja dem­nächst nicht mehr, besor­gen Sie sich also einen guten Sat­tel. Ins­ge­samt sehe ich nach der­ar­ti­gen, völ­lig von Selbst­kri­tik frei­en Auf­trit­ten wie dem Ingrid Nest­les nur noch eine Spur schwär­zer für ein nen­nens­wert indus­tria­li­sier­tes Deutsch­land. Es wird immer so wei­ter­ge­hen, nie­mand hört mehr auf die Beden­ken der Kri­ti­ker. Nach einer Scham­frist wird die Regie­rung die Ver­zweif­lungs­brem­se „1000-Meter-Abstand-Regel*“ auf­ge­ben, die Sub­ven­tio­nen wer­den wie­der kräf­ti­ger spru­deln als gäbe es kein Mor­gen, weil „Risi­ko aus dem Sys­tem“ genom­men wer­den soll und unse­re Nach­barn wer­den uns den Black­out so gut und lan­ge es eben geht vom Hal­se hal­ten, weil sie an einem Black­out im Her­zen Euro­pas nichts zu gewin­nen haben.

Die Grü­nen, die Zau­ber­lehr­lin­ge die­ser ver­korks­ten „Einer geht noch, einer geht noch raus…“-Energiewende, wer­den den Laden schon noch nach­hal­tig gegen die Wand fah­ren. Der Scha­den dürf­te sich für das Uni­ver­sum in Gren­zen hal­ten. Das vir­tu­el­le Uni­ver­sum der Grü­nen, in dem die Son­ne nie unter­geht, in dem das Netz der Spei­cher ist, den man eigent­lich nicht braucht, weil man so schlau ist, den man aber in Nor­we­gen zukauft, weil man so schlau ist…dieses Uni­ver­sum wird hof­fent­lich nach­hal­tig Scha­den neh­men. Eigent­lich kann ich es kaum erwar­ten. Nach wie vor bit­te ich jedoch um eini­ge Tage Vor­warn­zeit, ich muss näm­lich noch eini­ge Vor­be­rei­tun­gen tref­fen.

Lie­be Leser, wenn Sie es bis hier­her geschafft haben, möch­te ich mich abschlie­ßend bei Ihnen für Ihre Engels­ge­duld bedan­ken. Der Text ist wirk­lich etwas zu lang gera­ten. Im Ver­gleich zur Zeit, die gefühlt bei der Betrach­tung der Phoe­nix-Sen­dung ver­strich, ver­ging sie mir bei die­se Replik jedoch wie im Fluge.

* Auf­fäl­lig ist, dass Grenz­wer­te, die dem Schutz der Gesund­heit die­nen, nur dann viel zu streng sind, wenn sie die Ener­gie­wen­de betref­fen. Sol­che Grenz­wer­te abzu­leh­nen und in ihnen eine Gän­ge­lung sowie welt­frem­de Wich­tig­tue­rei und Ver­hin­de­rungs­po­li­tik zu sehen, ist zum Bei­spiel bei Stick­oxi­den und Fein­staub nicht gestat­tet. Bei der Abstands­re­gel von Wind­an­la­gen schon!

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26 Kommentare

  1. Das Pro­blem sind nicht die Grü­nen, denn sie haben ja eigent­lich kei­ne Mehr­heit. Das Pro­blem sind die meis­ten ande­ren Par­tei­en, die in einem Kuschel­kurs die­se grü­ne Ideo­lo­gie unterstützen.

    • Lei­der sind, wie die letz­ten Wah­len bewei­sen, nicht nur die ande­ren Par­tei­en das Pro­blem. Das Pro­blem ist in der Haupt­sa­che der Wäh­ler, der medi­en­ge­trie­ben den Grü­nen in Scha­ren hin­ter­her­läuft. Man möch­te mei­nen der Rat­ten­fän­ger von Hameln sei wie­der aktiv. Aber wo soll es denn bei die­sem Bil­dungs­sys­tem und der all­täg­li­chen Reiz­über­flu­tung auch her kom­men? Wer cle­ver und jung ist kann die­sem Deutsch­land nur noch den Rücken zudrehen!

      R. S.
      Dipl.-Ing. für Umwelt­wis­sen­schaf­ten und Verfahrenstechnik

  2. Spä­ter Leser­brief, aber ich fand erst jetzt die Zeit, mir die­se Sen­dung mal anzuschauen.

    „Die­se Sen­dung ist nicht leicht zu ertra­gen und ich muss Pro­fes­sor Sinn für sei­nen Lang­mut den Orden „Floh­zir­kus­di­rek­tor ers­ter Klas­se“ verleihen.“

    Das war aber eine glat­te Unter­trei­bung. Die­se Sen­dung oder viel­mehr der Blöd­sinn, den Nest­le da vor­trägt, ist nicht nur nicht leicht, son­dern über­haupt nicht zu ertra­gen. Ich bin bei den 48 Stun­den Pro­duk­ti­ons­un­ter­bre­chung bei Tri­me­th als vir­tu­el­lem Strom­spei­cher aus­ge­stie­gen. Mei­ne Güte, wenn der­ar­ti­ge Dummschwätzer*innen die Ver­siert­heit der deut­schen Sach­po­li­tik reprä­sen­tie­ren, dann wun­dert mich gar nichts mehr.

  3. Sehr guter Arti­kel! Dan­ke dafür. Es macht einem Mut, man ist mit der Ein­schät­zung der Lage, und ins­be­son­de­re der Grü­nen, nicht allein. Heinz-Wer­ner sinn muss man loben. Ein Hoffnungsträger!

  4. Nein, der Text war zu kurz. Köst­lich! Ich hab mit­un­ter herz­lich gelacht. Wohlan…

  5. Schau­en Sie sich die letz­ten 10 Minu­ten der Sen­dung genau an und ach­ten Sie auf die Kör­per­spra­che der Frau Nestle.
    Da spä­tes­tens näm­lich weiß sie, dass Herr Prof. Sinn die bes­se­ren Argu­men­te vor­ge­bracht hat­te und nun hilft ihr bloß der Rück­zug auf die emo­tio­na­le Ebe­ne. Sie zeigt das in einer eher kind­li­chen Art durch kör­per­li­ches Weg­dre­hen, Gri­mas­sen und Gela­che. Von da an ist jede Dis­kus­si­on (Aus­tausch von Argu­men­ten) sinnlos.

    Ich möch­te ihr zugu­te hal­ten, dass sie es, ideo­lo­gie­be­seelt, gut meint und nicht bewusst etwas Unrich­ti­ges ver­tritt. Mei­ner Ein­schät­zung nach ist sie, wie so vie­le, die medi­en­wirk­sam in der Öffent­lich­keit ste­hen, wil­li­ge aber nai­ve Erfül­lungs­ge­hil­fin der tat­säch­li­chen Energiewendeprofiteure.

    Es geht doch bloß um Geld. Viel Geld. Dem soll­ten Sie, ver­ehr­ter Herr Letsch, folgen.

  6. Sehr geehr­ter Herr Letsch, vie­len Dank für die­sen betö­ren­den Ein­blick in das grü­ne Toll­haus. Inhalt­lich haben Sie alles Nöti­ge geschrie­ben. Und mun­ter klapst die Müh­le am Bach. Frau Rest­le oder Best­le oder was-auch-immer ist die „Spre­che­rin der Grü­nen in Ener­gie­wirt­schaft“, habe ich das recht ver­stan­den? Spre­che­rin & Den­ke­rin? Sie „kann sol­che Din­ge rech­nen“? In echt? Mit Taka-Tuka-Mathe­ma­tik? Mit Hula-Hop-Ener­gie? Mit Pen­del­lo­gik? Lachen nun die Kobol­de und krei­sen wie irre im Netz? Oder ist das Wahn­haf­te nur eine Camou­fla­ge des Betrü­ge­ri­schen, ein adap­tier­ter Habi­tus? Wenn Sie pas­sen­de Voka­beln suchen, so hält das Latei­ni­sche eini­ge plas­ti­sche bereit, z.B.: astro­sus, insa­nus, deli­rus, lam­pha­ti­cus, phre­ne­ti­cus, lympha­tus, amens, cere­bro­sus, vesa­nus, demens, furio­sus. Dür­fen wir von einem asyl­um astro­sar­um viri­di­um spre­chen, wel­ches die Heim­stät­te der „Spre­che­rin“ ist? Das wäre nicht das Pro­blem, wür­de der Dt. Dackel in sei­ner Mas­se nicht alles so hin­neh­men unter der mater inep­torum omnium.

  7. Ich habe den Ein­druck, beson­ders die Grü­nen legen gro­ßen Wert dar­auf ihre Poli­ti­ker mit Auf­ga­ben zu betrau­en denen sie auf Grund ihrer Vor­bil­dung nicht gewach­sen sind.
    Vor zwei Tagen hat Frau Kot­ting-Uhl in Welt Online einen Bei­trag mit dem Titel „Atom­kraft ist von ges­tern ” ver­öf­fent­licht. Nun kann man ja zur Atom­kraft ste­hen wie man möch­te, aber Frau Kot­ting-Uhl kommt zur Ein­schät­zung, nicht nur die bestehen­den Atom­kraft­wer­ke sind von ges­tern son­dern auch die Reak­to­ren der neu­es­ten Genera­ti­on sind es und Fusi­ons­kraft­wer­ke kämen nie ans Laufen.
    Nun muss man wis­sen, Frau Kot­ting-Uhl hat Ger­ma­nis­tik, Anglis­tik und Kunst­ge­schich­te ohne Abschluss stu­diert. Woher nimmt die­se Frau also das Fach­wis­sen für ihre prä­zi­se Expertise?
    Wie man sieht, Frau Nest­le ist mit ihrem aus­ge­präg­ten Fach­wis­sen nicht allein bei den Grünen.
    Und ich freue mich auf die Zeit, wenn die­se Exper­ten unser Land führen.

  8. Ich hat­te immer gedacht, Frau Baer­bock sei die ein­zi­ge Frau bei den Grü­nen, die sooo „intel­li­gent” ist, aber die­se Frau ist noch viiiiel „Intel­li­gen­ter”.

  9. Es gibt hier­zu­lan­de vie­le Leu­te, die die Grü­nen gut fin­den. Grob über­schla­gen und rein ten­den­zi­ell pro­gnos­ti­ziert, ich bin mal so frei: 20% Grü­ne, dann 15% Lin­ke und immer­hin noch 10% SPD. Da sich die Uni­on nicht mehr unter­schei­det und auch noch 20% Zuspruch erhält, hat der Wahn­sinn die Mehr­heit. Die­se 65% wer­den noch von 5% Ori­en­tie­rungs­lo­sig­keit der FDP unter­stützt. Ist doch alles klar. Das Ergeb­nis bestimmt eine Wäh­ler­schaft von 45% der Wahl­be­rech­tig­ten, also die Min­der­heit. Der Wahn­sinn nimmt sei­nen Lauf und alle freu­en sich – noch. Wenn es dann ein­mal so weit ist, dass Heu­len und Zäh­ne­klap­pern ange­sagt ist, kommt viel­leicht wie­der Ver­nunft ins Spiel und in 50 Jah­ren ist wie­der alles repa­riert – viel­leicht. Vor­aus­ge­setzt es gibt noch ein­mal so eine Chan­ce wie den Marshallplan.

  10. Vie­len Dank für die­se scho­nungs­lo­se Demas­kie­rung die­ser abso­lut welt­frem­den Öko­mar­xis­tin. Und nein, der Text ist nicht zu lang gera­ten. Im Gegen­teil, ich hät­te gern noch schmun­zelnd weitergelesen.

    • Ist das eine Gru­sel­ko­mö­die? Zum Schmun­zeln war mir dabei nicht. Ich emp­fand es eher wie der Autor: Der Wahn­sinn nimmt sei­nen Lauf und lässt sich nicht aufhalten.

      • Ich habe die Sen­dung live gese­hen. Und ja, für mich war es eine Gru­sel­ko­mö­die, die nur mit einer gesun­den Por­ti­on Sar­kas­mus halb­wegs erträg­lich war. Dass es ande­rer­seits erschre­ckend ist, welch rea­li­täts­frem­de skur­ri­len Typen für die Grü­nen im Bun­des­tag sit­zen, steht natür­lich auf einem ande­ren Blatt. Für mich steht schon lan­ge fest, dass es mit unse­rem Land noch viel stei­ler abwärts gehen muss, bevor es wie­der auf­blü­hen kann. Mit Figu­ren wie Nest­le, Habeck, Baer­bock & Co. dürf­te der Auf­prall nicht mehr all­zu lan­ge auf sich war­ten lassen.

  11. Ich habe da zufäl­lig ein­ge­schal­tet und habe mich nur gefragt, wer wählt so etwas? Nach Umfra­gen über 20% – und wer Uni­on oder SPD wählt, wählt ja auch grü­ne Poli­tik auto­ma­tisch mit.

    • Ver­ges­sen Sie die Blut­ro­ten und die Gel­ben nicht, die zäh­len auch zur Rot­front-Neu­auf­la­ge in der DDR 2.0. Zusam­men 87 Pro­zen­te. Der Kom­mu­nis­mus wird siegen.

  12. Es ist egal, ob Nest­le, Hof­rei­ter, Trit­tin, Schulz&Schulze Unsinn reden. Der Deut­sche Wäh­ler möch­te end­lich bei den Guten sein und die Welt mitret­ten dür­fen. Er folgt jeden Spin­ner. Logik spielt kei­ne Rol­le. Kol­lek­ti­ves Dun­ning-Kru­ger Effekt för­dert den Weg zur Idio­kra­tie. Quo­ten sind ein Rie­sen­schritt dahin. Wer wür­de noch flie­gen, wenn der Pilot per Quo­te aus den Pas­sa­gie­ren gewählt wird.

  13. Mir scheint, es geht nicht anders, als die Anlei­tun­gen für „Prep­per” zu stu­die­ren und das für sich selbst Pas­sen­de zu unter­neh­men. Der Autor gesteht es ja! Er bit­tet vor dem Black­out um eini­ge Tage Auf­schub, um sei­ne Vor­be­rei­tun­gen zu treffen!

  14. „auf der Suche nach dem nächs­ten Schuss ist. Grün­de eben! Frag‘ nicht so blöd, EEG-Zahler!”
    .
    Grün­de = Grüne ?

  15. Ver­mut­lich hat die­se Ener­gie­ex­per­tin zu oft in dem Kin­der­bil­der­buch von der Maus Fre­de­rik geblättert.
    Wäh­rend die ande­ren Mäu­se im Som­mer flei­ßig Vor­rä­te für den Win­ter ein­sam­mel­ten, lag Fre­de­rik nur müßig in der Son­ne. Auf sein Ver­hal­ten ange­spro­chen, sag­te er, dass er Son­nen­strah­len für den Win­ter einsammele.
    So geschah es, dass für die Mäu­se auch im Win­ter die Son­ne die nöti­ge Wär­me brachte.

    Geht doch !!

  16. Just in time, das soll­te auch für den Strom gel­ten. Ver­trä­ge mit den Son­ni­gen und Win­di­gen gehö­ren ange­passt. Ein Bei­spiel : „Am 24. Dezem­ber ver­pflich­tet sich das Unter­neh­men „Woher-auch-Immer” zur Lie­fe­rung von x Watt­stun­den zwi­schen 18 und 22 Uhr. Bei Nicht­er­fül­lung wird eine Kon­ven­tio­nal­stra­fe von 10.000.000 € festgelegt.”
    Schnell wäre der Spuk beendet.

  17. Es ist nicht zu fas­sen. Aber es ist nie­mand, zumin­dest in der sog. Regie­rung, in der Lage, die Aus­wir­kung von sol­chen idio­ti­schen Ent­schei­dun­gen zu begrei­fen. Es bleibt nur der Satz: Gefähr­lich wird es, wenn Dum­me fleis­sig werden.

  18. Die grü­ne Nest­le, die außer der Wis­sens­an­ma­ßung auch noch die Ahnungs­lo­sig­keits­ober­ho­heit erfun­den hat, ward hier­mit per­fekt gegrillt und durch die Winsch gedreht, so wie es ihr gebührt. Nicht zu lang!, bei­lei­be nicht.

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