Eine Rezen­sion zum Buch von Alex Feuer­herdt und Flo­ri­an Markl. Wer Büch­er wie dieses wirk­lich inten­siv liest, bekommt eine Vorstel­lung davon, was es heißt, sich ein The­ma wirk­lich zu erar­beit­en. Es ist zeitaufwändig, in den Quellen nachzuschla­gen, aber ich habe es immer wieder getan, um Gewis­sheit über das zu erlan­gen, was ich doch schon aus eige­nen Recherchen und Artikeln oder aus anderen Büch­ern kan­nte. Die Fak­ten sprechen eine klare Sprache und in Sachen Israel und UN beste­ht diese Sprache seit Jahrzehn­ten vor­wiegend aus grund­losen Verurteilun­gen, halt­losen Unter­stel­lun­gen, gefälscht­en Anschuldigun­gen und der Ver­harm­lo­sung von Ter­ror. Tuvia Tenen­boms Buch „Allein unter Juden“ lieferte bere­its vor eini­gen Jahren einen guten Überblick über Agen­da und Vorge­hensweise von UN und den zahlre­ichen NGO in Israel, das Buch von Feuer­herdt und Markl liefert ein chro­nol­o­gisch sortiertes eiskaltes Buf­fet an Fak­ten dazu, dass einem beim Beladen des Tellers schon schlecht wer­den kann. Angekom­men auf Seite 239 von „Vere­inte Natio­nen gegen Israel“ gab mein Textmark­er auf – leer. Aber da lagen nur noch 43 Inhalts­seit­en vor mir, den Rest des Buch­es bilden 701 Quellen-Anmerkun­gen und 22 Seit­en ver­wen­dete Lit­er­atur. Was der Umfang des Buch­es zunächst nur erah­nen lässt, zeigt sich spätestens dort: es ist eine der wohl umfan­gre­ich­sten und voll­ständig­sten Arbeit­en zum Thema.

Die Autoren schla­gen einen weit­en Bogen und beschreiben zunächst aus­führlich die Sit­u­a­tion vor der Grün­dung Israels, also das Ende des osman­is­chen Reichs nach dem ersten Weltkrieg, die Völker­bund-Man­date der Briten und Fran­zosen sowie die wach­senden Span­nun­gen zwis­chen der britis­chen Besatzungs­macht und der ara­bis­chen und jüdis­chen Bevölkerung im Man­dats­ge­bi­et, welch­es das heutige Israel, die umstrit­te­nen Gebi­ete und Jor­danien umfasste. Der Prag­ma­tismus der Briten, die sich im Vor­feld der Grün­dung Israels und auch danach nicht ger­ade mit Ruhm bek­leck­erten, ist vielle­icht am besten in einem Ausspruch von Pre­mier­min­is­ter Neville Cham­ber­lain in ein­er Kabi­nettssitzung im April 1939 auf den Punkt gebracht: „Wenn wir eine Seite verärg­ern müssen, dann lieber die Juden als die Araber.“ Es galt das Argu­ment der Zahl und die Briten befürchteten, die Araber kön­nten sich mit wehen­den Fah­nen Nazideutsch­land in die Arme wer­fen. Let­ztlich tat­en sie dies ide­ol­o­gisch den­noch und die faschis­tisch-anti­semi­tis­che Dok­trin feiert bis heute fröh­lich Urständ in der ara­bis­chen Welt. Die Frage, wen man lieber verärg­ert, muss sich Europa auch heute stellen lassen. Keine angenehme Frage, denn sie ist ver­bun­den mit jen­er, wer die europäis­chen Län­der mit Ter­ror bedro­ht, falls die Verärgerung zu groß wer­den sollte. Ein Tipp: man schaue, wohin europäis­che Hil­f­s­gelder fließen, denn sie wirken wie Schutzgelder.

Sehr auf­schlussre­ich ist die Schilderung der Sit­u­a­tion der­jeni­gen Juden in Europa, die das Glück hat­ten, den Holo­caust über­lebt zu haben, nur um sich anschließend als „dis­placed per­sons“ erneut in Lagern wiederzufind­en. Auch kam es nach Ende des Krieges und der Befreiung der Konzen­tra­tionslager immer wieder zu Auss­chre­itun­gen und regel­recht­en Pogromen, wie etwa am 4. Juli 1946 im pol­nis­chen Kielce, wo 42 Juden ermordet wur­den. Nicht von deutschen Faschis­ten, wohlge­merkt! Dieser Vor­fall belegt ein Phänomen, das sich wie ein rot­er Faden durch die gesamte Geschichte Israels und damit auch durch das Buch zieht: Egal wie die Kon­flik­t­parteien han­del­ten, ganz gle­ich, welch­er Fehler began­gen, welch­er Beschluss gefasst oder welch­er Krieg geführt wurde, es gab nie einen „sta­tus quo ante“, zu dem man zurück konnte.

Es war zu jed­er Zeit klar, dass der Anti­semitismus mit dem Ende des Faschis­mus nicht gestor­ben war und dass es zum Ziel des jüdis­chen Über­leben­skampfes, welch­er die nationale Idee des Zion­is­mus erst her­vor­brachte und die Schaf­fung ein­er „nationalen Heim­statt“ für das jüdis­che Volk (den Begriff „Staat“ ver­mied Theodor Her­zl noch, um das Osman­is­che Reich nicht zu ver­prellen) anstrebte, schlicht keine Alter­na­tive gab. Das Prob­lem mit dem fehlen­den „sta­tus quo ante“ existiert bis heute. Wenn etwa von den „Gren­zen von 1967“ die Rede ist, die nichts anderes als recht unklare Waf­fen­still­stand­slin­ien waren, oder wenn die „Räu­mung beset­zter Gebi­ete“ ver­langt wird, die vor der Eroberung durch Israel wiederum auch nur von anderen Mächt­en (Jor­danien und Ägypten) beset­zt waren, denn die let­zte staatliche Entität, der diese Gebi­ete ange­hörten, war das osman­is­che Reich. Oder wenn vom „palästi­nen­sis­chen Volk“ die Rede ist, das es so nie gab, erfun­den von einem Ägypter, der sich mit den Mit­teln des Ter­ror­is­mus zum Führer dieses Volkes auf­schwang: Jas­sir Arafat.

Resolution 181

Beson­ders span­nend geri­et die Darstel­lung der zeitlichen Abläufe vor und nach der Res­o­lu­tion 181 der UN, welche die Schaf­fung zweier Staat­en im britis­chen Man­dats­ge­bi­et anregte. Im Buch sind die Ereignisse chro­nol­o­gisch kor­rekt aneinan­derg­erei­ht. Auch hier blitzt immer wieder unser Sta­tus-Quo-Prob­lem auf. Die Briten hat­ten die Nase voll von den Gueril­la-Aktio­nen jüdis­ch­er und ara­bis­ch­er Unter­grund-Organ­i­sa­tio­nen und waren immer weniger in der Lage, die Parteien auf Abstand (auch voneinan­der) zu hal­ten. Indi­en wurde 1947 unab­hängig und somit war der let­zte Grund, am Man­dat in der Lev­ante festzuhal­ten, ent­fall­en. Man über­gab den Fall der neuge­bilde­ten UN, die damals noch recht wenige Mit­glieder zählte. Die Mehrheit für den Teilungs­plan, der die Schaf­fung zweier Staat­en vor­sah, kam auch deshalb zus­tande, weil sich die USA und die Sow­je­tu­nion hier wohl let­zt­ma­lig vor dem Kalten Krieg weit­ge­hend einig waren.

Die Rede des späteren sow­jetis­chen Außen­min­is­ters Gromyko, später als „vergessene Rede, die die Welt erschüt­terte“ beze­ich­net, unter­mauerte dies. Er sprach vom „unbe­stre­it­baren Fak­tum“, dass die Bevölkerung des Lan­des aus zwei Völk­ern beste­he, den Arabern und den Juden. Und weil „Plan A“, ein gemein­samer ara­bisch-jüdis­ch­er Staat nicht möglich sei, müsse nun „Plan B“ her, zwei unab­hängige, selb­st­ständi­ge Staat­en. Was dann geschah, ist bekan­nt. Abzug der Briten, Bürg­erkrieg im Man­dats­ge­bi­et, die ara­bis­chen Staat­en hofften, auf diese Weise noch vor der Grün­dung Israels „Tab­u­la Rasa“ zu machen. Das schlug bekan­ntlich fehl.

Der UN-Beschluss, zwei Staat­en zu schaf­fen, wurde von den ara­bis­chen Staat­en rundweg ver­wor­fen. Man über­zog das neu gegrün­dete Israel umge­hend mit einem Krieg, den man ent­ge­gen aller Erwartun­gen ver­lor. Man ver­suchte es erneut und ver­lor erneut, 1967 und 1973. Den Teilungs­plan hat­te man abgelehnt und Israel den Krieg erk­lärt. Erst als der schief ging, forderte man den ara­bis­chen Staat, den man nie wollte. Und man forderte ihn weit­er­hin als Ganzes, inklu­sive des israelis­chen Staats­ge­bi­etes, bis heute. Gewis­ser­maßen führte man also „Krieg mit beschränk­ter Haf­tung“ und glaubte, auch nach ein­er Nieder­lage in einem von den ara­bis­chen Staat­en vom Zaun gebroch­enen Krieg das fordern zu kön­nen, was man im Frieden abgelehnt hat­te. Erst nach 1973 bekam die ara­bis­che Pha­lanx Risse, kam es zu Ver­hand­lun­gen und schließlich Friedensverträ­gen mit Jor­danien und Ägypten. Gefol­gt von einem geschick­ten Per­spek­tivwech­sel: war Israel bis dahin noch der Under­dog, der wie der winzige David neben dem ara­bis­chen Goliath erschien, hat­te nun der „Palästi­nenser“ seinen ersten his­torischen Auftritt und drehte die Betra­ch­tung der Welt­ge­mein­schaft um. Und die UN rollte dem Ter­ror den roten Tep­pich aus.

Die antiisraelische Agenda der UN seit der Staatsgründung Israels

Der UN-Teilungs­plan selb­st blieb das einzige Israel unter­stützende Doku­ment, was die UN je zus­tande brachte. Ab diesem Zeit­punkt änderte sich der Charak­ter der „Vere­in­ten Natio­nen“ nach­haltig und auch die anfängliche Unter­stützung durch die Sow­je­tu­nion endete bald. Mehr und mehr Staat­en wur­den durch die unab­hängig wer­den­den britis­chen und franzö­sis­chen Kolonien in die UN aufgenom­men, das Stim­mgewicht Europas teilte sich zudem an den Block-Gren­zen des Kalten Krieges auf. Tonangebend wurde in zahlre­ichen UN-Gremien der arabisch/islamische Block, der gemein­sam mit zahlre­ichen afrikanis­chen Staat­en und dem Ost­block müh­e­los Mehrheit­en auch noch für die ver­ab­scheuungswürdig­sten Res­o­lu­tio­nen organ­isieren konnte.

Minu­tiös dröseln die Autoren Feuer­herdt und Markl die Beschlüsse auf, zitieren die Reden und lassen Augen- und Ohren­zeu­gen von Tief­punk­ten der inter­na­tionalen Diplo­matie, wie etwa die Farce der „Anti­ras­sis­mus-Kon­ferenz“ in Dur­ban, Südafri­ka, deren has­ser­füllte Sprache sich allein gegen Israel richtete und deren beglei­t­ende NGO-Kon­ferenz kom­plett aus dem Rud­er lief. Die Res­o­lu­tion, die von Dur­ban aus­ging, wurde später klein­laut kassiert. Über Jahrzehnte war keine Lüge zu abscheulich, kein Vor­wurf zu hanebüchen, als dass man ihn nicht vor die UN brin­gen kon­nte, um eine Res­o­lu­tion daraus zu machen. Abba Eban, der erste Vertreter Israels und später israelis­ch­er Außen­min­is­ter brachte die Agen­da der UN und die Mehrheitsver­hält­nisse dort sarkastisch auf den Punkt: „Wenn Alge­rien in einem Res­o­lu­tion­sen­twurf erk­lären würde, dass die Erde eine Scheibe ist und Israel sie dazu gemacht hat, dann würde diese Res­o­lu­tion mit 164 zu 13 Stim­men bei 26 Enthal­tun­gen angenom­men werden.“

UN und die NGOs – die antisemitische Drehtür

Auch in die bis­lang kaum beleuchtete Beziehung der UN zu den zahlre­ichen Nichtregierungs-Organ­i­sa­tio­nen, ange­fan­gen mit dem Inter­na­tionalen Roten Kreuz, Amnesty Inter­na­tion­al, Human Rights Watch bis hin zu den über vier­hun­dert anderen in Israel täti­gen brin­gen die Autoren Licht. Ger­ade in Bezug auf Israel und dessen fast schon tur­nus­mäßige Verurteilung in allen nur denkbaren UN-Gremien, etwa der UNESO, der WHO oder dem Men­schen­recht­srat, offen­bart sich jedoch ein gut funk­tion­ieren­der Drehtür-Effekt, der starke Zweifel an der Redlichkeit der Akteure aufkom­men lässt. Die han­del­nden Per­so­n­en in UN und NGOs speisen sich wesentlich aus dem­sel­ben „Kan­di­daten­pool mit Agen­da“, Fre­unde Israels sind da eher spär­lich vertreten.

Wenn etwa Cor­ne­lio Som­maru­ga, der frühere Leit­er des IKRK in eine „Fact Find­ing Mis­sion“ der UN berufen wird, um einen Anti-Ter­ror-Ein­satz der IDF in Jenin zu unter­suchen – der­selbe Som­maru­ga hat­te 1999 auf die Forderung des Amerikanis­chen Roten Kreuzes, man möge doch den „Magen David Adom“, das israelis­che Äquiv­a­lent zum Ret­tungs­di­enst des Roten Kreuzes, dessen Logo ein rot­er David­stern ist, nach 50 Jahren endlich als Vollmit­glied aufnehmen, geant­wortet: „Warum akzep­tieren wir dann nicht auch das Hak­enkreuz?“. Ist es da ein Wun­der, dass Israel dieser „Fact Find­ing Mis­sion“ nicht traute? Das Beispiel zeigt auch, wie fließend die Übergänge zwis­chen UN und den zahlre­ichen involvierten NGOs sind, die Agen­da teilt man sich oft.

Das Buch nen­nt die Namen, beschreibt die Abläufe und Kar­ri­eren und beleuchtet die Begrün­dun­gen, mit der zum Beispiel auch Deutsch­land immer wieder Res­o­lu­tio­nen gegen Israel mit­trägt, etwa die der WHO, die 2016 Israel der „geisti­gen und kör­per­lichen Schädi­gun­gen“ verurteilte, die ange­blich durch Vergif­tung, Radioak­tiv­ität und Infek­tio­nen gegen die ara­bis­chen Bewohn­er der Golan­höhen began­gen wur­den. Selb­st das stumpf-anti­semi­tis­che Nar­ra­tiv der Brun­nen­vergif­tung wurde bemüht. Alles völ­lig absurde Vor­würfe, das Gegen­teil ist hier richtig. Es ist schließlich Israel, das an der Gren­ze abgelegte Kom­bat­tan­ten des Syrischen Bürg­erkrieges ohne Anse­hen der Per­son in seinen Kranken­häusern ver­sorgt und pflegt. Deutsch­land stimmte für diese Verurteilung mit der Begrün­dung, damit eine noch schär­fere Form der For­mulierung ver­hin­dert zu haben. Hil­lel Neuer, Geschäfts­führer von UN-Watch, stellte lakonisch fest, dass Israel wohl noch dankbar sein solle, nur mit einem dün­nen Strick gelyncht zu werden.

Den Gipfel von Ver­logen­heit und Geschicht­sklit­terung erk­lomm aber 2017 die UNESCO, die in ein­er Erk­lärung dem Juden­tum jegliche religiösen Bezüge zum Tem­pel­berg rund­her­aus absprach, und diesen zum alleini­gen Kul­turerbe des Islam erk­lärte. Ob man ahnte, dass man damit nicht nur das Juden­tum, son­dern das Chris­ten­tum gle­ich mit dele­git­imierte, denn wo niemals ein jüdis­ch­er Tem­pel ges­tanden haben soll, kon­nte auch kein Jesus die Tis­che der Geld­wech­sler umstoßen. Allein zwis­chen 2009 und 2014 verurteile die UNESCO 47-mal ein Land wegen Ver­stößen gegen ihre Grund­sätze – nur ein einziges Mal war das verurteilte Land NICHT Israel! Diese krasse Unver­hält­nis­mäßigkeit spiegelt längst nicht mehr die Real­ität in der Welt wider, das ist längst nur noch Aus­druck ein­er kranken, anti­semi­tis­chen Obsession!

Ein ernüchterndes Fazit

Das Buch von Feuer­herdt und Markl enthält mein­er Mei­n­ung nach die bis­lang mit Abstand voll­ständig­ste Darstel­lung der über 70-jähri­gen wech­selvollen Beziehung zwis­chen Israel auf der einen und ein­er UN auf der anderen Seite, wobei sich let­ztere immer weit­er von ihrer ursprünglichen Auf­gabe ent­fer­nt hat, ein mäßi­gen­der Fak­tor mit dem Ziel der Über­win­dung von Hass und Krieg zu sein. In der Prax­is näm­lich legit­imiert die UN den Anti­semitismus viel­er ihrer Mit­gliedsstaat­en, die sich gegen­seit­ig bei ihren Men­schen­rechtsver­let­zun­gen deck­en, um dafür umso has­ser­füll­ter und in Serie erfun­dene Men­schen­rechtsver­let­zun­gen Israels anzuprangern. Finanziert und teil­weise unter­stützt wer­den die Regime in diesem Bemühen durch einen desil­lu­sion­ierten West­en, der seine Ohn­macht angesichts der herrschen­den Mehrheitsver­hält­nisse kaum noch zu über­spie­len vermag.

Auf allen Ebe­nen und in allen Insti­tu­tio­nen ist das Totalver­sagen der UN sicht­bar, die schein­bar kaum etwas anderes zu Stande bringt, als im Akko­rd Res­o­lu­tio­nen gegen Israel abzufeuern. Diese Obses­sion bemerk­te auch Nik­ki Haley, als sie 2017 ihr Amt als US-Botschaf­terin bei den Vere­in­ten Natio­nen antrat, und nach ihrer ersten Sitzung des Welt­sicher­heit­srates vor die Kam­era trat. „Warum sitzt man hier Monat für Monat zusam­men und redet über die Prob­leme im mit­tleren Osten, wenn wed­er die ille­galen Raketen­stel­lun­gen der His­bol­lah, noch die Ter­rorun­ter­stützung durch den Iran, noch die Ver­ant­wor­tung Assads für aber­tausende Todes­opfer in Syrien zur Sprache kom­men? Es gibt so viele Prob­leme dort. Warum also Monat für Monat diese Sitzung, bei der es immer nur um und gegen Israel geht? 

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzep­tieren Sie die Daten­schutzerk­lärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Und Deutschland?

Für das einem dif­fusen Inter­na­tion­al­is­mus verpflichtete Deutsch­land ist die UNO immer noch so etwas wie eine ide­ale, wohlmeinende Wel­tregierung, der man prinzip­iell ver­trauen könne. Die ger­adezu schreiend naiv­en Lobeshym­nen auf den UN-Migra­tionspakt und den Flüchtlingspakt hat das ger­ade wieder ein­drucksvoll unter Beweis gestellt. Es ist höch­ste Zeit, die rosarote Brille abzuset­zen und zu erken­nen, wer und warum in der UN das Sagen hat. Israels Erfahrun­gen mit den Vere­in­ten Natio­nen in den 70 Jahren seines Beste­hens bele­gen: man kann der UN nicht mehr ver­trauen, denn sie arbeit­et auf allen Ebe­nen an der Dele­git­imierung des einzi­gen jüdis­chen Staates, der sich tapfer und uner­schrock­en an das Zipfelchen Heimat klam­mert, das ihm die Welt­ge­mein­schaft in einem ihrer weni­gen licht­en Momente zuge­s­tand, als dieser noch klar vor Augen stand, wohin der Anti­semitismus in let­zter Kon­se­quenz führen kann. Damit dies nie wieder geschehen kann, gibt es Israel. Damit das so bleibt, bräuchte die UN drin­gend einen qual­i­fizierten Neustart, denn sie ist kor­rumpiert von Despoten, unter­wan­dert von Anti­semiten und Fein­den der Frei­heit und gefan­gen in ein­er „Tyran­nei der Mehrheit“, wie es der US-Botschafter John Scali einst aus­drück­te. Die hier wirk­enden Mech­a­nis­men benan­nt zu haben, ist ein wichtiges Ver­di­enst des Buch­es von Feuer­herdt und Markl.

„Vereinte Nationen gegen Israel“ – wie die UNO den jüdischen Staat delegitimiert
Ama­zon-Link zum Buch im Bild

Die Fülle der Details erschla­gen einen beina­he, und es ist gut, dass sie so sauber recher­chiert und quel­len­re­ich belegt sind. Für einen klar­denk­enden Men­schen, der dieses Buch aufmerk­sam liest, gibt es nach der Lek­türe jeden­falls tausend Gründe mehr, Israel in seinem seit 70 Jahren unun­ter­broch­enen anhal­tenden Kampf um Selb­st­be­haup­tung zu unter­stützen und die Rolle der UN kri­tisch zu hinterfragen.

Drin­gende Leseempfehlung!

Vorheriger ArtikelZwischen Leber und Miliz – Schreiben am Rande des Gesinnungsdeliriums
Nächster ArtikelBrexit: Ein Stern weniger und ein oberflächlicher Brief

8 Kommentare

  1. Beim lesen des kurzen, höchst infor­ma­tiv­en Auf­satzes fiel ein­mal bei mir kurz der Gedanke ein — wie gut, daß Israel die Bombe hat. Zuerst erschreck­te mich diese unge­forderte Eiga­be, dann kam die mir plau­si­ble Erk­lärung, was wäre Israel, was wären die Juden dort und die weltweit ver­streut leben­den ohne diese — nicht mehr da oder wieder in der Dias­po­ra der dauernd Ver­fol­gten und der Zuver­nich­t­en­den. Der gemein­same Gott in sein­er Güte sei mit ihnen und uns.

  2. @ KABARDEY, dessen Kommentar(e) ich hier NICHT veröf­fentliche, weil er alle, wirk­lich ALLE anti­semi­tis­chen Klin­gel­worte enthält: Die Mühe, ein mehr­seit­iges Pam­phlet bei mir als Kom­men­tar durchzu­drück­en, hät­ten Sie sich sparen kön­nen. Solch­er Rotz wird hier schneller gelöscht, als Sie ‘Rotschild’ sagen kön­nen. Aber ver­trauen Sie mir: genau für Typen wie Sie wurde dieses Buch geschrieben! Trauen Sie sich, lesen Sie! Schwafeln Sie weniger über jüdis­che Weltver­schwörun­gen, Def­i­n­i­tio­nen, was “wahre Semi­ten” eigentlich seien, Aus­sagen von Hecht-Galin­s­ki (aus­gerech­net) oder die “feige IDF”. Oder noch bess­er: fahren Sie nach Israel und ler­nen Sie das Land ken­nen! Das kön­nte Sie nach­haltig von Ihren Wah­n­vorstel­lun­gen heilen. Ich würde es Ihnen wünschen.
    In diesem Sinne, machen Sie es besser. 😉

  3. Danke für diese Besprechung! War das nicht auch ein Lip­pen­beken­nt­nis von Angela Merkel: “Die Fre­und­schaft mit Israel ist Staat­srä­son”? Viele Tat­en sind dem allerd­ings nicht gefolgt!

  4. Guten Tag Herr Letsch, 

    eine Reform der EU kann ich mir bei den entsprechen­den Akteuren vorstellen. Ein Blick auf die Mit­gliederliste der UNO zeigt die Aus­sicht­slosigkeit eines solchen Vorhabens bei den Vere­in­ten Natio­nen. Da wäre es doch bess­er, mit ähn­lich ver­fassten Staat­en einen eige­nen Klub aufzu­machen bzw. eine bere­its beste­hende Organ­i­sa­tion als Gege­nen­twurf zu konzip­ieren und die UNO zu verlassen.

  5. Starkes Buch, sehr gute Besprechung. Nur das “dele­git­imiert” müßte “bekämpft” heißen. “Dele­git­imiert” ist zu harm­los und möglicher­weise zumin­d­est für einige Leser unver­ständlich. Warum Fremd­worte, wenn es doch auf Deutsch bess­er geht?

    • Da ist was dran. Der Titel ging natür­lich schon so in Druck, die Kri­tik müssen wir also an den Ver­lag weiterreichen.

  6. Eine her­vor­ra­gende Rezen­sion, die 100%ige Glaub­würdigkeit ver­di­ent. Beim Lesen stockt der Atem. Mir fällt dazu das deftige Wort ein: Ich kann bei der Kon­fronta­tion mit de UN gar nicht soviel fressen, wie ich kotzen möchte.

Kommentarfunktion ist geschlossen.