Eine Rezen­si­on zum Buch von Alex Feuer­herdt und Flo­ri­an Markl. Wer Bücher wie die­ses wirk­lich inten­siv liest, bekommt eine Vor­stel­lung davon, was es heißt, sich ein The­ma wirk­lich zu erar­bei­ten. Es ist zeit­auf­wän­dig, in den Quel­len nach­zu­schla­gen, aber ich habe es immer wie­der getan, um Gewiss­heit über das zu erlan­gen, was ich doch schon aus eige­nen Recher­chen und Arti­keln oder aus ande­ren Büchern kann­te. Die Fak­ten spre­chen eine kla­re Spra­che und in Sachen Isra­el und UN besteht die­se Spra­che seit Jahr­zehn­ten vor­wie­gend aus grund­lo­sen Ver­ur­tei­lun­gen, halt­lo­sen Unter­stel­lun­gen, gefälsch­ten Anschul­di­gun­gen und der Ver­harm­lo­sung von Ter­ror. Tuvia Tenen­boms Buch „Allein unter Juden“ lie­fer­te bereits vor eini­gen Jah­ren einen guten Über­blick über Agen­da und Vor­ge­hens­wei­se von UN und den zahl­rei­chen NGO in Isra­el, das Buch von Feuer­herdt und Markl lie­fert ein chro­no­lo­gisch sor­tier­tes eis­kal­tes Buf­fet an Fak­ten dazu, dass einem beim Bela­den des Tel­lers schon schlecht wer­den kann. Ange­kom­men auf Sei­te 239 von „Ver­ein­te Natio­nen gegen Isra­el“ gab mein Text­mar­ker auf – leer. Aber da lagen nur noch 43 Inhalts­sei­ten vor mir, den Rest des Buches bil­den 701 Quel­len-Anmer­kun­gen und 22 Sei­ten ver­wen­de­te Lite­ra­tur. Was der Umfang des Buches zunächst nur erah­nen lässt, zeigt sich spä­tes­tens dort: es ist eine der wohl umfang­reichs­ten und voll­stän­digs­ten Arbei­ten zum Thema.

Die Autoren schla­gen einen wei­ten Bogen und beschrei­ben zunächst aus­führ­lich die Situa­ti­on vor der Grün­dung Isra­els, also das Ende des osma­ni­schen Reichs nach dem ers­ten Welt­krieg, die Völ­ker­bund-Man­da­te der Bri­ten und Fran­zo­sen sowie die wach­sen­den Span­nun­gen zwi­schen der bri­ti­schen Besat­zungs­macht und der ara­bi­schen und jüdi­schen Bevöl­ke­rung im Man­dats­ge­biet, wel­ches das heu­ti­ge Isra­el, die umstrit­te­nen Gebie­te und Jor­da­ni­en umfass­te. Der Prag­ma­tis­mus der Bri­ten, die sich im Vor­feld der Grün­dung Isra­els und auch danach nicht gera­de mit Ruhm bekle­cker­ten, ist viel­leicht am bes­ten in einem Aus­spruch von Pre­mier­mi­nis­ter Nevil­le Cham­ber­lain in einer Kabi­netts­sit­zung im April 1939 auf den Punkt gebracht: „Wenn wir eine Sei­te ver­är­gern müs­sen, dann lie­ber die Juden als die Ara­ber.“ Es galt das Argu­ment der Zahl und die Bri­ten befürch­te­ten, die Ara­ber könn­ten sich mit wehen­den Fah­nen Nazi­deutsch­land in die Arme wer­fen. Letzt­lich taten sie dies ideo­lo­gisch den­noch und die faschis­tisch-anti­se­mi­ti­sche Dok­trin fei­ert bis heu­te fröh­lich Urständ in der ara­bi­schen Welt. Die Fra­ge, wen man lie­ber ver­är­gert, muss sich Euro­pa auch heu­te stel­len las­sen. Kei­ne ange­neh­me Fra­ge, denn sie ist ver­bun­den mit jener, wer die euro­päi­schen Län­der mit Ter­ror bedroht, falls die Ver­är­ge­rung zu groß wer­den soll­te. Ein Tipp: man schaue, wohin euro­päi­sche Hilfs­gel­der flie­ßen, denn sie wir­ken wie Schutzgelder.

Sehr auf­schluss­reich ist die Schil­de­rung der Situa­ti­on der­je­ni­gen Juden in Euro­pa, die das Glück hat­ten, den Holo­caust über­lebt zu haben, nur um sich anschlie­ßend als „dis­pla­ced per­sons“ erneut in Lagern wie­der­zu­fin­den. Auch kam es nach Ende des Krie­ges und der Befrei­ung der Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger immer wie­der zu Aus­schrei­tun­gen und regel­rech­ten Pogro­men, wie etwa am 4. Juli 1946 im pol­ni­schen Kiel­ce, wo 42 Juden ermor­det wur­den. Nicht von deut­schen Faschis­ten, wohl­ge­merkt! Die­ser Vor­fall belegt ein Phä­no­men, das sich wie ein roter Faden durch die gesam­te Geschich­te Isra­els und damit auch durch das Buch zieht: Egal wie die Kon­flikt­par­tei­en han­del­ten, ganz gleich, wel­cher Feh­ler began­gen, wel­cher Beschluss gefasst oder wel­cher Krieg geführt wur­de, es gab nie einen „sta­tus quo ante“, zu dem man zurück konnte.

Es war zu jeder Zeit klar, dass der Anti­se­mi­tis­mus mit dem Ende des Faschis­mus nicht gestor­ben war und dass es zum Ziel des jüdi­schen Über­le­bens­kamp­fes, wel­cher die natio­na­le Idee des Zio­nis­mus erst her­vor­brach­te und die Schaf­fung einer „natio­na­len Heim­statt“ für das jüdi­sche Volk (den Begriff „Staat“ ver­mied Theo­dor Herzl noch, um das Osma­ni­sche Reich nicht zu ver­prel­len) anstreb­te, schlicht kei­ne Alter­na­ti­ve gab. Das Pro­blem mit dem feh­len­den „sta­tus quo ante“ exis­tiert bis heu­te. Wenn etwa von den „Gren­zen von 1967“ die Rede ist, die nichts ande­res als recht unkla­re Waf­fen­still­stands­li­ni­en waren, oder wenn die „Räu­mung besetz­ter Gebie­te“ ver­langt wird, die vor der Erobe­rung durch Isra­el wie­der­um auch nur von ande­ren Mäch­ten (Jor­da­ni­en und Ägyp­ten) besetzt waren, denn die letz­te staat­li­che Enti­tät, der die­se Gebie­te ange­hör­ten, war das osma­ni­sche Reich. Oder wenn vom „paläs­ti­nen­si­schen Volk“ die Rede ist, das es so nie gab, erfun­den von einem Ägyp­ter, der sich mit den Mit­teln des Ter­ro­ris­mus zum Füh­rer die­ses Vol­kes auf­schwang: Jas­sir Arafat.

Resolution 181

Beson­ders span­nend geriet die Dar­stel­lung der zeit­li­chen Abläu­fe vor und nach der Reso­lu­ti­on 181 der UN, wel­che die Schaf­fung zwei­er Staa­ten im bri­ti­schen Man­dats­ge­biet anreg­te. Im Buch sind die Ereig­nis­se chro­no­lo­gisch kor­rekt anein­an­der­ge­reiht. Auch hier blitzt immer wie­der unser Sta­tus-Quo-Pro­blem auf. Die Bri­ten hat­ten die Nase voll von den Gue­ril­la-Aktio­nen jüdi­scher und ara­bi­scher Unter­grund-Orga­ni­sa­tio­nen und waren immer weni­ger in der Lage, die Par­tei­en auf Abstand (auch von­ein­an­der) zu hal­ten. Indi­en wur­de 1947 unab­hän­gig und somit war der letz­te Grund, am Man­dat in der Levan­te fest­zu­hal­ten, ent­fal­len. Man über­gab den Fall der neu­ge­bil­de­ten UN, die damals noch recht weni­ge Mit­glie­der zähl­te. Die Mehr­heit für den Tei­lungs­plan, der die Schaf­fung zwei­er Staa­ten vor­sah, kam auch des­halb zustan­de, weil sich die USA und die Sowjet­uni­on hier wohl letzt­ma­lig vor dem Kal­ten Krieg weit­ge­hend einig waren.

Die Rede des spä­te­ren sowje­ti­schen Außen­mi­nis­ters Gro­my­ko, spä­ter als „ver­ges­se­ne Rede, die die Welt erschüt­ter­te“ bezeich­net, unter­mau­er­te dies. Er sprach vom „unbe­streit­ba­ren Fak­tum“, dass die Bevöl­ke­rung des Lan­des aus zwei Völ­kern bestehe, den Ara­bern und den Juden. Und weil „Plan A“, ein gemein­sa­mer ara­bisch-jüdi­scher Staat nicht mög­lich sei, müs­se nun „Plan B“ her, zwei unab­hän­gi­ge, selbst­stän­di­ge Staa­ten. Was dann geschah, ist bekannt. Abzug der Bri­ten, Bür­ger­krieg im Man­dats­ge­biet, die ara­bi­schen Staa­ten hoff­ten, auf die­se Wei­se noch vor der Grün­dung Isra­els „Tabu­la Rasa“ zu machen. Das schlug bekannt­lich fehl.

Der UN-Beschluss, zwei Staa­ten zu schaf­fen, wur­de von den ara­bi­schen Staa­ten rund­weg ver­wor­fen. Man über­zog das neu gegrün­de­te Isra­el umge­hend mit einem Krieg, den man ent­ge­gen aller Erwar­tun­gen ver­lor. Man ver­such­te es erneut und ver­lor erneut, 1967 und 1973. Den Tei­lungs­plan hat­te man abge­lehnt und Isra­el den Krieg erklärt. Erst als der schief ging, for­der­te man den ara­bi­schen Staat, den man nie woll­te. Und man for­der­te ihn wei­ter­hin als Gan­zes, inklu­si­ve des israe­li­schen Staats­ge­bie­tes, bis heu­te. Gewis­ser­ma­ßen führ­te man also „Krieg mit beschränk­ter Haf­tung“ und glaub­te, auch nach einer Nie­der­la­ge in einem von den ara­bi­schen Staa­ten vom Zaun gebro­che­nen Krieg das for­dern zu kön­nen, was man im Frie­den abge­lehnt hat­te. Erst nach 1973 bekam die ara­bi­sche Pha­lanx Ris­se, kam es zu Ver­hand­lun­gen und schließ­lich Frie­dens­ver­trä­gen mit Jor­da­ni­en und Ägyp­ten. Gefolgt von einem geschick­ten Per­spek­tiv­wech­sel: war Isra­el bis dahin noch der Under­dog, der wie der win­zi­ge David neben dem ara­bi­schen Goli­ath erschien, hat­te nun der „Paläs­ti­nen­ser“ sei­nen ers­ten his­to­ri­schen Auf­tritt und dreh­te die Betrach­tung der Welt­ge­mein­schaft um. Und die UN roll­te dem Ter­ror den roten Tep­pich aus.

Die antiisraelische Agenda der UN seit der Staatsgründung Israels

Der UN-Tei­lungs­plan selbst blieb das ein­zi­ge Isra­el unter­stüt­zen­de Doku­ment, was die UN je zustan­de brach­te. Ab die­sem Zeit­punkt änder­te sich der Cha­rak­ter der „Ver­ein­ten Natio­nen“ nach­hal­tig und auch die anfäng­li­che Unter­stüt­zung durch die Sowjet­uni­on ende­te bald. Mehr und mehr Staa­ten wur­den durch die unab­hän­gig wer­den­den bri­ti­schen und fran­zö­si­schen Kolo­nien in die UN auf­ge­nom­men, das Stimm­ge­wicht Euro­pas teil­te sich zudem an den Block-Gren­zen des Kal­ten Krie­ges auf. Ton­an­ge­bend wur­de in zahl­rei­chen UN-Gre­mi­en der arabisch/islamische Block, der gemein­sam mit zahl­rei­chen afri­ka­ni­schen Staa­ten und dem Ost­block mühe­los Mehr­hei­ten auch noch für die ver­ab­scheu­ungs­wür­digs­ten Reso­lu­tio­nen orga­ni­sie­ren konnte.

Minu­ti­ös drö­seln die Autoren Feuer­herdt und Markl die Beschlüs­se auf, zitie­ren die Reden und las­sen Augen- und Ohren­zeu­gen von Tief­punk­ten der inter­na­tio­na­len Diplo­ma­tie, wie etwa die Far­ce der „Anti­ras­sis­mus-Kon­fe­renz“ in Dur­ban, Süd­afri­ka, deren hass­erfüll­te Spra­che sich allein gegen Isra­el rich­te­te und deren beglei­ten­de NGO-Kon­fe­renz kom­plett aus dem Ruder lief. Die Reso­lu­ti­on, die von Dur­ban aus­ging, wur­de spä­ter klein­laut kas­siert. Über Jahr­zehn­te war kei­ne Lüge zu abscheu­lich, kein Vor­wurf zu hane­bü­chen, als dass man ihn nicht vor die UN brin­gen konn­te, um eine Reso­lu­ti­on dar­aus zu machen. Abba Eban, der ers­te Ver­tre­ter Isra­els und spä­ter israe­li­scher Außen­mi­nis­ter brach­te die Agen­da der UN und die Mehr­heits­ver­hält­nis­se dort sar­kas­tisch auf den Punkt: „Wenn Alge­ri­en in einem Reso­lu­ti­ons­ent­wurf erklä­ren wür­de, dass die Erde eine Schei­be ist und Isra­el sie dazu gemacht hat, dann wür­de die­se Reso­lu­ti­on mit 164 zu 13 Stim­men bei 26 Ent­hal­tun­gen ange­nom­men werden.“

UN und die NGOs – die antisemitische Drehtür

Auch in die bis­lang kaum beleuch­te­te Bezie­hung der UN zu den zahl­rei­chen Nicht­re­gie­rungs-Orga­ni­sa­tio­nen, ange­fan­gen mit dem Inter­na­tio­na­len Roten Kreuz, Amnes­ty Inter­na­tio­nal, Human Rights Watch bis hin zu den über vier­hun­dert ande­ren in Isra­el täti­gen brin­gen die Autoren Licht. Gera­de in Bezug auf Isra­el und des­sen fast schon tur­nus­mä­ßi­ge Ver­ur­tei­lung in allen nur denk­ba­ren UN-Gre­mi­en, etwa der UNESO, der WHO oder dem Men­schen­rechts­rat, offen­bart sich jedoch ein gut funk­tio­nie­ren­der Dreh­tür-Effekt, der star­ke Zwei­fel an der Red­lich­keit der Akteu­re auf­kom­men lässt. Die han­deln­den Per­so­nen in UN und NGOs spei­sen sich wesent­lich aus dem­sel­ben „Kan­di­da­ten­pool mit Agen­da“, Freun­de Isra­els sind da eher spär­lich vertreten.

Wenn etwa Cor­ne­lio Som­ma­ru­ga, der frü­he­re Lei­ter des IKRK in eine „Fact Fin­ding Mis­si­on“ der UN beru­fen wird, um einen Anti-Ter­ror-Ein­satz der IDF in Jenin zu unter­su­chen – der­sel­be Som­ma­ru­ga hat­te 1999 auf die For­de­rung des Ame­ri­ka­ni­schen Roten Kreu­zes, man möge doch den „Magen David Adom“, das israe­li­sche Äqui­va­lent zum Ret­tungs­dienst des Roten Kreu­zes, des­sen Logo ein roter David­stern ist, nach 50 Jah­ren end­lich als Voll­mit­glied auf­neh­men, geant­wor­tet: „War­um akzep­tie­ren wir dann nicht auch das Haken­kreuz?“. Ist es da ein Wun­der, dass Isra­el die­ser „Fact Fin­ding Mis­si­on“ nicht trau­te? Das Bei­spiel zeigt auch, wie flie­ßend die Über­gän­ge zwi­schen UN und den zahl­rei­chen invol­vier­ten NGOs sind, die Agen­da teilt man sich oft.

Das Buch nennt die Namen, beschreibt die Abläu­fe und Kar­rie­ren und beleuch­tet die Begrün­dun­gen, mit der zum Bei­spiel auch Deutsch­land immer wie­der Reso­lu­tio­nen gegen Isra­el mit­trägt, etwa die der WHO, die 2016 Isra­el der „geis­ti­gen und kör­per­li­chen Schä­di­gun­gen“ ver­ur­teil­te, die angeb­lich durch Ver­gif­tung, Radio­ak­ti­vi­tät und Infek­tio­nen gegen die ara­bi­schen Bewoh­ner der Golan­hö­hen began­gen wur­den. Selbst das stumpf-anti­se­mi­ti­sche Nar­ra­tiv der Brun­nen­ver­gif­tung wur­de bemüht. Alles völ­lig absur­de Vor­wür­fe, das Gegen­teil ist hier rich­tig. Es ist schließ­lich Isra­el, das an der Gren­ze abge­leg­te Kom­bat­tan­ten des Syri­schen Bür­ger­krie­ges ohne Anse­hen der Per­son in sei­nen Kran­ken­häu­sern ver­sorgt und pflegt. Deutsch­land stimm­te für die­se Ver­ur­tei­lung mit der Begrün­dung, damit eine noch schär­fe­re Form der For­mu­lie­rung ver­hin­dert zu haben. Hil­lel Neu­er, Geschäfts­füh­rer von UN-Watch, stell­te lako­nisch fest, dass Isra­el wohl noch dank­bar sein sol­le, nur mit einem dün­nen Strick gelyncht zu werden.

Den Gip­fel von Ver­lo­gen­heit und Geschichts­klit­te­rung erklomm aber 2017 die UNESCO, die in einer Erklä­rung dem Juden­tum jeg­li­che reli­giö­sen Bezü­ge zum Tem­pel­berg rund­her­aus absprach, und die­sen zum allei­ni­gen Kul­tur­er­be des Islam erklär­te. Ob man ahn­te, dass man damit nicht nur das Juden­tum, son­dern das Chris­ten­tum gleich mit dele­gi­ti­mier­te, denn wo nie­mals ein jüdi­scher Tem­pel gestan­den haben soll, konn­te auch kein Jesus die Tische der Geld­wechs­ler umsto­ßen. Allein zwi­schen 2009 und 2014 ver­ur­tei­le die UNESCO 47-mal ein Land wegen Ver­stö­ßen gegen ihre Grund­sät­ze – nur ein ein­zi­ges Mal war das ver­ur­teil­te Land NICHT Isra­el! Die­se kras­se Unver­hält­nis­mä­ßig­keit spie­gelt längst nicht mehr die Rea­li­tät in der Welt wider, das ist längst nur noch Aus­druck einer kran­ken, anti­se­mi­ti­schen Obsession!

Ein ernüchterndes Fazit

Das Buch von Feuer­herdt und Markl ent­hält mei­ner Mei­nung nach die bis­lang mit Abstand voll­stän­digs­te Dar­stel­lung der über 70-jäh­ri­gen wech­sel­vol­len Bezie­hung zwi­schen Isra­el auf der einen und einer UN auf der ande­ren Sei­te, wobei sich letz­te­re immer wei­ter von ihrer ursprüng­li­chen Auf­ga­be ent­fernt hat, ein mäßi­gen­der Fak­tor mit dem Ziel der Über­win­dung von Hass und Krieg zu sein. In der Pra­xis näm­lich legi­ti­miert die UN den Anti­se­mi­tis­mus vie­ler ihrer Mit­glieds­staa­ten, die sich gegen­sei­tig bei ihren Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen decken, um dafür umso hass­erfüll­ter und in Serie erfun­de­ne Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen Isra­els anzu­pran­gern. Finan­ziert und teil­wei­se unter­stützt wer­den die Regime in die­sem Bemü­hen durch einen des­il­lu­sio­nier­ten Wes­ten, der sei­ne Ohn­macht ange­sichts der herr­schen­den Mehr­heits­ver­hält­nis­se kaum noch zu über­spie­len vermag.

Auf allen Ebe­nen und in allen Insti­tu­tio­nen ist das Total­ver­sa­gen der UN sicht­bar, die schein­bar kaum etwas ande­res zu Stan­de bringt, als im Akkord Reso­lu­tio­nen gegen Isra­el abzu­feu­ern. Die­se Obses­si­on bemerk­te auch Nik­ki Haley, als sie 2017 ihr Amt als US-Bot­schaf­te­rin bei den Ver­ein­ten Natio­nen antrat, und nach ihrer ers­ten Sit­zung des Welt­si­cher­heits­ra­tes vor die Kame­ra trat. „War­um sitzt man hier Monat für Monat zusam­men und redet über die Pro­ble­me im mitt­le­ren Osten, wenn weder die ille­ga­len Rake­ten­stel­lun­gen der His­bol­lah, noch die Ter­ror­un­ter­stüt­zung durch den Iran, noch die Ver­ant­wor­tung Assads für aber­tau­sen­de Todes­op­fer in Syri­en zur Spra­che kom­men? Es gibt so vie­le Pro­ble­me dort. War­um also Monat für Monat die­se Sit­zung, bei der es immer nur um und gegen Isra­el geht? 

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Und Deutschland?

Für das einem dif­fu­sen Inter­na­tio­na­lis­mus ver­pflich­te­te Deutsch­land ist die UNO immer noch so etwas wie eine idea­le, wohl­mei­nen­de Welt­re­gie­rung, der man prin­zi­pi­ell ver­trau­en kön­ne. Die gera­de­zu schrei­end nai­ven Lobes­hym­nen auf den UN-Migra­ti­ons­pakt und den Flücht­lings­pakt hat das gera­de wie­der ein­drucks­voll unter Beweis gestellt. Es ist höchs­te Zeit, die rosa­ro­te Bril­le abzu­set­zen und zu erken­nen, wer und war­um in der UN das Sagen hat. Isra­els Erfah­run­gen mit den Ver­ein­ten Natio­nen in den 70 Jah­ren sei­nes Bestehens bele­gen: man kann der UN nicht mehr ver­trau­en, denn sie arbei­tet auf allen Ebe­nen an der Dele­gi­ti­mie­rung des ein­zi­gen jüdi­schen Staa­tes, der sich tap­fer und uner­schro­cken an das Zip­fel­chen Hei­mat klam­mert, das ihm die Welt­ge­mein­schaft in einem ihrer weni­gen lich­ten Momen­te zuge­stand, als die­ser noch klar vor Augen stand, wohin der Anti­se­mi­tis­mus in letz­ter Kon­se­quenz füh­ren kann. Damit dies nie wie­der gesche­hen kann, gibt es Isra­el. Damit das so bleibt, bräuch­te die UN drin­gend einen qua­li­fi­zier­ten Neu­start, denn sie ist kor­rum­piert von Des­po­ten, unter­wan­dert von Anti­se­mi­ten und Fein­den der Frei­heit und gefan­gen in einer „Tyran­nei der Mehr­heit“, wie es der US-Bot­schaf­ter John Sca­li einst aus­drück­te. Die hier wir­ken­den Mecha­nis­men benannt zu haben, ist ein wich­ti­ges Ver­dienst des Buches von Feuer­herdt und Markl.

„Vereinte Nationen gegen Israel“ – wie die UNO den jüdischen Staat delegitimiert
Ama­zon-Link zum Buch im Bild

Die Fül­le der Details erschla­gen einen bei­na­he, und es ist gut, dass sie so sau­ber recher­chiert und quel­len­reich belegt sind. Für einen klar­den­ken­den Men­schen, der die­ses Buch auf­merk­sam liest, gibt es nach der Lek­tü­re jeden­falls tau­send Grün­de mehr, Isra­el in sei­nem seit 70 Jah­ren unun­ter­bro­che­nen anhal­ten­den Kampf um Selbst­be­haup­tung zu unter­stüt­zen und die Rol­le der UN kri­tisch zu hinterfragen.

Drin­gen­de Leseempfehlung!

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8 Kommentare

  1. Beim lesen des kur­zen, höchst infor­ma­ti­ven Auf­sat­zes fiel ein­mal bei mir kurz der Gedan­ke ein – wie gut, daß Isra­el die Bom­be hat. Zuerst erschreck­te mich die­se unge­for­der­te Eiga­be, dann kam die mir plau­si­ble Erklä­rung, was wäre Isra­el, was wären die Juden dort und die welt­weit ver­streut leben­den ohne die­se – nicht mehr da oder wie­der in der Dia­spo­ra der dau­ernd Ver­folg­ten und der Zuver­nich­ten­den. Der gemein­sa­me Gott in sei­ner Güte sei mit ihnen und uns.

  2. @ KABARDEY, des­sen Kommentar(e) ich hier NICHT ver­öf­fent­li­che, weil er alle, wirk­lich ALLE anti­se­mi­ti­schen Klin­gel­wor­te ent­hält: Die Mühe, ein mehr­sei­ti­ges Pam­phlet bei mir als Kom­men­tar durch­zu­drü­cken, hät­ten Sie sich spa­ren kön­nen. Sol­cher Rotz wird hier schnel­ler gelöscht, als Sie ‚Rot­schild’ sagen kön­nen. Aber ver­trau­en Sie mir: genau für Typen wie Sie wur­de die­ses Buch geschrie­ben! Trau­en Sie sich, lesen Sie! Schwa­feln Sie weni­ger über jüdi­sche Welt­ver­schwö­run­gen, Defi­ni­tio­nen, was „wah­re Semi­ten” eigent­lich sei­en, Aus­sa­gen von Hecht-Galin­ski (aus­ge­rech­net) oder die „fei­ge IDF”. Oder noch bes­ser: fah­ren Sie nach Isra­el und ler­nen Sie das Land ken­nen! Das könn­te Sie nach­hal­tig von Ihren Wahn­vor­stel­lun­gen hei­len. Ich wür­de es Ihnen wünschen.
    In die­sem Sin­ne, machen Sie es besser. 😉

  3. Dan­ke für die­se Bespre­chung! War das nicht auch ein Lip­pen­be­kennt­nis von Ange­la Mer­kel: „Die Freund­schaft mit Isra­el ist Staats­rä­son”? Vie­le Taten sind dem aller­dings nicht gefolgt!

  4. Guten Tag Herr Letsch, 

    eine Reform der EU kann ich mir bei den ent­spre­chen­den Akteu­ren vor­stel­len. Ein Blick auf die Mit­glie­der­lis­te der UNO zeigt die Aus­sichts­lo­sig­keit eines sol­chen Vor­ha­bens bei den Ver­ein­ten Natio­nen. Da wäre es doch bes­ser, mit ähn­lich ver­fass­ten Staa­ten einen eige­nen Klub auf­zu­ma­chen bzw. eine bereits bestehen­de Orga­ni­sa­ti­on als Gegen­ent­wurf zu kon­zi­pie­ren und die UNO zu verlassen.

  5. Star­kes Buch, sehr gute Bespre­chung. Nur das „dele­gi­ti­miert” müß­te „bekämpft” hei­ßen. „Dele­gi­ti­miert” ist zu harm­los und mög­li­cher­wei­se zumin­dest für eini­ge Leser unver­ständ­lich. War­um Fremd­wor­te, wenn es doch auf Deutsch bes­ser geht?

    • Da ist was dran. Der Titel ging natür­lich schon so in Druck, die Kri­tik müs­sen wir also an den Ver­lag weiterreichen.

  6. Eine her­vor­ra­gen­de Rezen­si­on, die 100%ige Glaub­wür­dig­keit ver­dient. Beim Lesen stockt der Atem. Mir fällt dazu das def­ti­ge Wort ein: Ich kann bei der Kon­fron­ta­ti­on mit de UN gar nicht soviel fres­sen, wie ich kot­zen möchte.

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