Eine Rezen­sion zum Buch von Alex Feu­er­herdt und Florian Markl. Wer Bücher wie dieses wirk­lich inten­siv liest, bekommt eine Vor­stel­lung davon, was es heißt, sich ein Thema wirk­lich zu erar­bei­ten. Es ist zeit­auf­wän­dig, in den Quellen nach­zu­schla­gen, aber ich habe es immer wieder getan, um Gewiss­heit über das zu erlan­gen, was ich doch schon aus eigenen Recher­chen und Arti­keln oder aus anderen Büchern kannte. Die Fakten spre­chen eine klare Sprache und in Sachen Israel und UN besteht diese Sprache seit Jahr­zehn­ten vor­wie­gend aus grund­lo­sen Ver­ur­tei­lun­gen, halt­lo­sen Unter­stel­lun­gen, gefälsch­ten Anschul­di­gun­gen und der Ver­harm­lo­sung von Terror. Tuvia Tenen­boms Buch „Allein unter Juden“ lie­ferte bereits vor einigen Jahren einen guten Über­blick über Agenda und Vor­ge­hens­weise von UN und den zahl­rei­chen NGO in Israel, das Buch von Feu­er­herdt und Markl liefert ein chro­no­lo­gisch sor­tier­tes eis­kal­tes Buffet an Fakten dazu, dass einem beim Beladen des Tellers schon schlecht werden kann. Ange­kom­men auf Seite 239 von „Ver­einte Natio­nen gegen Israel“ gab mein Text­mar­ker auf – leer. Aber da lagen nur noch 43 Inhalts­sei­ten vor mir, den Rest des Buches bilden 701 Quellen-Anmer­kun­gen und 22 Seiten ver­wen­dete Lite­ra­tur. Was der Umfang des Buches zunächst nur erahnen lässt, zeigt sich spä­tes­tens dort: es ist eine der wohl umfang­reichs­ten und voll­stän­digs­ten Arbei­ten zum Thema.

Die Autoren schla­gen einen weiten Bogen und beschrei­ben zunächst aus­führ­lich die Situa­tion vor der Grün­dung Israels, also das Ende des osma­ni­schen Reichs nach dem ersten Welt­krieg, die Völ­ker­bund-Mandate der Briten und Fran­zo­sen sowie die wach­sen­den Span­nun­gen zwi­schen der bri­ti­schen Besat­zungs­macht und der ara­bi­schen und jüdi­schen Bevöl­ke­rung im Man­dats­ge­biet, welches das heutige Israel, die umstrit­te­nen Gebiete und Jor­da­nien umfasste. Der Prag­ma­tis­mus der Briten, die sich im Vorfeld der Grün­dung Israels und auch danach nicht gerade mit Ruhm bekle­cker­ten, ist viel­leicht am besten in einem Aus­spruch von Pre­mier­mi­nis­ter Neville Cham­ber­lain in einer Kabi­netts­sit­zung im April 1939 auf den Punkt gebracht: „Wenn wir eine Seite ver­är­gern müssen, dann lieber die Juden als die Araber.“ Es galt das Argu­ment der Zahl und die Briten befürch­te­ten, die Araber könnten sich mit wehen­den Fahnen Nazi­deutsch­land in die Arme werfen. Letzt­lich taten sie dies ideo­lo­gisch dennoch und die faschis­tisch-anti­se­mi­ti­sche Doktrin feiert bis heute fröh­lich Urständ in der ara­bi­schen Welt. Die Frage, wen man lieber ver­är­gert, muss sich Europa auch heute stellen lassen. Keine ange­nehme Frage, denn sie ist ver­bun­den mit jener, wer die euro­päi­schen Länder mit Terror bedroht, falls die Ver­är­ge­rung zu groß werden sollte. Ein Tipp: man schaue, wohin euro­päi­sche Hilfs­gel­der fließen, denn sie wirken wie Schutz­gel­der.

Sehr auf­schluss­reich ist die Schil­de­rung der Situa­tion der­je­ni­gen Juden in Europa, die das Glück hatten, den Holo­caust über­lebt zu haben, nur um sich anschlie­ßend als „dis­pla­ced persons“ erneut in Lagern wie­der­zu­fin­den. Auch kam es nach Ende des Krieges und der Befrei­ung der Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger immer wieder zu Aus­schrei­tun­gen und regel­rech­ten Pogro­men, wie etwa am 4. Juli 1946 im pol­ni­schen Kielce, wo 42 Juden ermor­det wurden. Nicht von deut­schen Faschis­ten, wohl­ge­merkt! Dieser Vorfall belegt ein Phä­no­men, das sich wie ein roter Faden durch die gesamte Geschichte Israels und damit auch durch das Buch zieht: Egal wie die Kon­flikt­par­teien han­del­ten, ganz gleich, welcher Fehler began­gen, welcher Beschluss gefasst oder welcher Krieg geführt wurde, es gab nie einen „status quo ante“, zu dem man zurück konnte.

Es war zu jeder Zeit klar, dass der Anti­se­mi­tis­mus mit dem Ende des Faschis­mus nicht gestor­ben war und dass es zum Ziel des jüdi­schen Über­le­bens­kamp­fes, welcher die natio­nale Idee des Zio­nis­mus erst her­vor­brachte und die Schaf­fung einer „natio­na­len Heim­statt“ für das jüdi­sche Volk (den Begriff „Staat“ vermied Theodor Herzl noch, um das Osma­ni­sche Reich nicht zu ver­prel­len) anstrebte, schlicht keine Alter­na­tive gab. Das Problem mit dem feh­len­den „status quo ante“ exis­tiert bis heute. Wenn etwa von den „Grenzen von 1967“ die Rede ist, die nichts anderes als recht unklare Waf­fen­still­stands­li­nien waren, oder wenn die „Räumung besetz­ter Gebiete“ ver­langt wird, die vor der Erobe­rung durch Israel wie­derum auch nur von anderen Mächten (Jor­da­nien und Ägypten) besetzt waren, denn die letzte staat­li­che Entität, der diese Gebiete ange­hör­ten, war das osma­ni­sche Reich. Oder wenn vom „paläs­ti­nen­si­schen Volk“ die Rede ist, das es so nie gab, erfun­den von einem Ägypter, der sich mit den Mitteln des Ter­ro­ris­mus zum Führer dieses Volkes auf­schwang: Jassir Arafat.

Resolution 181

Beson­ders span­nend geriet die Dar­stel­lung der zeit­li­chen Abläufe vor und nach der Reso­lu­tion 181 der UN, welche die Schaf­fung zweier Staaten im bri­ti­schen Man­dats­ge­biet anregte. Im Buch sind die Ereig­nisse chro­no­lo­gisch korrekt anein­an­der­ge­reiht. Auch hier blitzt immer wieder unser Status-Quo-Problem auf. Die Briten hatten die Nase voll von den Gue­rilla-Aktio­nen jüdi­scher und ara­bi­scher Unter­grund-Orga­ni­sa­tio­nen und waren immer weniger in der Lage, die Par­teien auf Abstand (auch von­ein­an­der) zu halten. Indien wurde 1947 unab­hän­gig und somit war der letzte Grund, am Mandat in der Levante fest­zu­hal­ten, ent­fal­len. Man übergab den Fall der neu­ge­bil­de­ten UN, die damals noch recht wenige Mit­glie­der zählte. Die Mehr­heit für den Tei­lungs­plan, der die Schaf­fung zweier Staaten vorsah, kam auch deshalb zustande, weil sich die USA und die Sowjet­union hier wohl letzt­ma­lig vor dem Kalten Krieg weit­ge­hend einig waren.

Die Rede des spä­te­ren sowje­ti­schen Außen­mi­nis­ters Gromyko, später als „ver­ges­sene Rede, die die Welt erschüt­terte“ bezeich­net, unter­mau­erte dies. Er sprach vom „unbe­streit­ba­ren Faktum“, dass die Bevöl­ke­rung des Landes aus zwei Völkern bestehe, den Arabern und den Juden. Und weil „Plan A“, ein gemein­sa­mer ara­bisch-jüdi­scher Staat nicht möglich sei, müsse nun „Plan B“ her, zwei unab­hän­gige, selbst­stän­dige Staaten. Was dann geschah, ist bekannt. Abzug der Briten, Bür­ger­krieg im Man­dats­ge­biet, die ara­bi­schen Staaten hofften, auf diese Weise noch vor der Grün­dung Israels „Tabula Rasa“ zu machen. Das schlug bekannt­lich fehl.

Der UN-Beschluss, zwei Staaten zu schaf­fen, wurde von den ara­bi­schen Staaten rundweg ver­wor­fen. Man überzog das neu gegrün­dete Israel umge­hend mit einem Krieg, den man ent­ge­gen aller Erwar­tun­gen verlor. Man ver­suchte es erneut und verlor erneut, 1967 und 1973. Den Tei­lungs­plan hatte man abge­lehnt und Israel den Krieg erklärt. Erst als der schief ging, for­derte man den ara­bi­schen Staat, den man nie wollte. Und man for­derte ihn wei­ter­hin als Ganzes, inklu­sive des israe­li­schen Staats­ge­bie­tes, bis heute. Gewis­ser­ma­ßen führte man also „Krieg mit beschränk­ter Haftung“ und glaubte, auch nach einer Nie­der­lage in einem von den ara­bi­schen Staaten vom Zaun gebro­che­nen Krieg das fordern zu können, was man im Frieden abge­lehnt hatte. Erst nach 1973 bekam die ara­bi­sche Phalanx Risse, kam es zu Ver­hand­lun­gen und schließ­lich Frie­dens­ver­trä­gen mit Jor­da­nien und Ägypten. Gefolgt von einem geschick­ten Per­spek­tiv­wech­sel: war Israel bis dahin noch der Under­dog, der wie der winzige David neben dem ara­bi­schen Goliath erschien, hatte nun der „Paläs­ti­nen­ser“ seinen ersten his­to­ri­schen Auf­tritt und drehte die Betrach­tung der Welt­ge­mein­schaft um. Und die UN rollte dem Terror den roten Teppich aus.

Die antiisraelische Agenda der UN seit der Staatsgründung Israels

Der UN-Tei­lungs­plan selbst blieb das einzige Israel unter­stüt­zende Doku­ment, was die UN je zustande brachte. Ab diesem Zeit­punkt änderte sich der Cha­rak­ter der „Ver­ein­ten Natio­nen“ nach­hal­tig und auch die anfäng­li­che Unter­stüt­zung durch die Sowjet­union endete bald. Mehr und mehr Staaten wurden durch die unab­hän­gig wer­den­den bri­ti­schen und fran­zö­si­schen Kolo­nien in die UN auf­ge­nom­men, das Stimm­ge­wicht Europas teilte sich zudem an den Block-Grenzen des Kalten Krieges auf. Ton­an­ge­bend wurde in zahl­rei­chen UN-Gremien der arabisch/islamische Block, der gemein­sam mit zahl­rei­chen afri­ka­ni­schen Staaten und dem Ost­block mühelos Mehr­hei­ten auch noch für die ver­ab­scheu­ungs­wür­digs­ten Reso­lu­tio­nen orga­ni­sie­ren konnte.

Minu­tiös dröseln die Autoren Feu­er­herdt und Markl die Beschlüsse auf, zitie­ren die Reden und lassen Augen- und Ohren­zeu­gen von Tief­punk­ten der inter­na­tio­na­len Diplo­ma­tie, wie etwa die Farce der „Anti­ras­sis­mus-Kon­fe­renz“ in Durban, Süd­afrika, deren hass­erfüllte Sprache sich allein gegen Israel rich­tete und deren beglei­tende NGO-Kon­fe­renz kom­plett aus dem Ruder lief. Die Reso­lu­tion, die von Durban ausging, wurde später klein­laut kas­siert. Über Jahr­zehnte war keine Lüge zu abscheu­lich, kein Vorwurf zu hane­bü­chen, als dass man ihn nicht vor die UN bringen konnte, um eine Reso­lu­tion daraus zu machen. Abba Eban, der erste Ver­tre­ter Israels und später israe­li­scher Außen­mi­nis­ter brachte die Agenda der UN und die Mehr­heits­ver­hält­nisse dort sar­kas­tisch auf den Punkt: „Wenn Alge­rien in einem Reso­lu­ti­ons­ent­wurf erklä­ren würde, dass die Erde eine Scheibe ist und Israel sie dazu gemacht hat, dann würde diese Reso­lu­tion mit 164 zu 13 Stimmen bei 26 Ent­hal­tun­gen ange­nom­men werden.“

UN und die NGOs – die antisemitische Drehtür

Auch in die bislang kaum beleuch­tete Bezie­hung der UN zu den zahl­rei­chen Nicht­re­gie­rungs-Orga­ni­sa­tio­nen, ange­fan­gen mit dem Inter­na­tio­na­len Roten Kreuz, Amnesty Inter­na­tio­nal, Human Rights Watch bis hin zu den über vier­hun­dert anderen in Israel tätigen bringen die Autoren Licht. Gerade in Bezug auf Israel und dessen fast schon tur­nus­mä­ßige Ver­ur­tei­lung in allen nur denk­ba­ren UN-Gremien, etwa der UNESO, der WHO oder dem Men­schen­rechts­rat, offen­bart sich jedoch ein gut funk­tio­nie­ren­der Drehtür-Effekt, der starke Zweifel an der Red­lich­keit der Akteure auf­kom­men lässt. Die han­deln­den Per­so­nen in UN und NGOs speisen sich wesent­lich aus dem­sel­ben „Kan­di­da­ten­pool mit Agenda“, Freunde Israels sind da eher spär­lich ver­tre­ten.

Wenn etwa Cor­ne­lio Som­ma­ruga, der frühere Leiter des IKRK in eine „Fact Finding Mission“ der UN berufen wird, um einen Anti-Terror-Einsatz der IDF in Jenin zu unter­su­chen – der­selbe Som­ma­ruga hatte 1999 auf die For­de­rung des Ame­ri­ka­ni­schen Roten Kreuzes, man möge doch den „Magen David Adom“, das israe­li­sche Äqui­va­lent zum Ret­tungs­dienst des Roten Kreuzes, dessen Logo ein roter David­stern ist, nach 50 Jahren endlich als Voll­mit­glied auf­neh­men, geant­wor­tet: „Warum akzep­tie­ren wir dann nicht auch das Haken­kreuz?“. Ist es da ein Wunder, dass Israel dieser „Fact Finding Mission“ nicht traute? Das Bei­spiel zeigt auch, wie flie­ßend die Über­gänge zwi­schen UN und den zahl­rei­chen invol­vier­ten NGOs sind, die Agenda teilt man sich oft.

Das Buch nennt die Namen, beschreibt die Abläufe und Kar­rie­ren und beleuch­tet die Begrün­dun­gen, mit der zum Bei­spiel auch Deutsch­land immer wieder Reso­lu­tio­nen gegen Israel mit­trägt, etwa die der WHO, die 2016 Israel der „geis­ti­gen und kör­per­li­chen Schä­di­gun­gen“ ver­ur­teilte, die angeb­lich durch Ver­gif­tung, Radio­ak­ti­vi­tät und Infek­tio­nen gegen die ara­bi­schen Bewoh­ner der Golan­hö­hen began­gen wurden. Selbst das stumpf-anti­se­mi­ti­sche Nar­ra­tiv der Brun­nen­ver­gif­tung wurde bemüht. Alles völlig absurde Vor­würfe, das Gegen­teil ist hier richtig. Es ist schließ­lich Israel, das an der Grenze abge­legte Kom­bat­tan­ten des Syri­schen Bür­ger­krie­ges ohne Ansehen der Person in seinen Kran­ken­häu­sern ver­sorgt und pflegt. Deutsch­land stimmte für diese Ver­ur­tei­lung mit der Begrün­dung, damit eine noch schär­fere Form der For­mu­lie­rung ver­hin­dert zu haben. Hillel Neuer, Geschäfts­füh­rer von UN-Watch, stellte lako­nisch fest, dass Israel wohl noch dankbar sein solle, nur mit einem dünnen Strick gelyncht zu werden.

Den Gipfel von Ver­lo­gen­heit und Geschichts­klit­te­rung erklomm aber 2017 die UNESCO, die in einer Erklä­rung dem Juden­tum jeg­li­che reli­giö­sen Bezüge zum Tem­pel­berg rund­her­aus absprach, und diesen zum allei­ni­gen Kul­tur­erbe des Islam erklärte. Ob man ahnte, dass man damit nicht nur das Juden­tum, sondern das Chris­ten­tum gleich mit dele­gi­ti­mierte, denn wo niemals ein jüdi­scher Tempel gestan­den haben soll, konnte auch kein Jesus die Tische der Geld­wechs­ler umsto­ßen. Allein zwi­schen 2009 und 2014 ver­ur­teile die UNESCO 47-mal ein Land wegen Ver­stö­ßen gegen ihre Grund­sätze – nur ein ein­zi­ges Mal war das ver­ur­teilte Land NICHT Israel! Diese krasse Unver­hält­nis­mä­ßig­keit spie­gelt längst nicht mehr die Rea­li­tät in der Welt wider, das ist längst nur noch Aus­druck einer kranken, anti­se­mi­ti­schen Obses­sion!

Ein ernüchterndes Fazit

Das Buch von Feu­er­herdt und Markl enthält meiner Meinung nach die bislang mit Abstand voll­stän­digste Dar­stel­lung der über 70-jäh­ri­gen wech­sel­vol­len Bezie­hung zwi­schen Israel auf der einen und einer UN auf der anderen Seite, wobei sich letz­tere immer weiter von ihrer ursprüng­li­chen Aufgabe ent­fernt hat, ein mäßi­gen­der Faktor mit dem Ziel der Über­win­dung von Hass und Krieg zu sein. In der Praxis nämlich legi­ti­miert die UN den Anti­se­mi­tis­mus vieler ihrer Mit­glieds­staa­ten, die sich gegen­sei­tig bei ihren Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen decken, um dafür umso hass­erfüll­ter und in Serie erfun­dene Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen Israels anzu­pran­gern. Finan­ziert und teil­weise unter­stützt werden die Regime in diesem Bemühen durch einen des­il­lu­sio­nier­ten Westen, der seine Ohn­macht ange­sichts der herr­schen­den Mehr­heits­ver­hält­nisse kaum noch zu über­spie­len vermag.

Auf allen Ebenen und in allen Insti­tu­tio­nen ist das Total­ver­sa­gen der UN sicht­bar, die schein­bar kaum etwas anderes zu Stande bringt, als im Akkord Reso­lu­tio­nen gegen Israel abzu­feu­ern. Diese Obses­sion bemerkte auch Nikki Haley, als sie 2017 ihr Amt als US-Bot­schaf­te­rin bei den Ver­ein­ten Natio­nen antrat, und nach ihrer ersten Sitzung des Welt­si­cher­heits­ra­tes vor die Kamera trat. „Warum sitzt man hier Monat für Monat zusam­men und redet über die Pro­bleme im mitt­le­ren Osten, wenn weder die ille­ga­len Rake­ten­stel­lun­gen der His­bol­lah, noch die Ter­ror­un­ter­stüt­zung durch den Iran, noch die Ver­ant­wor­tung Assads für aber­tau­sende Todes­op­fer in Syrien zur Sprache kommen? Es gibt so viele Pro­bleme dort. Warum also Monat für Monat diese Sitzung, bei der es immer nur um und gegen Israel geht? 

Und Deutschland?

Für das einem dif­fu­sen Inter­na­tio­na­lis­mus ver­pflich­tete Deutsch­land ist die UNO immer noch so etwas wie eine ideale, wohl­mei­nende Welt­re­gie­rung, der man prin­zi­pi­ell ver­trauen könne. Die gera­dezu schrei­end naiven Lobes­hym­nen auf den UN-Migra­ti­ons­pakt und den Flücht­lings­pakt hat das gerade wieder ein­drucks­voll unter Beweis gestellt. Es ist höchste Zeit, die rosa­rote Brille abzu­set­zen und zu erken­nen, wer und warum in der UN das Sagen hat. Israels Erfah­run­gen mit den Ver­ein­ten Natio­nen in den 70 Jahren seines Bestehens belegen: man kann der UN nicht mehr ver­trauen, denn sie arbei­tet auf allen Ebenen an der Dele­gi­ti­mie­rung des ein­zi­gen jüdi­schen Staates, der sich tapfer und uner­schro­cken an das Zip­fel­chen Heimat klam­mert, das ihm die Welt­ge­mein­schaft in einem ihrer wenigen lichten Momente zuge­stand, als dieser noch klar vor Augen stand, wohin der Anti­se­mi­tis­mus in letzter Kon­se­quenz führen kann. Damit dies nie wieder gesche­hen kann, gibt es Israel. Damit das so bleibt, bräuchte die UN drin­gend einen qua­li­fi­zier­ten Neu­start, denn sie ist kor­rum­piert von Des­po­ten, unter­wan­dert von Anti­se­mi­ten und Feinden der Frei­heit und gefan­gen in einer „Tyran­nei der Mehr­heit“, wie es der US-Bot­schaf­ter John Scali einst aus­drückte. Die hier wir­ken­den Mecha­nis­men benannt zu haben, ist ein wich­ti­ges Ver­dienst des Buches von Feu­er­herdt und Markl.

„Vereinte Nationen gegen Israel“ – wie die UNO den jüdischen Staat delegitimiert
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Die Fülle der Details erschla­gen einen beinahe, und es ist gut, dass sie so sauber recher­chiert und quel­len­reich belegt sind. Für einen klar­den­ken­den Men­schen, der dieses Buch auf­merk­sam liest, gibt es nach der Lektüre jeden­falls tausend Gründe mehr, Israel in seinem seit 70 Jahren unun­ter­bro­che­nen anhal­ten­den Kampf um Selbst­be­haup­tung zu unter­stüt­zen und die Rolle der UN kri­tisch zu hin­ter­fra­gen.

Drin­gende Lese­emp­feh­lung!

8 Kommentare

  1. Beim lesen des kurzen, höchst infor­ma­ti­ven Auf­sat­zes fiel einmal bei mir kurz der Gedanke ein – wie gut, daß Israel die Bombe hat. Zuerst erschreckte mich diese unge­for­derte Eigabe, dann kam die mir plau­si­ble Erklä­rung, was wäre Israel, was wären die Juden dort und die welt­weit ver­streut leben­den ohne diese – nicht mehr da oder wieder in der Dia­spora der dauernd Ver­folg­ten und der Zuver­nich­ten­den. Der gemein­same Gott in seiner Güte sei mit ihnen und uns.

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  2. @ KABARDEY, dessen Kommentar(e) ich hier NICHT ver­öf­fent­li­che, weil er alle, wirk­lich ALLE anti­se­mi­ti­schen Klin­gel­worte enthält: Die Mühe, ein mehr­sei­ti­ges Pam­phlet bei mir als Kom­men­tar durch­zu­drü­cken, hätten Sie sich sparen können. Solcher Rotz wird hier schnel­ler gelöscht, als Sie ‚Rot­schild’ sagen können. Aber ver­trauen Sie mir: genau für Typen wie Sie wurde dieses Buch geschrie­ben! Trauen Sie sich, lesen Sie! Schwa­feln Sie weniger über jüdi­sche Welt­ver­schwö­run­gen, Defi­ni­tio­nen, was „wahre Semiten” eigent­lich seien, Aus­sa­gen von Hecht-Galin­ski (aus­ge­rech­net) oder die „feige IDF”. Oder noch besser: fahren Sie nach Israel und lernen Sie das Land kennen! Das könnte Sie nach­hal­tig von Ihren Wahn­vor­stel­lun­gen heilen. Ich würde es Ihnen wün­schen.
    In diesem Sinne, machen Sie es besser. 😉

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  3. Danke für diese Bespre­chung! War das nicht auch ein Lip­pen­be­kennt­nis von Angela Merkel: „Die Freund­schaft mit Israel ist Staats­rä­son”? Viele Taten sind dem aller­dings nicht gefolgt!

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  4. Guten Tag Herr Letsch,

    eine Reform der EU kann ich mir bei den ent­spre­chen­den Akteu­ren vor­stel­len. Ein Blick auf die Mit­glie­der­liste der UNO zeigt die Aus­sichts­lo­sig­keit eines solchen Vor­ha­bens bei den Ver­ein­ten Natio­nen. Da wäre es doch besser, mit ähnlich ver­fass­ten Staaten einen eigenen Klub auf­zu­ma­chen bzw. eine bereits bestehende Orga­ni­sa­tion als Gegen­ent­wurf zu kon­zi­pie­ren und die UNO zu ver­las­sen.

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  5. Starkes Buch, sehr gute Bespre­chung. Nur das „dele­gi­ti­miert” müßte „bekämpft” heißen. „Dele­gi­ti­miert” ist zu harmlos und mög­li­cher­weise zumin­dest für einige Leser unver­ständ­lich. Warum Fremd­worte, wenn es doch auf Deutsch besser geht?

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  6. Eine her­vor­ra­gende Rezen­sion, die 100%ige Glaub­wür­dig­keit ver­dient. Beim Lesen stockt der Atem. Mir fällt dazu das deftige Wort ein: Ich kann bei der Kon­fron­ta­tion mit de UN gar nicht soviel fressen, wie ich kotzen möchte.

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