Fol­low the evidence
– wher­ev­er it leads. 

(Unbekan­nt)

Na, kön­nen Sie das Getrom­mel noch ertra­gen? Oder zap­pen Sie bei „Inzi…“ und „Coro…“ schon auf den Shop­ping-Kanal oder Radio Brock­en? Gehört „Nachricht­en-Diät“ zu Ihren guten Vorsätzen für 2022? Dann ver­passen Sie im Moment die unter­halt­sam­ste Zeit dieser selt­samen Pan­demie, die sich ger­ade behar­rlich weigert, von der Poli­tik auf Ewigkeit gestellt zu wer­den. Da hat man zwei Jahre gebraucht, um all die schö­nen Maß­nah­men und Abhängigkeit­en zu erricht­en, hat in Erman­gelung von Leichen­ber­gen viel Luft und Zeitungspa­pi­er bewegt und nun macht aus­gerech­net der zur Neme­sis aufge­blasene Geg­n­er schlapp. How dare you, Delta! Do some­thing, Omikron!

Zum Glück hat man rechtzeit­ig im Galopp das Pferd gewech­selt und erprobt seine Waf­fen statt an einem Virus nun an Kri­tik­ern der Grun­drecht­sein­schränkun­gen. Denn im Gegen­satz zum schlapp machen­den Virus wer­den die immer lauter. Und wären Bildqual­ität, Mode und Frisuren im Jahr 1989 nicht so fürchter­lich und unver­wech­sel­bar gewe­sen, kön­nten die Medi­en 2022 statt aktuelle Berichte von der Infek­tions­front anzufer­ti­gen, die Archivkon­ser­ven des DDR-Fernse­hens senden, so sehr ähneln sich Wort­wahl, Fram­ing und staat­stra­gen­des Entset­zen über die Insub­or­di­na­tion, den öffentlichen Raum für „Spaziergänge“ zu benutzen. Natür­lich habe man das Recht, spazieren zu gehen, aber diese Leute miss­brauchen dieses Recht, jawohl!

Aus aller Welt erre­ichen uns indes Nachricht­en, die das müh­sam aufge­baute poli­tis­che Nar­ra­tiv ins Wanken brin­gen. Aus­tralien geste­ht angesichts steigen­der C‑Zahlen mehr oder weniger klein­laut das Scheit­ern seines rigi­den (um nicht zu sagen: semi­faschis­tis­chen) Ver­mei­dungsregimes ein, in den USA ver­bre­it­et sich die neue Omikron-Vari­ante ohne Anse­hen der ver­schiede­nen Impfrat­en, Kli­ma­ta und Lock­down­maß­nah­men gle­ich­mäßig ras­ant und in Südafri­ka flaut die Welle nach einem kurzen und hefti­gen Anstieg der Fal­lzahlen schon wieder ab, ohne dass die Zahl der Hos­pi­tal­isierun­gen mehr als nur leicht angestiegen wäre. Die ungestellte Frage ist nun, was ein Erstewelt­land wie Deutsch­land, in dem es eine C‑Impfquote von 71–74% gibt, zu befürcht­en hat, wenn die Omikron-Welle selb­st im angeschla­ge­nen Südafri­ka mit sein­er Impfquote von schlap­pen 26–32% sehr mild und glimpflich ver­laufen ist? Ein Schelm, wer da nicht „trotz“, son­dern „wegen der hohen Quote“ in die Frage hinein­in­ter­pretiert. Aber das tue ich hier natür­lich nicht, ich will schließlich keine Angst verbreiten.

Es ist auch gar nicht nötig, große Mörs­er aufz­u­fahren und sich auf noch nicht gesichertes Gelände bezüglich Gefahr und Wirk­samkeit von Stöf­fchen zu begeben, aus denen schlichte Poli­tik­erträume geschnei­dert sind. Es genügt ein Blick in die veröf­fentliche Real­ität, um zu erken­nen, wie groß die Wider­sprüche mit­tler­weile sind und wie erfol­g­los die Ver­suche, sie zu verdeck­en oder zu ignori­eren. Das Ele­fan­tengedächt­nis des Inter­net ver­ar­beit­et seit Monat­en öffentliche Ver­laut­barun­gen von gestern zuver­läs­sig zu lusti­gen Memes von morgen.

Apropos „Elefant“

Bekan­ntlich ste­ht dieses trans­par­ente und graz­iöse Tier meist im Raum, wenn eine Sim­u­la­tion der Real­ität Risse bekommt und so gerät manch­mal unfrei­willig komisch, was uns als ern­sthafter Vor­wurf, Belehrung oder Quin­tes­senz ein­er aufwändi­gen Recherche präsen­tiert wird. Beispiele dafür sind zwei Doku­men­ta­tio­nen von Arte. Der Ele­fant in „Kinderpsy­cha­trie am Lim­it“ braucht eine Weile, um sicht­bar zu wer­den. Zunächst bekommt der Zuschauer ein völ­lig kor­rek­tes und sehr ein­fühlsames Nah­bild aus dem Lock­down­leben der men­tal angeschla­ge­nen Jugend, spürt ihre Depres­sio­nen, empfind­et ihre neu entwick­el­ten Essstörun­gen und ihr isoliertes Leben nach. Keine Schule, keine Vere­ine, keine Musik, keine Par­ty, keine Sozialkon­tak­te. Unsich­er, zurück­ge­wor­fen auf sich selb­st und von der Poli­tik buch­stäblich zum Ver­s­tum­men und Ver­schwinden gebracht.

Ein Hor­ror für alle Betrof­fe­nen, Betreuer und Beteiligten und der Arte-Zuschauer mit­ten­drin. Gut gemacht, wirk­lich. Doch der üppige Garten und die Zeit­bezüge lassen uns wis­sen, dass sich all das im Som­mer 2021 abspielte. Solche Pro­duk­tio­nen brauchen ihre Zeit, zumal wenn sie doku­men­tarisch das Leben der jun­gen Patien­ten begleit­en. Man bekommt den Ein­druck, hier hat sich das Team wirk­lich große Mühe gegeben, die Fin­ger in eine Wunde zu leg­en und die staatliche Willkür von Lock­downs und anderen sinnlosen Maß­nah­men klar aufzuzeigen. Doch ach, natür­lich hat jede Zeit ihr Nar­ra­tiv und im Covidzän wech­seln die im Takt der Jahreszeit­en. Im Som­mer, wir erin­nern uns, galt es als bolzen­fest, dass die Imp­fung ein Akt der brüder­lichen Näch­sten­liebe sei und so kommt bei Minute 30 pflichtschuldigst der Vor­wurf des son­st sehr ver­ständ­nisvollen Kinderpsy­cholo­gen an jene Erwach­sene, die zwar die Möglichkeit hät­ten, sich impfen zu lassen, dies aber nicht täten – was ein sehr ego­is­tis­ches Ver­hal­ten sei und – der Vor­wurf liegt in der Luft – die Ursache der Prob­leme der Jugendlichen und der über­füll­ten Jugendpsychatrie.

Wir, die wir auf dem Karus­sell des Wahnsinns schon ein paar Nar­ra­tive weit­er sind, „wis­sen“ heute natür­lich, dass sich diese „man­gel­nde Sol­i­dar­ität“ längst umori­en­tiert und sich nun (dank nach­weis­lich man­gel­haftem Schutz der Imp­fung vor Über­tra­gung) nur noch auf die mut­maßliche Ver­stop­fung der noch nicht ver­schwun­de­nen Inten­siv­bet­ten bezieht. Und so kommt der (gespielte?) Vor­wurf selt­sam hil­f­los und unin­formiert daher, obgle­ich er im Film sehr deut­lich die Ver­ant­wor­tung für die psy­chol­o­gis­che Vere­len­dung viel­er Jugendlichen weg von der Poli­tik und hin zu den „Unsol­i­darischen“ lenken soll. Eine Kleinigkeit nur, ein Stich, der statt ins schlechte Gewis­sen ins Alberne triff. Son­st ist die Doku wirk­lich gut.

Der zweite Ele­fant ste­ht in der Doku „Impfgeg­n­er – wer prof­i­tiert von der Angst“ sehr viel größer und von Anfang an im Raum. Gegen die Idee, „dem Geld zu fol­gen“ und zu unter­suchen, wer wie und wo von welchen Stu­di­en, Mei­n­un­gen oder Spenden prof­i­tiert, ist selb­stver­ständlich nichts einzuwen­den. Der alte deutsche Spruch „Wes‘ Brot ich ess‘, des‘ Lied ich sing“ ist eine dur­chaus zuläs­sige Arbeit­s­these, mit der man starten kann. Doch wenn Arte im Film dem britisch-amerikanis­chen Medi­zin­er Andrew Wake­field nach­spürt, seine Spender und Geldge­ber nen­nt („Spenden­gelder in Mil­lio­nen­höhe“), eine offen­bar für 450.000 Dol­lar gekaufte und vor Jahren schon von „The Lancet“ zurück­gewiesene Studie anprangert und ihm bescheinigt, „in höch­stem Maße Kar­riere- und Gewin­nori­en­tiert“ zu sein, muss ich her­zlich lachen angesichts der Mil­liar­den­be­träge, die im let­zten Jahr zusät­zlich in die Taschen von nur zwei großen Phar­makonz­er­nen geflossen sind. „Mil­lio­nen­be­träge“ kom­men in diesem Zusam­men­hang vielle­icht in einem Impfzen­trum in Bot­trop vor, aber für 450.000 Dol­lar stand selb­st ein Betreiber von 20 Berlin­er Testzen­tren im Mai 2021 mor­gens nicht mal mehr auf.  Ich übertreibe natür­lich, Sie wis­sen, worauf ich hin­aus will, verehrter Leser.

Wer von dieser Art Angst prof­i­tiert, wusste übri­gens nicht nur die Süd­deutsche im Jahr 2015 noch. Heute ist das alles vergessen. Eben­so die typ­is­cher­weise linke, manch­mal lästige aber nicht ganz unberechtigte Kri­tik an Monopolen, Konz­er­nen und Machtver­flech­tun­gen. Die Linken haben sich durch den gekaperten Sol­i­dar­itäts­be­griff ins Joch span­nen lassen und laufen nun gehor­sam vor dem Pflug.

So gut wie nie­mand kommt heute auf die Idee, dem wirk­lich großen Geld zu fol­gen, Abhängigkeit­en zu unter­suchen und Manip­u­la­tio­nen aufzudeck­en. Hier die Seriosität zu prüfen ist lei­der auch nicht so leicht wie bei einem Lancet-Artikel aus den 90ern, weil poli­tis­ches Kalkül, Geheimverträge und Sper­rfris­ten bis nach Sankt Nim­mer­lein die Nach­forschun­gen behin­dern. Wie genau es dieser Herr Wake­field aus der Arte-Doku mit der Wahrheit tat­säch­lich nimmt, kann ich natür­lich nicht beurteilen. Ganz im Gegen­satz zur Wahrheit­sliebe und den Motiv­en jen­er, die über ihn bei Wikipedia schreiben. Denn 2016 traf sich Wake­field – und das soll der Leser zweifel­sohne als Let­zt­be­weis für Schar­la­taner­ie nehmen – mit Trump, „der als Impfskep­tik­er gilt“. Trump, den ken­nen Sie noch, oder? Das ist dieser dop­pel­coro­n­ageimpfte und geboost­erte Ex-Präsi­dent aller Impfskep­tik­er, der „Oper­a­tion Warp­speed“ ins Leben rief und damit allen autoritären Träumern den Stoff ver­schaffte, den sie heute zur Umset­zung ihres Volk­serziehung­spro­gramms brauchen. Wenn Arte also sal­badert, Wake­field mache „Geschäfte mit falschen Hoff­nun­gen“, „die Men­schen wollen an Wun­der­mit­tel glauben“ und „Ärzte als Aushängeschild“ gar nicht gerne sieht, mag das alles sog­ar stim­men. Doch denken Sie bitte auch an den unsicht­baren, trompe­tenden Ele­fan­ten mit dem Phar­ma-Tat­too im Raum, denken Sie über seine Geschäfte und die Hoff­nun­gen nach, die er ver­bre­it­et und geben sie ihm eine Banane. Er freut sich sicher.

Pro­pa­gan­da in Spielfilm­länge ist eine feine Sache und manch­mal sog­ar unter­halt­sam. Doch das gut abgezirkelte Tem­po der Beweisket­ten erweist sich als Hin­der­nis, wenn man zum Zeit­punkt der Ausstrahlung eigentlich noch schnell die Rich­tung ändern müsste. Denn die Rich­tung hat sich auch son­st bere­its über­all geän­dert! Wieder ein­mal sind uns die Vere­inigten Staat­en ein Stück voraus, vielle­icht auch nur verse­hentlich. Wieder­holte Biden im Wahlkampf noch täglich sein Mantra, er werde „nicht die Wirtschaft, son­dern das Virus abschal­ten“ oder von „fed­er­al Mask-Man­dates“ sprach, erk­lärte er nun die Pan­demiebekämp­fung zur Auf­gabe der Bundesstaaten.

Ein höchst erstaunlich­er und plöt­zlich­er Sinneswan­del und ich kann jeden ver­ste­hen, der nun empört auf die eige­nen Wun­den ver­gan­gener Medi­en­schlacht­en ver­weist und Urhe­ber­rechte für der­lei Prag­ma­tismus gel­tend macht­en will. „Haben wir dies nicht schon immer gesagt? Haben wir nicht gewarnt vor Zen­tral­is­mus und „one-fits-all“? Wo bleibt unsere Anerken­nung, wo eure Entschuldigung? Ihr lagt falsch und wir lagen richtig! Ihr habt an Wun­der geglaubt und uns ver­lacht und aus­ge­gren­zt!“ – ja, alles richtig. Doch es nützt nichts, denn über diese Brücke gehen die nie! Sie wer­den ihre Irrwege ein­fach der Wis­senschaft anlas­ten, der sie ja nur gefol­gt seien und ich glaube, wir wer­den sie willkom­men heißen müssen, ganz gle­ich, wie sie zu uns herüber gefun­den und was alles sie uns ein Jahr lang an Belei­di­gun­gen hinüberge­wor­fen haben. Acht­en Sie ein­fach auf den Ton­fall, kra­men Sie im Archiv nach der Herkun­ft des Argu­ments und freuen Sie sich diebisch, wenn plöt­zlich als Argu­ment gilt, was gestern noch Ver­schwörungs­the­o­rie war.

Trump lag richtig?

Da wäre zum Beispiel der der FC Bay­ern, der momen­tan einige Per­son­al­prob­leme im durchgeimpften Kad­er hat. Acht Spiel­er pos­i­tiv getestet! Wie kon­nte das denn passieren? Der Focus hil­ft gern bei der sach­lichen Erk­lärung: „Profispiel­er wie beim FC Bay­ern wer­den beson­ders oft und regelmäßig getestet. Das erhöht die Wahrschein­lichkeit eines pos­i­tiv­en Tests zusät­zlich – auch bei Per­so­n­en, die keine Symp­tome zeigen. Je mehr getestet wird, desto mehr Fälle find­et man auf Dauer, die son­st unent­deckt geblieben wären.“ 

Schon wieder ein Trump-Argu­ment! Nur musste der sich im Wahlkampf noch ein medi­ales „Aber hal­lo!“ gefall­en lassen, weil er doch frech behauptete, wo viel getestet werde, bekomme man eben auch viele pos­i­tive Ergeb­nisse und wenn man immer so viel teste, wie man Fälle brauche, höre die Sache nie auf!

Auch was die Eigen­schaften der schnell zusam­menge­fiedel­ten Impf­stoffe ange­ht, hat sich längst Ernüchterung eingestellt. Entwick­elt gegen die Ur- bzw. Alpha-Vari­ante und begleit­et von großen Hoff­nun­gen und besten Wün­schen, entwischen den im Kör­p­er pro­duzierten Antikör­pern neue Virus-Vari­anten schneller als man B‑O-O-S-T-E‑R buch­sta­bieren kann. Vergessen wir mal die berechtigte Skep­sis bezüglich der unbe­ab­sichtigten Wirkun­gen und unter­stellen einen gewis­sen Schutz. Schon im Som­mer mehrten sich jedoch die Stu­di­en, welche eine verblüf­fend schnell nach­lassende Wirk­samkeit fest­stell­ten. Und dann kam im Dezem­ber auch noch das ger­adezu queck­sil­brige Omikron hinzu, dass bei sein­er Wel­treise offen­bar keinen Unter­schied mehr macht zwis­chen ungeimpften, geimpften, geboost­erten oder in der hin­ter­sten Ecke der Antark­tis gele­ge­nen Airbnb’s.

Und erin­nern Sie sich noch an Cure­vac, jene Fir­ma, die ver­sprach, als erste einen Impf­stoff gegen Corin­na zu entwick­eln? Die Bun­desregierung kaufte sich gle­ich mal für 300 Mil­lio­nen Euro dort ein. Um die Fir­ma ist es still gewor­den seit bekan­nt wurde, dass der entwick­elte Impf­stoff es in der Wirk­samkeit ger­ade mal über die 50-Prozent-Hürde geschafft habe. Die Tagess­chau sprach im Juni 2021 von „niedriger Wirkung“ und nan­nte das Ergeb­nis „ent­täuschend“. Lei­der sind wir heute mit den aktuell ver­wen­de­ten mRNA-Mit­teln schon in der­sel­ben Größenord­nung angekom­men. Ten­denz: schnell fal­l­end. Höch­ste Zeit zu kon­sta­tieren, dass die neuen Impf­stöf­fchen, selb­st wenn sie völ­lig unge­fährlich sein soll­ten und sog­ar eine Über­do­sis für Kinder bei ein­er „Impf­panne im Zoo Han­nover“ (Guck­en Sie nicht so! Wo son­st soll man denn Kinder impfen? Etwa beim Kinder­arzt? Außer­dem gab es Freikarten als Beloh­nung!) abso­lut harm­los sei, auf Dauer nicht viel tau­gen. Im besten Fall sog­ar, weil man sie nicht über­dosieren kann, was ich allerd­ings bezwei­fle. Auf ein Urteil „ent­täuschend“ in der Tagess­chau wie im Fall Cure­vac müssen wir vielle­icht noch etwas warten.

Vercheckt

Pünk­tlich zum Jahres­be­ginn hat die amerikanis­che CDC auch noch den PCR-Test aus der Diag­nos­tik ver­ban­nt und damit dem Inzi­denz-Seis­mo­graphen gewis­ser­maßen den Rot­s­tift aus der Hand geschla­gen, der dank der Kom­plex­ität des Tests unter staatlich­er Sta­tis­tik-Kon­trolle stand. Doch Moment, war da nicht mal ein Fak­tencheck der all­seits beliebten Cor­rec­tivlinge, die sich so gerne mit Joachim Stein­höfel und Achgut vor Gericht tre­f­fen? Richtig! Im August hat­te man sich wegen der CDC-Zulas­sung noch schützend vor Drosten gewor­fen, weil böswillige Covid­ioten es gewagt hat­ten, den von ihm entwick­el­ten PCR-Test in den Schmutz zu ziehen. „Nein, dem „Drosten-PCR-Test“ wird nicht die Zulas­sung in den USA ent­zo­gen“, stampfte die Schraven-Com­bo auf. Es gehe lediglich um eine von der CDC selb­st entwick­elte Vari­ante des Tests und die werde nur deshalb vom Markt genom­men, weil es mit­tler­weile genug Alter­na­tiv­en gebe.

Das klingt zwar, als hätte BMW beschlossen, keine Autos mehr zu bauen, weil es ja Hyundai und Renault gäbe, aber der Text stammt ja aus dem August 2021 und wer hat die Debat­te von damals schon noch so detail­liert im Kopf? Wer kann das noch nachvol­lziehen…? Vielle­icht die CDC selb­st? Deren Mit­teilung dazu stammt jeden­falls vom 19. Juli 2021, datiert also noch vor der Fak­tencheck­erei. Darin heißt es: die CDC ermutige Labore, in Anbe­tra­cht der bevorste­hen­den Grippe­sai­son (und spätestens zum 31.12.2021) auf Testver­fahren umzustellen, die eine Dif­feren­zierung von Covid- und Grippe­viren bess­er sich­er­stellen kön­nen. Daraus fol­gt zwin­gend, dass es dies­bezüglich beim PCR-Test zumin­d­est ern­sthafte Zweifel gab. Von ein­er Art „Mark­t­bere­ini­gung“ ist bei der CDC nichts zu lesen und in der dort ver­link­ten Liste der von der FDA zuge­lasse­nen Testver­fahren find­et sich auch – soweit ich das überblick­en kann – kein einziger ander­er PCR-Test. Also bauen entwed­er auch Hyundai und Renault keine Autos mehr, oder da ist mal wieder ein neuer Fak­tencheck-Check fällig.

Folge „der Wissenschaft“, wenn es dir gerade passt

Ein weit­eres Indiz für den Rich­tungswech­sel ist, dass sich mit­tler­weile der Prag­ma­tismus (muss ein schwedis­ches Wort sein) gegen die gesin­nungsethis­che Max­i­mal­forderung „jede Infek­tion ist eine zu viel“ durchzuset­zen begin­nt. ‚Man könne doch nicht die ganze Wirtschaft gegen den Baum fahren‘ galt noch vor kurzem als Argu­ment her­zlos­er, neolib­eraler Omakiller. Nun plöt­zlich und Omikron sei Dank machen sich Poli­tik­er Gedanken über soziale und ökonomis­che Soll­bruch­stellen und Belas­tungs­gren­zen. Alles Dinge, die sie bish­er kaum inter­essierten. Vorgeprescht war der CEO von Delta Air­lines, der die CDC im Dezem­ber bat, die Regeln zu ändern und die Iso­la­tion pos­i­tiv getesteter Mitar­beit­er von zehn auf fünf Tage zu verkürzen.

Und siehe da, das Wei­h­nachtswun­der geschah tat­säch­lich! Nun muss man wis­sen, dass zu dem Zeit­punkt nicht nur in den Staat­en ganz all­ge­mein, son­dern auch bei Delta Air­lines die Delta-Vari­ante noch vorherrschend war. Die Poli­tik fol­gte hier also nicht „der Wis­senschaft“, denn die hat­te sich gar nicht bewegt. Die Poli­tik ging voran. Ein­fach so, weil sie es immer tut! Delta als Car­ri­er ist auch für Poli­tik­er wichtig und geflo­gen wer­den muss ja! Zwis­chen Wahlkreis und DC, der Gala in LA und dem Urlaub in Mia­mi, zu Klimagipfeln – CO2 hin oder her! Da kann man schon mal das „Pri­mat der Wis­senschaft“, hin­ter dem man Entschei­dun­gen son­st gern ver­steckt hat, ins Handgepäck tun. Das Virus wird sich schon noch an die kürzere Quar­an­tänedauer gewöh­nen, genau wie der Rot­mi­lan an deutsche Windkraftanlagen.

Omikron, die „schmutzige Impfung“

Wom­it wir bei unserem Gesund­heitsmin­is­ter Lauter­bach, seinem Inter­view mit RND und sein­er Lieblings­beschäf­ti­gung wären: der Bewirtschaf­tung dieser Pan­demie bis zum let­zten Droplet. Seine Begrün­dung für alles hat er läs­sig wie ein Zauber­er von „Delta“ auf „Omikron“ gewech­selt. Auch für die angestrebte Änderung des Infek­tion­ss­chutzge­set­zes, die eben­falls eine Verkürzung der Iso­la­tion enthal­ten soll.

Son­st lässt er gern vieles im Unge­fähren, deutet nur an, dro­ht, kündigt an, wird sel­ten konkret. Gute Nachricht­en zerre­den, schlechte not­falls ver­muten und erwarten und immer war­nen, war­nen, war­nen. Ich weiß aus der Geschichte nur von einem Poli­tik­er, der ähn­lich dro­hend neb­ulös Äng­ste schüren kon­nte, der niemals konkret Angst ein­jagte, son­dern immer nur aus einem Prinzip her­aus, das nur ihm zugänglich und ver­ständlich war. Ein Rechthaber, der an der Real­ität verzweifelt, weil sie ihm sel­ten Recht gibt, ein­er vom Schlag Robe­spier­res. Wen will er dies­mal tre­f­fen? Auch Lauter­bach hält starr und unbe­weglich an seinen Prinzipen fest und ich will ihm sog­ar attestieren, dass auch er sich nicht im Amt bere­ichert, dass er also im Wortsinn das verkör­pert, was jen­er in der franzö­sis­chen Rev­o­lu­tion war – der „Unbestech­liche“ zu sein.

Doch wo andere das Leben sehen, das endlich zu seinem Recht und zur Frei­heit kom­men will, sah jen­er den Ver­rat an seinen Prinzip­i­en. Wo andere ein Geschenk der Natur sehen und in Omikron ein gutes Maß bre­it­er und nach­haltig erwor­ben­er Immu­nität (sog­ar gegen die Delta-Vari­ante) erken­nen, sieht dieser nur eine „schmutzige Imp­fung“. Wo andere aufat­men, weil der Schier­lings­bech­er der Zus­tim­mung zum Impfzwang, mit dem auch einige sein­er Poli­tik­erkol­le­gen so ihre Bauch­schmerzen haben, an ihnen vorüber gehen könne, sieht er eine ver­passte Gele­gen­heit. Zu spät zu kom­men, sein Werk nicht vol­len­den zu kön­nen, die Angst, ver­lacht zu werden…wir wis­sen, dass Robe­spierre so tick­te. Unser Gesund­heitsmin­is­ter scheint aus der­sel­ben Uhrma­cher­w­erk­statt entsprun­gen zu sein:

„Die Impf­pflicht muss schnell kom­men. Wir kön­nen nicht darauf warten, dass eine Impf­pflicht über­flüs­sig wird, weil wir eine sehr hohe Durch­seuchung der Bevölkerung haben. Omikron als schmutzige Imp­fung ist keine Alter­na­tive zur Impf­pflicht. Das wäre sehr gefährlich.“

Nein, ist es wohl nicht mal für Ungeimpfte. Und die stellen in Südafri­ka mit über 60% die Mehrheit. Diese „schmutzige Imp­fung“ wird wohl vielmehr zu uns allen kom­men. Für wirk­lichen Zwang braucht es also keine Min­is­ter, das besorgt die Natur schon selb­st. Vielle­icht weiß er das sog­ar, unser Robe­spierre der Volks­ge­sund­heit, denn Ihnen ist doch sich­er auch die Tür aufge­fall­en, liebe Leser, die dieser Prinzip­i­en­re­it­er in sein­er Mauer gelassen hat. Ein Impfreg­is­ter will er nicht haben – was auch real­is­tisch ist angesichts der Tat­sache, dass schon die bish­eri­gen Impf­dat­en nicht ein­heitlich und kon­se­quent erfasst wur­den. Deshalb haben wir ja das Chaos mit dem Impf­s­ta­tus der Inten­siv­pa­tien­ten, den jed­er Viertelfürst in diesem Land nach Belieben auszunutzen ver­ste­ht. Diese Infor­ma­tion­slücke lässt sich kaum schließen. Sie sehen, liebe Leser, eine unfähige Regierung ist manch­mal ein Segen für die Bürger.

Bei der Durch­set­zung des Zwangs set­zt Lauter­bach voll auf die im Gle­ich­schritt mit der Poli­tik gehende Pri­vatwirtschaft. Die soll sank­tion­ieren, diskri­m­inieren und melden. Wenn das mal so gut funk­tion­iert, wie der Min­is­ter denkt – falls er so denkt! Haupt­sache, er kann noch eine Weile an der Pan­demie und damit an der Aushe­belung von Ver­fas­sungsrecht­en fes­thal­ten. Denn unser Min­is­ter berichtete ja im Inter­view, dass er ger­ade groß einkaufen war und nun pro Woche zehn Mil­lio­nen Dosen Mod­er­na zur Ver­fü­gung hat. Nur an Bion­tec man­gele es noch ein wenig. Wenn nur die Stiko die Empfehlung über­ar­beit­en kön­nte, das Mit­tel nicht an unter 30-jährige zu geben…vielleicht kön­nte ja der CEO von Delta? Oder der Lufthansa? Das Zeug war so teuer…

Knur­rt da etwa auch ein Ele­fan­ten­ma­gen? Hier mein Bester, lass dir die Banane schmecken!

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11 Kommentare

  1. ***
    und in der dort ver­link­ten Liste der von der FDA zuge­lasse­nen Testver­fahren find­et sich auch – soweit ich das überblick­en kann – kein einziger ander­er PCR-Test. Also bauen entwed­er auch Hyundai und Renault keine Autos mehr, oder da ist mal wieder ein neuer Fak­tencheck-Check fällig.
    ***

    Hmm, wenn ich dem Link folge und dann auf
    “Indi­vid­ual EUAs for Mol­e­c­u­lar Diag­nos­tic Tests for SARS-CoV­‑2” klicke, sehe ich eine Liste mit 230 zuge­lasse­nen Tests, die das Attrib­ut “Real-time RT-PCR” haben. Bitte kor­rigieren Sie diesen Fehler in dem anson­sten gut geschriebe­nen Artikel.

  2. Let­ztens gele­sen: “per­haps we should stop call­ing them con­spir­a­cy the­o­ries; and start call­ing them spoil­er alerts” — (lock­er über­set­zt: ) “vielle­icht soll­ten ‘Ver­schwörungs­the­o­rien’ inzwis­chen ‘Mei­n­ungsvorschauen’ heißen”.

    • Alle Ver­schwörungs­the­o­rien sind irgend­wie Mei­n­un­gen ohne irgend Fak­ten, wohinge­gen jedoch fak­tis­che Mei­n­un­gen über Fak­ten irgend­wie niemals Ver­schwörungs­the­o­rien sind. Komisch eigentlich 🙂

  3. Bril­liant! Nur, das Volk will alles gar­nicht wis­sen. Und deswe­gen kann es immer und immer wieder bet­ro­gen wer­den. Es hat kein Gedächt­nis und keine Moral. Selb­st wenn es die Lügen & Wider­sprüche erken­nt, die ihm rund um Coro­na seit zwei Jahren von den Regierun­gen um die Ohren gehauen wer­den, ist es in sein­er Wohl­standsver­fet­tung (was man so Wohl­stand nen­nt, Glotze, Porn­hub, Pizze­ria) nicht wil­lens, etwas zu tun. Und natür­lich erken­nen alle, die ihren Ver­stand noch haben, die Wider­sprüche, den Mist, die Lügen, die ihnen da unterge­jubelt wer­den. Aber, erstens, hat man sich wieder ein­mal täuschen lassen, und das darf nicht sein. Lieber schützt man die Täusch­er. Und zweit­ens, wäre ohne die Maß­nah­men alles schlim­mer gekom­men. Wom­it die Täuschung ele­gant weg ratio­nal­isiert ist. Und, dass diejeni­gen, die sich nicht täuschen liesen, die Neun­malk­lu­gen, eine auf die Nuss bekom­men, geschieht ihnen recht. So denken die Leute. Und den­noch, Poli­tik­er und das hin­ter ihnen ste­hende Kap­i­tal, machen einen Fehler, immer wieder, und der heißt Hybris, über­drehen. Wenn jet­zt 2GPlus kommt, um die fort­ge­set­zten Boost­er durchzuset­zen, als Per­ma­nent-Imp­fung, wer­den doch einige Hell­hörig. Dass sich einige weigern, dieses miese Spiel mitzu­machen, zeigt die Boost­erquote von 45% (ab 12 Jahren gerech­net?). Die Eliten woll­ten erst aufhören, wenn sich 95 % unter­wor­fen haben. Jet­zt denken sie offen­sichtlich darüber nach, ob sie mit 85 % leben kön­nen, Kinder ab 12 mal außen vor gelassen. Aber, der Boost­er muss durchge­set­zt wer­den, weil er sichert den hor­ren­den Prof­it und die Unter­wür­figkeit. Game open!

    • Also erst kam die Klimahys­terie, die alle wegen pupsender Kühe und wegen des eige­nen CO2-Gif­tatems vor Schreck erstar­ren ließ; dann kam die anti-Kohle und anti-Atom­kraftwerke­hys­terie, weil Stromgewin­nung mit­samt men­schlich­er Exis­tenz irgend­wie Mut­ter Erde ver­grämt; dann kam die Massen­hys­terie wegen des Wuhan-Schnööfs, in der so gut wie alle Regierun­gen mit­samt ihnen untertäni­gen Hypochon­dern jeden Tag mask­iert den Wel­tun­ter­gang erwarten; und jet­zt ist die fün­fte Boost­er-Par­ty der let­zte Schrei, bis gar nichts mehr geht außer Lock­downs gegen Spaziergänger. 

      Was wird das Näch­ste sein, Dreifach­masken für Kinder wegen des Kli­makochens?, Angst vor Aliens vom Jupiter?, oder mal wieder was wegen der Juden?, oder wird der näch­ste Schnööf den dreifachen Wel­tun­ter­gang brin­gen?, lei­der ist alles möglich.

      • Such Dir was aus, Inspi­ra­tion gibts hier genug: http://www.exitmundi.nl/
        Wobei mir per­sön­lich ja das Supe­runk­raut am besten gefällt. Ander­er­seits: Angst vor Pfusch am Genom gibts schon vorher genug.
        Oder wie wäre es mit ein­er tech­nol­o­gis­chen Sin­gu­lar­ität? Dann brauche ich mir das dumme Poli­tik­ergeschwät von heute wenig­stens nicht mehr anzuhören.

  4. Bril­lianter Beitrag. – Ich frage mich eigentlich nur noch, wie es sein kann, dass sich der Coro­na-Dilet­tan­ten-Stadel, der sich Regierung nen­nt, seit zwei Jahren von ein­er Lüge zur näch­sten hangelt, in ein­er Tour völ­lig hah­nebüch­ene Falsch­prog­nosen raushaut, zwis­chen­durch auch noch das “Per­son­al” wech­selt und den Rechtsstaat demon­tiert, ohne dafür geteert und gefed­ert zu wer­den. Zu Zeit­en eines Robbe­spierre wäre da sich­er einiges anders gelaufen.

    @Axel Ziegler — Phase sechs ken­nt man auch unter “Friede-Freude-Eierkuchen”.

  5. Es gibt ja die fünf Phasen ein­er neuen „Idee“, die da sind: Begeis­terung, Erste Zweifel, Suche nach den Schuldigen, Bestra­fung der Unschuldigen und endlich Lob der Unbeteiligten. Auf die Imp­fung bezo­gen befind­en wir uns je nach Land zwis­chen der Phase vier und fünf. In Eng­land ist man defin­i­tiv in der Phase fünf. Dort argu­men­tiert der Gesund­heitsmin­is­ter, dass man jet­zt nichts mehr machen müsse, da zwar die „Fälle“ durch die Decke gehen, aber auf­grund der guten „Impfer­ei“ des let­zten Jahres es nur noch wenige schwere Fälle gäbe. Die Regierung und ihre Poli­tik und nicht Omikron sind also für die milden Ver­läufe ver­ant­wortlich. Hap­py End. Macron in F dage­gen ist noch ganz Phase vier. Ich glaube es kommt mit gross­er Wahrschein­lichkeit noch Phase sechs: Völ­liges Vergessen und beschweigen.

    • Im Grund ver­har­rt alle Welt noch mit­ten in Phase Ein­halb, ohne vom Fleck zu kom­men. Ja was war denn die-?
      Wir erin­nern uns!, da war mal was mit Klopa­pi­er. Vor ziem­lich genau zwei Jahren, als plöt­zlich fast jed­er­mann Klopa­pi­er in rauhen und rauh­esten Men­gen hort­ete, und dann wollte es kein­er gewe­sen sein. Seit­dem redet buch­stäblich kein­er mehr darüber (der unsicht­bare Riesenele­fant im Klopa­pier­laden), weil diese Angele­gen­heit so unendlich pein­lich war. Wer sich in so was hinein beg­ibt!, der find­et nicht mehr hin­aus und will for­t­an in immer der sel­ben Wuhan-Schnööfkrise leben.
      Son­st wäre die ganze Pein­lichkeit doch völ­lig sinn­los gewesen.

  6. Aus­geze­ich­nete Beschrei­bung des herrschen­den Wahnsinns, wobei Sie bei der Würdi­gung der zuge­muteten “Impf“risiken etwas über­jovial sind. so ger­ing sind diese nach­prüf­bar­erweise (trotz aller Nebelk­erzen ) nicht. Ich sage mal nur VAERS.
    Zu Lauter­bach : der Unfähig­ste bekommt den Posten. Und damit alles klar, oder ?

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