Das Über­wäl­ti­gungski­no in Zack Sny­ders Com­ic-Ver­fil­mung „Man Of Steel“ aus dem Jahr 2013, in dem die Super­man­wer­dung des Clark Kent erzählt wird, enthält eine Szene, an die ich unwillkür­lich denken musste, als ich das Insta­gram-Video der Fri­days-for-Future-Aktivistin Pauline Brünger sah, die, aufge­fressen von ihren Äng­sten, als Häufchen Elend trä­nen­re­ich ein vergeudetes Stu­di­ense­mes­ter und den Kli­mawan­del beklagte, als wäre sie für let­zteres eben­so ver­ant­wortlich wie für das eigene ver­schlampte Studi­um. Im Film ren­nt der junge Clark Kent heulend aus dem Klassen­raum, weil er die Kako­phonie der Stim­men und Gedanken der Men­schen in seinem Kopf sowie die Rönt­gen­bilder, die er unwillkür­lich sieht, nicht mehr ertra­gen kann. Die Flut aus auf ihn ein­stür­menden Infor­ma­tio­nen über­fordert, ängstigt und lähmt ihn zugle­ich. Die Fähigkeit, sich zu konzen­tri­eren, wesentlich­es von unwichtigem, jet­zt von später und Richtiges von Falschem zu tren­nen, sich also dem Leben auf der Erde anzu­passen und sich in Kansas gewis­ser­maßen zu „ver­wurzeln“, ist die eine Superkraft, die er nicht von Geburt besitzt, son­dern erst müh­sam ler­nen muss.

Nun sind die Superkräfte der FFF-Bewe­gung prinzip­iell und die von Pauline im Beson­deren nur einge­bildet, selb­st wenn die Bewe­gung in ihrer Selb­st­wahrnehmung von der Aura der All­macht umgeben ist und Worte wie „Ich will“, „Wir fordern“ und „Sofort“ fast schon gute Tat­en sind. Greinend wun­dert man sich dann, dass die Sprüche sich nicht von selb­st mate­ri­al­isieren. Man darf sich die gedankliche Welt solch­er Aktivis­ten dur­chaus als einen reizüber­fluteten, infer­nalis­chen Ort vorstellen, der vollgestopft ist von bösen Wet­tern und dia­bolisch laster­haften CO2-Emmit­ten­ten, kurz, voller Leben, das sich der erträumten ide­alen Gesellschaft mit all sein­er empirischen Wucht ent­ge­gen­stellt. Pauline ist natür­lich nicht die Einzige, die nicht nur unter dem Zus­tand lei­det, dass die glat­te Ober­fläche ihrer Mei­n­ungs­blase kaum zur Real­ität der ganzen Gesellschaft passen will, son­dern auch darunter, dass die Kako­phonie ren­i­ten­ter Bürg­er und die chao­tis­chen Leben­säußerun­gen des Wet­ters auch die Inhalte ander­er Mei­n­ungs­blasen in ihr Bewusst­sein tra­gen. Mir geht es – wenn auch aus anderen Grün­den – ja kaum anders, wen­ngle­ich ich meine men­tal­en Zusam­men­brüche höch­stens in Textform und stark gefiltert an der medi­alen Ober­fläche blub­bern lasse.

Sehr vie­len Men­schen geht es so und es ist der West­en als sozi­ol­o­gis­ches Biotop in toto, der ger­ade unter der Last aus All­macht­sphan­tasie, fak­tis­ch­er Ohn­macht und Reizüber­flu­tung zusam­men­zubrechen dro­ht. Ich befürchte allerd­ings, dass uns nach 2–3 Dekaden über­fordertem Dasein als „Clark Kent Juniors“ nicht so etwas wie die Meta­mor­phose zu Kal-El alias Super­man bevorste­ht, für den Dinge wie der Kli­mawan­del oder die Tal­iban höch­stens Auf­gaben wie den Müll rauszu­tra­gen, aber fak­tisch unlös­baren Prob­leme darstellen. Stattdessen lei­den und bluten wir, kön­nen mit Mühe auf eige­nen Beinen ste­hen, schauen hoff­nungsvoll gen Him­mel und ste­hen doch weit­ge­hend macht­los vor unser­er eige­nen, ungewis­sen Zukun­ft. Wir glauben, die Welt zu verbessern, doch stattdessen verän­dern wir kaum mehr als unsere Wahrnehmung der Welt und fall­en anschließend bei der Analyse der Wirk­samkeit unser­er Bemühun­gen in Ver­bit­terung und Verzwei­flung. Gut gemeint ist nun­mal das Gegen­teil von gut gemacht.

Und doch kann es eben­so wenig eine Rück­kehr zu Nichtwissen und staatlich einge­hegter Kom­mu­nika­tion geben, wie man ein Ei nicht mehr aus einem Omelett her­aus­bekommt. Das kom­mu­nika­tiv betra­chtet „lin­eare“ Leben früher­er Zeit­en, in dem die Men­schheit wie See­gras im Fluss gle­ich­mäßig in eine Rich­tung bestrichen wurde, sind vorüber. Wir leben in einem Wirbel dis­rup­tiv­er Strö­mungen, die von allen Seit­en gle­ichzeit­ig auf uns ein­stürzen. Wohl dem, der feste Wurzeln aus­ge­bildet oder bewahrt hat, statt sich von der erst­besten Strö­mung hin­weg­tra­gen zu lassen oder ihr impul­siv und leicht­fer­tig zu fol­gen. Es muss ja nicht ger­ade Kansas sein wie bei Clark Kent.

Angesichts der ide­ol­o­gisch getrübten Wass­er um uns herum ist heute lei­der nur sehr schw­er festzustellen, wieviel „See­gras“ noch fest am Boden geblieben ist und wieviel davon sich Hals über Kopf in Kli­maret­tung, Wel­tret­tung oder andere poli­tisch bewegte Ret­tun­gen hineingestürzt hat. Der Men­sch ist nicht geeignet, auf Dauer in der Bewe­gung zu leben – und sei sie noch so erhaben. Hinge­gen ist er in der Lage, sich selb­st in den beschei­den­sten Zustän­den einzuricht­en. Man kann diese Behaup­tung an sich selb­st testen, indem man sich fragt, wo man am lieb­sten den „Rest des Lebens“ ver­brin­gen würde. Auf ein­er Demon­stra­tion, Block­ade oder aktivis­tis­chen Aktion für ein ver­meintlich höheres Wohl oder doch lieber mit einem geliebten Men­schen oder sog­ar allein in ein­er Hütte in den Bergen, auf einem Segel­boot oder am Ufer eines Meeres. Und bitte nicht schum­meln, Sie wür­den nur sich selb­st betrügen.

Die Glasdecke der Zivilisation

Das ein­führend Beispiel mit der schmelzen­den Pauline ste­ht ger­adezu arche­typ­isch für unser west­lich­es Ver­ständ­nis von der Abso­lutheit von richtig und falsch, vom Weg, den die Entwick­lung der Men­schheit nehmen müsse und für die uner­schüt­ter­liche Selb­st­gewis­sheit des guten Samarit­ers. Und so wie die Kleinen an den ganz großen Auf­gaben wie der Zurück­drän­gung des Kli­mawan­dels scheit­ern müssen, scheit­ern die ganz Großen an ver­meintlich kleinen Auf­gaben, wie etwa der Evakuierung europäis­ch­er und amerikanis­ch­er Zivilis­ten, bevor das Mil­itär den Ort des frucht­losen Geschehens ver­lässt. Die Pausen zwis­chen den hyper­moralis­chen Anfällen von „Wel­tret­teri­tis Okzi­den­tal­is“ füllen Neu­rosen, Ver­fol­gungswahn oder das Bekla­gen von aller­lei Echos der Ver­gan­gen­heit, die als Mikroag­gres­sio­nen in die Gegen­wart wirken.

Doch all der Aktion­is­mus führt zu nichts, die Liste der Erfolge des Pro­jek­tes Wel­tret­tung ist kurz, die Anzahl der durch Inter­ven­tion und Investi­tion ins Licht rechtsstaatlich­er Demokratie geführter Län­der ist noch kürz­er. Dort wo es gelang, etwa in Süd­ko­re­aSin­ga­pur oder Tai­wan, waren es interne Kräfte oder unter ide­ol­o­gis­chem Schlamm freigelegte Wurzeln der Zivil­i­sa­tion und nicht die Entwick­lung­shil­fe in Form von brun­nen­bohren­den Bun­deswehrsol­dat­en oder per Drohne aus­geknip­ster Ter­ror­fürsten. Der 20-jährige Afghanistanein­satz liegt in Scher­ben und mit ihm all die schö­nen und teuren Pro­jek­te, die in einem mul­ti­po­laren, religiös fanatisierten Stammes­ge­bi­et Demokratie und Gle­ich­berech­ti­gung entste­hen lassen woll­ten. Das ist so trau­rig wie es vorherge­sagt war.

Die Selb­st­täuschung, ger­ade was die Fähigkeit­en der vom West­en aufgepäp­pel­ten afghanis­chen Armee anbe­langt (Deutsche Mil­itär­päd­a­gogik war hier bekan­ntlich auch am Werke), ist wie ein Karten­haus in sich zusam­menge­fall­en. Und zwar aus inter­nen, nicht zu bee­in­flussenden Grün­den. Mal abge­se­hen von den zahlre­ichen erratisch anmu­ten­den Entschei­dun­gen auf höch­ster poli­tis­ch­er Führungsebene in Berlin und Wash­ing­ton, die ich hier gar nicht einzeln beleucht­en möchte. Schließlich sind die Kon­se­quen­zen dieses gescheit­erten Exper­i­ments schon schreck­lich genug.

Der Zus­tand der müh­sam und teuer aufge­baut­en afghanis­chen Armee, die trotz spezieller Vor­bere­itungskurse zu über 80% aus Anal­pha­beten bestand, die nicht wussten, wie herum sie für ein Grup­pen­fo­to ihre mil­itärischen Diplome zu hal­ten hat­ten und mit denen mil­itärische Ein­sätze aus schlechter Erfahrung immer nur bis kurz vor „Pay­day“ durchzuführen waren, weil die Sol­dat­en am Zahlt­ag erst mal für einige Zeit ver­schwun­den waren, spricht dafür, dass der West­en jahre­lang an ein­er Illu­sion fes­thielt, an die er selb­st nicht glauben kon­nte. Die Rekruten dieser Armee, junge Män­ner von 18 oder 20 Jahren, haben übri­gens nie unter der Regime der Tal­iban gelebt. Man kann hier also nicht mal entschuldigend vom “Rück­fall” in alte Gewohn­heit­en sprechen.

Spricht man mit Mil­itärs oder hört ihnen in den US-Medi­en zu, hätte man das Über­rollen dieser Geis­tertruppe dadurch ver­hin­dern kön­nen, dass man in Bagram eine kleine Mil­itär­präsenz beibehal­ten und der lan­gen Liste weltweit­er US-Basen ein­fach einen weit­eren Namen hinzuge­fügt hätte. Wom­öglich ist das richtig, richtiger jeden­falls als die aktuelle Sit­u­a­tion, in der an die 10.000 amerikanis­che Zivilis­ten in allen Lan­desteilen Afghanistans fest­sitzen, wo sie ein großes Poten­zial für kün­ftige Lösegelder­pres­sun­gen darstellen. Doch mal abge­se­hen vom gescheit­erten „Wie“ unter Präsi­dent Biden stellt sich die viel grund­sät­zlichere Frage nach dem „Warum“.

Der Weltpolizist ist müde

Seit 70 Jahren führten die USA nicht nur Kriege, die in Deutsch­land gern wortre­ich verurteilt wer­den, son­dern fühlte sich mit sein­er Rolle als Welt­polizist sicht­bar wohl. Für uns war es bequem, weil wir einen großen Teil unser­er eige­nen Vertei­di­gungsleis­tung aus­lagern kon­nten. Die Decke, unter die wir schlüpfen kon­nten, kratzte zwar hier und da, aber sie war warm und preiswert und das ges­parte Geld kon­nten wir für aller­lei schöne Dinge ver­wen­den und uns das Wohlwollen der Welt erkaufen. Fast 70 Jahre blieb es bei dieser „Arbeit­steilung“, bis im Jahr 2015 ein ver­lachter Real­i­ty-TV-Clown erkan­nte, dass das viele in mil­itärischen Aben­teuern ver­bran­nte Geld zu Hause viel sin­nvoller einge­set­zt wer­den kön­nte und statt teur­er und ver­lus­tre­ich­er Kriege im Irgend­wo oder dem Bau ein­er Straße in Dscha­lal­abad die eigene, auf Ver­schleiß gefahrene Infra­struk­tur min­destens eben­so bedürftig war. Das Mot­to „Amer­i­ca First“ set­zte in Trumps Wahlkampf genau da an. Die Entschei­dung, sich nach und nach aus Kon­flik­ten und der Welt ganz all­ge­mein zurück­zuziehen und darauf zu drän­gen, dass die Nato-Part­ner bei moralis­chem Bedarf selb­st in die entste­hen­den Lück­en sprin­gen soll­ten, machte genau da weit­er. Den geplanten Trup­pen­abzug aus Deutsch­land machte Biden zwar noch rück­gängig, aus Afghanistan wollte aber auch er raus. Den USA geht inter­na­tion­al die Puste aus, Trump wusste das und Biden – oder doch zumin­d­est die Leute um ihn herum – weiß es wohl auch.

Die Fol­gen ver­heißen auch abseits des Debakels in Afghanistan nichts Gutes. Das Geld, das in den USA für Straßen, Brück­en oder das Schul­sys­tem fehlt, ist durch die große Umverteilungs­mas­chine des Mil­itärs in Form von Waf­fen und Aus­rüs­tung ger­ade an die Tal­iban gefall­en, die nun mehr ein­satzbere­ite Flugzeuge und Kampfhub­schrauber haben als die Bun­deswehr. Wir reden hier von „spon­ta­nen Eigen­tum­süber­tra­gun­gen“ im mehrstel­li­gen Mil­liar­den­bere­ich. Die Tal­iban wer­den das meiste davon nicht brauchen kön­nen, aber wir dür­fen damit rech­nen, dass diese Waf­fen bald in vie­len Kon­flik­ten rund um die Welt und in Chi­na auf­tauchen und gle­ichzeit­ig die Taschen der Steinzeitis­lamis­ten füllen wer­den. Die Glück­wün­sche der Hamas zum Sieg der Tal­iban deuten in eine sehr unschöne Richtung.

Auch wenn der miss­glück­te Trup­pen­abzug der USA nicht auf mil­itärisches, son­dern auf poli­tis­ches Ver­sagen zurück­zuführen ist, bleibt der Ein­druck, dass die Feinde der USA am Ende tri­um­phieren, während sich Ver­bün­dete nicht mehr auf Ameri­ka ver­lassen kön­nen. Die KP Chi­nas startete in ihrem Pro­pa­gan­da-Organ „Glob­al Times“ schon mal einen Test­bal­lon und pos­tuliert, dass die Armee Tai­wans genau­so schnell das Weite suchen wird wie die afghanis­che, soll­ten die Trup­pen Chi­nas zur „Befreiung“ dort ein­marschieren wer­den. Wer sollte sie hin­dern? Biden? Merkel? Olaf Scholz? Ver­mut­lich gäbe es wie bei der Annex­ion der Krim eine Weile medi­al-diplo­ma­tis­che Blähun­gen, bevor man wieder zur Tage­sor­d­nung überge­ht. Am beweglich­sten und flex­i­bel­sten sind dieser Tage die roten Lin­ien, denn wer keine Macht hat, muss alles mit sich machen lassen.

Was uns zurück zu den Trä­nen der über­forderten FFF-Aktivistin vom Anfang dieses Textes bringt. Das per­ma­nente wirtschaftliche und moralis­che Pow­er­play der EU und Deutsch­lands in Gestalt end- und bedin­gungslos­er Entwick­lung­shil­fe und blin­dem NGO-Aktivis­mus, die oft kaum mehr als der Trans­fer des Geldes armer Men­schen in reichen Län­dern an reiche Men­schen in armen Län­dern (Ste­fan Aust) darstellen, führt uns in eine ver­gle­ich­bare Überdehnung, die durch den wahrschein­lichen Weg­fall der USA als Ord­nungs­macht nur noch ver­stärkt wer­den kann. Die Erschöp­fung der Gesellschaft ist in Deutsch­land nicht geringer als in den USA, auch wenn sie sich dort anders äußert und die Kul­turkämpfe zwis­chen (je nach Betra­ch­tungsweise) Inter­na­tion­al­is­ten und Iso­la­tion­is­ten bzw. Autoritären und Lib­eralen in Deutsch­land noch nicht mit Waf­fenge­walt aus­ge­tra­gen wer­den wie etwa in Seattle.

Die let­zten Amerikan­er und Deutschen sind noch nicht aus Kab­ul gerettet, da redet man sich die Tal­iban schon wieder schön, glaubt Anschlussfähigkeit und Dialog­bere­itschaft wie übri­gens schon vor dem 11. Sep­tem­ber 2001 zu erken­nen. Hil­feleis­tung für Afghanistan? Kein Prob­lem, wenn sie nur ein wenig lieber sind als früher. Eine Mil­lion hier, hun­dert Mil­lio­nen da, die Mil­liar­den wer­den fol­gen. Der Anfang vom Ende des Oströmis­chen Reich­es war, dass man irgend­wann dazu überg­ing, nicht mehr in Sol­dat­en, son­dern in Schutzgelder zu investieren. Wir geben vor, aus unseren Fehlern zu ler­nen, indem wir sie immer und immer wieder machen. An der Lageein­schätzung des Wash­ing­ton Insti­tute aus dem Jahr 2000, in der die fun­da­men­tale Kom­pro­miss­losigkeit der Tal­iban, gepaart mit diplo­ma­tis­ch­er Honigschmier­erei deut­lich zum Aus­druck kommt, dürfte sich jedoch nur wenig geän­dert haben. Es gibt aber einen qual­i­ta­tiv­en Unter­schied. Man muss heute für Milljöh­stu­di­en der afghanis­chen Gesellschaft nicht mehr nach Kab­ul fliegen, es genügt, mit der U‑Bahn nach Berlin-Kreuzberg zu fahren.

Demokratie und Windräder

Der amerikanis­che Inter­ven­tion­is­mus und die Bere­itschaft der USA, als Ord­nungs­macht inter­na­tion­al in Erschei­n­ung zu treten, wer­den schwäch­er. Die Gründe dafür liegen nicht in ein­er verän­derten Welt­lage, son­dern in inneren Lagerkämpfen und der zunehmenden wirtschaftlichen Über­forderung. Die aktuelle, offen­sichtlich unfähige Admin­is­tra­tion wirkt hier nur beschle­u­ni­gend. Die mil­itärische und ökonomis­che Groß­macht USA zieht sich immer mehr zwis­chen Atlantik und Paz­i­fik zurück und Deutsch­land täte gut daran, nicht zu ver­suchen, sich in die zurück­ge­lasse­nen Stiefel zu stellen. Im Gegen­teil. Auch wenn unser­er Strate­gie keine mil­itärische ist und wir stattdessen unter dem Mot­to „Demokratie und Win­dräder“ die Welt zu beglück­en ver­suchen, sind unseren Bemühun­gen doch eben­so wenig erfol­gre­ich wie das „Nation Build­ing“ der Amerikaner.

Das bedeutet nicht, die Zug­brück­en hochziehen zu müssen und uns zu isolieren wie Japan bis zur Ankun­ft von Com­modore Per­ry. Es bedeutet aber, dass es Zeit ist, sich von der Lebenslüge des West­ens zu ver­ab­schieden, man könne durch Inter­ven­tion und bedin­gungslose Entwick­lung­shil­fe die Welt nach unserem Gus­to umgestal­ten und den Gel­tungs­bere­ich des Grundge­set­zes an die Gren­zen des Son­nen­sys­tems ver­schieben. Ein Blick auf unsere Infra­struk­tur, auf unsere Schulen, Straßen, Brück­en und auch unsere Bun­deswehr zeigt, dass die auf diese Weise freige­set­zten Ressourcen schnell sin­nvoll einge­set­zt wer­den kön­nen. Anderen­falls sitzt der West­en bald in Gänze trä­ne­naufgelöst und mit versem­melter Zukun­ft da wie Pauline, weil die Welt sich hart­näck­ig weigert, gerettet zu werden.

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19 Kommentare

  1. Schon aus den Irak-Kriegen hätte man die Lehre ziehen kön­nen, dass man einem Volk nicht ein­fach von oben nach unten west­liche Poli­tik über­stülpen kann (“wir ret­ten die mal jet­zt, indem wir ihnen unsere Werte schenken und dann wird alles gut”).
    Falls der Wille oder der Wun­sch dazu tief in diesem Volk ver­wurzelt ist, also dort entste­ht, kommt es nahezu zwangsläu­fig irgend­wann zu einem mehr oder weniger bluti­gen Umsturz, also ein­er poli­tis­chen Verän­derung von unten nach oben. Dafür gibt es in der Geschichte viele Beispiele.

  2. Scheiße, Paulinchen hat ihr Semes­ter ver­saut. Und jet­zt noch Erder­wär­mung, Pan­demie und die Regierung hat keinen Plan. Das ist zu viel, habt Mitleid.

  3. Die Betreiber der Men­schen­farm haben einen Chef, den Vater der Lüge. Seine Schöp­fung will der göt­tlichen Schöp­fung den Rang ablaufen. Doch alles erschöpft sich in Täuschun­gen und Illu­sio­nen. “Krieg ist Frieden.” usw.

    Es genügt, die Wahrheit­en zu akzep­tieren und das eigene Leben umzugestal­ten. Gegen die Änderun­gen, die ein einzel­ner Men­sch untern­immt, ist das Sys­tem macht­los. Es kann immer nur Grup­pen angreifen und ausrotten.

    Die meis­ten Men­schen sind Mitläufer und Duck­mäuser. Die The­men, die eine solche Gen­er­a­tion her­vorge­bracht­en, reichen unter­schiedlich lang in die Ver­gan­gen­heit zurück:
    1945 Umerziehung
    1848 Demokratie
    1517 Reformation
    325 Konzil zu Nicäa
    753 v.u.Z. Römis­ches Reich

    Wed­er Leis­tun­gen noch Tal­ente waren in der DDR auss­chlaggebend, son­dern die SED-Zuge­hörigkeit und die Unauf­fäl­ligkeit gegenüber den Stasi-Spitzeln. Wed­er Leis­tun­gen noch Tal­ente sind in der BRD auss­chlaggebend, son­dern linkes Denken und poli­tis­che Kor­rek­theit. Auf­gabe: Erkenne Unter­schiede und ermit­tele Vor- und Nachteile! Schlussfol­gerung: Jedes Sys­tem hat Lück­en. Es kommt darauf an, diese zu find­en und zu nutzen.

    Heute haben Satanis­ten, Jesuit­en und Freimau­r­er Mit­teleu­ropa fest im Griff. Die ursprünglichen Kul­turen sind nur noch Folk­lore, haben nur für kleine Min­der­heit­en eine Bedeu­tung. Man glaubt sämtliche Geschicht­slü­gen und Wis­senschaft­slü­gen, die von römis­chen Sol­dat­en und von Kut­ten­trägern aller Art durchge­set­zt wur­den. Die Teufel sind mit­ten unter uns und gestal­ten die Hölle auf Erden.

    Immanuel Kant in 1784: “Habe Mut, dich deines eige­nen Ver­standes zu bedienen!”
    Wer hat noch Mut?
    Wer hat noch Verstand?

    • “Heute haben Satanis­ten, Jesuit­en und Freimau­r­er Mit­teleu­ropa fest im Griff. ”

      Ja klar. Und die Echsenwesen.

  4. Wenn ich mir die kleine Pauline so ansehe,so sehe ich einen jun­gen Men­schen dem Mamilein und Papilein jeden Wun­sch von den Augen abge­le­sen haben. Kaum aus­ge­sprochen — Zack Wun­sch erfüllt.
    Und plöt­zlich stellt die kleine Pauline fest, die meis­ten Men­schen in Deutsch­land, Europa und der Welt wollen nicht in die Rolle von Mami und Papi schlüpfen und der kleinen Pauline ihre großen Wün­sche erfüllen. Das ist natür­lich echt blöd. Zumal ihr “Experten” bestätigt haben, die Wasser­massen im Ahrtal sind ganz ein­deutig Zeichen des Klimawandels.
    Aber was hat das nun mit Afghanistan zu tun? Nun in west­lichen Demokra­tien herrscht seid eini­gen Jahren die Vorstel­lung vor, wün­schen hil­ft. Und wenn schon nicht wün­schen dann helfen zumin­d­est Mil­liar­den Dol­lar oder Euro. Man glaubt, mit Dol­lars und im Zweifels­fall Waf­fen ließe sich jed­er Gesellschaft Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Men­schen­rechte und Gle­ich­stel­lung über­helfen. Dass das nicht funk­tion­ieren wird war den Meis­ten schon vor 20 Jahren klar. Wer es genau wis­sen will, ein­fach Mal nach der Vor­lesung von Peter Scholl-Latour im Rah­men der Mer­ca­tor- Pro­fes­sur googeln. Titel:“Siegen in Afghanistan?”

    P.S.: Liebe Pauline, ein­fach mal Papilein anrufen. Der ruft den Fam­i­lien­an­walt an, welch­er der Uni verk­lick­ert das die liebe Pauline für ihren Ein­satz gegen den Kli­mawan­del alle Scheine auch ohne Prü­fung ver­di­ent hat. Hat doch früher in der Schule auch funktioniert.

  5. Wenn der Bienen­domp­teur Honig von einem Hor­nissenschwarm ern­ten möchte, … 

    dann wird er beizeit­en fest­stellen, dass es gewis­ser­maßen unan­genehm wird, wenn man in der benach­barten Küche nicht die Fen­ster ver­schlossen hat.

    p.s.: Einem Imk­er würde das nicht passieren.

  6. Also ich glaube, bei Tai­wan würde es schon knallen. Da kreisen US-Kriegss­chiffe und die Tai­wane­sen wis­sen, dass sie was zu ver­lieren haben. Anders als Hong-Kong ist die Insel auch mil­itärisch gut vertei­dig­bar. Die Krim ist kein Ver­gle­ich, weil da haupt­säch­lich Russen wohnen, die nicht ihr Leben gelassen hät­ten, nur um nicht rus­sisch zu wer­den. Die Ukraine ist ja auch keine lupen­reine Glück­seel­igkeit. Bei Tai­wan geht’s um was.

    • In Tai­wan leben nur Chi­ne­sen. Was glaub­st Du, wie groß der Wille zum Wider­stand aus­gerech­net dieser US-Regierung wäre, wenn sich Chi­ne­sen mit Chi­ne­sen “wiedervere­inen”? Ich würde da im Moment keine Wet­ten auf Biden abschließen.

        • Yep. An Dro­hun­gen, Aufmärschen, Raketen­ab­schüssen der Fes­t­land­schi­ne­sen etc. hat es in der Ver­gan­gen­heit auch nicht geman­gelt, ohne das die Tai­wan­er wesentlich eingeknickt wären.
          Ich sehe hier eher Ähn­lichkeit­en zu Nord-/Süd­ko­rea, als zu Afghanistan. Die Süd­ko­re­an­er wür­den sich auch keineswegs kampf­los ergeben und die US auch nicht ein­fach bei­seite stehen.

  7. Ich frage mich immer: Wie macht man ein solch­es Video? Hin­set­zen, Handy aufs Sta­tiv, Kam­era an, Startschuss zum Heulen?

    • Ist doch ein­fach. Mot­to: Sei ein­fach, wie Du bist. Dumm, ver­zo­gen, emo­tionell kom­plett dys­funk­tion­al. Der Rest kommt von selbst.
      Mein Aus­druck für diese und ähn­liche Leutchen ist seit einiger Zeit “Grein­sch*****”

  8. Guter Artikel, der einiges auf den Punkt bringt. Im Kon­text mit dem “Ver­sagen der Afghanis­chen Armee” bzw. dem vor­ange­gan­genen “poli­tis­chen Ver­sagen” kön­nte man noch ergänzen, dass ja dur­chaus offen darüber disku­tiert wird, ob die wider­stand­slose “Nieder­legung der Waf­fen” durch die Afghanis­che Armee nicht doch ein Resul­tat der Ver­hand­lun­gen in Doha/Katar waren. Es drin­gen zwar bish­er wenige Infor­ma­tio­nen darüber in die Öffentlichkeit – es ent­behrt aber nicht ein­er gewis­sen Logik.

    • Aber sich­er doch! Ein Staat mit vierzig Mil­lio­nen Ein­wohn­ern wird von einem Tag auf den anderen von einem Haufen atavis­tis­ch­er Stammeskrieger erobert? Lächer­lich. Da steckt ein Deal dahinter.

      • Da steck­en viele einzelne, kleine Deals dahin­ter. Und in ihrem Fall ein Fehlver­ständ­nis. Afghanistan ist kein “Staat mit 40 Mil­lio­nen Einwohnern”.
        Afghanistan ist ein Gebi­et mit 40 Mil­lio­nen Bewohn­ern ver­schieden­er Stämme und Eth­nien mit ein­er tra­di­tionell extrem schwachen “Regierung”.

  9. Amüsant beschrieben. “…den Gel­tungs­be­reich des Grund­ge­set­zes an die Gren­zen des Son­nen­sys­tems zu ver­schie­ben” (?) …das hat Dank unseres sozial­is­tis­chen Moral­gerichts (ehm. BVer­fG) immer­hin geklappt! …und Pauline, die hat eigentlich nur ihre Tage…

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